SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 2520
Hallo zusammen,
Heute brannte ich meinen Walnuss Schnaps, er richt fantastisch, schmeckt auch gut hat aber einen bitteren nach geschmack, hat jemand eine Idee wie ich den weg bekomme?
Ich will nicht schon wieder einen Jaegermeister daraus machen, dafuer ist er zu schade.
Guss und dank im voraus
Josef
Josef Beck, Australien
17.Jun.2006 05:36:58
Destillieren Sie den Schnaps nochmals.
Eintrag Nr. 2519
Habe mir kürzlich das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" gekauft, da ich demnächst Maische für einen Dirndlschnaps ansetzen will. Habe aber im Buch leider kein Rezept gefunden.
Da die Kornelkirsche meinem Gefühl nach eine Maische liefern wird, die mit ihrem Alkoholgehalt sicher unterhalb von maximal 5% liegen wird, würde ich es gerne mit einem Ansatz für hochprozentige Maische mit Zuckeransatz versuchen.
Wer kann mir ein Rezept nennen?
MfG Walter Rodenheber
Walter Rodenheber, Unterer Inn
10.Jun.2006 12:35:15
Gehen Sie wie im Rezept für Hagebuttenmaische vor bzw. wie für den hochgradigen Ansatz beschrieben. Für Kornelkirsche (österr: Dirndl) sind sonst keine Besonderheiten zu beachten.
Eintrag Nr. 2518
Hallo,
zur Herstellung von Himbeergeist habe ich Himbeeren mit 45%igem Weingeist angesetzt. Wie soll ich jetzt bei der anschließenden Destillation verfahren? Destillation mit oder ohne Füllkörperkolonne? Habe mal gelesen, dass bei einer Destillation ohne Kolonne das volle Aroma der Himbeeren in das Destillat übergeht.
Danke schon mal für die Antwort.
Viele Grüße
Wolfgang
Wolf, Bayreuth
03.Jun.2006 23:58:38
Ja, stimmt. Am besten gar keine Kolonne verwenden. Und wenn's nicht anders geht, auf jeden Fall ohne Füllkörper, es sein denn, Sie möchten geschmacklosen Alkohol erzeugen.
Eintrag Nr. 2517
Hallo Herr Schmickl,
ich habe bezugnehmend auf Eintrag 2515 noch ein paar Fragen:
Man nehme Buch, Seite 68, T-X-Y-Diagramm. Annahme ist, dass sich das Thermometer am Übergang zum Geistrohr befindet, jedoch wie anscheinend so oft vorkommend, nicht die korrekte Dampftemperatur misst. Ich sehe z.B. beim Herausziehen des Thermometers Flüssigkeitstropfen am Thermometer, die meines Erachtens theoretisch durch Rektifikationseffekte hervorgerufen werden. Möglicherweise verfälschen genau diese Vorgänge die Temperaturmessung.
Frage 1): Könnte dies sein?
Ich verstehe die Vorgänge so: Bei einer Anlage mit optimalem Thermometereinbau und einer optimalen Rektifikationsleistung erhalte die Taupunktkurve als Kurve zwischen angezeigter Temperatur und erhaltener Destillatkonzentration. Bei einer Anlage ganz ohne Rektifikationseffekte erhalte ich die Siedekurve.
Frage 2): Stimmt dies?
Wenn ja: Jede Anlage müsste also eine anlagenspezifische Kurve besitzen, die irgendwo zwischen Siede- und Taupunktkurve liegt. Ursache hierfür ist die nicht optimale Dampftemperaturmessung (s.o. Frage 1).
D.h. je nach Anlage habe ich in Abhängigkeit der Temperatur unterschiedliche Destillatkonzentrationskurven.
Diese Kurve kann man für jede Anlage während eines Destillationsvorgangs ermitteln (konstante Konzentrationsmessung).
