SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1420
Hallo Herr Dr.Schmickl,
wir wollen in diesem Jahr aus ca. 100 L Maische einen edlen Kirschbrand herstellen. Plan ist, die Maische mit Biogen M auf pH 3.0 einzustellen und mittels Gärfix für Steinobst zu vergären. Dieser Anfangs pH-Wert sollte laut Theorie eigentlich ok sein, oder? Im letzten Jahr hatten wir Birnenmaische auf 3,0 eingestellt, stellten aber nach beeendeter Gärung fest, dass der pH wieder auf 3,8 (Ausgangswert) angestiegen war.
Daher die Frage: Muss man den pH Wert im Gärungsverlauf nochmals kontrollieren ?
Als Lagerort während der Gärung schwebt uns ein Kellergewölbe, das immer ca. 14-18 °C hat, vor. Wie warm muss es bei Nutzung von Gärfix sein, damit wir eine optimale, langsame Vergärung haben, aber nicht in die Gefahr einer Gärstockung laufen?
Herzlichen Dank im Voraus !
Dieta, Spessart
21.Jun.2004 14:18:07
pH von 3 ist OK. Ob sie den pH während der Gärung nachkorrigieren müssen hängt vom verwendeten Produkt ab. Bei Biogen müssen Sie nicht mehr nachkorrigieren, bei Zitronensäure schon. Optimale Gärtemperatur ist etwa 16-19°C. Wenn Sie das Fass auf eine Styroporplatte o.ä. stellen und eventuell sonst noch isolieren sollte es zu keiner Gärstockung kommen.
Eintrag Nr. 1419
hallo doc!
da meine destille leider kein thermometer hat möchte ich sie fragen bei welcher temperatur ich die maische brennen muß um ein gutes ergebnis zu erreichen? vielen dank im voraus
weißwurschtkiller, oberfranken
20.Jun.2004 17:16:56
Jede Maische beginnt - abhängig vom Alkoholgehalt - bei einer anderen Temperatur zu tropfen. Dies hängt auch davon ab, ob Sie Vorlauf haben und wieviel. Der Nachlauf wird immer bei 91°C abgetrennt.
P.S.: bitte verwenden Sie rechts oben die Suchfunktion, um detailliertere Beschreibungen zu finden. Auch im Buch wird dieses Thema sehr genau und ausführlich behandelt.
Eintrag Nr. 1418
guten tag herr schmickl. auch an sie die mich quälende frage: kann man mit brot eine maische ansetzen? wie hoch könnte der alkoholgehalt werden? vielen dank für ihre antwort.
hänschen, nrw
19.Jun.2004 17:49:05
Ja, das funktioniert, wir selber haben's zwar noch nicht ausprobiert, aber wenn Sie unter Rezepte als Suchbegriff "Brot" eingeben, kommen einige Einträge zu diesem Thema.
Eintrag Nr. 1417
Hallo Herr Doktor!
Sollten beim Angesetzten aus grünen Nüssen die Früchte beim Brennen mit in den Aromakorb?
Danke für die Antwort
Gruß Hansi
Hansi, H
19.Jun.2004 13:49:28
Ja, geben Sie die Früchte mit in den Korb.
Eintrag Nr. 1416
Eine Frage zu Lavendelöl?
Ich habe letzthin mit Wasserdampf Lavendelblüten destilliert, das Endprodukt ist milchig trüb, und das Öl scheidet sich nicht vom Wasser. Was habe ich falsch gemacht?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Victoria, Österreich
17.Jun.2004 22:21:54
Eigentlich ist dies eine Frage in Bezug auf die Herstellung ätherischer Öle. Wir haben daher Ihren Eintrag in
www.aetherischesoel.at/fachfragen.php
kopiert und dort beantwortet.
Eintrag Nr. 1415
hallo herr dr. schmickl,
ich habe folgende fragen:
1. ich möchte bierbrand herstellen. ist mit vorlauf zu rechnen ? mit welchem brand kann man den bierbrand bezüglich des methylgehaltes vergleichen? (z.b. grappa o.ä.)
