SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 2180
Hallo,
erstmal Dankeschön und Gratulation für Ihr tolles Buch! Es hat mir viel Freude bereitet es zu lesen.
Jetzt zu meinem Problem. Die erste Maische ist brennfertig, meine Destille leider noch lange nicht. Ich habe mir ein Kupferrohr, was angeblich auch für Wasserleitungen verwendet wird, im Baummarkt gekauft und verbaut. Das Destillat (testweise Wasser) hat einen ekelerregenden Kupfergeruch und färbt sich neuerdings grün.
Die Geschmacksveränderung kann man schon an dem Dampf riechen, wenn der Kühler nicht in Betrieb genommen wird. Ohne Rohr richt der Dampf ganz normal, die Geschmacksveränderung kommt also sicherlich aus dem Rohr.
Worauf muss ich beim Kauf eines Rohres achten?
Sind Edelstahlrohre besser geeignet?
Vielen Dank und Weiter so!
F Sander, NRW
09.Jul.2005 11:21:48
Danke!
Das ist giftiger Grünspan! Sie sollten auf die Kupferqualität achten, vielleicht wäre ein Fachhandel besser. Auch Edelstahl ist möglich, aber Kupfer eignet sich ebenso. Alle unsere Anlagen sind aus Kupfer, jedoch ohne Grünspan-Problem.
Eintrag Nr. 2179
Hallo !
Ich bin ein absoluter Neueinsteiger und möchte nun nachdem ich bereits im nebenstehenden Buch! (super)geschmökert habe, meinen ersten Versuch mit Zuckermaische starten.
1. 1Ltr. Wasser und ca. 450g Zucker müßten etwa 22% Alkohol in der Maische ergeben!
2. bekomme ich einen Vorlauf wenn ich das ganze mit Trockenhefe vergäre bzw. funktioniert das überhaupt mit Trockenhefe ?
3. Vergärt der Zucker komplett mit Trockenhefe bzw. wie lange ca. muß ich die Mischung stehen lassen auch wenn es nach ein paar Tagen nicht mehr blubbert oder ist dann die Hefe bereits KO?
4.Wo bekommt man richtige Gärhefe her? (Apotheke?)
So das waren nun viele offene Fragen vielleicht kann mir ja einer weiterhelfen !!
Besten Dank im Voraus
Gruß Jens
Jens Haidenthaller, Oberösterreich / Salzkammergut
08.Jul.2005 23:02:24
ad 1: Korrekte Berechnung.
ad 2: Wenn Sie einen Gärspund verwenden, haben Sie keinen Vorlauf. Vergärung bis 20%vol funktioniert nur mit der Turbohefe, nicht mit einer anderen Art von Trockenhefe (z.B. enthält auch Gärfix Trockenhefe).
ad 3: Wenn die Gärung beendet ist, dann schäumt es bei Umrühren nicht mehr, die Feststoffe schwimmen nicht mehr obenauf. Ist dies noch nicht der Fall gärt es noch, auch wenn es im Gärspund scheinbar nicht mehr blubbert. Lassen Sie die Maische im ausgegorenen Zustand ca. 1 bis 2 Monate stehen (bei Kellertemperatur).
ad 4: Siehe Produktliste...
Eintrag Nr. 2178
Hallo Herr Schmickl,
in aller Kürze möchte ich mich jedenfalls gleich dem hier angesammelten Lob für Ihr Seminar, Ihr Buch und die Web-Site anschließen und, nachdem ich jetzt schon so einiges an Beiträgen, Fragen und Antworten durchgelesen habe, auch ein paar Kommentare abgeben, die ebenfalls zum Teil als Fragen zu betrachten sind.
1)ad Fachfrage 2166, Hefe und Geschmack
Mir dünkt, dass sich die Art der Hefe schon auf den Geschmack auswirken sollte. Einerseits hab' ich dies in anderen einschlägigen Büchern gelesen und andererseits ist das sogar auf bestimmten Hefeprodukten angeschrieben (z.B. "erzeugt ausdrucksvolle, fruchtige Weine"). Konkret ist unter http://agrarinfo.aspdienste.de/internet/weinbau/weinbau.nsf/0/7a42923a401a30a2c12569dd003d20f0?OpenDocument zu lesen, dass bestimmte Hefen Terpenverbindungen synthetisieren können.
