SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1580
suche bitte ein rezept für einen kletzenlikör (dörrpflaumen).
vodep-glack ingrid, likör
03.Sep.2004 21:40:48
Versuchen Sie es doch unter dem Menüpunkt "Rezepte" (siehe Menü links oben).
P.S: Möchte nur anmerken, dass Kletzen getrocknete Birnen und nicht Pflaumen sind. Die Kärntner Spezialität "Kletzennudeln" hat daher nichts mit Pflaumen oder Zwetschken zu tun, die Füllung besteht u.a. aus getrockneten Birnen und Topfen (Quark).
Eintrag Nr. 1579
Hallo! Ich möchte gerne Holunder schnaps herstellen. In einem Buch habe ich gelesen das dort SÄURE rein muss. Welche nehme ich am besten?
Und noch ne Frage wie kann ich den pH Wert messen ohne mir ein teuren elektr.pH Messer zu kaufen?
Ich danke schon mal im voraus
Johannes
P.S.: Ihre Seite ist echt Toll sie hat mir schon viel geholfen 🙂
Johannes, Deutschland
03.Sep.2004 13:20:50
Verwenden Sie Zitronensäure, Milchsäure oder ein Fruchtsäuren-Kombi, z.B. Biogen M. Wenn die Maische gebrannt werden soll, haben sich anorganische Säuren (z.B. Schwefelsäure) NICHT bewährt. Zum Messen verwenden Sie pH Meßstäbchen. Biogen M hat den Vorteil, dass sich eine Pufferlösung bildet, d.h. wenn die auf der Flasche angegebene Menge zugegeben wird, stellt sich immer der richtige pH ein, man kann im Gegensatz zu den anderen Säuren also nicht überdosieren.
Danke!
🙂
Eintrag Nr. 1578
Mein Mann möchte seinen Schnaps gerne in einem Maulbeerbaumholzfass lagern. Wo kann ich ein entsprechendes Holz bekommen bzw bereits ein fertiges Fass? Meine Suche war bisher leider erfolglos.
Leidinger, Wien
03.Sep.2004 10:09:24
Ist uns nicht bekannt, leider können auch wir Ihnen da nicht weiterhelfen.
Eintrag Nr. 1577
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich habe gehört, dass es für Turbohefe ein spezielles Klärmittel namens TurboKlar gibt. Werden damit auch Aromastoffe gebunden und ist es deshalb nur für Zuckerlösungen geeignet, oder bindet es nur die Hefe, womit es ja auch bei Obstmaischen angewendet werden könnte? Eigentlich klärt doch Turbohefe von alleine, d.h. sie sinkt ab. Geht es damit besser oder schneller?
Herzlichen Dank im voraus
Oliver, Böhmerwald
02.Sep.2004 19:27:29
Stimmt, ist an sich nicht für Obstmaischen gedacht. Dass damit Aromastoffe gebunden werden, glaube ich nicht. Am besten sollten Sie sich diesbezüglich jedoch mit dem Hersteller in Verbindung setzen. Wie Sie auch schreiben, klärt sich die Maische, wenn man sie nach dem Gären lange genug stehen läßt, von alleine. Da wir die Maischen im ausgegorenen Zustand ausnahmslos immer mindestens ein bis zwei Monat stehen lassen, haben wir soetwas für unsere Maischen noch nie benötigt. Klärmittel werden vorallem im industriellen Maßstab eingesetzt, um Zeit (und damit Geld) zu sparen. Wenn Sie es nicht so eilig haben, sollten Sie auf die Zugabe verzichten, auch aus anderen Gründen ist es für die Qualität besser, wenn hochgradige Maischen länger stehen.
Eintrag Nr. 1576
Wer kann mir helfen?
Die Frage wie mache ich selber zuhause Bier???
würde mich über je Antwort freuen
1/2man 1/2amazing, Sachsen
02.Sep.2004 17:01:01
Da sind Sie hier im falschen Forum gelandet. Wie im Titel zu lesen, geht's hier um's "SCHNAPSBRENNEN". In Bezug auf's Bier gibt's genug Foren im Netz, einfach ein wenig googeln.
