SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 60
Hallo Hr. Dr. Schmickl,
ich habe mir in Österreich eine 10 Ltr. -Brennanlage gekauft. Der Kauf wurde auch beim Österreichischen Zollamt gemeldet. Nun meine Frage: Muss ich den Erwerb der Anlage beim Deutschen Hauptzollamt erneut anmelden oder wird der Kauf von den Österreichischen Behörden den Deutschen Hauptzollamt gemeldet?
Thomas, Deutschland
02.Dez.2000 14:15:37
Sie müssen die Anlage beim Deutschen Zollamt unabhängig davon selbst anmelden.
Eintrag Nr. 59
Sehr geehrter Hr. Schmickl!
Das erste Brennen verlief zufriedenstellend. Bei einem 2 ltr. Kessel blieben ,55 ltr
mit 41%.(Zwetschke) - am Geschmack muß noch gearbeitet werden - liegt wohl an der Maischezubereitung.
Etwas ganz Interessantes hab ich bei Mango-Maische festgestellt: Bis 86 Grad
gibt es ganz klaren Schnaps mit 72 %, von 86 bis 88 Grad ist er trüb und ganz gelb mit 37 %, dann wird er wieder farblos und trüb um die 35 %.Ausbeute aus 2 ltr ist ca. ,7 ltr mit 41 %.
Ist die Alkoholausbeute wirklich unterschiedlich, bei gleichem Maischealkoholgehalt (25%)? (Zwetschke und Mango)

mfg
Wolfgang Stadler
Wolfgang Stadler, Österreich
02.Dez.2000 08:41:42
Mangomaische habe ich leider noch nicht gemacht, aber Ihrer Beschreibung nach passiert das gleiche wie bei Bananen und Nüssen: durch den hohen Anteil unlöslicher Stoffe muß mit der Abtrennung des Nachlaufes früher begonnen werden. Merken Sie sich die Temperatur, sobald die Trübe beginnt, und nehmen Sie ab diesem Zeitpunkt den Nachlauf weg. Nur so können Sie einen reinen Brand erreichen. Den abgetrennten Nachlauf behandeln Sie mit Aktivkohle, dadurch können Sie den Alkohol zum Ansetzen verwenden (wäre ja sonst schade drum).
Bei gleichem Alkoholgehalt in der Maische muß die Alkoholausbeute immer gleich sein. Ich kann mir als Erklärung folgendes vorstellen: das Vinometer mißt nur genau, wenn kein Restzucker mehr in der Maische enthalten ist. Der Zucker täuscht einen höheren Alkoholgehalt vor. Bevor Sie mit dem Vinometer messen, sollten Sie die Maische kosten: schmeckt sie noch süß, so erhalten Sie einen zu hohen Meßwert. Ich vermute, daß Sie unterschiedliche Restzuckermengen in der Maische hatten, und dadurch die Umrechnung nicht stimmt.
Eintrag Nr. 58
Hallo Herr Schmickl.

bzgl. der Zuckerzugabe zur Maische bin ich etwas verwirrt, da ich unterschiedliche Informationen habe:

Laut Information zur Turbohefe benötigt man 17 g Zucker auf 1 Liter Wasser oder Maische, um 1 % Alkohol zu erhalten. Um 18.4 % zu erhalten würde man 18.4x17 g=312.8 g Zucker zugeben müssen.

In Ihrem Buch auf Seite 62 geben sie jedoch für einen 18.4 %igen Alkohol eine Zugabe von 352 g Zucker an. Dieses wäre etwa 19 g Zucker pro Liter Maische um 1 % Alkohal zu erhalten.

Wenn man bedenkt, daß bei der Fermentierung aus 1 Kg Zucker bei optimalen Verhältnissen 511 g Alkohol entsteht, müßte die Zuckerzugabe über 20 g pro % Alkohol und pro Liter Maische liegen.

