SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 620
Zu Eintrag Nr. 616:
Alkoholgehalt ist 20%, 1 Drittel des Fruchtkuchens ist noch da, langsame Gärung(Blubbern), Maische ist trüb -ist das normal oder müsste der Fruchtkuchen weg und die Maische klar sein? Geschmack ist nun lieblich!
mfg
Danke für ihre Bemühungen
Tobias
Tobias, Kärnten
29.Jun.2003 22:03:37
Lieblicher Geschmack ist ok. Solange es blubbert muß die Maische trüb sein, das ist vollkommen in Ordnung, auch der aufschwimmende Fruchtkuchen. Erst einige Tage nach Gärende wird sich die Maische klären, der Kuchen absinken.
Eintrag Nr. 619
hi
WO KRIGE ICH EINE ANLEITUNG FÜR EINEN BRENNKESSEL AUF DEUTSCH ???
stefan heuter, birgden
28.Jun.2003 21:28:03
In unserem Buch
Eintrag Nr. 618
Hallo erstmal.
Ich bin Neuling was Brennen angeht.
Nun will ich meinen ersten Brennversuch starten, alelridngs weiß ich nicht wie heißt die Substanz, die ich destillieren will werden darf.
Zum Test will ich gewöhnlichen Weisswein aus dem Supermarkt destillieren und daraus einen Schnaps erzeugen.
1.) Ist es dabei egal wie heiß das zu Destilliernde während des Destillationsvorganges wird, solange es unter der Siedetempertur von Wasser bleibt, oder entstehen dabei giftige Stoffe bzw. giftiger Alkohol????????
2.) Welche Temperatur ist empfehlenswert???
Vielen dank schon mal für Ihre Hilfe im Voraus.
Tim Taylor, Berlin
28.Jun.2003 17:59:28
ad 1: Der Wein muß kochen, damit Sie destillieren können, sonst entsteht kein Dampf der kondensiert werden kann (das Kondensat ist der Schnaps). Die Anfangstemperatur wird ca. bei 81°C liegen, bei 91°C endet die Edelbrandfraktion, danach kommt der Nachlauf. Mit einem Gasbrenner, Spiritusbrenner oder Herdplatten können Sie diese Temperaturen leicht erreichen. Durch die Hitze entstehen zerkochte Substanzen, der Nachlauf. Dieser ist nicht giftig, schmeckt aber nicht.
ad 2: Um die oben beschriebenen Temperaturen zu erreichen brauchen Sie je nach Kesselgröße schon die Heizkraft einer Herdplatte.
Eintrag Nr. 617
Hallo
Ich möchte gerne wissen ob es möglich ist die Kirschen nur in einen Rumtopf zu legen und normal mit einem Deckel schliessen und so gähren lassen ohne jegliche zutaten, oder muss der Topf luftdicht abgeschlossen werden?
Walder, Kärnten
27.Jun.2003 16:56:06
Wenn Sie Kirschen einlegen, entweder in geschmacklosen Alkohol oder Rumtopf, so können Sie das Gefäß fest verschließen. Es findet keine Gärung statt, da der bereits vorhandene Alkohol alle Hefen abtöten würde. Möchten Sie die Kirschen einmaischen und vergären, so wäre es gut, eine Hefe zuzugeben. Dann darf das Gefäß keinesfalls dicht verschlossen werden, es würde Ihnen um die Ohren fliegen da durch die entstehenden Gärgase ein Überdruck entstehen würde. Statt dessen einen Gärspund verwenden.
Eintrag Nr. 616
Hallo H.Schmickl,
ich habe am 21.06.03 eine Kirschmaische angesetzt und die Zielzuckermenge auf 2kg berechnet. Nach 5 Tagen und der Zugabe von 1,5 kg Zucker lässt die Gärung stark nach und die Maische schmeckt sauer.Ein drittel des Fruchtkuchens ist auch noch da.Außerdem ist die Maische trüb! Ist das normal! Vielen Dank für ihre Antwort!
mfg
Tobias
P.S.:die restlichen 500g Zucker habe ich der Maische zugefügt.
Tobias, Kärnten
26.Jun.2003 23:24:01
Haben Sie die 1,5 kg erst nach 5 Tagen zugegeben oder gleich zu Beginn? Richtig wäre, ca. 700g Zucker am Beginn, die nächsten 700g ca. 3 Tage später, nochmals 3 Tage später die restlichen 700 g. Nur drei Tage Abstand, da vermutlich die Gärtemperatur über 22°C ist und die Vergärung daher rasch abläuft.
