SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 660
Guten tag Herr Dr. Schmickl,
ich bin Jäger und habe mich in letzter Zeit viel damit beschätigt, mal selber einen Obstbrand herzustellen, habe mir sogar das Buch gekauft, was auf dieser Seite angeboten wird.
Es klang alles recht gut...mit dem Temperaturen...zuerst Vorlauf, dann Edelbrand zum Schluss Nachlauf!
Da ich zur Zeit in einem Labor bin und sehr viel Zeit habe, habe ich mir mit Glas eine Anlage nachgebaut. Glaskolben, Winkel mit Thermometer und Kühler. Ich habe reines ethanol, Methanol und Wasser vermischt und versucht das Methanol herauszuholen, der Siedepunkt liegt bei ca. 65°C da es ein gemisch ist +- der von Ethanol bei 78°C+-. Ich habe es in 4 durchläufen mit langsamen erhitzen etc. NIE geschafft eine Methanolfraktion zu erhalten...es ging IMMER im Ethanol mit über. Die 65°C wurden immer ubergangen und die temperatur stabilisierte sich bei 78-81°C Ich habe mich dann informiert es handelt sich bei dieser Mischung um eine Mischung die so nicht trennbar ist(Azehotroph<= hoffentlich richtig geschrieben*g*). Dafür benötige ich eine Trennkolonne. Ich frage mich nun wie Ihr das mit euren Anlagen schafft, die ähnlich aufgebaut sind wie meine und auch über keine Trennkolonne verfügen!!!
Vielleicht können sie mir auch sagen, was ich falsch mache, vielleicht ist der Anteil an Methanol zu hoch?
Normal sollte ja kein Methanol drin sein in der Maische:-)
Gruss c.
C., Köln/ BRD
24.Jul.2003 13:56:15
Das war ein sehr interessantes Experiment, das Sie da durchgeführt haben. Danke, daß Sie die Ergebnisse hier beschrieben haben. Ihre Ergebnisse sind vollkommen richtig, Methanol und Ethanol können destillativ nicht voneinander getrennt werden (die richtige Schreibweise ist "Azeotrop"). Eine Abtrennung schaffen Sie auch mit einer Kolonne nicht, weil auch in einer Kolonne nichts anderes als eine "normale" Destillation stattfindet, nur öfters hintereinander. Wenn eine Mischung destillativ nicht getrennt werden kann, liegt das daran, daß die Konzentrationen der Einzelkomponenten sowohl in der Flüssigkeit als auch im Dampf gleich sind. Da kann man noch so oft destillieren wie man will, die Zusammensetzung ändert sich nicht. Daher gilt für jeden Hobbybrenner: die BILDUNG von Methanol muß vermieden bzw. minimiert werden. Dies erreicht man dadurch, daß keine holzigen Bestandteile, Blätter, Stengel usw. in die Maische gelangen, so wie durch die Zugabe von Reinzuchthefe, um Fehlgärungen zu verhindern.
Eintrag Nr. 659
Grüss Gott!
Ich denke, ich habe ein Problem mit der Säureeinstellung. Am 19.7.03 hab ich folgendes angesetzt:
19 Kg Marillen
2 Lt Wasser
11 gr Gärfix
500 gr Zucker
Mit Indikatorstäbchen gemessener pH-Wert: 4
Wie empfohlen, hab ich am 21.7.03, um einen pH-Wert von 3 zu erreichen, Biogen M zugegeben und immer gemessen. Letztendlich waren es 90 ml, und der pH-Wert am Stäbchen immer noch 4 !?.
Der Fruchtkuchen schwimmt oben, riecht gut, der Geschmack ist aber sehr sauer und gären tut´s so gut wie nicht (beim Umrühren schäumt´s ein bisschen). Wass muss ich tun?
Danke für die Hilfe, Albert
Albert, Burgenland
22.Jul.2003 14:04:03
Wenn Sie den Säurewert ändern, dann immer SOFORT bei der Maischezubereitung. Sind die Hefen einmal aktiv und wird dann später der pH geändert, so kann dies zum Absterben der Hefen führen, was hier wahrscheinlich passiert ist. Wahrscheinlich ist bei der Messung etwas schiefgegangen (umrühren vergessen?), weil die zugegebene Menge Biogen zur pH-Wert Einstellung für 20 Liter Maische vollkommen ausreicht.