2)ad Thermometereinbau, Dist. "Classic", T-X-Y-Diagramm in ihrem Buch S.68
Beim Erstversuch mit der Distille Classic eines Freundes war der Thermometer falsch eingebaut und schaute zu wenig weit aus dem Stopfen heraus. Interessanterweise zeigte dabei das Thermometer bereits deutlich über 90 Grad an, als das erste Tropfen begann (Wein-Maische mit ~8%). Nach Korrektur des Einbaupunktes entsprechend Ihren Spezifikationen stimmte dann die Temperatur mit den Erwartungen überein. Dies ist aber verwirrend, denn, wie kann die Temperatur jemals "zu hoch" angezeigt werden, wo doch der höchste Punkt im Dampf der heißeste ist und genau dieser Punkt eigentlich der gesuchte ist?
Ein Blick auf Ihr o.g. Diagramm hat mich dann aber eher zur Vermutung gebracht, dass die erste Messung vielleicht doch die richtige war. Wenn man im Diagramm den zweiten Messpunkt betrachtet (bei etwa 13,1%vol), liegt dort die Siedekurve ja auch schon bei knapp unter 92 Grad. Insoferne kann ja bei einer 8%igen Maische unter 92 Grad gar nicht viel kommen, außer man hat beträchtliche Mengen Vorlauf und Methanol ?!
3) ad FF. 1364, Honig und Amylase
Honig enthält Amylase. Hab's auch gleich ausprobiert, es funktioniert. Allerdings weiß ich mangels geeignetem Equipment nicht, wie gut. Siehe auch http://www.chemie.uni-ulm.de/experiment/edm0403.html
Beim Herumgoogeln ist mir dann auch aufgefallen, dass Honig anscheinend auch Glucosidase enthält, die auf die Entstehung interessanter Geschmackskomponenten Einfluss haben soll (http://www.welt.de/data/2001/04/07/485163.html?search=glucosidase&searchHILI=1 oder http://www.stmlf-design2.bayern.de/lwg/keller-labor/info/aroma.html)
Wäre interessant, auszuprobieren, ob sich durch geringe Honig-Zugaben Geschmacksverbesserungen erreichen lassen. Ich habe aber den Verdacht, dass der Honig die falsche Art der Glucosidase enthält. Soyabohnen scheinen die richtige (Beta)Glucosidase zu enthalten. Naja, oder Mandeln 🙂 - bei süßen sollte ja das Amygdalin fehlen?!
4) ad Hefe, Vermehrung, Aufbewahrung
Ein Bekannter hat mir geschildert, dass die Hefe in mehreren "Betriebszuständen" arbeitet. Wie ich es verstanden habe, produziert die Hefe im "Normalbetrieb" Ethanol aus Zucker, aber wenn sie zusätzlich Sauerstoff zugeführt bekommt, "veratmet" sie den Alkohol weiter und reproduziert sich selbst in verstärkem Maße dabei.
Meine Idee war nun, mittels eines Wasser/Zucker/Turbo-Gemisches, das ich belüfte, die Hefe in erster Linie zur Reproduktion anzuregen und nach einer bestimmten Zeit das Ergebnis aufzuteilen und tiefgekühlt aufzubewahren. Wenn die Alkoholkonzentration im ursprünglichen Gemisch hoch genug ist dürfte es keine Vermehrung "falscher" Hefen geben, da die eh nicht überlebensfähig sind. Die eingefrorenen Teilmengen könnte man in regelmäßigen Abständen zum Vergären von Maische oder zum erneuten Vermehren verwenden. Wie lange wäre wohl eingefrorene Hefe wieder "zum Leben zu erwecken"? Mit so simplen Sachen wie Hefeteig funktioniert's ja einige Monate.
Vielen Dank im Voraus!
Ingo, Ö/St
08.Jul.2005 16:21:18
Danke!
ad 1: Laut einem namhaften deutschen Hefehersteller gibt es in Bezug auf Wein in Wirklichkeit nur zwei Geschmackstypen, obwohl viel mehr "unterschiedliche" Weinhefen in Fachhandel angeboten werden. Beim Wein hängt das Aroma und der Geschmack vom Boden, Reifegrad der Traube, Säuregehalt usw. ab. Probieren Sie's doch einfach aus, und Sie werden bemerken, dass in einem Destillat von Obstmaischen kein Geschmacksunterschied erkennbar ist (bei gleichem Obst, gleichem Alkoholgehalt der Maische, gleichem Gärprozess, gleicher Lagerzeit der Maische, gleichem Destillationsvorgang usw.).
