SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1200
Servus miteinand',
zuersteinmal ein großes Kompliment an die Webseite.
Wenn Maische destilliert wird, wird der verbleibende (alkohohlreduzierte) Rest an die Schweine verfüttert.
Wie sieht es eigentlich mit Wein aus? Ist der verbleibende Teil noch irgendwie sinnvoll zu gebrauchen oder haben sich durch's Kochen unverträgliche Substanzen gebildet, so dass nur die Natur was damit anfangen kann?
Einen sakrischen Dank schon im voraus.
Oliver, Böhmerwald
02.Feb.2004 10:35:04
Danke.
🙂
Ja, so ist es. Es bilden sich zwar keine unverträglichen Substanzen, das Ganze is aber derart ausgekocht, daß der Rückstand im Kessel nur noch zu verwerfen ist.
Eintrag Nr. 1199
In der Produktbeschreibung Ihrer Anlagen gibt es mit Sicherheit einige "Druckfehler" bezüglich der erzeugbaren Mengen hochprozentigen Alkohols pro Durchlauf.
Wie soll ich mit der 5 l-Classic bis zu 4 l hochprozentigen Alkohol erzeugen, den ich dann noch auf Trinkstärke herunterverdünnen soll, wenn ich den Kessel sowieso nicht mit mehr als 4 l füllen kann? Selbst 1,5 l sind bei bei hochgradigen Maischen kaum zu schaffen.
Rauchfangkehrer, CH
01.Feb.2004 20:29:41
Es ist kein Druckfehler: wenn Sie einen Angesetzten destillieren, so hat dieser vor dem Brennen ca. 45-50%vol. Destillieren Sie 4 Liter davon, so haben Sie nach dem Brennen ca. 2,5 l ca. 70%vol, verdünnt erhalten Sie wieder ca. 4 Liter mit 43%vol Alkohol.
Eintrag Nr. 1198
Hallo Herr Schmickl!
Ich habe eine Kupferdestille von Ihnen gekauft. Folgendes ist beim letzten Brand passiert. Die Anlage stand längere Zeit unbenutzt, dann habe ich selbstgemachten Pflaumenwein gebrannt und das Destillat hatte eine sichtbare blau/grün Färbung. Da der Kessel und der "Deckel" absolut in Ordnung waren, nehme ich an, dass sich Kupferoxyd in der Kühlschlange gebildet hat. Meine Fragen: Das Destillat ist wahrscheinlich toxisch? Wie kann ich verhindern, dass sich erneut Grünspan ansetzt? Kann es noch eine andere Ursache geben?
Vielen Dank - und viele Grüsse nach Österreich
Frank, Köln
01.Feb.2004 17:38:59
Alles spricht für Grünspan, verwerfen Sie das Destillat. Sie müssen die Kühlung sehr gut mit Zitronensäure reinigen: etwas Zitronensäure in einen Eimer mit warmen Wasser auflösen, den Kühler darin eintauchen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Dann mit einer dünnen Bürste oder einem Draht mit einem dünnen Stoffteil daran, gut die Spirale durchreinigen. Danach mit Aceton die Schlange reinigen, zum Schluß gut mit Wasser (und Geschirrspülmittel, danach mit reinem Wasser) gründlich spülen. Dann zuerst einen Destillationsvorgang mit Wein machen und das Destillat verwerfen.
Zur Vermeidung von Grünspan: die Anlage niemals verschlossen wegräumen. Legen Sie den Deckel verkehrt auf den Kessel, so ist die ganze Anlage offen und gut durchlüftet. Auch nicht in feuchten Räumen lagern. Vor dem Wegräumen gut trocknen und niemals Kühlwasser in der Anlage lassen oder im Kessel. Dann entsteht kein Grünspan.
Eintrag Nr. 1197
ich habe vor einiger zeit das brennrecht geerbt und habe mir nun eine destille gebaut. aber alles was mir noch fehlt ist ein thermometer zum messen des dampfes.
wo bekommt man einen billigen her bzw. bei welcher
temperatur muss ich überhaupt wein destillieren?
