SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

Suchen nach:
Von der Suche ausschließen:
Derzeit enhält dieses Forum 4363 Einträge.
Einträge in Deutsch: 4360, Englisch: 3
Eintrag Nr. 1760
Hallo Dr. Schmickl,
Ich und eine Gruppe haben in der Schule aus Weintrauben einen Wein hergestellt, diesen haben wir in einer professionellen Anlage destilliert. Nach dem Rauhbrand hatten wir ein klares Produkt. Aber beim Feinbrand trat eine hellgelbe Färbung ein. Woran kann das liegen ?
MfG. Benjamin Barsch
p.s. Schonmal im vorraus vielen Dank.
Benjamin Barsch, Schleswig Holstein
26.Okt.2004 10:40:13
Die Färbung ist dadurch entstanden, daß zu rasch destilliert wurde und somit in der Anlage etwas übergegangen (geschäumt?) ist, es genügt bereits ein Tropfen, um das Destillat zu verfärben. Es kann natürlich auch sein, dass vor dem Feinbrand die Anlage nicht gründlich genug gereinigt wurde.
Eintrag Nr. 1759
Hallo Dr. Schmickl!
Ich habe Ihr Buch gelesen, und würde mir gerne bei Ihnen eine Anlage kaufen. Ich möchte gerne so pefekt wie es für einen Hobbybrenner geht brennen. Zu welcher Anlage raten Sie mir?
Gerhard Wolz, Nds.
26.Okt.2004 10:03:40
Alle von uns angebotenen Anlagen arbeiten perfekt. Wenn Sie auch Geiste machen möchten, so kommen alle Anlagen in Frage außer der 1 Liter Anlage "Mini" (aus Konstruktionsgründen gibt es dabei keinen Aromakorb). Auf welche Anlage Ihre Auswahl fällt, hängt nun von der jeweiligen Brennmenge je Durchgang, vorallem von der Maischemenge ab. Haben Sie Maischemenge bis ca. 5 Liter, so kommt eine 2 Liter Anlage in Frage. Maischen bis 20 Liter: die 5 Liter Anlage und für größere Maischemengen die 7,8 Liter Anlage.
Eintrag Nr. 1758
Guten Morgen Herr Dr. Schmickl,
Durch "Zufall" bin ich auf dieses Forum gestossen und habe einige Beiträge mit Interesse gelesen.
Ich möchte überhaupt nichts selbst brennen, habe aber dennoch folgende Frage:
Wie hoch in etwa, (Brennanlage vorausgesetzt) sind die Materialkosten (Obst, Alkohol, Zucker, Hefe usw.) was man braucht um ca. 1 Ltr. sagen wir mal "fertigen" Obstbrand herzustellen?
Mit ist klar, das es hierbei sicherlich mehr um Geschmack und Hobby geht, als um die Kosten. Es würde mich trotzdem interessieren und freue mich auf eine Antwort.
Ich bin mehr ein Computerfreak und besuche diverse Foren in dem Bereich, aber solch ein Forum, mit soviel Feedback über ein einziges Thema habe ich noch nie gesehen, schon garnicht eines, wo wirklich auf jede Frage eine Antwort zu lesen ist.
Meine Hochachtung insbesondere für die Pflege und Arbeit in diesem Projekt.
Viele Grüße aus Wesel
Michael Hoppermann
Michael, NRW
26.Okt.2004 02:12:24
Danke.
🙂
Bei der Berechnung gehe ich davon aus, daß man das Obst selbst hat. Für einen Liter 45%vol Brand braucht man ca. 3 Liter Maische, d.h. 0,75 cent für die Turbo und ca. 1,2 Euro für den Zucker. Wenn Sie Obst zukaufen müssen, dann können Sie das für die jeweilige Obstsorte berechnen, Sie brauchen ca. 3 Liter Fruchtbrei bzw. ca. 4-5 kg Obst.
Eintrag Nr. 1757
Hallo Drs. Schmickl,
ich möchte hochprozentigen Alkohol in einer Flasche mit einem Drehverschluss lagern. Der Drehverschluss ist innen mit einem weissen Kunststoff beklebt und soll so ja nicht für Alkohol verwendet werden. Würde die Verwendung der Flasche möglich sein ,wenn ich in den Drehverschluss z.B. Silberpapier lege?
