SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1060
Hallo.
Ich habe erst vor kurzem mal daran gedacht schnaps selber zu brennen. Nur wohne ich in Deutschland und weiss das das hier nur SEHR eingeschränkt möglich ist. Ich wollte eigendlich fragen auf welche weise ich legal schnaps brennen kann.
Ich meine gelesen zu haben das man einen kessel mit über 0,5 liter füllmenge melden muss. lohnt sich das dann überhaupt? der schnaps wär auch nicht zum Verkauf.
danke im vorraus.
Fabian. S, NRW
24.Nov.2003 14:08:46
Ja, Ihre Vermutung stimmt, alles über 0,5 l Kesselinhalt ist in Deutschland meldepflichtig (darüber können Sie auch legal brennen, brauchen dazu allerdings ein Brennrecht). Aus 0,5 l hochprozentiger Maische erhalten Sie bei einem Brennvorgang ca. 180ml trinkfertiges Destillat.
Eintrag Nr. 1059
hallo hr. dr. schmickl!
hab eine frage zum erstellen von geschmacklosen alkohol!
für 30 liter nehme ich 30 liter wasser, 5 kg zucker auf 3 mal, und ca 1/3 päckchen turbohefe? - ich hoffe das ist ok?
wenn ich einen angesetzten machen möchte - ist es gut wenn ich mit trinkstärke ansetze (42%vol) oder stärker und anschließend verdünne? (geschmacksverlust?)
danke für ihren rat!!
lg norbert
norbert, nö
24.Nov.2003 11:25:25
Nein. 8 kg Zucker in 25 Liter Wasser zur Gänze auflösen und ein ganzes Säckchen Turbo verwenden (sonst wären die Hefenährsalze der Turbopackung unterdosiert). Angesetzte sollten mit 45-50%vol angesetzt werden. Wenn Sie ohne vorher zu destillieren den Angesetzten trinken möchten, dann sollten Sie 45%vol wählen.
Eintrag Nr. 1058
Hallo Dr. Schmickl,
meine 7-Liter-Destille hatte ich beim ersten mal mit 5 und beim zweiten mal mit (nur) 3 Liter Birnenmaische befüllt. Bei beiden Brennvorgängen ist mir die Maische "übergegangen" - und zwar genau bei 91° Dampftemperatur. Sekunden vorher hatte ich glücklicherweise schon abgetrennt. Die Heiztemperatur war nicht zu hoch, weil es nur noch langsam tropfte. Trotzdem ist es sehr ärgerlich, weil Geistrohr usw. alles vers...t ist.
Warum und wodurch ist das passiert? Wie kann ich das verhindern?
Viele Grüße
Gerhard, D
24.Nov.2003 10:13:30
Könnte es sein, daß die Maische geschäumt hat? Bei Birne eher unüblich. Dann ein bis zwei Tropfen Antischaum verwenden.
Eintrag Nr. 1057
Hallo Dr. Schmickl!
Ich produziere bereits Met und denke auch daran welchen zu brennen.
Dazu habe ich einige Fragen an Sie:
a.) Funktioiert der Brennvorgang genauso wie bei "herkömmlichem" Schnaps, oder muß beim Met auf Besonderheiten geachtet werden?
b.) Welche Mengen dürfen lt. österreichischem Gesetz gebrannt werden, und wie hoch sind die Steuern?
c.) Mit welcher mengenmässigen Ausbeute ist aus 100 Liter Met zu rechnen, und ab welcher Metmenge ist ein Brennvorgang wirtschaftlich?
Danke im Voraus,
mfg
Rudi, NÖ
24.Nov.2003 00:42:27
ad 1: funktioniert genauso
ad 2: Soviel ich weiß, braucht man für das Brennen von Met in Österreich eine Sondergenehmigung, da dies im Abfindungsbrennrecht nicht vorgesehen ist.