M F G
andreas
andreas.b, d
01.Feb.2004 11:23:17
Thermometer bekommt man in jedem Laborbedarf oder bei Optikern. Destillieren Sie bis zum Nachlaufbeginn bei 91°C.
Eintrag Nr. 1196
Hallo Dres.
Folgende Beobachtung:
Beim Brennen von hochprotzentiger Williamsmaische steigt die Temp. zunächst gleichmäßig. Bei ca. 65°C nehme ich den Brenner etwas zurück. Die Temperarur steigt langsamer bis ca. 75°. Hier beginnt langsames Tropfen des Destilats und die Temperatur steigt merklich! schneller auf ca. 84°. Bei 84° tritt der von Ihnen bei 81° beschriebene Knick ein und die Temp. steigt ab jetzt sehr langsam. Ein rascheres Ansteigen bei 88 kann ich nicht feststellen. Die ersten 80ml ab 81° haben ca. 68%. Die letzten 80ml vor 91° haben ca 39%. Ergebnis Feinbrand ist ca. 1250ml mit 59%Gebrannt wird in einer DELUXE gefüllt bis 2cm unter Rand.
Liegt meine Temperaturmessungen falsch, trenne ich eventuell den Nachlauf zu früh ab und woher kommt der rasche Temp.anstieg zw. 75 und 85°. (ca. 3-4 min.)
Danke im Vorraus
H.-H.
PS: Menge zw. 81 und 84° höchstens 10ml.
lohrjaeger, spessart
31.Jän.2004 18:10:37
Laut Ihrer Beschreibung scheint alles perfekt zu funktionieren. Der Feinbrand hat 59%vol, das ist vollkommen in Ordnung, auch die Ausbeute ist OK.
Weiter so!
Der rasche Anstieg könnte darauf zurückzuführen sein, daß bei geringer Dampfentwicklung (ab 65°C nehmen Sie ja richtigerweise die Heizleistung etwas zurück) nicht alles schnell genug heiß wird, sodaß der Thermometerstutzen zu Beginn wie ein Kühlfinger wirkt. Deswegen raten wir auch das Thermometer so einzusetzen, daß die untere rote Kugel ca. 2,5 cm aus dem Stutzen unten herausragt.
Wichtig ist jedoch nur eines: Im Feinbrand soll sich kein Vorlauf befinden. Machen Sie beim nächsten Durchgang daher folgenden Versuch:
Sammeln Sie das Destillat vom ersten Tropfen an nicht in einem großen Glas, sondern in mehrere Schnapsgläschen (5 bis 8 Stück genügen auf alle Fälle). Wenn das erste halbvoll ist, kommt das nächste usw. Merken Sie sich die Reihenfolge und den Temperaturbereich der Gläser. Riechen Sie an den Gläsern (wenn's wegen dem hohen Alkoholgehalt zu sehr in der Nase sticht, den Inhalt direkt im Schnapsglas grob geschätzt 1:1 mit Wasser verdünnen). Riecht es nicht nach Birne, sondern nach UHU-Kleber handelt es sich um Vorlauf. Wenn Sie das nächste Mal DIESELBE Maische brennen, wissen Sie (unabhängig von der Temperaturanzeige) damit schon vorher wieviel als Vorlauf abzutrennen ist.
Hochprozentige Birnenmaischen, wenn sehr sauber gearbeitet wurde, haben (fast) keinen Vorlauf, trotzdem sollten Sie zur Sicherheit ca. 30 Tropfen je 1,5 Liter Maische wegnehmen. Angesichts der geringen Menge (sollte es doch kein Vorlauf, sondern bereits Feinbrand sein), kann dieser Anteil getrost verworfen werden.
Eintrag Nr. 1195
guten abend allerseits - nach den - meiner meinung nach - erfolgreichen brenngängen wurde die idee geboren, einmal whisky herzustellen - sicherlich kein vergleich mit einem scotch, aber wenn man will sicher ein single-barrel mit einem seltenheitswert - vorausgesetzt man hat geduld - um die rohstoffe habe ich mich schon mal gekümmert und die technologie ist auch klar - nur die hefe - welche würde dem charakter am besten entsprechen? wenns klappt gibt es in 15 jahren (zum 60 igsten) eine kostprobe - danke für die antwort
Horst, D
29.Jän.2004 21:28:09
Entweder Gärfix Spezial verwenden, da hier ein hoher Verflüssigeranteil dabei ist, oder Turbo mit Verflüssiger.