Frage 3): Kann ich mit der gemessenen Destillatkonzentration meine Temperaturmessung korrigieren ("kalibrieren"), um die optimale Trennungstemperatur Edelbrand/Nachlauf anlagenspezifisch zu ermitteln?
steph, D
03.Jun.2006 13:07:09
ad 1: nein
ad 2: nein, das hat damit überhaupt nichts zu tun. Wird Dampf mit einer bestimmten Alkoholkonzentration abgekühlt, wird er ab einer gewissen Temperatur flüssig. Dies ist der Taupunkt. Wird dies mit unterschiedlichen Konzentrationen gemacht, ergeben diese Punkte die Taukurve. Wird hingegen Flüssigkeit mit einer bestimmten Alkoholkonzentration erhitzt, beginnt diese ab einer gewissen Temperatur zu sieden. Dies ist der Siedepunkt bzw. bei mehreren unterschiedlichen Konzentrationen ergibt sich daraus die Siedekurve.
Bei Normaldruck siedet reines Wasser bei 100°C und reiner Ethanol bei 78,5°C. Bei einem Ethanol/Wasser-Gemisch ergibt sich die beschriebene Siede-/Taukurve. Diese Werte sind physikalisch vorgegeben. Sowohl die Siedepunkte der Reinsubstanzen wie auch T-X-Y Diagramme von (beliebigen) Stoffgemischen können in jeder Chemiebibliothek abgefragt werden. Selbstverständlich sind alle Siedepunkte, auch von Stoffgemischen, vollkommen unabhängig von der Anlagenkonstruktion. Oder anders ausgedrückt: Wasser kocht immer bei 100°C, egal welche Form der Topf hat in dem das Wasser kocht.
ad 3: Natürlich kann man eine falsche Temperatur-Messung auf diese Weise "kalibrieren".
Eintrag Nr. 2516
Beim Weintrester brennen habe ich bei 94°C (eigentlich Nachlauftemperatur) immer noch 56%vol., der Geschmack ist nicht brandig.
Der Thermometer ist digital, und stimmt.
Kann das sein, daß dies an der Geometrie der Destille liegt. (25 l Einkochtopf, 20 cm Steigrohr, kurzer Liebig kühler).
Destillat schmeckt hervorragend.
Sollte in jedem Fall bei 91°C abgetrennt werden, oder hängt dieses Maß an der Schmickl`schen Destillengeometrie?
Könnte auch der Alkoholgehalt als Maß für die saubere Abtrennung verwendet werden?
Grappatina, Alta Suevia
29.Mai.2006 21:00:10
Wie in Eintrag 2515 und vielen anderen Stellen bereits beschrieben, kann der Alkoholgehalt über mehrere physikalische Größen gemessen werden (Dichte, Dampftemperatur, Brechungsindex usw.). Bei jeder Messmethode müssen jedoch einige Punkte beachtet werden, um auch den richtigen Messwert zu erhalten. Bei der Dichte (Aräometer bzw. Alkoholometer), sind dies z.B. die Temperatur der Messflüssigkeit, die Art der Ablesung (von oben, von der Seite oder von unten) und die Menge der gelösten Feststoffe (es sollte gar nichts gelöst sein). Bei der Temperaturmethode ist z.B. der richtige Messpunkt innerhalb der Anlage zu beachten. Der Alkoholgehalt - und damit auch die Dampftemperatur - hängt auch vom Höhenunterschied der Messstelle zur kochenden Flüssigkeit ab. Nur der höchste Punkt, wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt, hat den Alkoholgehalt vom Destillat. Wird die Temperatur am richtigen Punkt gemessen, ist der Messwert vollkommen unabhängig von der Anlagengeometrie.
Dass die Temperatur digital und nicht analog angezeigt wird, hat nichts mit der Genauigkeit des Thermometers bzw. des Thermoelementes zu tun. Leider wird durch eine digitale Anzeige die Genauigkeit der Messung oft nur vorgetäuscht.
Bei einer Dampftemperatur von 94°C ist der Alkoholgehalt viel geringer als 56%vol. Entweder wurde die falsche Temperatur oder die falsche Dichte gemessen (falls es diese Messmethode war, die diesen Wert ergeben hat).
Stimmt, der Alkoholgehalt kann als Maß für eine saubere Nachlaufabtrennung verwendet werden. Wie beschrieben wird über die Dampftemperatur dieser auch gemessen.
Eintrag Nr. 2515
Hallo Hr. Schmickl,
im Forum wird recht häufig über die Temperatur bzw. -Messung zur Abtrennung zwischen Mittel- und Nachlauf diskutiert.
