SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 2600
Hallo Herr Doktor,
heute nochmal einige Fachfragen an Sie. Ich möchte mir eine Brennanlage selber bauen. Ich werde dazu einen handelsüblichen Edelstahltopf mit ca. 12 Liter Inhalt nehmen und will mir von einem Bekannten den Deckel mit den zugehörigen Anschlüssen aus Kupfer anfertigen lassen (weil's einfach leichter zu bearbeiten ist). Das Geistrohr, schreiben Sie, soll ja so kurz wie möglich gehalten werden.
Nun die Fragen:
1. Sind Probleme hinsichtlich des "Materialmixes" zu befürchten?
2. Kann mit normalem Silberlot gearbeitet werden, oder gibt es, wegen der aggressiven Dämpfe, besser geeignetes Material?
3. Welchen Durchmesser müsste das Geistrohr bekommen?
4. Welche Länge, wieviele "Windungen" mit welchem Abstand und welchen Durchmesser soll die Kühlschlange bekommen?
5. Bezieht sich die Längenangabe der Kühlschlange auf das fertige Produkt (mit den Windungen) oder auf das zu beschaffende Ausgangsmaterial?
Viele Fragen, ich weiss, hoffe aber trotzdem auf Antwort.
michel vom norden, sh
07.Sep.2006 07:08:43
ad 1: nein
ad 2: diesbezüglich gibt es sehr gute Einträge in der Diskussion
ad 3: zumindest 1-2 cm
ad 4: Bitte Suchfunktion in den Fachfragen und Diskussionen benutzen
ad 5: Mit Länge ist die Rohrlänge gemeint
Eintrag Nr. 2599
Hallo Herr Dr. Schmickl!
Ich habe zwei Fragen zu Hefe und Maische:
1.) Nach dem Gärende senken sich die abgestorbenen Hefekulturen auf den Boden des Maischegefässes. Erreicht man eine signifikante Qualitätsverbesserung, wenn man diese Hefereste nicht mitbrennt? Können diese etwa einen "hefigen" Geschmack im Destillat verursachen, wenn es zuviel ist?
2.) Vereinzelt wird es vorkommen, dass man aufgrund kleiner Maischegefässe zuviel Hefe dosiert, die Angaben sind meist auf "hl" berechnet, und der eine oder andere mag denken "viel hilft viel". Vielleicht ist auch durch eine Gärstockung und das erneute Gärstarten mehr als nötig Hefe im Spiel. Hat die Überdosierung von Hefe eine wahrnehmbare Auswirkung auf das Destillat? Sollte man bei Überdosierung ggf. die Hefereste von 1.) nicht mitbrennen?
Für Ihre Antwort vielen Dank!
Grüße,
Horst Kurt
Horst Kurt, Bayer. Oberland
06.Sep.2006 17:54:38
ad 1) Nein. Allerdings macht es auch keinen Sinn, wenn man den am Boden klebenden Schlamm zugibt. Einfach die Maische vorher gut durchrühren und das was beim Ausleeren des Fasses nicht mitgeht, auch nicht mitbrennen.
ad 2) Nein, hat keine Auswirkung, da die Hefe sich sowieso vermehrt. D.h. am Ende ist immer gleich viel Hefe im Fass.
Eintrag Nr. 2598
Hallo zusammen,
ich habe eine Kirschlorbeerhecke im Garten die auch viele Früchte trägt. Kann man aus diesen auch Schnaps brennen? Ich habe leider nichts im Internet dazu gefunden! Für eine Antwort danke ich Ihnen recht herzlich!!
Gruß
Manuel
Manuel, Franken, Bayern
04.Sep.2006 20:57:22
Ja, können Sie. Allerdings ist der Schnaps dann giftig. Siehe http://www.giftpflanzen.com/prunus_laurocerasus.html
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
Eintrag Nr. 2597
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich habe ca. 50l Mirabellenmaische mit Turbo Hefe angesetzt. Die Maische hat relativ schnell angefangen zu Gären. Nach drei Tagen hat sich im Fass nichts mehr gerührt. Habe noch zwei Tage gewartet und dann gebrannt.