Wenn die Maische sauer schmeckt, dann fürchte ich, daß Sie die Hefen abgetötet haben, durch die Säurezugabe während der Gärung, und daß die Maische nun kaputt ist. Denn herb und trocken kann die Maische noch nicht schmecken, denn seit 19.7. sind erst 4 Tage vergangen, die Gärung kann noch nicht zu Ende sein (außer die Gärtemperatur ist über 22°C, dann wird's Ihnen aber leider das Aroma rausgeblasen haben, d.h. der Marillenbrand wird nach nichts schmecken).
Was tun: kosten Sie die Maische, schmeckt Sie gut? Wenn ja, machen Sie UMGEHEND einen Gärstarter. Ist der Geschmack wirklich sauer (Essigstich) und nicht sehr wohlschmeckend, dann ist die Maische leider verdorben und kann nicht mehr gerettet werden.
Eintrag Nr. 658
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich möchte jetzt im August Vogelbeeren (Eberesche) einmaischen und anschließend brennen.
Ist es sinnvoll die Beeren erst 2-3 Tage einzufrieren, damit der Zuckergehalt in den Vogelbeeren besser herauskommt oder kann ich die gequetschten Beeren gleich einmaischen?
Wenn ich 20 ltr. Maische erhalten möchte, dann
1 zu 1 Wasser und Beeren,
7 KG Zucker und 1 x Turbohefe ist doch in Ordnung?
Danke für Ihre Antwort.
jade-eule,, Nordsee
22.Jul.2003 12:54:29
Sie brauchen die Beeren nicht vorher einzufrieren, Sie können sie direkt zerquetschen und einmaischen. Bei den vogelbeeren können Sie ca. die Hälfte Wasser zugeben (je mehr Wasser, desto weniger Aroma im Schnaps) und verwenden Sie unbedingt einen Verflüssiger, sonst wird der Brei zu dick. Geben Sie zu Beginn nur ein Drittel des Zuckers zu, ein halbes Säckchen Hefe genügt.
Eintrag Nr. 657
Gestern habe ich einen Brenngang gemacht der eigentlich zienlich gut verlief, jedoch ist die Dampftemperatur bist auf 96°c angestiegen, obwohl der Alkohol überhaupt noch gar nicht herausdestilliert war. Ist das normal das dort die Dampftemperatur so schnell steigt, wenn der Alkohol noch gar nicht herausdestilliert ist,oder können sie mir sagen was passiert ist.
Florian, Kärnten
21.Jul.2003 12:32:51
Sie haben mit Sicherheit Ihr Thermometer falsch eingebaut (zu tief). Sie messen viel zu hohe Temperaturen. Je nach Alkoholkonzentration wird der Alkohol zwischen 79,5 und 82°C zu tropfen beginnen. Bauen Sie das Thermometer an der höchsten Stelle, die der Dampf erreichen kann, ein.
Eintrag Nr. 656
Sehr geehrter Dr. Schmickl,
ich stelle seit einiger Zeit meine eigenen Apfel- und Traubenweine her, indem ich Apfel- bzw. Traubensaft aus dem Supermarkt mit Reinzuchthefe, Zucker und Hefenährsalz laut Anleitung aus der Kitzinger Weinfibel vergäre.
Wie sieht es mit unerwünschtem Methanol aus, wenn man die Weine unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen hier in der BRD brennen würde? Kann ich mich darauf verlassen, das der Supermarkt-Apfelsaft, bestehend aus 100 Prozent Fruchtgehalt, nicht Reste fauliger Früchte, Stengel etc. enthält, woraus ja bei der Gärung der u.U. tödliche Methanol entsteht?
Habe ich überhaupt eine Chance, Methanolfreie Weine, wie ganz oben beschrieben, zu erhalten? Dann würde man das Risiko mit dem Methanol beim Brennen ja praktisch ausschließen können!
