SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1600
hallo herr schmickl!!
ich habe in dieser woche von einer dame 300kg. früchte einer zwetschkenähnlichen form bekommen.
die früchte schauen aus wie grossse herzkirschen!! der kern ist im verhältnis zur frucht recht klein und löst sich leicht vom fruchtfleisch. die blätter des baumes sind leicht rötlich. ich habe die früchte eingemaischt und die gährung hat nach 2 tagen voll begonnen. habe auch schon in etlichen büchern nachgeschaut, kann die frucht aber nicht bestimmen. vielleicht können sie mir weiterhelfen.
mit freundlichen grüssen
kletus
kletus, steiermark
09.Sep.2004 07:31:47
Kann es sein, daß es sich dabei um Kriecherln bzw. Zieberln (Kirschpflaumen) handelt? Ergeben einen ausgezeichneten Brand!
Eintrag Nr. 1599
Hallo Herr Schmickl,
wir haben ein kleines Problem mit unserer Brombeermaische, sie will einfach nicht gären.
Die Fakten in Kürze:
- ca 20 l vollreife Bromberen zerstampft = ca 15 l Maische
- pH-Wert mittels Schliessmann Säurekombination MS auf ca pH3 eingestellt
- ca 20g Spiriferm Hefe in 1l 30°C Wasser rehydratisiert und zugegeben
- Maische mittels Wasserbad und Heizstab kostant auf 22°C
Die Maische hat auch angefangen zu gären, allerdings stellte sich die Aktivität nach ca
3 Tagen ein.
Ein Gärstarter (750 ml warmes Wasser, 400g Zucker, 20g Hefe, einen Tag gären lassen, dann Zugabe)
brachte nur kurzzeitig Abhilfe, nach 15-24 Stunden hörte es jedesmal wieder auf zu gären.
Nach der dritten Zugabe eines Gärstarters wende ich mich nun an Sie, ob sie vielleicht wissen,
warum unsere Maische nicht gären will.
Gruß M.Fleder
M.Fleder, Bayern
08.Sep.2004 23:26:24
Laut Ihrer Beschreibung hat es den Anschein, dass alles bereits ausgegoren ist, d.h. es ist alles völlig normal verlaufen, Sie haben bis auf die Temperatur alles richtig gemacht:
- Hefen sterben normalerweise über 27°C ab. Anscheinend hatten Sie Glück, dass beim Anrühren mit 30°C Wasser die Hefe nicht sofort abgestorben ist, sonst hätte es nicht 3 Tage lang gegoren.
- Da Sie die Maische von innen und außen auf 22°C aufheizen ist der Gärprozeß viel schneller als "normal", außerdem enthalten Brombeeren verhältnismäßig wenig Zucker. Es ist somit durchaus wahrscheinlich, dass bereits nach 3 Tagen der Fruchtzucker aufgebraucht ist, danach verhungern die Hefen, die Gärung ist zu Ende.
- Gärstarter wäre also keiner mehr notwendig gewesen. Sie schreiben "brachte nur kurzzeitig Abhilfe, nach 15-24 Stunden hörte es jedesmal wieder auf zu gären" ist auch normal, weil dann auch der Zucker des Gärstarters aufgebraucht ist, Gärung ist somit wiederum zu Ende.
Hinweis: geschmacklich wird das Destillat leider nicht umwerfend sein, einerseits wegen der Temperatur (wie schon so oft geschrieben LANGSAM gären ist besser, d.h. UNTER 20°C) und andererseits weil Sie in Summe doch relativ viel Wasser zugegeben haben, damit wird der Geschmack im Destillat "gestreckt". Und leider ist es insbesondere bei Brombeeren in Vergleich zu anderen Früchten sehr schwierig ein gutes Aroma im Destillat zu erhalten.
Eintrag Nr. 1598
Hallo,
habe das erste Mal mit Apfelvergärung begonnen. 20 Liter maische in einem 40 Liter fass. Nach einem Tag habe ich kräftig umgerührt, ph Wert alles bestens. Nach weiteren drei Stunden ist eine extrem starke Gärung eingetreten (wir haben hier ca. gleichbleibend 23 Grad) so das ein teil der maische durch den Gärspund explosionsartig entwichen ist. Habe nun die menge aufgeteilt. ist eine so starke Gärung normal. Wie gesagt 40 Liter fass halb voll mit Maische geht über. Muss ich etwas unternehmen? Danke für Ihr Antwort.