ad 2: Eine Anzeige von mehr als 90°C beim ersten Tropfen kann nicht stimmen. Der Thermometereinbau, wie in der Beschreibung der Anlage angegeben, ist schon richtig. Bei 92°C sind Sie bereits im Nachlauf. Das im Buch enthaltene T-X-Y Diagramm gilt nur für ein reines Wasser-Alkohol-Gemisch, ohne jeglicher Verunreinigungen, unter Normaldruck usw. Es beschreibt also eine Art "Idealzustand". Die Kurve kann nicht mit den Meßwerten beim Brennen von Maische / Wein übereinstimmen, weil dies keine reinen Alkohol-Wasser-Gemische sind.
ad 3: Gibt man Honig zur Maische, so wird dieser - je nach Qualität - natürlich den Geschmack beeinflussen. Die Amylase ist nur zur Stärkevergärung notwendig, diese muß entweder als Amylaseprodukt zugegeben werden oder in Form von aktivem Malz. Ob Honig dafür genügt weiß ich nicht, ist aber eine durchaus interessante Idee.
ad 4: Wenn Sie nicht wirklich (Mikro-)Biologe sind, dann sollten Sie von der eigenen Vermehrung der Hefe Abstand nehmen, dies ist ein kompliziertes Thema und sehr schnell können sehr giftige Produkte entstehen. Ohne angemessenes Laborequipment (z.B. sterile Umgebung) und der entsprechenden Analysengeräte zur Überprüfung der entstandenen Hefen kann ich davon nur immer wieder abraten.
Eintrag Nr. 2177
Möchte mir Blutwurzellikör oder Schnaps selber machen. Habe mir schon Wurzeln besorgt. Vielleicht kann mir jemand ein oder mehrere möglichkeiten zum herstellen von Blutwurlikör oder Schnaps verraten.
Für eure Bemühungen bedanke ich mich schon jetzt
m.f.g.
Walter Lux
Lux Walter, Blutwurzellikör-Schnaps
07.Jul.2005 15:32:45
Sie können den Blutwurz am einfachsten in 50%vol Alkohol ansetzen und zumindest 2-3 Monate ziehen lassen. Soll es Likör werden, dann noch Zucker oder Honig und eventuell Milchprodukte (Sahne o.ä.) zugeben.
Eintrag Nr. 2176
Hallo!
Ich habe eine Whisky-Frage:
Ist Whisky in einer Glasflasche ungeöffnet ewig haltbar? Die Falsche steht nun schon seit mind. 15 Jahren in einem Kasten so herum. Ist der Whisky noch genießbar?
Danke!
Manu, Salzburg
06.Jul.2005 09:36:52
Schnaps kann nicht "schlecht werden". Aber natürlich verdunstet im Lauf der Jahrzehnte durch den Verschluss (kein Verschluss ist absolut dicht) der Alkohol. D.h. wenn Sie zu lange warten, kann es sein, dass der Alkohol "verschwunden" ist, obwohl die Flasche nie geöffnet wurde.
Eintrag Nr. 2175
Wieso empfehlen Sie zum Verdünnen eigentlich destilliertes Wasser und nicht Leitungswasser? Wenn ich jetzt (rein geschmacklich) das Leitungswasser mit dem destillierten Wasser aus dem Baumarkt vergleiche, dann schmeckt das Leitungswasser eigentlich viel besser.
Danke im Voraus
Richard, NÖ
04.Jul.2005 12:19:29
Leitungswasser enthält immer Mineralien, im wesentlichen Kalksalze. Salze und Mineralien sind in Alkohol unlöslich, es kann beim Verdünnen also zur "Schneeflocken"-Bildung im Schnaps kommen (tritt oft erst nach einigen Wochen auf). Weiches Wasser eignet sich natürlich sehr wohl zum Verdünnen. Im Zweifelsfall einfach ausprobieren.
Eintrag Nr. 2174
Hallo Herr Schmickl,
ich habe eine theoretische Frage zum Gesamtzuckergehalt in Abhängigkeit von der gewünschten Alkoholkonzentration.
Bei der Vergärung von 1000g Zucker entstehen 511g Alkohol. 1 Vol.-% Alkohol entspricht 7,9g Alkohol. Zur Erzeugung von 1 Vol.-% Alkohol in 1 Liter Wein/Schnaps benötigt man somit ca. 15,5g Zucker. In der Tabelle in Ihrem Buch entspricht 1 Vol.-% Alkohol ca. 19g Zucker. Ist meine Rechnung falsch bzw. wie kommt man zu den ca. 19g Zucker pro 1 Vol.-% Alkohol?
