SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1480
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
hätte noch eine weitere Frage die ich leider beim schreiben des vorherigen Beitrags vergessen hab. Hab gerade auf ebay eine Destille aus Kupfer gesehen. Allerdings ist diese ohne Thermometer. Wie soll man bei diesen Geräten die Temperatur kontrollieren bzw. ist das unbedingt nötig zum brennen? Oder kann man bei solchen Geräten ein Thermometer auch nachträglich anbauen?
MFg Michael
Michael, Deutschland
16.Jul.2004 19:02:26
Ja, das Destillieren mit einem Thermometer ist bei Kleingeräten unerläßlich, andernfalls werden Sie Vorlauf und Nachlauf nicht wirklich abtrennen können. Bezüglich Nachrüstmöglichkeiten usw. wenden Sie sich bitte direkt den Anbieter bei ebay.
P.S.: Sie sollten diesbezüglich den Menüpunkt "Info zum Kesselkauf" (siehe links oben) beachten.
Eintrag Nr. 1479
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
Ich hätte eine Frage zu dem Thema Methanol. Methanol entsteht ja meines wissens beim Destillieren nur, wenn ich zuvor beim maischen nicht sauber gearbeitet habe und später beim Destillieren z. B. Kerne oder Holzsplitter mit in der Maische sind. Entsteht Methanol auch wenn ich z. B. schon fertige Produkte wie z. B. Wein oder Apfelwein zum Destillieren nehme? Desweiteren hätte mich interessiert ob solche "mini-heim-Destillieranlagen" aus Glas wie sie bei ebay etc. angeboten etwas taugen, oder ob die nichts sind.
MFG Michael
Michael, Deutschland
16.Jul.2004 17:25:14
Methanol entsteht immer nur während der Vergärung und nicht durch das Erhitzen der Flüssigkeit. Wird fertiger Wein destilliert, so haben Sie bei Weinen, die für den Handel zugelassen sind, nicht mit Methanol zu rechnen. Bei selbst hergestellten Weinen hängt es wiederum von der Art der Einmaischung ab.
Diese kleinen Glasdestillen eignen sich hervorragend zur Dekoration, zum Destillieren jedoch nicht wirklich.
Eintrag Nr. 1478
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich habe grüne Walnüsse geviertelt und dann in 50%igen Alk.eingelegt.Jetzt,nach 3 Wochen ist daraus eine schwarze Brühe entstanden. Kann das so richtig sein??
Gruß nach AT
e
Sauerlandbrenner, D
16.Jul.2004 09:18:10
Ja, das ist vollkommen richtig so (genaugenommen ist es tief dunkelgrün). Lassen Sie alles zumindest 2 Monate ziehen, danach destillieren.
Eintrag Nr. 1477
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
kann ich einer Kirschmaische die ohne Zugabe von Hefe bereits begonnen hat zu gären trotzdem Zucker hinzugeben? Wenn ja wieviel pro Liter Maische und in welchem zeitlichen Abstand?
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Völker
Uwe Völker, Deutschland
15.Jul.2004 14:43:10
Ja, können Sie. Insgesamt 75 g je Liter Maische, auf drei Portionen aufgeteilt. Eine zu Beginn und dann jeweils nach drei Tagen.
Eintrag Nr. 1476
Habe vor 4 Wochen 100 liter Kirschen eingemaischt! Diese sind bereits vergoren ohne jegliche Zusätze. Nach Vinometer hat die Maische einen Alc-gehalt von 7,5%. Nun meine Frage:
1.Wann kann ich die Maische zum Brennen bringen
2.Reicht einmal brennen aus um auf einen Alc-Gehalt von 43 % zu kommen?
Vielen Dank im Voraus
Rene'
rene, Leimen-D
15.Jul.2004 08:08:57
ad 1: Sobald die Maische oben klar wird (kein Fruchtkuchen mehr aufschwimmt) und somit keine Gärung mehr stattfindet, sollte diese sofort zum Brennen gebracht werden. Durch den geringen Alkoholgehalt kann die Maische schlecht werden!
ad 2: Einmal genügt nicht, Sie müssen zweimal brennen, um auf über 40%vol zu kommen.