Eintrag Nr. 1194
Sehr geehrter Dr. Schmickl,
zur Überprüfung der Genauigkeit des Dampftermometers, antworten Sie in allen hierzu gestellten Fragen, daß die Temperatur bei der reinen Wasserdestillation 98°C betragen sollte.
Dieser Wert bezieht sich doch aber auf Klagenfurt mit ca. 500 m Meereshöhe.
In der Schule habe ich vor Jahrzehnten gelernt, daß es auf der Zugspitze ( ca. 2950 m) 90°C sein sollen.
Man müßte doch einen annähernden Korrekturwert angeben können, der ausgehend von 100°C bei etwa
-1°C pro 300 m über Meereshöhe liegen müßte. Nicht berücksichtigt sind hier natürlich wetterbedingte Luftdruckänderungen.
So kann sich jeder für seinen Standort die Siedetemperatur von Wasser errechnen, um einen Korrekturwert für ein falsch messendes Thermometer zu ermitteln.
Rauchfangkehrer, CH
28.Jän.2004 17:00:42
Ja, richtig. Im Internet gibt es diesbezüglich fertige Kurven (ein wenig googeln). Vielleicht werden wir diese auf die homepage stellen.
Eintrag Nr. 1193
Hallo miteinander,
bin hier neuling, ich möchte mir aus einem 35-Liter Edelstahl-Suppentopf eine Destille bauen zum Obstmaische brennen. Meine Fragen:
1. Wie groß -Durchmesser am Deckel und Länge- sollte das Geistrohr sein?
2. Ich beabsichtige einen Spiralkühler aus Kupferrohr zu bauen. Wieviele Meter sind hier nötig? Spielt die Weite der Spirale eine Rolle?
3. Rübenzucker als Mehrfachzucker wird erst gespalten und dann vergoren. Wäre es da nicht besser, gleich Traubenzucker zu nehmen? Ist bei Traubenzucker anderes zu beachten als bei Rübenzucker?
Besten Dank für die Antworten.
Übrigens, das Buch ist für mich als Einsteiger absolute Spitze. Einzige Anregung: es könnte ein bißchen mehr über das Brennen von Zuckermaische drinstehen, da dieser Schnaps doch sicher für das Angesetzte oder die Geiste verwendet wird.
Richie, Schwabenland
27.Jän.2004 20:42:39
ad 1: Durchmesser 2 cm oder größer. Geistrohrlänge hängt von der Anlagenkonstruktion ab, so kurz wie möglich.
ad 2. Spirale ca. 40 - 50 cm hoch, zwischen den Schlingen ca. 2-3 cm. Die Weite ist egal, wichtig allerdings ist, daß die Spirale keine Dellen hat, es soll somit immer alles ungehindert abfließen können. Durchmesser des Rohres kann hier kleiner sein, ca. 8 mm innen.
ad 3: Nein, es gibt keinen Unterschied beim Einmaischen und im Ergebnis, allerdings ist Traubenzucker viel teurer.
Danke.
🙂
Auf Seite 104 steht das Rezept, beim Brennen sind keine Besonderheiten zu beachten.
Eintrag Nr. 1192
Woran erkannt man nen guten Zwetschgenschnaps also die Qualität hab mal gehört das man den schütteln muss dann müssen ringe entstehen kann das sein.
Wo lagert man die Schnapsflaschen am besten und bei wieviel grad
Stefan, Haidach
27.Jän.2004 20:06:22
G'schichtln gibt's, unglaublich... Ringe sind mir nicht bekannt. Ein guter Zwetschkenschnaps hat einen sehr aromatischen Zwetschkengeruch und keinesfalls riecht er nach Zwetschken, die leicht angefault sind. Es riecht also NICHT nach einer Fallobstwiese im Spätsommer! Dies ist eines der häufigsten Geschmacksfehler, weil die Früchte beim Einmaischen schon leicht faul waren. Außerdem gibt's da noch modrigen (Keller)Geruch, Essiggeruch (beides auch gravierende Gärfehler) usw. usf. Weiters darf er nicht scharf sein, also im Mund nicht brennen beim Trinken. Wenn das Glas leer ist, riecht man noch mindestens 15 min später das Aroma. Die Flaschen am besten im Keller lagern, darauf achten, daß der Veschluß (meist Kork) auch dicht ist.