Danke im Voraus
Hans-Georg, Deutschland
03.Jul.2005 19:33:36
Dieser Zusammenhang wurde empirisch ermittelt. Es handelt sich dabei also um Praxis- und nicht um Rechenwerte.
Eintrag Nr. 2173
Warum wird das Destillat bei Verdünnung mit destilliertem Wasser trübe??
mfg
Waldemar
Waldemar, NRW
03.Jul.2005 13:37:51
Es können in wäßrigen Milieu schlecht lösliche Bestandteile des Destillates ausfallen, dies führt zu einer Trübung. Dies passiert oft bei Stein- und Kernobst und bei Zitrusfrüchten. Dieser Effekt ist normal und zeigt bei Zitrusfrüchten sogar an, dass viel ätherisches Öl enthalten ist (= viel Geschmack). Die Trübung kann mit den entsprechenden Filtern abfiltriert werden.
Eintrag Nr. 2172
Grundsätzlich is es ja möglich, anstatt zu destillieren das Ganze unter 0° abzukühlen und das Eis zu entfernen. Gibt es dazu Infos?
Schalautzer, Deutschland
02.Jul.2005 15:09:30
Siehe Menüpunkt "Diskussion", dort wurden diesbezüglich bereits Erfahrungen ausgetauscht (Suchfunktion benutzen).
Eintrag Nr. 2171
Guten Tag, Herr Dr. Schmickl,
Ihre Seite ist einfach Spitze. Viele Anregungen und Hinweise konnte ich Ihren Antworten schon entnehmen. Meine Frage heute: Macht es Sinn, weißen Spargel, den es zur Zeit bei uns in rauhen Mengen sehr preiswert gibt, mit dem Zauberstab zu pyrieren und zusammen mit 380 Gramm Zucker je Liter, Verflüssiger (wie viel?) und Biogen M zu einer Maische anzusetzen? Dass der Spargel weitestgehend geschält und sauber ist, versteht sich von selbst. Wie groß ist die Gefahr der Bildung von Methanol, wenn manche Spargelstangen "holzig" sind? Können Sie bezüglich der Verarbeitung von Spargel einen Tipp geben?
Vielen Dank und Viele weitere interessante Fragen
wünscht
Volker
Volker, Deutschland
30.Jun.2005 19:05:27
Danke!
Selbstverständlich funktioniert das. Verwenden Sie ca. ein Drittel Wasser und ca. 15-20 ml Verflüssiger auf 100 Liter, Biogen M wie sonst auch zugeben. Die holzigen Anteile können zur Vorlaufbildung führen, d.h. bei der Destillation die Vorlaufabtrennung beachten.
Eintrag Nr. 2170
Kann ich zur herstellung von Weizenkorn auch handelsübliches weizenmehl benutzen? Habe es mit geschroteten Braumalz (Weizen) + Amynlase versucht, hat aber nicht funktioniert. Die Gährung kam nicht richtig in gange und nach 10 tagen hat es irgendwie faulig gerochen. Hab die Maische dann weggeschüttet. Hätte auch gern ein erfolgreiches Maischerzept oder Erfahrungsbericht von Kornmaische.
Danke!
micha W, D
29.Jun.2005 17:35:04
Ja, die Gärung funktioniert auch mit Mehl. Sie müssen sich bei Stärkevergärungen immer genau an die Temperaturen halten, und keinesfalls die Hefe zu früh zugeben, wenn die Maische noch zu warm ist. Rezepte finden Sie unter "Rezepte", siehe z.B. Eintrag "Kornbrand im Infusionsverfahren" vom 23.11.2003. Nutzen Sie die Suchfunktion um weitere Rezepte zu finden.
Eintrag Nr. 2169
Hallo zusammen,
Ich lese bei ihren Einträgen öffers, daß Maische (egal welche) mit Zucker aufgebessert wird, Damit eine höhere Alkoholkonzentration entsteht.
Mich würde interessieren wie viel Zucker pro 100 L maische zugegeben werden kann ohne das das Aroma des Destilates leidet. Ich denke je mehr Schnaps aus einem Brand herauskommt, dest weniger Aroma. Ist das Richtig.
