SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 540
Sehr geehrter Herr Schmickl
Ich hätte eine Frage bezüglich Dampftemperaturmessung,und hoffe sie können mir helfen. Ich habe ein Thermometer, aber dies hat eine Quecksilberfüllung und ich habe Angst, dass es berstet und ich das ganze Quecksilber in meiner Anlage habe (is ja nicht gerade gesundheitsfördernd *g*). Deshalb die Frage ob ich auch ohne Dampftemperaturmessung die Fraktionen voneinander trennen kann. Wenn nicht würde ich ein Thermometer aus einer Heizung nehmen, aber ich weiss nicht ob diese genau genug sind.
Bernd, Deutschland
07.Mai.2003 20:05:26
Ohne Temperaturmessung ist es nahezu unmöglich, die Fraktionen sinnvoll zu trennen. Viele behaupten, durch Kosten sei es möglich. Wenn Sie aber verschiedene Brände herstellen, so werden Sie merken, daß jeder zu jedem Zeitpunkt komplett anders schmeckt, ein "Erschmecken" ist da sehr schwierig.
Ein Thermometer macht nur Sinn, wenn Sie auf halbe °C genau ablesen können, anderfalls ist es sinnlos. Bezüglich der Vorsicht beim Quecksilberthermometer kann ich Ihnen nur Recht geben. Allerdings bricht ein Stabthermometer nicht durch die Hitze vom Dampf, sondern i.d.R. nur durch "Fremdeinwirkung", d.h. wenn Sie vorsichtig damit umgehen, sollte nichts passieren.
Eintrag Nr. 539
Ich habe jetzt hier öfters gelesen wie man etwas gähren lasst, doch weis ich immer noch nicht wie viel Hefe auf wie viel Wasser und wie viel Zucker kommt um den höchsten Alkoholgehalt zu erhalten. Außerdem möchte ich wissen ob ich die Hefe aus dem ganz normalen Geschäft nehmen kann?
Florian Peters, Nrw
07.Mai.2003 19:57:11
Um einen hohen Alkoholgehalt zu erzielen, brauchen Sie eine Spezialhefe, die normale Hefe erzeugt viele Nebenprodukte und kann Zucker teilweise nur unbefriedigend vergären. Bei der Turbohefe benötigen Sie für 8 kg Zucker auf 25 Liter Wasser aufgefüllt, genau 115 g.
Herkömmliche Reinzuchthefen (= z.B. Weinhefen, Backhefe hat eine noch viel geringere Alkoholresistenz) kommen auf max. ca. 12-13%vol, Turbohefe auf 20%vol. Reinzuchthefen bekommen Sie überall im Fachhandel (Weinkellereibedarf), Turbohefe werden Sie dort allerdings auch nicht finden.
Eintrag Nr. 538
Sehr geehrter Herr Schmickl
Ich wollte mir in nächster Zeit einen Röhrenkühler bauen, da mein alter den Geist aufgegeben hat. Ich hätte nur ein Problem, ich bekomme nur noch als Kühlmantelrohr 22mm Kupferrohr mein alter hatte 28mm. Ich wollte jetzt gerne wissen ob genug Kühlwirkung da ist????
Dazu die Daten des geplanten Kühlers:
Kühlmantel 22mm Kupferrohr auf 1,50m Länge
Innenrohr 15mm Kupferrohr auf 1,70m Länge
Kühlwasser-ein und Auslass 1cm kupferrohr.
Ich hoffe sie können mir helfen.
Bernd, Deutschland
07.Mai.2003 17:29:26
Ob genug Kühlwirkung vorhanden ist hängt von Ihrer Kesselgröße ab. Je größer die destillierte Menge, umso größer muß die Kühlung sein. Auf Grund Ihres Durchmesseers im Innenrohr sollte der Kessel nicht größer als 20 Liter sein, andernfalls könnte sich ein Überdruck aufbauen. Die Länge des Kühlers ist eher kurz, denn ein Röhrenkühler hat keine besonders gute Effektivität. Sie müssen aufpassen, daß der Dampf nicht durchbricht. Es werden z.B. bei Schlangenkühlern für 20 Liter Anlagen ca. 8 Meter verwendet.
Eintrag Nr. 537
Wie wandelt man stärkehaltige Maischen in vergärbare zuckerhaltige Maischen um, z.B. Reisstärke, Topinambur u.s.w.
Bernstein, Berlin
07.Mai.2003 11:07:36
Dazu müssen Sie der Maische das Enzym (alpha-) Amylase zugeben, dieses baut die Stärke in Glucose (= vergärbarer Zucker) ab, welche dann von der Hefe vergoren werden kann. Sie können auch aktiven (!!) Malz verwenden, da in diesem die Amylase enthalten ist oder sich Malz selbst herstellen.
