SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

Suchen nach:
Von der Suche ausschließen:
Derzeit enhält dieses Forum 4363 Einträge.
Einträge in Deutsch: 4360, Englisch: 3
Eintrag Nr. 1960
Hallo Herr Dr. Schmickl,
habe lt. Packungsbeschreibung 25 Liter Zuckermaische im lebensmittelechten Kunststoff-Fass angesetzt. Alles soweit perfekt geklappt. Sofort angefangen zu gären, lange (4 Wochen) gegärt. Beim Brennen -ca. 6 Liter der Maische- hatte ich den Eindruck, dass der Nachlauf bereits bei 86 Grad beginnt. Das erste Schnapsgläschen habe ich als Vorlauf verworfen. Das Destillat ca 65%(gut 1 Liter bis zu 86 Grad) hat nach Lack gerochen und geschmeckt. Wie kann sich trotz großer Sorgfalt (Gärspund etc.) Vorlauf bilden? Ist ja wohl Vorlauf?! Danke für Ihre Antwort.
Hugo, mittelerde
27.Jän.2005 14:24:33
Ich weiß nicht, ob Sie mit "Lack" den Klebstoffgeruch (=Ethylacetat) meinen. UHU oder Patex riechen nicht nach Lack. Wenn es derselbe Geruch ist, haben Sie Vorlauf. Es muß zu Fehlgärungen gekommen sein. Wenn die Hefe sofort zu gären begonnen hat, ist das jedoch äußerst unwahrscheinlich. Was genau die Ursache war, kann ich ohne Ihre genaue Arbeitsweise zu kennen leider nicht sagen.
Eintrag Nr. 1959
Hallo Herr Schmickl,
sie schreiben das in gekauftem Wein oder Bier kein Vorlauf enthalten ist. Wie wird das erreicht?
Gruß, xxx
xxx, unbiskant
27.Jän.2005 11:06:26
Durch saubere Vergärung und Chemikalienzugabe.
Eintrag Nr. 1958
Hallo Herr Dr. Schmickl,
Kompliment zur Webseite und Ihrer Geduld!
Möchte bitte eine Frage hinzufügen: Wie wichtig ist es für den Geschmack, daß tatsächlich bis zum Beginn des Nachlaufs (91°) destilliert wird? Bei einem Brenndurchgang (hochgradig und supersauber eingemaischte Mostbirne nach 3monatiger Lagerung), bei dem ich "nach Geschmack" vorher (bei ca. 89°) aufgehört hatte, riecht das Destillat toll, schmeckt auch am Anfang sehr aromatisch, ist aber dann recht "hart" im Geschmack und Abgang. Vol % sind 43, Vorlauf ist - da bin ich sicher - sauber abgetrennt. Könnte die "Härte" vom zu frühen Aufhören kommen? Bzw. ist frühes Aufhören nicht im Gegenteil eigentlich förderlich für die Qualität des Destillats? Vielen Dank für Ihren Rat!
Brennrookie, Südlich der Nordkette
25.Jän.2005 11:04:49
Ja, Sie haben mit Ihrer Vermutung recht. Bezüglich Geschmack ist es wichtig, bis 91°C zu destillieren (= bei hochgradig bis ca. 55-57%vol), da die unterschiedlichen Aromen der Frucht nicht gleichzeitig, sondern in Abhängigkeit von der Dampftemperatur herauskommen. D.h. zu Beginn schmeckt das Destillat anderes als am Ende der Edelbrandfraktion. Hören Sie z.B. früher auf, so fehlt der entsprechende Aromenanteil, was dazu führt, dass der Schnaps "hart" schmeckt. Andere beschreiben dies als "nicht rund im Abgang" bzw. "frisch". Fazit: Früheres Aufhören ist keinesfalls für die Qualität förderlich.
Eintrag Nr. 1957
Hallo Herr Dr. Schmickl,
bezugnehmend auf Eintrag 1956: Mein Vonometer zeigt auch Werte an, die niemals stimmen können. Bei einem sauren Apfelmost, der kaum Alkohol hatte, zeigte das Vinometer 15% an. Wie kann man das Problem lösen?
Mit freundlichen Grüßen
Hartmut
Hartmut, BaWü
24.Jän.2005 14:51:22
Siehe Eintrag 1956, wenn die Werte dennoch falsch sind, so sollten Sie beim Hersteller bzw. Verkäufer reklamieren.
