SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 4200
hallo..., freunde des guten geschmackes, habe mir aus zucker(8kg)und 25 liter wasser und von prestige 48 house turbo yeast eine maische gebastelt,habe es nach ca. 10 tagen (19%)etwa 6 liter davon mit 20gr.sternanis, nur ab 81,5° - 91,5° gebrannt alles andere davor und danach verworfen,hat jetzt nach dem ersten brandt ca.56%, verdünnt mit destilliertem wasser auf 41% und es riecht teilweise doch etwas nach klebe wenn man die flasche öffnet und den riechkolben dranhält, der geschmack ist optimal ,allerdings stört mich am anfang der klebegeruch beim öffnen der flasche,ist das normal ? gruß 100%
100%, mond
14.Jul.2016 23:22:01
Dagegen hilft Lüften, Schnaps lagern oder die Zuckerwasser-Maische vor dem Brennen einige Monate stehen lassen.
Eintrag Nr. 4199
Hilfe! Ich habe aus 4 Litern 96,6% Primasprit und der Schale und dem Saft von 40 portugiesischen Zitronen (Wildwuchs, vollreif, garantiert ohne jede Behandlung, ohne Wachs etc.) einen hervorragenden Zitronengeist gebrannt. Das einzige Problem: Das Zeug wird beim Verdünnen mit demineralisiertem Wasser (Baumarkt-Qualität) schneeweiß. Habe wohlweislich erst mal einen Kleinstmengen-Versuch gemacht, so dass die Hauptmenge noch klar im Ballon steht. Was tun? Womit verdünnen? Dake!
Karl-Heinz Horn, D-NRW
08.Jul.2016 18:20:35
Die schneeweiße Trübung stammt vom ätherischen Öl aus der Zitronenschale. Stellen Sie sich vor, Sie kaufen einen vermeintlichen Ouzo, geben Wasser dazu und das Zeug wird nicht trüb. Was Sie da vor sich haben weiß kein Mensch, aber es ist mit Sicherheit kein Ouzo. Was ich damit sagen will: Der Zitronengeschmack eines Limoncello stammt vom ätherischen Zitronenöl, daher ist der Limoncello auch so trüb. Würden Sie Ihre Emulsion, also Ihr Gemisch aus Öl und Wasser, filtrieren sodass es klar wird (mit entsprechend feinen Filtern gelingt das), würde der Geschmack teilweise im Filter hängen bleiben und der Schnaps nicht mehr so intensiv schmecken. Sie sollten das nächste mal daher nicht 96%'igen Primasprit verwenden, sondern nur ca. 45 bis 50%vol, dann entsteht die Trübung erst gar nicht und Sie müssen auch nicht soviel Wasser zugeben.
Eintrag Nr. 4198
S.g. Herr Schmickl,
Ich suche jetzt schon einige Zeit vergebens nach Antworten auf ein paar Fragen:
Darf man in Österreich als Abfindungsbrenner Geist (aus Früchten, Kräutern, vielleicht sogar Gin?) herstellen?
Wenn ja müssen die Früchte/Kräuter wohl "aus dem eigenen Garten" oder "dem Wald" stammen, richtig?
Muss man dafür Alkohol (Agraralkohol? Also Kornbrand, oder wie?) zukaufen, oder kann man dafür auch Rohbrand verwenden?
Muss das ganze beim Zollamt gemeldet werden? Wenn ja wie läuft das ab?
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir ein bisschen weiterhelfen könnten. Danke!
LG Nick
NickNitro, Krems
04.Jul.2016 23:20:41
ad 1) Ja, sofern nur unvergorene Materialien verwendet werden.
ad 2) Das gilt nur für Früchte die zum Gären gebracht werden um daraus einen Brand herzustellen.
ad 3) Beides, also auch Rohbrand, daher stammt ja auch der Name für diesen Vorgang (siehe Pkt. 4). Eine in Österreich gekaufte Spirituose darf auch verwendet werden. Kurzum, es darf zur "Alkoholreinigung", so heißt dies amtlich, nur entsprechend versteuerter Alkohol benutzt werden, also nicht vom Duty-free Shop, nicht aus Italien und auch kein Wein.
ad 4) Ja, selbstverständlich, wie gesagt nennt sich das entsprechende Formular (mit Steuernummer-login online abrufbar) "Alkoholreinigung".