Eintrag Nr. 1575
Ich habe 2 große Fässer mit je ca. 100 Liter Mirabellenmaische. Beide Fässer je 1 Päckchen Turbo-Hefe und 50 Gramm Verflüssiger. Fass 1 (23 kg Zucker) ist auf 16 Prozent, Gärung stoppt. Fass 2 (22 kg Zucker) ist auf 12 Prozent, Gärung in Gange. pH-Wert beide 4,0. Ich habe Zitronensäure Monohydrat von der Fa. Oestrreich. Wie viel setze ich zu, um einen idealen pH-Wert zu erreichen und die Gärung fortzusetzen. Soll ich Gärstarter machen?
Wieder mal ein großes Lob an Ihre Seite. Siegfried
Siegfried, Deutschland-Pfalz
02.Sep.2004 13:57:17
Ändern Sie während der Gärung nicht mehr den pH-Wert, dadurch kann die Hefe völlig absterben, deswegen den pH immer VOR der Hefezugabe einstellen. Im Gegensatz zu Milchsäure oder Biogen M bleibt bei Zitronensäure der pH NICHT konstant während der Gärung, d.h. Sie müssen in diesem Fall regelmäßig pH kontrollieren und gegebenenfalls wieder Säure zugeben. Bei Faß 1 dürfte die Gärung bereits dem Ende zu gehen, d.h. die Gärung wird langsamer. Wenn Sie die Maische umrühren, schäumt es dann noch? Wenn ja, so ist die Gärung noch OK. Gärstarter sollten Sie bei dieser Alkoholkonzentration keinen mehr machen, das funktioniert nur bis ca. 10%vol in der Maische.
Danke!
Eintrag Nr. 1574
Hallo Herr Schmickl,
ich werde in den nächsten Tagen meine Kirschenmaische brennen. Ich lese immer wieder das man ca. 10% der Kerne hinzugeben soll. Da die Kerne sich am Faßboden befinden sind diese nicht so leicht herauszuholen. Kann man auch ohne zugabe der Kerne eine gute Qualität erreichen.
MfG
Schwarzbrenner, Obstland
02.Sep.2004 00:15:36
Verstehe ich nicht. Kräftig umrühren, bevor Sie etwas entnehmen. Dann läßt es sich gar nicht vermeiden, dass Kerne mitkommen. Außerdem können Sie mit einem Nudelsieb die Kerne "herausfischen". Ja, Sie können auch ohne Kerne brennen, es fehlt allerdings dann der typische Geschmack des Kirschwassers.
Eintrag Nr. 1573
Hallo Herr Schmickl
Ich hbe am Samstag, den 28.09.04 45 l Zwetschgen eingemaischt und Turbo usw. zugegeben. Unter anderem auch 90 ml Biogen-M. Gärung war im Gange. Heute habe ich umgerührt und mal den PH Wert kontrolliert. Dabei fiel mir folgendes auf: Das 1. pinkfarbene Karo färbte sich in den Bereich 3,0 und die beiden anderen waren gleichfarbig, ABER die Farbe war so orange wie bei dem Wert 8,0 (!) das äußere Feld auf der Verpackung. Hab dann (wahrscheinlich war ich zu voreilig) nochmal 60ml Biogen -M dazugegeben, weil auf der Verpackungs ja 2-4L / 10hl Maische steht. Nach 2 Stunden trat immer noch keine Gärung ein 🙁
Sollte das morgen noch so sein muss ich wohl einen Gärstarter probieren - ODER???
Aber für die Zukunft: Wieviel Biogen - M sollte man hinzugeben? Nach was sollte man sich richten? Immerhin gibts bei 45 L Maische Unterschiede bei der Verpackungsangabe zw. 90 und 180ml. Kommt es auch auf das Obst an? z.B. bei Kern mehr, bei Stein weniger oder so?
Noch eine letzte Frage, die ÄHNLICH schon öfter gestellt wurde: Steine bei Mirabellen, SOLLEN oder MÜSSEN 10% mitgebrannt werden, oder ist es von Vorteil, angenommen ich hätte die Möglichkeit ALLE zu entfernen, ganz OHNE Steine zu brennen?
Vielen Dank mal wieder für Ihre Antworten.
Gruß Roland
Roland, deutschland
01.Sep.2004 18:52:55
Wenn Sie von unseren pH-Stäbchen sprechen (Messbereich 2.0 bis 9.0): Sie müssen immer die Kombination der drei Farben begtrachten, niemals ein Kästchen separat. Für den sauren Bereich ist immer das pinkfarbene Feld ausschlaggebend, das braune und gelbe bleiben unter 4 immer gleich, bei pH über 4.5 bleibt das pinkfarbene immer gleich, nur das gelbe ändert sich ab 7 und im Übergangsbereich ist das mittlere ausschlaggebend. Auf der Packung sind die unterschiedlichen Farbverläufe deutlich erkennbar. Fazit: wenn das pinkfarbene die für pH 3 nötige Farbe hat, liegen Sie richtig, wenn zusätzlich die beiden anderen gleichfarbig waren, so hatten Sie sicher pH 3.
