SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 680
Hallo Herr Schmickl,
Wie siehts mit Marillen aus?
Einmaischen mit Kernen? (unbeschädigt)!
Destillieren auch mit Kernen? (unbeschädigt)!
MFG Klaus
Klaus, Kärnten
31.Jul.2003 13:43:15
Hängt davon ab, ob der Marillenbrand eine leichte Marzipannote haben soll.
Mit Kernen einmaischen: der Schnaps hat eine Marzipannote, egal ob die Kerne mitdestilliert werden oder nicht (wenn sie mitdestilliert werden, nur ca. 10% der Kerne verwenden).
Ohne Kerne einmaischen: der Schnaps hat keinen Marzipangeschmack
Eintrag Nr. 679
Nach erfolgloser Lagerung von Slobowitz im 10 Liter Maulbeerbaumholzfaß würde es mich interessieren welcher Schnaps für so ein Faß geeignet ist. Ich möchte es nicht nur als Zierde herumstehen haben.
LUGER Eleonora, Wien
31.Jul.2003 07:02:52
Sorry, daß meine Erklärung missverständlich war, natürlich kann jede Art von Schnaps in Holzfässern gelagert werden. Aber daß dabei auch etwas schiefgehen kann, haben Sie ja gemerkt. Versuchen Sie's einfach noch einmal, aber diesmal sollten Sie regelmäßig kosten, um die optimale Ziehdauer herauszufinden.
Lassen Sie das Faß keinesfalls zur Zierde herumstehen, denn wenn es austrocknet wird es undicht und damit ruiniert. Wenn Sie gerade keinen Schnaps haben sollten, füllen Sie es zumindest mit Wasser oder einem kräftigen Rotwein auf. Sie könnten auch einen "Pseudo"-Whiskey versuchen: geschmackloser Alkohol aus der Apotheke mit 40-45%vol einfüllen. Damit erhalten Sie den reinen Faßgeschmack. Variante: zum Konditionieren zuerst Rotwein verwenden und danach erst den Hochprozentigen darin lagern.
Eintrag Nr. 678
Guten Tag,
eigentlich habe ich eine ganz banale Frage, sie ist aber für mich relativ wichtig.
Was ist zur Kühlung besser geeignet, ein stetiger Frischwasser Durchfluss oder reicht es aus, wenn man das Kühlwasser umwälzt
Vielen Dank.
Markus Kunst
Markus Kunst, Ruppach
30.Jul.2003 11:31:36
Die Frage ist nicht banal. Man glaubt es kaum, aber auch zu diesem Thema ranken sich unzählige Mythen und Legenden (z.B. "es darf nur reines Hochgebirgsquellwasser bei einer Vollmondnacht verwendet werden...". Ich habe dreimal nachgefragt, da war wirklich das KÜHLwasser gemeint!).
Nur ein einziger Punkt ist beim Kühlen wichtig: Der Schnaps, der beim Kühler rausrinnt, muß KALT sein (kühl geht zur Not auch). Ob es sich um eine kontinuierliche Kühlung (stetiger Durchfluß) handelt oder ob Eiswürfel, Schnee o.ä. verwendet wird, ist dabei vollkommen irrelevant. Einfach Finger drunter halten und wenn der Schnaps kalt ist, der herausrinnt, ist alles in Ordnung.
Eintrag Nr. 677
Habe milden Slibowitz ein halbes Jahr im Maulbeerbaumholzfaß (10Liter) gelagert. Hat sich stark verändert: Farbe: Bernstein - Geschmack sehr scharf nach Holz schmeckend - Was soll ich tun? Bitte sehr dringend!
Luger Eleonora, Wien
30.Jul.2003 10:59:36
Sie haben also versucht einen "vieille prune" (wörl. übersetzt: alte Pflaume), zu machen, ein ausgezeichneter, milder, im Eichenfaß gelagerter Pflaumenschnaps. Die Hersteller behaupten, es sei eine Kunst die richtige Balance zwischen Holzgeschmack und Pflaumenaroma zu finden. Wie Sie bemerkt haben, stimmt das.
