SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 580
hallo herr schmickl
ich habe auf der packung der turbohefe das rezept für geschmacklosen alcohol gelesen. dort wird darauf hingewiesen das man nur max 25l(zucker und wasser) plus ein päckchen turbohefe pro gärbehälter ansetzen soll!! was kann passieren wenn man sofort zwei pächchen turbohefe mit insgesamt 50l flüssigkeit in einem gärbehälter ansetzt??
mit dank im voraus und freundlichem gruß, franz s.
franz, Kärnten
12.Jun.2003 11:36:48
Wenn Sie 2 Turbosäckchen und 50 Liter Wasser verwenden, so ist das auch in Ordnung, es wird alles funktionieren. Gemeint ist, daß man mit einem Säckchen nie mehr als 25 Liter ansetzen soll. Der Grund: die Turbohefepackung beinhaltet auch Nährsalze und diese sind genau auf 25 Liter ausgerichtet. Würden Sie mehr Flüssgkeit verwenden, würden die Hefestämme degenerieren und damit nicht mehr richtig Alkohol produzieren, da die Nährsalzkonzentration zu gering wäre.
Eintrag Nr. 579
Hallo, Herr Schmickl,
ich habe einen 60 Liter Kessel aus VA bekommen. Der Deckel ist flach. In Ihrem alten Buch habe ich gelesen, dass ein Kupferhelm empfhlenswert sei.
Wie gross sollte ein solcher Helm sein, und wie dick und wie lang sollte das Steigrohr sein. Da ich den Kühler auch neu brauche, geben Sie mir bitte einen Tip über die Schlangenlänge und Kühlwassermenge.
Ich habe mir gerade Ihr neues Buch bestellt, bin gespannt was da alles neues zu erfahren ist.
Vielen Dank
Daniel
Daniel, Münsterland
11.Jun.2003 23:16:03
Ein Kupferhelm hat eher einen optischen Effekt, bezüglich der Schnapsqualität können Sie jedoch genauso einen flachen VA Deckel verwenden. Das Steigrohr sollte - wenn Sie aromatische Schnäpse herstellen wollen - so kurz als möglich sein, am besten Sie gehen direkt vom Deckel in das Geistrohr über. Der Durchmesser sollte zumindest zu Beginn des Rohres 2cm haben, die Kühlschlange kann dann auf einen cm übergehen. Die Kühlschlangenlänge wäre bei ca. 8 Meter ideal. Bezüglich Kühlwasser würde ich Ihnen eine kontinuierliche Wasserzufuhr empfehlen, es genügt allerdings, wenn die Zufuhr in den Kühlbehälter langsam aber kontinuierlich Wasser einleitet.
Eintrag Nr. 578
Hallo,Habe aus Rotweinhefe Schnaps gebrannt,ist es normal das der Schnaps eine roetliche Farbe hat.
hjk, Kärnten
10.Jun.2003 20:48:19
Nein, jedes Destillat ist farblos. Ursache für Farbe: es ist durch zu starkes Erhitzen etwas übergegangen oder es werden Substanzen aus der Anlage herausgelöst.
Ausnahme: extrem ölhaltige Substanzen wie Zitronen usw. ergeben oft ein milchiges Destillat.
Eintrag Nr. 577
moin moin
wo kann ich mir mal schrit für schrit ansehen wie man einen schnaps aus gerste macht ????????
bert bleeker, Kärnten
09.Jun.2003 14:20:16
Genau Schritt für Schritt ansehen können Sie sich die Herstellung in Schottland, jeder Whisky wird dort aus Gerste hergestellt. Für eine sehr fachkundige und detaillierte Führung empfehle ich Ihnen die Destillerie "Highland Park" in Kirkwall auf den Orkney Islands oder "Talisker" auf der Insel Skye.
Eintrag Nr. 576
Hallo Herr Schmickl
wie misst man mit Indikatorstaebchen den ph Wert einer (roten) Kirschenmaische???
