SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1400
Sg Fam. Schmickl!
Schnaps brennen, ja das ist zur Zeit ein großes Thema bei meinem Mann.
Mein Mann interessiert sich dafür Schnaps, für den Eigengebrauch, selbst zu brennen. Aus gegebenen Anlass, bevorstehender Geburtstag erlaube ich mir die Frage "was" ist wichtig beim Brennen. Könnten Sie mir vielleicht ein paar Tipps geben worauf ich beim Ankauf achten muß bzw. welche Größe (Kessel) für einen Anfänger geeignet ist.
Mit besten Dank im voraus für Ihre Hilfestellung verbleibe ich
m f G
Martina Ertl
Martina ERTL, Wien
03.Jun.2004 17:14:47
Was beim Ankauf einer Anlage zu beachten ist, finden Sie links im Menü unter "Info zum Kesselkauf". Für den Hausgebrauch genügt eine Kesselgröße von 2 Liter vollkommen.
Eintrag Nr. 1399
Lieber Herr Schmickl,
hoffentlich war's schön im Urlaub - und so ganz ohne Fachfragen 😉
Könnten Sie mir bitte sagen, bei welchen Temperaturen ich den Verflüssiger lagern muss.
Vielen Dank,
Sabine
Sabine, Kanarische Inseln
02.Jun.2004 18:59:57
Tja, etwas hat mir schon gefehlt.
😉
Raumtemperatur (um die 20°C) ist OK. Ich lese gerade "Kanarische Inseln": stellen Sie das Fläschchen sicherheitshalber in den Kühlschrank.
Eintrag Nr. 1398
Herr Schmickl,
habe leider nur Edelstahl-Gewindefittings. kann man die ineinanderschrauben und verkleben? wenn ja mit Was?
Danke Regina
Regina, Hier
01.Jun.2004 17:14:44
Normalerweise sind Fittings gasdicht wenn Sie sie verschrauben, Sie brauchen also nicht zu Kleben.
Eintrag Nr. 1397
Werter Herr Doktor,
Ich würde bitte gerne Wissen wie ich Maische aus Topinambur bekomme. Es geht mir um die Bearbeitung der Knollen bevor sie ins Maischefaß kommt. Mit unser Gartenobst kennen wir uns aus aber es konnte uns bis jetzt niemand, selbst unser Benner, zu dieser Frage eine eindeutige Antwort geben. Ich hoffe das Sie uns helfen können.
Mit freundlichen Gruß Gabriele Gohr
Gabriele Gohr, Mannheim
01.Jun.2004 16:29:46
Sie müssen die Knollen gut zerkleinern, entweder mit einem Häcksler oder einer Saftpresse. Bei der Saftpresse den festen Rückstand und die Flüssigkeit wieder vermengen. Dann kommt alles direkt in das Faß, etwas Wasser, Hefe und viel Verflüssiger dazu (pH einstellen nicht vergessen). Da die Knollen Zucker enthalten, ist es nicht notwendig hier wie bei den Stärkeprodukten vorzugehen.
Eintrag Nr. 1396
Zum Eintrag Nr. 1395 von Joachim:

1. Richtig ist, dass eine Vakuumdestillation etwas weniger Energieaufwand erfordert.

2. Eine vernünftige Vakuumdestillation zur Erzeugung von Edelbränden lässt sich nur unter äußerst exakt kontrollierten Umgebungsbedingungen durchführen. Hierzu sind vorhergehende genaueste Anlaysen des Brenngutes notwendig, die sich nur mit GC durchführen lassen. Der Vorgang selbst lässt sich nur unter Einsatz hochpräziser Gerätschaften und mikroprozessorgesteuerten Prozessen vernünftig durchführen. Industriell wird das zur Erzeugung von hochreinem Ethanol angewendet. Eine Wasserstrahlpumpe ist ganz sicher kontraproduktiv bei einem solchen Vorgang.

