SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1220
Hallo, ich bin gerade dabei, selbst eine Destille aus Kupfer zu bauen. Was für eine Lotart muss man zum löten verwenden? Da die meisen Lote Blei enthalten, hab ich so meine Bedenken. Wie kann man seine Destille vor dem ersten brennen desinfizieren? Oder kann man einfach drauf los brennen. Gruß Markus
Markus, Stuttgart
10.Feb.2004 19:07:37
Verwenden Sie für die wichtigen Lötstellen Hartlot. Die Destille zuerst mit Wasser und Putzmittel reinigen, dann mit Wasser-Essig-Mischung, dann mit Wein destillieren.
Eintrag Nr. 1219
hallo frau dr.Malle,hallo herr Schmickl,
erst einmal vielen vielen dank an sie beide dass sie dieses thema so toll und ausführlich behandeln zum zweiten wollte ich mich bei ihnen dafür bedanken dass sie alle fragen so super beantworten!
ich habe da mal drei fragen an sie und zwar
1)ich suche ein orginalrezept für karibischen rum könne sie mir da weiterhelfe?
2)was ist der vor- und nachlauf?
3)was ist hefenahrung und für was benötige ich sie?
vielen dank
mit freundlichen Grüßen
SAMY
Samy, D
10.Feb.2004 17:42:18
Danke!
:-))
ad 1: Zuckerrohr wird vergoren, destilliert und anschließend in gerösteten (angekohlten) Holzfässern gelagert
ad 2: Vorlauf: giftige Produkte von Fehlgärungen, die zu Beginn der Destillation abgetrennt werden. Nachlauf: zerkochte Substanzen, die am Ende der Destillation abgetrennt werden.
ad 3: Hefenahrung sind Vitamine, Spurenelemente usw. Die brauchen die Hefen, damit sie beim Gärprozeß keine Mangelerscheinungen erleiden, wodurch sie sich nicht mehr optimal vermehren oder Alkohol produzieren können.
Eintrag Nr. 1218
Hallo Herr Schmickl,
ich bin noch ziemlich neu und hätte daher die Frage gibt es eine gewisse Füllmenge in einer Destille oder kann ich in einem 35 l Kessel auch nur 5 l brennen????
Herzlichen Dank
Thomas
Thomas, D
09.Feb.2004 12:36:33
Nein, in einem 35 Liter Kessel können Sie nicht 5 Liter destillieren, durch den im Verhältnis riesigen Dampfraum hätten Sie sehr große Verluste. Ein Kessel sollte zumindest zur Hälfte befüllt werden.
Eintrag Nr. 1217
Hallo Herr Schmickl,
noch mal eine Frage zum "destillierten" Wasser aus dem Baumarkt. Auf verschiedenen Wassern steht, daß dieses entionisiert ist, ist das mit entmineralisiert gleichzusetzen?
Vielen Dank
Ralf
Ralf, Hasede/Deutschland
09.Feb.2004 12:01:46
In Wasser gelöste Mineralien liegen in ionisierter Form vor. Entionisiertes Wasser ist somit auch demineralisiert.
Eintrag Nr. 1216
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich habe erst kürzlich früchte (Wacholder) in Schnaps angesetzt und dann den angesetzten Schnaps nochmal gebrannt. Ohne dabei die Früchte zu gären. Dabei gingen die Aromastoffe der Beeren im neu gebrannten über, das Aroma war viel stärker als vorher. Ist es üblich so eine Art von Destillat herzustellen, wie ist Ihre Meinung dazu?
Manuel, Südtirol
09.Feb.2004 11:56:49
Ja, das ist üblich. Sie sprechen von einem Angesetzten, der im Anschluß destilliert wird. Dies ist eine Abart eines Geistes, der an sich noch viel einfacher in der Herstellung ist:
Den Brennkessel mit geschmacklosen Alkohol mit ca. 11-13%vol füllen und in den Dampfraum die Wacholderbeeren geben. Das Ergebnis ist ein Wacholdergeist. Im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sind ca. 30 verschiedene Geistrezepte angegeben, von A wie Anis bis Z wie Zirben.