Gibt es hierzu neben der Temperatur noch weitere Kriterien, die im Zweifelsfall heranziehbar sind?
1. Geschmack des Destillats
Ist schwer zu beschreiben und damit unpräzise.
2. Aktueller Alkoholgehalt des Destillats
Z.B. Abtrennung Nachlauf, wenn Destillat bei 35% liegt. Hierzu wird das Destillat ständig gemessen.
3. Alkoholgehalt des gesamten Destillates
Z.B. x% bei y% Maischegehalt. Hierzu wird das gesamte Destillat wiederholt gemessen.
4. Alkoholausbeute
Z.B. 80-85% des Alkohols der Maische sollte im Mittellauf landen. Beispiel: 1 l Maische mit 20% sind 200ml reiner Alkohol, 80% davon sind 160 ml reiner Alkohol, Abtrennung, wenn Destillat z.B. 270 ml bei 60% besitzt.
Evtl. kann man aus mehreren dieser Kriterien eine bessere Aussage machen, als nur die Temperatur heranzuziehen bzw. man kann seine Temperaturmessung überprüfen/kalibrieren.
steph, D
25.Mai.2006 20:55:59
ad 1: Ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium
ad 2: Genau das IST die Temperaturmethode, denn die Dampftemperatur ist abhängig vom Alkoholgehalt (dieser Zusammenhang wird vom Ebulliometer genutzt). Genauso abhängig vom Alkoholgehalt sind die Dichte (Aräometer), die Adhäsionskraft (Vinometer), der Brechungsindex (Refraktometer) und andere physikalische Größen.
ad 3: Nicht sinnvoll, da man vorher nicht sagen kann, wieviel Vorlauf abzutrennen ist.
ad 4: wie 3, macht nur Sinn, wenn man seine Maische schon kennt, d.h. wie gross die Vorlauf-Fraktion ist
Eintrag Nr. 2514
Lieber Dr. Schmickl!
Ich habe Ihr Buch vor einem Jahr gekauft und bereits einige Brände vorgenommen.
Mir ist aufgefallen, dass die Maische von verschiedenen Apfelsorten (am selben Tag eingemaischt, ähnliche Alkoholgehalte und am selben Tag gebrannt) ganz unterschiedliche "Siedetemperaturen" hat, der Edelbrand der einen beginnt schon bei ca. 80 Grad schnell zu tropfen, der andere erst bei 87 Grad oder darüber.
Gibt es eine Erklärung dafür?
Besten Dank
christian, Südtirol
25.Mai.2006 15:57:06
Jede Apfelsorte hat zumeist auch einen anderen Fruchtzuckergehalt, somit entsteht unterschiedlich viel Alkohol wodurch jede Maische bei einer anderen Temperatur zu tröpfeln beginnt.
Eintrag Nr. 2513
Hallo Doc,
nachdem was ich hier und in Ihrem Buch lese, müsste die Gesamtfraktion eines Geistes etwa um die 57% Vol. betragen - wenn alles korrekt verläuft.
Diesen Wert überschreite ich regelmässig um teilweise ca. 10% Vol. (Zuckermaische, 3-4 Monate gelagert,Vinometer zeigt ca. 17% Vol. an, 4 Liter Maische mit 1 Liter Wasser verdünnt -sollte ca. 12% Vol. ergeben- anschliessend bis 91 Grad gebrannt und abgetrennt). Das Ergebnis liegt immer deutlich über den von Ihnen genannten Werten. Mir ist bekannt, dass andere "Erzeuger" das gleiche Problem haben. Meine Anlage ist - nach allem, was ich hier lese- korrekt, eine mögliche Ursache drängt sich in der Messung des Vinometers auf. Vielleicht ist die Alk.-Konzentration der Maische doch höher als das Vinometer anzeigt.
Daher meine Fragen:
- konsequent bei 91 Grad abtrennen, auch wenn das Ergebnis bei z.B. 65% Vol. liegt oder
- durchbrennen, bis der Mittelwert von ca. 57% Vol. erreicht ist (auch wenn das Thermometer 94 Grad anzeigt)?