Was ist richtig?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Juergen K.
Juergen K, Deutschland
21.Nov.2000 13:45:01
Halten Sie sich am Besten an die Angaben vom Buch, diese sind auf Grund langjähriger Anwendung und Erfahrung wirklich geprüft. Die Turbohefe (ein schwedisches Produkt) wird in Schweden meist nur mit Wasser und Zucker vergoren, und kaum mit Früchten, vielleicht daher die abweichenden, schwedischen Angaben.
Sie sollten mit der Turbohefe allerdings bis 20% hochgären, nicht nur bis 18%. Dafür brauchen Sie einen Zuckergehalt von 380g/Liter Maische. Geben Sie die Zuckermenge nicht auf einmal zu, sondern am Anfang ein Drittel, nach einer Woche ein weiteres Drittel und nach weiteren 7 Tagen den Rest.
Eintrag Nr. 57
Guten Tag Herr Schmickl,
ich interessiere mich schon länger für das Schnapsbrennen und bin durch einen Zufall auf Ihr Buch gestoßen.
Ein Freund von mir (aus Penk in Kärnten)brennt auch selber und jetzt ist meine Neugier noch größer geworden.
Aufgrund der rechtlichen Situation denke ich schon darüber nach, welche Anlage für mich in Frage kommt.
Gibt es in der EU keine Bestrebungen zur Vereinheitlichung der Freigaben oder ist darüber nichts bekannt?
Über Informationen zu diesem Komplex an tom1@hkem.com würde ich mich freuen.
Im Februar bin ich in Mallnitz vielleicht kann ich dann ihren Kurs besuchen.
MfG
Thomas Kauder
Thomas Kauder, Deutschland
19.Nov.2000 12:10:02
Bezüglich Vereinheitlichungen im EU-Raum ist mir leider gar nichts bekannt.
Eintrag Nr. 56
An alle, die diesen Eintrag lesen!!!!
Suche gebrauchte Brennerei (eventuell auch ohne Kühler):
Doppelmantel, 20 bis 70 Liter Blasenvolumen.
Selbstabholung im Gebiet Österreich.
Antworten und Angebote bitte an: mc@noet.at
Bitte Foto (der Brennerei, nicht des Besitzers) beifügen.
Michael Chocholka, Österreich
16.Nov.2000 13:12:09
Eintrag Nr. 55
Hallo Herr Schmickl,

um 20%igen Ansatzalkohol für Himbeergeist und Maiwipferl zu erhalten habe ich folgendes vor:

5 Liter Wasser werden in einem 15 Liter Glasgefäß (mit Gärspund) mit 20 Gramm Turbohefe und 2.0 Kg Zucker (um 20%igen Alkohol zu erhalten) versetzt und vergoren. Nach Ende der Gährung wird die Hefe mit Hilfe eines Faltenfilters abgetrennt. Der erhaltene 20%ige Alkohol wird nun mit 2.5 Kg Himbeeren (1 Kg Beeren auf 2 Kg Alkohol) 4 Wochen angesetzt und anschließend wird gebrannt. Etwa 9 Liter Ansatz sollten dann etwa 2 Liter 60%igen (etwa 2,7 Liter 45%igen) ergeben.

Fragen:

1. Ist es notwendig, die Hefe vor dem Versetzen mit den Beeren abzutrennen oder kann die Hefe während des Ansatzes mit den Himbeeren im Alkohol verbleiben?
2. Gelingt die Abrennung der Hefe mit einem normalen Faltenfilter oder sind die Hefepartikel zu fein?
3. Muß während der Vegährung des Wasser/ Zucker/ Turbohefe Gemisches ein Gährspund aufgesetzt werden und ist die pH Einstellung auf 3.0-3.3 notwendig?

Für Ihre Mühe vielen Dank im voraus.