Alle 3 Felder werden vom Kirschsaft rot gefaerbt, Farbvergleich ist unmoeglich
Werner
Werner, Niederösterreich
08.Jun.2003 10:59:49
Mit unseren pH-Stäbchen sollte auch die Kirschmaische problemlos abzulesen sein, haben diesbezüglich noch nie ein Problem gehabt. Das einzige, wo es wirklich tiefst rot eingefärbt wurde, waren bisher schwarze Hollerbeeren. In solchen Fällen empfiehlt es sich, Biogen M laut Packungsangabe zuzugeben, dann ist der pH Wert auf jeden Fall OK, egal, wie hoch er vorher war.
Eintrag Nr. 575
Hallo zusammen!
Naja, Fachfrage ist vielleicht übertrieben, aber wir machen im Moment in Chemie das Thema Alkohole und müssen für Mittwoch 7 verschiedene Schnapssorten raussuchen und woraus sie hergestellt werden. Da ich mit Schnaps normal nicht allzuviel zu tun habe, brauche ich dringend eure Hilfe!!! Es wär echt nett, wenn ich ein paar Antworten (am besten per e-mail) bekommen würde!
DANKE!!!
LG
Janina
Janina, Aachen
06.Jun.2003 15:43:29
Unzählige Schnapssorten sind unter "Rezepte" zu finden.
Eintrag Nr. 574
Hallo Herr Schmickl
Möchte aus Holunderblüten eine Maische herstellen ca.25.l.Frage 1 wieviel Holunderblüten werden gebraucht ca.kg?? Frage 2 Kann ich das Rezept für Wodka mit der Turbohefe nehmen und die Holunderblüten,Zitronen,Orangen zugeben??
Frage 3 Wieviel kg.Zitronen und Orangen??
Im Eintrag 508 schreiben sie auf 100l.Maische 1kg.Zitronen und 1kg.Orangen und im Eintrag 130 auf 100l.Maische 4-8kg.Zitronen und 4-8kg. Orangen was ist richtig?? Ph.wert 3 ist richtig oder.
mit freudlichen grüßen
Peter
Peter, Deuschland
06.Jun.2003 14:46:30
ad 1: Verwenden Sie ca. 12 Liter Holunderblüten, wobei dies 12 Liter leicht zusammengepreßt zu verstehen sind.
ad 2: Das "Wodkarezept" ist nur für geschmacklosen Alkohol zu verwenden. Bei allen anderen Maischen geben Sie zu Beginn nur ein Drittel des erforderliche Zuckers zu, die Temperatur im Raum sollte nicht mehr als 20°C betragen.
Nach einer Woche das zweite Drittel und nach einer weiteren Woche das letzte Drittel.
ad 3: Die Menge an Zitronen und Orangen sind je nach Vorliebe zuzugeben. Je mehr Sie zugeben, um so mehr kommt der Geschmack der Zitrusfrüchte in den Vordergrund. Für die 20 Liter Maische verwendnen Sie ca. 0,4-0,5 kg Zitronen und die gleiche Menge Orangen. Bei dieser Mischung haben Sie noch einen deutlichen Hollerblütengeschmack.
Eintrag Nr. 573
Im nächsten Jahr werde ich auf einem Landgut in der Toskana arbeiten. Dort würde ich gerne Schnaps brennen und vielleicht auch Absinth herstellen. Wissen Sie wie es sich mit den gesetzlichen Bestimmungen in Italien auf sich hat? (Kesselgröße und Brennrecht)
K, D
06.Jun.2003 11:17:49
Die anmeldefreie Kesselgröße für Italien ist 5 Liter, alles darüber erfordert ein Abfindungsbrennrecht, was meines Wissens nach in Italien nicht allzu leicht zu bekommen ist. Für genauere Auskünfte erkundigen Sie sich jedoch am besten direkt beim zuständigen Zollamt in der Toskana. Nach meiner Erfahrung sind europäische Zollämter diesbezüglich sehr hilfsbereit.
