SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1360
Hallo,
ich habe mir nach ihrer Anleitung eine eigene Destille gebaut. Vor dem 1. Brennen habe ich erst einmal Wasser und anschließend 2l Wein durchdestilliert, um Rückstände zu entfernen. Das Destillat war bei der Weindestillation klar und frei von Verunreinigungen. Später habe ich 1L Limettenschnaps und nach ein paar Tagen noch Orangenschnaps gebrannt. Der Limettenschnaps sollte ein Geist sein, der Orangenschnaps war ein Angesetzter mit den Orangenschalen im Topf. Beidesmal war das Destillat milchig trüb, der Geschmack war trotzdem gut. Kann es sich hierbei um Ablagerungen handeln, oder sind dies unlösliche Aromastoffe? Die "Reinigungsdestillate" waren dagegen klar. Kann ich den Schnaps trotzdem trinken?
Vielen Dank
Christian Wesp, Hessen
10.Mai.2004 17:17:12
Orangen und Limetten enthalten viel ätherisches Öl, das ist die Ursache für Ihre milchige Trübung. D.h. die Trübung ist reines Aroma! Wenn das Destillat aus rein optischen Gründen trotzdem klar werden soll, dann filtrieren. Aber trinkbar ist der Geist auch so.
Eintrag Nr. 1359
Hallo Herr Dr. Schmickl,
erlauben Sie mir bitte eine Frage, Fruechte haben bekanntlich viele Vitamine. Werden diese Vitamine bei dem Ansetzen zerstoert, oder werden diese mit den Aromen in dem angesetzten Schnaps herausgeloest und konserviert?
Vielen Dank fuer Ihre Muehen
Andreas Ringel
andy, B.W.
09.Mai.2004 21:43:41
Beim Ansetzen bleiben die Vitamine erhalten. Wird der Ansatz bzw. eine Maische destilliert, werden die Vitamine durch's Kochen zumindest teilweise (oder zur Gänze, hängt von der Substanz ab) zerstört.
Eintrag Nr. 1358
Hallo allerseits,
ich habe vor Quitten in diesem Jahr wieder einzumaischen und ich benötige einen Häcksler mit grosser Öffnung.(Mit einer Küchenmaschine ist das ganze wie ich im letzten Jahr feststellen musste recht mühselig,hat der küchenmaschine bzw dem Messer nicht gut getan).
Wer weiss wo ich ein entsprechendes Gerät preisgünstig erwerben kann?
mit freundlichen Grüssen Michael Jansen
Mischa Wolf, Deutschland
09.Mai.2004 14:29:50
Leider nein. Versuchen Sie doch ein wenig zu googeln oder bei e-Bay.
Eintrag Nr. 1357
guten tag hr. doktor!
ich möchte einen apfelbrand herstellen, mein nachbar hat mich nun verwirrt! ich habe einen wunderbaren apfelbaum im garten der regelmäßig sehr aromatische früchte trägt. an sich wollte ich die völlig naturbelassenen äpfel verarbeiten, mein nachbar behauptet nun das ich mir dabei zu viele schlechte hefen einfangen würde. ich müsse mindestens vier bis fünfmal die äpfel schwefeln, was selbst im ökologischem landbau üblich sei, oder alle schwarzen augen und fehlstellen herausschneiden! ist das richtig? schadet das schwefeln den äpfeln? reicht es evt die äpfel gründlich zu reinigen? imvorraus schon vielen dank für die beantwortung meiner fragen!
gruss aus tirol!
rotti
rotti, tirol
07.Mai.2004 21:13:54
Sie brauchen die Äpfel keinesfalls zu schwefeln! Erstens kann es dabei zu Gärproblemen kommen (wie uns diverse Brenner schon berichtet haben, siehe z.B. Fachfrage 718) und zweitens findet sich dann die schwefelige Säure (bei Verwendung von Kaliumsulfit) im Destillat wieder, die Sie dann wieder herausmixen müssen, sonst ist der Schnaps untrinkbar. Die Äpfel vor dem Einmaischen waschen, faule Früchte, Stengel, Blätter oder Äste entfernen. Faule Stellen herausschneiden. Schwarze Augen usw. sind kein Problem. Bei Fallobst sollten Sie die Früchte vor dem Zerstampfen zumindest halbieren um zu sehen ob sie von innen faul sind oder ob ein Wurm drin ist.