3. Ob es eine Schmickl-Konstante gibt, mag Schmickl selbst beantworten.

4. Schnaps wird seit ein paar Jährchen auch ohne Vakuumdestillation gebrannt und es gibt da eine Menge an Erfahrungswerten.

5. Den Aromaverlust bei Rektifikation vs. "Pot-Still" kann ich erklären. Er ist durch die längere notwendige "Kochzeit" bei der Reflux bedingt.

Ich hoffe, ich habe dem Doc nicht zu sehr vorgegriffen!

gruß Terras
Terras, Italia
01.Jun.2004 01:40:12
Danke für die Hilfe.
Nur bei Pkt. 5 stimme ich nicht zu. Der Aromaverlust ist nicht durch die Kochzeit bedingt, sondern durch die Kolonne selbst. Die Kolonne wirkt wie viele pot-stills hintereinander, d.h. Sie brennen den Schnaps z.B. 20 Mal. Dabei werden die Aromastoffe vom Lösemittel (Ethanol) abgetrennt.
Eintrag Nr. 1395
Liebe Leser,

wie ich aus "dem Buch" entnommen habe, entsteht der Nachlauf mit den holzigen Aromen durch das lange Kochen der Maische bei höheren Temperaturen.

Mir steht eine Destillationsapparatur aus Standard-Laborglasteilen mit Normschliffen zur Verfügung, die ich nach Bedarf zusammenstellen kann. Wenn ich jetzt statt des Schnellkochtopfes (eine Anregung aus der Fotogalerie) den ursprünglichen 4L-Mehrhalskolben nehme, ist die Anlage geeignet, um eine Vakuumdestillation durchzuführen. Hierbei siedet alles bei niedrigeren Temperaturen, wie wir wissen. Hat dies positive Auswirkungen auf die "Aromaübertragung"?. Hat jemand Erfahrung mit den neuen Temperatur-Bereichen? Für Testzwecke würde ich eine Wasserstrahlpumpe nehmen.

Wenn ich hier eine ca. 30 cm Vigreux-Kolonne dazwischenschalte, hat dies nach meiner Einschätzung nicht die "aromavernichtende" Wirkung, die Sie, lieber Herr Schmickl, in Ihrem Buch beschreiben. Die Temperaturen lassen sich aber wesentlich besser einhalten bei den Mengen (ca. 5l), die hier bearbeitet werden. Ist das, was in der Literatur als "Steigrohr" bezeichnet wird, nur ein anderer Ausdruck für Rektifikation / Kolonne? Bei einer Rektifikation werden die einzelnen "Peaks" für die in der Vorlage enthaltenen Substanzen über der Temperatur schmaler und höher, bei einer "pot still"-Destillation werden diese flacher und breiter und schlechter trennbar. Ich kann die Nachteile einer Rektifikation noch nicht erkennen, da ich bei gleichen Temperaturen Mittellauf, und Nachlauf trenne, auch die Kochzeiten sind ähnlich.

Ich möchte noch fragen, ob Sie Ähnlichkeiten zwischen einer GC mit dem Transportmedium Helium und einer fraktionierten Destillation mit dem Transportmittel Ethanol sehen?

Sie schlagen für die Abtrennung Vorlauf/Nachlauf die Kopftemperatur (91 Grad) vor und achten nicht so sehr auf den Alkoholgehalt des Destillats am Kühler. Ist dies eine "empirische Schmickl-Konstante"? Ist diese Temperatur mit dem momentanen Alkoholgehalt am Kühler korreliert?

Dies sind erst einmal genug Fragezeichen, die Darstellung in Ihrem Buch finde ich übersichtlich und gut strukturiert.