Eintrag Nr. 1215
Hallo Dr. Schmickl
Habe mal einige Fragen zur Schnapslagerung. Wo am besten wird Hochprozentiger und Trinkfertiger Schnaps gelagert, und was für Temperaturen (Kalt oder Warm) sollten im Raum vorhanden sein. Bitte um Vor-Nachteile.
Vielen Dank für ihre Auskunft
MfG
Jo
Jo, Waldshut
09.Feb.2004 10:12:00
Hochprozentiger wird in Glasflaschen gelagert, keinesfalls Kunststoffgefäße. Es würden sich nach einiger Zeit die Weichmacher herauslösen, also vorsicht, weil Krebserregend. Am besten verwendet man Korken für den Verschluß. Wird die Flasche stehend gelagert, dann sind Verschlüsse mit Gummidichtungen gerade noch möglich, lagern sie liegend, keinesfalls Gummidichtungen verwenden. Ob stehen oder liegend ist eine Platzfrage, macht keinen Unterschied. Das Destillat eher kühl, also im Keller lagern. Direkte Sonneneinstrahlung sollte auch vermieden werden.
Ein ganz anderes Kapitel ist die Faßlagerung, hier wird das Destillat geschmacklich noch verändert.
Eintrag Nr. 1214
Sehr geehrter Dr. Schmickl,
wir haben oft über das wie der Herstellung auf dieser Seite geredet, mich würde einiges über die Trinkkultur bezüglich der verschiedenen Brände interessieren. Welche Trinktemperaturen sind für Obstbrände (Pflaume, Birne, Apfel, Limette günstig, welche Glasform sollte man wählen.
Übrigens Ihr Limettenrezept mit Küchengerät (gemäß Ihres Buches) war ein richtiges Abenteuer (habe vorsichtshalber die ersten 20 ml verworfen, der Nachlauf war auch eindeutig geschmacklich festzustellen)
Viele Grüße Klaus
Klaus, Magdeburg
08.Feb.2004 21:28:08
Alle Brände sollten beim Genießen Raumtemperatur haben, keinesfalls darf ein Destillat kalt serviert werden, denn dann würde man absolut kein Aroma mehr schmecken. Billige Destillate werden absichtlich eisgekühlt serviert, dann merkt man nicht, was man trinkt.
Die ideale Glasform sind tulpenförmige Schnapsgläser (die max. nur zu einem Viertel gefüllt werden), mit einem möglichst großen Raum für die Aromaentwicklung. Nur so kann man auch den Duft wahrnehmen. Auch Rotweingläser sind perfekt, natürlich nur eine Schnapsglasmenge einschenken. Hier entwickelt sich das Boukett am besten.
Freut mich, daß das Abenteuer geglückt ist.
🙂
Eintrag Nr. 1213
Ich habe Vogelbeeren eingemaischt - Naturgärung, wie weiss ich wann die Gärung zu Ende ist und ich mit dem brennen beginnen kann, Danke
Jesner Hias, Salzburg
08.Feb.2004 20:34:15
Gärungsende:
- Gärspund blubbert nicht mehr
- Fruchtkuchen sinkt nach unten ab
- beim Umrühren schäumt es nicht mehr
Eintrag Nr. 1212
Sehr geehrter Dr. Schmickl,
gestern abend haben wir nach einem schönen Essen noch geschnapselt und es kam die Frage auf, seit wann alkoholische Getränke destilliert werden. Ich habe leichtsinnigerweise so dahingesagt, daß ich heute mal schnell nachschaue. Google führte mich nicht direkt weiter, allerdings auf dieses Seiten. Deren Durchsuchen nach Geschichte/Historie/Mittlelalter brachte aber auch nicht das gewünschte Ergebnis. Können Sie mir weiterhelfen, vielleicht einen Link nennen?