Für eine zufriedenstellende Ausbeute ist der Prozeß leider relativ mühsam, denken Sie z.B. ans Bierbrauen oder an die Malz-Whiskyherstellung.
Eintrag Nr. 536
hallo,
mich würde interessieren, wo man so kleine anlagen herbekommt, oder ob man sie sich selber bauen kann. ich spreche von anlagen von max. 0,5 l, wie sie in deutschland ja anmeldefrei erlaubt sind.
jürgen klecker, Aschaffenburg
06.Mai.2003 13:06:26
Solche Anlagen werden hauptsächlich zur Dekoration verkauft, da eine sinnvolle Herstellung von Alkohol in dieser Größenordnung nicht mehr wirklich gegeben ist. Sie müssen sich vorstellen, daß Sie den 0,5 Liter Kessel nicht ganz voll machen können, nur zu etwa dreiviertel (sonst geht's beim Kochen über). Da bleibt nicht mehr viel übrig. Sollten Sie an so einer Anlage dennoch Interesse haben, könnte ich Ihnen so eine Anlage besorgen.
Eintrag Nr. 535
Sg Herr Schmickl,
erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrer sehr schönen und informativen Webpage zum Schnapsbrennen.
Ich hätte eine Frage und zwar ob der Fruchtkorb, den man in den Kessel stellt auch verzinkt sein dürfte oder würden beim Erhitzen schädliche Substanzen (Zinkbestandteile?) freigesetzt werden.
Für Ihre Mühe herzlichen Dank
MfG
S.H.
Stephan Hill, Kärnten
04.Mai.2003 09:03:32
Danke!
🙂
Zinkmaterialien kann ich nicht unbedingt empfehlen. Verwenden Sie besser Edelstahl oder andere Materialien, die lebensmittelecht sind und auch in der Küche verwendet werden (Kupfer, Glas).
Eintrag Nr. 534
hi
weiss jemand ob/wieviel Schnaps man in Deutschland - NRW pro Jahr brennen darf??
schonmal danke im voraus
mfg fabian
Fabian, MG
03.Mai.2003 11:57:30
Die hergestellte Schnapsmenge ist vom Gesetz nicht reguliert, sondern die Kesselgröße, mit der gebrannt werden darf. Anmeldefrei darf ein 0,5 Liter Kessel betrieben werden. Haben Sie ein Abfindungsbrennrecht, so sind die Kesselgrößen viel größer. Bezüglich der zugelassenen Kesselgrößen in Ihrem Gebiet am besten direkt beim für Ihren Bezirk zuständigen Zollamt, Abt. Branntweinmonopol, nachfragen.
Eintrag Nr. 533
Hallo,
eine Frage zum Brennrecht in Deutschland: an wen ist ein brennrecht gebunden? wir werden ein älteres bauerngehöft kaufen, das wohl ein brennrecht hatte.(besitzerin verstorben) geht das brennrecht automatisch auf uns über?
vielen dank für die antwort
C. Schulze, Rottenburg, Deutschland
02.Mai.2003 18:49:22
Daß das Brennrecht automatisch auf Sie übergeht, kann ich mir nicht vorstellen. Am besten wäre es, wenn Sie sich diesbezüglich mit dem für Ihren Bezirk zuständigen Zollamt, Abt. Branntweinmonopol in Verbindung setzen. Somit können Sie dann alle Schritte rechtzeitig in die Wege leiten, nicht daß Sie einen Zeipunkt o.ä. verpassen und das Brennrecht geht verloren.
Eintrag Nr. 532
Ich habe mir ein Eichenfässchen 3, 5 l aus Ungarn mitgebracht und habe es mit 50 % Mirabellenbrand gefüllt.
Frage: Wie lange sollte ich den Schnaps im Fässchen lassen? Oder sollte ich den Schnaps erst auf 40 % runtersetzen?
Wird durch die Lagerung im Fässchen das Aroma milder?
Mit freundlichen Grüßen Peter Mülich
Peter Mülich, Gießen
24.Apr.2003 21:48:05
Die Lagerung im Eichenfaß sollte doch mindestens 3 Jahre dauern. Es ist gut, daß Sie den Schnaps nicht weiter herunterverdünnt haben, denn durch die lange Lagerzeit verdunstet ein Teil des Alkohols, er wird so ohnehin schwächer. Sie sollten bei 40-43%vol auf alle Fälle die Lagerzeit beenden, sonst wird es zu wäßrig. Das Aroma wird durch die Lagerung milder, allerdings gehen Geschmackfehler und Schärfe, die durch falsche Destillation oder schlechte Maische entstanden sind, auch bei der Lagerung nicht weg.