Nach einer Woche stürmischer Gärung läßt die Gärgeschwindigkeit nach, das ist in Ordnung. Aber der Gärspund sollte immer noch deutlich blubbern, beim Umrühren sollte es schäumen. Ist dies nicht der Fall, so ist die Gärung unterbrochen, vermutlich durch die zu späte Zuckerzugabe erst nach 5 Tagen und die zu große Zuckermenge von 1,5 kg auf einmal.
Schmeckt die Maische herb und trocken? Wenn's herb schmeckt fehlt Zucker, alles ist in Ordnung. Die Trübung und der aufschwimmende Fruchkuchen sprechen dafür, daß die Gärung noch in Gang ist. Ist die Maische jedoch wirklich sauer (Essig), so hat die Gärung leider nicht richtig funktioniert.
Eintrag Nr. 615
Sehr geehrter Herr Schmickl,
Ich habe wie in Ihrem ersten Buch beschrieben eine Anlage aus einem Kochtopf (ca. 20l) und Laborglas gebaut und bin sehr zufrieden damit.
1)Wenn ich den Nachbrand abbrenne macht mir der Kühler manchmal schlapp. Er besteht aus einem Glasrohr das an die Destillierbrücke gesteckt wird, in dem ein Glasröhrchen als lange Spirale eingebaut ist durch das das Kühlwasser läuft.
Gibt es leistungsfähigere Kühler mit normschliff und wie heißen die? Bisher habe ich eher kleine Mengen gebrand und traue mich nicht den Brennraum voll auszunutzen.
2) Zum Brennen von Nachlauf mit Activkohle, währe doch eine Reflux-Distille besser oder? Meine Überlegung: ich stecke ein Verlängerungsrohr mit Normschliff zwischen Rundkolben und Destillierbrücke evtl. mit einem Edelstahl-Topfkratzer drin. Macht das Ihrer Meinung nach Sinn?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen
Dj1000börn
dj1000boern, deutschland
26.Jun.2003 11:03:19
ad 1: Wahrscheinlich ist Ihr Kühler zu kurz, andernfalls sollte dieses Kühlsystem problemlos funktionieren. Alternative dazu: ein Intensivkühler, bei diesem wird zusätzlich zu Ihrem System auch die Außenwand gekühlt. Ist im Laborbedarf in verschiedenen Längen erhältlich.
ad 2: Ja, für die Herstellung von geschmacklosen Alkohol wie Nachlauf mit A-Kohle ist eine Reflux ideal. Sie können ein Verlängerungsrohr einbauen, als Füllkörper verwenden Sie am besten entweder Glasbruchstücke (z.B. ein Glasrohr mit d = 1 cm in 1 cm lange Stückchen zerschneiden) oder Metallmuttern. Oder eine Vigreuxkolonne, ist ein Glasrohr mit nach innen gerichteten Glaszapfen, um die innere Oberfläche zu erhöhen, ebenfalls im Laborbedarf in verschiedenen Längen erhältlich. Damit ersparen Sie sich die Füllkörper.
Eintrag Nr. 614
Ja hallo,
Kann ich die Daten (wie im 2.Buch seite 76 beschrieben) für alle Alkoholometer die auf 20C° geeicht sind benutzen? Gibt es dafür eine Formel? Da mein Alkoholometer kein Thermometer hat.
schonmal Danke.
Hadria, deutschland
25.Jun.2003 22:16:19
Für Eichzwecke wäre dies zu ungenau, da es verschiedene Skalierungsmethoden gibt (nach Tralles, Gay-Lussac usw.). Für Privatzwecke ist die Umrechnung mit den Werten aus der Tabelle jedoch ausreichend. Geben Sie das Alkoholometer und ein möglichst genaues Thermometer in die Flüssigkeit. Lesen Sie die Temperatur ab, korrigieren Sie nun den von Ihrem Aräometer abgelesenen Wert mit dem Wert der Tabelle im Buch.
Die Werte wurden empirisch ermittelt, d.h. Formel gibt es dafür keine. Wenn sie allerdings mit den Wertepaaren eine statistische Näherungskurve berechnen (das kann heute jeder bessere Taschenrechner oder Tabellenkalkulationsprogramme wie z.B. MS Excel) bekommen Sie eine Umrechnungsformel.