Juergen K.
Juergen K, Deutschland
13.Nov.2000 11:14:16
Filtrieren ist nicht notwendig, da Sie das ganze später ohnehin brennen. Sie sollten aber die Himbeeren gleich zu Beginn zugeben und mitvergären, dadurch haben Sie dann mehr Aroma, da die Hefe enzymatisch die Zellwände der Früchte zerstört und somit das gesamte Aroma und der Fruchtzucker extrahiert wird.
Es muß während jeder Vergärung IMMER ein Gärspund verwendet werden, da das entstehende Kohlendioxid entweichen muß. Wenn Sie NUR Wasser/Zucker/Hefe verwenden, müssen Sie den pH-Wert nicht einstellen (Rezept steht auf der Packung der Turbohefe), gären Sie hingegen mit Früchten, ist der pH einzustellen, um Fehlgärungen von Bakterien, die sich in/auf den Früchten befinden zu verhindern.
Für die Herstellung eines Angesetzten sollten Sie mindestens 45% Alkohol verwenden. Bei Himbeeren geht's vielleicht mit 20% auch, aber bei Maiwipferln sicher nicht, da die harzigen ätherischen Öle nur in Alkohol, nicht in Wasser löslich sind.
Eintrag Nr. 54
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
Ich beschäftige mich seit ca. 2 Jahren intensiv mit der privaten Schnapsbrennerei, und habe viele Bekannte und Freunde, die wesentlich mehr Erfahrung besitzen als und immer wieder für einen guten Rat zu haben sind. Außerdem habe ich Ihr Buch (und noch einige andere Literaturquellen) zu Rate gezogen. Mit der biologischen und technischen Seite des Schnapsbrennens habe ich seither keine Probleme mehr, jedoch mit der rechtlichen.
Nach dem österreichischen Alkohol- Steuer- und Monopolgesetz 1995 ist zwar die Herstellung, der Erwerb, der Besitz und die Weitergabe von Brenngeräten mit einem Blasenvolumen von maximal 2 Litern nicht anzeige- und genehmigungspflichtig, die Herstellung von Alkohol auf solchen Geräten scheint jedoch noch immer melde- und steuerpflichtig zu sein.
Könnten Sie mir darüber eventuell Informationen über rechtliche Grundlagen zukommen lassen, um meine Zweifel zerstreuen zu können?

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank im Voraus
Michael Chocholka, Österreich
09.Nov.2000 14:27:54
Bin leider kein Jurist, aber hoffentlich zitiere ich trotzdem richtig:
Auszug aus 'Alkohol-Steuer und Monopolgesetz 1995, BGBl. Nr. 703/1994, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 427/1996':
'§62. (1) Wer Alkohol unter Abfindung herstellen will, hat dies ... zu beantragen (Abfindungsmeldung).'
D.h. wollen Sie den von Ihnen selbst hergestellten Alkohol VERKAUFEN, müssen Sie dies IMMER anmelden, egal mit welchem Kesselvolumen Sie arbeiten. ABER: Es steht nirgends beschrieben, was zu tun ist, wenn Sie den Alkohol nicht verkaufen wollen, sondern zur Gänze selber konsumieren. D.h. das Gesetz ist in diesem Fall nicht schlüssig, eine Nachfrage beim zuständigen Zollamt ergab, daß sich die Beamten teilweise selber nicht einig sind, es wird je nach Ort und Person anders ausgelegt.
Eintrag Nr. 53
Hallo Herr Schmickl,
was ist die Ursache, wenn
-nach dem brennen von Weißwein das Destillat einen beißenden Geruch abgiebt und eine pelzige Zunge hervorruft?
-das Destillat nur 40 vol.% erreicht (Ausgangsmaterial 9 vol.%)und nicht über 88 Grad Celsius erhitzt wurde?
Hubert Halamay, Deutschland
06.Nov.2000 23:02:22
Zu Beginn des Brennvorganges kommen immer eher schärfere Substanzen mit, die milden Teile erhalten Sie erst bei höheren Temperaturen, daher sollte man auch nie zu früh den Brennvorgang abbrechen. Brennen Sie bei Wein auf alle Fälle bis 91°C. Der beißende Geruch und die pelzige Zunge könnten also daher rühren, daß Sie zu früh den Brennvorgang beendet haben. Weiters hat der reine, gebrannte Weißwein immer einen etwas schärferen Geschmack und kaum Aroma. Daß Ihr Destillat nur 40vol% erreicht ist in Ordnung, da ja die Ausgangssubstanz nur 9vol% hat. Für höhere vol% im Destillat verwenden Sie hochgradige Reinzuchthefen (siehe homepage 'Geräte und Zubehör').
Eintrag Nr. 52
Sehr geehrter Herr Schmickl,

Freunde von mir schwärmen noch immer von Zirben, den sie vor einigen Jahren beim Bergwandern in Österreich getrunken haben. Als Hobbybrenner bin ich sehr interessiert, Zirben herzustellen. Nach meinem Verständnis werden die jungen Triebe von einem Nadelholz (welchem?, auch in Deutschland zu finden?) in Alkohol angesetzt und anschließend wird gebrannt.
Wäre sehr an mehr Details interssiert.