Wieviel Biogen M man zugibt, das hängt von der jeweiligen Obstsorte ab, daher ist auch dieser Bereich angegeben, da es hierfür keinen Absolutwert gibt. Für manche Früchte braucht man mehr, für manche weniger. Da Zwetschken von sich aus schon sehr sauer sind, reicht hier auf jedem Fall die kleinere Angabe. Um die Zugabe zu kontrollieren haben Sie die pH Stäbchen. Haben Sie die Säure VOR oder NACH der Hefe zugegeben? Wurde die Säure nach der Hefe zugegeben, kann es zu einem Absterben der Hefe kommen, da diese nur sehr ungern eine pH-Änderung verträgt, immer zuerst die Säure und dann erst die Hefe zugeben. Hat sich bei Ihnen bereits Alkohol gebildet? Wenn nein (muß aber sicher sein), dann einfach nochmals Hefe zugeben.
Nein, bei Mirabellen ist es nicht von Vorteil, ohne Steine zu brennen, es fehlt dann Aroma. Nur bei Aprikosen sollte man sowohl bei der Maische als auch beim Destillieren auf die Steine verzichten.
Eintrag Nr. 1572
Hallo Herr Schmickl,
als ein Neuling auf dem Gebiet der Schnapsherstellung bleiben mir nach dem Studium ihres Buches noch ein paar Fragen. In meinem Garten wächst ein Kiwi-Strauch, der seit drei Jahren auch (Pflaumengrosse) Früchte abwirft. Diese sind für den gewöhnlichen Verzehr leider viel zu sauer (obwohl das Kiwi-Aroma in voller Pracht enthalten ist). Also dachte ich mir, ich mache daraus eine Köstlichkeit in flüssiger Form. Da die Ernte-Menge (2-3 Kilo) für Experimente nicht ausreicht und im Netz nichts zu finden ist, wollte ich lieber vorher Nachfragen, bevor ich ein weiteres Jahr warten muss. Im allgemeinen ist es ja so, dass die ganzen Früchte für die Maische verarbeitet werden, incl. Schale etc. Kann/Soll ich bei meinen Kiwis analog verfahren, oder diese lieber geschält verwerten (Das schlechte Stellen, Stiele u.ä. nicht in die Maische gehören ist mir klar...)? Gibt es vllt. ein Rezept, an dem ich mich Orientieren kann? Haben Sie vielleicht schon erfolgreich einen Kiwi-Brand versucht?
mfg
G.S.
Gerd Schroer, Deutschland
01.Sep.2004 16:27:41
Ein Kiwi-Brand ist ausgezeichnet! Vorgehensweise: Kiwis ernten wenn reif, dann im Keller liegenlassen bis sie weich (aber nicht faul!) sind, normalerweise bis Anfang/Mitte Jänner. Dann schälen, da die pelzige Haut für die Maische nicht von Vorteil ist. Dazu am besten die Kiwis halbieren und mit einem Teelöffel herausschälen. Dann wie gewohnt einmaischen. Wenn Gärtemperatur ca. 19°C, super Aroma!
Eintrag Nr. 1571
Guten Abend Herr Dr. Schmickl !
Ich habe vor ca. 4 Wochen eine Kartoffel"maische" angesetzt, ohne die Kartoffeln vorher zu kochen und mit amylase zu behandeln. (ca 4 L / 1 kg Zucker / Turbo Hefe)- jedoch war ein grosser Teil der Kartoffeln bereits gekeimt, die Knollen also recht weich.
Erst später habe ich dann in ihrem Buch gelesen, wie mit einer stärkehaltigen Maische zu verfahren ist. Die Gärung lief normal, nicht stürmisch, jedoch recht zeitig (Begin nach 2 Tagen).
Alles sieht noch normal aus (kein Schimmel,keinen übermässigen Schaum o.ä.) Schmecken tut die Maische (die Flüssigkeit) recht süss und wärmt gut nach.