Diese Methode ist natürlich nur bei "Hausgebrauchsmengen" sinnvoll, bei Wagonladungen voller Äpfel wäre der Aufwand viel zu groß. Daher ist es in diesem Fall dennoch wieder notwendig zu schwefeln (auf Kosten der Qualität), wegen der faulen Früchte, die zwangsläufig mit eingemaischt werden.
Unbedingt Reinzuchthefe zugeben, um Fehlgärungen (erzeugen die im Vorlauf enthaltenen Gifte) und die Vermehrung von Wildhefen zu verhindern.
Eintrag Nr. 1356
Entsteht Methanol hauptsächlich durch unbeschädigte Kerne wärend des gärens? Sobei ist auch bei der Herstellung fruchtweins so gut wie kein Methanol enthalten wen man auf die Kerne acht gibt, oder sie ganz entfernt?
Manuel, Südtirol
07.Mai.2004 10:03:36
Methanol entsteht wenn Sie holzige Bestanteile wie Ästchen, Blätter usw. vergären, auch z.B. Traubenkerne. Bei Steinobst entsteht aus den beschädigten Kernen allerdings nicht Methanol, sondern Blausäure.
Eintrag Nr. 1355
Hallo Herr Dr. Schmickl
Ich habe Nachlauf Schnaps und Weinreste mit Aktivkohle 3 Wochen angesetzt und daraus 5l. Alkohol Gebrannt 72%. Ich möchte daraus verschiedene Geiste brennen, Holunder, Schlehen, Himbeeren, Walnüsse und Anis. Meine Frage soll ich den Alkohol auf 12-15% verdünnen und die Früchte im Aromakorb Brennen damit ich nicht soviel verdünnen muss wegen dem Aroma. Oder soll ich die Früchte in den 72% ansetzen und dann auf 40-43% verdünnen und mit Früchten im Aromakorb brennen und dann auf Trinkstärke herabsetzen. Oder in 40-43% ansetzendann auf 12-15% verdünnen und mit Früchten im Aromakorb brennen. Was gibt ihrer Meinung nach das beste Aroma, oder gibt es noch eine bessere Alternative.
Mit Freundlichen Grüßen
Peter aus Hessen
Peter, Hessen
05.Mai.2004 21:36:07
Holunderblüten, Anis, Himbeeren: mit der klassischen Geistherstellung. Dafür den geschmacklosen Alkohol auf 11-13%vol verdünnen und mit den Früchten im Aromakorb brennen. Vorher ansetzen ist nicht notwendig, das Aroma ist auch so intensiv genug (insbes. bei Gewürzen: zuviel schmeckt nicht unbedingt besser).
Schlehen, Nüsse, Himbeeren: In 45-50%vol Alkohol ansetzen, dann unverdünnt brennen und erst das Destillat verdünnen (der Geschmack wird dabei NICHT verdünnt). Werden zusätzlich beim Brennen frische Früchte in den Korb gegeben, verstärkt sich das Aroma nochmals. Bei den Nüssen sollten Sie unreife, ungeschälte Früchte verwenden (bereits Mitte bis Ende Juni ernten), wenn Sie davon einen Teil einfrieren, können Sie diese dann statt frischer Nüsse beim Destillieren in den Aromakorb geben.
Eintrag Nr. 1354
Hallo Herr Doktor!
Ich habe vorhin vergessen zu fragen, für wieviel Liter Maische 100 gr. bzw. 150 gr. Gärfix reichen. Wäre echt sinnvoll das zu wissen.