Danke.

Juergen
Juergen K, Deutschland
03.Nov.2000 09:39:01
Zirbengeist: man verwendet die Zapfen der Zirbe.
Maiwipferln: man verwendet die jungen Triebe der Fichte.
Die genaue Anleitung für die beiden Schnäpse habe ich in die Rezeptbörse gestellt.
Eintrag Nr. 51
S.g.Hr. Schmickl!
Habe schon einige interessante Stunden mit Ihrem tollen Buch verbracht.
Eine Frage zur Maische. Habe von einem sehr alten Baum Birnen (Kaiserbirne-ähnlich im Geschmack wie Williams)mit der Zugabe von Gärfix eingemaischt. Die Maische ist komplett verflüssigt und hat ein Alkoholvolumen von 7%. Der ph Wert beträgt ca. 3,4. Beim Probieren der Maische ist sie jedoch noch leicht süß und hat nach einer Messung noch ca. 17 Öchslegrad.
Frage: Mit was für einem Zielalkoholgehalt kann ich rechnen? Soll ich diese Maische jetzt brennen oder könnte durch eine weitere Zugabe von Reinzuchthefe oder Sherryhefe noch mehr Alkoholvolumen erreicht werden?
Vielen Dank für Ihren Rat.
Alfons Längle, Österreich
02.Nov.2000 17:33:34
6-7% Alkohol ist ziemlich genau der Zielwert, den Sie bei Gärfix ohne Zuckerzugabe bei Birne erreichen können. Da die Maische noch süß schmeckt, wird der Meßwert beim Vinometer etwas erhöht angegeben, d.h. Ihr Alkoholgehalt liegt etwas darunter. Wenn Sie bei Gärfix zusätzlich Zucker zugeben (entsprechend der Tabelle im Buch), so können Sie einen Alkoholgehalt von max. 14-16% erhalten.
Eine weitere Zugabe von Reinzuchthefe oder Sherryhefe nützt nichts, wenn die Gärung bereits in Gang war, die Hefe muß IMMER zu Beginn zugegeben werden, da die Bakterien 'zu Lebensbeginn' keinen hohen Alkoholgehalt vertragen.
Wenn Sie keinen Zucker zugeben wollen und die Maische nicht mehr blubbert (gärt), dann brennen Sie jetzt. Für einen höheren Alkoholgehalt geben Sie den Zucker nach Vorschrift zu und lassen die Maische weitergären. Wenn die Gärung schon beendet ist, verwenden Sie einen Gärstarter (s. Buch).
Eintrag Nr. 50
Mich würde interesieren, ob es gebrauchte Anlagen gibt, weil ich hab nicht so viel Geld für eine neue High-Tec Anlage, da sie sehr teuer zu sein scheinen zwecks guter Qualität.
mfg