2. Frage wie schaut ein Aromakorb aus. Wie groß ist er und wo ist er befestigt. Kann er nachträglich eingebaut werden.
Danke im Voraus
Gerald, Burgenland/Österreich
28.Jun.2005 12:32:36
Anscheinend kennen Sie das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" noch nicht, da ist das alles sehr ausführlich beschrieben.
Es ist gerade das Gegenteil der Fall: der Zucker wird beim Gären in Alkohol umgewandelt. Je höher die Alkoholkonzentration, desto höher die Extraktionskraft, desto mehr Aromastoffe gehen in Lösung und desto mehr können folgedessen auch in das Destillat gelangen. Außerdem müssen hochgradige Maischen nicht zweimal gebrannt werden, man erspart sich also die Aromaverluste durch den zweiten Brenndurchgang. Je geringer der Alkoholgehalt in der Maische, desto mehr Aroma/Geschmack bleibt beim Destillieren im Kessel zurück. Fazit: hochgradige Maischen bringen mehr Ausbeute UND mehr Aroma. Turbohefe kann 380 g Zucker je Liter Maische in Alkohol umwandeln.
Ein Aromakorb ist eine Art Metallsieb und sollte immer dem Anlagendurchmesser entsprechen. Es wird nicht befestigt sondern in den Kessel gestellt (siehe Abbildungen bei den Produktbeschreibungen).
Eintrag Nr. 2168
Hallo,
ich bin immer noch am rätseln, ob ich die 2ltr Classic richtig "eingestellt" habe. Wenn ich im Supermarkt gekauften Wein destilliere, dann beginnt es bei ca. 77-78 Grad zu tropfen. Wenn ich nur Wasser destilliere, dann beginnt es bei ca. 92-93Grad zu tropfen. Das Thermometer lasse ich nach Beschreibung 2.5cm aus dem Stopfen rausschauen. Montiert schaut dann nur die rote Flüssigkeitskugel in die Destille. Wenn ich das Thermometer in kochendes Wasser halte, habe ich ca. 98 Grad (ca. 220m Seehöhe)
Kann das beim Wein doch eine geringe Menge Vorlauf sein? Ist die Temperatur beim Wasser "destillieren" nicht viel zu niedrig?
Danke im Voraus
Richard, NÖ
28.Jun.2005 08:09:50
98°C Thermometer sind ok. 92-93°C zu Beginn sind auch OK, danach sollte es aber auf ca. 97-98°C ansteigen. Die Anlage braucht immer ein paar Minuten - ebenso das Thermometer - bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hat. Das gleiche gilt auch für die 77-78°C. Gekaufter Weißwein hat keinen Vorlauf.
Eintrag Nr. 2167
Hallo Drs,
ich habe eine Frage bzgl. der Hochprozentigkeit der Maische. Sie schreiben, dass hochprozentige Maische die Aromen aus den Früchten besser extrahieren kann (-> Angesetzter). Nach Gärende und abgestorbener Hefe könnte man also prinzipiell geschmacklosen Alkohol zur Maische hinzugeben (d.h. in Richtung Angesetzter gehen).
a.) Gibt es hierzu Erkenntnisse, bis zu welchem Alkoholgehalt noch eine Geschmacksverbesserung möglich ist?
b.) Falls 20%ige Maische besser ist als 7%ige und Angesetzter bei ca. 50% ziehen gelassen wird, wo liegt das Optimum?
c.) Ab welcher Alkoholkonzentration habe ich ein Problem mit den Kunststofffässern, wenn ich den Alkoholgehalt der Maische erhöhe?
Verschärftes Lob zum Buch!
Gruß aus GER
steph, Deutschland
27.Jun.2005 19:35:40
Es macht keinen Sinn, eine Mischung aus Maische und Angesetzten zu machen. Einerseits bewirkt die Gärung, dass das Fruchtfleisch zersetzt wird (wodurch mehr "fruchtige" Aromastoffe freigesetzt werden) und andererseits bewirkt der hochprozentige Alkohol beim Ansetzen, dass auch unerwünschte (meist bittere) Geschmackstoffe ins Destillat gelangen. Je stärker der Alkoholgehalt, desto stärker ist diese Extraktion. Also: entweder (hochgradig) Einmaischen ODER Ansetzen. Dies zeigt auch die Praxis: ein Zwetschkenbrand aus hochgradiger Maische ist milder und schmeckt weitaus fruchtiger als aus herkömmlicher Maische, während ein Angesetzter mit Zwetschken und ca. 45%vol Alkohol nahezu geschmacklos ist.