Für Fragen diesbezüglich wenden Sie sich am besten an das für Sie zuständige Zollamt.
Eintrag Nr. 4197
Hallo Herr Schmickl,
wie dick ist bei einer handelsüblichen Distille durchschnittlich die Wandstärke eines Brennkessels und verändert sich diese im laufe der Jahre?
Danke im Voraus
Alexander
Alex, NRW
30.Jun.2016 21:04:00
Das ist abhängig vom Kesselvolumen. 200-Literkessel sollten schon eine entsprechende Wandstärke haben. Bei manchen Tischgeräten ist es möglich nur mit dem Daumen das Blech einzudrücken, das ist ebenfalls zu dünn. Wenn Sie in den Kessel Flüssigkeiten einfüllen die das Wandmaterial auflösen und damit die Wandstärke verringern, machen Sie irgendwas falsch.
Eintrag Nr. 4196
Hallo Zusammen,
ich habe eine Frage zum zusammen löten der Kupferrohre und Bleche, welche Löttechnik wird verwende? (Weichlöten/Hartlöten) Ich würde Hartlöten. Und zweite Frage welches Lot benutzt Ihr? (ich würde Silberlot mit hohem Silberanteil nehmen).

Freue mich auf eure Antworten.
Alex, NRW
23.Jun.2016 15:19:52
Hartlöten, Silberlot
Eintrag Nr. 4195
Wie kann es sein, dass meine Zuckermaische nach dem brennen einen fauligen Geruch hat?
Florian, München
16.Jun.2016 21:41:30
Das kann nur am Brenngerät (nicht richtig gereinigt) oder an der Maische selbst liegen, z.B. war Alkoholgehalt nicht so hoch wie erhofft und die Maische hat zu faulen begonnen.
Eintrag Nr. 4194
Hallo Frau Malle & Herr Schmickl,
heute schreibe ich nach 1 ½ Jahren was aus Eintrag Nr. 4033 da hatte ich das Problem das mein Destilat aus Hollunderblüte gelbe färbung unter LED Licht hatte.
Nun habe ich mit der Neuen Destille (ist von Ihnen) ein wenig Hollunderblüte gebrant, dieses hatte keine trübung und erschien auch nicht Gelb, also muss mir vor 1 ½ Jahren der Kessel doch über geganngen sein.
Habe den Damals gebrannten nicht noch mal gebrannt nur vorsichtig abgefüllt in eine große Flasche mit Bügelverschluß und habe Eichenspan eingelegt, nun sind 3 Monate vergangen und man schmeckt immer noch nicht das Holz, muss dazu sagen das der Holunder Geschmack wirklich extrem Dominiert es ist lediglich eine Spur von Zitrone zu erahnen.
Aller dings mit 76% ist das Destilart auch nach Verdünnung 1 zu 1 noch sehr scharf, jetzt werde ich die künstliche alterung mit dem Milchschäumer anwenden und anschliessend berichten.
Und da ich im Keller noch sehr viel Maische stehen habe, werde ich mir eine größere Destille bauen (Schnellkochtopf) denn die 1 l Destille ist dazu doch zu klein für.
Ah ja meine Frage: wie lange kann man Maische eigenntlich lagern, die Birnen-Apfelmaische habe ich nun schon min 4 Jahre stehen.
LG Hans Peter aus Niedersachsen
Hans Peter, Niedersachsen
07.Jun.2016 14:41:51
Danke für den Nachtrag zu 4033!
Sofern der Alkoholgehalt der Maische höher ist als 16%vol, wirkt der Alkohol wie ein Konservierungsmittel und die Maische kann daher jahrelang gelagert werden.