Danke für Ihr Engagement,
Gruss Hotte
Hotte, Schwarzwald
24.Mai.2006 12:24:29
Bei einer pot-still sollte ein Geist ca. 50-53%vol haben, wenn der Kesselinhalt vor der Destillation ca. 10-13%vol hatte.
Destillieren Sie ein Produkt, bei dem eindeutig klar ist, daß es z.B. 12% vol wie Wein hat, welche Alkoholkonzentration haben Sie nach der Destillation, wenn bis 91°C destilliert wird? Über 60%, so stimmt das Thermometer nicht. Sie sollten herausfinden, ob das Thermometer oder das Vinometer nicht OK sind bzw. die Messung nicht korrekt vorgenommen wird.
Eintrag Nr. 2512
Guten Tag Herr Dr. Schmickl
Nochmal zu Eintrag 2511.
Die Temperaturmessung In meiner Destille erfolgt an der höhchsten stelle, die der ungekühlte Damf erreicht(direkt vor der Unterkante des Geistrohres) und das Geistrohr steigt nicht weiter an, sondern ist nach unten abgeneigt.
Und deshalb weiss ich eben nicht woran die zu hohe Temperatur liegen kann.
Vielleicht kennen sie weitere mögliche Ursachen dafür.
Vielen Dank
Kevin, nrw
23.Mai.2006 15:52:00
Was lesen Sie ab wenn Sie 96%vol Alkohol destillieren? Hier sollte der Wert auch ein wenig unter dem Siedepunkt von Ethanol liegen. Ohne Bild der Anlage kann ich leider nicht mehr dazu sagen.
Eintrag Nr. 2511
Guten Tag Herr Dr. Schmickl
Ich habe ein Problem mit meiner Pot-Still,
denn die Temperatur stimmt nicht, der Mittellauf bei 12%igem Wein beginnt erst bei knapp 90 grad und der Nachlauf Erst bei 95 grad, und ich zweifle daran, dass es am Druck liegt denn bei Wasserdestillation messe ich genau 98 grad, wie es sein soll.
Die Destille hat einen 10 Liter Kessel, Kaum Steigrohr 3,5cm Durchmesser, Kaum Geistrohr 2,2cm Durchmesser, Dann Erfolgt kurz vor dem Kühler eine Reduzierung
auf 1,5cm, die der Dampf noch passieren muss, bevor er Gekühlt wird.
Kann sich in der Reduzierung so ein Druck
aufbauen, das die sidetemperatur um etwa
5 grad steigt?
und wenn es so sein sollte, warum messe ich bei Wasser 98 Grad?
Ich Messe an der Richtigen Stelle
(kurz vor derzum Geist Abzweigung rohr).
Lässt sich vielleicht die Temperatur bei Alkohol leichter durch Druck beeinflussen, als bei Wasser?
Wenn sie einen Grund dafür wissen würde ich mich sehr freuen, ich habe nämlich keine Ahnung woran es liegen kann. Eigentlich müsste es ja funktionieren und die Kupferfittings sind zu teuer um blind zu testen.
Vielen Dank im Vorraus!
Kevin, nrw
22.Mai.2006 20:17:52
Wenn Sie bei Wasser die richtige Temperatur messen, dann stimmt zumindest die Thermometeranzeige, da der Wasserdampf überall die gleiche Temperatur hat.
Die Temperatur vom Dampf einer kochenden Alkohol-Wasser-Mischung ist vom Alkoholgehalt des Messpunktes und dieser wiederum von der Höhe über der kochenden Oberfläche, eventuellen Einbauten in Kolonnen und sonstigen konstruktionsbedingten Faktoren abhängig. Nur die Dampftemperatur an der höchsten Stelle, wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt (= Unterkante der höchsten Stelle vom Geistrohr) entspricht dem Alkoholgehalt vom Destillat.
Wenn bei Ihnen also bei 12%vol im Kessel der erste Tropfen erst bei 90°C herauskommt, messen Sie viel zu tief. Oder im Kessel ist der Alkoholgehalt weitaus geringer.
Eintrag Nr. 2510
Hallo Herr Schmickl
Ich haben einen alten Brennhafen geschenkt bekommen. Leider ist der Boden innen total mit Angebranntem verschmutzt. Mechanisch bringe ich die Kohle nicht weg, auch nach längerem Einweichen (Wochen) nicht. Gibt es ein Rezept zum solche Rückstände entfernen?
