SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 1680
Woher stammt der Name Federweißer, wie setzt er sich zu zusammen, würde mich interessieren.
Vielen Dank.
MfG
Chania
Chania, Unterfranken
04.Okt.2004 14:51:01
Seine naturtrübe Farbe erinnert an tausend wirbelnde Federchen im Glas, daher der Name.
Eintrag Nr. 1679
hallo herr dr. schmickl,
ich habe bereits mehrmals zuckerlösung mit turbohefe vergoren und gebrannt und für unterschiedliche zwecke verwendet. nun meine frage: ich habe z. zt. ca. 15 grad in meinem gärraum. funktioniert die turbohefe noch, oder kann ich andere reinzuchthefen "überreden" die arbeit aufzunehmen?
peter, nds
04.Okt.2004 09:18:17
Bei 15°C funktioniert die Turbohefe noch, die Gärung ist sehr langsam. Allerdings wird es zu Startschwierigkeiten kommen, d.h. zu Beginn das Fass ins Warme stellen und wenn's dann gärt wieder in den Gärraum geben. Oder das Fass auf eine Styropor-Platte stellen (manchmal reicht das schon aus) oder bis es gärt auf ein Heizkissen (kleinste Stufe!) stellen. Oder das Fass in ein warmes Wasserbad stellen, oder mit ähnlichen Methoden erwärmen. Aber immer darauf achten, dass Temperatur der Maische nicht mehr als ca. 25°C beträgt. Bei noch tieferen Temperaturen wird die Gärung einfach zum Stillstand kommen. Es gibt Spezialhefen für sehr tiefe Temperaturen, allerdings sind diese nicht für den hochgradigen Einsatz geeignet.
Eintrag Nr. 1678
Hallo Hr. Doktor!
Ich habe nun in den letzten Wochen die verschiedensten Bücher und Literaturstellen gelesen. Alle zum Thema Schnapsbrennen. Mein Kompliment! Ihre Seite ist einfach die Beste, und auch ihr Buch hat mir sehr geholfen!
Folgende Fragen sind aber offen geblieben:
1. Lagerung der Maische? Hier habe ich wiedersprüchlies gefunden. Entweder sofort brennen, da sonst Aroma verloren geht oder etwa 2 Monate lagern, da durch eine "Veresterung" das Aroma intensiviert wird. Was ist nun richtig...bzw. nach ihren Erfahrungen am geeignesten.
2. Eigenbau einer Destille! Steigrohr/Dom? Reicht es, wenn ich ein Rohr mit 5 cm Durchmesser als Geistrohr verwende und durch den Rohrbogen nur ein kurzes "Steigrohr" entsteht? Den Dom würde ich komplett weglassen (nur leicht gewölbter Deckel).
Ich danke ihnen für ihre Hilfe! Und bitte machen sie weiter....
Markus
Markus, österreich
03.Okt.2004 21:12:33
Danke!
🙂
ad 1: 2 Monate lagern vor dem Brennen hat sich (nicht nur bei uns) als die beste Methode erwiesen. Durch's Stehenlassen geht kein Aroma verloren.
ad 2: Ja, 5 cm müssen reichen, und ein sehr kurzes Steigrohr ist perfekt. Auch der Dom ist nicht notwendig.
Eintrag Nr. 1677
Hallo H. Dr. Schmickl
Ich möchte aus Pfirsichen Schnaps brennen.Sind
zur Aromaverbesserung eingeweckte Pfirsiche(selbst gemacht,gleiche Sorte)im Aromakorb ge-
eignet?
Vielen Dank für evtl. Info
Winand, Rheinland
03.Okt.2004 17:56:16
Pfirsiche haben ein sehr dezentes Aroma, bei der Geistmethode wird kaum Aroma mitkommen, ich würde diese einmaischen. Wenn Sie jedoch Pfirsichmaische brennen, spricht natürlich nichts gegen den Versuch, in den Aromakorb Pfirsichstücke zu geben. Wenn Sie auch einen Blindversuch machen (Maische brennen, aber ohne Fruchtstücke im Korb), können Sie feststellen, ob der Versuch tatsächlich Sinn macht.
Eintrag Nr. 1676
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich habe einen Geist nach Rezept aus ihrem Buch gebrannt (Weihnachtsgeist: Apfelringe,Zimt,Geürznelken,Ingwer).