Eintrag Nr. 1191
hallo ich habe einen schönen wein aus der pfalz bekommen und mein sohn hat so einen art chemiekasten den ich zu einer schönen destillieranlage umgebaut habe die funktioniert.
jetzt wollte ich wissen ob ich mit hilfe meiner anlage mir rein theoretisch einen schönen weinbrand herstellen könnte und ob ich auf irgenwelche gefahren achten müsse, wie gifte (z.b.methanol) ich hoffe auf baldige antwort, danke schon mal im vorraus
mfg diddi
dieter, hamburg
27.Jän.2004 18:42:32
Im Wein sollte kein (bzw. nur unbedenkliche Spuren) Methanol enthalten sein, sofern es sich um einen käuflich erworbenen Wein handelt (ansonsten wäre das ein Riesenskandal). Auf Grund der Gesetzesbestimmungen müssen die Weine diesbezüglich "sauber" sein. Es spricht also nichts dagegen. Was jedoch entsteht ist schwefelige Säure, außer Sie benutzen ungeschwefelten Wein, den würde ich aber lieber so wie er ist trinken. Schwefelige Säure ist zum Glück leicht flüchtig, d.h. wird das Destillat ein/zwei Minuten lang kräftig schäumend gemixt, wird sie ausgetrieben. Solange mixen, bis es in der Nase nicht mehr sticht.
Eintrag Nr. 1190
Lieber Herr Schmickl!
Eine gute Brennerei hat ein Dampfthermometer - wäre aber (speziell oder eigentlich nur für die Aufheizphase) auch ein Thermometer im flüssigen Medium ideal - speziell für scharfes Abtrennen von Methylalkohol???
Oder übertreibe ich es damit??
Danke und liebe Grüße!!
Martin, NÖ
27.Jän.2004 16:35:27
Übertreiben kann man es nie, es ist nur so, daß eine Messung der Flüssigkeitstemperatur nichts bringt, Sie sollten vom Dampf die Temperatur messen (an der höchsten Stelle), alles andere ist sinnlos. Methanol ist dem Ethanol chemisch gesehen so ähnlich, daß ein Methanol/Ethanol-Gemisch destillativ nicht voneinander getrennt werden kann. Meinen Sie vielleicht den Vorlauf? Der hat nichts mit Methanol zu tun. Dies ist ein Gemisch verschiedener Gifte, hauptsächlich Ethylacetat, Acetaldehyd usw. Insbesondere bei der Vorlaufabtrennung sollte ein Dampfthermometer verwendet werden. Wenn Sie gleichzeitig die Flüssigkeitstemperatur messen, werden Sie sehen, daß währenddessen kaum ein Temperaturunterschied im Sumpf (Kesselinhalt) zu bemerken ist.
Eintrag Nr. 1189
Ich möchte gerne aus Karottensaft und Kürbise einen Schnaps brennen, kann mir jemand raten wie man da umgehen muß, vielleicht hat es schon wer gemacht. Danke
Grüße aus Neuseeland
Hermann, Neuseeland
27.Jän.2004 03:06:07
Kürbisse schälen und gut zerkleinern (Schalen NICHT verwenden und wenn möglich auch nicht die Kerne), Karotten ebenfalls sehr gut zukleinern. Bei den Kürbissen kaum Wasser zugeben, bei den Karotten ca. ein Drittel Wasser. Reinzuchthefe und, in diesem Fall ganz wichtig, Verlüssiger verwenden, pH einstellen nicht vergessen. Wenn Kürbis inkl. Kerne, aber ohne Schalen, vergoren wird, entsteht (relativ viel) Vorlauf. Vielleicht wird's ohne Kerne besser. Auf jeden Fall beim Destillieren auf Vorlauf achten.