Vielen Dank und herzliche Grüße
Sigmund Gassner
Sigmund Gassner, D/Franken
08.Feb.2004 13:31:40
Der Alkohol wurde ca. vor 5000 Jahren "erfunden". Ganz genaue Daten gibt es diesbezüglich nicht. Belegt ist aber, daß die Ägypter schon über 28 Weinsorten hatten, sowie Bier. Schnaps wurde das erste mal in Indien gebrannt, ca. 800 v. Chr.
Eintrag Nr. 1211
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl
Ihr Buch ist sehr informativ und interessant zu lesen. Leider ist die Größe der privaten Brennanlagen in Deutschland sehr begrenzt, aber wie sind die Bestimmungen auf der zollfreien Hochseeinsel Helgoland?
Mit freunlichen Grüßen
Heiner Janssen
Heiner Janssen, Ostfriesische Halbinsel
07.Feb.2004 20:49:31
Keine Ahnung, am besten fragen Sie bei der dafür zuständigen Behörde nach. Die Beschränkung hat eigentlich nichts mit dem klassischen Zoll - also Import und Export - zu tun, daher vermute ich, daß auch bei Ihnen die gleichen Bestimmungen wie im Mutterland der Insel gelten.
Eintrag Nr. 1210
Hallo zusammen,
ich habe neulich eine Flasche Whiskey geschenkt bekommen. Dieser Whiskey wandert seit ca. 30 Jahren durch unsere Verwandtschaft. Ich weiß nicht wie er in dieser Zeit gelagert wurde. Ich gehe aber davon aus, dass er während dieser Zeit nicht immer kühl und dunkel gelagert wurde. Kann es sein, dass der Whiskey trotzdem in dieser Zeit noch besser geworden ist. Reift Hochprozentiges in der Flasche noch? Wird hochprozentiges milder, besser oder bekömmlicher, wenn man diesen nach dem Kauf noch ein paar Jährchen aufhebt und ihn erst dann trinkt?
Danke für die Aufklärung!
Georg
Georg, Bayern
07.Feb.2004 12:04:32
Nein, Hochprozentiger reift in der Flasche nicht mehr. Sobald der Schnaps aus den Eichenfässern in Glasflaschen umgefüllt wird, bleibt es ziemlich unverändert. Die Temperatur, wenn kälter als ca. 20°C, spielt auch keine Rolle.
...zumindest wenn die Flasche voll ist und luftdicht verschlossen. Wenn die Flasche nur halb voll oder noch weniger gefüllt ist, raucht der Schnaps schlichtweg aus.
Fazit: geöffnete Flaschen NICHT jahrelang lagern, sondern genießen. Es wäre schade drum.
Eintrag Nr. 1209
Hallo Herr Schmickl,
habe vor einigen Wochen eine Schlehenmaische gebrannt. Die Maische hat unter Zuckerzusatz eigentlich ganz normal gegärt. Die Messung mit dem Vinometer ergab nach Ende der Gärung ca. 15 Vol%. Die Schlehen wurde von Hand gequetscht, es wurde Verflüssiger zugesetzt, die Maische war zum Schluß trotzdem sehr dickflüssig, so daß die Kerne nicht abgetrennt werden konnten.
Beim 1. Brand gab es prakt. keinen Vorlauf, aber auch erst ab ca. 91 °C nennenswertes Destillat.
Beim 2. Brand verlief alles normal, d. h. Edelbrand ab ca. 78/80°C, Nachlauf ab 92°C.
Wie ist das zu erklären, die Temperaturmessung war in beiden Fällen an der gleichen Stelle im Steigrohr u. hat sich bei anderen Bränden bewährt.
Ergebnis: Ein milder Brand mit leichtem Schlehengeschmack, der aber nicht unbedingt nach Schlehe riecht. Bin gespannt ob Sie für dieses Phänomen eine Erklärung haben.