Eintrag Nr. 1475
zu Eintrag 1468:
Das Problem ist vor allem in der Rotweinproduktion bekannt. Es gibt die Möglichkeit, eine Probe über einen Aktivkohlefilter zu filtrieren, der den Farbstoff entfernt. Der Tipp vom Doc ist aber auch richtig. Die Säurezugabe hat zwei Funktionen. Zum einen verhindert sie Fehlgerärungen und Infektionen der Maische, zum anderen hilft sie, die Aromen besser zu extrahieren. Ansonsten mal im Diskussionsforum suchen.
Gruß
Terras
Terras, Italia
14.Jul.2004 22:30:15
Danke für den Hinweis!
Eintrag Nr. 1474
Hallo!
Ich habe eine Frage zu Eintrag Nr. 1414.
Ich habe in Wodka (Aldi) mit 36,5% Früchte eingelegt (TK-Früchte, Himbeeren, Brombeeren). Beim Destilieren fing es schon bei 40 Grad an zu tropfen und es roch zwar nicht nach Kleber aber irgendwie extrem scharf. Daher meine Frage - ist Vorlauf im Vertrauen auf den Hersteller wirklich auszuschließen? Wie sieht es mit Nachlauf aus? Ich stelle meine Destille treu bei 91 Grad ab, ist das bei Handelsspirituosen nötig oder könnte man mehr destillieren?
Vielen Dank - Frank
PS: Hier habe ich schon viel gelernt...nur noch nicht alles...trotzdem tolle Seite!
Frank, Norden
14.Jul.2004 21:53:24
40°C sind absolut unmöglich, Sie messen die Temperatur falsch. Das kann am Thermometer liegen oder Sie messen an der falschen Stelle. Die korrekte Dampftemperatur kann nur am höchsten Punkt, wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt, gemessen werden. Ja, bei gekauften Spirituosen können Sie Vorlauf ausschließen. Nachlauf haben Sie immer, da dieser durch das Erhitzen entsteht (und unabhängig vom Ausgangsprodukt ist), d.h die 91°C gelten immer.
Danke!
Eintrag Nr. 1473
Hallo Herr Dr.Schmickl.
Eine kleine Frage:
macht es sinn wenn ich Kirschen wild vergären lasse, also ohne Gärfix und dann noch Biogen M dazu gebe?
wäre sehr dankbar für eine antwort
Schurtanne, Schweiz
14.Jul.2004 21:15:17
Durch die Säurezugabe können Sie die Fehlgärungen zumindest ein wenig unterbinden.
Eintrag Nr. 1472
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich wollte mal wissen ob man normalen saft aus der packung für eine maische hernehmen kann um dann z. b. orangen schnaps oder etwas anderes zu brennen???
Danke im Voraus
Tobias
Tobi, Schnaps
14.Jul.2004 20:58:01
Ja, kann man, aber bezüglich Geschmack dürfen Sie das Destillat nicht mit dem aus einer Maische vergleichen.
Eintrag Nr. 1471
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
danke für die prompte Antwort: "Breiige Maische verhält sich in Bezug auf Temperaturverlauf und Fraktionsverteilung vollkommen gleich wie "normale" Maische ...".
Was kann dann die Ursache sein, wenn sich die Maische beim Brennen genau so verhält wie beschrieben:
- temperturverzögerter Ablauf, d.h. Alkohol kommt erst bei deutlich höheren Temperaturen als erwartet
- Vorlauftest liefert mit fortschreitendem Brennvorgang immer schlechtere Werte, d.h. der Grünton wird immer stärker.