Joachim
Joachim, NRW
31.Mai.2004 20:35:22
Bezüglich Temperatur haben Sie mit der Vakuumdestillation recht, allerdings wird durch den Unterdruck ein Teil des Alkohols und des Aromas abgesaugt. Deswegen wird die Vorlage bei einer Alkohol-Vakuumdestillation, ähnlich wie bei Diethyläther, auch immer so kalt. Natürlich könnten Sie die Vorlage in ein Kohlensäurebad stellen, um die Verdunstung zu Minimieren. Und noch ein Effekt tritt auf, den wir bei unserem "Vakuumtest" erfahren haben: der Schnaps schmeckt anders. Nicht besser oder schlechter, sondern anders. Ist auch nicht ganz unlogisch, da der Aromaübertrag sich anders als bei Normaldruck und höheren Temperaturen verhält, weil jede aromatische Substanz andere physikalische Eigenschaften (Siedepunkt, Lösungseigenschaften usw.) hat und das Boukett eines Destillates die Summe aus einer Vielzahl verschiedener Substanzen ist.

Eine Vigreux-Kolonne (= ein hohles Steigrohr, nach innen stehende Glaszapfen sind hier die "Einbauten") führt aus dem selben Grund zu Aromaverlust: Wie Sie sicher wissen, lassen sich mittels Rektifikationskolonnen Substanzen mit unterschiedlichen Siedepunkten exakter und schärfer voneinander Trennen (je höher Kolonne, desto schärfer wird die Trennung). Dadurch ist der Temperaturverlauf, wie Sie auch schreiben, deutlicher unterscheidbar. Da die Aromastoffe jedoch nicht dieselben physikalischen Eigenschaften wie Ethanol haben, werden diese folglich auch besser vom Ethanol abgetrennt. Das Rektifikations-Prinzip ist eigentlich nur eine (möglichst scharfe) Auftrennung nach Siedepunkten. Daß gewisse Substanzen mit einem anderen Siedepunkt als Ethanol aus Brennmeisters Sicht gewünscht sind (Aromastoffe), andere hingegen nicht (z.B. Acetaldehyd oder Wasser) wird dabei leider nicht berücksichtigt. Fazit: der Temperaturverlauf sollte, wenn maximales Aroma erwünscht, mit Absicht flacher und breiter, so wie bei einer "einfachen Destillation" bzw. pot still, sein.

Ähnlichkeit zu GC (= GasChromatographie): Nein, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Bei der Rektifikation geschieht die Auftrennung, wie beschrieben, auf Grund unterschiedlicher Siedepunkte. Bei einer Chromatographie, egal ob Gas, Dünnschicht oder beim sogenannten "Säulen" (Auftrennungsmethode in der präparativen organischen Chemie) beruht das Trennprinzip auf die unterschiedlichen Wechselwirkungen zwischen dem Träger oder dem Transportmittel und der jeweiligen Substanz. Dadurch, daß jede Verbindung sich im Transportmittel unterschiedlich gut löst bzw. vom Trägermaterial unterschiedlich stark zurückgehalten wird, ergibt sich hier die Auftrennung. Daher gibt es auch, je nach aufzutrennendem Substanzgemisch unterschiedliche Trägermaterial/Transportmittel-Kombinationen, sonst kann es passieren, daß gar nichts aufgetrennt wird. Auch beim GC hängt es vom jeweiligen Substanzgemisch ab, welche Kombination Säulenart-Gas zum Ziel führt. Das Rückhaltevermögen ist temperaturabhängig (je heißer, desto weniger), deswegen kann mit einem GC auch ein Temperaturprogramm durchlaufen werden. Obwohl die beiden Trennverfahren nichts miteinander zu tun haben, sind die verfahrenstechnischen Berechnungsmodelle (z.B. theoretische Bodenzahl o.ä.) bei Rektifikations- und Absorbtionskolonnen einander sehr ähnlich.