Eintrag Nr. 531
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ist es Ihrer Meinung nach, für die Herstellung eines guten Holunderbeerschnapses, besser die Maische mit Blüten oder mit Beeren zu machen?
Sollte man für einen (noch besseren) Himbeergeist statt der Weiswein-Himbeeren-in-den-Korb-Methode besser die Himbeeren vorher in Alkohol einlegen und nach 4 Wochen brennen mit zusätzlich frischen Himbeeren im Aromakorb? Gibt es bei dieser Methode hier geschmacklich noch mehr Aroma (Genuss)?
Vielen Dank und Grüße
Stefan
Stefan, Bayern
24.Apr.2003 15:54:18
Holunderblüten und Holunderbeeren ergeben zwei komplett unterschiedliche Schnäpse, es ist schwierig, beides zu vergleichen. Machen Sie doch von beiden Sorten ein Fäßchen, dann können Sie am besten selbst entscheiden, welche Geschmacksrichtung Ihnen besser zusagt.
Wenn Sie die Himbeeren in 50%vol Alkohol ansetzen, nach 5-7 Wochen mit zusätzlich frischen Himbeeren destillieren, so ist das Aroma noch intensiver als die herkömmliche Geistmethode, Sie können dann beim Trinken fast in die Früchte beißen.
Eintrag Nr. 530
Noch eine Frage...
Wie kann ich mir sicher sein, dass es nicht um Methylalkohol handelt?
Und wie sieht es mit dem Schnapsbrenn-Gesetz in Österreich aus?
Ich bin gerade dabei, eine Waldbeer Maische anzusetzen, welche Tipps können sie mir geben?
Vielen Dank im voraus!
gruß,
junger Schnapsbrenner
junger Schnapsbrenner, Tirol
24.Apr.2003 14:30:08
Methylalkohol vermeidet man durch sauberes Arbeiten, Hefezusatz und Gärspund. Einen zuverlässigen einfachen Test gibt es dafür keinen, nur für Vorlauf (Methanol ist kein Vorlauf).
Tja, das Gesetz kann ich hier nicht abschreiben, es umfaßt doch mindestens 30 Seiten!! Sie können es aber sicherlich bei Ihrem zuständigen Zollamt einsehen.
Bezüglich Maische gilt das oben gesagte. Es wäre zu umfangreich, hier den gesamten Maischevorgang zu erklären. Bei Waldbeeren geben Sie so gut wie kein Wasser dazu, das Aroma würde dadurch sehr verwässert.
Eintrag Nr. 529
Sehr geehrter Herr Schmickl!
Ich hätte eine sehr kurze Frage: Ab wieviel Prozent brennt Schnaps und ist es möglich, beim einmaligen Brennen 80% zu erreichen?
Hochachtungsvoll,
junger Schnapsbrenner
Junger Schnapsbrenner, Tirol
24.Apr.2003 14:00:18
Wenn der Alkohol handwarm ist, so brennt dieser ab 35-40%vol. Wenn Sie einen Finger in Schnaps tauchen gelingt es daher auch fast immer ihn am Finger anzuzünden. Natürlich kann man bei einmaligen Brennen 80%vol erreichen, es hängt davon ab, was gebrannt wird. Bei einem Alkoholgehalt von ca. 45-50%vol im Kessel erreicht man mit einmaligen Brennen ca. 75-80%vol. Hat man jedoch nur 5-7%vol im Kessel, so benötigt man eine Rektifikation, um mit einem Brennvorgang 80%vol zu erreichen, allerdings geht bei dieser Methode auch das Aroma großteils verloren.
Eintrag Nr. 528
Hallo,
ich habe gelesen, das das Zuckern von Obstbränden in Deutschland jetzt erlaubt ist. Wie bestimmt denn das Finanzamt nun die Steuer?
Vielen Dank für die Antwort
Volker Dornberg, Hannover
23.Apr.2003 17:05:00
Das Zuckern von Obstbränden ist immer erlaubt gewesen, sofern eine Verschlußbrennerei verwendet wird. Bei dieser mißt der Zoll die Durchflußmenge und den Alkoholgehalt des Destillates und nicht von der Maische. Bei Abfindungsbrennereien ist dies nach wie vor verboten, da die Alkoholmenge für den Zoll nicht bestimmbar wäre.