Eintrag Nr. 572
Erst mal danke daber da habe ich noch eine frage, ich stelle wein selber her und wollte daraus schnaps brennen. Der wein hat so um die 15% Alkohol aber die früchte sind schon abgezogen und die hefe auch, kann ich trozdem alles noch brennen?? Er ist auch schon geschwefelt.
Tikko, Duisburg
05.Jun.2003 04:57:09
Ja natürlich können Sie den Wein trotzdem brennen. Je nach Traubensorte werden Sie mehr oder weniger Aroma im Destillat haben. Sie können das Destillat auch in einem Eichenholz lagern, sollten Sie dieses nicht haben, ein Glasballon mit Eichenspänen tut es auch.
Wenn Sie das Destillat verdünnen, so sollten Sie ca. 3-5 Minuten Luft SCHÄUMEND einrühren, z.B. mit einem Mixer, dadurch wird der Schwefel perfekt ausgetrieben. Der Vorgang ist fertig, wenn der Schnaps nicht mehr in der Nase sticht.
Eintrag Nr. 571
Wo bekommt man ein Überdruckventil her???
Das fehlt mir noch für meine anlage.
Ich bedanke mich schon mal
Tikko, Duisburg
04.Jun.2003 16:06:44
Sowas kann man sich sehr einfach selber basteln. Z.B. aus einem Fahrradventil in umgekehrter Richtung in einen Stutzen stecken.
Wozu brauchen Sie eigentlich ein Überdruckventil? Wenn Sie mit Ihrer Anlage Alkohol destillieren wollen, sollten Sie unbedingt drucklos arbeiten, das Aroma wird es Ihnen danken. Abgesehen davon sollten auch Rückflußanlagen immer drucklos betrieben werden.
Eintrag Nr. 570
Guten Tag,
ich möchte gerne Früchte in Alkohol (handelsüblicher Korn, Weinbrand, Rum etc.) einlegen und verkaufen. Wie kann ich den exakten Alkoholgehalt ermitteln?
Danke,mit freundlichen Grüßen,
P. Ofner
P. Ofner, Dingolfing/Deutschland
04.Jun.2003 09:11:19
Alkoholmessungen für gewerbliche Zwecke können nicht mit einem Vinometer durchgeführt werden, dazu ist die Angabe zu ungenau und abgesehen davon geht der Meßbereich nur bis ca. 20%vol. Das Aräometer kann in Gegenwart von Zucker - was ja durch die eingelegten Früchte vorhanden ist - nicht verwendet werden. Der Zucker verfälscht die Messung viel zu sehr. Eine exakte Messung läßt sich in diesem Falle - Alkohol neben Zucker mit einem Gehalt von mehr als 20%vol - nur mit einem Ebulliometer feststellen. Oder Sie destillieren das Gemisch bis zur Trockene und messen anschließend das Destillat, welches Zuckerfrei ist, weil Zucker nicht in Dampfform übergeht, also nicht mitdestilliert werden kann.
Eintrag Nr. 569
Hallo,
habe gehört, dass Grappa sowohl aus Trester als auch aus vergorenem Traubensaft gebrannt wird - mit oder ohne Zugabe von zusätzlichem Zucker.
Wie kann ich analytisch bestimmen, ob zusätzlich Zucker zugegeben wurde?
Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Zubereitungsformen auf die Qualität des Grappa.
Jörg Irouschek, Lima, Peru
04.Jun.2003 01:20:57
Ob Zucker zugegeben wurde können Sie nur in der Maische feststellen. Rohr- oder Rübenzucker ist Saccharose, welche sich teilw. zu Glucose (= Traubenzucker) und Fructose (= Fruchtzucker) abbaut.
Wird der Grappa aus Trester hergestellt, so hat er die geringste Qualität, durch die zermahlenen Kerne ist der Methanolanteil in Vergleich zu allen anderen Spirituosen am höchsten. Die beste Qualität wird auch aus vergorener Traubenmaische erzielt, verwenden Sie nur dem Traubensaft, so fehlt ein großer Teil der Aromen, die sich in der Schale der Früchte befinden. Wird mit Zuckerzusatz vergoren, so haben Sie ein stärkeres Aroma. Grund: durch den höheren Alkoholgehalt in der Maische wird aus den Früchten mehr Aroma herausgezogen, weiters ist nur ein einfaches Destillieren notwendig.