Jetzt gibt es leider nur mehr zwei, nicht wirklich befriedigende, Möglichkeiten:
- das Ganze noch einmal destillieren: dann ist die Farbe weg und das Zwetschkenaroma vermindert, aber es könnte zumindest sein, daß die Holzschärfe drastisch abgenommen hat.
- das Ganze mit Aktivkohle behandeln: dann ist der Schnaps geschmacklos. Sie können den Alkohol dann zumindest zum Ansetzen verwenden.
Fazit: beim nächsten Faßlagerungsversuch zumindest einmal wöchentlich kosten und wenn's zu intensiv wird sofort raus damit.
Eintrag Nr. 676
Hallo,
hätte noch ein paar Fragen.
Zuerst aber:Ihr Buch ist klasse.
Meine Fragen:Ich habe eine 38 Liter Alutopf,kann ich mir daraus eine Brennanlage bauen(ich meine wegen dem Alu)?
Wenn es geht,wie gross sollte ich das Steigrohr machen(Durchmesser+Höhe)?
Ich möchte das Geistrohr mit einem dickeren Rohr Ummanteln und dies dann Innen mit Wasser kühlen,habe eine kleine Pumpe die 1500 Liter in der Stunde pumpt.Wie dick sollte das Geistrohr sein und wie lang?
Vielen Dank
mfg
Chris
Chris, Saar
29.Jul.2003 19:50:41
Danke!!
Sie können auch aus Aluminium eine Anlage bauen, kein Problem (Al erzeugt kein Altzheimer, wie jüngst eine Untersuchung einer US-Uni ergeben hat, demzufolge sollte theoretisch sogar Kupfer schädlicher sein). Wenn Sie aromatische Schnäpse herstellen wollen, so machen Sie das Steigrohr so kurz wie kontruktionsmäßig möglich (oder lassen es am besten ganz weg), der Druchmesser kann ruhig 3cm haben. Das Geistrohr soll also zugleich die Kühlung werden. Hier sollten Sie für einen 38 l Kessel schon mindestens 1,5 m Länge haben (besser ist mehr), um eine gute Kühlwirkung zu erhalten, Durchmesser mit 1 cm genügt. Führen Sie die Kühlleitung auf alle Fälle im Gegenstrom zum Geistrohr und außen. D.h. zwei Rohre ineinander, das innere Rohr ist das Geistrohr und im äußeren, also im Mantel läuft das Kühlwasser (unteres Ende Zulauf, am oberen Ende, also dort wo's am heißesten ist, Ablauf). Diese Bauart nennt sich übrigens "Liebig"-Kühler (nach dem Erfinder dieses Kühlers).
Eintrag Nr. 675
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
nun möchte ich doch noch einmal auf Eintrag Nr. 665 zurück kommen.
Azeotrop heißt, dass zwei vermischte Flüssigkeiten einen bestimmten Siedepunkt haben, der nicht einem der Siedepunkte einem der einzelnen Stoffe entspricht. Dieser ist natürlich vom Mischungsverhältnis abhängig.
Wenn dieses Gemisch nun zum Sieden gebracht wird, so ist es keinesfalls so, dass der entstehende Dampf proportional Anteile des Mischungsverhältnisses der Flüssigkeiten hat, sondern die Flüssigkeit mit dem niedrigeren Siedepunkt überwiegt bei weitem. Sonst könnte man nämlich sämtliche Destillieranlagen wegschmeißen, weil sie überhaupt nichts fraktionieren (trennen) würden.
Dass auch Anteile der Flüssigkeit mit dem höheren Siedepunkt mit im Dampf sind erklärt sich dadurch, dass z.B. Wasser auch schon weit unterhalb seines Siedepunktes verdampft. Das weiß jeder, der einmal Wäsche zum Trocknen aufgehängt hat.
Während des Destillationsvorganges steigt die Siedetemperatur deshalb, weil das Mischungsverhältnis der Flüssigkeiten sich durch das Verdampfen eines höheren Anteils der Substanz mit den niedrigerem Siedepunkt ändert.