Danke für die Antwort. Wattläufer
Wattläufer, Nds
25.Okt.2004 20:37:26
Wenn Sie die Flasche stehend lagern können, sodaß der Alkohol nicht mit dem Verschluß in Berührung kommt, wäre das am besten. Wenn Sie die Alufolie dicht anbringen können, sodaß kein Alkohol an den Verschluß kommt, wäre das auch OK.
Eintrag Nr. 1756
zum eintrag 1747:
mit blech meine ich selbstverständlich ein edelstahlblech, ich glaube sie sind davon ausgegangen es handle sich um stahlblech. oder ist auch ein edelstahlbelch nicht die richtige wahl? denken sie die dimensionen der beschriebenen anlage sind in ordnung? das 28x2mm geistrohr verjüngt sich in ein 12x1mm edelstahl schlangenkühler.
mr. mojo, bayern
25.Okt.2004 20:10:11
Ja, genau, sorry für die Verwirrung. Ja, die Dimensionen sind so in Ordnung.
Eintrag Nr. 1755
Hallo Herr Dr. Schmickl,
in Fachfrage Nr. 1747 schreiben Sie: "Ein flacher Deckel stört nicht, aber Blech ist nicht das richtige Material."
Jetzt mache ich mir Sorgen, weil mein Deckel aus Edelstahlblech besteht. Was ist zu tun? Muss ich mir gegossenes Metall besorgen?
Ihre HP ist übrigens super!
Viele Grüße
Selbstbauer, NDS
25.Okt.2004 19:17:14
Natürlich ist Edelstahl als Material in Ordnung, nicht jedoch herkömmliches Blech.
Danke!
Eintrag Nr. 1754
Hallo Hr. Dr. Schmickl,
mein Biologielehrer will mir nicht glauben, dass eine jahrelange Lagerung Fuselalkohole nicht beseitigt. Er ist der festen Auffassung, dass ein erstklassiger Brand jahrelang lagern muss. Ich meine aus ihrem Buch aber nur entnehemen zu können, dass eine vielleicht drei oder vier Tage lange Lagerung mit Watte verschlossen, Spitzen im Geschmack beseitigt und alles was darüber hinausgeht nur die Qualität beweist. Bei minderwertigen Produkten -> Geschmacksverlust.
Könnten Sie mir fachlich (chemisch) die Vorgänge beim Lagern erklären, damit ich meinen Lehrer überzeugen kann? Es wäre wichtig für mich, weil ich eine Facharbeit übers Schnapsbrennen anfertige.
Vielen Dank,
KILIAN
PS: Lohnt eine Zugabe von Verflüssiger auch noch nach Gärende? In einem früheren Eintrag schreiben Sie, dass eine Zugabe einige Tage nach Gärbeginn noch sinnvoll ist. Nach Gärende auch noch?
Kilian, Bayern
24.Okt.2004 18:45:29
Beim Lagern wird ein "Fusel"-schnaps niemals zu einem Qualitätsprodukt. Man kann nicht Fuselöle stehen lassen, in der Meinung, daß die sich ohnehin von selbst in Luft auflösen, dafür bedarf es schon chemischer Hilfsmittel.
Ich möchte hier nur ein konkrektes Beispiel nennen, daß auch schon unzählige Male in den Diskussionen erwähnt wurde. Durch die Lagerung entsteht bei Steinobstbränden zusätzlich Ethylcarbamat. Ob Sie dies zu den Fuselölen zählen, überlasse ich gerne Ihrem Lehrer...
Verflüssiger sollte zu Beginn zugegeben werden, nach Gärungsende ist es nicht mehr sinnvoll.
Eintrag Nr. 1753
Geehrter Herr Schmickl,
Zunächst einmal vielen Dank für Ihr lehrreiches Seminar das ich dieser Jahr besuchte!