Eintrag Nr. 568
Sehr geehrter Herr Schmickl.
Ich habe einige Fragen zum Aufbau meiner Brennanlage, die mir momentan große Sorge bereiten:
Der Brennkessel mit 8,5 Litern Inhalt besteht komplett aus Kupfer, ebenso der Hut und die komplette Kühlschlange. Hut und Kessel sind jeweils mit einem 6mm dicken Messingflansch hart verlötet. Zur Abdichtung benutze ich eine Teflondichtung. Weiters sind noch 2 Verschraubungen aus Messing am Dampfrohr verlötet.
Gibt es prinzipiell negative Erfahrungen mit dieser Materialkombination? Kann es zur Auswaschung oder galvanischen Zersetzung des im Messing enthaltenen Zinks kommen?
Weiters habe ich nach jedem Brennvorgang bis zur Höhe des verbleibenden Rückstands (Sumpf)eine blitzsaubere Kupferoberfläche im Kessel. Oberhalb verfärbt sich das Kupfer gelb/bräunlich.
Ist das normal?
Wenn ja, ist es notwendig/sinnvoll diese Ablagerung/Verfärbung jedesmal komplett zu entfernen? Ist der Einsatz von Citronensäure nicht gerade für die Messingteile nicht zu empfehlen(Zink!)?
Könnte man mit einer galvanischen Verkupferung der Messingteile o.genannten Auswirkungen entgehen, oder glauben Sie, daß sich die Kupferschicht wieder ablöst?
...hoffentlich sprengt das nicht den Rahmen dieses spitzenmäßigen Forums?!
Mit freundlichen Grüßen,
Seppl
Seppl, Kärnten
02.Jun.2003 22:11:35
Zinkteile in der Anlage sind nicht besonders empfehlenswert, Sie haben aber Ihre Messingteile nur in den Flanschen. Wenn die ganze Anlage daraus gemacht wäre, so würde ich Ihnen davon abraten, ich denke aber, daß die Verschraubungen usw. nur zu einem sehr geringen Teil mit dem Alkoholdampf in Verbindung kommen.
Ja, es ist normal, daß der mit Flüssigkeit bedeckte Kessel sauber ist. Dies ist besonders bei (geschwefelten) Weinen der Fall, hier wird der Kessel blitzblank, oberhalb der Flüssigkeitsgrenze haben Sie Verfärbungen. Es ist nicht notwendig, diese zu entfernen, es ist nur eine optische Frage. Sie können sie aber mit den feinen Metallschwämmchen inkl. Putzmittel ("Brillo") wieder entfernen, Zitronensäure brauchen Sie gar nicht zu verwenden.
Eintrag Nr. 567
Hallo,
ich habe gehört, daß die Gesamtoberfläche an Kupfer, mit der der Dampf beim Brennvorgang in Berührung kommt, großen Einfluß auf die Aromastärke hat. Der Brennkessel und der Kühler meines 50-Liter Brenngerätes ist zur Gänze aus Stahl, nur der Hut und das Geistrohr sind aus Kupfer. Kann ich die Aromaausbeute verbessern, wenn ich entweder
1. in die Meische beim Brennvorgang Kupferblech oder Draht einbringe oder
2. im Hohlraum des Hutes Kupferblech oder Draht befestige.
Ich gehe natürlich in beiden Fällen davon aus, daß die Reinigung problemlos erfolgen kann.