Eintrag Nr. 1188
Hallo Dr.
Habe am 7.12.03 eine 10 LTR: Schlehenmaische angesetzt.Die Gärung verlief meines Erachtens sehr langsam (Raumtemp. konst 17°) und war so ca. am 20.1.04 beendet. Alc. lt.Messung 15%Vol. Der Geschmack und der Duft sind hervorragend. Aber der überwiegende Anteil besteht immer noch aus Festtstoffen. Kann ich nach einer Standzeit bis Ende Februar trotzdem brennen, oder brennt die Maische dann an? Was hab ich vielleicht falsch gemacht? (Erstbrenner)
silberfuchs, Bayern
25.Jän.2004 21:06:06
17°C sind in Ordnung, daher auch die lange Gärdauer (durch's langsame Gären kommt mehr Aroma raus). Alles perfekt, das nächste Mal Verflüssiger dazugeben. Sie können die Maische trotzdem brennen, unbedingt Anbrennschutz verwenden und langsam aufheizen und vorsichtig destillieren.
Eintrag Nr. 1187
Hallo Herr Schmickl,
habe gestern meine ersten Brennversuche gemacht. War mit 2 Freunden und wir hatten ein super Spass. Habe an der Pot-Destille seitlich am Deckel das Thermometer angebracht. Zeigte zum Test mit Wasser ca. 97°C an.
1. Habe Alkohol mit Wasser, Zucker und Turbohefe genommen (2 Liter, 15%) und einen Geist mit 40g Anissamen gebrannt. Ausbeute war auf 42% verdünnt ca. 0,5L. Der Geschmack nach Anis war kaum feststellbar. (Anis war von Mutter'n ergattert und glaube sehr alt) Das Destillat hatte nach dem Brennen ca. 60%.
2. Haben dann ca.7L Schlehen gebrannt (ca. 17%) Geschmack ist "Super". Ausbeute auf 42,5% verdünnt war ca. 0,8L. Nach dem Brennen auch ca. 60%.
3. Habe noch 5L Alkohol, wie unter Pos.1 über. Wie lange und wo sollte ich Ihn lagern?
Meine Fragen sind, ob das Alles so i.O. ist? Nachlauf hatte ich nicht aufgefangen.
Für Ihr bemühen Danke im voraus.
Thomas
Thomas.R., D-Niedersachsen
25.Jän.2004 10:45:46
ad 1: 40 g auf 2 Liter sind in Ordnung, das liegt am Anis. 60%vol sind zuviel, Sie können bis ca. 53-55%vol brennen.
ad 2: auch hier bis ca. 55%vol
ad 3: In Glasballons lagern, hält schon 1 Jahr.
Eintrag Nr. 1186
Könnte mir jemand bitte sagen wie ich Baileys und Tia Maria herstelle.
Und ist Apfelkorn:
1.) Ein gemisch aus Apfelsaft und Korn oder
2.) Eine bestimmte Maische
Danke freue mich über jede Antwort
KillerMaschin, nix
24.Jän.2004 19:46:17
Baileys: Whisky mit Sahne
Tia Maria: Rum, Kaffee und Gewürze
Apfelkorn ist ein Angesetzter, in Korn wird Apfel angesetzt (industrielle Hersteller verwenden in der Regel statt dessen Geschmacksessenzen und Farbstoff).
Eintrag Nr. 1185
Hallo Dr. Schmickl!
Vor ca. 4 Wochen habe ich Honig/Wasser/Turbohefe zur Gärung gebracht. Nun ist nach meinem Empfinden die Gärung abgeschlossen (obwohl noch ein wenig Schaum auf der Flüssigkeit schwimmt), nach dem Filtern und Messen hat der Met einen Alkoholgehalt von 22,5%vol. Die Süße ist (fast) verschwunden. Aber der Wein ist sehr trübe und hat einen, nach meinem Geschmack, viel zu starken Hefegeschmack. Eigentlich wollte ich die Maische jetzt abziehen und im Eichenfass (neu) lagern.
