SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3100
Hallo,
ich habe hier 5 Kg getrocknete Schlehen. Diese habe ich in geschmacklosen Alkohol eingelegt. Nach 4 Wochen probierte ich den Angesetzten. Leider schmeckte er sehr sehr bitter - ungeniesbar. Können diese Schlehen nicht verwendet werden oder sollte ich den Angesetzten noch brennen?
Kai Wipferl, DE
28.Mai.2008 11:37:57
Stimmt, den Angesetzten brennen, dabei bleiben die Bitterstoffe im Kessel zurück.
Eintrag Nr. 3099
Hallo,
ich bin sehr zufriegen mit ihrer HP. Habe schon viel gelernt.
Jetzt habe ich aber ma ne frage welche ich nicht finden konnte. Da hier in Kanada herstellung von hochprozentigen illegal ist und bier und wein legal ist wollte ich ma fragen ob sie gute rezepte fuer bier und wein hatten, und braeuchte ich eine spezielle anlage oder wuerde eine normale destille genugen?
Danke Schoen
Andy
Andy K, Kanada
14.Mai.2008 05:27:17
Danke, freut uns!
Bierrezepte gibt es hier leider keine, Fruchtweine finden Sie unter dem Menüpunkt "Rezepte", sowie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby". Wenn Sie mit "normale" Destille eine pot-still meinen, genügt diese vollkommen.
Eintrag Nr. 3098
liebe freunde der destillation,
eine frage bezüglich des "aromakorbes"... ich würde gerne mit einer labor glas destille hantieren. werde mir ein glaszylinder anfertigen lassen, und darüber die umgedrehte trichterform blasen lassen. am ende sieht das ding aus wie bei den kupfer destillen aber aus glas. nun dachte ich an einen glaszylinder mit 11,5 cm durchmesser, und einer höhe von 16 cm.. wären diese maße sinnstiftend oder eher höher/kürzer..? <-- erste frage. dann passt das wunderbar in den 2 liter erlenmeyer kolben mit so einer hohlnut für den zylinder. der aromakorb.. ich dachte an ein kaninchengitter für die gröberen zu destillierenden pflanzen. ist es sinnvoll wenn der korb am boden und an den seiten geöffnet ist? und für die feineren zu destillierenden pflanzenteile ein mosquito-draht? wäre das ein sinnvolles material? edelstahl und so ist einfach zu teuer in der herstellung..
vielen dank für die hilfestellung und beantwortung der fragen.
ich habe mich sehr gefreut, die beiden bücher von frau malle und herrrn schmickl zu lesen,
gutes händchen,
mfg,
wenzel wolf
wenzel wolf, baden württemberg
13.Mai.2008 21:44:35
Die Dimensionen sind durchaus OK. Statt Kaninchengitter sollten Sie jedoch immer ein Drahtnetz mit ca. 1-2 mm Maschenweite (Fliegengitter) verwenden.
Danke!
Eintrag Nr. 3097
Hallo zukünftige Sinnesgenossen!
Wir sind gerade dabei eine Apfelbäume zur Herstellung von Most zu pflanzen und kamen jetzt auch auf die Idee, uns im Schnapsbrennen zu versuchen... Wo bekomm ich Info her, welche behördlichen Genehmigungen ich dafür brauche falls ich diesen nicht nur pivat trinken will sondern auch im Rahmen der Landwirtschaft verkaufen will. Bzw. wie läuft das mit der behördlichen Kontrolle der Alkoholmengen und der Steuerabgeltung???
Herzlichen Dank für Eure Infos und Erfahrungen
Kreiseder, Salzburg
08.Mai.2008 12:34:08
In Österreich müssen Sie dazu ein (Abfindungs)brennrecht beim (für Ihren Bezirk zuständigen) Zollamt, Abt. Alkoholverwaltung, beantragen. Dort bekommen Sie auch weitere Infos diesbezüglich.
Eintrag Nr. 3096
Hallo Herr Dr. Schmickl,
Ich hoffe ich habe hier nichts übersehen, was meine Frage beantwortet hätte...
In ihrem Buch ist eine Tabelle, welche die zu erreichenden Alkoholgehlte für Fruchtmaischen auflistet. Nun Stellt sich für mich am Beispiel Bananenmaische die Frage ob sich der Wert 8-10% auf pure Maische, oder auf Maische, wie im Rezepteil angegeben, mit gleichen Teilen Wasser verdünnt bezieht.
Vielen Dank für das buch und ihre Antwort!
mfg, Jens
Jens, Bayern
07.Mai.2008 17:26:35
Eine (reife, bissfeste) Banane hat einen Zuckergehalt von ca. 20%, dies entspricht ca. 11%vol Alkohol nach der Gärung.