Vielen Dank im voraus
Ralf
Ralf, Hasede/Deutschland
06.Feb.2004 21:40:33
Bei der richtigen Verflüssigerzugabe und gegen Ende der Gärung sollte die Maische überwiegend weinartig sein, der Fruchtkuchen sinkt nach unten ab, erst durch das Umrühren wird die Maische etwas fester, maximal aber wie Apfelmus. Bei 15%vol sollte bei einer pot-still das Destillat ca. bei 81-82°C zu tropfen beginnen. Eichen Sie Ihre Temperaturmessung mit Wasser, denn Ihr Wert ist viel zu hoch.
Wenn Sie 15%vol Maische haben, dann brauchen Sie nicht zweifach zu destillieren. Denn jede Destillation kostet Aroma. Ein einmaliges Destillieren hätte genügt. Nach der ersten Destillation hatten Sie bereits ca. 53%vol, destillieren Sie diesen nochmals, dann ist es ganz normal, daß es viel früher zu tropfen beginnt, da nun der Alkoholgehalt höher ist. Denn: je höher der Alkoholgehalt in der Ausgangssubstanz, umso niederiger die Temperatur, bei der der erste Tropfen kommt.
Tip: Lesen Sie sich das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" durch, da ist dieser Sachverhalt sehr detailliert beschrieben (auch der Einfluß eines Steigrohres auf das Aroma und die Alkohol-Abtrennung, wann es notwendig ist zweimal zu brennen usw.), dies alles hier zu erklären würde den Rahmen dieses Forums sprengen. Danach wird es sicher besser klappen.
😉
Eintrag Nr. 1208
Hallo Dr. Schmickl,
ich bin im begriff mir zwei Brennanlagen zu bauen, eine Reflux mit einem 50l Kessel (edelstahltopf) und wollte als steigrohr ein 54 mm kupferrohr verwenden, ich glaube das passt? Als zweite wollte ich eine pot-destille bauen aus einen 20l edelstahltopf, und wollte ein 28 mm Steigrohr verwenden, meine frage is ob das nicht ein bischen gross ist oder ob das geht?
In der reflux wollte ich einen einsatz in das steigrohr einbauen, ich wollte edelstahlmuttern verwenden(v2a) das steigrohr hätte die höhe von 90 cm und so 70 cm einsatz wollte ich machen. gibts da irgendwelche bedenken?
vielen dank
locomecanico, bayern
06.Feb.2004 08:46:27
54 mm Steigrohr ist OK. Auch die Höhe und die Einbauten sind OK. 28mm Steigrohr für 20 Liter ist auch in Ordnung, es macht nichts, wenn es breiter ist. Aber warum ein Steigrohr bei einer pot still?
Eintrag Nr. 1207
Hallo Herr Schmickl
Ich habe hier 2 sorten destilliertes Wasser aus dem Baumarkt. Die Bezeichnungen VDE 0510 und auf dem anderen VDE 0510-5. Das erstere ist für Haus und Hobby geeignet (ist sogar ein Fisch im Aquarium abgebildet), das andere enthält den Aufdruck: Kein Trinkwasser nicht für Laborzwecke geeignet. Frage: Besteht ein Qualitätsunterschied?
Viele Grüsse aus
dem Armen D-land 😉
Meisterkleister, Armes D
05.Feb.2004 22:05:51
Daß es kein Trinkwasser ist, ist OK. Nicht für Labor geeignet, auch OK. Weil das dest. Wasser für Labors wirklich destilliert wurde, das "destillierte" Wasser im Baumarkt aber nur entmineralisiert. Das reicht für das Verdünnen aber aus. Sie sollten beide Sorten verwenden können, leider kann ich mit den Bezeichnungen VDE... nichts anfangen. In Österreich haben wir auf den Kanistern im Baumarkt immer den Vermerk: für Bügeleisen, Autobatterien, usw.
Eintrag Nr. 1206
Hallo Dr. Schmickl!
