SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 4080
Sehr geehrter Herr Schmickl. Habe jetzt meine Anlage soweit fertiggestellt (Bild 284) und auch das Buch "Schnaps brennen" mehreremale gelesen. Nun möchte ich als ersten Versuch mal einen Geist, wie auf Seite 120 beschrieben, brennen. Jedoch ist noch eine Frage offen: Wie ist die Flussrichtung des Kühlwassers? Speise ich das Wasser am tiefen oder am hohen Punkt des Kühlers ein ? Also MIT oder GEGEN die Flussrichtung des Destillates ? Habe da noch leider keine richtige Antwort gefunden. Vielen Dank für die Antwort.
MfG aus Düsseldorf
Brennfuchs, NRW
08.Jul.2015 21:29:56
Danke, dass Sie Ihre Frage selbst beantwortet haben (siehe Eintrag Nr. 4081)
Eintrag Nr. 4079
Guten Abend!
Die Destille ist angekommen und schon im Einsatz.
Habe zunächst ne Flasche Bier destilliert und versuche mich gerade an nem Liter Wein mit Erdbeeren im Aromakorb.
Bei beiden Vorgängen habe ich das Problem, dass ich die Temperatur nicht regeln kann. Sie schreiben in Ihrem Buch, dass bei 91° der Nachlauf beginnt. Aus dem Liter Wein habe ich nicht mal ein Schnapsglas gewonnen und die Temperatur steigt unaufhörlich weiter an. Den Untersatz habe ich schon entfernt und die Flamme auf die niedrigste Stufe gedreht, aber die Temperaturen steigen und steigen. Muss ich die Flamme jedes mal löschen um die Temperatur zu regulieren? Ich kann mir jedoch nicht  vorstellen, dass schwankende Temperaturen gewünscht sind.
Woran erkenne ich, dass die zu destillierende Menge fertig destilliert ist? Daran, dass irgendwann keine Flüssigkeit mehr aus dem Geistrohr tropft?
Vielen Dank im Voraus!
MarsellusWallace, EU
08.Jul.2015 20:36:49
Wie im Buch sehr ausführlich beschrieben, ist die Dampftemperatur abhängig vom Alkoholgehalt. Mit anderen Worten: das Dampfthermometer misst den Alkoholgehalt. Da der Alkoholgehalt während der Destillation immer kleiner wird, muss die Dampftemperatur folglich auch immer mehr ansteigen, die Dampftemperatur kann somit nicht geregelt werden. Sie bleibt nur dann unverändert, wenn Sie das Destillat fortlaufend wieder zurück schütten, was natürlich keinen Sinn macht. Ebenfalls ist im Buch beschrieben, dass Bier einen zu geringen Alkoholgehalt hat um nur einmal zu brennen. Daher entweder doppelt Brennen oder mittels Alkoholzugabe den Alkoholgehalt auf ca. 12%vol erhöhen.
Da Sie schreiben, dass auch bei Wein nahezu nichts herauskommt, sollten Sie das Thermometer überprüfen (was wird nach ca. 8 min in einem Topf mit kochendem Wasser angezeigt?) und ggf. auch die Position der Messstelle.
Eintrag Nr. 4078
Hallo,
Als erstes und wichtigstes möchte ich mich beim Ersteller der Seite recht herzlich bedanken, dass muss echt ein Haufen Arbeit gewesen sein und ist es sicher immer noch.

So dann zu meiner "Fachfrage":
Das Material meiner Destille ist Kupfer, so dachte ich...
Jedoch sieht es von innen aus als sei es verzinkt... Kann das so sein oder ist es möglich das das dennoch Kupfer ist?
Sebastian, Steiermark
07.Jul.2015 08:32:53
Danke, das freut uns!
Sind Sie sicher, dass es nicht verzinnt ist? Jedenfalls werden Stahl- oder Kupferoberflächen verzinnt um eine bessere Korrosionsbeständigkeit, Lebensmittelverträglichkeit und Lötbarkeit zu erreichen (https://de.wikipedia.org/wiki/Verzinnen). Dennoch werden professionelle Schnapsbrennkessel normalerweise nicht verzinnt. Sind ohne Oberflächenbeschichtung entweder aus Edelstahl oder Kupfer (z.B. schottische Distilleries).