2. ich möchte den versuch unternehmen und vitamalz mit turbo vergären. macht das sinn? worauf muß ich eventuell achten?
vielen dank
andre, nds
16.Jun.2004 22:14:22
ad 1: Nein, kein Vorlauf, vielleicht zur Sicherheit die ersten 30 Tropfen bei 1,5 Liter Bier verwerfen. (Billiger) Grappa hat sehr viel Methanol, Bier überhaupt nicht. Wie schon beim Eintrag 1414: Vorlauf und Methanol entstehen beim Gären, nicht beim Kochen. Wenn Bier Unmengen Methanol enthalten würde (kleinste Spuren davon sind natürlich immer enthalten), hätten wir alle bereits nach einem Glas Kopfschmerzen.
ad 2: Entscheidend ist nur, ob Zucker (Glucose, Fructose oder Saccharose) enthalten ist. Im "Malz" sollte die Stärke vom Getreide bereits in Zucker umgewandelt sein. Ist dies der Fall, ist nichts besonderes zu beachten. Außer vielleicht der Zuckergehalt, der sollte nicht mehr als 389 g/l betragen. In diesem Fall vor dem Gären verdünnen.
Eintrag Nr. 1414
Habe mir kürzlich 2L Doppelkorn gekauft und diesen mit verschiedenen Kräutern angesetzt (Zitronnenmelisse Pfefferminz Fenchel Ysop Kamille Wermut usw.)
Jetzt meine Frage:
Besteht die Gefahr bei gekauten Schnaps wenn ich ihn brenne das giftige Stoffe (methanol) entstehen oder ist dies bedenkenlos?
berni, Deutschland
16.Jun.2004 18:34:52
Hier brauchen Sie sich keine Sorgen machen, Vorlauf (Ethylacetat, Acetaldehyd usw.) und Methanol entstehen nur bei der Vergärung, insbesondere wenn sie nicht richtig durchgeführt wurde, nicht beim Kochen bzw. Destillieren.
Wenn Sie gekauften Korn brennen, kann nichts passieren. Im Handel erhältliche Spirituosen werden laufend überprüft.
Eintrag Nr. 1413
S.g. Hr. Dr. Schmickl
Zu meinem Eintrag 1410
Nach all den Fehlrechnungen und Ihrer positiven Nachricht, daß ich noch rechtzeitig korrigiert habe, ist leider noch immer keine Gärung bei meiner Hollunderblütenmaische eingetreten (Ansatz vor 4 Tagen gemacht) Leichte Hysterie bei mir festzustellen. Muß ich jetzt schon den Gärstarter dazugeben oder wann oder ist sowieso schon alles zu spät?
Danke und mfg
Franz Josef
Franz Josef, Oberösterreich
16.Jun.2004 12:54:14
Sorry für die späte Antwort, aber unser Breitband-Internetzugang spinnt gerade.
1) Sind Sie sicher, daß es nicht gärt? Oft ist das Fass undicht (kleine Ritzen genügen), sodaß der Gärspund nicht blubbert. Rühren Sie die Maische kräftig um. Wenn es wie Sekt schäumt und stechend nach Kohlensäure riecht, ist alles OK.
2) Sollte es tatsächlich nicht gären, machen Sie einen Gärstarter, ist im wesentlichen eine "mini-Maische" mit zwei Liter: Hefe, Zucker dazu, pH einstellen und zwei, drei Tage gären lassen dann zum großen Ansatz dazugeben
3) Ob Sie die Maische verwerfen können, merken Sie sofort am Geruch bzw. Geschmack. Wenn's deutlich nach Essig riecht ist leider alles verdorben, bei Schimmel/Fäulnis auch.
Eintrag Nr. 1412
Hallo,
ich habe einen Topf von ca 25 litern, mit kurzem Steigrohr (Durchmesser 28 mm). Da ich gelesen habe das auch der Topf selbst als Kühler fungiert, hätte ich gerne gewußt wie voll der Topf sein sollte um einerseits ein optimales Ergebnis zu erreichen, andererseits kein überkochen zu provozieren.
P.S. Beim Apfel brenne ich den Wein, bei Marillen, Zwetschken die Maische
Gruß
Axel
Axel, Deutschland
15.Jun.2004 22:26:47
Der Kessel sollte zumindest zur Hälfte gefüllt werden, mehr wäre natürlich, in Bezug auf den von Ihnen beschriebenen Effekt, besser. Damit bei einem 25 Liter Kessel nichts überkocht sollte es genügen, wenn Sie ihn so befüllen, daß ca. 7 - 10 cm, von der Oberkante gemessen, frei bleiben. Die Flüssigkeit dehnt sich beim Kochen aus, d.h. beim Destillieren ist dann noch weniger Freiraum.