Eintrag Nr. 613
Sehr geehrte Herren!
Ich habe zwei Fragen. Die erste lautet wie folgt:
Wenn ich bei Ihnen einen 5 l Brennkessel kaufe, muß ich dies beim zuständigen Zollamt melden, oder wird das durch den Verkäufer geregelt?
Meine 2. Frage betrifft das Brennen eines Destillates mit einem 5 l Brennkessel. Und zwar, ob man dies auch schon bei der Behörde melden muß, und ob man hier auch für das erzeugte Destillat schon eine Steuer zahlen muß?
Herzlichen Dank im Vorraus!
MFG Georg Tatzl
Georg Tatzl, Steiermark
25.Jun.2003 20:30:52
ad 1: Für Österreich gilt: wenn Sie eine 5 Liter Anlage bei uns kaufen, müssen Sie UND wir den Kauf bzw. Verkauf melden, es ist also eine Doppelmeldung erforderlich.
ad 2: Ja, Sie müssen jeden Brennvorgang fünf Tage vorher anmelden, und die berechnete Alkoholsteuer bezahlen, diese ist allerdings nicht sehr hoch. Ca. 6 Euro je Liter 100%vol Alkohol (also nicht Trinkstärke).
Eintrag Nr. 612
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
Ich stelle selbst gern Obstweine her, das Brennen von diesen Weinen habe ich mir aber noch nicht getraut. Besteht denn nicht das Risiko das unerwünschte Alkohole wie z.B. Methylalkohol beim Brennen entstehen? Wie kann man deren Entstehung ausschließen oder zumindest deren Konzentration im Endprodukt bestimmen? Bis zu welcher Konzentration ist nicht mit Gesundheitsschäden zu rechnen???
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Weiß
Rainer Weiß, Thüringen
25.Jun.2003 19:48:51
Wenn giftige Substanzen entstehen, so NICHT während des Brennens, sonder während der Vergärung, d.h. sie wären auch in Ihren Weinen enthalten. Beim Brennen konzentriert man diese lediglich auf. Methanol können Sie vermeiden, indem Sie keine holzigen Anteile wie Stengel, Blätter, Kerne usw. in die Maische geben, nur gutes Obst verwenden ohne faule Stellen, sonst entsteht Vorlauf (hauptsächlich Acetaldehyd). Verwenden Sie auf jeden Fall Reinzuchthefe, stellen den pH auf 3,5 ein und geben Sie auf das Gärfaß einen Gärspund, so können Sie die Entstehung von Fehlgärungen minimieren bzw. nahezu verhindern. Die Vorlaufmenge können Sie mit dem Vorlaufabtrennungstest bestimmen. Vorlauf riecht nach Klebstoff, d.h. mit ein wenig Übung ist er auch am Geruch erkennbar. Wenn man EINMAL Schnaps der Vorlauf enthält, trinkt, so ist da nicht unbedingt gesundheitsgefährdend, das haben sicherlich bereits viele von uns gemacht - bewußt oder unbewußt -, kommt es jedoch wiederholt zu der Einnahme dieser Substanzen, wäre das sehr schädlich.
Eintrag Nr. 611
Hallo H.Doktor
Ich habe gepressten Kirschaft mit ihrer Turbo Hefe angesetzt. Hat Super schnell und heftig zu gären begonnen. Wenn der Gärprozess vorbei ist muß ich dann sofort brennen oder kann ich den Wein auch erst später im Herbst brennen? Hat es Auswirkungen auf den geschmack wen ich später brenne?
MfG Boro Bayern
Michael Borowitz, Buxheim-Tauberfeld
25.Jun.2003 19:15:01
Wieviel %vol haben Sie in der ausgegorenen Maische? Davon hängt nämlich die Haltbarkeit ab. Bei mehr als 17%vol können Sie die Maische problemlos lagern, darunter würde ich jedoch bald brennen, vorallem bei diesen hohen Temperaturen. Je geringer der Alkoholgehalt, desto mehr die Gefahr, daß das Ganze zu schimmeln oder faulen beginnt, oder sonst wie schlecht wird.