Selbstverständlich ist im Vorlauf weit mehr Methanol (falls im Gemisch vorliegend) enthalten, da dessen Siedepunkt bei ca. 65°C liegt, ebenso wie Essigester und Acetaldehyd (eine Vorstufe des Ethanols), deren Siedepunkte ebenfalls niedriger liegen. Dass Die Vorlaufabtrenntests auf Acetyldehyd basieren liegt einfach daran, dass dieser Stoff immer anzutreffen ist und dass der Nachweis wesentlich einfacher ist als der von Methanol.
Richtig ist, dass ETWAS Methanol immer auch im Feinbrand ist. Dass jedoch (fast) das gesamte Methanol im Feinbrand ist, gehört in die Märchenecke. Der allergeringste Teil ist im Feinbrand.
Bezgl. des Eintrages Nr. 660 nehme ich an, dass der Experimentator viel zu schnell angeheizt hat, sonst hätte er nämlich mit Sicherheit eine Methanolfraktion erhalten müssen.
Noch eine Randbemerkung. Ein guter Wein oder Schnaps hat sehr viele Aromastoffe, dieses Bouquet können wir bereits mit der Nase geniessen, da all diese Stoffe bereits unterhalb ihrer Siedepunkte in geringen Mengen verdampfen.
Viele Grüße
Gelo
P.S.: Im Übrigen ist das eine sehr gute Seite hier
Gelo, Deutschland
29.Jul.2003 17:37:26
Also eines muß ich mal sagen, die Fachfragen werden immer professioneller! Nun zum Azeotrop (bei allen anderen Punkten haben Sie selbstverständlich vollkommen recht): Wenn ein Gemisch zum Kochen gebracht wird, ist der Dampf meistens mit der niedriger siedenden Komponente angereichert (so wie Sie's ja auch beschreiben). Aber manchmal kann es vorkommen, daß der Dampf trotzdem exakt das gleiche Mischungsverhältnis hat wie die kochende Flüssigkeit, genau diese Mischung nennt man dann Azeotrop. Bestimmte Flüssigkeitsgemische bilden ein Azeotrop, andere nicht. Ein Beispiel hierfür ist Wasser-Ethanol. Bei Wasser-Ethanol ist 96%vol ein Azeotrop, alle anderen Mischungsverhältnisse sind keine Azeotrope. Vor diesem Mischungsverhältnis, also alles unter 96%vol Alkohol, kann destillativ ganz normal abgetrennt werden, wobei immer die niedrig siedende Flüssigkeit im Destillat überwiegt, daher ist das Schnapsbrennen auch möglich. Beispiel: wird 44%vol Alkohol erhitzt, so kocht dieser laut T-X-Y Diagramm (bezieht sich auf ideale Bedingungen, Normaldruck usw., die Meßwerte beim Schnapsbrennen werden daher davon abweichen) ca. bei 82°C, der Dampf hat eine Zusammensetzung von ca. 80%vol. Gibt man nun das Destillat mit den 80%vol wieder in den Kessel, so hat der Dampf dann eine Zusammensetzung von ca. 88%vol (in beiden Fälle handelt es sich also nicht um Azeotrope). Diesen Vorgang kann man nun so oft wiederholen, bis man ca. 96%vol erreicht, darüber hinaus geht es nicht mehr. Würde man 96%vol Alkohol erhitzen, so hat auch der Dampf wieder 96%vol, eine Trennung ist destillativ nicht mehr möglich, da sich Flüssigkeitsgemische im Aceotropen Punkt wie reine Flüssigkeiten verhalten (es gibt einen fixen Siedepunkt und im Dampf ist dasselbe drin wie in der Flüssigkeit).
P.S.: danke, wir bemühen uns.
🙂
Eintrag Nr. 674
Hallo Frau Malle, Herr Schmickl,
Gratulation zu diesem gelungenen Buch.
Ich habe dieses Forum verfolgt und habe eine Frage. In Eintrag Nr. 654 schreiben Sie, das Thermometer einer Brennanlage müsse im Steigrohr plaziert werden (höchster Punkt des Dampfes). Bei den von Ihnen vertriebenen Destillationsapparaten befindet es sich - den Bildern zufolge - aber daneben im Deckel. Warum?
Danke im voraus
Bernhard
Bernhard, München
29.Jul.2003 14:39:55
Danke!