Das Zuckern von Bränden beeinflußt aber auch den Produktnamen, unter dem der Schnaps später verkauft werden darf. Z.B. darf laut Lebensmittelgesetz in Österreich nur ein Schnaps aus ungezuckerter Maische als Brand verkauft werden, alles andere fällt unter die Rubrik Spirituosen.
Eintrag Nr. 527
Hallo, Herr Schmickl!
Ich verwende in meinem eigenbau-Topf ein Nirosta-Sieb als Anbrennschutz. Allerdings gehen durch die 1mm-Löcher noch so viel Schwebstoffe durch, dass die Gefahr des Anbrennens nach wie vor besteht.
Wäre es sinnvoll, in den Topf ein Leinentuch zu hängen, oder die Maische in einen Leinensack zu schnüren (und darunter das Sieb)?
Das Tuch wird ja keinen Geschmack abgeben?
Fraglich ist, ob die gehemmte Umwälzung auf Kosten des Aromas und der Alkoholausbeute geht.
Ein Brenner, Ö
23.Apr.2003 12:34:30
Mit einem derart feinen Sieb kann eigentlich nichts anbrennen, auch wenn die Flüssigkeit darunter nicht klar ist, außer Sie haben eine sehr punktuelle Heizung. Trotzdem sollten Sie nicht zu rasch Aufheizen und eher gemächlich Destillieren, weil sonst die drei Fraktionen Vorlauf, Edelbrand und Nachlauf nicht mehr exakt abgetrennt werden können. Also auch im Sinne der Schnapsqualität, nicht nur wegen der Anbrenngefahr, die Herdplatte bzw. den Gasbrenner o.ä. nicht zu hoch aufdrehen.
Ein Leinentuch würde ich nicht empfehlen, aus den von Ihnen oben genannten Gründen (Geschmacksveränderung, Umwälzung nicht optimal etc.). Außerdem fürchte ich, daß es zu Siedeverzügen kommen wird, d.h. der Brennvorgang wird ziemlich unregelmäßig, auch besteht dann große Gefahr des Überkochens, abgesehen davon daß es nicht ungefährlich ist.
Eintrag Nr. 526
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
bitte beantworten Sie mir 3 Fragen:
a) Ist es ratsam, dass man angebrochene Packungen der Turbohefe, Verflüssiger und des Säurekonzentrates im Kühlschrank aufbewahrt.
b) Muss bei einer reinen Zucker-Wasser-Maische mit Turbohefe auch der pH- Wert eingestellt werden?
c) Bei meinen letzten zwei Brennvorgängen habe ich nach dem Brennen den Deckel der Brennanlage (Ihre Anlage) nur sehr schwer abgekommen. Er war so richtig festgeklebt. Kam das bei Ihnen auch schon mal vor? Gibt es da einen Trick?
Außerdem hat es bei einer Temperatur von 85 C etwas Flüssigkeit zwischen Topf und Deckel hinausgedrückt.
Vielen Dank im Voraus!
Schönen Gruß
Stefan
Stefan, Bayern
23.Apr.2003 10:39:29
ad 1: Ja, verschließen Sie diese gut und im Kühlschrank aufbewahren. Wir haben eine offene Turbo nach einen Jahr verwendet, hat immer noch geklappt.
ad 2: Nein
ad 3: Ja, das Festkleben kenne ich. Es passiert, wenn man den Dichtungsring nach der Benutzung nicht reinigt. Daher nach den Brennvorgängen - nicht nach jedem, aber bevor die Anlage weggeräumt wird oder 4-5 Destillationen durchgeführt wurden - herausnehmen und reinigen. Durch die alten Rückstände kann sonst der Deckel ankleben. Wenn es beim Brennen DAMPF herausdückt, haben Sie den Deckel nicht richtig geschlossen. Immer darauf achten, daß der Deckel auf dem Ring aufliegt, und nicht daneben. Kommt beim Destillieren FLÜSSIGKEIT heraus, so haben Sie den Kessel zu voll gemacht. Beim Einfüllen darauf achten, daß ca. zwei Fingerbreite zum Kesselrand frei bleiben.
Eintrag Nr. 525
Habe 4kg Schlehen mit 5 Liter Weingeist (verdünnt auf 48%) angesetzt.Ich möchte zusätzlich ca. 1 kg Schlehen beim Brennen in den Aromakorb geben, ist das sinnvoll und sollen die Kerne vor dem Brennen entfernt werden?
Klaus, Deutschland
23.Apr.2003 10:23:10
Es ist sehr sinnvoll, wenn Sie zusätzlich Schlehen in den Aromakorb geben, der Geschmack wird intensiver. Die Kerne, sofern sie ganz sind, vor dem Brennen nicht zu entfernen.