Bitte helfen Sie mir! Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Christian, Münsterland
20.Jul.2003 18:14:59
Wenn Sie nur Saft vergären - und darin gibt es keine Blätter und Stengel - so wird nahezu kein Methanol gebildet werden bzw. vorhanden sein. Sollten bei der Saftherstellung faule Früchte verwendet werden, so brauchen Sie auch davor keine Angst zu haben: alle gekauften Säfte werden erhitzt und somit alle Bakterien abgetötet. Bezüglich Methanol und anderer Fehlgärungen brauchen Sie keine Angst zu haben. Vorrausgesetzt Sie verwenden bei der Vergärung Hefe und Gärspund.
Eintrag Nr. 655
Sehr gehrte Damen u. Herren!
Bitte senden sie mir Anleitungen über das Einmaischen von Ebereschen.
Vielen Dank im Voraus
Skopek Adolf jun.
Skopek Adi jun., Niederösterreich
20.Jul.2003 10:36:18
Siehe Rezeptbörse unter Vogelbeermaische.
Eintrag Nr. 654
Hallo Herr Schmickl, zunächst einmal Kompliment für Ihr neues Buch, ist ganz toll. Jetzt habe ich einige Fragen:
Kann ich als Thermometer auch ein Digital-Thermometer nehmen?
Soll das Thermometer am obersten Ende des Steigrohres oder im Deckel am obersten Punkt neben dem Ausgang ins Steigrohr eingebaut werden?
und als letzte Frage:
wieviel Durchmesser muss das Kühlrohr (Kupferrohr aus dem Sanitärbereich) haben?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Viele Grüße
timmy1
timmy1, nrw
19.Jul.2003 09:16:41
Danke für das Lob!!
Ja, Sie können auch ein Digitalthermometer verwenden, aber achten Sie darauf, daß das Thermoelement im Bereich von 50-100°C genau mißt, anderfalls ist es keine sinnvolle Alternative (wieviele Stellen im Display angezeigt werden, ist irrelevant). Das Thermometer muß - sofern Sie ein Steigrohr haben - am höchsten Punkte des Steigrohres angebracht werden, also am höchsten Punkt, den der DAMPF in der Anlage erreicht. Das Kühlrohr braucht nicht allzudick sein, da hier der Dampf bereits kondensiert wurde: bei einer 5-10 Liter Anlage genügt 0,5 cm Durchmesser.
Eintrag Nr. 653
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
Habe Ihr Buch gekauft und in eins durchgelesen. Es ist das beste Buch, das ich zu dem Thema je gelesen habe. Aufgrund Ihrer sehr informativen Erläuterungen zum Thema "Brennanlagen" möchte ich mir (nun doch endlich :D) eine "Pot stil" aus einem alten Edelstahdampfkochtopf selbstbauen. Da Sie in Ihrem Buch darauf hingewiesen haben, daß der Durchmesser des Steigrohres von Bedeutung für den Destillationsprozeß ist, möchte ich Sie fragen, welchen Durchmesser Sie z.B. für einen umgebauten Dampfkochtopf mit einem Vol von ca. 4-5 Litern wählen würden. Außderdem besteht die Frage, wie hoch sollte das Steigrohr sein, um optimale Brennergebnisse zu erhalten? Ist eine Edelstahleinlage, die häufig bei Dampfkochtöpfen zu finden ist, sinnvollerweise als Anbrennschutz einsetzbar.
Danke im voraus für Ihre Bemühungen.
Dasher
Dasher, Kärnten
18.Jul.2003 16:03:10
Es freut mich!Das Steigrohr sollte so kurz als möglich sein, am idealsten können Sie direkt aus dem Kessel mit einer kleiner Biegung gleich in das leicht abfallende Geistrohr übergehen. Als Durchmesser würde ich 2-3 cm wählen, zum Kühler hin kann (muß aber nicht) das Rohr leicht enger werden. Die Edelstahleinlage können Sie als Anbrennschutz verwenden.