Eintrag Nr. 4077
Ich brenne noch nicht so lange und möchte mich erst mal bei Herrn Schmickl für diese Seiten bedanken. Ein wahrer Fundus an Information.
Viele haben beim Verdünnen von Haselnussgeist oder Zitrusfrüchten eine Weißfärbung. Hier mein Tipp: Ich habe Haselnussgeist und auch Orangengeist (Schalen vorher angesetzt) nach dem brennen mit destilliertem Wasser verdünnt. Ganz langsam eingießen und mit einem Handmixer, erste Stufe vermischt. Das Ergebnis war ein perfekt glasklarer Geist.
Mal probieren.
mahi
Mahi, Norden
26.Jun.2015 15:22:37
Danke für den Tipp! Ist im Buch auch so beschrieben. Also mixen und währenddessen langsam destilliertes (kalkfreies) Wasser zugeben.
Eintrag Nr. 4076
Guten Abend Herr Schmickl
In Ihrem Buch (S. 134) schreiben Sie, dass man mit hochgradiger Maische + frische Früchte im Aromakorb eine maximale Aromaintensität erzielt.
Mein Lohnbrenner hat eine Holstein-Gegenstromdestillationsanlage mit mehreren Glockenböden und einem 200 l Doppelwandkessel (ohne Rührwerk).
Meine Idee:
In diesem Brennkessel möchte ich einen Aromakorb oberhalb der Maische anbringen.
Wenn ich 100 l herkömmliche Pflaumenmaische in den 200 l Brennkessel einfülle, hätte es genügend Freiraum für einen Aromakorb.
Meine Fragen:
1.) Lässt sich die in ihrem Buch beschriebene Methode (Maische + Aromakorb) ebenfalls für eine grössere Brennanlage anwenden?
2.) Wie viele kg Pflaumen müsste ich für 100 l Maische in den Aromakorb einfüllen?
3.) Würde dies ebenfalls mit einer herkömmlichen Maische (8-10%vol) funktionieren?
Mit besten Grüssen
Stephan
Stephan, Seeland
21.Jun.2015 23:43:43
Diese Methode funktioniert nur bei Früchten die einen geschmackvollen Geist ergeben, z.B. Himbeeren oder gewisse Sorten von Äpfeln. Wir haben einmal einen Zwetschkengeist versucht, das Ergebnis war geschmacklos. Ob dies mit der Frucht Ihrer Maische funktioniert sollten Sie daher mit einer kleinen Anlage vorher ausprobieren. Vermute allerdings, dass bei Pflaumen auch kein Geschmack im Geist entsteht. Meines Erachtens viel sinnvoller wäre es, wenn Sie zuerst einen Rohbrand herstellen, diesen dann mit der Maische vermischen, sodass das Gemisch ca. 12%vol Alkohol hat und das Gemisch dann ohne Verstärkung nur einmal zu brennen.
Eintrag Nr. 4075
Guten Tag Herr Dr. Schmickl. Sie schreiben:
"Ein wichtiger Tip, um Grünspan zu vermeiden: die Anlage immer trocken halten, nach Verwendung abtrocknen und offen stehen lassen. Den Kühler abtropfen lassen, sodaß innen kein Wasser stehen bleibt."
Währe es nicht sogar besser, das Kühlerinnenrohr nach dem reinigen (Zitronensäure gegen Patina)noch mit 99%igen Isopropanol einmal durchzuspülen. Danach verdunstet doch auch der letzte Rest an Flüssigkeit, der evtl. noch im Kühlrohr ist und das Kühlrohr währe wirklich 100%ig trocken ?!?! Oder schadet das dem Kupfer ?