Eintrag Nr. 1411
Habe das erste mal Most gebrannt und damit ein gutes Ergebnis erzielt. Das nächste mal will ich frische Früchte mit zum Feinbrand hinzugeben um noch ein besseres Fruchtaroma zu erzielen. Kann ich diese frischen Früchte mit einem Tuch umgeben in den Kessel hängen oder sollten diese nur im Dampfraum sein, damit sich das Aroma besser entfaltet??
Danke im Voraus für die Antwort!
Brugger M., Österreich
14.Jun.2004 11:00:58
Die Früchte sollten sich nur im Dampfraum befinden, keinesfalls sollten sie mitgekocht werden. Am besten wäre ein Netz o.ä. über den gesamten Durchmesser vom oberen Teil des Kessels oder vom Dom. Wenn Sie dieses dann mit z.B. Apfelscheiben auslegen, muß der Dampf durch die Fruchtstücke hindurch, es gibt dann keine Möglichkeit mehr für den Dampf an den Früchten "vorbeizukommen".
Eintrag Nr. 1410
S.g. Hr. Dr. Schmickl
1.) Habe mit Geistbrennen lt. Ihren Rezepten aus Ihrem Buch sehr gute Ergebnisse erzielt. Habe aber eine Frage :ich glaube nach einigen Stunden/Tagen nach dem Geistbrennen einen Aromaverlust festzustellen.Ist das möglich oder nur Einbildung?
2.) Habe gestern meine erste Meische angesetzt (Holunderblüten) und gleich einen ersten Rechenfehler gemacht. 5 Liter Holunderblüten plus 5 Liter Wasser ergibt leider nicht 10 Liter Maische, wie von mir fälschlicherweise berechnet sonder nur ca. 6 Liter. Habe aber sämtliche andere Zutaten auf Menge von 10 Litern beigemengt. Folgende Fragen:
a.) Habe ich mit Zuckermenge die Maische gleich vom Anfang an abgetötet?
b.) Habe Turbohefe von Ihnen verwendet und auch Verflüssiger dazugegeben. Ist das richtig?
c.) Was bewirkt zu viel beigefügte Turbohefe?
d.) Habe 24 Stunden später meinen Rechenfehler bemerkt und zusätzlich Wasser und Holunderblüten beigemengt um auf 10 Liter Maische zu kommen. War das bereits zu spät?
e.) Sollte es zum Brennen kommen, möchte ich noch zusätzliche Holunderblüten in Aromakorb geben zur Geschmacksteigerung. Verwende ich Anbrennschutz oder Aromakorb?
d.) Wann muß ich grundsätzlich Anbrennschutz und wann kann ich Aromakorb bei verschiedenen Maischen verwenden?
Danke im Voraus für Ihre Hilfe.
Mfg. Franz Josef
Franz Josef, Oberösterreich
12.Jun.2004 09:45:05
ad 1: Sie sollten das fertige Destillat geschlossen, aber nicht luftdicht ca. 10 Tage stehen lassen, danach ist es etwas milder, das Aroma sollte aber keinesfalls abnehmen. Die Wahrnehmung (Geruch, Geschmack) hängt jedoch auch sehr stark von der Temperatur und der Glasform ab. Am besten hat sich zum Verkosten ein Rotweinschwenker bei ca. 20 bis 22°C bewährt, trotz der Größe nur ca. 2 cl einfüllen, vor dem Genießen einige Minuten stehen lassen.
ad 2:
a: Da Holunderblüten selbst keinen (Frucht)zucker enthalten, macht in diesem Fall die zu große Zuckermenge zu Beginn nichts aus.
b + c: Bei Turbohefe und Verlüssiger ist eine mäßige (!) Überdosierung kein Problem.
d: Nein, Sie haben vollkommen richtig und zeitgerecht reagiert.
e: Verwenden Sie den Aromakorb (--> Dampfraum) und geben Sie zusätzlich (tiefgefrorene) frische Blüten hinein. Da die Maische sehr dünnflüssig ist, besteht keine Anbrenngefahr.