Kann man eigentlich nur per Nachnahme bei Ihnen bestellen oder funtioniert das auch mit Erlagschein innerhalb Österreichs? Die NN-Gebühr ist ja wahnsinn und das zahlt sich bei den kleinen Mengen sonst fast nicht aus.
Danke für die Antwort.
Xal
Xal, SK
04.Mai.2004 16:56:07
100 g Gärfix reichen für 200-250 Liter Maische. Nachnahmebestellungen sind leider viel zu teuer geworden, deshalb haben wir diese nicht mehr. Die billigste Variante ist daher die Überweisung.
Eintrag Nr. 1353
Hallo Herr Dr. Schmickl!
Danke für die Antwort zu meiner Marmeladefrage (Eintrag 1337). Es hat ganz gut funktioniert, auch ohne Verflüssiger. Ich habe die Marmelade einfach mit kaltem Wasser verquierlt, dann noch etwas mit Wasser verdünnt, Zucker und Turbohefe dazugegeben und ca. 6 Tage gären lassen. Der Schnaps schmeckt super nach der Himmbeerfrucht. Leider war die Marillenmarmelade etwas zu alt und der Schnaps schmeckt komisch, irgendwie modrig.

Jetzt zu den eigentlichen Fragen:
Ich habe das Forum nach Bierbrand durchsucht und habe immer wieder gelesen, dass das Ergbnis schwach ist und man 2 mal brennen muß. Bei mir tröpfelt der Brand anfangs mit 70% heraus und das Endergebnis aus 6 Liter 5%igen Bier sind noch immer gut 320 ml. 45%iger Schnaps. Dann haben einige Leute geschrieben, dass es bei ihnen erst bei ca. 90 Grad zu tröpfenln anfängt. Bei mir ist das ebenfalls so, obwohl bei der normalen Maische, wie die z.B. von der Marmelade, schon bei ca. 70-72 Grad zu tröpfeln anfängt. Mein Thermometer ist also in Ordnung und habe diesen auch 2 mal gegengeprüft. Kann es sein, dass sich Bier doch etwas anders verhält als normale Maische? Oder habe ich gar bei meiner Potstill eine konstruktieve Volllandundung hingelegt?
10 Liter Alukochtopf, ca. 10 cm. 22mm. Kupfersteigrohr in dem in der Hälfte das 12mm. Geistrohr (ca. 45 cm. lang) abgeht und in die 12mm. Kühlspierale endet. Ist eventuell das 12mm Kupferrohr zu dünn und ich erreiche ungewollt damit einen Kolloneneffekt? Andere Maischen rinnen nämlich auch ähnlich stark oder noch stärker aus dem Kühler. Es sind viele Fragen aber ich hoffe doch, dass Sie Zeit finden werden diese zu beantworten. Noch kurz zum Bierbrand. Helles Bier ist gut, dunkles Bier ist aber etwas besser und herber und scheckt super.
Mit freundlchen Grüssen,
Xal
Xal, SK
04.Mai.2004 16:23:28
Bier verhält sich gleich wie normale Maische, allerdings anders als hochgradige Maische, da der Alkoholgehalt viel geringer ist. Je geringer der Alkoholgehalt, umso höher ist die Anfangstemperatur. Bier beginnt ca. bei 84°C zu tropfen. die Temperatur kann auch etwas höher liegen, so 2-3 °C, da sich die Anlage zu Beginn der Destillation oft noch nicht im Gleichgewicht befindet. 45%vol Schnaps beim einmaligen Brennen von 5% Maische sind viel zu hoch, Sie hören viel zu früh auf, deswegen auch die sehr geringe Ausbeute. Wäre das normal, dann müßten Abfindungsbrenner, die ja Maische zwischen 3 und 8%vol haben, auch nur einmal brennen, ist aber leider nicht der Fall.
Anmerkung zum Bierbrand: dieser sollte als einzige Ausnahme bis 92°C destilliert werden, da erst hier der Hopfengeschmack richtig mitkommt.