Frdl. Gruß
Joel
Joel, Italien
08.Sep.2004 20:40:37
20 Liter in einem 40 Liter Faß sollten sich sehr gut ausgehen, vermutlich wurde aber der Gärspund verstopft, z.B. durch Schalenreste o.ä. (ich schreibe hier aus leidiger Erfahrung), dadurch hat sich dann der Druck im Faß aufgebaut und alles ist explosionartig entwichen. Am Anfang ist eine starke Gärung normal, je wärmer, desto stärker (schnelle Gärungen sind für's Aroma jedoch nicht optimal, besser ist es bei <20°C zu vergären). Die Gärung schwächt sich mit der Zeit immer mehr ab.
Eintrag Nr. 1597
Kann mir jemand sagen wieviel kg Birnen für 100 Liter Maische benötigt wird.
Merci, für 'ne Antwort....
elmar, Vorarlberg / Austria
08.Sep.2004 16:28:24
Ca. 120-130 kg
Eintrag Nr. 1596
Ich möchte mir selber einen Kühler bauen. Dies mit Edelstahlrohren (kein Kupfer). Es gibt aber duzende verschiedene Stähle. Welches Rohr brauche ich, damit es keine Probleme mit Korrosion beim brennen gibt und das Rohr leicht zu biegen ist?
chefbrenner, Im Wald
07.Sep.2004 22:01:09
Probleme mit Korrosion gibt es bei Stahl nicht (zumindest beim Schnapsbrennen), welche Stahlsorte sich am leichtesten bearbeiten läßt, weiß ich leider auch nicht. Haben Sie's schon in der Diskussion probiert? Da gibt's sicher ein paar Stahlspezialisten.
Eintrag Nr. 1595
hallo herr dr. schmickl,
ich möchte zum herstellen von geisten vergorene zuckerlösung verwenden, weil mir wein etwas zu "spritzig" und fruchtig ist. da erfahrungsgemäß das destilat aus zuckerlösung stark hefig schmeckt, nun meine frage: kann ich die ausgegorene zuckerlösung mit aktivkohle behandeln oder klappt das nur bei fertigem schnaps?
arnold, berlin
07.Sep.2004 21:21:43
Am besten trockenen Weißwein verwenden, da ist das Destillat nahezu geschmacklos. Haben Sie den Geist beim Verdünnen auch ausreichend gemixt? Es muss tatsächlich schäumen beim Mixen, am besten mit elektr. Cocktailmixer o.ä. Haushaltmixer geht natürlich auch. Wenn es zu wenig schäumt, wird die schwefelige Säure nicht vollständig ausgetrieben. Bei ca. 500 ml mindestens 3 bis 5 min mixen. Kann auch noch nachträglich, bei fertigen Geisten erfolgen.
Zur Frage: da sie keine Fruchtstücke in der Maische haben, kann auch hier mit Kohle gearbeitet werden. Nicht vergessen: wenn Sie Geiste herstellen, vorher auf ca. 11-14%vol mit Leitungswasser verdünnen.
Alternative: gekauften Korn verwenden. Auch hier auf 11-14%vol verdünnen.
Eintrag Nr. 1594
Lieber Herr Schmickl,
nachdem Ihr Buch mir den Mund wässrig gemacht hat, habe ich kürzlich eine 3l-Anlage
erstanden und mit ersten Brennversuchen begonnen.
Erstes Problem: Die Anlage hat kein Thermometer. Lässt sich das nachrüsten? Da ich bisher nur Geiste gebrannt habe, gabs kein Problem mit Vorlauf. Den Nachlauf habe ich über den Alkoholgehalt (ca. 30 %) bzw. den Geschmack (zunehmend fad) abgetrennt. Gibts was besseres? Was geschieht mit dem Rest, der im Kessel zurückbleibt?
Zweites Problem: Ich habe vor 10 Tagen eine herkömmliche Mirabellenmaische angesetzt, allerdings in einem Behälter, der nicht mit einem Gärspund verschlossen ist, sondern den ich mit einem Kaffeefilterpapier und Gummiring abgeschlossen habe. Wie der Geruch zeigt, gärt es dort zwar, aber von heftig oder auch nur deutlich keine Rede. Da es nachts kalt ist, habe ich den Behälter in der Wohnung - tagsüber mag es schon mal über 28° warm werden. Wie stelle ich fest, wann die Maische ausreichend vergoren ist, wie lange dauert so was normalerweise ungefähr, oder ist die Maische schon hin und gar nicht mehr zu brennen?
