SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

Suchen nach:
Von der Suche ausschließen:
Derzeit enhält dieses Forum 4363 Einträge.
Einträge in Deutsch: 4360, Englisch: 3
Eintrag Nr. 160
Zum beitrag 159

Hallo schnapsbrenner, zitronen nicht spalten, durch dampf kommen alle aromastoffen frei !!
Habe auch Essenses van Gerd Strand probiert mit selbstgebrennte (zucker)wodka sind wirklich SUPER
kann ich diese essenses auch über Sie bekommen ??
Simon Bremer, Deutschland
24.Aug.2001 20:47:36
Danke für den Tip! Essenzen haben wir keine, da wir nur mit reinen Früchten und Kräutern arbeiten.
Eintrag Nr. 159
Hallo,

Habe seit 26.7.01 eine Brennanlage und verschiedene weinen gebrennt
Super ist wann man einfach 2 unbehandelte Zitronen in der Aromakorb legt und dann diese mit Wein (tetrapack) 81°-91° brennt.
Jetzt habe ich gemerkt das beim billige Wein (tetrapack) der schnaps milder von geschmack ist dann bei bessere Wein oder selbstgemachte Wein.
Wissen Sie warum ?? Im Internet habe ich gelesen das mann selbstgebrennte lagern muß, wird dadurch das scharfe, brennende Geschmack weniger ??

