SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3080
Sehr geehrter Hr. Dr. Schmickl,
dank Ihres guten Buches und der von Ihnen bezogenen Destille brenne ich nun schon seit ca. 5 Jahren recht erfolgreich Schnaps.
Leider bin ich mit den Lieferanten, bei denen ich bis dato Hefe, Hefenährsalz und Biogen-M bezogen habe, nicht zufrieden. Können Sie mir einen guten Lieferanten empfehlen, welcher in Deutschland ansässig ist oder der nach Deutschland liefert.
Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
Roland W
Roland W, thüringen
25.Mär.2008 17:23:18
Wir liefern auch nach Deutschland, siehe Menüpunkt "Bestellformular".
Eintrag Nr. 3079
Frage an Experten: Lebe in Costa Rica und habe auf meinem Grundstueck sehr viele Mangobaeume! kann die Fruechte nicht verwerten und moechte sie auch nicht am Boden vergammeln lassen! Gibt es eine Moeglichkeit einen Schnaps daraus zu brennen? Wer kann mich dabei beraten?
vielen Dank Federico
Friedrich Veigl, Costa Rica / Guanacaste
23.Mär.2008 16:28:43
Im Endeffekt so behandeln wie jedes andere Steinobst auch. Ich würde die Früchte vor dem Einmaischen jedoch abschälen (wegen der bei Mangos oft harzigen Bestandteile). Am besten gehen Sie so vor wie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" beschrieben, also Reinzuchthefe, Verflüssiger (beim Mangos ca. die fünffache Menge als auf der Beschreibung angegeben), Säureschutz (Biogen M) und Gärspund verwenden.
Eintrag Nr. 3078
Sehr geehrter Herr Schmickl.
Ich habe im Februar Zwetschken gebrannt. Die Früchte wurden in 100 l Fässer gemaischt und in einem Obstkeller gelagert. Die, ohne Zusatz, vergorene Maische sah ganz normal aus. Beim Rauhbrand fiel mir schon auf, daß dieser sehr säuerlich schmeckte. Erst dann kostete ich die Maische die ebenfalls dieses saure hatte. Das war bei meinen vorigen Bränden nie so. Alkoholausbeute war normal. Beim Feinbrand verging das leider nicht. Er schmeckt eigenartig säuerlich, obwohl im Nachgeschmack wieder interessant und nicht wirklich unangenehm. Aber die Säure stört. Haben Sie dafür eine Erklärung? Früchte? Gärung? Der Keller? Kann man da was verbessern/retten? Nochmals brennen?
Vielen Dank für die Antwort im voraus, Blasl Georg.
Blasl Georg, Ennstal
21.Mär.2008 22:59:12
Ja, leider ist es mancherorts auch heute immer noch üblich Obstbrände aus wild vergorenen Maischen herzustellen. Wie Sie ja selbst bemerkt haben, ist das Ergebnis eigentlich ein Zufallsprodukt verschiedenster Mikroorganismen, die den Obstbrei zersetzen. Manchmal tritt die alkoholische Gärung wegen der Wildhefen ein, oft verschimmelt oder verfault jedoch das Ganze. Solche Brände haben daher auch immer einen für Wildgärungen typischen, in der Regel stark auftretenden, Fehlgeschmack der an Komposthaufen, Essig, faulendes Fallobst o.ä. erinnert.
Eigentlich ist es am sinnvollsten alles zu entsorgen. Sie könnten jedoch versuchen den Brand mit Aktivkohle zu behandeln, sodass Sie daraus zumindest geschmacksneutralen Alkohol gewinnen. Ich fürchte jedoch, dass auch mit dieser Methode der Fehlgeschmack nicht entfernt werden kann. Bevor Sie in der nächsten Saison wieder mit dem Einmaischen beginnen, sollten Sie sich unbedingt das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" durchlesen.
Eintrag Nr. 3077
Wie lange muss die kühlschlange prozentual zur größe meines kessels sein?
danke
kleidorfer michael, Oberbayern
18.Mär.2008 11:35:46
Das hängt von sehr vielen Parametern ab, wie z.B. Dampfdurchflußmenge, Rohrdurchmesser, Kühlwassertemperatur, kontinuierlicher oder stationärer Kühlwasserbetrieb, Kühlertyp usw. Im Buch sind die gängigsten Kühlertypen für professionelle Schnapsbrennanlagen beschrieben. In der 'Fotogalerie' (siehe Menü links oben) finden Sie viele Bespiele von Kühlern bei Selbstbauanlagen.