Steuersätze f. Abfindungsbr.: bis 100 l A jhrl. Erzeugungsmenge 540 EUR/hl A, bis 200 l A 900 EUR/hl A. A=100%vol Alkohol.
ad 3: Ausbeute hängt ausschließlich vom Alkoholgehalt im Met ab. 5%vol ergeben bei 100 Liter ca. 7-9 Liter Schnaps mit Trinkstärke. Die Wirtschaftlichkeit hängt von zu vielen Faktoren ab, um diesbezüglich eine ernsthafte Schätzung geben zu können.
Eintrag Nr. 1056
Hallo Herr Schmickl,
Ich wollte wissen, wie Methanol riecht. Kann man durch riechen überprüfen ob die Vorlaufabtrennung gelungen ist?
Lumpi, Hessen
23.Nov.2003 22:10:49
Methanol riecht sehr ähnlich wie Ethanol, d.h. mit Riechen gelingt die Unterscheidung leider nicht wirklich. Vorlauf ist ein Substanzgemisch, in dem Methanol nicht unbedingt enthalten sind muß (hängt von Maischequalität ab). Allerdings ist Ethylacetat enthalten, welches stark nach Klebstoff riecht. Somit riecht Vorlauf nach UHU. Wenn der "Edelbrand" nach UHU riecht, müssen Sie noch einmal destillieren und diesmal den Vorlauf richtig abtrennen (das was beim Kühler heraus rinnt in kleine Gläser auffangen und der Reihe nach beschnüffeln).
Eintrag Nr. 1055
Hallo Dr. Schmickl
Je mehr ich erfahre desto besser erkenn ich dass ich sehr wenig weiss:-) Ich habe alle Einträge zum Thema Geistrohr gelesen und es entstanden einige Fragen.
Soll man den Geistrohr so kurz machen wie möglich, oder ist es egal?
Was für einen einfluss hat es auf den Qualität? Welche Kriterien muss man beachten?
Ich habe eine ungefähr 30 l Anlage Geistrohrdurchmessser 28mm, länge noch ungewiss:))
(Kühler 10mm durchmesser)
Kann man als anbrennschutz Steine verwenden?
Ich versuche mich mit den Fragen zurückzuhalten:-)
Mit freundlichen Grüssen Spike
Spike, Ungarn
23.Nov.2003 19:17:47
Geistrohrlänge ist egal, solange der Durchmesser groß genug ist, sodaß im Inneren beim Destillieren kein Überdruck entsteht. Aber STEIGrohr so kurz wie möglich, dies bringt dann das maximale Aroma und somit die beste Qualität. 28 mm für 30 l sind OK.
Wenn die Steine das Anbrennen tatsächlich verhindern, können Sie diese durchaus verwenden.
Eintrag Nr. 1054
Hallo Dr. Schmickl,
Sie hatten mir in einer Fachfrage für ein Steigrohr eines 10L Kessel eine Länge von 1,5m und einen Durchmesser von 28mm genannt und ich sollte es komplett mit Füllkörpern füllen. Das füllen ist natürlich kein Problem, der Durchmesser auch nicht, da ich Edelstahl fast zum Nulltarif bekomme.Aber die Länge ist mit irgendwie komisch. Bei einer Steigrohrlänge von 150cm, Kesselhöhe 30cm, Gasbrenner 15cm und Thermometer 25cm aus dem Rohr herausragend komme ich auf eine Gesamthöhe von 2Meter20. Das ist fast Raumhöhe. In den Fachfragen habe ich gelesen das Rohrlängen zwischen 70 und 100cm verwendet werden. Habe ich da etwas falsch verstanden? Und ist bei einer 30L Anlage ein Rohr von 50mm Durchmesser und 100cm Länge ideal??
Danke für Ihre Mühe.
Mit Freude (Manchmal mit Schmunzeln und Verwunderung, da einige Fragen wohl 20ig mal gestellt wurden siehe 1051) werde ich weiter lesen und vieleicht fragen.