Die Anlagenkonstruktion klingt OK. Die Frage ist nur, wo ist das Thermometer? Könnten Sie uns der Einfachheit halber ein Bild mailen? E-Mailadresse ist unter "Kontakt" oder auf jeder Seite unten rechts angegeben.
Eintrag Nr. 1352
Sehr geehrter Herr Doktor!
Ich habe nach dem Brennen festgestellt, dass mein Williamsbrand aromamäßig nicht so intensiv schmeckt wie der letztjährig gebrannte und dies, obwohl ich beim Einmaischen ein wunderbares Aroma feststellen konnte. Nunmehr wurde mir gesagt, dass die Früchte wahrscheinlich beim Einmaischen zu warm waren, dadurch die Gärung zu intensiv eingesetzt hat und dabei das Aroma entwichen ist. Ist dies möglich?
Hans-Werner Heinzle, Österreich, Vorarlberg
04.Mai.2004 11:51:50
Ja, das ist möglich. Je wärmer es bei der Gärung ist, um so schneller geht diese vor sich, umso rascher entweicht das Gärgas (CO2). Durch diese rasche Gasentwicklung wird Aroma mitgerissen. Ideale Gärtemperatur: 16-19°C.
P.S.: Wir haben es vor zwei Jahren leider auch geschafft, auf diese Weise nahezu geschmacklosen Marillenbrand (= Aprikosen) herzustellen.
Eintrag Nr. 1351
Sehr geehrter Dr. Schmickl,
wie sieht die rechtliche Situation in Frankreich aus? gibt es für Frankreich ebenfalls eine max. Kesselgrösse? liefern Sie Destillen auch nach Frankreich?
Im voraus vielen Dank für die Beantwortung o.g. Fragen
Michael
Michael, Frankreich
03.Mai.2004 10:47:01
Ja, wir liefern Destillen auch nach Frankreich. Die erlaubte Kesselgröße in Frankreich ohne Meldung ist 1 Liter.
Eintrag Nr. 1350
Hallo Hr. Dr. Schmickl!
Ich habe eine Destille gebaut mit einem Durchmesser von 40 cm und 40 cm Höhe. Diese ist mir, um kleinere Mengen zu brennen, einfach zu groß. Deswegen möchte ich mir noch eine bauen mit 40 cm Durchmesser (damit der Deckel der großen passt) und ca. 20 cm Höhe. Oder ist es besser, einen kleineren Durchmesser zu nehmen und entsprechend die Höhe größer? Welche Auswirkungen haben Durchmesser und Höhe in Bezug auf den Brennvorgang?
Ansonsten kann ich mich nur den Komplimenten der anderen anschließen und Ihnen recht herzlich danken für Ihre Mühe beim Beantworten der Probleme.
Viele Grüße
kalle
kalle, D
03.Mai.2004 09:45:14
20 cm Höhe und 40 cm Durchmesser sind schon in Ordnung. Die Höhe bzw. der Durchmesser haben auf den Brennvorgang keine Auswirkung, solange nicht der Kessel (und Dom) extrem hoch ist und somit einer Kolonne gleicht.
Vielen Dank.
Eintrag Nr. 1349
Hallo Hr. Dr. Schmickl !
Ich habe es riskiert eine Turbo Hefe welche bereits Mitte 03 abgelaufen ist mit Zucker anzusetzen. Dies geschah vorigen Samstag. Ich tat alles wie beschrieben, jedoch tat sich nach 3 Tagen nichts. Dann habe ich in das Faß geschaut, und es war ein Gele artige Flüssigkeit, welche sich um den Kochlöffel zog. An der Oberseite war etwas Schaum und auch Flecken, ehnlich wie man sie bei Schimmel kennt. Ich rührte alles nochmal um und schloß das Faß wieder. Am nächsten Tag, gärte es dann. Das ging so weiter wie normal. Am 6 Tag schaute ich wieder hinein, und es ist alles total flüssig, hat die gleiche Farbe, und riecht, wie es bei normalen Ansatz mit Zucker ist. Die Umgebeungstemperatur ist ca. 16-20 Grad. Mich interessiert nun, was ist diese Gele artige Masse gewesen, und verläuft es nun normal, oder braut sich hier etwas schlechtes zusammen, weil ich eine abgelaufene Hefe probiert habe.