MfG

Simon Bremer
Simon Bremer, DeutschlandHolland
21.Aug.2001 09:16:34
Klingt gut, werden wir auch versuchen! Haben Sie die Zitronen in Spalten geschnitten um die Oberfläche zu erhöhen? Der unterschiedliche Geschmack kann daran liegen, daß die Weine unterschiedlich stark geschwefelt sind. Wenn Sie das Destillat verdünnen, so machen Sie das am Besten mit einem Schneebesen oder einem Cocktailmixer. Rühren Sie kräftig Luft ein, dadurch wird der ganze Schwefel aus dem Destillat ausgetrieben. Danach sollte eigentlich auch der teure Wein schmecken.
🙂
Wenn man den Selbstgebrannten lagert (abgefüllt in der Flasche, nur mit Watte verschlossen), dann entweichen mit der Zeit die Schwefelreste die aus dem Wein stammen auch. Brennen Sie Maischen, so sollte laut Lehrbuch der Geschmack durch die Lagerung auch milder werden, ich habe hier allerdings noch keinen Unterschied bemerkt.
Eintrag Nr. 158
Hallo Helge !
Tony Acklands beschreibt auf seiner HP ziemlich genau die Reflux Methode (Rücklaufdestille). Durch das oftmalige destillieren im Steigrohr wird natürlich ein höherer Alkoholgehalt erzielt. (So wie bei einer Topfdestille mit Verstärkerglocken)
Aber wie schauts mit dem Geschmack aus ?
Ist der wirklich besser wie eine einfach gebrannte Turbomeische ?
Hast Du da erfahrungswerte ?
Gruß Karl
Karl Eiböck, Österreich
20.Aug.2001 07:04:22
Ich kenne diese Arbeitsmethode sehr gut. Das Ergebnis ist ein sehr hochprozentiger und reiner Alkohol. Vom Prinzip her werden mehrere 'normale' Destillationsvorgänge in einem Gerät (der Rektifikationskolonne) hintereinander durchgeführt, Sie haben somit keinen 'doppelt Gebrannten', sondern fünf-, zehn- oder zwanzig-fach destillierten Alkohol, je nach Höhe und Trennleistung der Kolonne. Durch diesen starken Trenneffekt wird aber auch das Aroma abgetrennt. Man sollte Rücklaufdestillationen (=Rektifikation oder 'reflux' in Englisch) nur zur Trennung bzw. Säuberung von Flüssigkeitsgemischen verwenden. Beim Schnaps darf die Trennung mit Absicht nicht zu gut sein, da Sie sonst mit z.T. erheblichen Aromaverlusten rechnen müssen. Im Extremfall erhalten Sie einen komplett geschmacklosen Alkohol. Beste Methode: hochgradige Maischen (mit mindestens 12%vol, der hohe Alkoholgehalt verstärkt außerdem das Aroma der Maische, da das Extraktionsverhalten viel besser ist) herstellen und EINMAL mit einer 'normalen' Destillationsapparatur überdestillieren. Durch den hohen Alkoholgehalt der Maische erhalten sie dann bereits 49% oder mehr, je nach Alk.gehalt in der Maische.
Eintrag Nr. 157
Sehr geehrter Hr. Schmickl,
in einem Beitrag über den Selbstbau einen Brennanlage schreiben Sie, die Kupferrohre sollen mit Silberlot gelötet werden. Im Wasseranlagenbau wird angeblich nur noch weich gelötet, um das Kupfer nicht zu stark zu erwärmen (Verhinderung von späterer Oxydbildung).
Ist von einer Verwendung von Zinn abzuraten?
Vielen Dank für die Antwort
H.J.Diercks
Hans-Jürgen Diercks, Deutschland
19.Aug.2001 16:13:45
Für Alkoholdestillationsanlagen sollte man Kupfer nur mit Silberlot bearbeiten. Wird Zinn verwendet, so löst der heiße Alkoholdampf aus diesem Substanzen heraus, die das Destillat leicht gelblich färben und sicher nicht gesund sind.
Eintrag Nr. 156
Îch habe in der nächsten Woche die Möglichkeit Mirabellen zu pflücken, und möchte diese einmaischen und dann brennen. In Ihrem Buch habe ich gelesen, wie man vorgehen soll, nur habe ich nun eine Testmaische angesetzt und diese ist komplett mit Schimmel bedeckt, kann das so richtig sein ??
Mark klusmann, Deutschland
19.Aug.2001 14:43:45
Wenn Sie Schimmel auf der Maische haben, müssen Sie diese wegwerfen, da kann man nichts mehr retten. Wenn Sie neue Mirabellen haben, dann verarbeiten Sie diese zu Brei und geben SOFORT Reinzuchthefe dazu. Ohne Zuckerzugabe erreichen Sie in der Maische ca. 5-8%vol. Eine Maische mit einem so niedrigen Alkoholgehalt müssen Sie SOFORT nach der Vergärung brennen, sonst schimmelt/fault sie. Erst ein Alkoholgehalt von >15%vol stellt sicher, daß die Maische nicht schimmelt und auch nicht sofort verarbeitet werden muß.
Eintrag Nr. 155
Ich möchte eine Traubenbrand brennen aus dem ein Ouzo wird. Was und in welchen Mengen muss ich alles in die Brennkammer geben, dass das Ergebnis einem guten Ouzo oder Uzo ähnelt.
Ich möcht eine Maischemenge von 140 Litern weissen Trauben ansetzen.
Ich bitte um Informationen an Guenter.Handwerker@emailbox.de
Günter Handwerker, Deutschland
12.Aug.2001 18:54:31
Ouzo oder Raki ist ein Anisschnaps. Beim letzten Seminar haben wir einen wunderbaren Anisgeist hergestellt, der genauso wie Ouzo/Raki schmeckt (und bei Wasserzugabe auch trüb wird): wir haben Weißwein in den Kessel gegeben und im Dampfraum in den Aromakorb Anis (ganz) von Supermarkt. Einfach destillieren, Sie werden begeistert sein. Auf 1,5 Liter Wein haben wir 50-75 ml Anis in den Korb gegeben (je mehr, desto intensiver der Geschmack).
Eintrag Nr. 154
Hallo Herr Schmickl,
Bitte beantworten Sie mir folgende Frage:
Um selbstgebrannten Schnaps zu verdünnen muß man
Spezielles Wasser nehmen.Ist es unschädlich destilliertes Wasser zu nehmen? oder wie kann ich mein Wasser selbst zubereiten?
Gruß Kurt Roehrig
Kurt Roehrig, Deutschland
10.Aug.2001 14:36:53
Zum Verdünnen verwendet man entmineralisiertes Wasser. Dieses findet man in Baumärkten, denn es kommt auch bei Bügeleisen und Autobatterien zum Einsatz. Echtes destilliertes Wasser wäre zu teuer. Reines destilliertes Wasser beinhaltet keine Mineralien mehr. Trinkt man dieses, so bekommt der Körper keine Nährstoffe. Destilliertes Wasser ist also unschädlich, man sollte allerdings bei großen Durst unbedingt auch Mineralien zu sich nehmen.
Sie können dest. Wasser selbst herstellen, indem Sie es in Ihrer Anlage destillieren. Nachteil: durch den Energieaufwand kommt Ihnen dieses teueres als das notwendige demineralisierte Wasser.
Eintrag Nr. 153
Hallo Herr Schmickl,