Viele Grüße und Danke im Voraus
Wolfgang, Tirol
02.Jun.2003 15:56:55
Die positive Wirkung des Kupfers wird immer wieder beschrieben, meiner Meinung nach ist es aber bei einer Brennanlage vollkommen egal, ob diese aus Glas, Edelstahl oder Kupfer gefertigt wird, das Aroma hängt lediglich von der Maische ab. Begründung: Kupfer hat unbestritten eine katalytische Wirkung für den Abbau organischer Säuren und Ester, hierfür wäre es aber notwendig, daß der Dampf durch ein Rohr mit Kupferspänen geführt wird. Ist nur die Anlage aus Kupfer, so kommt nur ein geringer Teil des Dampfes mit dem Kupfer in Berührung, wodurch eine Wirkung ausgeschlossen ist. Abgesehen davon ist die Effektivität eines Kupferkatalysators sehr gering. Daher werden in der chemischen Industrie für diesen Zweck ausschließlich Katalysatoren auf Platin-Basis verwendet.
Auch wenn Sie daher nun Kupferspäne einbauen würden, wird sich das Aroma Ihres Schnapses kaum verbessern, es wäre sinnvoller, diesen Arbeitsaufwand in die Verbesserung der Maischequalität zu stecken.
Eintrag Nr. 566
Also irgendwie scheine ich etwas falsch zu machen.
Ich habe einen Apfelweinansatz gemacht und als Hefe eine Reinzuchthefe "Steinberg" benutzt. Die ist überhaupt nicht angesprungen. Zur Rettung habe ich Turbohefe dazu gegeben. Alles sauber und mit Gärspund. Da kam dann eine, wenn auch schäumende Reaktion in Gang. Nach zwei Tagen stinkt es aber extrem nach Schwefelwasserstoff. Ich hatte vorher 1 g Kaliumpyrosulfit an 15 Liter Ansatz gegeben. Die Äpfel waren handverlesen und ohne Fehl und Tadel. Gepresst wurden sie mit einem Schneckenentsafter.
Ich denke mal, dass ich den Ansatz verwerfen kann. Aber wo liegt der Fehler?
Danke für die Antwort.
Gruß von topas
topas, D
02.Jun.2003 02:13:45
Bezüglich der Probleme mit Ihrer Hefe sollten Sie den Hersteller fragen. Ist bereits eine Hefe in der Maische, so sollte NIEMALS eine Hefe von einem anderen Typ zugegeben werden! Um die Gärung wieder in Gang zu bringen, sollten Sie einen Gärstarter machen, bleiben Sie aber beim selben Hefetyp! Warum geben Sie Kaliumpyrosulfit zu!? Sehr wahrscheinlich ist der Schwefelwasserstoff aus dieser Verbindung entstanden. Für eine perfekte Gärung brauchen Sie nur sauberes Obst, (gute) Hefe, Verflüssiger und den richtigen pH-Wert. Von anderen Chemikalien und Zusätzen kann ich Ihnen nur abraten.
Das Obst vor dem Einmaischen keinesfalls Auspressen und den Saft anschließend vergären. Diese Methode führt zu Aromaverlusten. Am besten das Obst zu einem Brei verarbeiten, beispielsweise mit Gummistiefeln zerquetschen, und den Brei als Gesamtes vergären.
Eintrag Nr. 565
Turbohefe?
die Hefen haben ja insbesondere beim Bier einen ganz wichtigen Einfluss auf den Geschmack. Mit Turbohefe habe ich wohl die größte Alkoholausbeute, aber wie sieht es mit dem Geschmack aus, wo gibt es darüber Infos?
Kompliment für die tolle Seite
Joel Etzold, Kärnten
30.Mai.2003 15:15:12
Danke für das Lob!
Wird mit der Turbohefe Obst vergoren, so ist in der Maische kein Hefegeschmack erkennbar. Bei der reinen Wasser-Zucker-Vergärung gibt es einen geringen Hefegeschmack. Wird der Alkohol zum Anstzen verwendet, so ist keine besondere Behandlung notwendig, brauchen Sie geschmacklosen Alkohol, so empfiehlt sich eine Behandlung mit Aktivkohle.
