SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

Suchen nach:
Von der Suche ausschließen:
Derzeit enhält dieses Forum 4363 Einträge.
Einträge in Deutsch: 4360, Englisch: 3
Eintrag Nr. 180
Hallo Herr Dr. Schmickl,
könnte man eine alte Aluminiummilchkanne zu einem Brennkessel umbauen? Ich frage wegen des Matrials
Aluminium.
Ihre Diskussionsecke gefällt mir hervorragend, insbesonders Ihre offenen und fachlich fundierten
Antworten auf unsere Fragen.

Gruß Darko
Darko, Deutschland
14.Sep.2001 11:19:11
Danke für das Lob! Für einen Brennkessel können Sie auch Aluminium als Material verwenden. Jegliche Materialien, die lebensmittelecht sind, eigenen sich dafür. Kupfer wird hauptsächlich wegen der Optik verwendet; früher wurden Anlagen vorallem aus Kupfer gebaut, da das Material sehr leicht zu bearbeiten ist.
Eintrag Nr. 179
Hallo Herr Dr. Schmickl,
Habe gerade Ihr Buch gelesen. Bei dem Rezept für hochprozentige Maische habe ich folgende Frage: Sie sagen einmal, daß gleiche Teile Wasser und Obst zu nehmen sind, jedoch auch ein Mischungsverhältnis von 1 : 2, d.h. für mich 1 Teil Wasser und 2 Teile Obst. Was ist richtig oder spielt die Wassermenge keine so wichtige Rolle (bei einem Wasserbadkessel).
Mit freundlichen Grüßen
Klaus
Klaus, Deutschland
13.Sep.2001 09:19:07
Gleiche Teile Wasser und Frucht sollte man nur bei 'wasserlosen' oder 'wasserarmen' Früchten nehmen. Sinnvoll ist dies z.B. bei Hollerblüten. Bei Früchten mit genug Wasseranteil wie Äpfel, Birnen, Zwetschken, Kirschen usw. geben Sie nur soviel Wasser hinzu, wie zum Reinigen Ihrer Geräte, mit denen Sie die Früchte zermatschen, notwendig ist. Das genügt vollauf. Je mehr Wasser Sie nämlich zugeben, umso wäßriger wird das Aroma im Destillat.
Eintrag Nr. 178
Hallo Herr Dr. Schmickl,

Ich habe vor kurzem meinen ersten Kirschbrand hergestellt. Das 75 vol% Destillat wollte ich so wie beim Zwetschgenbrand, auf 40 vol% mit Destilliertem Wasser verdünnen. Was beim Zwetschgenbrand bisher kein Problem war.
Beim Kirschbrand jedoch wurde das verdünnte Destillat bei 43 vol% plötzlich TRÜB .
( Destillat und Destilliertes Wasser hatten die gleiche Temperatur ) Können Sie mir einen Rat geben, wie ich daraus doch noch einen klaren bekommen kann, und warum es zu dieser Reaktion gekommen ist?