Übrigens: Ihr Buch "Schnaps brennen als Hobby" ist wirklich auch gerade für den Anfänger leicht verständlich.
brennfuchs, BRD
18.Jun.2015 17:50:38
Dem Kupfer schadet's nicht, trotzdem würde ich lieber Ethanol 96%vol verwenden.
Danke! 🙂
Eintrag Nr. 4074
Hallo miteinander,
ich als Deutsche in Frankreich soll bei uns im Brennereimuseum einige Fachbgriffe vom Französischen ins Deutsche übersetzen unter anderem auch: 'Colonne de rectification'
Da ich nicht vom Fach bin und somit auch nicht weiß, was das genau ist, hoffe ich hier auf Hilfe.
Danke
hilde, ostfrankreich
17.Jun.2015 16:56:20
Rektifikationskolonne
Eintrag Nr. 4073
Hallo allerseits,
Ich bin ein Frischling auf den Gebiet des Brennens und wollte mich einmal als erstes Projekt dem Destillieren von Wein also der Herstellung von Weinbrand widmen. Nun habe ich dazu einige Fragen:
1. Fällt der Vorlauf bei dem brennen von Supermarktwein (wie oft gelesen) weg?
2. Ist es optimal die Temperatur zwischen 80 und 91 grad zu halten?
3. Ist es besser einen Wasserkreislauf zum kühlen zu verwenden oder reicht es das Kühlwasser (sofern zu warm) auszutauschen?
4. Hat 3. Einfluss auf die erhaltene Menge an Alkohol?
5. Ist es überhaupt sinnvoll bei Wein einen strich zwischen "Edelbrand" und Nachlauf zu ziehen?
Danke in vorraus
Eisteeeee, NRW
17.Jun.2015 00:35:48
ad 1) und 2) siehe Buch
ad 3) prinzipiell egal, generell gilt, es kann nicht kalt genug sein. Das Wasser sollte vor dem Austauschen also maximal lauwarm, keinesfalls heiß sein.
ad 4) ja, wenn schlecht gekühlt dampft es beim Kühler heraus, somit kondensiert weniger Schnaps, ergibt weniger Ausbeute.
ad 5) siehe Buch
Eintrag Nr. 4072
hallo allerseits.

hollunderblüten, angesetzt nach rezept mit zitrone und orange in 3 liter 53 %igen weingeist - destillieren ja oder nein.
wenn ja, mit den angesetzten blüten im korb, mit frischen blüten im korb oder nur den angesetzten?
anfänger braucht rat :-).
danke und schöne grüße.
kurt
kurt völker, bayern
09.Jun.2015 20:12:07
Ja, destillieren! Angesetzte Blüten im Korb.
Alternative: frisch oder tiefgefrorene Holunderblüten mit Zitronen/Orangenscheiben in den Korb. Schmeckt feiner. Ich vergleich es immer wie mit einer Zeichnung / Malerei: dasselbe Motiv, jedoch feine Tuschzeichnung ist der Geist mit frisch/tiefgefrorenen Dingen (sauberer geschmackloser Alkohol ist Grundbedingung). Oder Pinselmalerei ist der destillierte Angesetzte. Variationen sind dann beim Angesetzten z.B. frische Blüten beim Destillieren zu verwenden.
Eintrag Nr. 4071
Guten Tag,
Ist es notwendig das der Hut bei eine Aroma Destille Die Form einer Zwiebel hat? Oder reicht es wenn er sich vom geraden Stück nur verjüngt?
Hias, Bayern
05.Jun.2015 13:17:31
Boa eh', was für eine Frage! In der Diskussion ergäbe diese wieder eine hitzige Debatte, und Seitenweise Pro und Contra. Von 10 Brennern erhalten Sie mindestens 15 Ratschläge.