Eintrag Nr. 4193
Hallo
Wenn ich Zirbenschnaps ansetz, muss ich das Wasser vorher zum Weingeist(96%) mischen das ich auf ca. 40% Alkoholgehalt komme oder erst nach der Ansatzzeit nach ca. drei Wochen.
Also:
Den Zirbenzapfen in reinen Weingeist(96%) ansetzen
oder
Alkoholgehalt auf 40% mit Wasser reduzieren und dann die Zirbenzapfen ansetzten?
Was ist hier die richtige Lösung?
Bernhard, Mühlviertel
04.Jun.2016 10:47:21
Prinzipiell ist beides möglich. Nicht so sehr bei Zirbenzapfen, aber bei anderem Ansatzgut (Beeren, Kräuter) besteht jedoch die Gefahr, dass der Ansatz mit 96%vol Alkohol bitter wird. Unsere Empfehlung ist daher den Ansatz mit ca. 50%vol zu machen. Jedoch würde ich in Ihrem Fall trotzdem beides ausprobieren um zu sehen was schlussendlich besser schmeckt. Es hängt natürlich auch davon ab wieviel Zapfen je Liter Alkohol verwendet werden. Unsere Richtlinie ist, das Ansatzglas ca. 1/3 mit Zirben zu befüllen.
Eintrag Nr. 4192
Hallo,
Ich möchte mein neues Hobby sicher ausführen und würde gerne erfahren wie ich mit einer 0,5 l Destille den Vorlauf sicher abtrennen kann. Ich würde auch gerne wissen wie viel ungefähr in fünf Litern Maische an Vorlauf enthalten ist.
Liebe grüsse
anonymus
Anonymus, D
26.Mai.2016 20:41:34
Beide Ihrer Fragen werden sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich in unserem Buch "Schnapsbrennen als Hobby" beantwortet.
Eintrag Nr. 4191
Hallo Herr Dr. Schmickl,
dank Ihres super Buches habe ich schon sehr gute Geiste hergestellt (Holunderblüte, Gin, Kümmel, Ouzo). Was mich immer wieder etwas stört ist eine gewisse Schärfe. Ich weiß ja, sowohl aus Ihrem Buch, als auch aus diesem Forum, dass man das durch sprudelnde Luftzuführung mildern kann, habe aber eine Frage dazu:
Senkt das nicht wesentlich den Alkoholgehalt? Ich kann meine Bedenken nicht wissenschaftlich begründen, aber für mein Verständnis fördert das die Verdunstung, vor allem die des Alkohols.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen
Jürgen, Griechenland
24.Mai.2016 08:43:15
Ihre Befürchtung ist vollkommen richtig wenn Sie diesen Vorgang in der Sauna durchführen. Bei Zimmertemperatur und für einige Minuten ist dieser Effekt zu vernachlässigen.
Eintrag Nr. 4190
Hallo Zusammen,
ich lebe in der Elfenbeinküste und habe aus frischem Ananas schon Edelbrände hergestellt. Diese sind meinen Freunden zu hochprozentig. Daraufhin habe ich einen Korn gebrannt und auf 50% verdünnt. Darin habe ich dann die Ananas eingelegt. Nun möchte ich den Aufgesetzten auf 25% verdünnen. Als Meßgerät fällt die Alkohol Spindel aus da die Dichte sich ja durch die Früchte verändert hat. Was kann ich da machen um den Alkoholgehalt zu bestimmen?