Eintrag Nr. 3076
Hallo,
habe eine 20 L Anlage mit 8m langer Kupfer- Kühlschlange. Ich habe große Probleme die Schlange reinigen zu können. Kann ich Salzsäure zur Reinigung einfüllen oder gibt es dabei Nachteile. Bedingt durch die Länge der Schlange kann ich nichts zur Reinigung durchziehen oder durchblasen. Brauche mal einen richtigen Tipp.
Danke Elias
elias, Sachsen
13.Mär.2008 21:41:06
(Konzentrierte) Salzsäure ist zwar die moschus-brutalus Methode, geht aber prinzipiell. Wichtig: nur kurz einwirken lassen, sonst löst sich die ganze Schlange auf. weiters: danach mit sehr viel heißem Wasser nachspülen, und eventuell auch Geschirrspülmittel verwenden, damit nichts von der Säure zurückbleibt und sich dadurch kein Grünspan bilden kann. Alternative: eine möglichst heiße Zitronensäure-Lösung (ca. 50 g je Liter), und danach ebenfalls gründlich nachspülen.
Eintrag Nr. 3075
meine Frage, wenn ich Rhabarber vergäre, event. maische- oder saftgärung, und dann brennen will, muß ich dann auch wie bei der weinherstellung die im wein gesundheitsschädlich wirkende oxalsäure ausfällen, oder hat selbige keinen einfluß auf das destillat. für die beantwortung meiner frage bedanke ich mich im vorraus,
mit freundlichem gruß
lau, norddeutschland
08.Mär.2008 02:02:08
Da Oxalsäure fest ist und der Siedepunkt (eigentlich Zersetzung) bei ca. 150°C liegt, kann diese nicht mitdestilliert werden und bleibt im Kessel zurück. Das Destillat ist somit Oxalsäure-frei.
Eintrag Nr. 3074
Unsere Anlage: hat 50 Liter Brennvolumen, ist ein Edelstahlbierfass und wird mit einem Gasbrenner 9,5 KWh beheizt. Der Kühler ist ebenfalls in einem 50 Liter Edelstahlbierfass integriert. (Eine fast ähnliche Anlage gibt es in der Bildergalerie, nur dass wir ein Thermometer am höchsten Punkt haben und unser "Verbindungsrohr" zum Kühler hat einen größeren Durchmesser)
Wir haben Apfelwein als Basis für die Schnapsherstellung mit ca. 12,5%vol genutzt.
Nachdem wir die ersten 9 Liter (63%vol im Mittel) gewonnen hatten (Dauer ca. 8,5 Stunden, Temperatur am höchsten Punkt ca. 86 Grad Celsius konstant), kam relativ plötzlich kein Destillat mehr aus dem Kühler (Messung ergab 53%vol). Wir stoppten den Brennvorgang und öffneten die Brennkammer um eine mögliche Schaumbildung zu prüfen (Temperatur war bei konstanter Brennerleistung (minimale Zufuhr) auf ca. 92 Grad Celsius gestiegen. Da sich kein Scham gebildet hatte und der Wein noch 5%vol aufwies entschlossen wir uns den Brennvorgang fortzusetzen. Bei einer Temperatur von ca. 96 Grad Celsius begann wieder Destillat aus dem Kühler zu laufen und wir haben noch 4 Liter Alkohol gewonnen. Bei einem Alkoholgehalt von ca. 30% beendeten wir den Brennvorgang und haben im Ergebnis ca. 13 Liter Alkohol mit 55%vol.
Warum stoppte der Brennvorgang???
Wir wollen einen Zweitbrand durchführen. Können wir die 13 Liter mit 37 Liter stillen Mineralwasser auffüllen um die 50 Liter Brennvolumen auszufüllen???
Bzw. was ist beim Zweitbrand zu beachten???
Vielen Dank.