MfG W. Knapp
Wilfried Knapp, Wien
14.Jul.2004 20:15:46
- kommt der Alkohol bei höheren Temperaturen, dann ist das Thermometer nicht richtig im Dampfraum plaziert, d.h. es mißt zu niedrige Werte. Eichen Sie die Anlage mit einer Wasserdestillation, dann gegebenfalls die Werte korrigieren.
- Destillieren Sie Wein? Die schwefelige Säure stört den Test und täuscht Vorlauf vor. Andernfalls kann ich so ohne nähere Beschreibung Ihrer Vorgehensweise keine Erklärung finden, das darf nicht sein. Mit dem Test wird Acetaldehyd nachgewiesen, wenn's also immer grüner wird, deutet das darauf hin, daß dieser Vorlaufbestandteil immer mehr wird. Wenn gleichzeitig auch der UHU-Geruch immer mehr zunimmt (Ethylacetat, ein weiterer Vorlaufbestandteil), ist bei der Gärung einiges sehr schief gelaufen, dann würde ich das Ganze verwerfen. Das würde auch den untypischen Temperaturverlauf erklären...
Eintrag Nr. 1470
Tolle Seite, bin zum ersten mal hier und habe auch schon eine Frage:
Ich habe Johannisbeeren eingemaischt und sie leider nicht richtig zerdrückt. Einige Früchte sind noch ganz. Kann ich sie nachträglich noch durch die Presse lassen oder ist das nicht ratsam? Leider habe ich auch die Geduld verloren und einige kleine Stiehle sind an den Früchten gelassen (nur die kleinen), ist das sehr schlimm oder wird das doch den Vorlauf geregelt oder macht sich das im Geschmak bemerkbar?
Georg L., Bayern
14.Jul.2004 15:18:18
Wenn nur einige Früchte ganz sind, würde ich es so lassen, während der Gärung sollten die Früchte nicht durch die Presse und nach der Gärung ist es zu spät, also am besten so lassen. Den Einfluß der Stiele werden Sie an der Vorlaufmenge merken bzw. ob der Brand im Geschmack scharf wird.
Eintrag Nr. 1469
Tut mir leid, dass ich schon wieder ein Frage stelle. Alleine aus den Fachfragen liesse sich wohl schon ein Bestseller schreiben.
Johannisbeeren entstielen ist wohl eine der mühseligsten Aufgaben. Habe deswegen recherchiert und folgendes im Internet gefunden:
"Jetzt nehmen wir die restlichen 0,8 l Wasser, erwärmen es auf 80···90 °C und übergießen damit die nach dem ersten Preßvorgang übriggebliebenen Trester. Wir lassen die Masse erkalten, pressen nochmals ab und werden erstaunt sein, wie angenehm säuerlich und hochfarbig unsere sog. Nachpresse geworden ist. Das Wasser hat noch viele Stoffe aus den Früchten herausgezogen, die sonst verlorengegangen wären. Der Rückstand unserer roten Johannisbeeren sieht nicht mehr rot aus, er ist fast weiß geworden, ein Zeichen dafür, daß wir mit dem Wasser fast allen Farbstoff ausgelaugt haben."
Bringt mich nun auf folgende Idee: statt die Johannisbeeren zu entstielen, einfach nur pressen und den Trester mit heissem Wasser übergiessen. Das Ganze zusammen dann einmaischen. Kerne und Schale sind dann aber nicht in der Maische.
Löst das heisse Wasser auch die Aromastoffe heraus oder einfach nur den Farbstoff?
Sind die Kerne bei den Johannisbeeren wie bei Kirschen für den Geschmack unverzichtbar?
Vielen Dank schon im voraus.
Oliver, Böhmerwald
14.Jul.2004 11:46:21
Das heiße Wasser löst die Aromastoffe nur zu einem geringen Teil heraus, leider. Aromastoffe sind, im Gegensatz zu den Farbstoffen in Früchten, nämlich großteils fett- und nicht wasserlöslich. Alkohol ist ein organisches Lösemittel, daher lösen sich die Aromastoffe darin auch auf. Auf die Kerne kann man bei den Johannisbeeren schon verzichten, aber leider befindet sich der größte Aromenanteil in der Schale. D.h. bei dieser Methoder verlieren Sie einiges an Aroma.