Eintrag Nr. 610
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich habe diverse "Altbestände" an Weissweinen und möchte daraus einen Geist erzeugen. Ich habe jetzt in verschiedenen Brenngängen einen Alkohol erzeugt, den ich jeweils auf 20%vol verdünnt habe. Jetzt zu meinen Fragen: Soll ich jetzt zur Geschmacksneutralisierung noch Aktivkohle hinzugeben? In welchem Verhältniss müssen bei höherem Alkoholgehalt bzw. anderem Flüssigkeitsvolumen die "Beigaben" verändert werden?
Frank, Deutschland
25.Jun.2003 17:25:47
Sind die Altbestände nur Weißwein so brauchen Sie keine Aktivkohle, geben Sie am besten den Wein direkt in den Kessel, die Früchte oder Kräuter in den Aromakorb. Vergessen Sie nicht im Destillat mit einem Mixer die Schwefelige Säure auszutreiben (beim Verdünnen ca. 2 bis 3 min schäumend Luft einmixen). Mengenangaben siehe Beitrag Nr. 609
Eintrag Nr. 609
Hallo Herr Schmickl,
zuerst möchte ich Ihnen ein Kompliment für Ihre tolle Internetseite aussprechen. Es ist für einen "Brenn-Neuling" sehr informativ.
Ich möchte jetzt mit frischen Himbeeren einen guten Schnaps erzeugen. Soll ich eine Maische ansetzen, die Himbeeren in 50 % Alkohol ansetzen (welche Menge auf wieviel Alkohol und wie lange) oder eine Geist brennen. In Ihrem Buch empfehlen Sie 250g Himbeeren auf 1,5 L 11% Wein. Wie ist das Verhältniss, wenn ich z.B. eine höher Konzentration oder eine grössere Menge verwende?
Für Ihre Antwort schon herzlichen Dank im Voraus.
Wolf, Bayern
25.Jun.2003 16:51:31
Danke!
Mit Himbeeren machen alle drei Methoden Sinn, jede bringt ein hervorragendes Aroma. Es hängt nur von der Menge Himbeeren ab, die Sie verarbeiten möchten. Für größere Mengen, ab 20 Liter, würde ich eher einmaischen, einen kleinen Teil ansetzen und für einen Geist ein paar Himbeeren einfrieren.
Zum Ansetzen füllen Sie in ein 5 Liter Gefäß ca. 1/3, also etwa 1,5 Liter Himbeeren ein und füllen mit 50%vol Alkohol auf.
Bei der Geistmethode für größere Mengen können Sie einfach umrechnen, also für 3 Liter 500g usw. Bei Früchten macht es auch nichts, wenn Sie mehr verwenden, das Aroma wird intensiver. Bei einer höheren Alkoholkonzentration verlängert sich die Brenndauer, allerdings sind die Himbeeren dann schon ausgelaugt. Es ist daher nicht sinnvoll den Alkoholgehalt und damit die Brenndauer zu erhöhen.
Eintrag Nr. 608
Hallo Herr Dr. Schmickl!
Ich habe in Ihrem Forum (Beitrag 450) gelesen, dass der bittere Geschmack einer Maische beim brennen weggeht, bzw. das Destillat danach noch besser schmeckt. Ist das bei allen Maischen (in meinem Fall Süßkirsche) so, oder eine Spezialität von Orangen? Die Maische von ca. 80l ist noch heftig am gähren hat aber bereits einen leichten Bittergeschmack. Aus Mangel an Erfahrung bin ich mir da jetzt etwas unsicher. Wo kommt der Bittergeschmack her?
Danke und Gruß
Stefan
Stefan, Wiesbaden
25.Jun.2003 10:59:47
Bei Angesetzten, also wenn Sie Früchte in geschmacklosen Alkohol einlegen, entsteht oft ein bitterer Geschmack bei einer zu langen Ziehdauer, durch die Extraktion der Blätter (bei Kräutern), Schalen (bei Zitrusfrüchten) oder Samen (bei Beeren). Dieser Geschmack geht beim Brennen weg, stellt daher kein Problem dar. Dies gilt jedoch nicht für Maischen. Schmeckt die Maische trocken und herb, so ist das in Ordnung, da der Fruchtzucker vergoren wurde. Bitter sollte es jedoch nicht sein, hier fürchte ich, daß sich Fehlgärungen eingeschlichen haben. Gerade bei Süßkirschen schmeckt die Maische sehr gut fruchtig, ähnlich wie ein Kompott mit einem Schuß Alkohol.