Gruss, Daniel
Daniel, Schweiz
19.Mai.2006 16:40:16
In heisser Sodalösung einweichen, danach mit einer Metallbürste herausreiben. Am besten mit einer Bohrmaschine und entsprechendem Stahlbürsten-Aufsatz. Abschließend kann noch mit heisser Zirtonensäure gereinigt werden.
Eintrag Nr. 2509
Guten Tag Herr Schmickl,
da ich einige Obstbäume neu pflanzen möchte, bitte ich um einen Tipp welche Obstbaumsorten sehr gut zum Brennen geeignet sind. Speziell suche ich 2 Birnensorten, eine Apfelsorte sowie 2 Pflaumensorten.
Danke für den Tipp
T. Rogalla
Rogalla Thomas, Deutschland
16.Mai.2006 10:46:33
Apfel: Grafensteiner, Boskopp
Birne: Most- oder Weinbirne, Williamsbirne
Pflaumen: klassische Hauszwetschke, Kriecherln (auch bekannt unter Zieparten, Zieberln bzw. Haferschlehe)
Eintrag Nr. 2508
Hallo,
muss ich "Angesetzte" vor dem Destillieren auf 10-12 Vol% verdünnen, und warum? Soll der Alkoholgehalt vor dem Brennen immer auf 10-12 Vol% verdünnt werden, also auch bei Zucker- oder sonstigen Maischen? Über eine kurze Info wäre ich sehr dankbar. MfG Axel Wage
Axel Wage, Hannover
16.Mai.2006 10:33:03
Angesetzte und Maischen immer unverdünnt destillieren. Nur bei der Geistherstellung liegt der optimale Alk.gehalt bei ca. 10-12%vol.
Eintrag Nr. 2507
Hallo Hr. Dr. Schmickl !
angeregt durch Ihr tolles Buch habe ich auch ein paar Selbstversuche gestartet.
Ich habe auf dem Markt sehr gute Äpfel gekauft, gewaschen und ohne Stiel mit Turbo angesetzt, den PH-Wert auf 3 eingestellt sowie nach Anleitung mit Zucker gefüttert
und gut 3 Monate bei ca. 19°C gären lassen, regelmäßig gerührt sowie Alkoholgehalt gemessen.
Mit rund 21 % Alkohol abgebrannt bei 65°C die Flamme verkleinert die ersten Tropfen abgetrennt und bis 91°C weiter abgebrannt.
Voller Erwartung habe ich nun das Destillat mit destilliertem Wasser und Mixer auf 43% verdünnt. Da der Schnaps im Mund und Hals brannte habe ich dann weiter auf 40% verdünnt, doch leider stellte sich hier auch nicht der Wunsch nach einem milden Obstler ein. Aroma war auch so gut wie nicht vorhanden.
Mein großes Vorbild sind die Grappa von der Firma Poli ( soll keine Schleichwerbung sein ) die sanft im Mund und Hals sind und das bei 40%.
Nun meine Frage: Was habe ich falsch gemacht und was muss ich machen um einen „sanften“ Obstler zu bekommen den man gern und gut trinken kann.
Ich Dank im voraus F. Escher
Frank Escher, Schweiz
16.Mai.2006 09:02:58
Bei Äpfel hängt das Ergebnis sehr stark von der Apfelsorte ab. Nicht alle Äpfel ergeben ein befriedigendes Aroma.
- Wenn die Gärung beendet ist (Fruchtkuchen ist zu Boden gesunken), hochgradige Maischen vor dem Brennen unbedingt zumindest ca. drei bis vier Monate stehen lassen. Je länger desto besser.
- Verdünnen: während der Wasserzugabe je Liter ca. 1 min lang schäumend (!) Luft einmixen. Dies gelingt am besten mit einem elekt. Mixer oder Milchaufschäumer.
- Das Destillat zwei bis drei Wochen lang in Flaschen lagern, die nur mit einem Wattebausch verschlossen wurden, erst danach die Flaschen ganz verschließen.