Mir ist aufgefallen das das Destillat bei ca. 84 Grad anfängt zu rinnen. Selbst bei 93 Grad schmeckt das Destillat immer noch prima und hat 60% Alkohol. Erst ab ca. 94 Grad schmeckt es flach. Gemessen wird elektronisch (Fluke 52). Mit einem geeichten Thermometer war das Ergebnis gleich. Der Messpunkt liegt an dem in Ihrem Buch beschriebenen Punkt.
Nun meine Frage:
Wieso habe ich keinen Vorlauf?
Warum läuft das Destillat erst ab ca. 84 Grad?
Wieso habe ich bei 93 Grad immer noch 60 % Alkohol?
Für eine Antwort danke ich im Vorraus.
HS, Bingen, Rheinlandpfalz
02.Sep.2006 11:36:26
Nach drei Tagen kann eine Gärung nicht zu Ende sein! Sie sollten diesbezüglich zuerst das Buch durchlesen.
Eintrag Nr. 2596
Hallo Herr Dr. Schmickl,
wie voriges Jahr möchte ich heuer wieder eine Vogelbeermaische ansetzen. Allerdings habe ich wie voriges Jahr das Problem, dass ich verunsichert bin, wann denn die Beeren wirklich reif sind und verwendet werden können. Letztes Jahr wollte ich auch zumindest bis Oktober warten, musste aber Mitte September feststellen, dass zum einen die Vogelbeeren bereits weniger wurden (wahrscheinlich die Vögel) und andererseits die Beeren zum Teil schrumpelig bzw. schwarz/faulig wurden. Auch heuer beobachte ich nun seit einigen Tagen, dass die Beeren wieder weniger werden und selbst auf fast 1000 m über NN zum Teil schon abfallen. Obwohl es erst Anfang September ist und ich in einer sehr sehr rauen Gegend wohne, scheinen die Beeren schon reif zu sein. Meine Frage: kann ich diese nun schon verwenden bzw. wie stellt man fest, wann Vogelbeeren reif sind. Herzlichen Dank im voraus.
Schoosch, Hinterholz 8
02.Sep.2006 11:31:24
Ja, Sie können die Beeren natürlich auch früher verwenden. Achten Sie darauf, dass die Beeren bei der Ernte zumindest nicht mehr ganz steinhart sind.
Eintrag Nr. 2595
Hallo Herr Schmickl. Zunächst vielen Dank für das großartie Buch und diese informative HP.
Zu meiner Frage, ich habe vor einigen Tagen einen Apfelwein gebrannt. Nach relativ wenig Vorlauf, trat eine geringe Menge eines sehr reinen, fruchtigen Destillats auf.Beim weiteren Brenen kam es zu einer schlagartigen mintgrünfärbung des Destillats. Der Geruch war weiterhin sehr gut, nur die Farbe machte mir sorgen. Kann dies die Folge einer Fehlgärung sein?
Mit freundlichen Grüßen,
Nils Hansen
Nils Hansen, Angeln
01.Sep.2006 13:31:11
Nein, Fehlgärungen erzeugen keine Farbe im Destillat. Dass die Farbe nicht von Beginn an aufgetreten ist und schlagartig begonnen hat, deutet darauf hin, dass etwas übergekocht ist. Beim nächsten mal die Heizleistung noch mehr reduzieren und/oder Antischaum benutzen.
Eintrag Nr. 2594
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl
Nach der Lektüre Ihres (sehr guten weil sehr informativen) Buches habe ich trotzdem noch ein paar Fragen:
1) Kann man eine mit Gärfix gestartete Obstmaische später noch nachzuckern und mit einem Turbohefe-Gärstarter zu einer Maische mit höherem Alkoholgehalt nachbessern?