Danke mfG

Kulovits Rudolf
Kulovits Rudolf, Österreich
12.Sep.2001 21:36:01
Für die Trübung kann es folgende Gründe geben:
1. Beim Verdünnen muß der zu verdünnende Schnaps und das destillierte Wasser annähernd die gleiche Temperatur haben. Wenn der Schnaps noch etwas warm ist und das dest. Wasser sehr kalt, wird der Schnaps sicher trüb. Lösung, wenn schon trüb: wieder unverdünnten hochprozentigen Schnaps zugeben, dann löst sich diese Trübung meist wieder auf. Sie haben diesen Fall bereits berücksichtigt, ich möchte ihn aber der Vollständigkeit halber erwähnen.
2. Wenn zu viel Nachlauf dabei ist, wird der Schnaps milchig-trüb, und zwar oft schon VOR dem Verdünnen. Die Edelbrand-Fraktion sollten Sie daher maximal bei 91°C Dampftemperatur
abtrennen. Tritt die Trübung trotzdem auf, dann müssen Sie die Destillation noch früher beenden (bei Bananen Maische sind dies zB 89°C).
3. Sie brennen zu rasch und etwas von der Maische geht über. Dann klebt ein bißchen Maische im Dampfrohr und wird vom Destillat immer ein wenig mitgespült.
4. Oft wird der Schnaps auch ohne Fehler trüb, das hängt meist von der Furchtsorte ab.
Lösung für 2, 3 und 4: filtrieren Sie den Schnaps über einen Kaffeefilter, genügt das nicht, geben Sie auch noch Watte in den Filter und einen zweiten Filter darüber. Eine weitere Möglichkeit: geben Sie den Schnaps über Nacht in den Tiefkühler (Minusgrade!), und filtrieren anschließend. Wir haben aus diesem Grund auch die speziellen Faltenfilter, mit diesen haben wir bisher noch jede Trübung wegbekommen.
Eintrag Nr. 177
Ich habe 2 wiedersprüchliche Hefemengenangaben für einen Gärstarter:

Rezept für eine Maische von 50 Liter

2 Kg Fruchtbrei (Birne bzw. Pflaume)
2 Liter Wasser
3 Zitronen (Saft)
5 Orangen (Saft)
300 g Zucker

und jetzt entweder 1ml oder 50ml
Flüssighefe (Sherry)???

Was ist nun richtig??
daniel, Deutschland
11.Sep.2001 11:30:15
Der 1ml erscheint mir durchaus richtig, aber halten Sie sich im Zweifelsfall immer an die Beschreibung des Herstellers. Die verschiedenen Produkte haben meist je nach Hersteller auch unterschiedliche Konzentrationen.
Eintrag Nr. 176
Hallo Herr Dr. Schmickl,

Ich möchte mir ein Ebulliometer nach Dujardin-Salleron bauen. Besitze sowohl Drehbank wie Hartlöteinrichtung was mir jedoch feht ist ein Bauplan. Habe mich im Internet bereits umgesehen jedoch ohne Erfolg.
Haben Sie zufällig ein Ahnung wo oder wie ich zu einen Bauplan komme.

Mit freundlichen Grüssen

Erwin aus CH
Erwin aus CH, CH
10.Sep.2001 21:35:14
Für diejenigen, die nicht wissen was das für ein Gerät ist: Mit dieser Apparatur kann die Alkoholkonzentration einer Wasser-Alkoholmischung (z.B. Wein) bestimmt werden. Es wird die Eigenschaft ausgenutzt, das jedes Mischungsverhältnis einen Siedepunkt zwischen 78,5°C (reiner Ethylalkohol) und 100°C (reines Wasser) hat, die Siedetemperatur der Mischung ergibt dann nach einer Umrechnung den Alkoholgehalt.
Der Aufbau so einer Apparatur ist im Prinzip sehr einfach: Ein Gefäß, ein Rückflußkühler und ein Thermometer. Der kondensierte Dampf im Kühler muß zur Gänze wieder in das Gefäß zurückfließen. Sobald die Flüssigkeit kocht, Temperatur ablesen, fertig.
Die Dujardin-Salleron Variante wurde 1934 entwickelt und sieht optisch wunderschön aus (alles aus Kupfer/Messing). In Frankreich existiert heute noch eine Firma mit dem Namen 'Dujardin salleron' die diese Geräte herstellt und verkauft, aber aus verständlichen Gründen veröffentlichen sie keine Baupläne ihrer Apparatur.
Eintrag Nr. 175
Hallo Herr Dr. Schmickl,

am Samstag habe ich eine Zwetschken-Maische mit Turbohefe und Zucker angesetzt. Gestern habe ich (wie in Ihrem Buch vorgeschlagen) den pH-Wert gemessen und festgestellt, daß dieser bei 3 lag. Soll ich trotzdem noch Fruchsäure zusetzen oder in einigen Tagen nochmal messen?