Eintrag Nr. 1956
Das Vinometer wurde richtig verwendet. Tests mit einem Vinometer haben ergeben, daß offenbar nicht alle richtig funktionieren. Ergebnisse der Messungen: Die Maische lässt sich über 15% nicht messen (6 Messungen). Eine 20% Alkohollösung zeigt das Vinometer stets mit 15% an (4 Messungen). 37,5 % Alkohollösung zeigt das Vinometer stets mit 21 % an(4 Messungen). Andere im Forum und in den Fachfragen haben aber offenbar mit dem Vinometer schon Messungen in Maische bis 22% durchführen können. So muß es wohl an der Kapillare liegen. Offenbar ist diese Kapillarmessung so empfindlich, daß kleine Durchmesserschwankungen in der Herstellung der Kapillare die Messungen verfälschen. Ich glaube nicht, daß die Kapillaren vor dem Verkauf auf die exakte Messgenauigkeit geprüft werden. Am besten ist es wohl von einem anderen Hersteller eine neue Kapillare zu kaufen bzw. so oft eine zu kaufen, bis man eine erwischt, die wirklich funktioniert. Dann kann man auch die Messung der verschiedenen Kapillaren vergleichen.
Nobby, Thürigen
24.Jän.2005 10:53:27
Ja, es werden leider oft nicht richtig funktionierende Vinometer angeboten. Es kommt aber auch darauf an, richtig zu messen:
1. Ein Vinometer kann bis maximal 25%vol Alkohol messen
2. Die Flüssigkeit muß vorher filtriert werden
3. Es darf nicht einmal das kleinste Luftbläschen in der Kapillare sein
4. Wenn Sie Werte miteinander vergleichen, so sollten die Flüssigkeiten die gleiche Temperatur haben
Eintrag Nr. 1955
Hallo, Herr Dr. Schmickl!
In Eintrag 1946 antworten Sie, um dem Destillat mehr Aroma zu verschaffen, sollten die Kerne mit eingemaischt werden(Kirsche).
1) Warum ist es hier bezüglich Methanol unbedenklich, die Kerne zu vergären?
2) Ist es generell unbedenklich, solange die Kerne/Steine unbeschädigt bleiben? Gerade bei Schlehen ist das Entsteinen sehr mühsam.
3) Gestern ist mir die Maische beim brennen 'übergegangen'. Mein erster Gedanke war, vor dem Steigrohr ein Sieb zu installieren - wenn sich das jedoch zusetzt, knallt es wohl! Wäre für mich der Antischaumzusatz die Lösung? Mein Brennraum faßt 30L.
4)Thermometerposition: Wie ist der 'höchste Punkt der Anlage' definiert? Ich habe oben auf das Steigrohr ein T-Stück glötet und dort mein Thermometer platziert, habe aber kein korrektes Ergebnis. In Ihrem Buch abgebildete Destillen haben das Thermometer am höchsten Punkt der Brennblase. Was ist nun richtig?
Vielen Dank für Ihre Antwort..
Thomas, Hannover
24.Jän.2005 06:12:07
ad 1: Kirschen enthalten keine Kerne wie z.B. Weintrauben, sondern Steine, die erzeugen kein Methanol.
ad 2: Ja, solange die Steine ganz sind, ist es in Ordnung.
ad 3: Nein, bauen Sie dieses Sieb nicht ein, es ist zu gefährlich. Verwenden Sie Antischaum (es genügen 2-3 Tropfen) und destillieren Sie langsamer. Oder haben Sie vielleicht den Kessel zu voll gefüllt? Bei 30 Liter Kessel zumindest ca. 10 cm frei lassen.
ad 4: Das Thermometer ist dort anzubringen, wo der Dampf - noch ungekühlt - am höchsten Punkt in der Anlage durchströmt. Dies ist die Höhe der Unterkante vom Geistrohr welches zur Kühlung führt. Unsere Anlagen gehen nach der Brennblase nur noch abwärts zur Kühlung, wir liegen ca. 1-2 cm unter dem höchsten Punkt (=Unterkante Geistrohr). Grund: Sie sollten auch die Dampfströmung berücksichtigen. Es nutzt der höchste Punkt nichts, wenn dort der Dampf nicht vorbeiströmt, z.B. wie bei einem toten Winkel. Siehe auch Eintrag Nr. 1947.