Eintrag Nr. 1468
Hallo Herr Schmickl,
ich habe vor ein paar Tagen Kirschen eingemaischt. Gestern wollte ich den PH Wert kontrollieren, aber es ist nicht möglich da sich das Prüfstäbchen von den Kirschen rot eingefärbt hat.
Ich habe den pH-Wert wie in Ihrem super Buch beschrieben auf 3,5 eingestellt.
Ich möchte den pH-Wert aber sicherheitshalber trotzdem prüfen, können Sie mir ev. einen Tipp geben. (oder soll ich einfach noch ein wenig Biogen M dazugeben?)
Gruß
Schwarzbrenner, Obstland
13.Jul.2004 21:16:53
Das Problem kenne ich. In diesem Fall geben wir immer die auf der Flasche angegebene Menge Biogen zu, durch die Pufferwirkung stellt sich automatisch der richtige pH ein. Er muß dann auch nicht mehr kontrollieren werden, er verändert sich während der Gärung nicht mehr.
Eintrag Nr. 1467
Hallo Herr Dr. Schmickl !!!
Ich habe letztes Jahr im Oktober Williamsbirnen bebrannt. Er hatte ein wunderbares Aroma.
Als ich ihn dann mit Wasser verschnitten (42%)
und im Keller neben einem kleinen Fenster gelagert hatte, ging irgendetwas daneben.
Anstatt richtig zu reifen wurde er eher ranzig und hat das tolle Boukett verloren. Ich habe ihn in einem Glasballon gelagert der zu ca. dreiviertel gefüllt war, und zudem immer geschlossen gehalten.
Vielleicht können sie mir weiterhelfen.
Im voraus herzlichen Dank
Stefan
Stefan, Vorarlberg
13.Jul.2004 19:33:22
Wenn das Destillat auf 42%vol verdünnt und in Glas verschlossen gelagert wird, kann nichts schlecht werden (um ranzig zu werden ist der Alk.gehalt zu hoch). Hier muß der Fehler bereits im unverdünnten Destillat vorhanden gewesen sein, der sich erst durch's Lagern bemerkbar gemacht hat. Brennfehler werden häufig durch's Lagern verstärkt, nur einwandfreie Destillate werden durch's Lagern besser. Machen Sie trotzdem folgenden Versuch: Nehmen Sie eine Probe von ca. 0,5 l und mixen mit einem elektr. Handmixer (oder Milchaufschäumer o.ä.) ca. 5 min lang Luft ein. Wichtig dabei ist, daß es schäumt. Könnte sein, daß das hilft.
P.S.: Verdünnen sollte man nur mit destilliertem Wasser. Außerdem ich gehe davon aus, daß der Glasballon vorher gründlich gereinigt wurde.
😉
Eintrag Nr. 1466
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
wie verhält sich unzureichend verflüssigte (d.h. breiige) Maische beim Brennen:
- Temperaturverlauf nach oben verschoben?
- atypische Verteilung der typischen Vorlaufkomponenten (kommen später als üblich)?
- davon abgeleitet: Ungeeignet für einfachen Brennvorgang da zur Vorlaufabtrennung ein zweiter Brennvorgang erforderlich ist?
MfG W. Knapp
Wilfried Knapp, Wien
12.Jul.2004 22:34:40
Breiige Maische verhält sich in Bezug auf Temperaturverlauf und Fraktionsverteilung vollkommen gleich wie "normale" Maische, man nur folgende Probleme:
- neigt stark zum Anbrennen
- kocht unregelmäßig, d.h. es "blubbt", somit kann im Kessel leicht etwas übergehen
Eintrag Nr. 1465
Habe da eine Frage zum Buch.