Thomas, Sachsen
03.Mär.2008 14:32:38
Soweit man das von der Ferne aus beurteilen kann, hat es aufgehört zu kochen, weil die Brennerleistung zu gering war. Genau genommen müsste die Brennerleistung während des Brennens fortlaufend ein klein wenig höher eingestellt werden, da durch die höhere Dampftemperatur (hängt vom Alkoholgehalt im Kessel ab, und dieser nimmt immer mehr ab, siehe Buch) auch die Wärmeabstrahlung der Anlage immer größer wird und dadurch mehr Brennerleistung notwendig ist, um das Ganze am kochen zu halten. Normalerweise ist dieser Effekt nicht bemerkbar (weil z.B. kleine Anlagen oder gut isoliert), aber manchmal, wie bei Ihnen, eben doch.
Machen Sie auf keinen Fall einen zweiten Brand! Je öfter destilliert wird, desto mehr Aroma geht verloren. Doppelt brennen sollten Sie nur dann, wenn das Ergebnis des ersten Durchganges weniger als Schnapsstärke (also deutlich weniger als 39%vol) hat.
Fazit: die 13 Liter mit 55%vol auf ca. 43%vol verdünnen und genießen!
Eintrag Nr. 3073
Hallo!
Ich könnte jetzt noch Trester aus einer Weinkellerei bekommen. Wie sollte der bis zum Brennen behandelt werden? Wann man da den Alkoholgehalt mit dem Vinometer messen?
Vielen Dank
Daniel, Masuren
02.Mär.2008 15:59:34
Bei Weißwein werden die Trauben noch vor der Gärung ausgepresst, der Pressrückstand nennt sich Trester. In diesem Fall ca. 1:1 mit Wasser aufschlämmen und gären lassen. Ist der Trester jedoch alkoholhältig, weil die Pressung erst nach der Gärung erfolgt ist (Rotweinherstellung), dann den Trester ca. 1:1 mit (am besten demselben) Wein auffüllen und brennen. In diesem Fall können Sie vom Trester auch den Alkoholgehalt mit einem Vinometer messen, dazu ca. 1-2 Esslöffel mit einem Kaffeefilter filtrieren, damit die Kapillare nicht verstopft.
Eintrag Nr. 3072
Hallo
Ich interssiere mich fürs Schnapsbrennen und möchte einmal selber welchen herstellen. welche obstbäume sind am ertragreichsten um so viel schnaps wie möglich herstellen zu können?
mfg altenberger oliver
Altenberger Oliver, salzburg
01.Mär.2008 13:43:34
Dafür benötigen Sie Früchte mit einem möglichst hohen Zuckergehalt. Dies sind z.B. Zwetschken (ist nicht dasselbe wie Pflaumen!) oder Weintrauben. Weitere Angaben anderer Früchte finden Sie im Buch.
Eintrag Nr. 3071
Hallo,
erstmal ein großes lob für diese HP, Ihr Buch und voralem für die sehr nette freundlichkeit bei ihnen. Wir haben einen sehr guten eindruck von ihnen bekommen und können mit ruhigem gewissen sagen "hier kann man blind vertrauen".
Aber nun zu meiner frage, ich bin ja nun glücklicher besitzer einer deluxe, habe sie natürlich gleich mal ausprobiert (ein sehr schönes handgefrertigtes stück, ohne macken oder sonst ein mangel), habe 5 L Weiswein aus einer Flasche gleich mal destilliert und siehe da genau bei 81° fing es doch an zu tropfen, also kein vorlauf, weiter gemacht bis 91°, dann den nachlauf extra aufgefangen. Ich habe ca 550 ml Mittellauf zu 55%Vol herrausbekommen, ist das OK?
Ach ja, der wein hatte 10%Vol.
ein farbenfroher gruß
klecksi
klecksi, Niedersachsen
27.Feb.2008 09:09:44
Danke, freut uns!
Ja, Ihr Ergebnis ist in Ordnung. Wahrscheinlich war der Kessel nur teilweise befüllt, durch den dadurch großen Dampfraum im Dom/Kessel erklärt sich der ein wenig überhöhte Alkoholgehalt, stellt aber kein Problem dar.