Werden diese Punkte beachtet, ist der Brand sehr mild und gut trinkbar. Trotzdem noch folgender Hinweis:
- Lagerung: Die von Ihnen genannte Firma verkauft den Grappa sicher nicht sofort nach der Destillation, sondern erst nach ein bis zwei Jahren oder noch längerer Lagerung. Um Ihr Produkt damit vergleichen zu können, müssen auch Sie so lange Geduld haben.
Eintrag Nr. 2506
sehr geehrter herr schmickl
ich habe diese woche das erste mal birnenmaische (williams) angesetzt (anfänger). nun bin ich mir nicht sicher ob alles korrekt verläuft.
11 l fruchtbrei
4 l wasser (wahrscheinlich zu viel)
20 g turbo
51 ml biogen m
4,05 kg berechnete zielzuckermenge
1,35 kg zuckerzugabe sofort
die maische wird bei ca. 21-23 grad gelagert nach 2 tagen verkostet - herber geschmack 1,34 kg zuckerzugabe und kräftig umgerührt nach 4 tagen verkostet - leicht süßlich - schmeckt auch schon sehr alkoholisch - irgendwie weinartig. da ich noch keine erfahrungswerte habe würde ich gerne wissen ob ich auf dem richtigen weg bin? wie oft sollte man umrühren? ist täglich zu viel des guten? ist die lagertemperatur zu hoch? und
wenn der gärspund nicht 100% dichtet (blubbert nicht, maische jedoch schon), schadet das der maische mit einem herzlichen dank im vorraus
gru marx
marx, wien
12.Mai.2006 19:04:52
Klingt alles in Ordnung, alle 2-3 Tage umrühren genügt. Die Lagertemperatur ist etwas hoch, max. 19°C wären ideal. Wenn der Gärpsund nicht 100% dichtet, schadet dies der Maische nicht.
Nach Gärende noch drei bis vier Monate stehenlassen (ohne umzurühren) nicht vergessen.
Eintrag Nr. 2505
Hallo!
Ich habe Absinth gebrannt und sollte nach Rezept jetzt Wermut und Melisse in das Destillat geben um es grün zu färben.
Das letzte Mal wurde das Ergebnis eher gelb als grün!
Wie krieg ich ein schönes natürliches grün? Mit natürlich meine ich dass ich keine künstlichen Farbstoffe nehmen will.
Gruss Tobias
Tobias, Saarland
11.Mai.2006 19:46:46
Versuchen Sie es mit Weinraute. Frische Zitronenmelisse-Blätter ergeben ebenfalls eine Grünfärbung.
Eintrag Nr. 2504
hallo Herr schmickl
zum beitrag von mir muß ich noch eine korektur machen. es sind 1750 ml gewesen zum verdünnen. war´n tippfehler. ja und noch was ist mir an meiner distille aufgefallen. der abgang zum geistrohr ist ca. 8 cm lang und wagerecht. besteht aus drei immer kleinere werdenden übergangsmuffen bevor es abwärts geht richtung liebigkühler geht. dies ist sogesehen eine kleine steigung und zwar nach meinem messpunkt. könnte dies auch noch evtl. revluxeffekte haben. ?
karl, süden
10.Mai.2006 18:23:48
Nein, dafür ist die Steigung zu kurz.
Eintrag Nr. 2503
Hallo Dr. Schmickl!
Habe beim Einmaischen folgendes Problem:
14 kg Bananen überreif - braun / schwarz
14 Liter Wasser
Angesäuert mit Zitronensaft auf pH 4,30 - Maischetemperatur 21 °C;
Drei Tage später Biogen, Turbohefe, Verflüssiger lt. Rezept zugegeben; da
sich nach 24 Std. nichts "rührte", habe ich mit dem
Vinometer nachgemessen - leider schon 4,5 % Alkohol - nehme an, dass die
Turbohefe dadurch gleich abgestorben ist.
Habe ich mit einem Gärstarter noch eine Möglichkeit, die Gärung in zu
starten?