Abtrennung Nachlauf: Ja, die Dampftemperatur bzw. der Siedepunkt korreliert mit dem Alkoholgehalt. Dies ist keine "Schmickl-Konstante", sondern ein physikalisches Gesetz (siehe McCabe-Thiele oder T-X-Y Diagramme in diversen Nachschlagewerken), deswegen haben wir das T-X-Y Diagramm auch ins Buch aufgenommen. Aber natürlich wurden diese Kurven ursprünglich empirisch ermittelt und werden weltweit bei diversen Studentenpraktika laufend nachgeprüft. Wer näher an den "Idealzustand" rankommt, wird besser benotet. Es ist somit dasselbe, ob Sie den Nachlaufbeginn anhand des MOMENTANEN Alkoholgehaltes vom Destillat (NICHT der gesamten Edelbrandfraktion) oder anhand der Dampftemperatur bestimmen.

Danke!
Eintrag Nr. 1394
Brauche Hilfe
Habe 25 L. Zuckerwasser mit Turbo-Hefe 8KG Turbo angesetzt braucht normal 14 Tage. hat nach 7 Tagen aufgehöhrt zu Gären. Ich habe diese Hefe schon 4-6 mal gehabt nie Probleme. Was kann man machen ???
im voraus Danke!
Bernd, Niedersachsen
30.Mai.2004 15:15:29
Liegt der Alkoholgehalt unter ca. 14%, können Sie alles mit einem Gärstarter wieder in Schwung bringen. War eventuell die Temperatur zu hoch? Dadurch können die Hefen absterben, vorallem da die Gärung sehr rasch verläuft und sich im Faß durch die Gärung noch zusätzlich Wärme entwickelt.
Eintrag Nr. 1393
Hallo Hr.Dr Schmickl
Mich interresiert schon länger die Frage, welche Schnäpse und Schnapsarten man in Eichenfässern bzw. unter zugabe von Eichenspänen lagern kann. Würde dies übrhaupt einen Efekt in sachen Geschmack geben?
Mfg markus s.
markus, -
26.Mai.2004 15:42:43
Für die Faßlagerung bekannt sind vorallem Apfel (Calvados), Traube (goldener Grappa), Zwetschke/Pflaume (Vieille Prune) oder auch Quitte. Aber prinzipiell eignet sich nahezu jeder Obst- bzw. Kornbrand zur Fasslagerung bzw. der Holzspanmethode. Ja, die Lagerung hat schon einen Effekt: der Alkohol nimmt, je nach Lagerzeit, mehr oder weniger intensiv den Holzgeschmack an, die Farbe ändert sich auch, die vorher farblosen Destillate werden gelb/braun. So erhält z.B. Whisky fast ausschließlich durch die Faßlagerung seinen Geschmack (zumindest wenn das Malz nicht gerade über einem Torffeuer getrocknet wurde).
Eintrag Nr. 1392
Hallo Hr. Schmickl
ich habe mit großer Begeisterung Ihr tolles Buch gelesen, es zeigt schon erste Gebrauchsspuren (gelbe Zettel, etc.,) :-).
Als Nicht-Chemiker habe ich die grundsätzliche Frage: entsteht beim Brennen einer entsprechend Ihrem Rezept (S.104) mit Turbohefe vergorenen Zuckerlösung bei Verwendung sauberer Gerätschaften auch nicht verwendbarer (giftiger) Vorlauf?
Vielen Dank und schönen Urlaub
Peter
peter roess, brd nrw
26.Mai.2004 05:30:51
Freut uns!
:-))
Nein, hier haben Sie keinen Vorlauf, nur Nachlauf.
Danke!
Eintrag Nr. 1391
Hallo Herr Doktor!
Ich würde gern Ihre Meinung zu Obstbränden aus gemischten Früchten wissen.
In beiden Büchern und im Seminar werden immer fruchtreine Brände behandelt.
Welche Mischungen in welchen Verhältnissen sind besonders lecker?
Mach es Sinn, reine Obstbrände zu mischen, weil der reine Zwetschken-, Apfel- oder Quittenbrand einem irgendwann über ist?