Nachdem die Flasche mit dem Geist nun drei bis vier Tage mit einem Wattebausch verschlossen dastand, haben sich braune "Flocken" gebildet!!! Sie haben sich unten in der Flasche abgesetzt. Ein bisschen schwimmt aber auch oben auf.
Ansonsten ist der Geist klar.
Was kann das sein? Mein Bruder hat aus dieser Flasche mal einen Nipper genommen... Kann das der Grund sein?
Eine andere Flasche des selben Destillates ist nicht betroffen...
Kann ich evtl. durch Filtration den Geist noch retten?
Danke für ihre Hilfe,
FRANK
Frank, Bayern
02.Okt.2004 00:14:25
Nein, Ihr Bruder ist nicht schuld.
Es ist nichts schlimmes passiert, alles ist in Ordnung, bei Gewürznelken fällt nach ein paar Tagen immer ein braunes flockenartiges Gebilde aus, wenn man mit Korn o.ä. destilliert. Bei Wein passiert dies nicht, da der pH im Wein anders ist. Sie können filtrierern, dann ist auch die Optik wieder OK.
Eintrag Nr. 1675
Danke für die Antwort
Aber eine frage habe ich noch ,
was ist besser ein Elektrokocher oder ein Gas brenner.
Ein termometer habe ich, das bis 120°C geht ist das ausreichend ?
Tikko, Duisburg
01.Okt.2004 17:32:03
Ein Gasbrenner, da Sie so die Energiezufuhr viel rascher regeln können. Ein Elektrokocher ist diesbezüglich leider sehr träge.
Eintrag Nr. 1674
Hallo,
in diesem Jahr gab es eine Mirabellenschwemme bei uns. Da am Schluss keiner mehr Mirabellen wollte, haben wir das Obst in ein Maischefass geworfen und lassen sie darin vergären. Es riecht in diesem Fass sehr gut. Zugesetzt haben wir allerdings gar nichts - keine Hefe, keinen Zucker. In anderen Zuschriften habe ich jedoch gelesen, dass immer Hefe und manchmal Zucker zugesetzt wurde. Wir möchten Schnaps aus dem Obst brennen lassen. Die Maische steht jetzt seit etwa 4 Wochen. Können wir überhaupt Schnaps daraus machen, auch wenn keine Hefe zugesetzt wurde? Ist noch etwas zu retten?
Danke!
Jutta Frenzel-Dettweiler, Saarland
01.Okt.2004 15:29:52
Ja, es ist sicherlich Alkohol entstanden, aber durch die fehlende (Reinzucht)Hefezugabe wird es auch eine Menge Fehlgärungen gegeben haben, d.h. beim Brennen müssen Sie den Vorlauf auf jeden Fall gut abtrennen.
Eintrag Nr. 1673
Hallo!
Nachdem ich vor kurzen einen Weinballon in die Hände bekam, dachte ich mir, mal zu Versuchszwecken einen Wodka selbst herzustellen.
Ohne großes Vorwissen habe ich mir aus dem internet ein Rezept für Kartoffelschnaps besorgt (mir war so, als würde Wodka aus Kartoffeln hergestellt werden).
Da ich keinen Malz zur Hand hatte und davon ausging, dass dieser lediglich für den Geschmack zuständig ist, habe ich einfach ein paar Kg Kartoffeln geputzt, im Küchenmixer zerkleinert und anschliessend im Backofen bei 120Grad Celsius getrocknet. Dadurch erhielt ich einen relativ trockenen "Kartoffelbrei", den ich in den Ballon füllte und mit handwarmen Wasser aufgoß. Anschliessend habe ich noch "handelsübliche" Reinzuchthefe aus der Drogerie zugetan und das Gärröhrchen aufgesetzt...
Das war vergangenen Samstag...
Nach ca. 12 Stunden (Sonntag) hat die Maische auch tatsächlich angefangen zu gären. Nach weiteren 24 Stunden (Montag) war der Gärprozess dann schon etwas stärker.
Nachdem ich zwischenzeitlich gelesen habe, wozu die Malzzugabe wirklich zuständig ist, bin ich dann dazu über gegangen, der Maische gelösten Haushaltszucker zuzugeben. Erst habe ich 2Kg (Montag) und einen Tag später (Dienstag) ein weiteres Kg Zuckerlösung zugegeben.