Eintrag Nr. 3095
Hallo Herr Schmickl,
Ich brenne mit einem umgebauten Couscous-Topf, der aus einem unteren Topf (9 l) und einem Sieb-Aufsatz (4 l) besteht. Letzteren benutze ich als Aromakorb, was auch gut funktioniert. Leider passt der Deckel dieser Anlage nur auf den Sieb-Aufsatz, nicht hingegen auf den unteren Topf (der ist etwas verbogen). Deshalb muss ich, auch bei Maischemengen unter 8 l, den Siebaufsatz aufsetzen.
Nun zur Frage: Wenn ich also dergestalt mit z.B. 6 l Maische durch den leeren Siebaufsatz und die dazugehörigen 4l leeren Raum brenne, kommt es dann zu (unerwünschten) Rektifikationseffekten? Oder kann ich ohne Probleme mit diesem dann etwas umständlichen Aufbau brennen?
Danke für Ihre Antwort, Ihr Buch ist klasse!
Beste Grüße,
Ralfou
Ralfou, Berlin
05.Mai.2008 15:57:24
Ja, stimmt leider, durch diesen relativ großen Dampfraum kommt es zu erheblichen Rektifikationseffekten.
Danke, freut uns!
Eintrag Nr. 3094
Servus miteinander.
Ich wollte fragen ob jmd von euch weis was man als Schaumstop verwenden kann (Alternativ zu den fertigen Produkten). Ich habe schon mal etwas von Gelantine gehört, allerdings nichts genaues. Auch war in einer Doku über Schottischen Whiskey von normaler Seife die Rede. Die geben in einen 1000l Pot einfach ein paar Stücke Seife zu. Allerdings bekommt man heute eigentlich nirgentwo aromafreie Kernseife.
Ich würde mich sehr um Tipps freuen, da ich vor habe Bananenbrand zu machen.
mfg, Salvatore
Salvatore, Bayern
05.Mai.2008 12:42:22
Mir ist nur die schaumverhindernde Wirkung von Silikonöl bekannt (in fertigen Produkten), die von Ihnen beschriebenen Methoden kenne ich leider nicht.
Eintrag Nr. 3093
Ich möchte ca. 100Ltr. Zwetschgenmaische ansetzen. Als Destille verwende ich ihr DELUXE Gerät. Macht es Sinn, um einen gleichmäßig schmeckenden Schnaps zu erhalten, kleine Mengen (zu je ca. 10Ltr.) anzusetzen oder kann ich auch in einem 100Ltr. Gefäss die Maische ansetzen und dann nacheinander brennen? Wenn die 100Ltr.-Gefäss Lösung funktioniert, muss ich dann beim Brennen etwas beachten bzw. nachher alle Destillate zusammenschütten?
D. G., deutschland
04.Mai.2008 21:10:14
Ja, Sie können alles in einem Gefäß einmaischen, portionsweise brennen und die Destillate anschließend vereinigen. Zu beachten ist dabei nichts besonderes.
Eintrag Nr. 3092
Hallo Herr Dr. Schmickl, erstmal ein großes Lob für Ihr Buch und diese Seiten hier. Sie schreiben immer wieder, eine neue Anlage sollte vor dem ersten richtigen Brand mit geschwefeltem Wein gereinigt werden. Ich habe mir eine 40-Liter-Anlage gebaut und da ist mir der Wein einfach zu teuer. Der Kessel ist Edelstahl, der Rest aus Kupfer und hartverlötet. Nun wird bei uns der Wein mit Kaliumpyrosulfit geschwefelt. Kann ich denn diesen Stoff nicht auch 40 l Wasser zusetzen und damit einen Reinigungsdurchlauf machen? Wenn ja, wie viel müsste ich da zugeben? Zur Verfügung habe ich auch Essigsäure 80% oder Zitronensäure 50%. Eigentlich alles sehr kostengünstige Alternativen , wenn es denn funktioniert. Wozu können Sie mir raten und in welcher Konzentration jeweils? Besten Dank und „happy burning“ :-))
M. S., Schwaben
27.Apr.2008 22:26:02
Danke! 🙂
Es geht ja nur darum, dass der Dampf schwach saure Eigenschaften hat und damit den Kühler besser reinigen kann. Es genügt in der Regel, wenn Sie sehr heiße Zitronensäurelösung (ja, 50% sind OK) einfüllen und anschließend mit heißem Wasser und Geschirrspülmittel gründlich nachspülen.