f: Bei Maische prinzipiell immer Anbrennschutz. Der Aromakorb dient eigentlich nur zur Geistherstellung (dazu befindet sich im Kessel geschmacksneutraler Alkohol, da kann nichts anbrennen). Normalerweise sind Destillate aus Maischen von sich aus schon sehr aromaintensiv, daher ist die Geistmethode eigentlich nicht notwendig. Wir brennen Holunderblütenmaischen auch immer ohne zusätzlicher frischer Blüten. Aber natürlich können Sie ein wenig herumprobieren und die unterschiedlichen Verfahren miteinander kombinieren, bis das Produkt Ihren Vorstellungen entspricht.
Eintrag Nr. 1409
hallo herr schmickl,
ich brenne bereits seit einigen jahren mit einem multitopf. ich habe seit jeher probleme mit den verhältnissen ausbeute, temperaturverlauf etc. Nun meine frage: kann es sein, daß mein gasbrenner zu klein ist, sodaß die verdampfende maische am oberen rand bzw. am deckel des topfes kondensiert da dieser noch kalt ist ? hintergrund: der erste tropfen rinnt erst bei 86 grad! der alkoholgehalt liegt dann bei weit über 60% (12% maische) wenn ich bis 91 grad brenne. ich bin mir sicher, daß meine temperaturmessung in ordnung ist.
peter, sachsen
11.Jun.2004 18:18:08
Nein, mit dem Gasbrenner hat dies ziemlich sicher nichts zu tun, wenn die Heizleistung zu gering wäre, würde beim Kühler überhaupt nichts herauskommen (dann entsteht kein Dampf). Sie destillieren viel zu kurz, d.h. Ihr Thermometer zeigt zu hohe Werte an (die Meßstelle ist wahrscheinlich falsch, nicht am höchsten Punkt, je tiefer, desto heißer wird's). Destillieren Sie einmal nur Wasser, die Temperaturanzeige sollte ca. 97-98°C betragen, wenn Sie dies nicht erreichen, korrigieren Sie zukünftig all Ihre Meßwerte mit der Differenz. Andere Methode: destillieren Sie solange bis die Edelbrandfraktion bei einer 12%vol Maische etwa 52%vol hat. Merken Sie sich dann diese Temperaturanzeige als Nachlaufbegin.
Eintrag Nr. 1408
Hallo,
ich habe im Oktober 03 Turbohefe (alcotec 48 turbo) gekauft und ca. zur Hälfte verwendet. Die andere Hälfte lagerte bis jetzt im Kühlschrank.
Ist sie jetzt noch gut? Wie lange hält sich diese Hefe?
Vorne ist etwas aufgedruckt: Net Wt: 135g BEE: 06/2005 3F12
Bezieht sich dieses (vielleicht) Haltbarkeitsdatum auf die nur ungeöffnete Hefe?
Danke,
KILIAN
Kilian, Deutschland/Bayern
11.Jun.2004 17:18:28
Dieses Produkt führen wir nicht, unsere Turbohefe stammt von einem anderen Hersteller. Da müssen Sie schon bei Ihrem Lieferanten bzw. direkt beim Hersteller nachfragen.
Eintrag Nr. 1407
hallo herr dr. schmickl,
ich habe folgende fragen:
1. ich habe aufgrund zu geringer raumtemperaturen (keller ca. 15 grad) anstelle von turbohefe reinzuchthefe und nährsalz verwendet. mit welchen negativen einflüssen bezüglich des vorlaufes muß ich rechnen?
2. warum enthält wein kein vorlauf?
3. bei einem freund hat die apfelmaische schimmel gebildet. woran liegt das? muß er alles wegwerfen?