Eintrag Nr. 1954
Hallo Herr Schmickl
Frage zu Eintrag 1917 und 1918. Sie sagen wenn der Kühler zu lang ist kann ein Überdruck entstehen. Folglich änder sich doch dann die Temperaturen bezüglich Nachlauf oder? Ist das schlimm? Mein Kühlrohr ist 12 Meter lang und hat ein Durchmesser von 15 mm Zulang? Ich habe an meinem Edelstahlkesser ganz oben eine Öffnung zum Maische einfüllen. Ganz nahe daneben hab ich ein Rohrstutzen angeschweißt mit 3cm Durchmesser. Der Stutzen ist 5 cm lang und oben hab ich ein T-Stück angeschraubt (auf dem Bauch liegend). Rechts geht´s zum Küchler ca 50cm mit einem 28er Kupferrohr und lings ist das Thermometer eingesetzt. Also am höchsten punkt. Fragen ist an der Bauweise was falsch?
Martin, augsburg
22.Jän.2005 22:06:23
Ja, richtig, ist ein Kühler zu lang, entsteht beim Kochen ein Überdruck, dies erzeugt höhere Dampftemperaturen in der Anlage, was für die empfindlichen Aromastoffe nicht gerade vorteilhaft ist. Ja, die Temperatur können Sie beim Ablesen korrigieren. Ob Ihr Kühler überdimensioniert ist hängt vom Kesselvolumen ab. Bis ca. 20 l Kessel ist dies eindeutig zu lang. Die Bauweise ist OK. Achten Sie darauf, dass sich der Temperaturmeßpunkt an der Unterkante vom T-Stück, also auf der Höhe Unterkante-Geistrohr befindet. Dies ist der höchste Punkt, den der ungekühlte Dampf erreicht, d.h. nur dort entspricht die gemessene Temperatur dem Alkoholgehalt vom Destillat.
Eintrag Nr. 1953
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
Frage: kann man, wenn man kein fertiges Gemisch aus Hefe und Nährsalzen hat, einfach Teile einer Multi-Vitamin Tablette zur Maische (z.B. mit Backhefe) geben, darin sind ja auch Vitamine und Mineralien enthalten?
Gratulation zur tollen Seite und alles Gute.
Sebastian, München
22.Jän.2005 17:45:47
Nein, so einfach ist das leider nicht. Die Nährsalze sind speziell auf die Hefe und die verwendeten Früchte abgestimmt. Die Zusammensetzung ist eher mit einem Dünger als mit einer Multi-Vitamin-Tablette zu vergleichen.
Danke!
Eintrag Nr. 1952
Guten Tag Herr Schmickl
Ich habe mir mit Hilfe Ihres Buches eine 20 bis 50 Liter Anlage gebaut (komplett Edelstahl) auch die ersten Mirabellen und Äpfel aus Maische gebrannt geschmacklich gleich nach dem brennen sehr Aromareich. Jedoch nach einer gewissen Lagerzeit (in Glasflaschen unverdünnt) verliert sich das Aroma was habe falsch gemacht? Desweitern habe ich bei den Mirabellen in manchen Flaschen eine Eintrübung und an der Flaschenwand (bei allen) einen Ölfilm was ist das?
Ps : Das ist die Beste Website die ich bisher gesehen habe !!!!
Jens, Thüringen
21.Jän.2005 12:29:03
Die Eintrübung kommt bei vielen Obstsorten vor, das ist kein Grund zur Besorgnis. Im Schnaps selbst geht Aroma (wenn vorher vorhanden) an sich nicht mehr verloren, es kann jedoch sein, dass man es durch den dünnen Flaschenhals nicht mehr riecht. Nehmen Sie eine Probe des Destillates und sprudeln Sie diese mit einem Mixer oder Milchaufschäumer kurz durch. Ist das Aroma wieder da? Wenn ja, dann hat alles seine Ordnung.
Danke!
Eintrag Nr. 1951
Hallo an Alle,
Ich habe in einem Glaskolben trockene Rieslinghefe gefunden. Das hat mich überhaupt erst auf die Idee zum Selberbrennen gebracht. Bin bisher nur gutbelesener Theoretiker.
Meine Fragen:
1) Kann ich die Rieslinghefe brauchen um Maische anzusetzen und wenn ja, wie muß ich die Hefe vorbehandeln.
2) Läßt sich damit jeder Ansatz vergären (Obst etc.) oder lediglich Trauben?
3) Kann ich ohne großen Aufwand die Hefe selbst züchten, um nicht ständig neue kaufen zu müssen?
Vielen Dank für die vielen guten Tipps in diesem Forum. GENIAL!!!