Salutation
Frank Knors
Cote d'Ivoire
Frank Knors, RK
16.Mai.2016 02:15:09
Um den Alkoholgehalt genau zu bestimmen muss eine Probe davon destilliert werden. Alternativ dazu kann der Alkoholgehalt auch abgeschätzt werden, dazu die Ananas möglichst gut auspressen, das Volumen der gesamten Flüssigkeit vom Ansatzschnaps abmessen und dann den Alkohol darauf beziehen. Rechenbeispiel: es wurde 1 Liter Korn mit 50%vol für den Ansatz verwendet. Nach dem Ansetzen hat sich das Volumen auf 1,2 Liter erhöht. Somit: 0,5 l 100%'iger Alkohol befinden sich jetzt nicht mehr in einem Liter, sondern in 1,2 Liter. Der neue Alkoholgehalt ist also ca. 0,5 / 1,2 * 100 = 42 %vol.
Eintrag Nr. 4189
Hallo Hr Dr.Schmickl
Ist es möglich dem frischgebrannten Schnapps die schärfe zu nehmem mit geringen Mengen Kaliummetabisulfit und somit überschüssiges Aldehyde zu binden?
Ich wohne in Neuseeland und es ist sehr schwierig hier solche fachliche Antworten zu kriegen, vielen Dank für dieses super Forum.
Oliver, Neuseeland
12.Mai.2016 10:46:18
Ein Versuch ist es sicher wert, jedoch genügt normalerweise Belüften bzw. Lagern des Schnapses (siehe Buch).
Danke! 🙂
Eintrag Nr. 4188
Hallo Herr Schmickl
ich habe eine frage zum Eintrag 3366, wenn ich Obst einmaische muss ich den Zucker in drei Portionen nachsetzten. Bei ihrer Antwort lese ich das so, dass ich die Melasse auf einen Zuckergehalt von 38,8 % verdünne und dann die Turbohefe zusetzte. Ist dann nicht zu viel Zucker in der Maische zum starten ???
Blackburn, NRW
09.Mai.2016 20:03:05
Die Antwort bezieht sich auf die original Gebrauchsanweisung der 8kg-Turbohefe, nur dass statt reinem Zucker die Melasse in Wasser aufgelöst wird. Natürlich soll der Zuckergehalt schlussendlich der gleiche sein wie der vom Rezept.
Eintrag Nr. 4187
Mal na Frage in die Runde, wieviel Alk bekommt mann aus 25 Liter Zuckermaische? Nach einmal brennen?
Danke schon mal für die Auskunft
Der Anfänger, Ost
08.Mai.2016 17:26:46
Das hängt vom Zuckergehalt des Zuckerwassers, der Alkoholtoleranz der verwendeten Hefe und der Abtrennleistung der verwendeten Destillationsanlage ab. Bei einer pot still und mit "8 kg" Turbohefe der Marke Prestige sind ca. 7 bis 8 Liter mit 43%vol (nach Verdünnung) zu erwarten.
Eintrag Nr. 4186
Hallo Herr Schmickl, Wie haven vor 12 Monaten 27l Birnenmaische nach Anleitung in Ihrem Buch hergestellt. Die Maische hatte 15%Alkoholgehalt und einen sehr angenehmen fruchtigen Geruch und Geschmack und wurde 12 Monate im Fass gelagert. Wir haben ca 100ml Vorlauf abgetrennt um auf der sicheren Seite zu sein und nach Verdünnen auf 42% 4,6l Ausbeute erhalten.
Wir waren vor dem Brennen sehr optimistisch, dass wir einen leckeren Birnenbrand erhalten würden, allerdings sind Geruch und Geschmack des Schnapses leider etwas enttäuschend. Der Brand reicht etwas muffelig (aber nicht klebstoffartig) und Praktisch kein Birnengeschmack vorhanden. Glauben Sie dass die Birnensorte einen Einfluss auf den Geschmack hat? Wir haben Peckhambirnen verwendet da wir in Australien keine Williams Christ oderPalmischbirnen finden können. Oder woran könnte der Mangel and Geschmack Ihrer Meinung nach sonst liegen. Vielen Dank für ihre Hilfe und Grüße aus Australien
Julia Fairweather, Australien
08.Mai.2016 14:59:52
Ja, das Aroma hängt bei Birnen sehr stark von der Sorte ab, daher sind Brände aus Williamsbirnen im Gegensatz zu anderen Birnensorten auch so weit verbreitet. Der muffige Geruch kommt wahrscheinlich von der (falschen) Hefe, wie im Buch beschrieben. Manchmal bildet sich das Aroma, vorallem bei Birnen, auch erst beim Lagern des Destillates richtig aus. Ich würde das Destillat daher zumindest einige Monate (besser länger) lagern und dann nochmals verkosten.