Vielen dank für die mühe....
bernd, nds
10.Jun.2004 00:01:40
ad 1: Dies hat keinen negativen Einfluß. die Gärung verläuft nur langsamer.
ad 2: GEKAUFTER Wein enthält keinen Vorlauf. Sonst dürfte er auf Grund der Gesetzeslage nicht in den Handel gebracht werden (die Giftmischung, welche den Vorlauf bildet, ware dann ja im Wein drin). Bei Wein wird nur die Flüssigkeit vergoren, nicht die festen Bestandteile. Diese sind es, die Probleme verursachen.
ad 3: Es wurde eventuell keine Hefe verwendet oder die fertige Maische mit geringem Alkoholgehalt zu lange stehen gelassen. Ohne spezielle "Mittelchen" werden Maischen erst ab ca. 16%vol länger als einige Wochen lagerbar. Ja, diese Maische ist auf jeden Fall zu verwerfen. Einerseites hat der Schimmel Gifte produziert und andererseit gibt es einen starken Geschmacksfehler.
Eintrag Nr. 1406
Hallo Herr Schmickl,
als Edelstahlfitting habe ich ein T-Stück in das drei Rohre geschraubt werden sollen. Ich glaube nicht das diese Verbindung gasdicht ist, weil jeder Klempner normalerweise Hanf oder Teflon benuzt.
Wenn ich Kleben muß, mit was?
MfG
Regina
Regina, Hier
09.Jun.2004 16:11:57
Vielleicht meinen wir nicht dasselbe. Ich kenne Edelstahlfittings nur im Zusammenhang mit dem Rohrleitungsbau für chemische (Industrie)anlagen, diese sind gasdicht, da beim Verschrauben eine Metalldichtung in die Verbindungsstelle gepreßt wird. Ist nicht dasselbe wie das was Klempner üblicherweise benutzen. Prüfen Sie auf Dichtheit, in dem Sie die Verbindung in Wasser tauchen und in das Rohr Pressluft pumpen (z.B. mit Fahrradpumpe). Wenn keine Luftbläschen entstehen, ist die Verbindung dicht.
Verwenden Sie im Zweifelsfalle ein Teflonband statt eines Klebers.
Eintrag Nr. 1405
Hallo,
ich möchte mir einen Aromakob basteln.
Hierzu zwei Fragen:
Wie groß müssen die einzelnen Löcher (Bohrungen) sein und in welcher Höhe (Abstand zur Maische) sollte er angebracht werden.
Danke
Übrigens, eine ganz tolle Seite wo viel Liebe und Arbeit drin steckt.
Martin
Martin, Berlin
09.Jun.2004 13:46:39
Danke!
Anbrennschutz beim Maische destillieren: Die Löcher müssen nur so groß sein, daß die Flüssigkeit der Maische abrinnen kann, d.h. 1-2 mm Bohrungen genügen. Abstand zum Kesselboden: 3 bis 5 cm.
Aromakorb zur Geistherstellung: der Korb muß oberhalb des Flüssigkeitsniveaus sitzen
Tip: verwenden Sie doch ein Metallnetz aus dem Baumarkt, mit Maschenweite ca. 1 mm, so eine Art Fliegengitter, nur aus Metall. Basteln Sie sich einen Halterungsring mit Füßchen dran, welcher genau in den Kessel paßt und umspannen dieses mit dem Netz.
Eintrag Nr. 1404
Hallo Herr Doktor
Muß man unbedingt Hefe in die Maische geben?
im voraus vielen Dank
Ramo, baden
09.Jun.2004 13:26:05
Wegen der im Obst vorhandenen Wildhefen gären Obstmaischen auch ohne Zugabe von Reinzuchthefe. Allerdings haben "Wildgärungen" sehr viele Nachteile, wie z.B. Fehlgärungen, die im günstigen Fall "nur" Unmengen Vorlauf bilden, oder die Gärung kann leicht kippen, in so einem Fall ist die gesamte Maische zu verwerfen, die Alkoholresistenz der Wildhefen ist sehr gering, usw.
Fazit: Um was Gutes zu erzeugen braucht es Reinzuchthefe.
Eintrag Nr. 1403
zu Eintrag 1396:

Der Doc antwortete: "Nur bei Pkt. 5 stimme ich nicht zu. Der Aromaverlust ist nicht durch die Kochzeit bedingt, sondern durch die Kolonne selbst. Die Kolonne wirkt wie viele pot-stills hintereinander, d.h. Sie brennen den Schnaps z.B. 20 Mal. Dabei werden die Aromastoffe vom Lösemittel (Ethanol) abgetrennt."