Eintrag Nr. 652
sehr geehrter dr. Schmickl
kennen sie schwarze sau?
könnte man sich wodka brennen und gleichzeitig die süssholzwurzel mit rein schmeissen so das man lakritz wodka erhält
o3mm3L, Kärnten
17.Jul.2003 15:22:37
Nein, noch nie gehört. Wenn Sie während der Destillation etwas zugeben möchten, also die Geistmethode, sollten Sie die Wurzel unbedingt zerreiben und dann in den Aromakorb (= Dampfraum) geben. Die richtige Menge können Sie am besten mit einigen kleinen Brennversuchen herausfinden, fangen Sie mit ca. 30 g je Liter an, ist der Geschmack zu intensiv, beim nächsten Versuch weniger verwenden, ansonsten mehr. Ich würde Sie bitten einen kurzen Erfahrungsbericht in die Rezepte zu schreiben, da ein derartiger Geist doch eher ausgefallen ist.
Eintrag Nr. 651
Nochmal Pfefferschnaps.
Ich habe schon sehr leckere Ergebnisse erzielt bei Ouzo, Gin und Kümmel. Basisrezept: 12 Liter Tetrapack-Rotwein, Anis und Kümmel gemahlen, Wacholderbeeren gequetscht, 1-Wochen ziehen lassen. Die Gewürzmengen hab ich bisher immer per Augenmaß definiert.
Was noch fehlt, ist Pfefferbrand. Da bin ich etwas vorsichtiger. Wieviel schwarzen Pfeffer braucht man bei der obigen Methode pro Liter? Ganz oder gemahlen?
Viele Grüße & möge stets ein guter Geist mit euch sein!
Waldbaer, Deutschland
17.Jul.2003 14:00:23
Sie machen einen Ansatz mit Wein und destillieren diesen dann, richtig? Wenn Sie nur einen Geist herstellen, d.h. Kräuter in den Aromakorb und Alkohol destillieren (also nicht ansetzen), so würde ich für 1 Liter 11%vol Alkohol ca. 10-20 Pfefferkörner verwenden (ob die Körner gestoßen werden sollen oder nicht, ist Geschmackssache). Aber natürlich sind Geschmäcker verschieden, d.h. dies ist nur ein Richtwert.
Eintrag Nr. 650
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich hätte gerne die Menge an Aktiv Kohle pro Liter Maiche bzw. Brand gewusst?
Ebenfalls wüsste ich gerne ob ich Feine Lebensmittelechte Kohle aus der Apotheke ebenfalls nutzen kann.
MfG.
Malerklecksel, Deutschland
17.Jul.2003 11:54:12
Geben Sie die Aktivkohle immer nur in das Destillat, niemals in die Maische, diese würde die Kohle verkleben. Sie brauchen 1 gehäuften Eßlöffel Kohle auf 5 Liter Destillat. Theoretisch können Sie auch die Kohle aus der Apotheke benutzen, bedenken Sie aber, daß die "Geschmacklosmachung" der Kohle immer von deren Porengröße abhängt. Die beste Wirkung erzielen also Kohlen, die speziell für diesen Zweck gedacht sind.
Eintrag Nr. 649
Hallo Meister,
ich habe folgendes großes problem, denn ich habe ein Rezept für roten Johannisbeerwein befolgt, aber beim erhitzen der Maische mich mit der Temperatur wohl etwas verhauen und bin anstat max. 50 °C wohl locker bei 60-70 gewesen und nun will er irgendwie nicht gären.
Was kann oder besser muss ich nun tun ???
Desweiteren habe ich einen Gärballon vom letzten Jahr, in dem ich 25 ltr. Apfelsüßmost mit 6 Kg Zucker und anderen Zusätzen angesetzt hatte, der wohl im Winter im Keller zu kühl stand und die Gärung nun nicht mehr anspringt, was kann ich da tun.
Ich bitte dringend um Fachmännische Hilfe.
Mannix, Deutschhausen
17.Jul.2003 09:26:16
Ist bereits Alkohol entstanden? Wenn nein, dann geben Sie Hefe zu. Haben Sie bereits Alkohol im Wein, dann sollten Sie einen Gärstarter (= 2 l Zucker-Wasser-Maische) machen und ein bis zwei Tage nach Gärbeginn dem Wein zugeben. Prinzipiell macht das Erhitzen nichts, Sie haben dadurch alle (störenden) Bakterien abgetötet.
Auch für den Apfelmost gilt: hat sich Alkohol bereits gebildet, können Sie die Gärung nur mittel Gärstarter wieder in Gang bringen. Andernfalls einfach Hefe zugeben.