Ist das Aroma eines Brandes aus Gärfix-Maische wirklich besser als aus Turbohefe-Maische (Qualität kontra Menge)?
Danke für die Antworten
Hansi
Hansi, H
25.Mai.2004 22:43:18
Sowohl in den Seminaren als auch den Büchern finden Sie nur reine Brände, nur hier kann man wirklich die reine Frucht schmecken. Bei Mischungen ist das nicht mehr der Fall, es wäre einfach schade um z.B. die hervorragende Zwetschke, mehr als daß der Schnaps undefinierbar fruchtig schmeckt läßt sich nicht mehr erkennen.
Es gibt den sog. Obstler, das ist eine Mischung aus Birne-, Zwetschke- und Apfelmaische (dieses Gemisch wird dann gebrannt). Je nach Mischung schmeckt auch das Ergebnis unterschiedlich. Aber wie Sie schon gemerkt haben, bin ich kein Freund dieser Mischungen.
Reine fertige Destillate zu mischen macht keinen Sinn. Für Apfelmaische: beim Destillieren Wacholderbeeren oder z.B. Zimt zugeben. Die Zwetschke keinesfalls mischen, aber eventuell faßlagern, ebenso die Quitte.
Nein, das Aroma und die Qualität wird aus der Turbo deutlich besser (obwohl das paradox erscheint, wegen der wesentlich höheren Ausbeute), auf Grund der viel stärkeren Extraktionskraft. Dieser Effekt wurde hier bereits x-mal erläutert: Aromastoffe sind i.d.R. hydrophob (in Wasser unlöslich), Ethanol ist jedoch ein organisches Lösemittel, d.h. je höher der Alkoholgehalt, desto mehr Aroma wird herausgelöst. Oder umgekehrt: je weniger Alkohol in einer Maische, desto weniger Aromastoffe gehen in Lösung. Somit: je weniger Alkoholgehalt eine Maische hat, desto mehr Aromastoffe bleiben zurück, was zwangsläufig das Aroma eines Destillates mindert, vollkommen unabhängig von der Ausbeute. Fazit: Maischen mit niedrigem Alkoholgehalt ergeben eine geringe Ausbeute UND weniger Geschmack.
Nur viele vergären mit der Turbo zu schnell, d.h. bei zu hohen Temperaturen, somit bläst es ihnen das Aroma aus. Auch hier braucht man für Qualität Geduld. Das Gärfix gärt generell nicht so schnell.
Eintrag Nr. 1390
Hallo Dr. Schmickl,
im Diskussionsforum warnte ein fleißiger Diskutant vor Maischebehältern aus Polypropylen (PP), Maischebehälter sollten aus Polyethylen (PE) sein. Nach meinen Recherchen ist die chemische Resistenz von PP im Vergleich zu PE gegenüber Alkohol und auch gegenüber pflanzlichen und mineralischen Fetten und Ölen wesentlich besser, d.h. "sehr gut".
Was spricht also gegen den 10- Liter-Tapetenkleistereimer (PP) für 8 Liter Bananenmaische aus dem Baumarkt?
Franz, D
25.Mai.2004 22:17:49
Ja, Sie können auch die Eimer aus dem Baumarkt verwenden.
Eintrag Nr. 1389
Zur Frage 1372
Hallo Herr Dr. Schmickl,
wie stelle ich fest, ob die Maische nur zu 50% ausgegärt ist?
Horst Hinz, Süddeutschland
25.Mai.2004 10:13:55
Je nach verwendeter Frucht bzw. zugegebenem Zucker können Sie sich den zu erwartenden Alkohol berechnen. Hängt natürlich auch von der Hefe ab, die Sie verwenden. Dann den tatsächlichen Alkoholgehalt der Maische mit dem Vinometer prüfen.
Eintrag Nr. 1388
Ich will mir eine Destille bauen. Muss ein Thermometer an der Anlage sein?
Martin Schroeder, Niedersachsen
24.Mai.2004 21:05:22
Nein, aber es ist sehr hilfreich. Nicht nur für Anfänger.
Eintrag Nr. 1387