MfG

H.A. Pürner
HA Pürner, Deutschland
10.Sep.2001 18:39:23
Der pH-Wert der Maische ist optimal, Sie brauchen keine Fruchtsäure mehr zugeben. Messen Sie zur Sicherheit dennoch in einigen Tagen wieder den pH-Wert der Maische.
Eintrag Nr. 174
Hallo Dr. Schmickl
Bitte senden Sie mir schnellstens per E-mail
ob man Zwetschgen und Hollunder zusammen einmaischen kann?
Gruß K. R.
K. R., Deutschland
09.Sep.2001 18:20:52
Natürlich können Sie alles zusammenschütten, aber es wird dann eher nach einem Rumtopf schmecken als nach einem Edelbrand. Man sollte für die Schnapsherstellung am besten mit reinen Früchten arbeiten, und nicht mischen. Ausnahme sind hierbei Äpfel, da diese einen sehr lieblichen Geschmack haben, und sich so gut zum Mischen mit Birnen, Quitten usw. eignen.
Eintrag Nr. 173
Hallo Herr Dr. Schmickl,

ich bin Diabetiker und bin im Besitz eines Blutzuckermessgerätes, welches den Zuckergehalt in mg pro dl Blut anzeigt. Nun habe ich gestern einmal einen Tropfen der Maische (die nun 10%vol hat) auf den Teststreifen gegeben und das Gerät zeigte 200 mg/dl an. Vorgestern habe ich das zweite drittel Zucker untergerührt, so dass der Zuckergehalt schon sehr hoch sein kann. Ob diese Messung auch brauchbar ist ???

Mit freundlichen Grüßen
Mark Klusmann
Mark klusmann, Deutschland
09.Sep.2001 12:43:44
Ich nehme an, daß das Blutzuckermeßgerät nur Monosaccharide mißt. Kristallzucker ist aber ein Disaccharid, wodurch dieser nicht gemessen werden kann. Den Fruchtzucker selbst sollten Sie jedoch messen können. Ich habe einen sog. Clinitest probiert, der den Zuckergehalt im Urin mißt. Auch hier messen Sie nur den Fruchtzucker, jedoch nicht den Kristallzucker.
Eintrag Nr. 172
Es sollte bei der Turbohefe 380g/l Zucker zugegeben werden.
Nun besitzt aber die Obst - Maische einen schwer zu bestimmenden Eigenzuckergehalt.