Pierre-Andreee
pierre, Deutschland
02.Nov.2000 08:44:10
Um guten Schnaps zu brennen brauchen Sie keine High-Tech-Anlage. Die sehr teuren Doppelmantelkessel sind nicht erforderlich, wenn Sie, wie bei unseren Anlagen, einen Anbrennschutz verwenden. Denn der Vorteil eines Doppelmantelkessels liegt allein darin, daß die Maische nicht anbrennt. Die wichtigsten Kriterien für eine Brennanlage finden Sie auf der homepage unter 'Geräte', 'Info für den Kesselkauf'. Sollten Ihnen unsere Anlagen auch zu teuer sein bzw. denken Sie an ein größeres Kesselvolumen, so können Sie sich die Anlage selbst zusammenbauen. Genaue Bauanleitungen finden Sie im Handbuch für Schnapsbrenner. Gebrauchte Anlagen haben wir keine.
Eintrag Nr. 49
EINE FRAGE ALS NEULING , KÖNNEN BEIM SELBERBRENNEN GIFTIGE STOFFE ENTSTEHEN?
I Meister, Deutschland
31.Okt.2000 19:19:05
Ja, und zwar Methylakohol (im Vorlauf enthalten): dieser entsteht nur, wenn man unsauber arbeitet. Achten Sie immer auf folgende Punkte, somit werden Sie kaum einen Vorlauf bzw. Methylalkohol in der Maische bzw. dem Fruchtwein haben.
1. Verwenden Sie eine Reinzuchthefe
2. richtiger pH-Wert, mit Biogen-M Fruchtsäurekonzentrat notfalls korrigieren
3. ein verschlossenes Maischfaß mit Gärspund, damit keine falschen Bakterien, die den Methylalkohol erzeugen, in die Maische gelangen
4. gute Obstqualität: niemals angefaultes Obst verwenden, Stengel entfernen, braune Obststellen wegschneiden (so als würden Sie einen Obstkuchen backen)
Wenn Sie diese Punkte beachtet haben, haben Sie eigentlich keinen Vorlauf mehr, aber zur Sicherheit sollten Sie bei einem zwei-Liter Kessel MAXIMAL ein vierteltes Schnapsglas wegnehmen.
Eintrag Nr. 48
Guten Tag Herr Dr. Schmickl,

in Ihrem Buch heben Sie die italienischen 3/1 Ltr. Mini-Destillieranlagen positiv hervor. Nun kann ich aber auf dem gezeigten Foto keine Einrichtung zur Temperaturmessung (Termometer o.ä.)erkennen. Sie weisen aber immer auf die Wichtigkeit der Bestimmung einer exakten Brenntemperatur hin. Ist das ein Widerspruch, oder sehen Sie die Mini-Destille (immerhin 3 Ltr. Brennblase) eher als Spielzeug? Sollte man bei dieser Anlage nachrüsten oder erzielt man auch so bei der Wein/ Angesetztenverbrennung akzeptable Ergebnisse?
Vielen Dank und viele Grüsse!
Manfred, Deutschland
31.Okt.2000 11:41:35
Wie bereits in den verschiedenen Diskussionbeiträgen erwähnt, ist das Thermometer am höchsten Punkt des Steigrohres unerläßlich, um den Vor-, Mittel- und Nachlauf abzutrennen. Ohne Thermometer werden Sie mit Ihrer Anlage nicht zufrieden sein. Weiters sehe ich 3 Liter Anlagen nicht als Spielzeug, ebensowenig wie 1 Liter Anlagen, da diese für geringe Maischemengen und für Angesetzte/Liköre ideal sind.
Unsere angebotenen Anlagen verfügen alle über ein Thermometer und sind somit voll einsatzfähig.
Handbuch S. 115: Diese Anlagen werden von uns nicht angeboten, sie verfügen über kein Thermometer, das ist richtig.
Handbuch S.120: Hier sollte eigentlich die von uns angebotene Anlage als Foto aufscheinen (die Anlage, die Sie unter 'Geräte' auf unserer homepage anschauen können). Leider hat der Eichborn-Verlag hier das falsche Foto hineingegeben. Diese Anlage verfügt auch über kein Thermometer, wird von uns nicht angeboten, und war nur ein Schnappschuß während eines Italienaufenthaltes.
Eintrag Nr. 47
Ich bin ein Fan von chinesischem Reisschnaps und würde ihn gerne selber erzeugen.
Wie und woraus kann ich eine Maische dafür herstellen ?
Michael CHOCHOLKA, Österreich
30.Okt.2000 13:28:00
Ich habe das leider noch nie selbst gemacht, aber versuchen Sie folgendes: gekochten (um die Reisstärke aufzuweichen) Reis 1:1 mit Wasser in den Behälter geben, Reinzuchthefe, reichlich Verflüssiger und Fruchsäurekonzentrat für den richtigen pH-Wert zugeben (besonders wichtig). Wie üblich vergären (Zuckerzugabe ist nicht notwendig, als Hefenahrung dient die Stärke) und brennen. Sagen Sie mir doch Bescheid, wie es schmeckt!
Eintrag Nr. 46
Hallo Hr. Dr. Schmickl!