Eintrag Nr. 607
Ich habe nun eine Maische mit Backhefe angesetzt muss ich da Nährsalze hinzugeben? Wenn ja welche Nährsalze? Gibt es bei reiner Zuckerlösung und Backhefe einen Vorlauf? Bei welcher Temperatur fängt der Vorlauf an und Wieviel ist es? Welchen Alkoholgehalt erhalte ich mit Backhefe? Wie erechne ich ohne Öchslewaage wieviel Hefe, Zucker und Wasser jeweils zuzugeben sind?
Florian Peters, Heinsberg
24.Jun.2003 15:32:37
Ja, Nährsalz sollten Sie zugeben, sonst kommt es zu Degenerationserscheinungen und damit zu einer geringeren Alkoholausbeute und Fehlgärungen (welche u.a. Vorlauf produzieren). Es gibt im Kellereibedarf fertige Hefenährsalzmischungen zu kaufen. Bei einer Wasser-Zucker Maische haben Sie keinen Vorlauf, wenn Sie einen Gärspund verwenden. Dies gilt allerdings für die Turbohefe. Backhefe ist für die Alkoholvergärung nicht gedacht, hier kann es trotzdem zu Fehlgärungen kommen. Die Vorlaufmenge hängt immer von der Reinheit Ihrer Vergärung ab, da kann man keine Pauschalmenge vorhersagen. Der Start des Vorlaufes wird ca. zwischen 78 und 86°C liegen, abhängig wiederum von Ihrer genauen Maischezusammensetzung und Alkoholkonzentration im Kessel. Bei Backhefe werden Sie wegen der geringen Alkoholresistenz maximal ca. 5-7%vol Alkohol erhalten, sofern eine Vergärung mit reinem Zucker funktioniert, "normale" Hefen haben damit nämlich Probleme. Die Hefemenge hängt immer von der Hefeart ab und ist der jeweiligen Verpackung zu entnehmen, bei Backhefe können Sie nur schätzen. Ein Würfel (52 g) reicht sicher für 50 l. Diese Angabe ist aber nicht so genau zu nehmen, weil die Hefe sich in der Maische sowieso ordentlich vermehrt. Die Zuckermenge hängt davon ab, welchen Zielalkoholgehalt Sie in der Maische haben möchten, für 20%vol brauchen Sie z.B. 380 g je Liter Maische. Lösen Sie dazu ca. 8kg Zucker in 25 Liter Wasser auf.
Eintrag Nr. 606
Kann man zum Brennen auch einen Kupferkessel (ehemaliger Boiler) einsetzen, wo sich die Heizspiralen innenliegend befinden (horizontal alternativ vertikal)?
Für eine rasche Antwort wäre ich sehr dankbar.
timmy1, NRW/Deutschland
24.Jun.2003 09:09:45
Ja, die offene Heizspirale stört nicht. Sie müssen aber unbedingt einen Anbrennschutz (dünnmaschiges Metallgitternetz) darüber bauen, sodaß keinerlei Feststoff an der Heizspirale anbrennen kann.
Eintrag Nr. 605
Hallo!
Ich habe gelesen, dass beim Brennen auch Ethylcarbamat entsteht, das Krebs erzeugen soll. Woher kommt EC und wie verhindere ich das es entsteht, bzw. wie kann ich es aus"filtern"?
Vielen Dank
Frank, Köln
23.Jun.2003 16:44:49
In kleinen Mengen entsteht beim Vergären von Obstmaischen immer Ethylcarbamat. Größere Mengen entstehen, wenn man beim Steinobst zerstörte Kerne einmaischt und destilliert. Sie können die Bildung größerer Mengen vermeiden, indem Sie das Steinobst niemals mit einer Obstmühle zermatschen, sondern vorsichtig z.B. mit Gummistiefeln zertreten.
Ethylcarbamat (oder Urethan) entsteht aus dem Amygdalin bzw. der Blausäure, die aus zerstörten Kernen von Steinobst frei wird.
Eintrag Nr. 604
Wenn ich eine reine Zuckerlösung zum Gären ansetze woran sehe ich dann wann diese Lösung durchgegoren ist? Kann bei dieser Lösung dann ein Vorlauf entstehen, wenn ich sauber arbeite oder kann ich die ganze Lösung destilieren ohne Giftstoffe mitzudestillieren? Bei welcher Temperatur soll ich diese dann destillieren?