Warum schmeckt der Met so stark nach Hefe? Muß ich besonderen Honig nehmen (ich habe schon recht teure Imker-Auslese genommen !)? Wann verschwindet die Trübung? Darf ich jetzt schon abfüllen? Met ist doch eigentlich ein "lieblicher" Wein, hätte ich die Gärung vorher abbrechen müssen, um noch Süße im Wein zu behalten?
Michael, D
24.Jän.2004 18:10:11
Daß der Hefegeschmack überhand nimmt, liegt u.a. an der Honigsorte, auch die Gärtemperatur spielt eine gewisse Rolle: je langsamer vergoren wird (je kälter), desto besser (optimal ca. 16-19°C). Ich habe bereits hervorragenden Turbohefe-Met verkostet. Sie müssen die Maische einige Wochen stehen lassen, dann wird sich die Flüssigkeit klären. Abfüllen erst dann, wenn alles klar geworden ist. Wenn Reststüße bleiben soll: entweder noch etwas Honig zugeben, oder Sie verwenden Gärfix, dann wird nicht der ganze Zucker des Honigs aufgebraucht, die Vergärung stoppt automatisch bei ca. 13%vol.
Eintrag Nr. 1184
Hallo Dr. Schmickl,
Danke für die letzte Antwort.
Jetzt habe ich aber das nächste Problem. Ich habe mit Turbohefe, Zucker und Wasser eine Maische angesetzt und gebrannt, da ich gerne mit Angesetzten probiere. Nun habe ich aber das Problem, daß das Destilat, das im Durchschnit so 70 - 75% hat, nach Hefe riecht und auch schmeckt. Nicht sehr stark aber immerhin merkbar.
Kann man das mit mehrfacher Destillation (steigt der Alc. Gehalt, macht ja nix) oder mit Aktivkohle wegbekommen oder ist die Hefe nicht so der Brüller??
Danke und Gruß
Guido, Norddeutschland
24.Jän.2004 18:08:00
Ja, mit A-Kohle behandeln und destillieren können Sie machen. Wird der Alkohol aber nachher zum Ansetzen verwendet, wird dieser Geschmack sowieso meistens überdeckt, insbesondere bei Kräutern und Zitrusfrüchten.
Eintrag Nr. 1183
Sehr geehrter Herr Schmickl,
ich möchte gerne nochmal das leidige Thema des Alkoholgehalts bei der Destillation (pot still) ansprechen, da es für mich hier immer noch Unklarheiten gibt. Scheinbar interpretiere ich das T-X-Y-Diagramm (McCabe-Thiele-Diagramm) falsch. In diesem Diagramm kann man doch bei gegebenem Alkoholgehalt den Siedepunkt (in der Siedekurve) eines Ethanol-Wasser-Gemisches ablesen und den daraus resultierenden Alkoholgehalt des Kondensats an der Taukurve bestimmen. Dabei reichert sich der Alkoholgehalt (niedriger siedende Komponente) im Kondensat an (Alkoholgehalt im Dampf ist höher als in der Flüssigkeit). Gleichzeitig verringert sich selbstverständlich auch der Alkoholgehalt im Kessel. Geht man von einer Maische mit 20% Ethanolgehalt aus, dann siedet dieses Gemisch laut Diagramm bei ca. 88-89°C. Der Ethanolgehalt im Dampf beträgt dann ca. 67-68%. Zu Beginn einer Destillation sind auch noch niedriger siedende Komponenten (z.B. Methanol vorhanden), womit der Siedepunkt zu Beginn der Destillation niedriger sein muss. Spätestens bei der Edelbrandfraktion, wenn alle niedrig siedenden Bestandteile abgetrennt sind, müsste der Siedepunkt doch in diesem Bereich (88-89°C) liegen. Im Laufe der Destillation bewegt man sich doch dann nach links auf der Siedekurve im T-X-Y Diagramm (siehe auch in der Grafik in Ihrem hervorragenden Buch oder http://homedistiller.org: hier kann man auch die zugehörigen Alkoholgehalte bzw. Temperaturbereiche berechnen lassen), weil ja auch der Alkoholgehalt abnimmt und der Siedepunkt des Gemisches (wegen dem höheren Wassergehalt) ansteigt. Brennt man nun bis 91°C, dann entspricht das wiederum einem Alkoholgehalt von ca. 14% im Kessel gemäß der Siedekurve und einem Alkoholgehalt von ca. 60% im Kondensat (Taukurve). Damit wäre doch dann der Gesamtalkoholgehalt aber höher als die 55%, die Sie immer angeben. Wo ist mein Denkfehler in diesem T-X-Y-Diagramm?