2) Die Zugabe von Zucker ist für Abfindungsbrenner verboten, bei der Erzeugung von Fruchtwein jedoch erlaubt, weil dieser keiner Kontrolle durch das Zollamt unterliegt. Gehe ich richtig in der Annahme, daß bei der Meldung eines Brennvorhabens von Fruchtwein an das Zollamt (mit dem höheren Steuersatz) ich somit die Zuckerzugabe ganz legal durchführen kann?

Ihrem Buch habe ich auch entnommen dass ein höherer Alkoholgehalt in der Maische auch Aromen besser transportieren kann und somit ein besseres Endprodukt ermöglicht, daher hoffe ich auf eine positive Antwort und würde Ihnen gerne so bald wie möglich meine Bestellung für Turbohefe senden.
Besten Dank und freundliche Grüsse
von einem, der kein Schwarzbrenner sein will.
kein schwarzbrenner, wien
31.Aug.2006 22:02:56
ad 1: Ja, wenn der Alkoholgehalt der Maische kleiner als ca. 11%vol ist.
ad 2: Nein, dazu brauchen Sie ein Verschlussbrennrecht. Bei einem Abfindungsbrennrecht ist es generell verboten der Maische "alkoholbildende Substanzen" zuzugeben. D.h. Sie können zwar hochgradigen Wein herstellen, dürfen den aber nur brennen wenn Sie die entsprechende Genehmigung dafür haben.
Eintrag Nr. 2593
Hallo,
ich habe eine Frage bzgl. der Hefekulturen in der Maische. Ist es möglich, die Hefen wieder "einzusammeln" (z.b. Schaum) und für einen neuen Maischeansatz wiederzuverwenden? Ich habe nämlich ca 25 l Mirabellenmaische angesetzt mit Sherryhefe. Leider habe ich in Ihrem Buch diesbezüglich nichts finden können.
Für eine Antwort bin ich sehr dankbar.
Grüße
Pascal
Pascal, Hessen, Deutschland
31.Aug.2006 12:40:15
Die einzige einfache Möglichkeit wäre, einen Teil einer noch gärenden Maische (gut durchmischen) als "Gärstarter" zu einem noch nicht gärenden Fruchtbrei zuzugeben. Von allen anderen Zuchtversuchen können wir nur abraten wenn Sie kein ausgebildeter Biochemiker sind, da die Gefahr sehr groß ist, dass Fehlgärungen entstehen.
Eintrag Nr. 2592
Ich habe gestern 2,8 Kilogramm Vogelbeeren gepflückt.Möchte diese mit einem Stabmixer zerkleinern und wie im Buch beschrieben mit ca 230gr Zucker je Liter und Turbohefe einmaischen. PH-Wert mit Biogen-M auf 3-3,5.
Nun zu meinen Fragen.
1.) kann ich wärend die Gärung bereits begonnen hat immer wieder neue zerkleinerte Vogelbeeren der Maische zugeben?
2.) Gesamtzucker muss logischerweise dann auf die dementsprechende Menge Maische korrigiert werden, aber muss auch die Menge an Turbohefe korrigiert werden?
3.) Ist es besser die neu gepflückten Vogelbeeren ca 2-3 Tage ein einem neuen Gärfass "angären" lassen und dann erst dem ersten Maischeansatz zufügen (habe allerdings nicht so viele Gärbehälter)
Besten Dank und weiter so.
Kunibert, Im Wald
31.Aug.2006 07:35:43
ad 1: ja
ad 2: Hefe brauchen Sie nicht zu korrigieren, die vermehrt sich von selbst
ad 3: nein, direkt der Maische zugeben
danke!
🙂
Eintrag Nr. 2591
Hallo!
Möchte eine Maische für einen Schnapsbrannt ansetzen. Habe jetzt ein halbes Fass Mirabellen.
Da das brennen für ein Fass immer das gleiche kostet, ob das Fass voll ist oder nur halbvoll, nun meine Frage: kann ich die Mirabellen mit anderen Früchten mischen? wenn ja mit welchen?