Ich möchte gerne Bananen-Maische ansetzen und mit Turbohefe gären lassen. Kann ich Bananen verwenden, die bereits braun geworden sind, um mehr Süsse zu erzielen? Wie weiß ich, wieviel Zucker ich der Maische zugeben muß, und wann? Ist es richtig, den pH-Wert auf 3,5 einzustellen? Wieviel Wasser / Verflüssiger muß ich zugeben? Wenn die Gärung abgeschlossen ist, bleibt dann ein trüber Wein, oder klart er auch nach einiger Zeit auf?
Michael, D
05.Feb.2004 15:46:16
Ja, Bananen - leicht braun - sind optimal und haben auch mehr Aroma. In Summe brauchen Sie 380g Zucker je Liter Maische. Ein Drittel zu Beginn, die anderen beiden nach jeweils 3-4 Tagen. pH auf 3,5 einstellen. Wasser können Sie 1:1 zugeben, Verflüssiger die 3 fache Menge als auf der Packung angegeben. Auch hier klärt sich die Maische ca. 2 Wochen nach Gärende.
Eintrag Nr. 1205
Sehr geehrter Herr Schmickl,
ich bin mit dem Eigenbau einer kleinen Destille schon fast fertig. Als Kessel habe ich einen alten, innen verzinnten Kupfertopf verwendet.Nun habe ich aber in Eintrag 410 gelesen, dass man nur innen verzinnte Töpfe verwenden sollte die mit 97%Zinn beschichtet sind. Jetzt wollte ich wissen was für Auswirkungen kann es haben mit diesem Kessel zu brennen und wie kann ich feststellen ob das Zinn vielleicht doch lebensmittelecht ist und wenn nicht sollte ich es dann besser entfernen?
Super HP
Danke schon einmal im voraus!!!
mfg Röhrich
Röhrich, Obb
03.Feb.2004 19:51:51
Ist der Topf nicht lebensmittelecht, d.h. nicht 97% Zinn beschichtet, dann können sich Teile der Beschichtung lösen und auch in das Destillat mitkommen, was weniger gesund wäre. Wenn Sie sich nicht sicher sind, vielleicht sollten Sie dann besser einen anderen Topf verwenden, sonst wäre es schade um die Arbeit.
Danke.
🙂
Eintrag Nr. 1204
Sehr geehrter Herr Schmickl,
ich habe im Herbst Zwetschgenmaische angesetzt. Die Zwetschgen hatte ich grob zerdrückt, dabei sind wohl auch eine unbekannte Menge Steine zerstört worden. Auf Anweisung des Lohnbrenners habe ich die Maische bis Mitte Januar mit den Steinen stehen lassen. Dann wurde sie mit allen Steinen gebrannt. Nachdem ich jetzt in Ihrem Forum einiges über das Thema Blausäurebildung gelesen habe sind mir diesbezügliche Bedenken gekommen. Gibt es eine Möglichkeit festzustellen, ob und wie viel Blausäure in dem fertigen Zewetschgenbrand enthalten ist? Wenn nein, kann man den Schnaps überhaupt trinken ohne sich in Gefahr zu bringen? Vielen Dank für Ihre Antwort im voraus. Ihr F. Bienenstich
Bienenstich, Hessen
03.Feb.2004 12:06:29
Ja, es ist möglich die Substanzen nachzumessen, aber nur in speziell ausgerüsteten Labors (Lebensmittelprüfanstalt o.ä.). Einen einfachen Nachweis für Zuhause gibt es diesbezüglich leider nicht. Wurden sehr viele Steine zerstört? Wenn ja, sollten Sie den Schnaps verwerfen. Waren die Steine überwiegend ganz, dann ist es kein Problem wenn mit allen Steinen gebrannt wird, außer ein geschmacklicher Nachteil.
Eintrag Nr. 1203
Hab mir neulich vom Bauer Zwetschgenschnaps gekauft, möchte jetzt aber wissen ob da Methanol enthalten ist wie kann ich das am besten rausbekommen?