Guido, Norddeutschland
22.Nov.2003 13:41:56
1,5 m ist für eine Rektifikation schon in Ordnung. Natürlich können Sie das Rohr nach belieben kürzer machen, aber bedenken Sie, je kürzer das Rohr, umso uneffektiver. Füllkörper erhöhen wiederum die Effektivität einer Kolonne, d.h. mit Füllkörpern ersparen Sie sich Höhe. Ja, D = 50mm und L = 1 m geht auch.
Anmerkung: im allgemeinen stehen Rektifikationsanlagen auch in Labors (und erstrecken sich oft über mehrere Stockwerke), nicht in Privathäusern.
😉
Eintrag Nr. 1053
Hallo Dr. Schmickl
Letztes Jahr habe ich Zwetschgenmaische angesetzt. Im Prinzip habe ich nichts weiter gemacht als die Zwetschgen in ein Fass zu schmeißen. Ich habe weder Gärungshefe noch Verflüssiger zugesetzt. Hat alles gut funktioniert.
Dieses Jahr habe ich vor 3 Wochen ca. 100 l Quitten-Maische und weitere 100 l Apfel-Quitten-Maische angesetzt. Da die Früchte sehr trocken waren habe ich mit dem Bauern bei dem ich die Früchte gehäckselt habe bereits beim Befüllen der Fässer einige liter Wasser zugegeben. Im Verlauf der letzten drei wochen habe ich zusätzlich noch Wasser nachgegossen, auf Anraten des Bauern. Leider habe ich nicht darauf geachtet wieviel Wasser es insgesamt war aber bisher habe ich bestimmt noch keine 30 % erreicht.
Hefe habe ich nicht zugesetzt, da ich dachte, die Gärung würde von selbst starten, was bei den Zwetschgen letztes Jahr auch gut funktioniert hat.
Zur Zeit blubbert es auch schon in den Fässern aber die Maische ist immer noch sehr fest.
Nun lese ich in Ihrem Forum dass Verflüssiger und Hefe zugestzt werden sollen. Kann ich das noch machen oder ist es dafür schon zu spät? Und wie sieht es aus mit zusätzlicher Zugabe von Zucker?
Peter Seyller, Franken
22.Nov.2003 12:00:43
Nein, geben Sie keine Hefe mehr zu, bei Ihnen haben sich bereits die Wildhefen durchgesetzt. Sie müssen eben mit (viel) Vorlauf rechnen. Die Maische wird in der Regel erst nach 2-3 Wochen Gärung dünnflüssiger (bei weniger als 19°C). Verflüssiger könnten Sie noch hinzugeben (gerade bei Quitten sinnvoll, sonst könnte die Maische fest werden). Zucker könnten Sie zugeben, aber nur sehr wenig (< 50 g/l), denn mehr verkraften die Wildhefen nicht.
Eintrag Nr. 1052
Hallo Dr. Schmickl
Danke für die schnelle Antwort auf meine letzte Frage.
Ich habe einen Birnenschnaps von einem Freund von mir gekostet. Im Geruch hat er etwas acetonartiges und beim Abgang etwas stechendes am gaumen. Er hat mir erzählt dass er seinen Schnaps seit dem Brennen im Plastikkanister lagert (seit 4 Monaten). Bei den Fachfragen habe ich schon gelesen das man das nicht darf, ist das der Grund für die unangenehme Töne des schnapses oder was anderes???
Was kann man jetzt noch machen? Lüften?
Mit freundlichen Grüssen Spike
Spike, Ungarn
21.Nov.2003 18:16:42
Richtig, ein Destillat niemals in Kunststoff lagern. Dies kann einerseits für den Geschmack verantwortlich sein. Weiters deutet Ihre Beschreibung auch auf Vorlauf hin, der nicht richtig abgetrennt wurde.