Ich habe zwei Fragen an Sie:
In Frankreich gibt es den Liqueur de Baie de Houx, oder Stechpalmenbeerenschnaps. Nun ist diese Beere giftig wenn roh gegessen, und ich möchte Sie gerne fragen, wie die Herstellung diese Schnapses geschieht. Muss man sich in etwas an die Richtlinien für Vogelbeeren halten? Oder kann man auch einen Angesetzten machen, vielleicht mit darauffolgender Distillation wobei die Beeren noch in den Aromakorb mitgegeben werden? Oder raten Sie überhaupt ab von solch risikobehafteten Unterfangen?
Dann noch eine zweite Frage: Die Quittenschnäpse die in der Schweiz (z.B. Etter) und Frankreich zum Kauf angeboten werden haben ein sehr starkes Aroma. Wenn ich richtig begriffen habe sind Quittenmaischen recht tiefalkoholig. In beiden Ländern ist meines Wissens Nachzuckern und Zufügung von synthetischen Aromastoffen verboten. Dies bedeutet, dass wahrscheinlich zwei Brenngänge nötig sind, was zu erheblichen Aromaverlusten leiten sollte. Können Sie mir erklären wie diese Schnäpse ihr ausgezeichnetes Aroma erhalten?
Mit vielem Dank im voraus
Stefan Luthi
Stefan Luthi, Holland
24.Okt.2004 17:23:04
Freut mich, danke.
Ja, stimmt, das Gift geht beim Destillieren nicht mit. D.h. auch wenn Sie einen Angesetzten machen, würde ich auf jeden Fall destillieren. Vielleicht ist der Angesetzte auch so genießbar, allerdings ist bei solchen Experimenten immer Vorsicht geboten, denn die Gifte der Pflanzen sollten nicht unterschätzt werden.
Ja, stimmt, durch den zweiten Brennvorgang treten auf jeden Fall Aromaverluste auf, trotzdem schmeckt das Destillat noch nach Frucht (bei einwandfreier Maische) und ist nicht geschmacklos. Wenn Sie selbst Quitten hochgradig einmaischen und einmalig destillieren, werden Sie den Unterschied bemerken. Tipp: Kochen Sie die Quitten vor dem Einmaischen, das erhöht das Aroma deutlich. Weiters darf auf die entsprechende Lagerung vom Destillat natürlich nicht vergessen werden.
Eintrag Nr. 1752
Hallo Herr Dr. Schmickl!!
Erstmal vielen Dank für das tolle Buch.
Habe 300l vergorene Apfelmaische (5%) gebrannt aus der ich ca. 9l Destillat mit ca.60% gewonnen habe. Meine Anlage hat 46,4 l mit einer Konstante von 9,4, hat ein Ölbad, Schlangenkühler, Alkoholvorlage, Thermometer usw. Mit 7 Rohbränden (8l) habe ich 2 Feinbrände mit beiden ca. 4,5l Mittellauf gebrannt. Er ist jeweils mit ca.68% gekommen und habe ihn bis ca 52% runtergebrannt. Letztes Jahr habe ich auf einer Christian Carl 150l Kolonnebrandanlage aus 120l Maische ca 6l Destillat mit ca. 70 - 75% Alkohol gewonnen. Verdünnt gibt es bei mir ca. 13l 42%, letztes Jahr bei 6l ca. 12l 42%. Kann es sein das bei großem Zeitaufwand von 7 Roh und 2 Feinbränden nur 13l ergeben, und bei geringem Zeitaufwand von 2-3 Stunden bei nur 100 l Maische ca. 12l Alkohol ergeben. Kann ich da was verbessern ohne grössere Finanzielle ausgaben? Sind so Kolonneanlagen um so viel besser? Oder habe ich was falsch gemacht, arbeite aber sehr genau?
schuler stefan, Vorarlberg
24.Okt.2004 13:17:44
🙂
Egal welche Anlage Sie verwenden, bei der gleichen Alkoholkonzentration des Ausgangmaterials (wurde die gleiche Maische mit gleichem Alkoholgehalt gebrannt?) erhalten Sie das gleiche Endprodukt, wenn bis zur gleichen Alkoholkonzentration bzw. Dampftemperatur gebrannt wird. Natürlich muss dann auch die Trennleistung der Kolonne exakt gleich sein. Oft kann diese vom Brennmeister bei einer Anlage auch variiert werden. Ich vermute, dass darin der Unterschied liegt.