Spellfire, Deutschland
20.Jän.2005 15:28:42
ad 1: Sie können mit Weinhefe auch anderes Obst vergären, obwohl Weinhefe nicht optimal für Maische zum Schnapsbrennen ist. Trockenhefe muß nicht vorbehandelt werden, allerdings kann ich nicht sagen, in welchem Zustand sich Ihre Hefe befindet.
ad 2: Ja, auch anderes Obst kann vergoren werden.
ad 3: Hefe kann nur mit relativ großem Aufwand unter sterilen Bedingungen gezüchtet werden.
Danke!
🙂
Eintrag Nr. 1950
Herr Dr. Schmickl, ich habe das Loch in dem Deckel meines Tourbotopfes, welches für das Überdruckventil vorgesehen ist, mit einer verzinkten Unterlegscheibe und Schraube verschlossen.Ca ein 2 € -Stück gross. Beim Destillieren ist der Zink abgetragen und nun sind Rostflocken im Destillat. Schraube und Scheibe sind auf der Topfinnenseite nur noch rostig. Das werde ich nun ändern. Muss ich das gewonnene Destillat wegen des abgetragenen Zinks und der Rostflocken verwerfen, oder repariere ich den Schaden durch Filtern und Überdestillieren.
Vielen Dank für ihre Antwort. Gruss aus Norddeutschland, Wuerb
wuerb, Norddeutschland
19.Jän.2005 22:28:14
Sie sollten das Destillat verwerfen. Zwar können gelöste Metallsalze nicht verdampfen (z.B. bei einer zweiten Destillation), aber sicher ist sicher.
Eintrag Nr. 1949
Moin moin!!
Ich habe vor mir in näherer Zukunft eine Destille zu bauen und habe ein paar allgemeine Fragen zum Brennen und zum Bau der Destille.
1. Muß die Destille aus Kupfer oder Glas sein. ich habe vor diese aus Nierosta zu bauen. Ist das möglich oder kommt es zu einer Geschmachsverfälschung.
2. Ich habe vor hauptsächlich "Geiste" zu brennen. Ich bin mir nur noch nicht ganz darüber im klaren wie das funktioniert. Legt man die Früchte einfach in Alkohol ein und brennt dann nach einiger Zeit?
3. Wozu ist der Aromakorb genau da?
4. Gibt es beim Brennen von Geisten eigentlich einen Vorlauf? Man benutzt doch gekauften Alkohol. Darin sollten doch keine Fuselalkohole vorhanden sein. Oder fast keine.....
5. Sollte man den Alkohol worin die Früchte eingelegt waren vor dem Brennen verdünnen (beispielsweise von 40% Vodka) runter auf 10-12%
6. Gibt es einen einfacheren Weg Methanol nachzuweisen. Im Labor haben wir Methanol als Borsäuretrimethylester nachgewiesen.
Jens, Papenburg (Ostfriesland)
19.Jän.2005 19:07:10
ad 1: Alle drei Materialien sind möglich.
ad 2: Bei Geisten kommt geschmackloser Alkohol in den Kessel, im Dampfraum befinden sich die frischen, getrockneten oder tiefgefrorenen Kräuter/Früchte. Wichtig dabei ist, dass die Pflanzen nicht im Alkohol ausgekocht werden, sonst kommt es zu Geschmacksbeeinträchtigungen.
ad 3: Um die Früchte im Dampfraum zu halten.
ad 4: Das hängt vom verwendeten Alkohol ab. Bei gekauften Korn und gekauftem Weißwein haben Sie keinen Vorlauf.
ad 5: Alkohol für die Geistherstellung sollte mit (Leitungs)wasser auf 12%vol verdünnt werden, sonst dauert die Destillation zu lange, die Pflanzen sind dann bereits ausgelaugt.
ad 6: Ein einfacher Test ist mir nicht bekannt, weil bei allen einfachen Tests der Ethanol stört.
Eintrag Nr. 1948
Hallo, ich bin absouluter Anfänger kann mir jemand erklären wie eine Destille genau aufgebaut ist? Welche Gefahren treten beim Schnapsbrennen auf? Ich bitte höfflichst um eine umgehende antwort! Ich bedanke mich herzlichst im voraus! Danke!
Klaus, Nordrhein-Westfalen
19.Jän.2005 18:39:21
Diese Fragen sind zu allgemein und umfangreich, um sie hier zu beantworten. Ich kann Ihnen das Buch Schnapsbrennen als Hobby (Menü links) diesbezüglich empfehlen.