Habe ein kleines Problem mit meiner selbstgebauten Anlage(12 L), sie ist laut Buch perfekt gebaut. Bis auf den Thermometeranschluss der ist nicht direkt oben am Steigrohr sondern am Anfang des Steigrohrs im Kessel selbst. Meine Frage ist nun: Kann es sein das es Themperaturprobleme gibt. Ich habe als Test einen gekauften Wein 12% Vol. den ich destilliert habe. Die ersten Tropfen kamen bei 85 C° und das meiste bei 93 C° dort blieb die Themperatur auch sehr konstant. Lt. Buch bei 2 Liter eine Ausbeute von ca. 350-400 ml. 43% , bei mir sind aber nur 150 ml aber dafür 63 % herausgekommen. Ist das schlecht? Nicht das der Schnaps schlecht ist nach der Verdünnung auf 43 % super Aroma.
Claus, Hessen
24.Mai.2004 14:53:28
Ja, Sie haben ein Problem mit dem Thermometer, die Meßwerte sind viel zu hoch. Daher haben Sie auch einen Großteil des Destillates erst bei 93°C. Sie haben auch viel zu früh mit dem Destillieren aufgehört, daher die geringe Ausbeute und der hohe Alkoholgehalt. Das Thermometer unbedingt umbauen. Wie im Buch auch genau beschrieben, gibt es nur einen Punkt bei dem die gemessenen Dampftemperaturen unabhängig von der Anlagenkonstruktion sind: die höchste Stelle, wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt, also am Kopf der Kolonne bzw. vom Steigrohr.
Eintrag Nr. 1386
hallo doc!
ich bin ein absoluter frischling in sachen schnaps brennen, möchte auf diesem weg erfahren wie eine maische angesetzt wird und wann/wie diese dann gebrannt wird. vor allem interessiert mich pflaume, birne, apfel sowie kornbrand.
vielen dank für ihre antw. im voraus.
weißwurschtkiller
weißwurschtkiller, oberfranken
23.Mai.2004 14:11:19
Pflaume, Birne, Apfel: das Obst wird zermatscht und mit Hefe versetzt, dann setzt die Gärung ein. Nach ca. 3-6 Wochen ist diese abgeschlossen und die Maische wird gebrannt. Bei Korn sieht es anders aus, die enthaltene Stärke muß in Zucker umgewandelt werden (Stärke kann nicht vergoren werden), dazu das Getreide vor der Hefezugabe erhitzen und Amylase (ist auch in Malz enthalten) zugeben. Für detailliertere Angaben und Beschreibungen nutzen Sie bitte die Suchfunktion rechts oben, vergessen Sie nicht auf die Menüpunkte "Diskussion" und "Rezepte", auch dort gibt es jeweils eine Suchfunktion!
P.S.: Im Buch steht alles sehr genau beschrieben.
Eintrag Nr. 1385
zu 1378:
Hallo Herr Schmickl,
in Beitrag 1378 schreiben Sie, daß bei der Pot Still bei 91°C der Nachlauf beginnt. Bei welcher Temperatur beginnt der Nachlauf bei einer Reflux-Destille? Ändert sich die Temperatur oder ist sie von der Länge des Steigrohrs abhängig?
Gruß
HAP
HAP, Nordpol
23.Mai.2004 11:54:06
Ja, Ihre Vermutung ist richtig, dies hängt u.a. von der Effektivität der Kolonne (= je länger das Steigrohr, desto besser ist die Trennleistung) ab. Daher gibt es hier keine generellen Angaben. Sie können den richtigen Zeitpunkt jedoch am Temperaturverlauf (Destillationsdauer oder Destillatmenge gegen Dampftemperatur in einem Diagramm einzeichnen) erkennen: Bei einer pot still entspricht dies einer gleitenden Kurve, im Gegensatz zu einer Rektifikation, wo sich Temperaturstufen bilden (je besser die Trennleistung, desto ausgeprägter ist dieser Effekt). Sie destillieren so lange bis die Temperatur in Vergleich zu vorher sehr schnell ansteigt, also eine Stufe bildet. Das was nach der Stufe rauskommt ist als Nachlauf zu betrachten.