Richtig, das Thermometer muß immer am höchsten Punkt eingebaut sein. Bei unseren Anlagen ist das Thermometer fast am höchsten Punkt, der geringe Unterschied (ca. 1 cm zur Unterkante des Geistrohres) macht nicht wirklich was aus. Warum nicht im höchsten Punkt? Da die Anlagen mit einem Bügel verschlossen werden, kann das Thermometer konstruktionsbedingt nicht ganz oben sein. Falsche Temperaturen würden Sie ablesen, wenn das Thermometer am Deckkelrand angebracht wäre oder noch weiter unten. Ebenso, wenn Sie das Thermometer z.B. so anbringen wie bei unserer Anlage und dann ein Steigrohr noch oben gehen würde.
Eintrag Nr. 673
Sehr geehrter Dr. Herr Schmickl,
mein Problem besteht darin, dass ich mit meinen brennern, ein camping-kocher bzw. eine tragbare herdplatte, nicht die 92° Celsius erreiche, die ich, wie sie schildern, für einen optimalen Brand benötige. Ab einem bestimmten Zeitpunkt, hört es bei der Temperatur von 78° einfach auf zu tropfen, die Temperatur steigt aber auch nicht weiter. ich habe dann bisher immer abgebrochen und mit meiner reflux-destille natürlich gigantische Alkoholgehalte erhalten(Apfelweinbrand: 82%). warum sollte man eigentlich bis 92°destillieren? Das destillat schmeckt so schon hervorragend.
Vielen Dank!
SchobbeSchosch, Ffm
28.Jul.2003 01:47:29
Da haben Sie eine ideale Kombination aus Kolonnen-Länge und Heizleistung. Unter einem gewissen Alkoholgehalt ist die Energie, die dazu benötigt wird das (höher siedende, weil weniger Alkohol drin ist) Alkohol-Wasser-Gemisch durch die Kolonne zu bringen größer als die Heizung hergibt. Wenn Sie mit einer Reflux-Anlage arbeiten, ist es egal wenn Sie früher aufhören. Sie haben eben nur weniger Ausbeute, aber da Reflux-Kolonnen sowieso nur dafür gedacht sind, in einem Arbeitsschritt extrem hohe Alkoholkonzentrationen zu erreichen, ist die Ausbeute dabei sekundär. Bei einer "normalen" Topf-Destille ist es hingegen nicht egal. Diese ist auf Aroma ausgerichtet. Das Aroma verteilt sich über die ganze Destillation. Zu Beginn kommen andere Aromastoffe mit als mittendrin oder am Ende. Um eine Fruchtmaische zu destillieren, ist es erforderlich, das ganze Spektrum zu erhalten, sonst würde im Geschmack etwas fehlen. Und natürlich ist es auch eine Frage der Ausbeute, wenn man immer den letzten Teil des Edelbrandes wegläßt.
Eintrag Nr. 672
Hallo,
wo finde ich solche Glasbalons bis 5 Liter?
Besten Dank
mfg
Chris
Chris, Saar
27.Jul.2003 16:13:26
In jedem Fachgeschäft für Laborbedarf.
Eintrag Nr. 671
Hallo,
Ich habe nur mal eine Frage ich hoffe die kann mir jemand beantworten?
Und zwar gibt es 100% Alkohol?????
J.Friedrichs, Schleswig Holstein
27.Jul.2003 01:56:36
Ja, gibt es. Um das Azeotrop bei 96%vol zu überwinden, werden spezielle Trocknungsmittel eingesetzt. Ist im Chemikalienfachhandel als "Ethanol absolut" erhältlich.
Eintrag Nr. 670
Anhang zu meiner Frage.
Wie viel ihrer Meinung nach sollte der Vorlauf ca. sein bei 6 Liter 18%igem sein?
Boro, Tauberfeld/Deutschland
26.Jul.2003 20:38:59
Das kann man so nicht sagen, das hängt von Ihrer Arbeitsweise beim Einmaischen ab. Bei extrem sauberer Verarbeitung, Reinzuchthefe, pH-Regulierung und Gärspund sollte nicht mehr als ein halbes Schnapsgläschen Vorlauf anfallen. Achten Sie aber auf die Temperatur: sobald diese nicht mehr rasch ansteigt, ist der Vorlauf zu Ende. Vorlauf ist am Geruch erkennbar: Riecht das Destillat nach Klebstoff ist Vorlauf in größeren Mengen enthalten. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, machen Sie einen "Vorlaufabtrennungstest".