Sollte dennoch die o.g. Zuckermenge zugegeben werden oder kann ein Problem mit zuviel Zucker in der Maische entstehen?
Thim Alexander, Deutschland
07.Sep.2001 08:22:52
Ich gebe immer die 380g/l Zucker in die Maische zu, und vernachlässige somit den Zuckergehalt des Obstes. Das hat auch zu dem erfreulichen Ergebnis geführt, daß ich heuer eine Marillenmaische mit 24%vol erreicht habe (obwohl laut Hersteller nur 20%vol garantiert werden). Sollte die Maische ausgegoren sein und noch süß schmecken, also Zucker enthalten, gibt es keine Probleme beim Destillieren, einige behaupten sogar, daß der Schnaps dann milder werden soll (ich selber habe diese Erfahrung allerdings noch nicht gemacht).
Eintrag Nr. 171
Hallo Herr Dr. Schmickl,
morgen gärt die Maische nun 1 Woche und ich habe heute das zweite Drittel Zucker untergerührt. Nun wollte ich mal mit dem Vinometer den Alc-Gehalt messen, leider weiss ich nicht wirklich wie, denn es ist zu dickflüssig um durch das feine Kapilarröhrchen zu fliessen. Selbst mit dem Mixer und einem Sieb klappt es nicht richtig. Was kann man da machen ?
Mark klusmann, Deutschland
01.Sep.2001 16:52:12
Geben Sie keinesfalls die Maische direkt in das Vinometer, dann ist es für immer ruiniert. Die Fruchtteile würden nämlich die dünne Kapillare verstopfen und Sie hätten kaum eine Chance, diese wieder zu reinigen.
Nehmen Sie einen Kaffeefilter und filtrieren Sie die Maische ab. Dannach können Sie die Flüssigkeit problemlos in das Vinometer zum Messen geben.
Eintrag Nr. 170
Hallo erst mal und vielen Dank für die gute Wissensgrundlage in Form Ihres Buches. Das habe ich mir eigendlich nur gekauft weil
ich ein neugieriger Mensch bin und jetzt
ist die gute Mutter schon ihren Großen
Schnellkochtopf los;-)
Aber nun meine Frage, wie macht man einen
guten Pernod bzw einen Pastis?Ich konnte bis
jetzt kein Rezept finden.
Und ab wann ist man in Deutschland ein Schwarzbrenner?
Mein Topf hat gute 7Liter,aber ich brenne ja eigendlich nur schon versteuerten, angesetzten
Schnaps!?
Alex, Deutschland
30.Aug.2001 20:54:40
Das genaue Rezept wird von der Firma Pernod genauso geheimgehalten wie beispielsweise die Originalrezepturen von CocaCola oder Bacardi. Die wesentlichen Bestandteile sind chinesischer Anis (Sternanis) sowie 14 verschiedene Kräuter. Anis/Kräuter werden im geschmacklosen Alkohol angesetzt und anschließend überdestilliert. Vor 1920 stellte Pernod übrigens Absinth her, der wurde in Frankreich verboten und daher waren sie gezwungen die Rezeptur zu ändern und haben den Wermut durch Anis ersetzt. Versuchen Sie daher folgendes: Anis (bzw. Wermut für Absinth), Salbei, Melisse, Minze, Weinraute, Liebstöckl (Maggikraut) usw. in ein 5 Liter-Gurkenglas geben und mit ca. 43%vol geschmacklosen Alkohol (Weingeist, Wodka oder Korn) ansetzen, mindestens 2 Monate ziehen lassen, dann destillieren. Mengen: Das Glas mit den Kräutern nur bis zu einem Drittel füllen, dann Alkohol dazugeben bis es voll ist. Verhältnis: Vom Wermut und Salbei am meisten, die weiteren Kräuter immer weniger, bis Liebstöckl (davon nur zwei kleine Stämmchen, sonst schmeckt's nach Suppe). Anissamen max. zwei gehäufte Eßlöffel.