bei der intensiven Studie Ihres Buches sind mir einige Fragen gekommen. Es wäre nett wenn Sie mir diese beantworten könnten.

1. In Ihrem Buch (S.69) schreiben Sie, daß die Maische während der Gärung nur über den Gärspund mit der Außenwelt verbunden ist, wegen der Bakterien. Wie drücke ich dann alle 4 Tage den Fruchtbrei mit einem Holzlöffel unter? Und kann ich das Gärfaß öffnen um den Zucker hinzuzugeben? Ist der Kontakt der Maische mit dem Sauerstoff nicht so schlimm?

2. Auf Seite 51, in Ihrem Buch, empfehlen Sie Gärfix, welches aus Reinzuchthefe und Enzymen besteht. Muß ich dann trotzdem noch Reinzuchthefe hinzugeben wenn ich Gärfix verwende? Ist die Mengenangabe von ca. 30 ml für 100 Liter Maische immer gleich oder hängt die Hefemenge auch von der Frucht ab?

Ganz schön viele Fragen aufeinmal, aber ich bin erst Änfänger.
Mit bestem Dank im voraus!!!
Timm Stötzel, Deutschland
08.Aug.2001 19:31:09
1. Natürlich können Sie während der Vergärung das Faß alle paar Tage kurz öffnen, das ergibt keine Problem. Bei der Vergärung entsteht ein Gärgas, nämlich CO2, und dieses treibt die Luft sofort wieder aus dem Gärfaß, wenn Sie den Deckel schließen. Übrigens: für die Maische ist nicht die Luft bzw. der Sauerstoff schädlich, sondern die Bakterien, die sich in der Luft befinden. Diese führen nämlich zu Fehlgärungen.
2. Das Gärfix (möglicher Alkoholgehalt ca. 12%vol) besteht aus Hefen, Nährsalzen und meist auch noch aus Verflüssiger. Wenn Sie dieses verwenden, brauchen Sie keine zusätzliche Hefe mehr zugeben. Die Turbohefe (möglicher Alkoholgehalt >20%vol) besteht aus Hefe und Nährsalzen, hier empfiehlt sich zusätzlich ein Verflüssiger. Sherryhefe (möglicher Alkoholgehalt max. 16%vol)ist nur eine reine Hefe. Hier müssen Sie Nährsalze zugeben, sowie Verflüssiger.
Eintrag Nr. 152
Sehr geehrter Dr. Schmickl,
nach Lage der Dinge ist selbst das Brennen mit einem 2l Kessel in Deutschland illegal. Alle meine Versuche im Internet etwas über die Gesetze und Verordnungen des Schnapsbrennens herauszufinden waren vergeblich. Ein Mail an das Zoll-Info-Center in Frankfurt wurde scheinbar nur von der dortigen Putzfrau beantwortet. Das Brandweinsteuergesetzt von 1886 scheint es nur in einer Antiqitätenbuchhandlung zu geben.
Jetzt interessiert mich das illegale Ausmaß hier. Wieviele Ihrer Bücher (eins habe ich) und wieviel ihrer Brennkessel habe Sie in/nach Deutschland verkauft??
Wenn jemand ausser Dr. Schmickl Informationsmaterial für mich hat, wäre das nett.
Dirk, Deutschland
06.Aug.2001 21:35:06
Seit wann sind Bücher illegal? Wäre mir neu!! Wir verfügen über kein 'illegales Ausmaß'.
Eintrag Nr. 151
Sehr geehrter Herr Dr.,

mein Freund und ich sind seit einigen Jahren passionierte Liqueur- und Whiskeytrinker!