Ich möchte dazu bemerken, dass dann auch gerade die Aromastoffe z.B. 20 mal gekocht wurden, was ihnen nicht so gut bekommt! Sicherlich ist die Abtrennung auch entscheidend, beide Faktoren spielen eine Rolle.
Ich habe nur einen erwähnt.

Wenn man das Temperaturgefälle innerhalb einer Destille, Doppelmanteldestillen mal ausgenommen, analysiert, hat man am Boden Temperaturen von weit über 100°C, selbst bei langsamem Aufheizen. Beim Maischebrennen in einer Reflux entsteht dann der Effekt des x-maligen Kochens. Mit der effektiven Destillierzeit hat das nicht einmal viel zu tun, obwohl diese selbstverständlich länger sein muss aufgrund des Kondensationseffektes innerhalb der Kolonne.

Sorry für die Ergänzung. 🙂

Gruß
terras
Terras, Italia
08.Jun.2004 20:39:24
Danke für die ausführliche Erklärung, natürlich haben Sie recht. Es ist oft schwer in wenigen Worten komplexe Themen wie dieses so zu erklären, daß es jeder versteht, zugleich aber kein relevanter Punkt ausgelassen wird.
😉
Eintrag Nr. 1402
Ich habe gestern versucht einen Rohbrand aus wein gerzustellen, was jedoch leider nicht funktioniert hat....
Ich habe folgendes Problem:
Es kommt anstatt eines Rohbrandes nur eine schlecht riechende, wässrige Flüssigkeit heraus (wenn überhaupt dann nur wenig alkohol)
Ich verwende eine spanische Destille....
Beim ersten mal hatt es übrigens funktioniert und ich habe hochprozentiges erhalten. Dann wurde jedoch die Gaskartusche des Brenners leer und ich musste den Brennvorgang abbrechen. Ich habe dann einen Tag später den Wein einfach wieder zum Kochen gebracht und erneut destilliert. (ich habe ihn gar nicht erst aus der destille genommen) Dann kam noch ca. ein halbes Trinkglas Rohbrand und dannach das wässrige Zeug.
Ich würde mich sehr über Hilfe und Verbesserungsvorschläge freuhen....
MFG
l'heure verte
l'heure verte, Tirol
06.Jun.2004 12:21:51
Wenn Sie destillieren, wird die Alkoholkonzentration im Kessel mit der Zeit immer geringer, d.h. zu Beginn der Destillation kommt höherprozentiger Alkohol als gegen Ende der Destillation. Nachdem am ersten Tag der hochprozentige Anteil bereits entfernt wurde, haben Sie am nächsten Tag nur noch den wäßrigen Anteil, also den Nachlauf, abgetrennt. Das stimmt schon so.
Eintrag Nr. 1401
Hallo Herr Schmickl,
jetzt kann ich endlich mitreden, habe nämlich mit Begeisterung Ihr Buch gelesen.
Nun zur Frage, Sie haben doch sicherlich schon etwas über die sogenannte "Plastikbrennanlage" gehört. Hier wird der Akohol bei einer Temperatur von 45 - 50 Grad (Zuckermaische) erzeugt. Meines Wissens (aus Ihrem Buch) kondensiert der Trinkalkohol (Ethanol) doch erst bei 78 Grad.
Was wird denn nun bei der o.g. Anlage eigentlich erzeugt?
Danke
Klaus
Klaus, Niedersachsen
05.Jun.2004 17:04:32
Freut mich!
In der "amazing still" verdunstet der Alkohol nur, deswegen dauert ein Durchgang auch mehrere Tage. Er wird nicht verdampft, dazu müßte der Alkohol kochen, dies tritt bei reinem Ethanol erst bei 78°C auf (reines Wasser: 100°C). Bei der Anlage wird also auch Alkohol erzeugt, aber eben nur durch Verdunstung. Prinzipiell funktioniert die "amazing still" zwar auch bei Fruchtmaischen, aber leider kommen da nicht alle Aromastoffe im gleichen Maß wie beim Kochen mit, der Geschmack ist also anders als bei einem "normalen" Brand. Beispiel Holunderblüten/Zitrus-Maische: bei der Verdunstungsmethode fehlt der Zitrusgeschmack im Destillat.
P.S.: "kondensieren" ist genau das Gegenteil: der Dampf wird wieder flüssig
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