mfg
Manfred
Manfred, Steiermark
01.Mai.2004 21:12:06
Wenn bei einer Gärung etwas schiefläuft, dann kann man das fast immer riechen, d.h. die Fehlgärungen sind im Geruch meist deutlich wahrzunehmen. Weiße Schimmelflecken sollten auf der Maische nicht vorhanden sein, da haben sich dann bereits Fehlgärungen eingeschlichen. Also kurzum, haben Sie Schimmel, dann ist die Maische zu verwerfen. Kosten Sie die Maische, schmeckt sie gut? D.h. nicht Essigartig oder Faulig bzw. Verdorben. Wenn ja, können Sie diese Brennen.
Messen Sie den Alkoholgehalt mit einem Vinometer, ist dieser ca. 20%vol (gilt natürlich nur für Turbohefe) ist die Gärung richtig angesprungen, sonst wäre der Alk.gehalt nicht so hoch, sondern ca. die Hälfte oder weniger. Achten Sie beim Brennen trotzdem auf Vorlauf (ob das erste was herausrinnt nach UHU riecht).
Eintrag Nr. 1348
zu Eintrag 1303:
Hallo Herr Dr. Schmickl, habe diese Zuckermaische ebenfalls schon mehrmals angesetzt, die Hefe allerdings erst nach dem Auffüllen des Gäreimers auf 25 Liter, unter ständigem Rühren, bis keine Hefeteilchen mehr zu sehen waren, sich also komplett aufgelöst haben. Die Gärung setzt bei mir allerdings schon nach ca. 3 - 4 Stunden ein, nicht erst nach ca. 24 h!!! 1. Ist das so in Ordnung??? und 2. Wenn die Gärung nach 10 - 14 Tagen vorrüber ist, und man anfangen möchte zu brennen, muß man dann die Zuckerlösung vor Entnahme aus dem Gäreimer nochmals umrühren, ein Teil der Hefe hat sich auf dem Boden abgesetzt, um diese mit zu brennen, oder sollte man nur das Zuckerwasser ohne die abgesetzten Hefeteilchen nehmen???
Für Ihre Antwort bedanke ich mich schon im Voraus!
Sehr gute HP, machen Sie weiter so!
caesar, Niedersachsen
01.Mai.2004 15:09:52
ad 1: ja, ist vollkommen in Ordnung (je kälter es ist, desto länger dauert es, bis die Gärung beginnt)
ad 2: nein, Sie müssen nicht mehr umrühren (bei Fruchtmaischen sollte vorher jedoch immer umgerührt werden), die Hefeteilchen können am Boden zurückbleiben
🙂
Danke!
Eintrag Nr. 1347
Ich habe jeweils 1 kg getrocknete Äpfel und getrocknete Apfelschalen geschenkt bekommen. Wie kann ich die am besten verwenden (außer einen Tee daraus zu brühen)? Schon mal danke im Voraus für die Antwort. 🙂
Easy Rider, Alto Adige
30.Apr.2004 12:48:30
1. Sie können daraus einen Geist machen: geschmacklosen Alkohol mit ca. 11%vol in den Kessel, Schalen und Äpfel etwas zerkleinern und in den Aromakorb geben. Je 1,5 Liter ca. 200 g getr. Äpfel bzw. Schalen, je mehr, desto intensiver wird das Aroma.
2. Beides in ca. 43%vol geschmacklosen Alkohol ansetzten (Ansatzglas ca. zu einem Drittel mit Früchten füllen, dann mit Alkohol aufgießen bis das Glas voll ist) und mindestens ca. 2 Monate ziehen lassen. Und eventuell destillieren oder direkt so genießen.
Nach unserer Erfahrung kommt bei getr. Äpfeln mit der ersten Methode mehr Aroma rüber, als bei einem destillierten Angesetzten.