Am Mittwoch war die Gärung so heftig, dass mir durch extreme Schaumbildung der Stopfen aus dem Ballon geflogen ist - und ich erstmal putzen durfte 🙂
Gestern Abend ließ der Gärprozess dann langsam etwas nach und heute morgen habe ich nochmal 1/2 Kg Zucker in 2l Wasser gelöst zugegeben. Hauptsächlich, um den Verlust vom Mittwoch wieder auszugleichen *g*
Das CO2, dass aus dem Gärröchrchen momentan aussteigt, hat auf jeden Fall schon einen sehr alkoholischen Geruch...
Das einfach mal als kleiner Erfahrungsbericht eines blutigen Anfängers 🙂
Aber eine Frage hätte ich schon noch:
Kann es sein, dass sich alleine durch die erhitzung der Kartoffeln auf 120Grad schon ein Teil der Stärke in Zucker umgewandelt hat?
Oder wie ist es zu erklären, dass die Gärung schon vor Zugabe zusätzlichen Zuckers begonnen hat?
Danke und schönen Gruß!
Frank
Frank, Niedersachsen
01.Okt.2004 14:23:00
Danke für den interessanten Bericht. Ja, es ist richtig, durch das Erhitzen wird die Stärke zum Teil zerstört und kann so zumindest teilweise vergoren werden.
Eintrag Nr. 1672
Hallo,
Ich habe letztes Jahr einen Apfelschnaps gebrannt, nun hab ich an den Flaschenhälsen beim Füllstand einen weissen Belag. Der Schnaps schmeckt und riecht gut, aber der weiße Belag ist als deutliche Ablagerung sichtbar. Durch kräftiges Schütteln kann man diesen Belag wieder im Schnaps auflösen. Meine Schwester meint, daß es sich wahrscheinlich um Öle von den Äpfeln im Aromakorb handelt, nur bin ich jetzt verunsichert, ob ich nicht doch etwas falsch gemacht habe.
Gruß
Hans Peter
Hans Peter, Wien
01.Okt.2004 10:47:52
Öle aus Äpfeln gibt es nicht. Haben Sie normales Wasser zum Verdünnen verwendet und es handelt sich dabei eventuell um Kalk? Da Alkohol mit > 40%vol jedoch nicht schlecht werden kann, und der Geschmack OK ist, würde ich den Belag abfiltrieren.
Eintrag Nr. 1671
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
Ich habe eine Frage. Ich möchte für einen 30LTR V4A Kessel ein 28mm-VA Geistrohr, und einen Tellerkühler aus V4a bauen. Könnten Sie mir bitte etwas über den aufbau eines Tellerkühlers mailen,maße etc.
Das würde mir sehr helfen!!!!
Herzlichen Dank im Voraus!
Schnapsnase, NRW
30.Sep.2004 21:01:11
Bezüglich der Konstruktionspläne eines Tellerkühlers können wir Ihnen leider auch nicht weiterhelfen, versuchen Sie es doch in der Diskussion bzw. ein wenig zu googeln.
Eintrag Nr. 1670
Hallo
ich habe aus 6 kg Erdbeeren ein Port Wein hergestellt der so um die 17-20% hat, der ganz klar ist und wollte ihn jetzt brennen, aber ich weiß nicht so genau wo der Vorlauf anfängt und der Edelbrand ist. kann mir jenand helfen habe auch das buch aber ich verstehe es nicht so gut. ich wollte so um die 86°c brennen oder ist das zu hoch ?