Nach unseren ersten Brennerfahrungen mit Marillenmaische haben wir uns heuer zum Einmaischen von Äpfeln (Chrisofsker auch roter böhmischer Jungfernapfel genannt) entschlossen. Da die Maische dickflüssiger ist als Marillenmaische sind wir uns nicht sicher ob sie bereits vollständig vergoren ist. Es bildet sich kein dicker Kuchen mehr und die Fässer „blubbern“ nur noch sehr spärlich.
Wie können wir feststellen ob der Gärprozess bereits beendet oder nur unterbrochen wurde.
Lassen sich auch Aussagen nur durch Beobachtung machen?

Weiters würde uns noch interessieren, wie man beim Einmaischen und Brennen von Topinambur (Süsskartoffel) vorgehen soll und ob dabei von den normalen Vorgängen abweichende Regeln zu beachten sind?

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe
Gudrun und Klaus
Gudrun Binder, Österreich
29.Okt.2000 18:40:18
Die Apfelmaische wird bei sehr wässrigen Äpfeln auch sehr dünnflüssig, bei mehligeren Sorten erhält man einen dicken Brei. Hier empfiehlt es sich auf alle Fälle, Verflüssiger hinzuzugeben, damit der Zellabbau der Früchte beschleunigt wird.
Gärzustand der Maische: Kosten Sie die Maische, schmeckt sie süß, so haben die Hefebakterien noch genug Zucker abzubauen. Dies gilt allerdings nur unter der Vorraussetzung, daß der Alkoholgehalt (messen Sie mit einem Vinometer) nicht über den Zielalkoholgehalt der jeweiligen, verwendeten Hefesorte liegt. Haben Sie z.B. keine Reinzuchthefe verwendet, so kann Ihr Alkholgehalt nicht über ca. 4-5% steigen. Liegt der Alkoholgehalt unter dem Zielwert und die Maische schmeckt sauer, so müssen Sie Zucker zugeben, damit die Bakterien wieder Nahrung haben. Schmeckt die Maische süß und der Zielwert wurde noch nicht erreicht, so wurde die Gärung aus anderen Gründen unterbrochen und es muß ein Gärstarter gemacht werden (siehe Handbuch).
Einmaischen und Brennen von Topinambur: die Knollen mit einem Hexler fein zerkleinern, 1:1 mit Wasser verdünnen, Reinzuchthefe, reichlich Verflüssiger und Fruchtsäure (um den pH auf drei einzustellen) zugeben. Der Brennvorgang entspricht der Regel.
Eintrag Nr. 45
Hallo Hr. Schmickl!
Besten Dank für Ihre Sendung, funktioniert alles prima. Bei der Zwetschkenmaische habe ich nach 3 Wochen schon einen Alkoholgehalt von über 20% - habe mehrfach (ohne Luftblasen) gemessen - und bei einer Mangomaische sind es bereits nach 10 Tagen 15% Alkoholgehalt (der Fruchtwein schmeckt auch beim Kosten sehr alkoholisch) Ist das überhaupt möglich, so schnell?
mfg Wolfgang Stadler
Wolfgang Stadler, A 5400 Hallein
27.Okt.2000 12:37:54
Nach drei Wochen sind 20% prinzipiell möglich, aber haben Sie bei der Vinometermessung auch daran gedacht, daß Sie noch Zucker in der Maische haben, und der die Messung verfälscht. Kosten Sie die Maische, schmeckt sie süß, zeigt das Vinometer mit Sicherheit einen zu hohen Alkoholwert an, schmeckt sie hingegen schon herb, so stimmen Ihre Werte. Diese 'Zuckerbestimmung' ist zwar sehr laienhaft, aber es gibt keine andere günstige Alternative.
Eintrag Nr. 44
Hurra, Hurra, Hurra!!!!!!
Hallo Herr Dr. Schmickl, Hallo liebe Brenngemeinde
Vielen Dank für die Tips in Ihrem Buch und die exakten Arbeitsanweisungen zu Ihrer Brennanlage!
Heute ist mir nach einer ca. halbjährlichen Trainingsphase erstmalig gelungen, einen passablen Himbeergeist zu brennen.
Entschuldigt bitte diese sicher etwas inhaltslose Meldung, aber ich glaube,daß nur in dieser Runde irgendjemand nachvollziehen kann, wie stolz einen der erste gelungene Selbstgebrannte machen kann.
Also bis bald mit dem ersten Erfahrungsbericht!