Eintrag Nr. 1751
Hallo!!
Ich bin gerade dabei mir eine eigene brennanlage zu bauen. In Deutschland ist doch eine 0,5 l Brennanlage nicht einmal anmeldepflichtig. ich muss doch auch nicht die Menge und den Zeitpunkt zum Brennen anmelden? Muss das Thermometer in die Flüssigkeit oder in Den Dampfraum?
Vielen Dank!
Ufrecht
Ufrecht, Stuttgart
22.Okt.2004 13:02:58
Die 0,5 Liter Anlage ist in Deutschland anmeldefrei. Bezüglich Alkoholsteuer der 0,5 Liter Anlage gibt es keine eindeutige Gesetzesstelle, hier müssen Sie bei Ihrem zuständigen Zollamt nachfragen, wie es in Ihrem Wohngebiet geregelt wird.
Das Thermometer muß an den höchsten Punkt des Dampfraumes.
Eintrag Nr. 1750
Hallo Dr. Dr. Schmickl!
Ich verfolge zeitweise die Fragestellungen in dieser Rubrik und wundere mich, dass Sie die Zeit aufbringen (und scheinbar auch Lust dazu haben) oftmals die selben Fragen immer wieder zu beantworten. Vielleicht wäre eine neue Rubrik mit "FAQs" (frequently asked questions) sinnvoll und würde Arbeit und unnötige Nachfragen ersparen?!?
Es grüßt
HA
Hannes, Franken
21.Okt.2004 22:02:23
Bezüglich Arbeit haben Sie sicherlich recht. Solange es jedoch nicht überhand nimmt, können auch einfache Fragen öfter gestellt werden. Trotzdem sollte jeder, bevor er eine Frage postet die Suchfunktion rechts oben benutzen, damit sollte sich eigentlich eine zusätzliche Seite mit FAQs erübrigen (die Wartung dieser ist mehr Arbeit, als hier auf sich manchmal wiederholende Fragen zu antworten).
Eintrag Nr. 1749
Hallo,
Ich habe 150 Liter Wein aus dem Jahre 1999 zum Brennen angemeldet! Wie nennt sich das Erzeugnis nach dem Brand? Traubenschnaps, Grappa oder ???? muß ich vorm Brenne etwas beachten oder tun?
m.f.G.Rainer
Rainer, Baden
21.Okt.2004 11:31:07
Sie erzeugen Weinbrand. Grappa oder Tresterbrand wird aus den Traubenpreßresten (= Trester) bzw. den ganzen Trauben hergestellt.
Ist der Wein geschwefelt? Dann nach dem Brennen mit einem Mixer den Schwefel austreiben. Das Destillat MUSS beim Mixen schäumen, sonst geht die schwefelige Säure nicht weg. Dauer: je Liter ca. 1 bis 2 Minuten mixen. Sie merken's aber auch am Geruch: wenn's in der Nase nicht mehr sticht, ist der Vorgang fertig.
Eintrag Nr. 1748
Hallo Dr. Helge,
ich möchte mir eine kleine Brennanlage bauen. Da ich keine Möglichkeiten habe Cu-Rohr spiral zubiegen, frage ich Sie hiermit ob eine rechteckig gelötete „Spirale“ aus Cu-Röhre und Cu-Bögen auch OK wäre. Ich habe Bedenken betreffend das Lötzinn.
Danke.
m.f.G. Stefan
Stefan Kalasz, München
21.Okt.2004 11:12:55
Bei der rechteckigen "Spirale" müssen Sie darauf achten, daß Sie keine Flachstücke haben, das Rohr muß konstant nach unten ablaufen, sonst wird es in der Kühlung spucken. Sie müssen alles hartlöten, also kein Lötzinn verwenden. Ein Cu-Rohr zu einer Spirale zu biegen ist jedoch nicht schwer: mit Sand füllen (damit es nicht knickt) und dann mit der Hand um ein rundes Holz, eine Flasche oder ähnliches mit dem gewünschten Spiral-Durchmesser wickeln.