Es macht Spass und ich habe sicher noch viele Fragen. Erst mal danke für eine Antwort,
BH
BH, Rheinland-Pfalz
07.Sep.2004 20:53:13
Sie sollten unbedingt ein Thermometer nachrüsten. Den Rest, der im Kessel zurückbleibt, können Sie verwerfen, eignet sich auch gut für den Kompost.
Normalerweise dauert eine Gärung 5-7 Wochen (bei <=20°C), bei 28°C könnten sie bereits nach 1 bis 1,5 Wochen fertig sein. Wird die Maische oben klar wie Wein, ist die Gärung zu Ende bzw. wenn Sie umrühren und es schäumt nicht mehr, auch dies ist ein Zeichen für das Gärende. Wie schon oft beschrieben sind mehr als 20°C beim Gären in Hinblick auf's Aroma nicht optimal. Kaffeefilter und Gummiring ist auch nicht optimal, besser wäre sich einen Gärspund aus leeren Joghurtbechern zu basteln. Wenn Sie mit "herkömmlich" meinen, dass Sie auch Reinzuchthefe zugegeben haben, ist sonst alles OK.
Eintrag Nr. 1593
Hallo Herr Dr. Schmickl,
erst einmal ein dickes Lob an Ihre Webseite, sie ist wirklich sehr informativ. Nun zu meiner Frage. Ich habe Bananen eingemaischt, habe alles zugegeben (Mischung 1:1 mit Wasser,Biogen, Zucker, Turbo usw.) Nach 14 Tagen mit dem Vinometer gemessen, steigt selbst bei mehrmaligen Messen auf 25% Vol.Die Gärung scheint vorbei zu sein denn der Gärspund blubbert nicht mehr aber der Fruchtkuchen setzt sich trotz nach mehrmaligen Umrührens nicht ab. Die Maische schmeckt einfach prima und ist etwas süß.Nun die Fragen:
1.) Können überhaupt 25% entstehen (oder zeigt das Vinometer immer falsch an?
2.)Ist das in Ordnung, dass die Maische süß schmeckt?
3.) Warum setzt sich nicht der Fruchtkuchen ab? Ist das mehrmalige Umrühren nach beendeter Gärung nicht schädlich (wegen Sauerstoff)
Vielen Dank im Voraus und weiter so!
Thorn, Berlin
07.Sep.2004 19:31:45
Danke!
Solange der Fruchtkuchen obenauf schwimmt, ist die Gärung nicht zu Ende. Es entsteht immer noch Gärgas und dieser treibt die Fruchtstücke nach oben. Bzw. wenn's beim Rühren noch schäumt, gärt's noch.
ad 1: Auch wenn man die Meßungenauigkeit des Vinometer von ca. 2%vol abzieht (je süßer die Masiche, desto mehr), bleiben immer noch ca. 23%vol. Ja, es ist möglich mehr als 20%vol zu erreichen, Sie merken's dann auch beim Brennen am Alkoholgehalt vom Edelbrand, der ist dann höher als sonst.
ad 2: Die Süße kommt durch den Restzucker, den die Hefen nicht mehr vergären konnten auf Grund des bereits hohen Alkoholgehaltes, ist also in Ordnung. Zucker ist fest, geht beim Destillieren also nicht mit.
ad 3: Bei hochgradiger Maische stört das Umrühren nicht (bei 20%vol oder mehr kann nichts mehr "schlecht" werden). Warten Sie noch 2-3 Wochen, dann ist die Gärung beendet. Wenn sich der Fruchtkuchen gesetzt hat und oben klarer Fruchtwein sichtbar ist, ist es nicht mehr notwendig umzurühren.
Eintrag Nr. 1592
hallo herr dr. schmickl,
die im volksmund sehr verbreitete aussage, dass selbstgebrannter schnaps blind machen kann ist wohl vielen bekannt. was ist an diesem gerücht dran ? macht methanol blind ? oder ist es ein anderes gift aus dem vorlauf ? oder ist es schlichtweg falsch ?
bei mir haben bisher alle gäste wieder nach hause gefunden...:-)
klaus, nds
07.Sep.2004 17:58:47
Methanol macht blind und ist auch tödlich, allerdings in anderen Konzentrationen, als dies in Schnäpsen vorkommt (außerdem ist das Gegengift Ethanol). Die tödlichen Vergiftungen sind immer auf Industriesprit aus Methanol, der nicht durch Gärung hergestellt wird, zurückzuführen. Aber ein Selbstgebrannter kann natürlich auch Methanol enthalten, werden größere Mengen davon konsumiert, so kommt es auch hier zu gesundheitlichen Schäden, dann stellt sich aber auch die Frage, ob Methanol oder der Alkohol selbst die Ursache war. Es besteht aber sehr wohl die Möglichkeit, Methanol und die anderen Vorlaufsubstanzen bei einer Maische zu minimieren, indem man sauber arbeitet, Reinzuchthefe verwendet usw.