Jetzt kann man nur nochmals destillieren, alles andere hilft nichts.
Eintrag Nr. 1051
Moin Moin,
ist es möglich, dass wenn man Wein destilliert auch Methanol ensteht? Und ist die Menge tödlich bzw. Gefährlich?
Gruß
Hans Dieter
Hans Dieter, Germany
21.Nov.2003 17:36:36
Methanol entsteht nicht durch's kochen (destillieren), sondern bereits während der Vergärung. D.h. enthält der Wein Methanol, findet sich dieser auch im Destillat. Für den Handel zugelassene Weine enthalten selbstverständlich kein Methanol in beachtenswerte Mengen, sonst wäre der Wein schließlich vergiftet.
Eintrag Nr. 1050
Hallo Dr. Schmickl,
habe Ihr Buch gelesen es ist sehr gut gelungen. Ich habe aber noch ein paar Fragen zum Bau einer Anlage, muss ich das Kupferrohr hart oder kann es auch weich gelötet werden. Wo bekomme ich Turbohefe, Gärfix (Bioläden)?
Mit freundlichen Grüßen
Jack
Jack, Norden
21.Nov.2003 08:13:32
Danke!
🙂
Alle Stellen, die mit dem Alkohol in Verbindung kommen: dasselbe wie für Wasserleitungsbau.
Wenn Sie auf dieser Seite rechts oben ein paar Suchbegriffe zum Thema eingeben, bekommen Sie viele interessante Infos. Auch in der Diskussion gibt's dazu viele Einträge.
Auf dieser Seite im linken oberen Eck gibt es ein Menü. Einer der Menüpunkte lautet "Produktliste"...
Eintrag Nr. 1049
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich habe mit einem Bekannten gestern meine Brennanlage fertiggestellt und habe nun, nachdem wir die erste Flasche Wein destilliert haben einige Fragen:
1. Wir haben die Anlage überhaupt nicht sauber gemacht. Wir haben zuerst ein bisschen Wasser in den Kessel und haben das gekocht. Auf dem Destillat war dann auch so ne Art Fettschicht (bzw. Bläschen auf der Oberfläche) zu sehen. Aber ansonsten war die Flüssigkeit klar.
Dann haben wir den Wein destilliert und das Destillat war völlig klar, ohne jegliche Verunreinigung. Muss ich die Anlage trotzdem, wie Sie schreiben, mit Spülmittel und Aceton auswaschen?
2. Das Thermometer ist ca. 6 cm über dem Ausgang zum Geistrohr angebracht. Bei der Wasserdestillation kam schon bei ca. 90° das Destillat geflossen. Das Thermometer zeigte dann nach einiger Zeit 95°. Höher ist die Temperatur aber nie gestiegen. Heißt das, dass ich von allen Temperaturangaben so um die 5° abziehen muss?
3. Alles was zwischen 80° und 90° an Destillat fließt, fange ich als Edelbrand auf.
Ist es nun wichtig, dass die Temperatur immer konstant gehalten wird? Bei meinem Herd ist Stufe 1 nämlich schon so hoch, dass die Temperatur meiner Meinung nach zu schnell ansteigt. Also habe ich bei der Weindestillation immer etwas aufgeheizt (bis ca. 89°), dann wieder bis ca. 80° abkühlen lassen, dann wieder aufgeheizt, etc. Ist das in Ordnung?
4. Kann ich den Nachlauf auch ohne Temperaturanzeige abtrennen: Ich wechsle alle paar Milliliter das Gefäß und wenn das Destillat dann anfängt fad zu riechen, weiß ich: Aha, Edelbrand Ende?