Eintrag Nr. 3070
Moin Fachleute
Habe soeben meinen ersten Reinigungs oder auch Testbrand mit 9,5% haltigen Weißwein gemacht. Habe vorher schon mal mit Wasser einen Durchlauf gestartet bis auf 100 grad, Thermometer blieb auch so bei 98grad stehen. Jetzt mit Wein fing das Kondensat erst bei 90 grad an zu laufen.Thermometer sitzt ganz oben im Bogen übergang Steigrohr/Geistrohr. Kondensat hatte auch einen Alkoholgehalt von 47%, aber das mit der Temperatur macht mich stutzig, wo doch normalerweise bei ca.80 Grad der Edelbrand fliessen soll. Kann mir einer Tipps geben.Bedanke mich schonim voraus.
Der Mühlenbrenner
Uden, Jürgen, Norddeutschland
21.Feb.2008 11:04:26
Das Thermometer hat keinen Messfehler, wie der Versuch mit Wasserdampf gezeigt hat. Da bei einer Alkoholdestillation, im Gegensatz zu Wasser, die Dampftemperatur nicht überall in der Anlage gleich ist, kann der Fehler nur daran liegen, dass Sie am falschen Punkt messen. Dies muss der höchste Punkt sein, an dem der ungekühlte Dampf noch hinkommt, dies ist noch im Steigrohr, auf der Höhe der Unterkante des Geistrohres.
Eintrag Nr. 3069
Grüß Gott,
ich habe ein 5l.eichenfass, es war neu. habe es mit rotwein gefüllt und es wurde undicht. nach anfragen in weinhandlungen habe ich das faß mit lebensmittelparafin ausgeschlagen. es wurde dicht, aber nach leeren des faßes und neuer befüllung ist es an einigen stellen wieder undicht.
meine große bitte, was kann ich tun??
mit besten empfehlungen
jens kühn
Jens Kühn, Salzburg
17.Feb.2008 17:39:53
Vielleicht hilft auch folgendes: das ganze Fass in einen großen Behälter mit Wasser geben und mit etwas beschweren, sodass sich das Fass zur Gänze unter Wasser befindet. Und einige Wochen warten. Es könnte sein, dass durch's Aufquellen des Holzes das Fass wieder dicht wird. Wenn Sie darin Schnaps lagern möchten, auf keinen Fall Parafin verwenden, dieses wird vom hohen Alkoholgehalt aufgelöst.
Eintrag Nr. 3068
Sehr geehrter Herr Schmickl,
nachdem ich einen hervorragenden Birnenbrand erstellt habe, ist mir beim Verdünnen des Alkohols leider der Brand milchig geworden.
Habe zum Verdünnen auch destilliertes Wasser verwendet. Was habe ich falsch gemacht. Zur Info., es war kein Nachlauf dabei.
Grüße Mane
Mane, Bayern
17.Feb.2008 17:06:58
Ist an sich ein positives Zeichen, bedeutet sehr intensives Aroma. Zum Filtrieren den verdünnten Schnaps einige Wochen bei Kellertempertaur lagern, dann mit zwei ineinander gesteckten Faltenfiltern "fein" (siehe Produktliste) filtrieren. Dies ist übrigens im Buch ebenfalls beschrieben.
Eintrag Nr. 3067
Hallo Herr Schmickl
Habe Heuer meinen esten Schnaps gebrannt mit einer brennerrei von Ihnen; ging ganz gut. Aber irgendwas ist komisch bei mir, und zwar hat die maische 23% und der edelbrand geht erst bei 84 grad los. Habe so gut wie keinen vorlauf, und der fertige edelbrand hat einen alkoholgehalt von 75-77%. Von der qualität des auf trinkstärke (43%)Verdünnten schnapses kann man nichts schlechtes sagen, im gegenteil! Aber müsste der edelbrand nicht bei 81 Grad losgehen, bis 91Grad? (und wenn maische stärker ist noch früher?) Und Warum ist der Alkohol gehalt so hoch (75-77%)? Ist das eh normal, oder passt was nicht?
p.d., Steyr-Land
08.Feb.2008 09:01:28
Nein, 75-77%vol sind viel zu hoch. Sie sollten daher weiter brennen bis im gesamten Mittellauf der Alkoholgehalt ca. 57-59%vol beträgt (bei ca. 23%vol im Kessel). Eventuell haben Sie das Thermometer nicht richtig montiert bzw. es zeigt etwas falsches an. Geben Sie dieses zur Überprüfung ca. 10 min lang in kochendes Wasser. Wenn nicht 98°C angezeigt werden, melden Sie sich bitte bei uns per e-Mail zwecks Umtausch.