Eintrag Nr. 669
Hallo H. Doktor
Ich habe angesetzte Kirschen (mit ihrer Turbo Hefe 20%) gebrannt. Der Vorlauf war klar wie Wasser danach nahm das Destilat die Farbe des Kirschweines an ( Braune Brühe).Das ich zu schnell aufgeheitzt habe glaub ich nicht denn es ist nur eine 1500 Watt Kochplatte bei 6 Litern Inhalt .Auch mit Rücknahme der Heitzleistung wurde es nicht mehr klar.Kann es am Kirschwein liegen? Denn letztes Jahr ist mir das gleiche mit Kirschen passiert.
Schöne Grüße und Danke für die Antwort
Boro
Boro, Tauberfeld /Deutschland
26.Jul.2003 20:30:53
Es ist Ihnen mit Sicherheit etwas übergegangen! Denn nur dann kann das Destillat die Farbe der Maische annehmen. Es genügen bereits ein paar Spritzer. Dieser Effekt tritt auch auf, wenn der Kesselinhalt beim Kochen stark schäumt (in diesem Fall "Antischaum" verwenden). Auch wenn Sie anschließend die Heizung reduzieren, nützt dies nichts mehr, da die Verunreinigung bereits in der Anlage ist. Sie müssen die Anlage gründlich reinigen und nochmals destillieren. Heizen Sie langsamer auf, sodaß die Maische nicht übergeht.
Eintrag Nr. 668
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich habe vor 4 Wochen Schwarze Johannisbeere für Desert Wein gekeltert und mit Sherry Hefe-Kultur angesetzt. Trotz Gärballon und Gärspund sowie jetzt schon 14% Alkohol schmeckt der Ansatz leicht faulig!
Meine Frage ist kann ich den Ansatz wenigstens noch Brennen, oder kann ich ihn Entsorgen (wäre Schade)
MFG.
Uwe, Deutschland
26.Jul.2003 20:16:36
Wenn die Maische faulig schmeckt, können Sie diese auch zum Brennen nicht verwenden, dieser Geschmack geht leider nicht mehr weg, er tritt im Destillat sogar verstärkt auf.
Eintrag Nr. 667
Hallo alle zusammen,
ich habe vergebens im Netz nach Rezepten zum brennen von Kartoffelschnaps gesucht und ich hoffe
ihr könnt mir helfen.
Michael, looft
26.Jul.2003 15:37:34
Geben Sie hier in den Fachfragen oder bei den Rezepten den Begriff KARTOFFEL oben rechts als Suchbegriff ein. Dann finden Sie Rezepte und nützliche Tips.
Eintrag Nr. 666
Ich habe kleingeschnittene Aprikosen und einige Kerne in 85%-igem Ethanol angesetzt, ca. 40%-vol Aprikosen und 60 %-vol Alkohol.
1. Wie lange sollten diese im Alkohol lagern?
2. Muss ich vor dem Brennen runterverdünnen?
Vielen Dank für die Antworten und die prima Seite hier.
Arthur, Deutschland
26.Jul.2003 15:31:13
Wenn ich Sie richtig verstehe, liegen die Aprikosen und Kerne jetzt in 85%vol Alkohol. Ich würde dies bereits jetzt vor der Lagerung auf ca. 45%vol verdünnen, dieser Alkoholgehalt ist zum Ansetzen vollkommen ausreichend.
ad 1: lassen Sie den Ansatz mindestens 4 Wochen ziehen. Danach können Sie die Früchte auch weiter im Alkohol lassen, die Kerne sollten Sie aber rausnehmen, außer Sie wollen einen Marzipangeschmack.
ad 2: Vor dem Brennen nicht verdünnen.
Vielen Dank für das Lob 🙂
Eintrag Nr. 665
Irgendwie scheinen die Diskussionen über Hobbybrennen doch oft zur Märchenstunde auszuarten.
Herr Dr. Schmickl möge mich berichtigen.