Gibt es irgendwelche Vorbehalte, die es unmöglich machen, diese Maische zu destillieren? Oder gibt es noch etwas, worauf ich nun speziell achten muss?
Auf eine Antwort freue ich mich sehr, und möchte mich an dieser Stelle für ihr grosses Engagement bedanken (Buch, Internet)
Mit freundlichen Grüssen
Alex
Alex, Rheinland / NRW
31.Aug.2004 20:15:57
Danke!
🙂
Nein, es spricht nichts dagegen, diese Maische zu destillieren, es ist auch nichts besonderes zu beachten. Ich nehme aber an, daß nur der Zucker zu Alkohol umgewandelt wurde und nicht die Stärke aus den Kartoffeln. Prinzipiell wird beim Keimen die Stärke in Zucker umgewandelt, im ausreichenden Maß gelingt dies jedoch nur bei z.B. Gerste, leider nicht bei Kartoffeln.
Tipp für's nächste mal: Bis in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat man Kartoffeln einfach im Frost liegen lassen, dadurch baut sich die Stärke zumindest teilweise zu Zucker ab. D.h. wenn Sie sich mit einer schlechten Ausbeute zufrieden geben, ist es durchaus sinnvoll die Erdäpfel, äh Kartoffeln, vor dem Einmaischen in die Tiefkühltruhe zu geben.
Eintrag Nr. 1570
Guten Abend Herr Dr. Schmickl,
könnten Sie mir bitte den "Vorlaufabtrennungstest" chemisch etwas näher erklären? Welche Enzyme od. Chemikalien bewirken was genau? Und spielt der Stoff "Kaliumdichromat" dabei eine Rolle?
Vielen Dank im voraus!!
Tobias, Deutschland
31.Aug.2004 18:37:06
Der Vorlaufabtrennungstest ist ein semi-quantitativer Schnelltest, hierbei wird der Acetaldehydgehalt mittels Farbumschlag gelbgrün bis dunkelgrün ermittelt. Gelbgrün: <32, Grün: 32-124, Dunkelgrün: >124 mg/l Acetaldehydgehalt. Dazu wird eine Probe (1 bis 5 ml) vom vermeintlichen Vorlauf oder auch vom trinkfertigen Destillat mit dem Inhalt von drei Ampullen (zwei Farbreagenzien und eine Pufferlösung) vermischt. Welche Chemikalien dafür verwendet werden, ist in der Beschreibung klarerweise nicht aufgelistet.
Eintrag Nr. 1569
ich habe da mal ein paar fragen :
1. In der Maische setzt sich ein Hefesumpf ab. Darf dieser mitgebrannt werden?
2. Dürfen von einer Mirabellenmaische 10% der vorhandenen Kerne mitgebrannt werden?
3. Die Maische darf nur mit einem Anbrennschutz/Aromakorb gebrannt werden. Werden Zusatzfrüchte in einem zweiten Aromakorb über der Maischefüllung zum Mitbrennen beigegeben?
hans eifert, NDS
31.Aug.2004 16:20:34
ad 1) Ja, in geringen Mengen. Sie müssen ihn also nicht speziell abtrennen oder so. Es ist OK, wenn Sie das was beim Fass entleeren zurück bleibt nicht hinzugeben.
ad 2) Ja, aber nur ganze Kerne.
ad 3) Ja, ist aber nicht unbedingt notwendig, hängt von der Qualität und vom Alkoholgehalt der Maische ab.
Eintrag Nr. 1568
Bezüglich der Position des Dampfthermometers.
Sie sagen am höchsten Punkt wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt. Das wäre dann unmittelbar vor dem Kühler im Steigrohr. Richtig?
Besten Dank
Kurt Vonach, Vorarlberg/Austria
31.Aug.2004 12:09:04
Ja, stimmt, wenn der Kühler ein Rückflußkühler ist. Dann befindet sich direkt über der Kolonne (Steigrohr) der Kühler. Und dazwischen ist der Destillatabfluß und das Thermometer.
Eintrag Nr. 1567
Hallo Herr Schmickl,
gibt es eine Möglichkeit den Methanolgehalt bei einem Zwetschkenbrand niederer zu Halten. Bei meinem letzten Brand hatte ich 793 mg/100ml rA Auch mein Williamsbrand hat einen recht hohen Wert. (872 mg/100ml rA)
Vielen Dank für ihre Bemühungen
Kurt Vonach, Vorarlberg/Austria
31.Aug.2004 10:03:30
Sie müssen sämtliche Stengel und Blätter entfernen! Auch faule Früchte weg, Würmer, waschen usw. Dann können Sie auch vor der Hefe- und Verflüssigerzugabe und pH-Einstellung die Maische noch abkochen.