Eintrag Nr. 648
s. g. hr. schmickl!
wie berechnet man die max. brenndauer beim brennen?
ich habe mir aus einen multitopf eine brennanlage gebaut (15 liter) und möchte mir hierfür die brenndauer ausrechnen.
danke für ihre hilfe
lg
baux, niederösterreich
16.Jul.2003 13:46:35
Sie können sich keine Brenndauer für einen Kessel ausrechnen. Die Brennzeit hängt immer von der Alkoholmenge und der Alkoholkonzentration im Kessel ab. Je höher die Alkoholkonzentration der zu destillierenden Flüssigkeit, umso länger die Brenndauer.
Eintrag Nr. 647
hallo hr. dr. schmickl
findes es immer wieder super wenn man sich an sie wenden kann - danke
habe einige fragen:
1) habe vor einigen tagen meine kirschen gebrannt - hier war kein vorlauf (hab trozdem einige cl weggeben) ist das normal?
weiters hat die vergorene maische nur 9%vol gehabt und mein "gebrannter" ist mit 69%vol rausgekommen - ??????
2) habe gestern kriecherl angesetzt, hier hab ich einen ph-wert von fast 4.0 gehabt - ist das ok oder muß man hier sogar säure entziehen?
3) wenn die maische vergoren ist und es ist noch fruchtfleisch vorhanden, soll man diesen beim brennen mit in den topf geben oder nicht?
4) wie ist es mit den kernen - beim brennen mit in den topf oder nicht????
danke für die beantwortung meiner fragen!!!!
lg norbert
norbert, nö
16.Jul.2003 09:56:51
ad 1: Wenn Sie sauber mit Gärspund, Hefe usw. arbeiten ist es durchaus normal, daß nahezu kein Vorlauf entsteht. Die 69%vol bei 9%vol in der Maische sind nicht in Ordnung, hier haben Sie mit der Destillation viel zu früh aufgehört. Sie hätten bis zu einem Alkoholgrad von ca. 53%vol brennen können, exakt bis 91°C.
ad 2: pH von 4 ist zu hoch, Sie müssen bis auf 3 ansäuern.
ad 3: Rühren Sie gut um und geben Sie das Fruchtfleisch mit in den Kessel.
ad 4: Von den eingemaischen ganzen (!!) Kernen können Sie ca. 10%vol mit in den Kessel geben.
Eintrag Nr. 646
hallo
kürzlich liess ich schnaps brennen (da ich der meinung war, dass die älteren leute dies besser beherrschen - was sicherlich auch so ist). da ich leider nicht zugegen sein konnte, wurde der schnaps auf ca. 55grad gebrannt. da es sich um aprikosenschnaps handelt, finde ich dies ein bisschen zu hoch. gibt es eine möglichkeit dieses brenngut zu strecken, so dass man auf wenigstens 45grad runterkäme??
herzlichen dank für ihre antworten
und mit freundlichen grüssen
amoos patrick
amoos patrick, Schweiz
15.Jul.2003 10:35:47
Ja natürlich, Sie können den Schnaps problemlos verdünnen. Allerdings ist Leitungswasser im allgemeinen dafür nicht geeignet, weil die enthaltenen Kalksalze ausfallen und es im Schnaps somit zu schneien beginnen würde. Um zu berechnen, wieviel destilliertes Wasser (aus dem Baumarkt: für Autobatterien, Bügeleisen u.ä.) Sie benötigen, um ein 55%vol Destillat auf 45%vol zu verdünnen, klicken Sie in der linken Menüleiste auf "Alkohol verdünnen".
Sie haben vollkommen recht, 55%vol sind zum Trinken viel zu hoch, erst bei weniger als 45%vol werden Sie das Aroma schmecken. Wir verdünnen alle unsere Brände immer auf 43%vol.
Eintrag Nr. 645
Hallo Herr Schmickl,
soll man bei der Kirschenmaische nun die Kerne mitbrennen, alle, nur teilweise oder gar keine?
Schönen Urlaub!
EB
Ein Brenner, Ö
15.Jul.2003 08:09:05
Bei der Kirschmaische ca. 10 bis 30% der GANZEN Kerne mitbrennen, ansonsten würde eine Komponente des typischen Kirschbrandgeschmackes fehlen.