Frank Schmidt
Frank Schmidt, Deutschland
25.Okt.2000 21:27:30
Gratuliere!!
Eintrag Nr. 43
Liebe Schnapsbrennexperten !

Ich versuche für meine Vater folgendes herauszufinden: Er erzählte mir, das in der Kriegszeit Schnaps aus Zuckerrüben gebrannt wurde. Hierbei wurde beim Brennen ein trockenes Kraut beigegeben das den Geschmack des Zuckerrübenschnapses erheblich verbessert hat. Er weiß aber nicht mehr um welches Kraut es sich hierbei gehandelt haben könnte. Deshalb gebe ich diese Frage an das Expertenforum weiter. Es wäre Super wenn mir jemand helfen könnte.

Udo Baumgärtner
Udo Baumgärtner, Deutschland
23.Okt.2000 16:00:45
Davon habe ich leider noch nie gehört, das klingt aber sehr interessant. Sollte es jemand in Erfahrung bringen, so bitte ich um kurze Nachricht, sodaß auch andere von diesem Wissen profitieren können.
🙂
Eintrag Nr. 42
Hallo, Dr Schmickl, hallo Brennfans

1.hätte zur Dampftemperatur auch noch ne Frage: Ist diese auch von der zugeführten Leistung am Brennkessel abhängig -bei mir hab ich so das Gefühl. Oder - ich hab schon nen relativ langen Weg von Kessel zu Kühler(40/3 cm), kommts daher? ( ist ne kleine Probedestille)

2. Hab versucht, rote Johannisbeeren zu brennen (Maischegärung). Dabei kommt nach relativ kurzem, guten Mitellauf irgend ein seltsamer Geschmack rein, den ich vielleicht als kernig und unfruchtig bezeichnen könnte. Weiß nicht, ob der reingehört, hat aber meiner Meinung mit dem typischen Nachlaufgeschmack nichts zu tun.Tritt auch bei Himbeeren, Brombeeren mal mehr, mal weniger auf.