Josef Heim, Bayern
23.Jän.2004 19:41:56
Nur zur Begriffserklärung: T-X-Y und McCabe-Thiele-Diagramm ist nicht dasselbe, obwohl sie sehr ähnlich sind: Bei McCabe-Thiele ist die Flüssigkeitszusammensetzung direkt gegen die Dampfzusammensetzung aufgetragen, bei T-X-Y hingegen beides gegen die Temperatur. D.h. bei McCabe-Thiele fehlt die Temperatur-Information komplett.
Im T-X-Y-Diagramm haben Sie keinen Denkfehler, Sie haben es perfekt erklärt. Nur müssen Sie berücksichtigen, daß Ihre Maische nicht nur aus reinem Ethanol und reinem Wasser besteht (jeder gelöste Stoff bewirkt eine gewisse Siedepunktsverschiebung), außerdem sind in der Edelbrandfraktion nicht alle niedrig siedenden Komponenten vollkommen verschwunden (wie bei der EtOH-Wasser Trennung selbst, geht auch hier die Abtrennung nicht abrupt, sondern gleitend). Außerdem arbeiten Sie nicht unter idealen Bedingungen (Normaldruck usw.), unter diesen Vorraussetzungen wurde dieses Diagramm aufgenommen bzw. umgerechnet. Der erste Datenpunkt, also Siedepunkt reines Wasser, ist daher auch bei 100°C und nicht bei ca. 97,5°C eingetragen (u.a. wegen der Abweichung des Luftdrucks zum Normaldruck und der gelösten Salze siedet dort nicht-destilliertes Wasser "in Wirklichkeit"). Das T-X-Y (wie auch McCabe-Thiele) zeigt somit den Idealzustand an, der in der Praxis jedoch so gut wie nie erreicht wird.
Ein Beispiel aus der Praxis, warum diese Idealwerte beim Schnapsbrennen tatsächlich nicht zutreffen: ein Abfindungsbrenner hat in seiner Maische je nach Obstsorte ca. 3 bis 8%vol Alkohol. Laut Diagramm würde die Destillation bei ca. 8%vol erst ab etwa 95°C beginnen, das Destillat hätte bereits etwa Trinkstärke. Damit wäre kein zweiter Brennvorgang mehr notwendig. Trotzdem muß ein zweites Mal gebrannt werden, weil der Rohbrand viel weniger als Trinkstärke hat.
Bezüglich Nachlaufabtrennung siehe auch Eintrag Nr. 1119, letzter Absatz.
Eintrag Nr. 1182
Wie lange kann man eigentlich Zwetschgenschnaps in Flaschen aufheben
Stefan, Haidach
21.Jän.2004 23:22:59
Jahrzehntelang
Eintrag Nr. 1181
Hallo,
beim Brennen von Schlehenmaische habe ich das Problem, daß die Maische so dick ist, daß ich kaum eine Chance sehe die Kerne zu entfernen.
Eigentlich wollte ich ja nur 10% mitbrennen.
Besteht jetzt die Gefahr, daß zuviel Geschmack/Marzipannote mitkommt?
mfg
H.-H.
lohrjaeger, spessart
21.Jän.2004 18:15:39
Haben Sie den Verflüssiger vergessen? Dieser sollte dies nämlich verhindern. Ist die Maische schon ausgegoren? Wenn nicht, dann wird es noch etwas flüssiger. Ist die Maische fertig und noch immer so dick? Wenn ja, dann sollten Sie zumindest einen Teil abfiltrieren, sonst wird alles anbrennen. Zuviel Kerne führen zum Marzipangeschmack bei Marillen (Aprikosen), bei den Schlehen nicht so sehr. Es kann aber durch zuviele Kerne scharf werden.
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