Eintrag Nr. 1591
Hallo Herr Dr. Schmickl,
um den schädlichen Vorlauf herauszufiltern wird die 'Temperaturmethode' angewandt. Nun habe ich gehört, dass der schädliche Vorlauf herausgefiltert werden kann in dem unter den 'Schnapsauslaß' ein Glas mit Wasser gestellt wird. Der Alkohol fließt in den Wasserbehälter, die giftigen Stoffe werden vom Wasser aufgenommen, der Ethanol schwimmt auf dem Wasser (wie Öl). Unter dem Wasserbehälter steht ein Gefäß, dass bei Überlauf des Glases den Alkohol aufnimmt. Auf diese Weise soll eine maximale Alkoholausbeute erreicht werden. Ist das richtig?
Viele Grüße
Heiko B.
Heiko B., München
06.Sep.2004 17:29:52
Das Problem dabei: bei Wasser und Ethanol gibt es keine Mischungslücke, sind also in jedem Verhältnis mischbar. Es bilden sich also nie, wie bei Öl-Wasser, zwei Phasen. Und dass die Vorlaufbestandteile besser im Wasser als EtOH löslich sind, stimmt auch nicht.
Eintrag Nr. 1590
Hallo H.Schmickl,
messe ich den Alkoholgehalt von vergorenem Most mit dem Vinometer oder mit dem Alkometer?
Tausch Irene, DE
06.Sep.2004 12:19:27
Mit dem Vinometer.
Eintrag Nr. 1589
Sehr geehrter Herr Schmickl,
ich möchte überschüssiges Obst zur Schnapsherstellung nutzen, auch um diesen im Hofladen zu verkaufen. Wie erhält man ein Brennrecht in Deutschland? Welche Weiterbildungen werden gefordert und wo kann man diese erhalten?
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Nils Rosenthal
Nils Rosenthal, Sachsen-Anhalt
06.Sep.2004 11:52:58
Diesbezüglich müssen Sie sich beim, für Ihren Bezirk zuständigen, Zollamt erkundigen. (Abfindungs)Brennrechte können auch erkauft werden. Aber leider gibt es davon nicht viele und es ist in Deutschland je nach Region sehr unterschiedlich. Auch bezüglich notwendiger Ausbildungen und anderer Voraussetzungen kann Ihnen das Zollamt Bescheid geben.
Eintrag Nr. 1588
Hallo Dres.
heute mal eine grundsätzliche Frage:
Wenn die Turbo-Maische Methode in der potstill eigendlich alle Vorteile in geschmacklicher Hinsicht auf ihrer Seite hat, warum gelingt es guten Abfindungsbrennereien dann doch sehr, sehr gute Edelbrände zu erzeugen, an die man als Hobbybrenner auch wenn man noch so sauber und sorgfältig arbeitet kaum hinkommt?
Sind Spitzenbrenner wie z.B. Ziegler Abfindungs- oder Verschlußbrenner. Nach welcher Methode arbeiten diese Profis? Kommen hier "Aromastoffe" oder Ähnliches zum Einsatz? Was machen die denn anders als wir? So sauber,wie ich mit meinen Minimengen, vor allem in Bezug auf die einzumaischenden Früchte können diese "Industriebetriebe" doch gar nicht arbeiten!
Danke
H.-H.
PS: Das Fruchtmaische nicht filtriert werden soll weiß ich, aber soll der Hefebodensatz im Faß bleiben oder kann man ruhig vor dem Brennen nochmal alles umrühren?