Danke und Grüße, Leo
Leo, Deutschland
20.Okt.2000 14:37:28
1. Die Dampfthemperatur ist nicht von der zugeführten Leistung des Brenners abhängig, sie ist immer gleich hoch (hängt nur vom Alkoholgehalt im Kessel ab). Bei geringerer Brennerleistung dauert nur der gesamte Brennvorgang länger (statt daß es rausrinnt, tropft es nur noch). Auch der lange Weg vom Kessel zum Kühler beeinflußt die Temperatur nicht. Allerdings sollte der Weg nicht zulange sein, das merken Sie dann aber daran, daß überhaupt kein Destillat mehr herauskommt. Wahrscheinlich ist bei Ihnen das Thermometer an der falschen Stelle montiert (siehe 'Geräte/Allg. Info zum Kesselkauf').
2.Dieser leicht scharfe Geschmack ist typisch für diese Maischen und gehört dazu. Er kommt von den vielen kleinen Kernen, die mitgebrannt werden. Wenn Ihnen das nicht schmeckt, folgender Tip: setzen Sie die Beeren in hochprozentigem Wodka an, und destillieren Sie später nur noch die Flüssigkeit ohne Früchte.
Eintrag Nr. 41
Hallo Herr Schmickl, und alle anderern Leser
ich habe folgendes Problem. Ich habe letztens
Mirabellen Wein gebrannt. Den Vorlauf rieche und schmecke ich ja noch Mittellauf auch dann wirds aber schwierig. Irgend wie bekomme ich keine genaue trennung zum Nachlauf hin. Es ist insgesamt so eine Art Hefiger Muff zu riechen.
Ich weiß nicht. Das selbe Problem habe ich auch jetzt gerade mit Zwetschen. Die Brennanlage ist von Knopf (schönes sorry sch.....ding und teuer noch dazu). Beim millimeter-feinen einheizen passiert bis 100° garnichts. Kein Alkohol kriecht das Steigrohr hoch. Na ja ist zwar eine Anlage mit Doppelmantel aber die Ergebnisse sind miserabel. Das Gerät ist von Labu aus Österreich
die geben auch keinen Kommentar ab. Wenn ich den Dreh nicht rauskriege fliegt alles in den Müll
und ich lass das ganze .Gibt es eigentlich eine Art Vorlauftester wie einen PH messer? Gruß nach Wien Carlo
carlo, Deutschland
16.Okt.2000 21:42:18
Die Trennung Vor-, Mittel- und Nachlauf kann man ohne teure Analyse nur durch Ablesen der Dampftemperatur durchführen. Somit ist das Dampfthermometer das Kernstück jeder Anlage (siehe auch 'Allg. Info zum Kesselkauf' unter 'Geräte'). Leider werden von einigen Firmen Anlagen angeboten, die überhaupt keine Dampftemperaturmessung haben (nur als Spielzeug zu verwenden) oder bei denen das Thermometer am falschen Ort angebracht ist. Da bei Ihnen bis 100°C nichts passiert (Maische mit ca. 10% Alkoholgehalt siedet ca. bei 86-88°C), ist die Temperaturmessung mit Sicherheit falsch. Überprüfen sie folgendes:
Thermometer in kochendes Wasser geben. Anzeige muß 100°C haben, sonst ist Thermomter kaputt.
Handelt es sich um ein Stabthermometer (aus Glas/Quecksilber)oder um ein Bimetallthermometer (runde Anzeige): das Bimetallthermometer ist meist viel zu ungenau zum Ablesen, sollten Sie so eines besitzen (leider öfters der Fall), dann versuchen Sie durch einen kleinen Umbau das Thermometer zu tauschen.
Wo ist das Thermometer angebracht? Die Meßkugel des Thermometers darf nur von Dampf umspült werden, niemals von Flüssigkeit. Zusätzlich muß das Thermometer am höchsten Punkt des aufsteigendes Dampfes, d.h. der höchste Punkt des Steigrohres, angebracht sein. Ist das nicht der Fall, so handelt es sich um eine Fehlkonstruktion, und Sie können nur selbst versuchen, die Temperaturmessung umzubauen. Daß bis 100°C nichts passiert, würde darauf hindeuten, daß das Thermometer viel zu tief eingebaut ist.
Wenn alle obigen Punkte nicht zutreffen, dann bildet sich in Ihrer Anlage mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Überdruck. Hat man in der Anlage einen Überdruck (wie in einem Druckkochtopf), so siedet jede Flüssigkeit erst bei einer höheren Temperatur. Dies tritt bei Anlagen auf, die ein sehr langes und viel zu dünnes Steigrohr (Rohr vom Kessel bis zum Beginn des Kühlers) haben. Z.B. für eine 5 Liter Kessel sollte das Steigrohr am Anfang, wo der Dampf noch heiß ist, 3cm Durchmesser nicht unterschreiten, es sollte auch nicht länger als 30cm sein, bis der Dampf in den Kühler eingeleitet wird.
Ihr Problem bei der Mirabelle und Zwetschke ist höchstwahrscheinlich allein auf die falsche Dampftemperatur zurückzuführen. Lassen sie sich davon nicht entmutigen! Da es sich bei einem Doppelmatelkessel um eine sehr teure Anlage handelt, würde ich Ihnen auf alle Fälle empfehlen, den Fehler umbauen zu lassen. Sollten Sie bezüglich der obigen Punkte noch fragen haben, rufen Sie an oder schicken Sie mir ein mail, aber geben Sie nicht auf!
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