Vielen Dank, für Ihre Bemühung,
KILIAN
Kilian, Deutschland/Bayern
20.Nov.2003 21:04:27
ad 1: Ja, vorallem bei Selbstbauanlagen IMMER zuerst mit Spülmittel reinigen, dann nochmals mit Wein destillieren. Aceton ist nicht unbedingt notwendig, wenn dann schon alles sauber ist.
ad 2: Ja, mit Einschränkungen richtig.
ad 3: Nein, die Temperatur können Sie niemals konstant halten, das ist physikalisch unmöglich!!! Anscheinend kennen Sie unser Buch noch nicht, da ist das ganze Prinzip sehr ausführlich in einfachen Worten beschrieben, würde ich Ihnen daher dringend empfehlen! Während der Destillation steigt die Dampftemperatur immer langsam an, weil Sie ja dauernd Destillat wegnehmen. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit die Dampftemperatur konstant zu halten: Den Schnaps, der hinten herausrinnt sofort wieder in den Kessel zurückschütten (macht aber klarerweise wenig Sinn). Aufheizen, Abkühlen usw.: Machen Sie das auf keinen Fall! Erstens bringt es nichts, zweitens wird dadurch die Brenndauer solange, daß Ihnen zuviel vom Aroma zerkocht und drittens kann sich in der Anlage kein Gleichgewicht einstellen, d.h. alle Temperaturen die Sie ablesen, sind falsch. Bei Ihnen beginnt der Nachlauf wegen der Temperaturkorrektur bei 85-86°C.
ad 4: Prinzipiell ja, meist ist es aber so, wenn man noch nicht genug Brennerfahrung hat, daß bereits ein Teil des Nachlaufes mitkommt. Noch viel öfter passiert es, daß zu früh gestoppt wird, wodurch wiederum Aromen fehlen. Machen Sie es mit dem Thermometer, ist viel einfacher.
Eintrag Nr. 1048
Hallo Dr. Schmickl !
Zum brennen von geschmacklosem Alkohol gehe ich wie folgt vor:
Um nicht ewig zu warten erhitze ich die Zuckermaische vor dem Brennen im Kochtopf auf ca. 60°C. Den Kupferkessel der Destille habe ich derweil zum Vorheizen mit heißem Wasser gefüllt.
Dann fülle ich die Zuckermaische in den Kessel, baue die Anlage zusammen und fange sofort mit voller Brennerleistung ( Gasbrenner ) und voll geöffneter Luftschraube an zu brennen.
Wenn die ersten Tropfen kommen verwerfe ich ca. 1/2 Schnapsglas zur Sicherheit.
Dann kümmere ich mich eigentlich wenig um den Brennvorgang. Den Brenner lasse ich ständig mit voller Leistung durchlaufen.
Bei 91°C stoppe ich den Vorgang.
Die Ausbeute bei 5L Kesselfüllung ergibt ca. 1,4 L Alkohol mit ca. 60%vol. Der Brennvorgang dauert ca. 3 Std.
Sollte ich an der Vorgehensweite etwas ändern ? Brenne ich zu "brutal" ?
Michael, D
19.Nov.2003 23:47:12
Klingt perfekt.
Verlauf: OK, Ausbeute: OK, Alkoholgehalt: OK, Brennzeit: OK
Eintrag Nr. 1047
Hallo Dr. Schmickl!
Immernoch beschäftige ich mich mit dem Whisky, dazu brauche ich noch einmal Ihre Meinung.
Ich habe aus einem Stück Eichenholz ( Wurzel-Kernholz ) kleine Holzschnitzel in der Moulinex gemacht. Dann habe ich diese mit 2 Eßlöffel Akazienhonig in der Pfanne leicht angeröstet.
Danach hatte ich ca. 100g Holzschnitzel.
3 Liter geschmacklosen Alkohol ( aus Zuckermaische ) mit 60%vol. habe ich in einer großen Glasflasche mit den Holzschnitzeln angesetzt und diese mit einem Wattepad verschlossen.
- Reicht die Menge an Holzschnitzel zum Ansetzen ?