Laut EUVO 1576/89 gilt ein Grenzwert zwischen 1000 und 1500 mg Methanol pro 100ml r.A. (= reiner Alkohol), abhängig von der Obstsorte. So schlimm sind Ihre Angaben also auch wieder nicht.
Eintrag Nr. 1566
Hallo zusammen,
ich würde gerne Maische zum Schnaps brennen ansetzen. Muss das Maischefass dafür eine Gärglocke haben, oder reicht eines ohne Gärglocke aus?
Beste Grüße
Thomas
Thomas Kammerer, Saarland
31.Aug.2004 09:23:48
Unbedingt einen Gärspund (= Gärglocke) auf das Faß, sonst ist es schade um die Arbeit (und wenn beim Gären dicht verschlossen ein neuer Wandverputz fällig). Trotzdem reicht eines ohne Gärglocke, schließlich kann man immer noch ein Loch reinbohren und einen Gärspund samt Stopfen aufsetzen.
Eintrag Nr. 1565
Hallo Herr Schmickl,
wir haben aus einer spontanen Gelegenheit heraus 140 kg Wildmirabellen eingemaischt (wilde Mirabellen, deutlich kleiner und mit geringerem Zuckergehalt als die verbreiteten "Zucht"-Mirabellen in den Obstgärten) und auf pH 3,0 eingestellt. Die Gärung ist mittlerweile völlig abgeschlossen.
Ist Ihnen bekannt, ob ein Wildmirabellenbrand irgendwelche Besonderheiten hat (Wildkirsch gilt ja auch als deutlich edler als nur Kirsch) ?
Was wäre Ihre Empfehlung wie lange man eine Mirabellenmaische (pH 3,0) vor dem Abbrennen noch stehen läßt ? Wie lange würde man eine Zwetschgenmaische bei gleichem pH stehen lassen ?
Dieta, Spessart
31.Aug.2004 07:59:53
Wildmirabellen sind hervorragend, in Österreich nennt man diese auch Kriecherln oder Zieberln. Besonderheiten gibt es keine, ca. 10% der Kerne mitdestillieren. Die Maische können Sie, wenn nicht hochgradig vergoren, ca. 4-6 Wochen kühl stehen lassen, ebenso das Gleiche bei Zwetschken.
Eintrag Nr. 1564
Hallo Herr Dr.Schmickl,
ich habe vor acht Wochen 60 lt. Süßkirschen und 100 lt. Sauerkirschen eingeschlagen. Bei den Süßkirschen ist der Gärprozess bereits abgeschlossen (13 % Alkohol lt. Vinometermessung). Leider kann ich bei den Sauerkirschen noch kein Ende der Gärung feststellen. Es blubbert zwar sehr sehr langsam ab regelmäßig und der Fruchtkuchen ist noch nicht verschwunden (11 % Alkohol). Die Temperatur im Keller lag bei 20 bis 22 C. Läuft etwas falsch oder muß ich mich in Geduld üben. Das Ernten der Sauerkirschen war eine heiden Arbeit, nicht das etwas daneben geht. Kann ich die Süßkirschen mit den Sauerkirschen zusammen brennen oder sollte ich ein bestimmtes Mischungsverhältnis beachten? Für Ihr Antwort bereits vorab besten Dank. Viele Grüße aus Bad Schönborn Günter
Günter Duwald, Baden Württemberg
30.Aug.2004 18:38:26
Ja, Sie müssen Geduld haben, es ist alles in Ordnung. Solange das Fäßchen blubbert, ist alles richtig. Ich würde die Maischen nicht mischen, sondern sortenrein destillieren, dann werden Sie auch den Geschmacksunterschied der beiden Fruchtsorten merken.
Eintrag Nr. 1563
Hallo Dr.Schmickl!
Ich habe in ihrem Buch gelesen, das man das meiste Aroma mit Maische und Früchten im Aromakorb erzeugen kann. Ich beabsichtige eine Sauerkirschmaische (16%Vol) zu brennen und möchte natürlich einen möglichst fruchtigen Brand bekommen. Daher würde ich gerne von ihnen wissen, wieviel frische (tiefgefrohrene) Früchte in den Aromakorb sollten, ohne das mir nachher alles verwässert. Sollten die frischen Früchte mit oder ohne Kerne dazugegeben werden. Und wenn mit Kernen, dann auch noch Kerne von der Maische, oder wird das dann alles zu viel?!