Tikko, duisburg
30.Sep.2004 18:17:19
Haben Sie ein Thermometer? Wenn ja, dann trennen Sie alles an Destillat, das während des raschen Temperaturanstieges herauskommt, als Vorlauf ab. Nach dem raschen Anstieg beginnt der Edelbrand. Sind Sie sich dennoch unsicher oder haben kein Thermometer, dann nehmen Sie zusätzlich mehrere Schnapsgläschen (bei 1,5 Liter Kesselinhalt ca. 5 bis 6, sonst entsprechend mehr) und füllen diese, vom ersten Tropfen der beim Kühler herausrinnt an, der Reihe nach zur Hälfte auf und riechen. Vorlauf riecht deutlich nach Klebstoff. Sie dürfen diesen Geruch keinesfalls mit dem (scharfen) Alkoholgeruch verwechseln, 70-80%vol sticht nun mal in der Nase. Im Zweifelsfalle den Inhalt der Schnapsgläschen 1 zu 1 mit Wasser verdünnen, erst dann riechen. Wie im Buch auch sehr genau beschrieben, steigt die Dampftemperatur beim Brennen langsam an (warum das so ist, ist auch erklärt). Es ist also nicht möglich "so um die 86°C brennen".
Machen Sie keinesfalls den Fehler aus Vorsicht mehr "Vorlauf" abzutrennen, als tatsächlich vorhanden ist. Erhebliche Qualitätsverluste sind die Folge.
Eintrag Nr. 1669
Hallo Herr Dr. Schmickl,
habe schon ein paar Versuche mit Einmaischen und Brennen gemacht, will aber eigentlich nicht das Obst mit Versuch und Irrtum versauen.
In Ihrem Buch bleiben leider einige Fragen unbeantwortet:
1. Warum in der Maische nicht maximale Alc-Ausbeute einplanen? Welchen Vorteil hat hohe oder niedrige Als-Konzentration in der Maische?
2. Wann nehme ich Turbohefe, wann andere Reinzuchthefe? Geschmacksunterschiede im Destillat?
3. Warum ist angeblich bei niedriger Alc-Konzentration in der Maische das Aroma im Destillat besser? Ich denke durch Alc wird Aroma gerade aus den Früchten herausgeholt und beim Destillieren mitgerissen?
Vielleicht wäre das ja mal was für ein neues Kapitelchen in der Neuauflage :-)))
MfG,
Andreas
Andreas, NRW
30.Sep.2004 14:01:44
ad 1: Es ist doch die maximale Alkoholausbeute eingeplant. Hohe Alkoholkonzentration hat den Sinn, daß ein einfaches Brennen möglich ist und mehr Aroma aus den Früchten kommt (steht auch im Buch...)
ad 2: Turbohefe wenn 20%vol gewünscht werden, normale Reinzuchthefe, wenn ohne Zucker vergoren wird. Je höher der Alkoholgehalt, desto mehr Geschmack im Destillat.
ad 3: Richtig, eine höhere Alkoholkonzentration erhöht das Aroma, was anderes haben wir auch nie behauptet.
Das alles steht doch auch im Buch, einfach nochmals (genauer) lesen.
😉
Eintrag Nr. 1668
Sehr geehrter Herr Schmickl!
Habe Äpfel und Birnen zu gleichen Teilen. Was würden Sie mir empflehlen: Alles zusammen für einen Obstlerbrand oder Äpfel und Birnen (Diverse Mostsorten) getrennt verarbeiten. Können Sie mir sagen, was es für Vorteile in den Geschmacksrichtungen bringt?
Besten Dank!
Markus Brugger, Österreich
29.Sep.2004 16:27:57
Ich würde Ihnen empfehlen, die Äpfel und Birnen separat auch nach Sorte getrennt einzumaischen. Je nach Birnensorte werden Sie einen unterschiedlichen Geschmack erhalten. Wenn Sie einen Obstler machen möchten, dann sollten auch ein paar Zwetschken dazugeben.
Eintrag Nr. 1667
Hallo liebes Forum,
hat schon mal jemand von euch versucht Äpfel mit einem Rührquirl für die Bohrmaschine zu Zerkleinern? Wenn ja, mit welchem Resultat?
Gruß an alle Maischekocher, Carsten
Carsten, www
29.Sep.2004 10:02:15
Bei Zwetschken und anderen weichen Früchten (mit harten Kernen, sodass diese nicht zerstört werden) funktioniert diese Methode sehr gut, die Äpfel sind dafür leider etwas zu hart.
Eintrag Nr. 1666
Hallo Herr Dr. Schmickl,
da habe ich nun eines der wenigen Probleme, die in Ihrem vorzüglichen Buch nicht behandelt werden. Wir haben etwa 3 Pfund Wildhimbeeren (viel zuwenig zum Einmaischen) mit etwa 70%-igem aufgesetzt. Nun hat das ganze schon etwa 3 Monate gestanden und schmeckt, mit etwas verflüssigtem Zucker verdünnt - einfach himmlisch!