Eintrag Nr. 564
Hallo, es geht um folgendes: Soweit ich in Erfahrung bringen konnte darf man in Deutschland mit einer Kesselgröße von einem halben Liter anmeldefrei brennen.
Wo kan man denn so kleine Kessel erwerben? Die meisten "Minikessel" haben ja schon zwei Liter. Für einen Eigenbau fehlen mir allerdings noch Ideen.
Grekofant, Deutschland
29.Mai.2003 19:28:28
Wenn Sie einen 0,5 Liter Kessel haben möchten, dann geben Sie mir bitte Bescheid, es sollte kein Problem sein, Ihnen diesen zu besorgen.
Eintrag Nr. 563
Guten Tag; kann mir jemand sagen, auf welche Weise ich den Alkoholgehalt eines mit Honig und Wodka angesetzten Liköres feststellen kann? Vielen Dank im voraus.
Sylvia Jaesch, Springe
26.Mai.2003 23:03:04
Liegen gelöster Zucker und Alkohol nebeneinander vor, so kann das Aräometer nicht verwendet werden. Da die Dichte u.a. auch vom Zuckergehalt abhängig ist. Da es sich um Likör handelt, der vermutlich über 25%vol hat, kommt auch das Vinometer nicht in Frage, der Meßbereich geht nur bis 25%vol. Sie könnten jedoch ein Ebulliometer verwenden, hier wird der Alkoholgehalt über den Siedepunkt bestimmt. Leider ist dieses Meßgerät ziemlich teuer. Weil Zucker nicht verdampft, können Sie auch eine Probe bis zur Trockene überdestillieren und im (zuckerfreien) Destillat dann den Alkoholgehalt bestimmen.
Eintrag Nr. 562
Hallo Herr Schmickl
Ich habe mir Ihr Buch gekauft und auf Seite 95 gelesen dass man aus einem Brand der einen unangenehmen Nebengeschmack hat einen Wodka herstellen kann der einen neutralen Geschmack hat. Ich würde gern diesen machen, möchte nämlich dann später Früchte ansetzen. Können Sie mir bitte dieses Verfahren einbißchen näher beschreiben? Soll die Aktivkohle erste behandelt werden oder direkt aus der Verpackung in den Kessel rein tun? Soll ich für den zweiten Brennvorgang meinen 70% Brand verdünnen und in welchem verhältnis. Für jede Antwort bin ich dankbar.
Gruss
Richard
Richard, köln
26.Mai.2003 16:15:41
Die Aktivkohle gehört nicht in den Kessel sondern gemeinsam mit dem Alkohol, den Sie geschmacksfrei machen möchten, in einen Glasballon. Dies lassen Sie nun mindestens 2 Wochen stehen (ab und zu umrühren), je länger umso besser. Danach wird diese Mischung - ohne vorher zu verdünnen - destilliert und Sie können diesen Alkohol dann zum Ansetzen verwenden. Vor dem Ansetzen auf Trinkstärke (z.B. 43%vol) verdünnen.
Die Aktivkohle müssen Sie nicht vorbehandeln, aber achten Sie unbedingt darauf, daß es je nach Anwendung verschiedene Arten gibt. Z.B. kann pulverförmige A-Kohle zu Staubexplosionen führen, diese Gefahr ist beim Granulat nicht gegeben. Das Adsorbtionsverhalten ist ebenfalls unterschiedlich.
Eintrag Nr. 561
Sehr geehrter Herr Schmickl,
Muss man in Deutschland auch Destillen anmelden, die größer als 0,5 Liter sind, auch wenn man damit nicht Schnapsbrennen will, nur ätherische Öle herstellen?
Bernd, Deutschland
25.Mai.2003 09:01:31
Wenn eine Destille von der Konstruktion her zum Schnapsbrennen GEEIGNET ist, so ist sie auch anzumelden, egal was Sie damit machen, auch wenn sie nur zur Dekoration dient. Ist die Destillationsanlage zum Schnapsbrennen nicht geeignet, aber für ätherische Öle schon, so brauchen Sie keine Meldung vorzunehmen.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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