- Die Flasche hat einen Flaschenhals von ca. 3cm Durchmesser und ich habe sie bis oben gefüllt. Ist es sinnvoller zum verflüchtigen die Flasche nicht bis oben hin zu füllen sondern nur bis zum Halsansatz, um eine größere Oberfläche zu bekommen ?
- Wie lange wird es wohl dauern, bis der Ansatz "fertig" ist. ( Wird der Geschmack zwangsläufig besser, je länger die Lagerzeit ist, oder kann sich der Ansatz auch kaputtstehen ?)
- Wie ist bei der o.g. Lagerung die Abhängigkeit zwischen Lagerdauer und Alkoholverlust durch das Wattepad ?
Vielen Dank übrigens für Ihre Geduld bezüglich meinen Whiskyfragen !!! :-))
Michael, D
19.Nov.2003 22:25:39
- ja, die Menge genügt
- Machen Sie die Flasche ruhig voll und auch zu. Denn es bringt nichts, wenn der Alkohol verdunstet. Bei der klassischen Whiskyherstellung ist dies der Fall, da man Holzfässer verwendet. Das hat aber mit dem Geschmack nicht viel zu tun.
- Es wird mindestens 3 Monate dauern. Nein, durch das längere Stehen wird er nicht schlechter. Sie sollten manchmal kosten, ob Ihnen der Geschmack noch zusagt, denn der "Holzgeschmack" wird immer stärker.
- Sie müssen bedenken, daß der Alkohol dauernd verdunstet. Haben Sie am Lagerort nur 10°C so ist das noch OK. Bei 22°C oder mehr hingegen wird die ganze Sache mit der Zeit sehr wäßrig. Ist also nicht zu empfehlen.
Eintrag Nr. 1046
Sie schreiben in Ihrem Buch, dass man mit Turbohefe über 20 Vol% Alkoholkonzentration bekommt. Ist es somit möglich, nur durch Gärung einen Likör herzustellen? Ohne Zugabe von zusätzlichem Alkohol oder brennen (wobei man sich ja leider hier im verknöcherten Deutschland immer am Rande der Legalität bewegen würde).

Übrigens wollte ich mal, vermutlich auch im Namen der anderen Frager hier, für die geduldige und schnelle Beantwortung der gestellten Fragen beantworten, aus denen ich schon viel gelernt habe. Das kostet sicher erheblich Zeit und ist nicht selbstverständlich. Danke!
Ralf, Bayern
19.Nov.2003 19:51:17
Ja, durch die Turbovergärung erhalten Sie 20%vol, das genügt für einen Likör. Sie können somit direkt den Fruchtwein verarbeiten.
Danke.
🙂
Ja, Sie haben recht, es kostet viel Zeit, macht aber auch Spaß.
Eintrag Nr. 1045
Hallo Herr Schmickl,
ich möchte demnächst eine Maische mit Zuckerrüben ansetzen. Allerdings habe ich mit der Vorgehensweise keine Erfahrung. Meine Frage: Soll ich den Ansatz wie in ihrem Buch ab Seite 47 (stärkehaltige Produkte) beschrieben machen oder etwa anders Vorgehen?
Gruß
Michael
Michael, Bayern
19.Nov.2003 16:50:08
Zuckerrüben brauchen Sie nicht wie stärkehaltige Produkte einmaischen, sondern normal wie Obst. Da diese ja (auch) Saccharose enthalten.
Eintrag Nr. 1044
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich habe vor einem Jahre ca 100 Liter Pflaumenmaische (mit deutlichem Schimmelansatz auf der Oberfläche) in einer Abfindungsbrennerei brennen lassen auf 45 % Trinkstärke.
Wie sich herausstellte, ist der Brand wegen des Schimmelgeschmackes absolut ungeniessbar.
Kann man durch weitere Brennvorgänge den Schimmelgeschmack entfernen?