Zudem verfügen wir über einschlägige Erfahrungen mit dem Einmaischen und ansetzen von Obstbränden und deren weiteren Verarbeitung zu schmackhaften Liqueuren!

Hier nun unsere Frage:

Da wir auch dem Genuss von Whiskey nicht abgeneigt sind, würde es uns brennend interessieren, ob es möglich ist, in einer gewöhnlichen Schnapsbrennerei für Obstbrände, Whiskey zu brennen?

Falls Ja, was wäre bei dieser Prozedur, Ihrer Meinung nach, zu Beachten?

Über eine positive Rückantwort diesbezüglich würden wir uns sehr freuen, da die einschlägige Fachliteratur zu diesem Thema wenig aussagekräftig ist. Somit verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen

G.Franzen & M.Dietzen
Gerhard Franzen, Deutschland
02.Aug.2001 10:28:53
Sie können mit einer gewöhnlichen Schnapsbrennerei Gerstenbrand herstellen. Die Einmaischprozedur ist allerdings anders als bei Obstmaische. Gerste müssen Sie zuerst einmalzen, dann entsteht das Enzym (Amylase), das die Umwandlung der Stärke zu Zucker ermöglicht. Jetzt erst findet die Vergärung statt. Die Destillation selbst unterscheidet sich nicht von der herkömmlichen Schnapsdestillation. Aber nun haben sie noch keinen Whiskey, nur Gerstenbrand. Dieser darf sich erst Whiskey nennen, wenn er mindestens 3 Jahre in einem Portweinfaß gelagert hat.
Eintrag Nr. 150
Hallo, Herr Dr. Schmickl,

aus eingemaischten Himbeeren hats beim Brennen einen sehr aromatischen Himbeerschnaps gegeben. Hab das gleiche mit Brombeeren versucht, (aber der Wein davon schmeckt super!), leider kommt da fast kein Aroma mit. Ist das bei Brombeeren normal, gibts da nen besonderen Trick, oder hab ich was falsch gemacht?

vielen Dank und liebe Grüße, Leo
Leo, Deutschland
01.Aug.2001 08:55:40
Brombeeren sind leider so. Sie schmecken als Wein und auch angesetzt hervorragend, aber beim Destillieren kommt kaum ein Aroma mit. Versuchen Sie einmal folgendes: Füllen Sie den Aromakorb mit so viel wie möglich frischen Brombeeren, die Maische geben Sie in den Kessel und destillieren wie gewohnt. Diese Kombination ergibt die höchst mögliche Aromakonzentration.
Eintrag Nr. 149
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
wir sind eine Fa. in D und suchen dringend ein Brennrecht für Deutschland. Falls Sie Informationen haben, wo Brennrechte in D veräußert werden, bitten wir um Ihre werte Kontaktaufnahme.
Danke
Fa Litex, Deutschland
31.Jul.2001 18:44:42
Weiß ich leider nicht.
Eintrag Nr. 148
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,

ich war im Januar diesen Jahres mit noch drei Freunden bei Ihnen zum Brennkurs. Obwohl ich bereits vorab ihr Buch gelesen hatte, hat mir ihr Kurs den letzten Schliff zum Selberbrennen gegeben. Mittlerweile haben wir auch schon unser erstes Obst eingemaischt und gebrannt und sind mit den ersten Ergebnissen recht zufrieden. Nichtsdestotrotz ist Erfahrung beim Brennen das A und O.
Hierzu meine Frage:
Ich bin jetzt auf sog. fastacting yeast, also schnell vergärende Reinzuchthefen gestoßen. Diese sollen je nach Temperatur (17° -25°) in 5 bis 14 Tagen 25l Maische zu Alkoholgraden von 14% -20% vergären. Nach Herstellerangaben sollte man keine höheren Volumina als 25l je Behälter als Maische ansetzen.
Haben sie Erfahrungswerte mit diesen schnellen Hefen?
Gibt es Probleme mit dem Aroma?