Sowohl Alkoholgemische alsauch Alkohol-Wasser-Gemische sind azeotrope Flüssigkeiten, d.h. dass die sich nicht VOLLSTÄNDIG trennen lassen.
Kocht man z.B. Ethanol in Wasser auf, so wird das verbleibende Wasser immer mindestens ca. 4% Ethanol enthalten. Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass niemand mit einer Destillation mehr als ca. 96%-iges Ethanol gewinnen kann. Ähnlich verhält es sich mit dem Methanol. Wenn es vorhanden ist, kommt immer etwas mit in den Feinbrand. Aber das ist extrem wenig, also braucht man hier keine Angst zu haben. Ab 79°C dürfte nur noch sehr wenig Methanol im Brand sein.
Richtig ist, dass bei sauberer Vergärung kaum Methanol entsteht. Zu den Alkoholika mit etwas höherem Methanolanteil gehört z. B. Grappa, weil dort der Trester, also die "holzhaltigen" Pressrückstände von Wein vergoren werden.
Richtig ist auch, dass ein Vorlauf (Methanol) entsteht, wenn man unsauber vergoren hat oder eben holzhaltige Bestandteile mitvergoren hat.
I.d.R. ist dieser sehr gering, also man muss nur ein paar ml bis cl wegschütten. Das sollte aber bei jedem Brennvorgang sowieso tun. Mit ein bisschen Erfahrung riecht und schmeckt man den Vorlauf leicht heraus.
Ohne jemandem den Genuss verderben zu wollen, allein in Deutschland sterben jährlich mindestens 200.000 Menschen an den Folgen des Ethanolmissbrauches.
Epidemologisch ist diese Gefahr um ein Hunderttausendfaches höher als an einer Methanolvergiftung zu sterben oder Gesundheitsschäden davon zu erleiden.
Insofern ist die Angst vor Methanol genauso unbegründet, wie die Angst vom Blitz getroffen zu werden, vorausgesetzt man vergärt keinen Kuhmist im Schweinestall. 😉
Gelo, Deutschland
25.Jul.2003 19:10:37
Das ist fast richtig. Ein azeotropes Gemisch liegt vor, wenn die Flüssigkeit UND der Dampf exakt die selbe Zusammensetzung haben, somit destillativ nicht mehr trennbar sind. Dies ist bei Ethanol-Wasser bei 96%vol der Fall (= azeotroper Punkt). Jedoch ist z.B. 20%vol KEIN Azeotrop, weil in diesem Fall der Dampf einen wesentlich höheren Alkoholgehalt hat als die (kochende) Flüssigkeit. Alkoholgemische lassen sich schwer trennen, u.a. da die Siedepunkte knapp zusammen liegen und weil die sonstigen chemischen Eigenschaften sehr ähnlich sind, daher tritt der Fall auf, daß z.B. Methanol über die ganze Brenndauer "mitgeschliffen" wird. Da es sich aber nicht um einen exakten Punkt handelt, spricht man nicht von einem Azeotrop.
Man kann nicht generell sagen, daß man vor Methanol keine Angst zu haben braucht. Werden z.B. holzige Bestandteile, Stengel, Blätter usw. mitvergoren, so kommt es durchaus zu hohen Methanolmengen, daher unbedingt sauber arbeiten. Wie Sie richtig beschreiben, haben Grappa und Trester daher auch hohe Methanolgehalte.
Vorlauf ist nicht gleich Methanol. Methanol entsteht durch holzige Bestandteile. Vorlauf, der überwiegend aus Acetaldehyd besteht, entsteht durch Fehlgärungen, also falsche Bakterien, die das Obst ebenso wie Hefe zersetzen.
Eintrag Nr. 664
Bezug Eintrag 660/ +Antwort

Sehr geehrter Hr. Dr Schmickl,
vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe dies bereits vermutet. Dann verstehe ich nur nicht, warum es immer heisst: "ab 65°C ensteht Vorlauf...wegschütten...Methanol...andere Stoffe"! Bei meinem Versuchen gab es nie Vorlauf...immer nur eine Fraktion ab 78°C. Liegt das daran, dass mein Gemisch weniger Bestandteile hat als eine Maische?