Gruß Thorsten
Wich Thorsten, Oberfranken
30.Aug.2006 16:34:09
Das hängt ganz von Ihrem Geschmack ab. Z.B. für einen Obstler: mit Apfel oder Birne, oder beidem. Wenn Sie jedoch den reinen Steinobstgeschmack bevorzugen, dann wäre die (rote oder gelbe) Haferschlehe, auch Zieberl, Kriecherl oder Ziparte genannt, sehr empfehlenswert. Oder die blauen Kriecherln, Zwetschken oder Pflaumen.
Eintrag Nr. 2590
Sehr geehrter Herr Dr.Schmickl,
nach einigen exzellenten sortenreinen Obstbränden möchten wir abwechslungshalber mal einen Obstler versuchen.
Wir haben gelesen, dass die klassischen „Fränkischen Obstler“ immer nur aus Apfel+Birne bestehen, während in Österreich Zwetschge als Zusatz zu Apfel und Birne außerordentlich beliebt ist.
Unterschiedliche Angaben gibt es in der Literatur dazu, ob man die Früchte gemeinsam einmaischen sollte, oder die Sorten getrennt einmaischt und erst zum Brennen zusammengibt.
Wie ist Ihre geschätzte Meinung hierzu ?
Zu bedenken ist wahrscheinlich auch, dass man in Deutschland Maischen nach der zuckerhaltigsten enthaltenen Frucht versteuern muss. Das spräche ja dann (wegen der "teuren" Zwetschgensteuer) für ein getrenntes Einmaischen. Ist das korrekt ?
Gibt es eigentlich auch Apfel+Birne+MIRABELLEN Obstler ? Die müßten doch eigentlich einer Variante mit Zwetschgen sehr nahe kommen.
Für Ihre Erläuterungen sagen wir bereits im Voraus herzlichen Dank !
BrennDieter, Spessart
30.Aug.2006 15:19:22
Stimmt, Obstler gibt es in unterschiedlichsten Variationen, sowohl bezüglich der Fruchtsorten als auch der Herstellung (getrennt oder gemeinsam einmaischen).
Obstler sollten Sie gemeinsam einmaischen, dass bei der Steuer dann die Zwetschken berechnet werden ist korrekt. Aus diesem Grund wäre wiederum das getrennte Einmaischen sinnvoll. Gegen Mirabellen spricht als "Zwetschkenersatz" überhaupt nichts.
Eintrag Nr. 2589
Hallo Dr. Schmickl,
als Juliteilnehmer Ihres Brennseminars in Klagenfurt gestatten Sie mir folgende Frage:
Hat es eigentlich geschmackliche Vorteile Alkohol mittels Fruchtmaische (z.B.Vogelbeeren) zu gären, oder ist es empfehlenswerter die Früchte in Alkohol einzulegen (Mazeration).
Welche Früchte sollten besser vergoren und welche sollten mazeriert werden.
viele Grüße
ey
ey, dtschld
30.Aug.2006 15:13:13
Einmaischen sollte man die "klassischen Früchte" wie Apfel, Birne, Marille, Zwetschke, Kirsche, Beeren usw. Zum Ansetzen eignen sich Kräuter, Nüsse, Zitrusfrüchte, Beeren. Aber natürlich hängt dies auch von der Fruchtmenge ab: 100 kg Marillen wird man kaum ansetzen und 0,5 Liter Himbeeren nicht einmaischen. Bei Vogelbeere sind beide Varianten sinnvoll.
Eintrag Nr. 2588
Sehr geehrter Herr Schmickl,
ich habe dieses Jahr erstmals eine Maische aus Pflaumen angesetzt (ca. 140 Liter) und keine Zusatzstoffe beigefügt. Zunächst hat die Masse stark "geblubbert" und durchaus angehm gerochen. Seit kurzem ist nahezu kein Blubbern mehr zu vernehmen. Der Geruch hat sich jedoch stark verändert. Die Masse riecht nun essigartig. Was ist geschehen? Kann man daraus noch guten Schnaps brennen?