lohrjaeger, spessart
06.Sep.2004 09:01:13
ad 1) Anscheinend haben Sie noch nie einen Brand eines Hobbybrenners verkostet der tatsächlich nach dieser Methode arbeitet, sonst würde sich diese Frage nicht stellen. Nicht nur für professionelle Verkoster, sondern auch für Laien ist der Qualitätssprung klar und eindeutig erkennbar. Erstklassige Abfindungsbrände, von "Spitzenbrennern", sonst wäre ein Vergleich unfair, sind im Vergleich dazu (Zitat) "sprittig", "scharf", "unfruchtig" usw. Obwohl die Abfindungsbrände VOR dem BLINDEN Vergleichstest geschmacklich immer als ausgezeichnet bewertet wurden. ABER: diese Qualität erreicht man NUR dann, wenn tatsächlich nach der hier beschriebenen Methode gearbeitet wird, und nicht, wie uns schon öfters berichtet wurde, mit "kleineren" Abänderungen. So bekamen wir schon Aussagen zu hören, wie "ich gäre immer bei 25°C, bei mir muss es ruck-zuck gehen", "ich habe keine Zeit zu warten, daher brenne ich die Maische sofort nach bzw. kurz vor Gärende", "Ansäuern ist nicht notwendig, das Obst schmeckt auch so sauer genug", "ich verwende zum Ansäuern Schwefelsäure", "Verflüssiger mag ich nicht", "ich gebe den Nachlauf beim nächsten Brand dazu", "ich trenne immer 2% der Maischemenge als Vorlauf ab"... diese Liste lässt sich endlos fortsetzen. Ich weiß, wenn man etwas aus Hobby betreibt, neigt man gern zum Experimentieren, aber nicht jedes Experiment ergibt das erhoffte Resultat. Fazit: es ist sogar relativ einfach Brände zu erzeugen, die qualitativ um einiges besser sind als exzellente Abfindungsprodukte, man muss sich nur an die Rezepturen halten... (und das schöne dabei ist, man kommt gänzlich ohne Chemikalien aus)
ad 2) Ob jemand Abfindungs- oder Verschlußbrenner ist, hängt von der jährlich erzeugten Alkoholmenge und der Kesselgröße ab. Abfindungsbrennrechte sind mengen- und größenmäßig limitiert. Daumenregel: unbekannte Kleinsthersteller haben meist ein Abfindungsbrennrecht, bekannte Namen meist ein Verschlussbrennrecht, schließlich sind sie u.a. auch deswegen bekannt, weil sie ausreichende Mengen herstellen, um den Markt (Restaurants, Spirituosenhandlungen usw.) beliefern zu können. Aber natürlich können Verschlußbrenner ihre Brände auch nach der "Abfindungsmethode" herstellen, was sie meist auch tun, weil sich damit wesentlich höhere Verkaufspreise erzielen lassen.
ad 3) Ja, Sie haben recht, so sauber wie Sie können "Industriebetriebe" nicht arbeiten, wenn ein Lastwagen voller Äpfel einzeln ausgeklaubt werden würde, müßte der Ladenpreis vom Brand das Vielfache betragen. Daher kommen Chemikalien zum Einsatz, um das was Sie händisch wegschneiden bzw. aussortieren zu "neutralisieren". Auch ist es gesetzlich AUSDRÜCKLICH erlaubt, dem fertigen Brand geringe Mengen Zucker zuzugeben (soweit ich mich erinnere sind das maximal 4 g/l), um die Schärfe wenigstens ein wenig zu lindern. Aromastoffe kommen ganz sicher zum Einsatz, insbesondere wenn auf der Flasche nicht "-brand" drauf steht (also Apfelbrand, Birnenbrand usw.). Dann besteht der Schnaps meist nur aus geschmacklosem Alkohol und (künstlichen) Aromastoffen. Bei Bränden ist die Zugabe von Aromastoffen zwar offiziell verboten, nur fällt es schwer dies zu kontrollieren, vorallem wenn es sich um naturidentische bzw. natürliche Aromastoffe handelt. Was Großhersteller unter vorgehaltener Hand so erzählen möchte ich öffentlich nicht weitergeben. Schließlich sind diese Substanzen nicht giftig und der Preisdruck tut sein übriges dazu...

zum P.S.: auf jeden Fall umrühren, trotzdem bleibt am Faßboden noch ein Heferest zurück, der braucht nicht mitgebrannt werden.
Eintrag Nr. 1587
muss ich mein brennvorhaben anmelden und versteuern wenn ich bereits versteuerten alkohol zum brennen nehme????
gerald, wien
05.Sep.2004 21:41:36
Sie müssen es trotzdem anmelden, ja. In Österreich nennt sich das Formular für diese Art von Vorgang "Anzeige einer Reinigung", Steuer ist jedoch keine zu entrichten. Für die "Reinigung" dürfen nur Destillate verwendet werden (z.B. Wodka oder Korn), mit (gekauftem) Wein ist dies gesetzlich nicht möglich, der ist zwar auch versteuert, hat aber eine zu niedrige Steuerklasse.