Eintrag Nr. 1346
zum Eintrag 1305: Orangenmaische
Es ist wohl besser, die Orangen zu schälen und dabei auch die weisse Innenschale zu entfernen. Und nie wieder ohne Verflüssiger!!! Die Maische wurde sehr dickflüssig und der resultierende Geist milchig und etwas bitterlich. Ich mag bitter und werde versuchen, mit den hier vorhandenen Cochinilleläusen einen Campari zu fabrizieren 😉 Da die Ausbeute letztlich nicht mehr ist als mit purem Orangensaft (siehe unter 'Rezepte'), werde ich in Zukunft wohl den Saft vorziehen, der ja auch keinen Vorlauf produziert.
Sabine, Kanarische Inseln
29.Apr.2004 13:44:00
Danke für den Hinweis. Daß das Destillat milchig wurde, zeigt, daß der Anteil an ätherischen Ölen sehr hoch ist (die sind es, die die Trübung verursachen), was an sich für eine hohe Qualität spricht. Wenn Sie auf das Bittere der weißen Schale verzichten möchten, dann geben Sie zumindest ein paar Orangenschalen - mit dem Kartoffelschäler dünn abgeschält - hinzu. Das Aroma wird durch die Schale einfach intensiver.
Eintrag Nr. 1345
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich habe eine Frage zu Steinobst. Das die Kerne ganz bleiben müssen, um die Blausäurebildung aus dem Amygdalin zu verhindern ist mir klar.
Unklar hingegen ist mir, wodurch der Mandelgeschmack, z.B. bei meiner angesetzten und dann gebrannten Traubenkirsche verursacht wird.
Wenn Freunde das Tröpfchen verkosten erlebe ich immer wieder die Gleichsetzung Mandelgeschmack = blausäurehaltig und habe keine wirklich schlüssige Antwort darauf. Können Sie mir weiterhelfen?
Vielen Dank für die umfangreiche Arbeit auf dieser HP! Unabhängig vom Thema ist es eine die "lebt" und das macht eine Menge Mühe.
Strandigel, Ruegen
29.Apr.2004 09:00:11
Der (Bitter-)Mandelgeschmack ist beim Steinobst normal, er gehört dazu. Z.B. Schlehenschnäpse (egal ob angesetzt oder eingemaischt) sind typisch für ein intensives Bittermandelaroma, auch würde ein Zwetschkenbrand (Slivovitz) ohne diese Note nur nach Pflaumenwein schmecken. Wenn die Kerne ganz geblieben sind, treten dadurch keine gesundheitlichen "Nebenwirkungen" auf, dafür sind die Konzentrationen viel zu gering. Manchmal wird sogar das Fruchtaroma übertönt, daher sollten maximal 10% der Kerne mitgebrannt werden.
Danke, wir bemühen uns.
🙂
Eintrag Nr. 1344
Zu 1339
Hallo Dr. Schmickl,
Danke für die Antwort. Somit haben sich die Fässer dieses Herstellers für mich erledigt. Habe inzwischen auch schon einen im E-Bay gefunden, der unbehandelte Fässer liefert.
Ich hatte den Eindruck, dass Sie gerade noch beim Editieren der Antwort waren, irgendwie war da noch so ein Satz wie "Da fragt man sich was das überhaupt soll, innen Paraffin und außen Lack ...". Der Satz war bei erneutem Aufbau der Seite weg. Aber aus dem Grund fragt man ja. Ich denke diesem Hersteller geht es weitestgehend um die Optik.
Nochmals vielen Dank!
Peter Seyller
Peter Seyller, Franken
28.Apr.2004 15:32:40
Kein Problem. Ja, beim Drüberlesen habe ich den Satz wieder rausgenommen, war doch ein wenig hart. Wir wollen schließlich niemandem auf den Schlips treten.
Mit Ihrer Vermutung haben Sie recht, es werden sehr viele "Dekorations"fässer angeboten. Leider muß der Kunde meist selber herausfinden ob es ein "echtes" Faß ist oder nicht.