Meine persönliche Meinung, beruhend auf eigener Erfahrung (und da hat jeder eine andere!): Wenn Einfluss, dann nur, dass durchaus erwünschte Aromen unnötigerweise abgetrennt werden, wegen Rektifikationseffekten, wie ausführlich im Buch beschrieben. Sieht man auch schön bei der ätherischen Ölherstellung. Wir werden des Öfteren kontaktiert, weil manche Brenner umsteigen und mit ihren 70 Liter kesseln jetzt z.B. Zirbenöl herstellen möchten. Wundern sich, dass Ölausbeute verschwindend klein. Nun, sobald sie die ganzen Aufbauten und Helme kurzschließen, also fast schon vom Kesseloberrand weg eine Leitung zur Kühlung legen, ist's plötzlich das zehn bis zwanzigfache. Natürlich sind in herkömmlichen Obstmaischen keine ätherischen Öle (in Geiste sehr wohl!), aber leicht flüchtige Aromen verhalten sich ähnlich.
Eintrag Nr. 4070
Hallo zusammen,
nach ausgiebigen Tests der Geistherstellung ergibt ich eine (Geschmacks)Frage bei getrockneten Kräutern/Samen...
Gestern habe ich Ouzo gemacht mit Verdünntem Alkohol aus Zuckermaische, die mit Aktivkohle behandelt wurde und neutral schmeckt und mit Anis (ganz) aber im Mörser teilweise etwas angestossen im Aromakorb.
Alles soweit gut, schmeckt auch genau wie Ouzo nur habe ich wie auch beim Geisten von GebirgskräuterTee einen kleinen Beigeschmack nach getrockneten Blättern die feucht geworden sind...
Gibt es da eventuell einen Trick diesen Geschmack nicht mit ins Destillat zu bekommen?
Habe eine AromaDestille die auf einem Multitopf basiert mit einem ca. 3 cm langen Geistrohr.
Danke und Gruß
Der Koffergriff
Koffergriff, Mitteldeutscheland
04.Jun.2015 08:20:36
Am besten mit verdünntem Korn ausprobieren. Wenn das Destillat dann nicht so schmeckt liegt's am Alkohol. Wenn doch, liegt's an der Anlage oder am Gewürz. Testen Sie auch den Anis (ganz) ganz zu verwenden, ohne anzumörsern. Ist bei Geist eigentlich nicht notwendig. Sollte die Anlage der Grund sein, weil egal was Sie als Kraut, Gewürz oder Alkohol einfüllen keine Besserung erfolgt: wie auch immer Sie das bewerkstelligen, aber besser reinigen.
Eintrag Nr. 4069
Hallo,
wie kann ich die ausgebrannte Maische entsorgen?
Kann ich diese auf meinen Kompost schütten?
Grüße aus Bayern
titschi, D, BY
02.Jun.2015 20:43:25
Ja, ist super nährstoffreich, da freuen sich die Regenwürmer, am besten mit etwas strohigem gut vermischen. Wenn jedoch Kupfersalze zugegeben wurden (um Cyanide abzubauen) ist die Maische wegen dem hohen Schwermetallgehalt leider Sondermüll, kein Witz.
Eintrag Nr. 4068
Hallo Herr Schmickl,
ich habe Marillenbrand verdünnt und in einen nicht ganz gut ausgewaschenen Doppler gefüllt.
Dort hat sich bald eine schwarze Substanz gezeigt, die gewachsen ist - vermutlich ein Pilz.
Der Schnaps hat 45%.
Was soll ich tun? Gefiltert habe ich natürlich schon.
Beste Grüße
Peter Graf
Peter Graf, NÖ
02.Jun.2015 16:09:21
Da hat sich irgendein Schmutz der noch in der Flasche war gelöst. 45%vol Alkohol ist eigentlich ein Desinfektionsmittel, da überlebt und wächst nichts mehr, sicher kein Schimmelpilz.
Eintrag Nr. 4067
Hallo Herr Schmickl,
ich habe Holunderblütenmaische mit Kaltgärhefe
LT 8 Plus angesetzt. Leider zeigt sich nach 3 Tagen immer noch keine Gärung. Woran könnte das liegen. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Andy, Sachsen - Anhalt
01.Jun.2015 19:40:02
Habe keine Erfahrung mit Kaltgärhefen. Wenn es bei uns zu Verzögerungen beim Gärstart gekommen ist, lag es immer daran, dass die verwendete Hefe zu alt war. Oft hat es geholfen, wenn zwei- bis dreimal täglich die Maische intensiv gemixt wurde. Industriell werden Hefen in Bioreaktoren unter Lufteinblasung gezüchtet.