Florian Peters, NRW Deutschland
22.Jun.2003 21:23:15
Sie merken es an folgenden Punkten:
1. Gärspund blubbert nicht mehr
2. Beim Umrühren schäumt es nicht mehr
3. Die Maische wird oben ganz klar (Feststoffe sinken zu Boden)
Wenn Sie einen Gärspund und (Reinzucht-)Hefe verwenden, haben Sie so gut wie keinen Vorlauf, Sie können dann bedenkenlos destillieren. Der Brennvorgang beginnt immer ca. bei 79°C (je nach Alkoholgehalt im Kessel beginnt der Vorlauf zwischen 79 und 85°C). Während dem Brennen steigt die Dampftemperatur langsam weiter an, der Nachlauf beginnt immer bei 91°C.
Eintrag Nr. 603
Ich habe einige Erfahrung mit dem distillieren als hobby. Ich möchte gerne wissen welcher pot still sich am besten eignet für steinobst (Zwetschgen-wasser, Kirsch usw)? Ich habe einen super Reflux still gebaut, aber das aroma geht leider verloren beim Rücklaufdestillen...
Haben Sie eine quelle mit Bauanleitungen für einen (idealen?) Pot-still für kernobst? Ich lebe seit 20 Jahren hier in the USA und vermisse eigentlich nichts... ausgenommen den feinen Schnaps aus dem Schwarzwald!
Herzlichen Dank für the "great site" - your Walter.
Walter Sonderegger, South Georgia, USA
22.Jun.2003 00:12:04
Sehen Sie sich doch die Bilder unsere Geräte genau an (siehe Menüpunkt "Produktbeschreibung"), diese sind speziell für den maximalen Aromaübertrag konstruiert worden. Wichtig ist, daß die Anlagen kein Steigrohr haben oder zumindest eines, welches sehr, sehr kurz ist. Abgesehen davon hängt es auch von der richtigen Gärtechnik ab, ob der Schnaps Geschmack und Aroma hat oder nicht.
Übrigens ist im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr detailliert erklärt auf welche Punkte man in Bezug auf Anlagenkonstruktion, Einmaischen, Destillieren usw. achten muß, um das maximale (natürliche) Aroma im Schnaps zu erhalten.
Eintrag Nr. 602
Hallo Herr Schmickl!
Die Aktivkohle, die dazu benutzt wird, unerwünschte Aromen aus dem Alkohol zu ziehen, ist die identisch mit der Aktivkohle, die man auch für den Aquariumfilter benutzt?
Nochmal schönen Dank für das gelungene Seminar und mein neues Hobby...
Frank, Köln
20.Jun.2003 14:45:19
Freut mich!
🙂
Nein, die Kohle zur Geschmacksentfernung ist ein Spezialprodukt, deren Porengröße auf die Geschmacks- und Aromastoffe im Lebensmittelbereich abgestimmt ist. Es gibt viele verschiedene Sorten von Aktivkohle mit unterschiedlichsten Eigenschaften (z.B. wird A-Kohle bzw. A-Koks auch in der Rauchgasreinigung hinter Müllverbrennungsanlagen oder in Gasmasken eingesetzt). Um den gewünschten Reinigungseffekt zu erzielen ist es daher sehr wichtig die richtige Kohle für das zu reinigende Medium aus zu wählen.
Eintrag Nr. 601
Hallo Herr Schmickl
Habe mir Johanniskrauttinktur nach ihrem Rezept auf Seite 25 angesetzt. Ich habe aber nur mit 40%igem Wodka angesetzt, muß ich ihn dann länger ziehen lassen oder reichen 4 Wochen? Wo bekomme ich Tropfflaschen her? Weiß jemand Adressen?
Mit freundlichen Grüßen
Peter
Peter Mülich, Deutschland
20.Jun.2003 14:01:45
Da nur Kräuter verwendet werden, reicht auch 40%vol Alkohol. Ich würde das Ganze jedoch mindestens 6 bis 8 Wochen ziehen lassen. Im Zweifelsfall zwischendurch immer mal kosten. Wenn's zu bitter wird, z.B. mit Kaffeefilter abfiltrieren. Tropfflaschen bekommen Sie in jedem Fachgeschäft für Laborbedarf oder medizinisches Zubehör.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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