Eintrag Nr. 3066
Hallo Herr Dr. Schmickl,
plane gerade eine Eigenbauanlage für aromatische Brände. Habe Sie so geplant:
- 15l Alu Topf mit Edelstahlhelm
- geflanschtes Steigrohr d=22mm, l=100mm
- Thermometer oben am Steigrohr, so daß an der Unterkante des Übergangs zum Geistrohr gemessen wird.
- Geistrohr mit d=15mm, l=300mm leicht fallend
- Liebigkühler 15/22mm Gegenlauf mit l= 1000mm leicht fallend.
- Rohre aus CU, alle Verbindungen die mit Brand in Kontakt kommen mit Silberlot hartgelötet, am Kühler evtl. weichgelötet.
Sind die Abmessungen/Dimensionierungen i.O? Sollte das Geistrohr einen anderen Durchmesser als das Kühlrohr im Liebigkühler haben?
Haben Sie sonst Anregungen oder Verbesserungen für mich, bin für alle Hinweise dankbar.
Besten Dank Ihnen schon mal und ein riesiges Lob an Ihre Seite - Top informativ und kompetent- Weiter so.
Gruß
Christian
Christian, Bayern
06.Feb.2008 21:57:36
Ja, Ihre Angaben sind OK. Wenn konstruktionsbedingt möglich, würde ich die Höhe des Steigrohres allerdings so weit wie möglich verkürzen, sonst könnten die in Fachfrage Nr. 3064 beschriebenen Effekte auftreten.
Danke, wir werden uns bemühen!
Eintrag Nr. 3065
Hallo,
wieder ein Lob zu ihrem sehr verständlichen und sehr interessanten Buch.
Konnte aber keine Antwort auf meine Fragen finden: Sollte man hochqualitative Schnäpse hochprozentig lagern, und erst vor Verwendung auf Trinkstärke einstellen. Macht es Sinn den Korken zusätzlich mit Wachs zu versiegeln? Sollten die Lagergebinde fast voll sein?
Schöne Grüsse aus der Steiermark
Heinz
Heinz Altreiter, Steiermark
04.Feb.2008 18:15:09
Ebenfalls danke! 🙂
Diesbezüglich gehen die Meinungen weit auseinander. Unsere Erfahrung geht in die Richtung, dass sobald als möglich nach dem Brennvorgang auf Trinkstärke verdünnt werden sollte, wenn das Destillat anschließend in z.B. in Glasflaschen bzw. -ballons gelagert wird. Bei Holzfässern selbstverständlich unverdünnt lagern.
Nein, Korken nicht mit Wachs versiegeln, weil durch die winzigen Undichtheiten der Schnaps noch "atmen" kann und im Lauf der Jahre dadurch noch an Qualität gewinnt. Geschieht die Lagerung bei Kellertemperatur, nimmt dadurch der Alkoholgehalt nicht ab. Wenn die Gefäße nicht fast voll sind, sozusagen mit "Luftpolster", wird dieser Effekt noch verstärkt.
Eintrag Nr. 3064
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
Kompliment für ihr Buch, es ist super gelungen und leicht verständlich in die Praxis umzusetzen!
Ich hätte eine Frage zur "Eichung" des Thermometers die meines Wissens nach noch nicht gestellt wurde.
Mein Thermometer zeigt bei der Wasserdestillation in meiner selbstgebauten Destille 99,7 Grad an, auf einer Höhe von 275m dürfte dies etwa 2 Grad zuviel sein. Folglich stimmen also auch die Temperaturen bei einer Alkoholdestillation nicht mit den Referenzwerten in Ihrem Buch überein. Selbst wenn ich von den bei mir angezeigten Temperaturen 2 Grad abziehe klappt es nicht, die Temperaturen sind immer noch zu hoch. Wenn ich z.B. einen 11% Wein destilliere erreicht das Gesamtdestillat erst bei ca 94 Grad (nach 2°C Abzug) anstelle von 91°C einen Gesamtalkoholgehalt von 48%. Ich möchte anmerken dass der Messpunkt des Thermometers sich exakt an der Unterkante vom Geistrohr befindet! Woran kann das Liegen?