Eintrag Nr. 4066
Pflümli brennen: wenn ich täglich Pflümli aufläse und in das Fass tue, wann kann ich Turbohefe beifügen, so dass alles auf 18/20 Grad vergärt?
peter, schweiz
01.Jun.2015 10:08:38
Hefe immer sofort zugeben, sonst kommt es zu Fehlgärungen. Hefe in der Menge zugeben, die dem geschätzten Endvolumen, wenn alle Früchte im Fass sind, entspricht. Für schnelleren Gärstart bei ca. 22°C beginnen, nach einem Tag, spätestens zwei Tagen, wenn der Inhalt heftig gärt, bei ca. 18°C weiter gären lassen.
Eintrag Nr. 4065
Hallo Herr Schmickl,
ich habe 15 lt. Zuckermaische, die ich zu hochprozentigem Alkohol brennen werde. Verwendung für Ansatzschnäpse, die anschließend destilliert werden. Jetzt habe ich 5 lt. destilliert, Ergebnis gut. Aber 10 lt. hatte ich mit Aktivkohle behandelt. Die Kohle hat sich zum größten Teil unten abgesetzt. Ich habe dann angefangen mit Faltenfilter zu filtern. 10 lt. dauern ja Wochen. Jetzt meine Frage:
Kann man die Maische auch so brennen und was passiert dann mit der Kohle und wie wird das Ergebnis aussehen.
In Zukunft werde ich Ihren immer wieder wiederholten Rat befolgen und die Maische ohne Kohle lange lagern.
Aber was ist jetzt mit den 10 Litern?
Danke für Ihre Antwort
mahi
mahi, Norden
28.Mai.2015 17:15:01
Ja, können Sie auch so brennen, wenn hinten statt eines klaren Destillates ein Graustich rauskommt, ist der Kesselinhalt übergekocht.
Eintrag Nr. 4064
Hallo,
ich habe brav gesucht, aber leider nichts gefunden.
Meine 1 Jahar alte Kriecherl-Maische hat einen Essigstich und ist sauer. Anstatt sie zu brennen, möchte ich einfachc ordentlichen Essig daraus machen, derzeit ist er zu dünn. Geht das?
Peter Graf, NÖ
27.Mai.2015 13:09:16
Ja, selbstverständlich geht das. Jedoch ist das wie bei alkoholischen Maischen: aus den selben Gründen ergibt eine wilde (Essig)Gärung meist auch keinen guten Essig. Besser gekaufte Essigmutter zugeben, bei richtiger Temperatur gären lassen um Essigälchen, Kahmhefe und sonstiges Ungemach zu vermeiden, keinesfalls Essigmutter absinken lassen um Muffgeruch/Geschmack zu vermeiden, nur bis 0,3%vol Alkoholgehalt gären lassen aus dem selben Grund usw. Kurzum: am besten die Anleitungen von unserem Essigbuch befolgen. Oder so lassen wie's ist und schau'n was draus wird, wegschütten kann man's immer noch.
Dünner Essig: Alkohol zugeben damit durch Essiggärung der Säuregehalt steigt, auch hier siehe Buch.
Eintrag Nr. 4063
Hallo Herr Schmickl,
entschuldigen Sie bitte meine Unsicherheit in den Begrifflichkeiten.
Ich möchte jetzt im Mai Herbstäpfel einmaischen und einen Schnaps daraus brennen. Ist das überhaupt möglich oder sinnvoll (Sie schreiben in Ihrem Buch von erntefrischem Obst) - kann ich hier mehr Vorlauf abtrennen, um eventuelle Schadstoffe zu entfernen?