Sandor, Regensburg
03.Feb.2004 08:57:43
Sie meinen sicher ob Vorlauf enthalten ist (Vorlauf und Methanol ist nicht dasselbe), bei Zwetschken besteht nämlich kaum die Gefahr, daß der Methanol-Gehalt den gesetzlichen Grenzwert überschreitet. Machen Sie einen Vorlaufabtrennungs-Test (siehe linkes Menü, "Produktliste"), dann ist alles klar.
Eintrag Nr. 1202
hallo hr. dr. schmickl,
ich hatte schon mal in ihrem forum meine frage gestellt, aber leider habe ich dort keine antwort erhalten, schätze mal das sich damit einfach niemand auskennt!
folgendes, ich habe vor mich evtl. selbständig zu machen mit einer kleinen "brennerei" ... seit einigen jahren brenne ich privat zuhause "geiste" (gin, anis, usw.) und würde das gerne auch kommerziell machen ... wissen sie wie die rechtslage in deutschland aussieht? ... brauche ich dafür auch ein brennrecht (dann kann ich die ganze sache gleich vergessen) oder langt es wenn ich meine anlage beim zoll anmelde usw. schließlich stelle ich ja keinen alk. her, sondern ich "veredle" doch nur schon versteuert gekauften alk. ... leider konnte ich im internet diesbezüglich keinerlei infos finden und bei den öffentlichen stellen wollte ich auch nicht gleich vorstellig werden.
vielen dank schon mal im voraus für die antwort!!!
mfg
peter
Peter, Deutschland
02.Feb.2004 16:43:45
Ja, man braucht auch hierfür ein Brennrecht. Die Herstellung von Geisten fällt unter den Begriff "Alkoholreinigung", man muß dann zwar keine Alkoholsteuer mehr zahlen, da man mit bereits versteuertem Alkohol arbeitet, aber ein Brennrecht ist die Voraussetzung dafür. Dennoch würde ich beim, für Ihren Bezirk zuständigen, Zollamt direkt einmal anfragen, vielleicht stoßen Sie ja auf Verständnis. Außerdem gibt es gerade in Deutschland sehr große regionale Unterschiede in Bezug auf Abfindungsbrennrechte usw. Im Norden ist es meines Wissens so gut wie unmöglich ein neues Abfindungsbrennrecht zu bekommen, im Süden wird einem Antrag auf Neuanmeldung öfters stattgegeben. Kurzum: beim Zoll nachfragen.
Eintrag Nr. 1201
hallo hr. dr. schmickl!
ich hab vor ein paar wochen orangen angesetzt. bei den orangen hab ich die schale mit einen erdäpfelschähler heruntergeschnitten und dann in 45%igen wodka gegeben. jetzt hab ich gehört man muß unbehandelte orangen nehmen. wo bekommt man solche orangen? - ich hab im supermarkt normale orangen gekauft. muß ich bei meinen orangen gesundheitliche bedenken haben? ich möchte meinen angesetzten auch so belassen - also nicht brennen!
danke für die beantwortung
lg norbert
norbert, nö
02.Feb.2004 11:15:50
Gerade zu dieser Jahreszeit gibt es sowohl Zitronen als auch Orangen die unbehandelt sind. Unbehandelte Zitronen sind in jedem Supermarkt erhältlich, bei Orangen müssen Sie sich in Bio-Läden umschauen. Die "normalen" Orangen sind leider gespritzt und gewachst. Das (nicht natürliche) Wachs löst sich im Alkohol auf. Da auf dem Etikett immer vermerkt ist: "Schale nicht zum Verzehr geeignet", ist anzunehmen, daß auch der Alkohol, in dem diese Chemikalie gelöst ist, "nicht zum Verzehr geeignet" ist.
Zur Not könnten Sie vor dem Schälen die Orangen mit einem Scheuerschwämmchen, Spülmittel und heißem Wasser gründlich abwaschen, an sich sollte das Wachs dadurch weg sein. Gegen Spritzmittel hilft diese Methode leider nicht.
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