MfG
S. Endler
Stefan, Bayern, Bayerh
29.Aug.2006 19:36:10
Der Alkohol hat sich wegen der Wildgärung zumindest teilweise in Essig umgewandelt. Weiters sind Unmengen von Ethylacetat, Acetaldehyd und weitere Gifte als Abbauprodukte entstanden. Schade um die guten Früchte! Selbst zum Füße-Einreiben kann ein daraus gewonnener Schnaps nicht verwendet werden, weil diese Substanzen auch über die Haut vom Körper aufgenommen werden.
Eintrag Nr. 2587
Ich habe eine Frage bezüglich der Herstellung eines Vogelbeerbrandes, da ich Hobbyschnapsbrenner bin. Meine Ebereschen tragen dieses Jahr sehr viele Früchte, und aus diesem Grund würde mich interessieren, wie man einen Vogelbeerschnaps herstellt. Muss man die Früchte einmaischen oder sollten sie zuerst in Alkohol angesetzt werden und erst dann gebrannt werden? Ich würde mich über alle Tipps freuen, damit aus meinen Vogelbeeren ein hervorragender Brand wird.
Vielen Dank im Voraus
markus gutternigg, Österreich
29.Aug.2006 12:35:56
"-brand" bedeutet immer, das es einmal Maische war. "-geist" kann auch ein destillierter Angesetzter sein oder der klassische Geist, mit den Früchten im Dampfraum und dabei geschmacklosen Alkohol destillieren. Bei Vogelbeeren sind alle drei Varianten möglich. Auf Grund Ihrer beschriebenden großen Menge würde ich jedoch eine Maische aus den Früchten machen, genau so wie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" unter dem Rezept "Vogelbeermaische" beschrieben.
Eintrag Nr. 2586
Hallo!
Ich habe mir nach dem (allerdings abgeänderten) Rezept aus ihrem Buch einen Met angesetzt, den ich nicht destillieren, sondern als Wein trinken will.
Ich habe dazu 1,6 kg Honig, 3,5 L Wasser und 45 g Mehl in einem Ballon vergoren. Hefenährsalze hab´ich wie in der Packungsbeilage beschrieben zugesetzt, der pH-Wert hat gepasst.
Weil aber das Haltbarkeitsdatum der Portweinhefe wenige Wochen zuvor abgelaufen war, habe ich sie nach Packungsbeilage 4 Tage vor dem Ansetzen mit 0,25 L Apfelsaft und 20 g des Mehls vermehrt.
Beim Vermischen von Honig und Wasser ist die Temperatur, weil mein Thermometer kaputt war, auf ca. 60° statt der beschriebenen 50°C gestiegen.
Nachdem das Ganze aber auf 25°C abgekühlt war, habe ich Hefe, Nährsalz und das restliche Mehl untergerührt.
Die nächsten 6 Wochen habe ich bei gut 20°C den (mit Gärröhrchen verschlossenen) Ballon tägl. geschwenkt; die Gärung verlief allerdings sehr träge. Deshalb dachte ich, sie sei abgeschlossen, reinigte den Ballon vom Mehl-Hefesatz, den ich einen Tag absinken lassen hatte, und füllte den Met für weitere 3 Monate wieder ein und lies ihn stehen, damit sich Trübstoffe absetzen konnten.
Offensichtlich war aber die Gärung doch noch nicht zu Ende, denn vom Bodensatz stiegen nach einigen Tagen Blasen auf, was sich aber zunehmend beruhigte.
Heute habe ich den Met mit einem Schlauch abgezogen und in Flaschen gefüllt.
Was mich jetzt verunsichert ist der nicht eindeutig einzuordnende Geruch: Säuerlich, aber auch ganz leicht stechend (Einbildung?).
Meine Frage ist also: Kann es sich bei der beschriebenen Gärung um eine Fehlgärung handeln?
Und: Kann in einer als Wein verwendeten Maische so viel Methanol (oder andere giftige Stoffe) vorhanden sein, dass der Genuss schädlich ist? Ich bedanke mich im Voraus für eine Antwort!