Eintrag Nr. 1747
hallo herr doktor schmickl,
ich habe eine privatbegaute doppelwandige 50l destille gekauft. ich musste einige veränderungen vornehmen, da der erbauer wohl wenig ahnung von seinem handwerk hatte. nachdem ich das ehemalige geistrohr (welches ein gummischlauch war;-)) gegen ein 28x2 mm cu rohr (gesamtlänge zwischen kessel und kühler 1,2m) getauscht habe, frage ich mich nun ob ich mir für diese anlage nicht besser einen hut anfertige, der sich zum geistrohr hin verjüngt, um den dampf besser in das geistrohr zu führen. der kessel ist zylindrisch und hat die masse d=350mm und h=500mm. oben ist er im moment mit einem flachen blech verschlossen.
zweitens möchte ich gerne wissen, ob ich ihrer meinung nach ausser dem geistrohr noch andere teile aus cu anfertigen sollte (wegen der katalytischen wirkung). der rest besteht aus edelstaht (incl, dem kühler).
abschliessend möchte ich sie noch zu dieser tollen seite beglückwünschen, und ihnen danken das sie so geduldig und mit soviel zeitlichem aufwand unsere fragen beantworten.
mr. mojo, bayern
21.Okt.2004 00:01:16
Ein flacher Deckel stört nicht, aber Blech ist nicht das richtige Material. Wenn Sie den Deckel neu bauen, dann können Sie auch einen Hut machen, bezüglich Funktionalität ist dies aber egal.
Nur wegen der katalytischen Wirkung brauchen Sie kein Kupfer verwenden, diesen Effekt können Sie vernachlässigen.
Danke!
🙂
Eintrag Nr. 1746
Hallo, ich bin totaler Neuling und interessiere mich für eine Destillationsanlage für Zuhause. Kann man so eine "Heimanlage" problemlos zuhause benutzten oder muß man beim Zoll oder sonst wo Meldung machen??
gerhard maier, stuttgart
20.Okt.2004 18:21:58
Anlagen bis zu 0,5 Liter Kesselvolumen sind in Deutschland anmeldefrei. Alle größeren Anlagen sind in DE registrierungspflichtig, um damit Alkohol zu destillieren brauchen Sie ein Brennrecht.
Eintrag Nr. 1745
Hallo Herr Schmickl,
Nachtrag zur Frage 1733 und 1742 (vielen Dank für die Antworten): Dann bin ich mit meinem Latein am Ende. Ich heize mit einem regulierbaren Butanbrenner, der auf Minimalstellung 79-91 Grad erreicht und hält (manchmal auch wie ein Fahrstuhl pendelt). Soll ichs mit einem anderen Thermometer versuchen?
Besten Gruß aus dem Kalten (und feuchten) Norden
WulftenSüd, Kalter Norden
20.Okt.2004 18:02:32
Sie können die Temperatur nicht halten, die Dampftemperatur steigt beim Alkohol-Destillieren immer stetig an. Der physikalische Hintergrund dafür ist im Buch sehr genau und vorallem einfach erklärt. Der erste Tropfen kommt bei z.B. 80°C, nach ein paar Minuten haben Sie 81°C usw. bis 91°C. Wie ein Fahrstuhl pendelt hier gar nichts.
Eintrag Nr. 1744
Hallo Dr.Helge Schmickl.
Ich habe da noch 2 Fragen:
1. Gilt die Messung der Maische mit den pH streifen zur Bestimmung des Säuregehalt genau so wie die Säurebestimmung mit Acidometer und Blaulauge?
2. Eine Fa. bietet im Katalog Digitale pH Meter für pH Werte von 0 bis 14 und einer Auflösung von 0,01 pH für 58 € und 0,1 pH für 34 € an. Sind diese Geräte für unsere Messungen zu gebrauchen?
Ich danke für Ihre Bemühungen.