Eintrag Nr. 524
Hallo Herr Dr. Schmickl
Ich möchte gerne wissen, ob ich "die Suppe" (Wasser, Zucker, Hefe) auch mit Stevia-Extrakten (Steviosid) ansetzen kann (Wasser, Stevia, Hefe)?
Freue mich schon auf ihre Antwort
Wünsche allen Lesern noch schöne Rest-Ostern
Nicole, MR
20.Apr.2003 18:54:51
Soweit ich weiß, wird Stevia als Süßungsmittel verwendet. Wichtig ist, daß das zu vergärende Produkt Glucose, Fructose oder Saccharose enthalten muß, andernfalls funktioniert die Vergärung nicht (die Hefe kann nur diese Substanzen fressen). Meines Wissens nach handelt es sich bei Stevia nur um Glucosederivate, daher wird es mit der Gärung schwierig werden. Der "herkömmlichen" Zucker, der auch enthalten ist, gärt natürlich schon.
Eintrag Nr. 523
mit was kann ich einen 50 prozentigen Schnaps zb. Obstler verdünnen auf ca. 40%

Danke
Hías, Salzburg
19.Apr.2003 21:02:31
Verdünnen Sie mit "destillierten Wasser" (das in Wahrheit nur demineralisierte Wasser aus Supermärkten, Baumärkten usw. ist dafür ideal geeignet), um den Schneeflockeneffekt zu verhindern. Da bei Leitungswasser die enthaltenen Kalksalze im Alkohol ausfallen. Für 10 Liter 50% Schnaps brauchen Sie 2,5 Liter Wasser, um diesen auf 40%vol zu verdünnen.
Eintrag Nr. 522
Sehr geehrter Herr Schmickl
Ich möchte Sie um Ihre Meinung bitten. Vor kurzem war ich bei jemanden der schon ewig Schnaps brennt, er setzt nur Zucker und Wasser an und zwar in der folgenden Mischung. 80 Liter Wasser, 25 kg Zucker und 1 kg Brothefe. Der Alkohol schmeckt dann nach dem brennen stark nach Hefe und wird dann zum ansetzen verwendet, danach ist der Hefegeschmack verschwunden. Können bei diesem Rezept auch Fehlgärungen enstehen?
M. Tapken, Deutschland
19.Apr.2003 20:37:05
Mit 25 kg Zucker in 80 Liter Wasser erreicht man ca. einen Alkoholgehalt von 16%vol nach der Vergärung. Mit normaler Brothefe wird dieser Alkoholgehalt allerdings sicher nicht erreichbar sein. Vielleicht sollte die Zuckerbeigabe auf 200 g/l reduziert werden (man erhält ca. 10%vol), denn sonst ist es schade um den Zucker. Wird während der Vergärung ein Gärspund verwendet, werden so gut wie keine Fehlgärungen entstehen.
Eintrag Nr. 521
Ich grüsse sie Herr Schmickl und möchte sie bitten
mir meine Fragen zu beantworten.Muss beim Brennen die Temperatur stetig ( wenn auch langsam )steigen oder macht es Sinn sie über einen Zeitraum unter 91°C zu halten ?Als zweite Frage möchte ich noch wissen wie es sich mit dem Steigrohr verhält.Kann man sagen :Je kürzer das Steigrohr je mehr Aroma kommt mit in das Destillat? Und wie ist es mit der Stärke des Destillats.Ist die Ausbeute von höher Prozentigem
bei einem langen Steigrohr grösser? Theoretisch müsste es doch so sein oder?
Danke für ihre Anworten und viele Grüsse,Bummi.
Bummi, Kärnten
16.Apr.2003 08:49:23
Es ist nicht möglich, die Temperatur während des Brennvorganges konstant zu halten. Ein Brennvorgang zeichnet sich dadurch aus - auf Grund physikalischer Gesetze (der Alkoholgehalt im Kessel nimmt immer mehr ab, deswegen steigt auch die Siedetemperatur) - daß die Temperatur stetig ansteigt
(nicht zu verwechseln mit einer Rückflußanlage mit Steigrohr, Kolonne etc., wo der der Anstieg nicht stetig sondern in Stufen erfolgt).
Richtig, je kürzer das Steigrohr umso besser ist der Aromaübertrag in das Destillat. Das Steigrohr führt dazu, daß in der Anlage dann mehrere Destillation hintereinander ausgeführt werden. Das Resultat ist mehr höher prozentiger Alkohol mit größerer Reinheit und geringerem Aroma.
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