Und was enthält dann der Vorlauf der immer beschrieben wird, an Chemisch relevanten Stoffen?
Vielen Dank und mit freundlichen Gruss
C.
C., Köln
25.Jul.2003 13:45:11
Ja, Ihr Gemisch enthält tatsächlich weniger Stoffe als eine Maische, der Vorlauf bildet sich während der Vergärung. Vorlauf ist ein Substanzgemisch, entsteht durch Fehlgärungen, d.h. durch falsche Bakterien. Daher ist es immer wichtig, Reinzuchthefe zu verwenden, damit ist sichergestellt, daß sich gleich der richtige Hefestamm durchsetzt. Vorlauf besteht überwiegend aus Acetaldehyd und insbesondere bei Steinobstbranntweinen ist auch Ethylcarbamat enthalten. Daher wird bei einer Analyse stellvertretend für alle unerwünschten Vorlaufbestandteile der Acetaldehydgehalt bestimmt. Bei weniger als 50 mg/l sind keine negativen Geschmacksbeeinträchtigungen bemerkbar, über 100 mg/l sind negative Geschmackseinflüsse deutlich erkennbar.
Eintrag Nr. 663
S. g. Herr Schmickl
Sie schreiben in einer Beantwortung, dass Sie als Verkäufer eine 5 l Anlage dem Zollamt melden müssen. Der Käufer tut dies bei seinem zuständigen Zollamt (= kostenpflichtige Amtshandlung). Gilt dies nur für 5 l Anlagen? Müssen Sie ein Nach(Auf)rüsten auch melden?
mfG Lois
Lois, Laakirchen
25.Jul.2003 09:08:12
Die Anmeldepflicht in Österreich gilt für alle Anlagen, deren Kesselvolumen größer als 2 Liter ist. Wenn z.B. eine Person eine 2 Liter Anlage kauft und dann den Ersatztopf 5 Liter nachbestellt, müssen wir dies selbstverständlich ebenfalls melden.
Eintrag Nr. 662
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich habe von meinem Vater eine kleine Brennanlage geerbt. Ich hab dies auch bereits bei der zuständigen Behörde (Zollamt St. Pölten) gemeldet und bin im Prinzip berechtigt diese zu benutzen.
Nun hab ich noch eine Frage:
Stimmt es das es nicht erlaubt ist, Obst zuzukaufen um dieses zu brennen?
Wir haben leider nur Zwetschken und Apfel-Bäume in unserem Garten. Ich würd aber gerne mal z.B. Marillen oder ähnliches versuchen zu brennen. Ich hab auch nicht vor den Schnaps zu verkaufen da meine Brennkenntnisse noch sehr gering sind.
Wissen Sie ob es erlaubt ist Obst zuzukaufen.
Bzw. was wäre wenn ich von einem Bekannten Obst geschenkt bekomme.
Danke für Ihre Antwort !
mfg
Harald Hofko
Harald Hofko, Niederösterreich
25.Jul.2003 08:41:06
Richtig, als Abfindungsbrenner darf man kein Obst zukaufen, dies ist nur mit einem Verschlußbrennrecht erlaubt. Wenn Sie allerdings Obst im Wald o.ä. finden (z.B. Hollerbeeren), so ist dies erlaubt. Auch Obst, daß man von Bekannten geschenkt bekommt, darf meines Wissens verwendet werden.
Eintrag Nr. 661
Guten Tag Herr Dr. Schmickl,
ich möchte Wallnüsse aus meinen Garten verwerten.
Kann ich noch die grünen Früchte mit Alkohol aufsetzen um einen Wallnusssnaps zu bekommen oder ist es schon zu spät. In einem anderen Beitrag haben Sie geschrieben, man solle die Früchte Mitte Juni ernten.
Gruß aus Deutschland
Jörg, Hannover
24.Jul.2003 19:39:23
Wenn Sie einen Nuß-Angesetzten machen möchten, so ist es schon zu spät, dafür müssen die Nüsse sehr weich sein (je reifer die Nüsse sind, desto mehr verliert sich der Geschmack vom Angesetzten), also im Juni geerntet werden. Es ist aber auch möglich die fertigen Nüsse ohne Schale einzumaischen.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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