Vielen Dank im voraus.
Roland P, Deutschland
27.Jul.2001 10:29:06
Das klingt mir doch ganz nach der Turbohefe mit der wir immer arbeiten. Ich kann nur sagen, daß wir damit die besten Erfahrungen gemacht haben. Mit dem Aroma gibt es überhaupt keine Probleme.
Laut Herstellerangaben sollte man nicht mehr als 25 Liter Wasser-Zuckermischung vergären. Bei Fruchtmaische sieht es aus eigener Erfahrung anders aus. Wir vergären mit einem Säckchen problemlos 100 Liter Maische. Der Grund: in der Maische haben Sie Vitamine und Nährstoffe, im reinen Zucker-Wasser-Gemisch nicht, und eine Packung hat nur genug Nährstoffe für 25 Liter.
Eintrag Nr. 147
Hallo Herr Dr. Schmickl, hallo Freunde des Bastelns und Brennens,
ich habe da zwei Fragen zum Maischen:
1. Hat es einen qualitativen Nachteil (z.B. Geschmack) zur Folge, wenn ich Beerenobst einfriere, da ich es nicht sofort verarbeiten kann und es nach einigen Tagen auftaue um es einzumaischen?
2.Hat es einen Nachteil zur Folge, wenn man das Beerenobst entsaftet, um anschließend den Saft zur Gärung anzusetzen?

Ich bedanke mich im voraus für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche allen ein frohes Schaffen.
Johannes Klinke, SiegenDeutschland
23.Jul.2001 20:52:12
1. Durch das Einfrieren geht eigentlich kein Geschmack verloren.
2. Ja, es hat einen großen Nachteil: der Großteil der Aromen einer Frucht befindet sich in der Schale bzw. der Haut. Nimmt man nun nur den Saft zum Anmaischen, wird man einen Geschmacksverlust haben. Genau aus diesem Grund ist es auch sinnvoll, die Maische unfiltriert mit Anbrennschutz zu destillieren, da auf diese Art und Weise alle Aromen erhalten bleiben.
Eintrag Nr. 146
Lieber Herr Dr.Helge Schmickl,

Meine ersten Gehversuche haben unterschiedliche Resultate gebracht: Schnaps aus altem Wein mit und ohne eingelegte Früchte sowie aus hellem Bier = hervorragend!!!

Der Versuch mit Zucker und Turbohefe aber klemmt:
Schon beim Gährvorgang war stets ein eher unangenehmer Geruch festzustellen. Bei Brennen goss ich am Anfang fast ein Deziliter ab und hörte bei etwa 91 Grad auf zu brennen: So erhielt cih rund 6 Liter Schnaps zwischen 45% und 57%. Alle - aber vor allem der erste und die beiden letzten Liter behielten einen stechenden ja fast beissenden Geschmack wie Fusel oder Sprit! Trotzdem verwendete ich den Schnaps um Früchte darin anzusetzten: So Erdbeeren, Himbeeren, Aprikosen und Heidelbeeren sowie Salbei. Ausser dem letzteren riechen aber alle auch nach 3 Wochen deutlich wie oben beschrieben!
Fragen:
Was machte ich falsch? Hätte ich vielleicht die abgestorbene Hefe au sder Zuckerlösung vor dem Brenne wegfiltern sollen? Wird das Resultat mit dem Brenne des Angesetzte besser oder soll ich alles zusammen schütten und über Aktivkohle neutralisieren?

Danke zum Voraus für Ihre fachliche Hilfe und Antwort!