Eintrag Nr. 4185
Tag zusammen ich habe vor mir eine Destille zu bauen mit der ich mit einem Brand möglichst reinen Rohalkohol zur Geistherstellung aus zuckermaische gewinnen kann.
Dazu habe ich mir einen 5l Schnellkochtopf besorgt und ein 42mm Kupfersteigrohr mit einem 70cm Liebigkühler gebastelt.
Und in das Steigrohr kommt Edelstahlwolle als Packung.
Und ich benutze einen 1kw Gaskocher.
Jetzt habe ich aber noch einige Fragen auf die ich einfach keine Antwort finde.
1. Ich hatte die Idee das Steigrohr noch komplett zu isolieren und das obere firtel mit 6mm Kupferrohr zu umwickeln in dem ich dann das erwärmte Abwasser aus meinem liebigkühler von oben nach unten leite. Dass das Steigrohr konstant von oben nach unten wärmer wird.
Macht das Sinn, oder habe ich da etwas falsch verstanden?
2. Mein Steigrohr ist jetzt noch ca 2 m lang, was glaubt ihr wie weit ich es kürzen kann ohne das der reflux Effekt zu sehr flöten geht?
3. Wieviel Packung sollte ich verwenden bzw an welcher Stelle?
Ich hoffe mir kann da irgendjemand helfen mir raucht schon der Kopf vom vielen recherchieren 😅
Ps.
Ich habe mir als kleine Spielerei überlegt das warme Kühlwasser wieder aufzubereiten indem ich es durch einen Auto Wasserkühler leite und einen Ventilator davor stelle. Hat das schon mal jemand versucht? 😂
Skysplash, RE: Länge Steigrohr
06.Mai.2016 19:36:55
ad 1) Hier werden mir sicher diverse Blogger aus der Diskussion teilweise widersprechen, weil es beim Schnapsbrennen viele Varianten der Rektifikation gibt. Aber eine ideale Rektifikationskolonne ist ohne zu Wärmen oder zu Kühlen immer komplett isoliert, am besten wie bei Laborkolonnen mit einem gläsernen, verspiegelten Vakuummantel, ähnlich wie bei einer Thermoskanne. Verdampfen kostet Energie, Kondensieren bringt Energie. Innerhalb der Kolonne sollte beides in Gleichgewicht zueinander stehen, ohne Energieaustausch mit der Umgebung. In der physikalischen Chemie wird dieser Idealzustand "adiabatische Zustandsänderung" genannt (--> wikipedia). Über der Kolonne befindet sich ein Rückflusskühler, der das gesamte Destillat wieder zurückleitet. Über einen Dreiweghahn wird dann das Rücklaufverhältnis eingestellt, z.B. 1 Tropfen in die Vorlage und 5 Tropfen zurück in die Kolonne. Je schärfer das Rücklaufverhältnis, desto reiner wird die jeweilige Fraktion vom Destillat werden. Wichtig an dem Ganzen ist eine sehr genau regulierbare Heizung, nicht dass beim Kochen zuviel Dampf entsteht und dieser dann quasi bis oben durch die Kolonne durch bläst ohne im Inneren zu Kondensieren und wieder zu Verdampfen.
ad 2) Das hängt vom Durchmesser der Kolonne und von der Geometrie der Packung bzw. der Füllkörpern ab. Sie können z.B. auch Schraubmuttern o.ä. ausprobieren. Je größer der Durchmesser und je "leerer" die Kolonne, desto geringer der reflux-Effekt.
ad 3) Die komplette Kolonne befüllen.