P.S.: Lob für das Buch 🙂
Stefan, Bayern
28.Aug.2006 19:44:21
Laut Ihrer Beschreibung könnte sich eine Fehlgärung eingeschlichen haben oder ein Teil zu Essig umgewandelt worden sein. Sehr effektiv kann dies verhindert werden mit dem "Säureschutz", d.h. die Einstellung des pH-Wertes auf 3 - 3,5, also durch Zugabe von Säure. Laut Ihrer Beschreibung haben Sie jedoch nicht angesäuert. Deswegen ist es durchaus möglich, dass die Maische zum Teil verdorben ist, worauf der säuerliche Geruch auch hindeutet. Methanol wird kaum entstanden sein, da Honig keine holzigen Bestandteile hat.
P.S.: danke!
Eintrag Nr. 2585
Sg. Dr.Schmickl
Ich habe alles gelesen was so unter dem Suchbegriff Vogelbeeren gefragt und beantwortet wurde, habe aber leider keine Antwort auf folgende Frage gefunden. ich habe leider Nachbarn die meine Vogelbeeren genauso schätzen wie ich und ehe ich michs versehe sind sie abgeerntet. Ich habe nun begonnen sie etappenweise vorzeitig zu ernten um wengstens etwas einmaischen zu können. Ende August ist natürlich zu früh, obwohl sie schon ziemlich rot sind. In ihrem Buch beschreiben sie bei Ernte vor dem ersten Frost ein Gerbsäureproblem. Kann man dem ausser die Beeren tiefzugefrieren sonst noch irgendwie beikommen? Gibt´s da Zusätze für die Maische o.ä?
Besten Dank.
Friedrich Bischinger, Tirol
27.Aug.2006 17:57:51
Leider nein. Manchmal genügt jedoch auch eine Schlechtwetter-Periode mit tiefen Temperaturen und viel Regen, sodass die Beeren davon aufgeweicht werden. Ansonsten sollten Sie viel Verflüssiger zugeben und die Beeren so breiig wie möglich zu zerkleinern.
Eintrag Nr. 2584
hallo und guten tag herr schmickl,
wir wollen dieses jahr das erste mal unsere unmengen an mirabellen zu schnaps brennen "lassen". wir haben ein maischefass geliehen bekommen das ohne gärglas ist. in einem anderen beitrag habe ich gelesen das dies wohl kein problem ist. a b e r: muss ich der maische noch irgend etwas zusetzen? uns wurde nur gesagt, dreimal die woche umrühren und nach ca. 2 monaten, wenn sich der saft oben abgesetzt hat, dann sei es soweit dasm man brennen kann. wir sind ein wening ratlos und hoffen auf ihre hilfe.
herzlichen dank
und liebe grüsse
ingrid schmunk
ingrid schmunk, hessen
26.Aug.2006 18:43:53
Ein fehlender Gärspund ist schon ein Problem...
Wenn Sie keine Hefe zugeben, ohne Säureschutz arbeiten usw. usf., dann dürfen Sie sich über das Ergebnis nicht wundern. Schade um die guten Früchte! Am besten bis zum nächsten Jahr warten und inzwischen das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" durchlesen.
Eintrag Nr. 2583
Hallo Herr Dr. Schmickl,
erst einmal ein herzliches Dankeschön für Ihr gelungenes Buch. Leider konnte ich weder darin, noch in den Foren die Antwort auf meine Frage finden, daher hier über die Website.
Ich habe mich auf die "Geistherstellung" gestürzt und hierbei mit Wodka und Korn gute Ergebnissse (Himbeer- und Brombeergeist) erzielt.
Jetzt wollte ich gerne "geschmacksneutralen Alkohol", nach Ihrem Rezept herstellen.
Meine Fragen dazu:
1.) Wie lange muss die Zuckermischung gähren?
2.) Kann der gewonnene Alkohol dann (verdünnt) zur Geistherstellung verwandt werden. Wenn ja, wieviel Vorlauf (falls überhaupt) ist abzutrennen.
Vielen Dank.