Eintrag Nr. 1947
Sehr geehrter Herr Schmickl,
nach Studium ihres vorzüglichen Buchse tauchen immer noch Fragen bei mir auf:
Je ein Zwtschken- und Apfelbrand habe ich abgeschlossen und bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Allerdings hatte ich nie die von ihnen vorgegebenen Temperaturen einhalten können. Bei beiden Destillationen begann der Vorlauf erst bei 75°C (hiervon habe ich dann ca 10 ml als Vorlauf verworfen),dann folgte der Mittellauc bis 96°C und 45%, den Rest habe ich gesondert als Nachlauf gesammelt (ca. 30%-ig). Allerdings war auch der Nachlauf geschmacklich akzeptabel, lediglichein wenig wässrig leer.
Das Thermometer (habe ich vorher mit kochendem Wasser 100°C (wir liegen etwa 60 m ü.N.) geeicht) steckt in einem Korken, der wiedrum am oberen Ende des Steigrohres aufgesetzt ist. Das Thermometer ragt bis zu Anfang des Steigrohres in den Dom hinein.
Was ist daran evtl. falsch gemacht worden?
Herzlichen Dank
Porpiol
Porpiol, Nord
19.Jän.2005 15:08:24
Das Thermometer ist bei Ihnen nicht korrekt angebracht bzw. zeigt falsche Werte, denn bis 96°C kann die Edelbrandfraktion nicht gehen. Ihre Anzeige ergibt viel zu hohe Temperaturen. So wie Sie es beschreiben, ist das Thermometer zwar oben am Steigrohr angebracht, reicht aber bis unten in das Steigrohr, was falsch ist. Die Dampftemperatur wird nach unten immer heißer, weil nach unten auch der Wasseranteil im Dampf immer mehr zunimmt. Somit: Die Dampftemperatur entspricht nur dann dem Alkoholgehalt im Destillat, wenn auch an der höchsten Stelle gemessen wird, d.h. im Steigrohr ganz oben, an der Unterkante vom Geistrohr (ab hier wird der Dampf nur mehr abgekühlt, ohne dass sich die Zusammensetzung ändert).
Eintrag Nr. 1946
Lieber Herr Schmickl,
wir haben in ihrer tollen Brennanlage am Wochenende Sauerkirsch-Maische und Pflaumen-Maische gebrannt. Das Ergebnis war nicht toll obwohl besonders die Kirsch-Maische als Maische einen ganz tollen Geschmack hatte!! Weder der Kirschbrand noch der Pflaumenbrand hatten Geschmack – sie waren fast neutral!. Ich könnte weder Kirsche noch Pflaume rausschmecken! Ist das normal? Bei der ebenfalls gebrannten Mirabellen-Maische kam ein fantastischer Tropfen raus. Kann man aus der sehr gut schmeckenden Kirsch-Maische vielleicht einen Likör machen, damit das gute Zeug nicht umsonst ist!!?? Haben Sie evtl. eine Idee?
Klaus, Rheinland-Pfalz
19.Jän.2005 11:58:27
Daß Sie im Destillat keinen Geschmack haben, ist nicht normal, vorallem wenn die Maische gut geschmeckt hat. Mögliche Ursachen:
- die Früchte müssen überreif vermaischt werden
- bei den Kirschen unbedingt mit den Steinen maischen
- Langsam vergären, d.h. zwischen 15 und 18°C (ist es zu Warm, schmeckt zwar die Maische, aber nicht der Schnaps)
- bis 91°C destillieren
Sie können die Kirschmaische filtrieren und als Wein bzw. bei höheren Alkoholgehalt direkt als Sherry bzw. "Likör" servieren.
Eintrag Nr. 1945
Hallo Herr Dr. Schmickl
Ich habe jetzt vor meinen ersten Gäransatz, mit Zuckerwasser und einer billig Hefe vom Penny anzusetzen. Ich weiss das diese Hefe nicht so gut dafür geeignet ist und nur ca 6% schafft. wenn ich in diesen ansatz zusätzlich reines Vitamin c gebe, schafft dann die Hefe eventuell ein höheres Volumen?