Und jetzt kommt geliebtes Eheweib und erzählt mir vom Fuchsbandwurm, dessen Eier (Larven oder was auch immer) vom Alc. nicht zerstört werden. Sowas ist doch einfach gemein!!!
Und als ob das noch nicht reichen würde: Dasselbe gilt auch für die Walderdbeeren mit ihrer unnachahmlichen Aromafülle ...
Was raten Sie:
erstens für das vorhandene Gebräu: Schmeckt einfach zuuuuu gut 🙂
zweitens für den nächsten Sommer, wenn's wieder Waldhimbeeren gibt. Die Früchte vor dem Ansetzen erhitzen? Aromaverluste? Chemische Keule?
Haben Sie wenigstens ein bischen Mitleid?? 😉
Herzlichst
Holundrian
Holundrian, Holunderland
28.Sep.2004 09:11:24
Destillieren Sie den Angesetzten, durch das Kochen wird die Gefahr gebannt. Zukünftig die Früchte erhitzen, d.h. kochen, wenn diese nur Angesetzt werden. Oder destillieren.
P.S.: bin zwar kein Biologe, kann mir aber nicht vorstellen, dass die Dinger 70%vol Alkohol überleben können (bei Wein ist das was anderes, weil viel weniger Alkoholgehalt).
Eintrag Nr. 1665
hallo dr. schmickl,
die werbebroschüre eines brennereigrosshändlers rät zur verdünnung von rohbrand zu "weichem wasser", da destilliertes wasser "fad" schmecken würde.
a) stimmt das ihrer meinung nach und
b) wie komme ich dann zu "weichem wasser"? mische ich leitungs- und destilliertes wasser?
philipp, nö
27.Sep.2004 21:22:12
Ein gutes Trinkwasser schmeckt sicher besser als destilliertes Wasser, auch bei den schottischen "Insel"- oder Lowland-Whiskys wird meist mit torfhältigem "normalem" Wasser verdünnt (ist daher braun und naturbedingt sehr weich), was einen typischen Eigengeschmack ergibt. In vielen Regionen hat man weiches Wasser, ohne etwas dafür tun zu müssen. Ob dies der Fall ist, merken Sie, wenn beim Verdünnen keine Trübungen auftreten. Bei uns ist das Wasser sehr kalkhaltig (hart), d.h. es "schneit" beim Verdünnen, weil die Kalksalze ausfallen. Um weiches Wasser zu bekommen, muß man das Wasser entkalken, hierfür gibt es eigene kleine Entkalkungmaschinen für die Küche.
Eintrag Nr. 1664
Hallo Herr Dr. Schmickl
Habe gestern Kirschmaische gebrannt. Ging eigendlich prima. Habe Edelbrand bei 82° - 91°C aufgefangen. Ergebnis im GC: 0,39% Methanol 70% Ethanol. Das ganze riecht aber streng und mehr nach Sprit als nach Kirsch. Habe heute verdünnt auf 41%. Geschmack ganz OK, Geruch - wie gesagt streng. Verfliegt das Strenge noch wenn ich das Destillat offen (mit Watte abgedeckt ) stehen lasse??
cu
schnapser, lummerland
27.Sep.2004 21:12:07
Der strenge Geruch verfliegt noch etwas, wenn Sie das Destillat offen stehen lassen. Haben Sie die Maische eventuell zu schnell vergoren - d.h. zu warm, gerade Kirschen sind diesbezüglich sehr heikel, optimal daher 16-19°C - oder zuviel Wasser zugesetzt?
Ebenso tritt ein scharfer Geruch auf, wenn der Vorlauf nicht richtig abgetrennt wird. In beide Richtungen. Bei zuwenig ist z.B. Ethylacetat und Acetaldehyd enthalten, wird hingegen zuviel abgetrennt, ergibt sich auch ein scharfer Geruch, weil man dadurch den besten Anteil wegschüttet. Ihre Angabe entspricht 557 mg Methanol pro 100ml r.A., was an sich ein sehr guter Wert für Kirschen ist, d.h. Sie haben beim Einmaischen sehr genau gearbeitet, wodurch sich auch eine sehr geringe Vorlaufmenge ergibt.