Vielen Dank für ihre Mühe, Klaus.
Klaus Schröder, Deutschland
30.Aug.2004 16:50:50
Von der Maische geben Sie ca. 10% der Kerne dazu, nicht mehr. In den Korb können Sie z.B. bei 1,5 l Maische noch 200-400 g Kirschen mit Kernen (frisch oder tiefgefroren) geben. Es können auch mehr sein. Kriterium dabei: das Fruchtwasser der frischen Kirschen verdünnt den Kesselinhalt. Wenn Sie also zuviel dazugeben, kann es passieren, dass der Alkoholgehalt so gering ist, dass sie weniger als 40%vol in der Edelbrandfraktion erhalten.
Eintrag Nr. 1562
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich betrachte mich als absoluten Neuling hinsichtlich der Destillation und habe zwei für mich wichtige Fragen.
Ich habe schon einige Bücher über diese Thema gelesen, konnte aber leider keine Beantwortung meiner Fragen erzielen.
Ich habe mir eine Reflux Destille mit einem hohen Steigrohr von 1ooo mm und einem Durchmesser von 54 mm gebaut.
Ist diese Art von Anlage eigentlich für die Herstellung von Obstdestillaten geeignet?
Die nächste Frage die sich mir stellt, ist wie es sich mit der Temperatur beim Brennen verhält.
In meinen Unterlagen ist ganz klar der Siedepunkt von Alkohol und Wasser beschrieben. Jetzt ist als Position des Thermometers der oberste Punkt im Steigrohr zum Abgang zu dem Kühler beschrieben. Soll die Temperatur des Dampfes beim destillieren am Thermometer maßgebend sein (sprich 70 - 80 Grad), oder die Temperatur im Kessel den Siedepunkt des Alkohols betragen?
Diese genaue Einhaltung der Temperaturen mit der Benutzung des Thermometers konnte ich leider nicht beantwortet bekommen.
Vielen Dank bereits im voraus für Ihre Antwort.
Olaf R., Norddeutschland
30.Aug.2004 16:38:44
Tja, da haben Sie die falschen Bücher gelesen, in unserem Buch werden Ihre Fragen leicht verständlich beantwortet.
😉
Aber ernsthaft: Nein, diese Refluxanlage ist nicht für Obstbrände geeignet, allerdings ideal für die Herstellung von geschmacklosen Alkohol. Warum das so ist, wurde hier in allen drei Foren (Fachfragen, Diskussion, Rezepte) bereits sehr oft erklärt und diskutiert. Oben rechts als Suchbegriff "Reflux", "Rektifikation" o.ä. eingeben.
Nur die Temperatur im obersten Punkt, den der ungekühlte Dampf erreicht, ist relevant, nicht die Kesseltemperatur. Wie Sie aus den anderen Büchern sicher schon wissen, steigt beim Destillieren die Temperatur langsam immer mehr an, weil sich im Kessel der Wasseranteil und damit auch die Dampftemperatur immer mehr erhöht (der Siedepunkt und damit die Dampftemperatur ist proportional abhängig vom Alkoholgehalt im Kessel). Bei einer pot still (also ohne Steigrohr) ist dieser Anstieg stetig, bei 91°C beginnt der Nachlauf. Bei einer Reflux erfolgt dieser Anstieg jedoch in Stufen, die je nach Effektivität der Kolonne mehr oder weniger ausgeprägt sind. D.h. Sie können eigentlich nichts mehr falsch machen, wenn Sie sich den Temperaturverlauf gegen die Zeit mitschreiben. Das erste was herausrinnt ist der Vorlauf und die nächste Stufe der Edelbrand (die Stufe danach ist meistens bereits Nachlauf).
Eintrag Nr. 1561
Hallo,
ich habe mal eine Frage.
Wenn ich 10 Liter 14% -tige Maische brenne wieviel Destilat werde ich bekommen und wieviel Prozent wird es haben.
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Gruß Christian
Christian Ufrecht, Deutschland
30.Aug.2004 10:09:07
Das Destillat wird ca. 53%vol haben und die Ausbeute beträgt etwa 2,6 Liter (Angaben ohne Nachlauf).
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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