In der 1. Tabelle auf Seite 73 wird beschrieben, dass aus 2000ml 45%igem Alkohol ca. 2000ml 43%iger Alkohol entsteht und ca 100ml Nachlauf.
1. wo bleibt der Alkohol?
2. wie kann beim Destillieren aus 2000ml 2100ml werden?
gruß arraku
arraku, d
12.Jul.2004 19:44:45
ad 1. Der Alkohol kommt in das Destillat, also den 43%vol Alkohol.
ad 2: Die 2000 ml beziehen sich auf 45%vol Alkohol, die 2100 ml auf 43%vol, d.h. die "Mehrmenge" entsteht durch das Verdünnen auf 43%vol
Eintrag Nr. 1464
Hallo,
hab da ein Verständnisproblem.
Beim Vergären von Früchten entsteht wegen Traubenkernen, Gehölze usw. mehr oder weniger viel Vorlauf (Methanol, usw.).
Deswegen tut man diesen auch beim Destillieren weg.
Wenn man die Maische allerdings als Fruchtwein weiterverarbeitet (Filtrieren ...), dann bleibt doch das ganze Fuselzeug und "Gift" drin, d.h. dass ein selbstgemachter Fruchtwein immer schädlicher ist, als ein Selbstgebrannter. Oder hab ich da was falsch verstanden?
Danke schon im voraus.
Oliver, Böhmerwald
12.Jul.2004 16:47:01
Da haben Sie nichts falsch verstanden, das ist richtig. Daher muß insbesondere bei Fruchtweinen immer sauber gearbeitet werden. Oft ist es so, daß man im Wein gar nichts schlechtes bezüglich Geruch oder Geschmack erkennt, erst beim Destillieren stellt sich die wahre Qualität des Fruchtweines heraus (--> Vorlauf?).
Eintrag Nr. 1463
Habe mit Begeisterung ihr Buch gelesen!
Nun hätte ich doch noch eine Frage zur Herstellung eines Geistes mit ihrer einfachen Topfvariante! Wieviel % Alkoholgehalt soll das Medium im Topf haben. Es wird einmal beschrieben es soll 10 - 12% haben. Bei einem ihrer Versuche mit Rum hatten Sie auf 20 % gemischt und Limetten in den Sieb gegeben! Wieviel % Alkohol sollten im Topf sein?
Welcher Alkoholgehalt wäre optimal dass man ca.43% erreicht und nicht mehr mit dest. Wasser verdünnen muß um ca. 43% zu erreichen
vielen Dank
Rainer aus Leimen
Rainer, D-Leimen
12.Jul.2004 09:01:36
Danke!
Ja, 10 bis 12%vol sind richtig. Den von Ihnen beschriebenen Versuch haben wir auf Guanaja (kleine Karibikinsel vor Honduras) ohne jeglicher Meßgeräte gemacht. Da es dort keinen (Weiß)wein gibt, haben wir uns mit Rum beholfen und den 1 zu 1 mit Wasser verdünnt. Da die Limetten viel Saft enthalten und dieser dann den Alkoholgehalt noch weiter senkt, haben wir es, aus Angst zu viel zu verdünnen (und damit im Destillat weniger als 40%vol zu bekommen), bei 20%vol belassen.
Etwa 10%vol im Kessel ergeben bei einer pot-still 43%vol im Mittellauf, wenn bis 91°C destilliert wird. Probleme dabei: mit der Wok-Methode können Sie die Dampftemperatur nicht bestimmen, und abgesehen davon wirkt sich auch bereits eine relativ geringe Abweichung vom Alkoholgehalt im Kessel (Topf) sehr stark auf die %vol im Ergebnis aus. D.h. wenn Sie Früchte zugeben, kann es sein, daß weit weniger als 43%vol entstehen. Daher wäre es mein Tip einen möglichst starken (trockenen) Weißwein zu verwenden bzw. tatsächlich einen fertigen Schnaps entsprechend verdünnen. Und dann das Destillat gefühlsmäßig nach Geschmack verdünnen.