Eintrag Nr. 644
Hallo,
ich habe mir Ihr neues Buch gekauft und auch mit Interesse gelesen - erstmal ein dickes Lob, ich hab eine Menge gelernt.
Jetzt hab ich aber noch eine Frage: Ich habe derzeit nur eine Rückflussdestille und würde gerne mal Bier destillieren. Ich habe hier bereits gelesen, dass man bis 92°C destillieren soll, aber kommt das Aroma bei einer Rückflussdestille denn nun mit? Ich meine wenn ich oben bis zu einer Dampftemperatur von 92% brenne müsste es doch eigentlich, richtig?
Jan, Kärnten
13.Jul.2003 13:31:00
Danke für das Lob!
🙂
Wenn Sie Bier unter Rückfluß destillieren, werden Sie vom Aroma enttäuscht sein, unabhängig davon ob Sie bis 92°C gehen oder nicht. Vielleicht haben Sie eine Möglichkeit, die Kolonne wegzuschalten, das wäre diesbezüglich das Beste. Aber natürlich hängt es von der Rektifikationskolonne selbst ab, in wie weit das Aroma vollständig abgetrennt wird. Je besser die Trennleistung (in der Regel je höher und mehr Füllkörper, Einbauten usw.), desto reiner und damit geschmackloser wird das Destillat.
Eintrag Nr. 643
Hallo!
Gelten beim kommerziellen Schnapsbrennen sehr strenge Hygienevorschriften? Und wo kann ich etwas über diese erfahren?
schon mal danke & viele grüsse ramona
Ramona, Hamburg
12.Jul.2003 16:34:50
In Bezug auf die gesetzlichen Regelungen der Anlagen, Geräte usw., hilft Ihnen das für Sie zuständige Zollamt sicher gerne weiter, dort wo die Anlage registriert ist und die Alkoholsteuer entrichtet werden muß. Weiters sind die genauen Zutaten (ja, es gelten tatsächlich SEHR strenge Hygienevorschriften) und erforderlichen Alkoholgrade für JEDE ART von, im Handel erhältlichen, Spirituosen/Brände/Liköre im Lebensmittelgesetz bzw. Lebensmittelcodex definiert.
Eintrag Nr. 642
Hallo,
könnt ihr mir gute Links geben wo das Schnapsbrennen schön erklärt ist?
Ich hab mir jetzt nämlich ne Brennmaschine angeschafft und weiß nur noch nicht wie man das genau macht.
Danke schon im Voraus.
Hans
Hans, Bamberg
11.Jul.2003 23:51:05
Ich hoffe doch, daß so gut wie alle Fragen auf dieser homepage geklärt werden können! Für Links siehe links im Menüpunkt "Links".
Eintrag Nr. 641
Hallo Herr Schmickl,
ich habe Aprikosenmaische angesetzt (mit weinig Wasser, Zucker, Verflüssiger, Biogen)und ca. 10%
der Kerne der Maische zugegeben. Irgendwo habe ich jetzt gelesen, daß die Kerne giftige Blausäure abgeben. Alle zugegebenen Kerne sind sauber gewaschen und garantiert unzerstört.
Frage:
1. Wie hoch ist die Gefahr daraus und soll ich sie schnellstens aus der Maische entfernen?
2. Wenn Entfernen nicht erforderlich ist, dürfen sie mitdestilliert werden und welchen Einfluß haben sie auf das Aroma ?
wilfried, Kärnten
11.Jul.2003 20:45:02
Wenn die Kerne ganz sind, besteht keinerlei Gefahr. Geben Sie beim Brennen aber trotzdem nur ca. 10% der ganzen Kerne zu. Spezifisch für Aprikosenmaische: hier führen Kerne in der Maische zu einem gewissen Marzipan-Aroma. Wenn Sie dieses liebliche Aroma (zusätzlich zum Fruchtaroma) wünschen, ist nichts dagegen einzuwenden, die Aprikosen mit den Kernen einzumaischen. Ansonsten macht es nur Sinn die Kerne bereits VOR dem Einmaischen zu Entfernen, sonst wird der Marzipangeschmack immer vorhanden sein.
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