P.S.: ja, so was ähnliches gibt's. Siehe z.B. Fotogalerie, Bild 172. Hier wird der Spiralkühler mit einem Ventilator gekühlt.
Eintrag Nr. 4184
Sehr geehrter Herr Schmickl,
ich habe eine Frage die die Geistherstellung betrifft.
Wieviel Abstand sollte zwischen Maische und Aromakorb sein. Beim Himbeergeist ist mir die Ausbeute etwas gering, das Destillat fängt sehr zeitig an muffig zu schmecken.
Vielen dank im voraus für die Antwort.
Andy, Sachsen-Anhalt
01.Mai.2016 18:11:18
Es ist ausreichend wenn vor dem Destillieren der Boden des Aromakorbes die Flüssigkeitsoberfläche berührt, beim Brennen wird der Flüssigkeitsstand sowieso immer niedriger. Der muffige Geschmack hängt also nicht damit zusammen, ob sich zwischen Aromakorb und Flüssigkeit ein Abstand befindet. Der muffige Geschmack stammt sehr wahrscheinlich vom Kesselinhalt unterhalb des Aromakorbes.
Eintrag Nr. 4183
Danke an den Doc für die fantastische Schulung,
hier eine kurze Frage zur Likörherstellung:
Wenn ich aus einem Ansatzschnaps einen Likör herstellen möchte und mit Invertzucker arbeite, welchen Einfluss hat das auf dem Alkoholgehalt des Likörs, bzw. befindet sich im Invertzucker mit 72,7mas% noch Restwasser?
Grüße aus Berlin B)
Limonadier, Berlin
25.Apr.2016 07:08:09
Alkoholgehalt wird in %vol, also Volumenprozente angegeben. Es ist dabei nicht definiert, dass der Rest ausschließlich Wasser sein muss. Wenn Sie also das Volumen der gesamten Flüssigkeit durch Zugabe von flüssigem Invertzucker vergrößern, verringert sich auch entsprechend der Alkoholgehalt. Somit: wird zu einem Liter 50%vol Alkohol ein Liter Invertzucker gegeben, ist die Mischung zwei Liter mit 25%vol Alkohol.
Eintrag Nr. 4182
Vorneweg:
Bitte mich nicht töten für diese ketzerische Frage =)!
Ausgangslage:
Habe ca. 3L Whisky mit 55% Alkohol aus einem Brennversuch erhalten. Rezept -> siehe Link http://www.schnapsbrennen.at/rezepte/20160306111314-01.html#20160306111314-01
Problem: Obwohl Rauchmalz verwendet wurde hat der Whisky fast keine Raucharomen.... (nächster versuch wird mit mehr Rauchmalz)
Ketzerische Frage: Für Grillsoßen und Marinaden habe ich zuhause eine kleine Flasche Flüssigrauch stehen -> verleiht dem Grillgut eine schöne Rauchige Note.... Hat schon mal jemand versucht Whisky diesen Flüssigrauch zuzugeben um mehr Raucharoma zu bekommen?
Habe dazu im Forum leider nichts gefunden...
Mfg
Bob
bob, eu
20.Apr.2016 10:19:10
Genau so etwas hat mir einmal eine Seminarteilnehmerin erzählt: ihr Bekannter vermischt Alkohol mit ein paar Tropfen käuflich erhältlichem Raucharoma. Das Ergebnis soll angeblich tatsächlich Whisky-ähnlich schmecken. Was-es-so-alles-gibt... Seitdem weiß ich endlich woher der grausliche Geschmack der BBQ-Saucen von Fastfoodrestaurants stammt. Also mein Fall ist sowas nicht, würde auch niemandem empfehlen es zu tun, außer um als Mutprobe dem Geschmackssinn das Fürchten zu lehren.