Kunststofffässer können bis ca. 25%vol verwendet werden.
Danke!
Eintrag Nr. 2166
Hallo Herr Dr. Schmickl!
Ich habe Ihr Buch mit Begeisterung verschlungen!
Nun aber meine Fragen! Woher kommen die 91 Grad fÜr den Nachlauf? Wie wirkt sich Turbohefe auf den Geschmack aus? Ich meine, sie erzeugt einen sehr "Scharfen" Alkohol! Wie wirkt sich die Zuckerzugabe auf das Aroma des Alkohols aus?
Grüsse aus Niedersachsen Deti
Würde mich über Erfahrungsaustausch mit Turbohefe sehr freuen!
Deti, Niedersachsen
27.Jun.2005 19:23:49
ad 1) Dies ist ein Erfahrungswert.
ad 2) Wie jede andere Hefe wirkt sich auch die Turbo nicht auf den Geschmack aus.
ad 3) Ob ein Destillat scharf schmeckt oder nicht, hat nichts mit der verwendeten Hefe zu tun (siehe Buch). Fehler könnten sein: zu hoher pH, Gärgeschwindigkeit (zu hohe Temperatur), Sauberkeit der Grundmaterialien und/oder der Destillationsvorgang selbst.
ad 4) Wenn die Gärung richtig verläuft und sonst auch alles richtig gemacht wird, ergibt sich dadurch im Destillat ein mildes, viel intensiveres, frucht-typischeres Aroma (siehe ebenfalls im Buch).
Eintrag Nr. 2165
Hallo Herr Doktor Schmickl,
ich habe vor fast einem Jahr Apfelmaische und Zuckermaische angesetzt.
Ist beides hochprozentig (über 15%Vol.).
Kann ich die Maische noch verwenden? Wie ist denn das Limit für die Haltbarkeit von hochprozentigen Maischen?
Kann man generell sagen, solange kein Schimmel oder ähnliches zusehen ist kann man noch brennen?
Danke
Frank, Süddeutschland
26.Jun.2005 17:34:14
Hochprozentige Maische ist mehrere Jahre haltbar. Kosten Sie die Maische vorher, schmeckt sie gut, ist alles OK.
Eintrag Nr. 2164
Hallo,
ich bin Anfänger. Und habe mir eine Destille aus Kupfer selber gebaut. Wie und mit was reinige ich die Anlage bevor ich das erste mal brenne?
Danke in voraus
Gerd
Gerd, Deutschland
24.Jun.2005 21:02:01
Mit Spülmittel säubern, eventuell mit Wein einmal destillieren.
Eintrag Nr. 2163
Hallo zusammen
ich habe zusammen mit einem freund 20 liter apfelwein gemacht. nun ist das problem, dass wir nicht wissen, wie man die hefe mit möglichst einfachen mitteln da wieder rausbekommt.
MfG Sandro Hauri
sandro hauri, schweiz/aargau
24.Jun.2005 11:27:30
Den vollkommen ausgegorenen Wein zumindest 2 bis 3 Monate stehen lassen, danach die Flüssigkeit abziehen.
Eintrag Nr. 2162
Was eignet sich am besten zum Ansetzen von Nüssen
(Nussschnaps bzw -likör); Weingeist, Ansatzkorn, Wodka?
Wird der Alkoholgehalt vor oder nach dem Ansetzen auf den gewünschten Prozentsatz gemischt.
Danke für die Beantwortung
Martin, Niederösterreich
23.Jun.2005 14:46:01
Alle drei eignen sich, je geschmackloser desto besser, am geeignetsten ist also Weingeist. Setzen Sie in ca. 50%vol Alkohol an, ohne verdünnen destillieren, danach verdünnen.
Eintrag Nr. 2161
ich möchte jetzt einen Nussernen ansetzen. Denke, dass mir da aber eher der Likör zusagt - zumindestens glaube ich, dass es immer ein Likör ist, den ich da getrunken habe 🙂 Zwei Fragen:
1) empfiehlt es sich fürs Ansetzen auf 53% zu verdünnen od. soll ich gleich mit 96% Weingeist ansetzen
2) Auf wieviel % wird dann eigentlich ein Likör weiterverdünnt. Liege ich da mit ca. 25% richtig?
Richard, NÖ
23.Jun.2005 13:54:11
ad 1: setzen Sie mit ca. 45-55%vol an, Sonst ist die Extraktion viel zu stark.
ad 2: Ja, stimmt.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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