Herzliche Grüsse
Rainer
Rainer Kalwait, Norddeutschland
19.Nov.2003 15:06:32
Nein, Geschmacksfehler im Schnaps können leider nicht selektiv entfernt werden. Sie könnten es mit Aktivkohle versuchen (und nach der Ziehdauer nochmals destillieren), und damit den Alkohol geschmacklos machen. Es kann sein, daß danach noch ein gewissen Restgeschmack vorhanden ist, dann das Ganze nochmal versuchen und nochmal und ...
Fazit: Ein immenser Aufwand nur für geschmacklosen Alkohol. Ich würde alles verwerfen.
Eintrag Nr. 1043
Hallo,
Gestern sind Leute vom Finanzamt gekommen und meinten ich dürfte keinen Schwarz gebrennten Schnaps verkaufen, Jahrzente lang habe ich Schnaps verkauft, aber jetzt haben sie mir den Kessel gesperrt!!!
Warum??????
Vielen Dank
Sepp Forcher
Sepp Forcher, Kärnten
19.Nov.2003 09:19:17
Das Finanzamt hat schon seit Jahren nichts mehr mit Alkoholversteuerung zu tun, dafür ist inzwischen EU-weit das Zollamt zuständig.
Da Sie offensichtlich schon seit Jahren Steuer hinterzogen haben, wundert es mich, daß Sie keine Strafe bekommen haben. Normalerweise wird dann der Kessel vollständig zerstört und dem Schwarzbrenner eine (hohe) Geldstrafe aufgebrummt die auch in eine Haftstrafe umgewandelt werden kann...
Wissen eigentlich Ihre Zellengenossen von Ihrem "Hobby"?
Eintrag Nr. 1042
Hallo Herr Dr. Schmickl
Ich hätt da mal ne Frage... Da ich gelesen habe, dasss Alkohol aus Plastikflaschen den Weichmacher auslöst, würde ich gerne wissen ab wieviel %-Alkohol das losgeht und wie lange das in etwa dauert...
Ich denke da an Alkohol mit bis zu 40% über den Postweg (2 - 3 Tage) in Plastikflaschen zu verschicken, die danach ja wieder umgefüllt werden können...
Freue mich auf Ihre Antwort
Übrigends die Bücher sind echt klasse und das Forum hier sowieso... weiter so...
Grüsse
N, H
18.Nov.2003 23:16:12
Alles über 30%vol sollte nicht in Kunststoff gelagert werden (nicht nur wegen der Weichmacher, sondern auch wegen dem Geschmack, der Kunststoff abgibt). Einen guten Brand würde ich auch nicht 2-3 Tage in Kunststoff lagern.
Danke!
🙂
Eintrag Nr. 1041
Hallo Herr Schmickl,
Super Homepage, habe nach einigen Tagen schon sehr viel aus dieser Seite gelernt, Ich hoffe dass Ihr Buch auch so toll ist den ich bestellt habe.)
Ich hätte eine frage an Sie, ich baue gerade eine Anlage, bessergesagt stelle es gerade zusammen. Die meisten Teile habe ich "geerbt":)
Zur meiner Frage, ich habe einen Kessel von ungefähr 25l und dazu eine Kühlspirale aus 10mm Kupferrohr der ungefähr 20 meter lang ist.(die letzten 5 meter kann man mit Wasser kühlen)
Hat so eine lange Schlange einen Sinn?
Oder ist es sogar ein Problem?
Ich hab mal gehört das es gut ist wenn der Dampf so langsam wie möglich abkült, soll besseren Qualität ergeben.
Freue mich auf Ihr Antwort
Spike, Ungarn
18.Nov.2003 22:11:18
Nach ich hoffe doch, daß Ihnen das Buch auch gefallen wird.
😉
Wichtig ist nur, daß der Dampf abkühlt, ob langsam oder schnell macht bezüglich Qualität nichts. 20m sind schon etwas lang, 5-6 m sollten zur Kühlung reichen.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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