Tip: da Sie Angst vor zuviel Alk.verlust haben, bietet sich die Möglichkeit an, den Schnaps in einem Glasgefäß mit (gerösteten) Holzchips zu lagern. Entweder selber machen (auf Herdplatte) oder ein wenig googeln (oder e-Bay?).
Eintrag Nr. 1343
Hallo,
ich möchte gern für private Zwecke einen "Selbstgebrannten" produzieren. Die technischen Möglichkeiten hab ich schon und das "Wie" ist mir bekannt. Allerdings möchte ich gern wissen, ob es in Deutschland innerhalb welcher Bestimmungen und Grenzen erlaubt ist. Welches Gesetz regelt dies? Da ich im grenznahen Raum wohne, kommt öfter mal der Zoll vorbei, da mag ich nichts illegales veranstalten. Wär nett, wenn Sie mir die Infos zum nachlesen geben könnten.
Vielen Dank
Andy Müller, allg. Informationen
26.Apr.2004 08:39:05
In Deutschland wird das Destillieren von Alkohol durch das Branntweinmonopolgesetz geregelt. Nur Anlagen bis 0,5 Liter Kesselvolumen sind anmeldefrei. Alle größeren Destilliergeräte müssen Sie beim Zoll anmelden und dafür ein Brennrecht einreichen.
Eintrag Nr. 1342
Hallo Herr Schmickl,
ich habe vor ein paar Tagen begonnen eine hochgradige Apfelmaische herzustellen und hätte hierzu ein paar Fragen. Ich rühre den Fruchtkuchen täglich um, ist das ev. zu oft? Den pH-Wert habe ich auf 3,5 eingestellt, ist es notwendig diesen öfter zu kontrollieren oder bleibt der auf dem am Anfang eingestellten Wert?
Vielen Dank für Ihre Antwort
Schöne Grüße nach Klagenfurt
Andreas, Bezirk Braunau
25.Apr.2004 23:18:59
Wenn Sie alle 3 Tage umrühren ist das oft genug. Haben Sie den pH mit Biogen oder Milchsäure eingestellt? Dann brauchen Sie ihn nicht mehr zu kontrollieren. Wurde er mit Zitronensäure eingestellt, dann alle 2-3 Tage nachmessen und bei Bedarf nachsäuern.
Eintrag Nr. 1341
Guten Tag,
ich bräuchte unbedingt ihre Hilfe und zwar habe ich als Anfänger Zibartenschnaps gebrannt. So jetzt habe ich einen reinen Zibartenschnaps, jetzt hat mir jemand erzählt, dass ich ihn mit Dest. Wasser auf 42% herabsetzen sollte danach filtrieren und dann noch einen tag einfrieren um den Geschmack zu erhöhen.
Stimmt dies alles wirklich oder was würden Sie mir Schritt für Schritt empfehlen?? Wie gesagt bin ich noch Anfänger und freue mich über jede Hilfe.
Was verlangt man ca. für einen Liter 42% Zibartenschnaps?
Und auf Wieviel % Sollte ich ihn herabsetzen??
Vielen Dank
Philipp
Philipp, Deutschland/ortenaukreis
25.Apr.2004 21:37:32
Sie sollten das Destillat auf 40 bis 45%vol verdünnen (wir stellen immer auf 43%vol ein, denn zu starker Alkoholgehalt betäubt die Zunge, dann schmecken Sie NICHTS mehr). Dann lassen Sie ihn in einer mit Watte verschlossenen Flasche ca. 14 Tage bei 15 bis 19°C stehen. Sollte er eintrüben, dann filtrieren. Fertig.
Einfrieren ist mit der soeben beschriebenen Methode nicht notwendig. Dies hat den Sinn, daß die Trübstoffe größer werden und daher besser filtrierbar sind. Dies beeinflußt NICHT den Geschmack.
Der Preis hängt sehr stark von der Qualität ab. Schwankt von ca. 10,- EUR bis ca. 70,- EUR oder mehr je Liter.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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