Doch jetzt meine eigentliche Frage: Wenn ich mein Thermometer nun soweit nach oben versetze bis es bei einem Gesamtalkoholgehalt von 48% im Destillat genau 91°C anzeigt, es also sozusagen "eiche", stimmen die Temperaturen dann zu jedem Moment der Destillation, so dass ich dann auch den Edelbrand bei 81°C beginnen und den Nachlauf bei 94°C abtrennen kann? Falls nicht, warum? Dieser Punkt wäre bei mir an der Oberkante des Geistrohrs.... (Meine Destille gleicht in etwa Anlage 73, mit 10cm Steigrohr).
Ich hoffe ich konnte Ihnen mein Anliegen verständlich erklären, bei Bedarf gebe ich Ihnen gerne weitere Details. Oder ist es besser das Thermometer an der richtigen Stelle zu belassen und jeweils 5-6 Grad abzuziehen?
Mit freundlichen Grüssen
Frank, Luxemburg
04.Feb.2008 12:45:44
Danke! 🙂
Wenn der Durchmesser des Steigrohres im Verhältnis zur Topfgröße in etwa dem der Anlage 73 entspricht, erklärt das diese Abweichung. Wie Sie bemerkt haben, genügen auch schon 10 cm, um einen Rektifikationseffekt und damit einen höheren Alkoholgehalt zu erreichen. Sie sollten also so lange destillieren, bis das Thermometer 93-94°C anzeigt (um die Abweichung des Thermometers zu berücksichtigen). Wegen der Rektifikation erhalten Sie dann einen höheren Alkoholgehalt als im Buch angegeben.
Eintrag Nr. 3063
Sehr geehrter Hr. Dr. Schmickl,
herzlichen Dank für die Antwort auf Eintrag 3057. Noch eine Frage: Ich habe 40lWilliamsbirnen im Herbst 2007 mit Turbohefe eingemeischt und lt. Ihrem Buch die entsprechende Menge Zucker (16 kg) auf 3mal dazugegeben. Die Gärung verlief etwas spontan aber dann normal. Ich habe jetzt gebrannt. Die Maische schmeckte süß, schäumte sehr beim brennen und der Restzucker hat sich am Boden des Kochtopfes festgebrannt. Was habe ich falsch gemacht bzw. kann man beim Gärungsverlauf erkennen wieviel Zucker noch fehlt.
MFG
Der Kochtopfbrenner
Kochtopfbrenner, Niederösterreich
02.Feb.2008 12:08:04
Eigentlich sollte nach der Gärung der gesamte Zucker den Sie zugegeben haben, in Alkohol umgewandelt worden sein. Es kann manchmal vorkommen, dass noch eine gewisse Restsüße überbleibt (ist am Geschmack erkennbar). Aber keinesfalls sollte soviel Zucker überbleiben, dass er sich nicht mehr löst und damit im Kessel anbrennt. Bei Ihnen hat die Gärung anscheinend zu früh aufgehört (warum kann ich von hier aus nicht sagen), daher ist das von Ihnen beschriebene Problem entstanden. Normalerweise schäumt Birnenmaische nicht beim Kochen, außer es ist zuviel Zucker enthalten.
Ob Zucker während der Gärung fehlt erkennen Sie ganz einfach am Geschmack: herb, trocken bedeutet kein Zucker (bzw. sehr wenig)
Eintrag Nr. 3062
Grüezi Herr Schmickl
ich habe verschiedene Früchte nach Ihrem Buch und Kurs eingemaischt. Es verlief alles nach Wunsch, bis jetzt die Trauben.
Ich habe die Trauben am 10.09.2007 eingemaischt (Zucker und Turbohefe), die Gärung verlief eigentlich wie beschrieben im Buch.
Der Alkoholwert (20vol%) wurde ca. nach 6 bis 8 Wochen erreicht.
Meine Fragen:
1. Heute haben wir den 30.01.2008 und die Gärung ist immer noch nicht abgeschlossen?!
- Denn die Kernen schwimmen immer noch obenauf!
- Der Gärspund wird je nach Temperatur zwischendurch noch angehoben!
- Wenn ich den Deckel abnehme,rieche ich immer noch einen starken Gärgeschmack!?