Eintrag Nr. 4181
Eintrag Nr. 4137:

Hi Mr Schmickl,
Habe zwei Maischen eine Apfel, eine Zucker ( für Ansatz ). Die Apfelmaische Messungen geben folgende Ergebnisse
0% Zucker Klosterneubürger Waage, pH ist 3.3 und der Alkoholgehalt lt Kapillar Alkotester ist 20 % aber der Eintauch Alkotester zeigt nur 5 % Alkohol???????? Was stimmt???? aber die Zuckermaische erreichte mit der TURBO Hefe nur 10 % so setze ich einen Gärstarter lt ihrem Rezept an mischte ihn in der stürmischen Phase mit der Maische und nun sind die Werte sehr verwirrend, 25 % Alkogehalt im Kapillar Tester ) 0 oder minus % mit dem Eintaucht Tester, Rest Zucker mit der Klosterneuburger Waage 6- 7 % und de pH Werte ist 4,5. Was stimmt? was habe ich falsch gemacht? hätte ich den pH Wert während der Gärung reduzieren sollen? Für Ihre wertvolle Antworten Dankt der Österreichischer Ire
Fritz

Fritz RINAGL, Ireland
07.Dez.2015 19:43:59

Falsche Anwendung der Messgeräte, siehe Buch! Zucker verändert die Dichte und Alkohol auch. Daher kann in einer Messflüssigkeit die beides enthält sowohl das Alkoholometer alsauch die Klosterneuburger Mostwaage nicht wirklich sinnvoll eingesetzt werden. pH-Wert hat nichts mit Zuckergehalt zu tun, nochmals: siehe Buch!
Weil Sie schreiben "Ireland", das Buch gibt's jetzt auch auf Englisch! 🙂 Titel: "The Artisan’s Guide To Crafting Distilled Spirits" ISBN: 978-1943015047
Ich studierte ihr Buch sehr genau und kann die Antwort zu meinen Fragen dort nicht finden, daher bat ich sie um Hilfe. Bitte sie daher nochmals um einen praktikablen und verständlichen Tip mit welchem Messgerät ich nun den tatsächlichen Alkoholgehalt bestimmen kann. Wenn sie mir schreiben falsche Anwendung der Messgeräte - welche sind denn dann die Richtigen?
Danke für Ihre Experten Hilfe Stellung im Voraus.
Ich bin Osterreicher der seit zwanzig Jahren in Ireland lebt und habe ihr Buch in deutsch werde aber für meine Irischen Freunde des Schnapsbrennens die englische Version kaufen.
Danke und herzliche Grüße von der grünen Insel

Fritz
Fritz Rinagl, Ireland
15.Apr.2016 13:05:19
Aräometer: ist der Überbegriff für Dichtemessgeräte (Senkwaagen). Davon gibt es viele verschiedene Arten: für Autobatteriefüllung, Honig, Bierwürze, Essigsäure, Zuckergehalt, Alkoholgehalt usw. Somit: wird Wasser mit Alkohol vermischt verändert sich die Dichte. Wird Zucker in Wasser aufgelöst verändert sich ebenfalls die Dichte. Da sowohl Alkohol als auch Zucker die Dichte der Flüssigkeit verändern, kann somit ein Alkoholometer (Aräometer für Alkoholgehalt) nur in zuckerfreien Flüssigkeiten (somit Destillate) sinnvoll eingesetzt werden, eine Öchslewaage (Aräometer für Zuckergehalt) nur in alkoholfreien Flüssigkeiten (somit unvergorene Fruchtsäfte). Der genaue Alkoholgehalt kann in einer Maische, in der Alkohol UND ZUGLEICH Zucker enthalten ist, also ohne vorherige Destillation nicht bestimmt werden. Natürlich gibt es auch einfache Methoden, ohne vorherige Destillation, um den Alkoholgehalt zumindest grob abschätzen zu können, z.B. Messung mit einem Vinometer. Dies alles steht soweit auch im Buch.
Eine andere Methode, mittels Oechslewaage, wird im Diskussionsforum von "der wo" sehr ausführlich beschrieben, siehe dort.
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