Lieber Grüsse
Hanspeter Zgraggen
Hanspeter von Zürich, Schweiz
18.Jul.2001 20:33:48
Wenn bereits beim Gärvorgang ein unangenehmer Geruch entsteht, muß es zu Fehlgärungen gekommen sein. Dies kann man einfach lösen, indem man den pH-Wert auch in dieser Wasser-Zucker-Lösung auf 3,5 hält. Dann sollten Sie dieses Problem nicht mehr haben. Der Hersteller gibt zwar an, daß es auch ohne pH-Regulierung funktioniert, aber es wäre ja eigentlich unlogisch. Denn warum soll man dann beim Obst schon den pH einstellen.
Sie schreiben, daß die ersten beiden Liter einen beissenden und stechenden Geruch haben. Vorsicht! Hierbei handelt es sich meist um den besten Teil der Destillation. Dieser stechende Geruch entsteht nur dadurch, daß man hier einen Alkoholgehalt von ca. 80%vol. hat.
Wenn Ihr Angesetzter schlecht riecht, dann hilft auch das Destillieren nichts. Behandeln Sie alles mit Aktivkohle, das ist das einzige, wie man den üblen Geruch wieder weg bekommt. Beim Destillieren selbst werden nur die Alkoholfraktionen getrennt, schlechter Geruch verhält sich aber leider wie das Aroma, er kommt immer mit!
Eintrag Nr. 145
Sehr geehrter Herr Dr.Schmickl

auf Seite 91 Ihres Buches beschreiben Sie nur kurz das Brennen von Wein mit Früchte- oder Kräuterzusatz.
Fragen:
a) Werden Beeren oder Kräuter direkt mit dem Wein 1 : 4 mit oder ohne Aromakorb gebrannt, ohne vorerst die Früchte im Wein eine gewisse Zeit anzusetzen?
b) Ende des Brennvorgangs ebenfalls mit 91°C)