Wenn Sie Ihren 7-Liter Kessel beim für Sie zuständigen Zollamt nicht angemeldet haben, sind Sie bereits Schwarzbrenner. Eine derartige Meldung hat generell immer zu erfolgen. Eine ganz andere Geschichte ist die Meldung (VOR dem Brennen) der Maische bzw. des Angesetzten (der ja bereits versteuerten hochprozentigen Alkohol enthält). Für Maischebrände müssen Sie Steuer zahlen, für 'Alkoholreinigung' (das ist der Fall beim Brennen eines bereits versteuerten Angesetzten) nicht, aber melden müssen Sie's trotzdem.
Eintrag Nr. 169
wenn ich den Zucker in drittel Portionen beifüge, muß dann auch nochmal Hefe beigegeben werden ???
Mark klusmann, Deutschland
30.Aug.2001 15:48:12
Nein. Direkt beim Einmaischen geben Sie die Hefe und das erste Drittel Zucker zu. Nach ca. 4-5 Tagen erfolgt die Zugabe des zweiten Drittels, nach weiteres 4-5 Tagen das letzte Drittel. Die Hefe wird nur zu Beginn beigegeben. Achten Sie darauf, daß der Zucker immer rechtzeitig zugegeben wird, die Gärung darf nämlich nie zum Stillstand kommen. Kosten Sie die Maische, schmeckt sie herb so ist es Zeit für den neuen Zucker, auch wenn die 4-5 Tage noch nicht um sind. Die Gärgeschwindigkeit hängt nämlich sehr stark von der Temperatur ab.
Eintrag Nr. 168
Das Rezept für Reiswein auf der HP von Herbert sieht eine Verzuckerung mit Malz vor (Wie beim Kornbrand). Hier scheint es ohne Malz zu gehen (Nr. 48/72). Ich habe meinen Reis gekocht, ohne Malz. Das hat nicht funktioniert. Jetzt gährt der Reis mit Zuckerzusatz, wie auch bei Herbert beschrieben.
Moonshiner, Deutschland
29.Aug.2001 20:58:33
Ja, laut Diskussionseintrag scheint die Reismaische auch ohne Amylase bzw. Malzzugabe zu funktionieren, wenn der Reis vorher gekocht und Hefe, Nährsalze, Verflüssiger und Säure (für den richtigen pH) zugegeben wurde. Sie schreiben, daß Sie dann dem Reis Zucker zugegeben haben. Aber in diesem Fall wird nur der Zucker vergoren und nicht der Reis. Da Stärke nicht direkt vergoren werden kann, muß die Stärke zur Vergärung in Zucker umgewandelt werden, das bewirkt das Enzym Amylase, das z.B. in Malz enthalten ist. Ein Tip noch zum Malz: man kann die Amylasezugabe nur durch Malz ersetzen, wenn der Malz noch frisch und aktiv ist, ansonsten ist das Enzym nicht mehr vorhanden.
Eintrag Nr. 167
Sehr geehrter Herr Schmickl,
gibt man Hefenährsalz einmalig am Anfang zu oder verbraucht es sich, ähnlich wie die Zitronensäure?