Eintrag Nr. 1462
Ich interessiere mich für eine ihrer Brennanlagen. Vor dem Kauf würde ich gerne wissen, wodurch unterscheidet sich die Classic (5 Liter) Anlage von der Deluxe (3,8 Liter) Anlage. Ist es lediglich der Brenner? Es wäre schön kurzfristig eine Antwort zu erhalten.
Gruß
Günter Jakert
Guenter Jakert, NRW - (Deutschland)
11.Jul.2004 22:03:15
- Wie Sie bereits schreiben, ist die Classic mit einem Spiritusbrenner, die Deluxe mit einem Gasbrenner ausgestattet
- Im Gegensatz zur Classic gibt es bei der Deluxe drei verschiedenen Topfgrößen: 2,0, 3,8 und 7,8 l. Zur Classic gibt es zwei Varianten: 2 und 5 l.
- Die Deluxe (weil auf 7,8 erweiterbar) hat einen wesentlich größeren Kühler als die Classic.
- Wegen der Größe ist das Material bei der Deluxe ein wenig robuster.
- Der Dampfdom der Deluxe ist größer als bei der Classic, dadurch hat (bei der ätherischen Öl Herstellung) mehr Pflanzenmaterial in der Anlage Platz.
Eintrag Nr. 1461
Hallo Dr Schmickl!
1.-Kann man offene Päckchen Turbohefe bzw.Gärfix noch bis zum mind.Haltbarkeitsdatum aufbewaren,oder wann müßen sie verbraucht werden? Und gibt es auch kleinere Mengen für ca 20 l Maische?
2.-Kann man zum Verdünnen von Maische auch fertigen Saft (Kirsch, Apfel usw.) benutzen, wegen des besseren Aromas (mal abgesehen davon, das Saft Teurer als Wasser ist), oder bringt das keine Verbesserung?
3.-Ist es Sinnvoll 20Vol% Maische herzustellen, da ich ja nach dem Brennen einen höheren Alkoholgehalt bekomme und entsprechend mehr verdünnen muß um auf Trinkstärke zu kommen und mir dadurch ja viel Aroma verloren geht.
Christian Kracke, Deutschland
10.Jul.2004 14:32:43
ad 1: Geben Sie die angebrauchten Päckchen in den Kühlschrank, vorher gut verschließen. Dann sollten Sie ca. noch ein Jahr halten. Wichtig ist, daß keine Luftfeuchtigkeit dazu kommen kann. Nein, kleinere Packungen gibt es nicht.
ad 2: Prinzipiell funktioniert das natürlich schon. Das beste für's Aroma ist jedoch, wenn Sie die Maische überhaupt nicht verdünnenn (auch nicht mit Saft).
ad 3: wie hier schon sehr oft erklärt (z.B. Eintrag Nr. 1443, 1391 usw.), ist genau das Gegenteil der Fall: gerade wegen dem höheren Alkoholgehalt erhalten Sie mehr Aroma im Schnaps, weil Aromastoffe i.d.R. nicht wasser-, sondern fettlöslich sind. Weil Ethanol (Trinkalkohol) ein organisches Lösemittel ist und daher auch mehr Aromastoffe aus den Früchten herauslösen kann als Wasser, gelangen auch mehr Aromastoffe ins Destillat wenn der Alkoholgehalt höher ist. Wird das Destillat verdünnt, wirkt sich das auf's Aroma jedoch NICHT aus.
Fazit: Sie haben Aromaverluste, wenn Sie (vor dem Brennen) die Maische mit Wasser verdünnen oder nicht hochgradig vergären. Weil, wegen dem niedrigen Alkoholgehalt, nicht so viele Aromastoffe mitgehen können wie bei der hochgradigen Variante. Beim Schnapsverdünnen wird der Geschmack jedoch NICHT verdünnt.
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