Eintrag Nr. 1663
Hallo Herr Dr. Schmickl,
mit welchem Gerät kann man den Alkoholgehalt bei Likör oder anderen Schnäpsen, die mit Zucker nach dem Brennen versetzt wurden, messen? Mit dem Aräometer ist es doch nur möglich, wenn kein Zuckerzusatz vorhanden ist oder?
Vielen Dank für Ihre Antwort und vor allen Dingen für die Mühe, die Sie sich hier machen.
Viele Grüße
Kalle
Kalle, D
27.Sep.2004 15:44:13
Hierfür gibt es leider kein einfaches Gerät, da der Zucker, wie Sie auch schreiben, die Alkoholmessung stört. Am besten eignet sich dafür noch ein Ebulliometer bzw. Ebullioskop (Bestimmung des Alkoholgehaltes über den Siedepunkt), aber leider ist so ein Gerät relativ teuer (ist im Fachhandel erhältlich). Oder man destilliert eine Probe vom Likör bis zur Trockene, d.h. bis im Glaskolben keine Flüssigkeit mehr enthalten ist. Das Destillat hat also dasselbe Volumen wie die Probe vor dem Destillieren. Destillate sind immer zuckerfrei (Zucker kann nicht in Dampfform übergehen), können also mit dem Aräometer gemessen werden. Auf diese Weise bestimmen auch viele Winzer den Alkoholgehalt von ihren Weinen. Schließlich ist es gesetzlich vorgeschrieben, den Alkoholgehalt auf zehntel Prozent genau auf der Flasche zu vermerken.
Danke!
🙂
Eintrag Nr. 1662
S.g. Hr. Dr. Schmickl
Habe vor ca. 9 - 10 Monaten eine 2 l Destille erworben und ca. 20 Brennvorgänge zufriedenstellend abgewickelt. Jetzt allerdings vermute ich, daß bereits das Thermometer kaputt gegangen ist, sprich die Temperaturanzeigesäule ist unterbrochen und zwar ist im oberen Teil des Thermometers eine ca. 1/2 cm lange zweite Säule in einem Abstand von ca. 30 Gradeinheiten zur Hauptsäule. Thermometer ist nicht gebrochen und auch nicht gewaltsam geöffnet worden.
1.) wie kommt es dazu
2.) wie kann man so etwas in Zukunft vermeiden
3.) Ist das in Garantie
4.) kann ich bei Ihnen nur ein neues Thermometer bekommen
5.) wieviel kostet es bei Ihnen.
Danke und mfg
Franz Josef
Franz Josef, Oberösterreich
27.Sep.2004 13:43:01
Das kann durch starke Erschütterungen passieren. Folgender Versuch: geben Sie das Thermometer über Nacht in den Tiefkühler (-18°C), am nächsten Tag herausnehmen und SOFORT direkt in kochendes Wasser halten (einige Minuten). Danach wieder sehr rasch stark abkühlen (in Eis halten o.ä). Eventuell wiederholen. Danach ist das Thermometer zumeist wieder in Ordnung. Leider funktioniert diese Methode nicht immer, Garantie können wir daher dafür leider keine übernehmen, ein Thermometer kostet 17,50 Euro.
Eintrag Nr. 1661
Hallo Herr Schmickl
heute mal eine KURZE Frage:
Die Gärung neigt sich dem Ende. Wie sollte ich die Fässer für die nächsten 6-8 Wochen verschließen? Ich habe die einfachen schwarzen Maischefässer, und habe in den Deckel ein Loch gebohrt, wo ich dann den Gummistopfen mit Gärspund reingedrückt habe. Reicht es den Gärspund mit Wasser zu füllen?
Danke für Ihre Antwort im Vorraus
Roland
Roland, deutschland
27.Sep.2004 12:50:21
Ja, es reicht den Gärspund mit Wasser zu füllen. Sie können aber auch den Gärspund abnehmen und einen Stopfen auf das Faß geben. Wichtig ist nur eins: das Fass muss luftdicht verschlossen sein. Der Vorteil vom Gärspund: es ist kein Problem, wenn trotzdem noch ein wenig CO2 entsteht (weil die Gärung doch noch nicht ganz aus ist).
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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