Danke für Ihre Antwort im vorhinein,
lg Hans
Hans, Oberösterreich
10.Mai.2006 12:12:45
Ja, machen Sie wie im Buch beschrieben einen Gärstarter, statt der
Orangen/Zitronen verwenden Sie jedoch Biogen M
Eintrag Nr. 2502
Hallo Dr. Schmickl
Ich habe eine birnenmaische abgebrannt. davor war´s eine pirsischmaische aus dosenobst.beide mit turbohefe und das brachte dann bei beiden ca. 17 % alkoholgehalt. nun mein problem, bei beiden maischen war der endgehalt 68-69 % im destillat. die messgeräte sind getestet. zb. am gekauften wein und an einem gekauften obstler. die gehen richtig. der messpunkt befindet sich an der unterkante des nach rechts abgehenden geistrohres. ich habe einen 20 liter alutopf mit einem deckel aus edelstahl. 5 mm dick, wo eine nut eingefräst ist und die dichtung eingelegt ist. hab die destille mit 12 litern befüllt und bei 60 grad die flamme klein gedreht. alles läuft dann bestens. vorlaufabtrennung auch ok, nicht ganz ein schnapsglas und edelbrand mach ich ab 79 grad. aber dann merk ich schon das der sehr hoch im alkoholgehalt liegt, weiß nicht mehr so genau, aber bestimmt bald 75 % . der nachlauf hat auch noch ca. 40 % . da kann doch was nicht stimmen ! bei 91 hör ich auf. das kesselthermometer zeigt mit dann auch ungefähr 96 grad an. am auslauf hört man es dann auch schon interwallmäßig blubbern. ich sag mal, es fängt bald an zu kochen. wenn ich das destillat, was bis dato echt hammermäßig zb. nach birne schmeckt aber noch ohne ende verdünnen muß, geht echt viel aroma verloren und das destillat wird zwangsläufig sehr trüb. ich habe bei 12 litern eine ausbeute von 2300 milliliter edelbrand und mußte den folglich mit 1350 milliliter destilliertem wasser verdünnen. kann der kessel evtuell noch nicht bertiebsthemperatur haben ? sollte ich evtl. schon bei 50 grad die flamme ganz klein stellen oder muß man immer schnell anheitzen ?
vielen dank im voraus für ihre mühe die sie sich immer geben.
gruß karl
Karl, süden
09.Mai.2006 19:35:19
Mit dem Aufheizen hat das nichts zu tun, ich denke, Sie messen eine falsche Temperatur und beenden daher die Destillation viel zu früh.
Eintrag Nr. 2501
Bei der Herstellung von Mango bin ich Spezialist und wage es Ihnen in der Antwort zum Beitrag 2492 zu widersprechen.
Wegen der Enzyme und der Geschmackstoffe in der Schale sollte man die unbedingt mitvermaischen.
Das Ergebniss schmeckt einfach wesentlich besser als ohne Schale. Auch der Verlauf der Gärung ist anders.
Man schneidet nur die schlechten Stellen heraus und vermaischt die ganze Frucht mit Schale.
Die Kerne lösen sich ohnehin von der Frucht und sinken auf den Boden. Was übrig bleibt ist nur noch ein Brei mit etwas Restschale, da sich das meiste auflöst. Kerne lässt man bei Brennen weg.

Es ist meiner Meinung nach nicht wichtig wenig Vorlauf zu erzeugen, sondern ein geschmackvolles Ergebnis.

Geschmack und Ergebnis hängen viel mehr von der Sorte und dem Erzeugerland ab. Man findet heute eine Unmenge verschiedener Mangos auf dem Markt. Eine meiner bevorzugten Sorten ist die indische Alfonso. Wichtig sind naturgereifte Früchte die sie in Europa nur schwer bekommen werden.
Die sonnenverwöhnten tropischen Mangos haben über weit über 20% Zucker und produzieren das beste Ergebnis. Meine Spezialität ist ein Mango Grappa. Da erzeugt der Name schon Aufmerksamkeit.

Wegen der Zuckermaische interessiert mich weshalb Sie diese 3-4 Monate stehen lassen wollen. Hier handelt es sich doch lediglich um geschmacklose Alkoholherstellung. Warum soll diese Geschmacklosigkeit nach 3-4 Monaten besser werden?
Max, Asia Pacific
27.Apr.2006 01:45:41
Danke für Ihre Hinweise. Anscheinend haben Sie das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" noch nicht gelesen.
Zu Ihrer Frage: Um Hefegeschmack zu vermeiden.
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