- Ich habe das Gärfass im Korridor, weil es im Keller zu kalt war! (Temp ca. 17-21 Grad)
- Die Maische schmeckt gut!
- Bei den anderen Früchten war die Gärung nach mind . 2-3Monaten abgeschlossen???
Nur noch klare Flüssigkeit an der Oberfläche!
2. Soll ich den Gärspung abnehmen und einfach verschliessen?
3. Es sollte doch bei Traubenmaische auch nur die Flüssigkeit oben sein?? Oder ist die Gärung abgeschlossen und die Kernen schwimmen trotzdem noch oben???
Merci für eine Antwort
Gruss vom Anton
Anton aus der Schweiz, Schweiz
30.Jän.2008 11:50:33
Ja, Ihre Vermutung stimmt, die Gärung ist abgeschlossen, das zeigt die klare Flüssigkeit. Dass die Kerne obenauf schwimmen macht nichts. Wenn sich wegen Temperaturschwankungen der Gärspund ab und zu hebt ist normal, weil sich die Luft im Inneren des Fasses ausdehnt/zusammenzieht. Ja, Sie können das Fass verschließen.
Eintrag Nr. 3061
Lieber Herr Dr. Schmickl,
nach Lesen Ihres Buches und vieler hier gestellter Fragen und Antworten habe ich eine 2l-Classic-Anlage besorgt.
Die Maischen haben 18 bis 22 % Alkoholgehalt und schmecken sehr gut: der Wein, der sich oben gebildet hat, findet solchen Anklang, dass ich den größten Teil davon abgefüllt, bzw. verkostet habe (der Rest ist flüssig, aber halt nicht weinartig klar) ... vielleicht ist dies der Grund für folgende "Unklarheit" bei den ersten Versuchen mit Apfelmaische:
der Vorlauf ist normal, von 80,5 Grad weg ist kein Klebstoff mehr zu riechen, etwa ein halbes Stamperl. Bis knapp vor 90 Grad kommt dann etwa 0,4 l völlig klarer Brand (64 Vol-%), und dann bis knapp vor 91 Grad ein etwas trübes Destillat (45 Vol-%), das aber nicht schlecht riecht, etwa ein Achtel Liter. Dann kommt bis 93 Grad einmal klares, einmal trübes Destillat (16 Vol-%), etwa ein Viertel Liter.
Ist dieser trübe Teil von etwa 90 bis 91 Grad jetzt noch Edelbrand oder schon Nachlauf ? Wenn ja, habe ich ja etwa gleich viel Nachlauf wie Edelbrand.
Kann es sein, dass ohne die weinartige Flüssigkeit mehr Nachlauf entsteht, bzw. Trübungen im Edelbrand auftreten können ?
Das Verdünnen des klaren Teils bis knapp 90 Grad brachte wiederum eine leicht milchige Trübung ! Habe ich dort auch schon Nachlauf drinnen ?
Den Korb habe ich als Aromakorb benutzt, mit dünn geschnittenen Apfelscheiben belegt, angebrannt ist nichts. Ist es trotzdem sinnvoll, vorsichtshalber ein Blatt Küchenrolle oder Alufolie in den Kesselboden zu legen ?
.... naja, das ist etwas viel an Fragen, aber vielleicht haben Sie eine kurze Antwort als Lösung, mit der ich dann es vielleicht besser machen kann.
A. Brenner, Salzburg
28.Jän.2008 16:43:20
Gratuliere, Sie haben alles richtig gemacht! Hätten Sie den weinartigen Anteil nicht verkostet, wäre die Ausbeute größer gewesen. Trübungen haben damit nichts zu tun. Dies ist vielmehr ein Zeichen des hohen Aromagehaltes Ihres Produktes. Geben Sie die Fraktion bis 91°C auf jeden Fall zum restlichen Edelbrand dazu, da auch die dumpfen, nicht so dominanten Aromen dieses Anteils für's Gesamtbukett vom Brand enorm wichtig sind.
Wenn Sie bisher kein Anbrennproblem hatten, brauchen Sie auch jetzt kein Küchenrollenblatt mehr zu verwenden.
Trübungen entfernen: Schnaps verdünnen, dann einige Wochen bei Kellertemperatur lagern, danach mit zwei ineinander gesteckten Faltenfiltern "fein" filtrieren.
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