Alkasch, Im Norden
19.Jän.2005 10:42:43
Wenn Sie Zuckerwasser vergären, müssen Sie immer Hefenhährsalze (Vitamine, Mineralien,...) hinzugeben, sofern es den Hefen nicht bereits beigemischt wurde wie z.B. unserer Turbohefe oder dem Gärfix. Die Zugabe der Hefenährsalze erhöht aber nicht die Alkoholresistenz der Hefen. Wenn Sie Ascorbinsäure (Vit. C) zugeben, wird das Ganze zwar sauer, was gut für eine reine Gärung ist, dies hat jedoch ebenfalls nichts mit der Alkoholresistenz zu tun.
Eintrag Nr. 1944
Hallo,
wir haben ca. 2,5 Liter Rauhbrand aus Kartoffelmaische (ca. 55 % Alc.) wg. intensivem "Nagellack"-Geruch ca. 14 Tage mit Aktivkohle behandelt.Jetzt ergab die letzte Messung nur noch ca. 22 % Alc.. Warum? Nach "Nagellack" riecht es immer noch ein wenig und es schmeckt auch so. Wir haben noch ca. 60 Liter Kartoffelmaische die ähnlich riecht. Was nun?
Danke für die Hilfe.
Gruss ELan
ELan, Ungarn
18.Jän.2005 16:04:33
Bei Nagellackgeruch hilft keine Aktivkohle. Es handelt sich bei diesem Geruch nicht um Aromen, die entfernt werden sollen (das wäre Aufgabe der Kohle), sondern um Vorlaufbestandteile. Sie müssen erneut destillieren und den Vorlauf abtrennen.
Bezüglich Alkoholgehalt: ein Rohbrand aus Kartoffeln mit 55%vol ist unmöglich, außer Sie arbeiten mit einer Kolonne.
Eintrag Nr. 1943
Guten Tag Herr Dr.Schmickl!
Ich habe ihr Buch mit großem Interesse gelesen und nun habe ich eine Frage. Warum soll man bei der Geistherstellung den Alkohol auf 10-12 Vol% verdünnen? Geht das denn nicht mit einfach destilliertem Alkohol?
Viele Grüße,
Klaus
Klaus Männel, NRW
17.Jän.2005 18:34:16
Stellt man einen Geist z.B. mit 40%vol Alkohol her, dann destilliert man 2-3 mal solange, als würde man 12%vol Alkohol verwenden. Die Aromen der Grundstoffe für Geiste - vorallem Kräuter und Gewürze - kommen bei der Destillation jedoch hauptsächlich am Anfang, destilliert man nun länger, kommen nur noch zerkochte Aromen in das Destillat.
Eintrag Nr. 1942
wo bekomme ich raus ob es underberg früher mal mit mehr als fünzieg prozent gab. würde mich über eine antwort freuen. danke und weiterhin alles gute
peter dittrich, nrw
17.Jän.2005 17:58:01
Bei der Firma erkundigen oder ein wenig googlen.
Eintrag Nr. 1941
Hallo Hr. Dr. Schmickl,

bezugnehmend auf Eintrag Nr. 1696: 2. Frage (Vorlaufester)
Ester ist doch eine Verbindung zwischen Alkohol u.
Säuren? Richtig? Ich habe das Destilat nochmals gebrannt u. den Vorlauf großzügig abgetrennt. (Kontrolliert mittels Vorlauftest) Ich bin aber nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Obwohl kein Vorlauf mehr enthalten ist, hat das Destillat eine Schärfe die mir so nicht bekannt ist. Offensichtlich hat das 2.mal brennen nichts gebracht. Oder wie sehen sie das mit diesen Ester-Verbindungen? Auf ihre fachkundige Antwort bin ich gespannt.
Schöne Grüsse aus dem Ländle
Kurt Vonach
Kurt Vonach, Vorarlberg
17.Jän.2005 17:52:41
Richtig, Ester bilden sich aus Alkohol und Säure. Der Vorlauf besteht aber sowohl aus Estern wie auch Aldehyden, der Vorlauftest zeigt dieses Gemisch als Summe Acetaldehyd an und nicht z.B. Ethylacetat (Ester). Wenn Sie großzügig Vorlauf abtrennen mußten bedeutet dies, daß in Ihrer Maische auch jede Menge Vorlauf enthalten war. Trotz Vorlaufabtrennung wird das Destillat immer einen Rest an Vorlaufsubstanzen beinhalten, die auch zu dieser Schärfe führen. Daher gilt immer: Fehlgärungen und Vorlauf bereits beim Gären verhindern bzw. minimieren, nur dann werden Sie ein erstklassiges Destillat erhalten.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

Kommentare sind geschlossen.