Eintrag Nr. 1384
zu Eintrag Nr. 1381:
Großindustriell wird Methanol zum allergrößten unter Verwendung von Erdgas hergestellt. In einem professionellen Labor könnte man zwar auch Methanol herstellen, tut man aber nicht, weil man reines Methanol viel billiger kaufen kann. Für Laien gibt es das in jedem Modellbauladen als Benzin für die Modellbauverbennungsmotoren. Beachten Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker vor der Verwendung!!!!
Das Zeug ist HOCHGIFTIG!!! Es darf auch nicht in Selbstbedienung oder im Versandhandel verkauft werden.
Grüße
Terras
P.S.: Aber noch mal eine Frage an den Doc. Welche Apfelsorte gibt eigentlich bei Ihnen die besten Ergebnisse? Ich meine die Frage natürlich nicht auf Methanol bezogen! 😉
Danke
Terras, Italia
22.Mai.2004 12:10:54
Vielen Dank für den Hinweis!
Bei Apfelmaische keinesfalls sog. Frühäpfel verwenden, diese sind viel zu sauer. Generell eignen sich am besten die guten alten Apfelsorten, die haben am meisten Geschmack. Mein persönlicher Favorit: Grafensteiner
Eintrag Nr. 1383
Hallo Herr Schmickl,
ich habe mit Ihrer Turbohefe Alkohol mit 54 Vol.% erzeugt, ist das OK?
Diesen (700ml 54% u. 2,7l Wasser) nahm ich und machte einen Himbeergeist. Es kam ca. 700ml sehr guter Himbeergeist heraus.
Passt die Menge?
MfG
Andreas
Andreas, Bezirk Braunau
21.Mai.2004 23:33:37
54%vol nach dem Destillieren sind OK. Verdünnung ist vollkommen in Ordnung. Sie können aber auch direkt die 20%vol Wasser-Zucker Maische auf ca. 12%vol verdünnen und dann für den Geist verwenden. So sparen Sie sich einen Brennvorgang.
Eintrag Nr. 1382
Ich würde gern wissen wollen, ob man mit der Anlage auch eine Art Sambuca brennen kann.
Vielen Dank im voraus für die Antwort.
Peter Wittfoth
Peter Wittfoth, Deutschland / Bremen
21.Mai.2004 17:19:07
Sambuca ist ein Likör aus Holunderbeeren und Lakritze. Sie können z.B. Holunderbeermaische brennen und in den Aromakorb Lakritze dazugeben. Oder statt Lakritze Süßholzwurzeln (die getrocknete Form hat sich für den Geist nicht wirklich bewährt) oder statt Holunderbeermaische die klassische Geistmethode: unten geschmackloser Alkohol und die Holunderbeeren auch in den Aromakorb geben.
Eintrag Nr. 1381
ich suche infos zur herstellung von Metyhlalkohol keine angst will es nicht trinken, was brauche ich zur herstellung habe absulut keine ahnung und würde mich über genaue infos freuen zum beispiel wieviel liter kann ich in welcher zeit herstellen und wie kann ich sicher sein das ich 100% reinheit herstelle und und und
mit freundlichen grüßen Guido
guido buß, D , NRW
21.Mai.2004 12:09:54
Methanol kann z.B. aus CO2 und H2O synthetisiert werden. Dies ist zuhause jedoch nicht möglich, Sie brauchen hierfür ein gut ausgerüstetes Labor. Für genauere Verfahrensbeschreibungen, Ausbeute- und Reinheitsangaben usw. werden Sie um eine Literaturrecherche z.B. an einer Universitätsbibliothek nicht umhin kommen.
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