Danke für Ihre geschätzte Antwort und

Gruss Armin
Armin, Schweiz
17.Jul.2001 08:53:47
a) Sie geben den Wein in den Kessel, und zwar bis knapp unter dem Aromakorb. Anschließend die Kräuter oder Beeren in den Aromakorb geben (je mehr desto intensiver der Geschmack) und destillieren. Sie müssen die Früchte vorher nicht in 43%Alkohol ansetzen (im Wein ansetzen macht nicht so viel Sinn, da Alkoholkonzentration zu gering für Extraktion), das Aroma wird auch so ausgezeichnet. Wenn Sie aber z.B. Himbeeren zuerst in 43%vol ansetzen, dann beim Destillieren des Alkoholes frische Himbeeren zusätzlich in den Aromakorb geben, wird das Aroma natürlich noch viel intensiver. Arbeiten Sie aber z.B. mit Wacholderbeereb oder Kümmel, so genügt es vollauf, diese nur in den Aromakorb zu geben (unten Wein), es wird sonst zu geschmacksintensiv.
b)Auch hier brennen Sie prinzipiell bis 91°C. Vorsicht bei stark ölhaltigen Subsatanzen wie Orangen- und Zitronenschalen. Diese werden bereits bei 91°C trüb. Danach abfiltrieren oder vorher schon den Edelbrand beenden zB bei 89,5°C.
Eintrag Nr. 144
Hallo Herr Schmickl,
Ihr Buch hat mir sehr geholfen, die Dinge ums Gären und Destillieren zu verstehen und ich werde in Kürze die ersten Gehversuche machen. Nun habe ich eine ganz konkrete Frage. Zur Vergärung im sauren Milieu kann man Zitronensäure oder Milchsäure der Maische zusetzen. Ich habe mir Zitronensäurepulver beschafft. In Ihrem Buch ist nur die Dosierungstabelle für Milchsäure angegeben. Gilt für Zitronensäure die gleiche Menge?
Vielen Dank schonmal
Michael Lorenz, Deutschland
15.Jul.2001 10:37:14
Die Menge für die Zitronensäurezugabe ist gänzlich unterschiedlich. Ich empfehle Ihnen folgende Vorgehensweise: messen Sie zuerst den pH-Wert (Säurewert) der Maische, ob es überhaupt notwendig ist, zusätzlich Säure zuzugeben. Wenn ja, dann geben Sie in kleinen Portionen Zitronensäure zu, danach immer gut umrühren, bis der pH-Wert 3,5 erreicht. Diesen Vorgang müssen Sie nun alle 4-5 Tage wiederholen, da die Zitronensäure abgebaut wird, und der pH-Wert ohne zusätzliche Säurezugabe immer wieder ansteigt. Alternative: man gibt Biogen M zu, das muß man nur einmal zu Beginn machen, dieser pH-Wert hält sich dann.
Eintrag Nr. 143
Sehr geehrter Herr Schmickl
wie stelle ich selber einen Absinth her?Auf dem Link zu der Absinthseite finde ich leider keine Rezepte man kann leider nur fertigen kaufen.
Michaela Müller, Deutschland
13.Jul.2001 23:05:28
Absinth ist im Prinzip ein Kräuterschnaps, die genauen Zutaten finden Sie in der Rezeptbörse, dort gibt es bereits einige Einträge zu diesem Thema.
Eintrag Nr. 142
Weiss jemand, wie Kornbrand hergestellt wird?
Ich habe einmal Bier selbst gebraut. Dabei wird kein Korn vergohren, sondern das Korn wird erst zu Malz verarbeitet, also leicht zum Keimen gebracht und dann geröstet, da im eigentlichen Korm kein Zucker ist.
Dirk Gasser, Deutschland
11.Jul.2001 21:00:14
Im Korn selbst ist kein Zucker enthalten, nur Stärke. Diese kann durch Hefe nicht direkt vergoren werden. Man braucht dazu das Enzym Amylase, dieses baut nun die Stärke zu Zucker ab, dieser wird dann vergoren. Statt Amylase kann man auch Malz direkt aus der Brauerei verwenden (Amylase entsteht beim Einmalzen bzw. Keimen der Gerste), dieser muß allerdings noch 'aktiv' sein. Der Maischevorgang für stärkehältige Produkte ist allerdings nicht so einfach wie bei zuckerhältigen Stoffen, man muß die Maische u.a. sehr stark erwärmen (und anschließend rasch abkühlen), bevor der Gärprozeß startet.
Eintrag Nr. 141
Erstmal recht herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ihre Tipps haben mir schon ein ganzes Stück weitergeholfen.
Ich war gestern schon einmal im Baumarkt und habe nach passenden Materialien gesucht. Dazu hätte ich allerdings noch zwei kurze Fragen:
Es gibt Kupferrohre mit 10mm Durchmesser bereits schon auf der Rolle, wodurch der Bau des Kühlers wesentlich einfacher würde. Man bräuchte die Rohre nicht mehr biegen, da sie schon die passende Form haben. Kann man diese verwenden oder ist es notwendig den Kühler aus Ku.-rohren mit 15mm Durchmesser zu bauen? 12mmm ist auch zu bekommen.
Kann das Geistrohr den gleichen Durchmesser haben, oder muß dieser größer sein?
Weiterhin würde mich interressieren wie lang so ein Rohr für ein Kühler sein muß. Muß man das für jede Anlage speziel berechnen?
Gruß, Thomas Macher
Thomas Macher, Deutschland
11.Jul.2001 14:11:35
Man kann auch 10mm Kupferrohre verwenden. Der Durchmesser hängt von Ihrer Anlage ab. Haben Sie einen 20L Kessel, so wird 10mm vorraussichtlich zu dünn sein, denn das würde dann einen zu großen Druckverlust in der Anlage verursachen. Arbeiten Sie mit einem 5-8 Liter Kessel, sind 10mm in Ordnung.
Das Geistrohr sollte direkt nach dem Kessel viel breiter sein, dann zum Kühler hin kann es dünner werden. Denn am Anfang ist der Dampf sehr heiß, hat somit ein großes Volumen. Nehmen Sie hier einen Durchmesser von bis zu 2cm, lieber etwas breiter als zu eng.
Die Länge des Anlagenrohres hängt wiederum von der Anlagengröße ab. Als Daumenregel kann ich Ihnen empfehlen: nehmen Sie einen 10 Liter Eimer, in diesen sollte die Kühlschlange hineinpassen, die Abstände zwischen den Ebenen sollten ca. 2-3 cm betragen.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

Kommentare sind geschlossen.