Grüße
Michael
Michael Lorenz, Deutschland
29.Aug.2001 00:15:44
Hefenährsalz brauchen Sie nur einmal zugeben, das Obst selbst besitzt auch Vitamine und Spurenelemente. Das genügt für die Vergärung vollkommen.
Zitronensäure baut sich ab, sie kann also den pH für die Dauer der Vergärung nicht konstant halten. Hier ist es nötig, immer wieder zu korrgieren. Milchsäure hingegen baut sich nicht ab.
Eintrag Nr. 166
Sehr geehrter Herr Schmickl,
vielen Dank für Ihre Antwort auf Nr. 156.
Ich habe nun am Wochenende die Mirabellen mit Hefe, Nährsalz und Zucker eingemaischt. Der pH-Wert ist 3 und die Maische gärt (diesmal ohne Schimmel). Nun möchte ich noch wissen, was es mit den Enzymen, mit dem Säurezusatz (der pH-Wert stimmt doch!) und mit dem Gärfix sowie dem Verflüssiger auf sich hat und muss ich das Nährsalz nach einiger Zeit nochmals zugeben ?

Vielen Dank für Ihre Antwort und
freundliche Grüße aus Bremen

Mark Klusmann
Mark klusmann, Deutschland
28.Aug.2001 21:18:30
Als Enzym bezeichnet man die Pektinase, ein anderer Name dafür ist auch noch Verflüssiger. Dieses hat nun die Aufgabe, die Fruchtteile und Schalen gut zu zersetzen, damit die Aromastoffe, die überwiegend hier enthalten sind, auch gut von der Maische aufgenommen werden. Durch die Zugabe wird die Maische auch viel dünnflüssiger, was den Brennvorgang erleichtert, da es nun nicht mehr so spritzt.
Der pH-Wert stimmt bei Ihren Mirabellen, ja. Aber bei sehr vielen Obstmaischen eben nicht. Meine Kirschenmaische hat vor der Regulierung einen pH von 5, das ist viel zu hoch. Hollerblüten, die nur mit Wasser angesetzt werden und selbst ja kein Fruchtwasser enthalten, haben den pH des Wassers, also 7. Hier muß man unbedingt korrigieren. Liegt der pH über 3.5, so kommt es zu Fehlgärungen, da sich bei diesem Wert andere, nämlich unerwünschte Bakterienkulturen 'wohler' fühlen als die von uns gewünschten 'Alkoholhefen'.
Das Gärfix ist ein fertiges Produkt, es beinhaltet Hefe, Hefenährsalz und Verflüssiger. Hier müssen Sie also nichts mehr zugeben, den pH Wert muß man aber unabhängig davon kontrollieren.
Das Nährsalz braucht man nicht nochmals zugeben. Wenn Sie die Anfangsdosierung beachten, dann genügt es vollkommen. Die Früchte selbst besitzen ebenfalls eine Menge Vitamine und Spurenelemente.
Eintrag Nr. 165
Klasse, endlich sind Rezepte und Diskussionen getrennt. Jetzt muss das hier nur noch in Gästebuch umbenannt werden.
So hat das Herbert übrigens auch gemacht.
Moonshiner, Deutschland
27.Aug.2001 22:44:39
Es freut mich, daß es Ihnen gefällt!
🙂
Eintrag Nr. 164
Hallo Nr. 48, 72 etc (Reisbrand)
Ich habe versucht einen Reisbrand anzusetzten. Das hat nicht funktioniert. Wenn ich Korn brennen will, brauche ich ein Enzym (oder Malz mit Enzym) um die Stärke in Zucker umzuwandeln. Warum brauche ich das bei Reis nicht?!?!?
Jedenfall gärt mein Reis nicht. Ich habe jetzt Zucker hinein geschüttet. Kann ich den Ansatz so retten??
Moonshiner, Schwarzbrennland
27.Aug.2001 09:59:32
Korn und Reis enthalten beide Stärke. Daher empfielt es sich, sowohl bei Korn als auch bei Reis das Enzym (Amylase) bzw. Malz zuzugeben. Kocht man aber den Reis vor dem Einmaischen, so kann man diesen ohne Enzym auch relativ gut vergären.
Die Zuckerzugabe nützt nichts, da in diesem Fall nur der Zucker von den Bakterien abgebaut wird, nicht jedoch die Stärke vom Reis.
Eintrag Nr. 163
Hallo Dr. Schmickl,
ich habe die 1,7 l Anlage von der FA. Knopf, die dort als größe 3 verkauft wird. Von den Abbildungen entspricht sie Ihrer 2 liter Anlage.
Sind die Anlagen identisch und passt ihr Aromakorb dort hinein? Wenn Sie mir die Abmessungen von dem Korb mitteilen, hilft mir das natürlich auch weiter.
Moonshiner, Schwarzbrennland
27.Aug.2001 09:55:22
Die Anlagen sind nicht identisch. Wir haben einen ital. Kupferschmied, der unsere Anlagen nach unseren Angaben handfertigt. Der Aromakorb dürfte auf alle Fälle hineinpassen, da dieser sich der jeweiligen Topfgröße anpaßt.
Eintrag Nr. 162
Zum Beitrag 158
Hallo Helge,
ihre Antwort zum Beitrag 158 kann ich nicht bestätigen. Ich baue Reflux Anlagen und habe selbst 4 Anlagen in Betrieb. Gerade für einen Anfänger ist solch eine Anlage wesentlich sicherer in punkto Vorlauf- und Nachlaufabtrennung. Durch die Steuerung von Heizung und Kühlung und verschiedener Packungen bin ich in der Lage einen Brand von 60% VOL (z.b. Birnengeist) bis 95% VOL (Weingeist) herzustellen.
Habe übrigens heute einen hervoragenden Feigenschnaps gebrannt.

Gruss aus dem sonnigen Spanien

Herbert
Herbert, Spanien
25.Aug.2001 01:51:56
Das was Sie hier beschreiben habe ich auch nie bestritten. Versuchen Sie folgendes:

Probe 1: Destillieren Sie eine Obstmaische (z.B. Birnen), wobei Sie die Böden in Ihrer Anlage komplett wegschalten (also gänzlich ohne Kolonnen-Packung). Somit haben Sie eine klassische Destillation und keine Rektifikation (zumindest soweit es Ihre Anlage zuläßt, eine Rektifikation mit sehr geringer Trennleistung ist auch OK). Als Ergebnis erhalten Sie ca. 60%vol Alkohol im Destillat bei hochgradigen Maischen (>20%vol in der Maische), bei herkömmlichen Maischen (bei Birnen ca. 4-6%vol) entsprechend weniger. Das Aroma ist, in Abhängigkeit von Ihrer Maische, mehr oder weniger intensiv.
Probe 2: Nehmen Sie DIESELBE Maische wie in Probe 1 und schalten alles dazu was Ihre Anlage hergibt bzw. nehmen Sie die Kolonnen-Packung mit der größten spezifischen Trennleistung je Meter Kolonnenhöhe die Sie haben. Das Destillat wird, bei einer guten Rektifikationsanlage, um die 95-95,5%vol Alkohol enthalten, vollkommen egal, welchen Alkoholgehalt die Maische vorher hatte.

Und jetzt kosten Sie beides. Probe 1, also die 'normale' Destillation, wird (je nach Qualität Ihrer Maische) mehr oder weniger intensiv nach Birne schmecken. Probe 2 (aus der Rektifikation) hingegen, wird ein reines, nahezu komplett geschmacks- und geruchsneutrales Destillat sein. Somit also hochqualitativer geschmackloser 'Weingeist', der sich ausgezeichnet zum Ansetzen u.ä. eignet. Vor Vor-/Nachlauf usw. brauchen Sie sich nicht fürchten, weil durch die haarscharfe Trennung wirklich nur der Ethylalkohol und sonst nichts ins Destillat gelangt. Natürlich sind das die zwei Extrempunkte die Sie mit Ihrer Anlage einstellen können, aber dies zeigt am deutlichsten folgendes Prinzip:
Je schärfer und exakter die Abtrennung Ethanol-Wasser, desto mehr Aroma- und Geschmackstoffe bleiben zwangsläufig zurück.

Daß Rektifikationsanlagen besonders für Anfänger geeignet sind, wage ich zu bezweifeln, weil ohne physikalisch-chemischen Grundwissen, welches über das normale Schulwissen weit hinausgeht (haben Sie schon je einmal einem Laien ein McCabe-Thiele Diagramm zu erklären versucht?), niemanden klar ist, wozu diese vielen tollen Knöpfe und Einstellungsmöglichkeiten eigentlich dienen. Natürlich kann der Profi einem Laien die Anlage so einstellen, daß dieser gleich 'loslegen' kann, aber was tut der Anfänger, wenn der Profi nicht zu Verfügung steht und er etwas Neues destillieren möchte?

Wenn die Maische richtig behandelt wird (zu diesem Punkt sehe ich viel mehr Aufklärungsbedarf), entsteht fast kein Vorlauf, wodurch auch die Handhabung 'normaler' Destillationsgeräte kein Problem mehr darstellt.

Im Endeffekt geht es darum: Die Qualität eines Obstbrandes hängt primär nur von der Qualität der Maische ab, nicht vom Trennvorgang Ethanol-Wasser, also der Destillation, dort können die Aromen nur mehr verloren gehen. Hat die Maische hingegen geschmacklich einen 'Stich', können Sie auch mit der besten Destillation nichts mehr retten, sondern nur mehr wegschütten.
Eintrag Nr. 161
zu Eintrag 157: Silberlot.

Hallo,

ich habe diesbezüglich mit einem Bierbrauer gesprochen. In Deutschland wird für Lebensmittelanlagen ein Lot und ein Flußmittel, jeweils bestehend aus 97% Sn (Zinn) und 3% Cu (Kupfer) verwendet. Früher nannte man dies Silberlot. Ein Lot nur aus Silber gibt es nicht. Nicht verwendet werden darf ein Stadardlot oder -flußmittel mit Pb-Anteilen (Blei). Diese lösen sich unter Alkohol.
Also im Baumarkt einfach das Lot und das Flußmittel für Trinkwasserinstallationen nehmen.

Grüße
Michael
Michael Lorenz, Deutschland
24.Aug.2001 22:41:06
Super, danke!
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

Kommentare sind geschlossen.