Viele Grüße
MU
Marit Uhlig, Brandenburg
22.Mai.2015 17:04:48
Selbstverständlich ist das möglich und auch sinnvoll! Viele Obstsorten müssen gelagert werden bevor sie zum Essen gut schmecken, genauso ist es mit dem Einmaischen. Wieso sollten Ihre gelagerten Äpfel mehr Vorlauf erzeugen? Sind sie nicht mehr essbar weil verdorben? Dann machte es keinen Sinn daraus Schnaps herzustellen, ergeben sicher einen guten Kompost.
Eintrag Nr. 4062
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich hatte mich ja vor Längerem an Sie gewand, weil ich mit den Temperaturen meiner Schnellkochtopf-Potstill nicht zurecht gekommen bin. Seitdem ich, unabhängig von der Temperatur, bis zur Gesamtkonzentration von 52% vol. abbrenne, erziele ich gute Ergebnisse.
Ich finde nur, dass die Geiste, auch nach dem Verdünnen auf ca. 40%, immer etwas scharf schmecken. Ist das ok so?
Viele Grüße aus Griechenland
Jürgen Erfurt

PS. Am besten war bisher der Holunderblüten-Geist nach dem Rezept in Ihrem Buch!
Jürgen Erfurt, Griechenland
20.Mai.2015 09:16:07
ad 1) Normalerweise sollte dies immer die selbe Temperatur ergeben, da die Dampftemperatur vom Alkoholgehalt schließlich abhängig ist. Auf diesem Prinzip beruht das Ebulliometer, ein Messgerät zur Alkoholgehaltbestimmung. Reines Wasser kocht bei Normaldruck bei 100°C, reiner Ethanol bei 78,5°C, eine Alkohol-Wasser-Mischung irgendwo dazwischen, je nach Alkoholgehalt. Aber egal, Hauptsache das Ergebnis schmeckt.
ad 2) Nein, das ist nicht OK. Hängt von vielen Dingen ab, z.B. vom verwendeten Grundalkohol. Ein verdünnter Korn als Grundlage schmeckt milder als verdünnter Wodka (weiß jedoch nicht, ob dies auch für Spirituosen gültig ist die in Griechenland erhältlich sind). Destillat aus Wein muss generell durch schäumendes Mixen die schwefelige Säure (sticht in der Nase) ausgetrieben werden, hochgradige Maischen (auch reine Zucker-Wasser-Maischen) zumindest 6 Monate lagern, dadurch werden Destillate milder, auf die künstliche Alterung (siehe Suchfunktion) keinesfalls vergessen! Die Bestandteile im Aromakorb enthalten meist ätherische Öle, zuviel davon schmeckt ebenfalls scharf, wie beim Kochen: mehr Gewürze schmecken zwar intensiver, aber nicht unbedingt besser.
ad 3) Holunderblüten-Geist: das freut uns! Wohl bekomm's!
Eintrag Nr. 4061
Hall Herr Schmickl, zuerst mal vielen Dank für Ihr fantastisches Forum.
Ich habe vor kurzem eine Kirschenmaische, mit ca. 20% Kernen, gebrannt. Das Ergebnis war zufriedenstellend, jedoch vom Geschmack her ziemlich enttäuschend, weil ich den typischen Kischgeschmack erwartet habe. Was habe ich falsch gemacht?
Gruss aus Australien
H. Nussbaumer, Queensland/Australien
17.Mai.2015 06:47:02
Danke! 🙂
Was ist "typischer" Kirschgeschmack? Ein Kirschbrand bzw. -wasser schmeckt nie wie Kirschsaft. Sie sollten Ihren Brand mit einem (höherwertigen) gekauften Produkt vergleichen, z.B. sind die Schweizer Kirschbrände sehr berühmt, was natürlich nicht heißt, dass aus anderen Ländern nicht auch gute Produkte erhältlich sind.
Anmerkung: im Bodenseeraum gibt es einige Kirschwasser-Hersteller, die ausschließlich die Kerne verwenden, ohne Fruchtfleisch, leider konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen wie der Herstellungsprozess in diesem Fall genau funktioniert.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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