Eintrag Nr. 1586
Hallo Herr Dr. Schmickl,
nachdem ich klasse Buch jetzt zweimal studiert habe :-), will ich jetzt endlich anfangen, warte aber noch auf die Turboheft, Verflüsseger etc.
Kann ich trotzdem die Äpfel schon mal einmaischen (ca. 30 kg für den ersten Versuch) und Turbohefe, Verflüssiger und evtl. Säure (ph-Wert) erst in einer Woche hinzugeben?
Danke für Ihren kurzen Rat
T.C.
T.C., Tirol
05.Sep.2004 17:53:04
Wenn es möglich wäre zu warten, wäre dies besser. Ist dies nicht möglich und die (Wild)Gärung setzt vor dem Eintreffen der Turbo ein, dann dürfen Sie die Turbohefe nicht mehr einfach so zugeben, sondern nur in Form eines Gärstarters, andernfalls würde sie sofort absterben. Vorlauf haben Sie dann natürlich trotzdem, weil sich diese "Gärnebenprodukte" aus der Wildgärung schon gebildet haben.
Eintrag Nr. 1585
Hallo Frau Dr. Malle, Herr Dr. Schmickl!
Diesen Herbst wollen wir eine Elsbeer-Maische ansetzen. Gilt bei der Verarbeitung von Elsbeeren (Sorbus torminalis) das Gleiche wie für Vogelbeeren? Auch im Bezug auf den Alkoholgehalt der Maische? Danke für Ihre Mühe!
Claus, Nordbaden (D)
05.Sep.2004 17:51:58
Ja, hier gilt das gleiche, d.h. auch hier ist die Verflüssigerzugabe besonders wichtig.
Eintrag Nr. 1584
Auf unserer Finca werden nun die Feigen reif. Wir kamen auf die Idee daraus Schnaps zu brennen. Da wir aber zum ersten Mal so etwas machen, haben wir erst einmal das Buch bestellt. Bis wir es in Händen haben, befürchten wir viele Früchte zu verlieren. Bitte erklären Sie uns die ersten Schritte wie wir die Maische ansetzen sollen.
Vielen Dank im Voraus!
M.Benrath
M. Benrath, Mallorca
05.Sep.2004 15:54:27
Die reifen Früchte zermatschen und eine Hefe dazugeben, alles in ein Faß mit Gärspund füllen. Für die perfekte Maische kommt noch Verflüssiger dazu und die Maische wird auf pH 3,5 eingestellt (wie im Buch beschrieben).
Eintrag Nr. 1583
hallo
ich hätte eine frage ich suche eine anleitung um schnaps an zu setzen wo finde ich soetwas im internet?
msx, österreich
04.Sep.2004 15:10:21
Siehe Menüpunkt "Rezepte".
Eintrag Nr. 1582
Guten Tag
Erst mal vielen Dank für dieses spannende und hilfreiche Forum.
Meine Williamsbirnen sind in den nächsten Tagen vollreif, bereit zum Einmaischen. Ich mache das zum ersten Mal. Leider habe ich ihr Buch noch nicht lesen können (was ich baldmöglichst nachholen werde!), daher frage ich Sie auf diesem Weg:
Ich habe ein 30l Fass mit Gärspund, Gärfix und Zitronensäure. Gerne möchte ich mit Zucker arbeiten, um einen höheren Alkoholgehalt zu erzielen. Wie viel Zucker kann ich bei Gärfix beigeben?
Besten Dank und freundlichen Gruss
M. Aebi
Martin Aebi, Schweiz
04.Sep.2004 11:02:28
Danke!
Ca. 260 g je Liter Maische (siehe Menüpunkt "Zucker Alkohol Rechner").
Eintrag Nr. 1581
Guten Abend Herr Dr. Schmickl!
Vorweg, toll das es ihre Seite gibt.
Meine Frage: Bzgl. Geistrohr. Edelstahl oder Kuper? Und wie am einfachsten reinigen, ohne alles auseinandernehmen zu müssen?
schöne Grüße aus Vorarlberg
Kurt Vonach, Vorarlberg/Austria
03.Sep.2004 21:54:49
Danke, wir bemühen uns.
🙂
Das Geistrohr kann sowohl aus Edelstahl als auch Kupfer gefertigt sein, Glas wäre auch möglich. Wenn beim Destillieren nichts übergeht, genügt es, wenn das Rohr nach dem Destillieren mit Wasser durchgespült wird.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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