Wolfgang.H., Deutschland NRW
20.Okt.2004 16:38:22
ad 1: Diese Bestimmung hat mit dem pH-Wert nichts zu tun, es handelt sich um zwei verschiedene Analysen.
ad 2: Ja, diese Geräte sind zu gebrauchen, allerdings ist die Wartung von pH-Metern aufwendig, Sie dürfen die Sonden nur in exakt 1,0 molarer KCl-Lösung aufbewahren, und diese ist teuer. Läuft die Sonde einmal trocken, können Sie die Sonde wegwerfen. Weiters müssen die Sonden vor jeder Messung geeicht werden, sonst können Sie den Meßwert vergessen. pH-Meter sind für das Labor gedacht, für den Hobbybrenner eher unpraktisch und zu teuer (nicht die Erstanschaffung, sondern die Folgekosten, wie Aufbewahrungs- und Eichlösungen, Sonden usw.).
Eintrag Nr. 1743
Ich habe an meiner Brennanlage keinen Temperaturfühler und kann demnach den Vorlauf nicht an der Temperatur erkennen. Ist es möglich den Vorlauf aufgrund seiner Farbe zu bestimmen oder braucht es hierfür andere Hilfsmittel ?
2.Frage: Ist es schädlich, wenn ich eher zu lange brenne um sicher zu sein das mir die Maische nicht anbrennt ?
Heiri, Zentralschweiz
20.Okt.2004 13:18:51
Der Vorlauf ist nicht an der Farbe erkennbar. Sie können ihn am Geruch erkennen, hierfür braucht man allerdings ein wenig Übung. Vorlauf riecht nach Klebstoff. Nein, ein zu langes Brennen schadet nicht, solange es in einem vernünften Maß bleibt (für 1,5 Liter bis zu einer Stunde).
Eintrag Nr. 1742
Hallo Herr Schmickl,
Nachtrag zur Frage 1733 (vielen Dank für die Antwort): Beide Ergebnisse sind in einer 6-stündigen Sitzung erzielt worden.
Kann es auch an einer Undichtigkeit liegen?
Gruß gen at.
WulftenSüd, Kalter Norden
19.Okt.2004 21:20:41
6 Stunden Brennzeit für 1,5 Liter ist viel zu lange, dafür braucht man ca. 40 Minuten. Das Destillat sollte rasch heraustropfen. Es liegt nicht an einer Undichtigkeit: Sie destillieren zu langsam und hören bei einer zu niedrigen Temperatur auf.
Eintrag Nr. 1741
Hallo !
Nachtrag zu Beitrag 1727:
Ich habe mir nochmal etwas Equipment besorgt und am Montag den pH-Wert und den Zuckergehalt meiner Maische nachgemessen. Der pH liegt bei ca. 3,4-4 und das Öchslemeter hat mir einen Wert von 65 angezeigt. Wenn ich die mitgelieferte Tabelle richtig deute, dann entspricht das ca. einem Zuckergehalt von ~150g/l...
Nachdem ich den Stopfen und den "Flaschenhals" jetzt nochmal gesäubert habe, kommen auch ein paar Bläschen aus dem Gärspund 🙂
Irgendwie habe ich mir von der Turbohefe allerdings mehr erwartet - der Alkoholgehalt der Maische liegt jetzt, nach 4 Tagen, bei ca. 3%...
...sollte das nicht mehr sein? Die Maische schmeckt noch ziemlich süß - eine erneute Zuckerzugabe scheint also noch nicht nötig zu sein.
Danke für die hilfreichen Antworten!!!!
Gruß
Frank
Frank, Niedersachsen
19.Okt.2004 20:06:15
Sie können mit der Öchselwaage nicht den Zuckergehalt messen, wenn bereits Alkohol vorhanden ist! Die Öchslewaage kann nur für unvergorene Obstsäfte wie z.B. Traubensaft verwendet werden. Wie messen Sie denn den Alkoholgehalt der Maische? Nur mit dem Vinometer ist eine Messung sinnvoll (weil beim Alkoholometer bzw. Aräometer der gelöste Zucker stört).
Bezüglich Alkoholgehalt mit Turbo: Geduld, die gesamte Gärung dauert bis 19°C ca. 2 Monate.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

Kommentare sind geschlossen.