Jung, Hessen
25.Aug.2006 07:37:55
ad 1: je nach Umgebungstemperatur 2-8 Wochen, danach 8 Wochen stehen lassen.
ad 2: Sie können die "Maische" zur Geistherstellung verwenden, vorher sollten Sie diese auf ca. 11-14% verdünnen. Kein Vorlauf. Es schadet jedoch nicht, wenn Sie ca. die ersten 10 Tropfen wegnehmen (bei Kesselinhalt von 1 Liter, bei mehr das entsprechende Vielfache).
Eintrag Nr. 2582
Hallo Herr Schmickl
Ich hätte da mal ein Problem - oder 2
1. In Ihrem Buch schreiben Sie bei der Zugabe von Turbohefe immer z.B. 1/4 Päckchen. Da ich nicht weiß ob die Päckchen immer mit der gleichen Menge gefüllt sind, könnten Sie mir sagen wieviel GRAMM Turbo z.B. in 40 Liter Zwetschgenmaische kommt? Hab jetzt mal 40 gr dazu gegeben.
2. Ich bin diese Woche ganauso plötzlich wie "Maria zu ihrem Kind", zu 120 Liter Zwetschgen (ergibt ca. 80 Liter zerstampte Maische) gekommen. Leider waren alle noch mit Stengel aber auch schon sehr weich, so das ich sie nicht mehr länger liegen lassen wollte. Da ich Spätschicht habe, konnte ich mir nicht die Zeitraubende Arbeit machen um die Stengel zu entfernen. Macht sich dies jetzt SEHR negativ bemerkbar im Gär -und Brennverlauf, oder ist das eher zu vernachlässigen?
Ansonsten habe ich die Zwetschgen gewaschen, BiogenM, Hefe, Hefenährsalz und Verflüssiger hinzugegeben.
Ersteinmal vielen Dank (zum X-ten Mal) im Voraus
Der Michel aus Lönneberga ;-))
Michel, aus Lönneberga
24.Aug.2006 20:40:00
ad 1: Die von uns angebotene Turbohefe hat einen Inhalt von 115g.
ad 2: Ja, das macht sich leider negativ bemerkbar. Wegen Ihrer Zugaben müssen Sie jedoch nicht mit dem Schlimmsten rechnen. Trotzdem sollten Sie beim Destillieren auf Vorlauf achten.
Eintrag Nr. 2581
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich habe ihr Buch nun schon 2mal mit Begeisterung gelesen und benutze es weiter als Nachschlagewerk.
Leider habe ich dort wenig, bzw. nichts über Holunder gefunden.
Interessieren würde mich zum einen die Zuckerzugabe. Ist es richtig, dass ich den Fruchtzucker komplett vernachlässigen kann und die maximale Menge für eine 20%ige Maische benutze?
Und was viel wichtiger ist. Wie ist es mit dem Vorbereiten der Beeren. Muss JEGLICHES Grün entfernt werden?
Damit ist man ja schon mal ne Woche beschäftigt, wenn man so 30-40L Maische ansetzen möchte.
Oder können kleinere Grünteile dran bleiben?
Gibt es irgendwelche Erntetips, geräte oder sonstiges, das einem die Arbeit wenigstens ein Wenig erleichtern kann?
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Grüße,
Dennis
Dennis, NRW
24.Aug.2006 18:18:24
Stimmt, der Fruchtzucker ist gering, ja Sie können ihn vernachlässigen. Ja, das Grün muß so gut es eben geht weg, wie im Buch beschrieben. Dafür gibt es mehrere Methoden, die alle mehr oder weniger gut funktionieren:
- mit einem Rebelrechen, welcher zum Pflücken von Heidelbeeren benutzt wird, abrebeln. Dies ist eine Art Kamm, der Abstand der Zinken ist ca. 1/2 cm. Wenn da die Dolde durchgezogen wird, bleiben die Beeren zurück.
- die Dolde über ein Hasengitter mehrmals hin- und herziehen.
- die Dolden inkl. Beeren in das Fass geben und mit einem Farbrühraufsatz für Bohrmaschinen in beide Drehrichtungen rühren. Das Geäst bleibt dann zu einem Großteil im Gestänge des Rühraufsatzes hängen.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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