Eintrag Nr. 3091
Im Buch steht auf S. 60 "Indirekt wird mit einem Dampfthermometer somit der Alkoholgehalt des Destillats ... gemessen, genau so als würde man dies nach dem Kühler mit einem Alkoholometer und entsprechender Vorrichtung tun, was bei industriellen Anlagen Standard ist."
Ich habe eine Brennanlage geerbt, die genauso eine Vorrichtung am Kühler hat, dafuer aber kein Dampfthermometer am Kessel. Wie kann ich damit die Fraktionen trennen? Ist es z.B. zulässig anzunehmen, bis 70 vol% ist Vorlauf und ab 50 vol% Nachlauf?
Thomas, Niederösterreich
26.Apr.2008 21:10:28
Vorlauf: Nein, das geht leider nicht so einfach, da der Alkoholgehalt des Vorlaufes nur vom Alkoholgehalt der Maische abhängt. Bereits geringste Unterschiede wirken sich so gravierend aus, dass mit dieser Methode nicht einmal ungefähr der Vorlauf richtig abgetrennt werden könnte. Daher sollten Sie, wie im Buch detailliert beschrieben, ein Brennprofil durchführen. Der Klebstoffgeruch ist wirklich unverkennbar. Wichtig: die so bestimmte Vorlaufmenge bleibt nur innerhalb eines Maischefasses gleich, sobald ein neues Maischefass geöffnet wird, muss auch der Vorlauf neu bestimmt werden.
Nachlauf: Ja, das ist korrekt. Obwohl über den genauen Alkoholgehalt des Nachlaufbeginnes jeder Brenner seine eigene Meinung hat. Aber es ist richtig, dass der Nachlaufbeginn mittels am Kühler angeschlossenem Aräometer bestimmt werden kann.
Eintrag Nr. 3090
Wieso wird mein Destilat milchig?
Weis jemand Rat?
Hans, ch
14.Apr.2008 19:08:52
Das kann unterschiedlichste Ursachen haben. Eine detaillierte Beschreibung finden Sie im Buch "Schnapsbrennen als Hobby". Bei Trübungen von Obstbränden empfiehlt es sich den Brand zu verdünnen, bei Kellertemperatur ca. 2 Wochen stehen zu lassen und anschließend mit zwei ineinander gesteckten Faltenfiltern "fein" (siehe Menüpunkt "Produktliste") zu filtrieren.
Eintrag Nr. 3089
Hallo zusammen!
hab ne frage: beim brennen von weisswein entsteht da Metanol? und ist das giftig?
Ich möchte einen Weisswein (sehr billig) destillieren. Danach werde ich ihn dann mit verschiedenen Getränken vermischen und konsumieren. Nun meine Frage: Kann ich mich drauf verlassen, dass mein Destillat methanolfrei ist?
Danke euch und noch einen angenehmen Tag.
benitob, Schweiz
14.Apr.2008 17:08:23
Nein, Methanol entsteht nicht durch's kochen. Damit Methanol in den Schnaps gelangt müsste er bereits im Wein enthalten sein. Ja, Methanol ist giftig. Wenn also der Wein Methanol enthält (was in der Regel nicht der Fall ist), befindet sich auch im Destillat Methanol, sonst nicht.
Eintrag Nr. 3088
Liebe Brenngemeinde!
Das Destillat aus meiner Classic kommt stoßweise aus dem Ausfluss, das heißt, es rinnt nicht. Was kann falsch sein. Ich habe darüber schon irgendwo gelesen, kann die Beiträge leider nicht mehr finden.
Vielen Dank für die Hilfe.
Brennneuling
Brennneuling, SBG
13.Apr.2008 09:12:28
Die Kühlspirale sollte fallend, ohne Dellen, angebracht sein, sodass innerhalb des Kühlrohres das Destillat immer frei abrinnen kann. In einer Delle sammelt sich das Destillat und wird dann, wie von Ihnen beschrieben, stoßweise herausgedrückt. Kontrollieren Sie daher Ihre Kühlspirale dahingehend und biegen diese mit der Hand wieder so zurecht (geht bei der Classic ohne Kraftaufwand), dass die Spirale nirgendwo ansteigt.
Eintrag Nr. 3087
Hallo Herr Dr. Schmickl,
hier meine Frage: Warum soll man zur Herstellung von Haselnussgeist den Grundalkohol zum Brennen auf 10-12%vol verdünnen, während man den Haselnuss-Ansatz unverdünnt (43%vol ?) brennt.
Mit freundlichen Grüßen
Achim
Achim, BRD
08.Apr.2008 16:42:33
Wie im Buch beschrieben: bei der Geistherstellung wird geschmackloser Alkohol verwendet, dessen Dampf die Aromastoffe der Früchte/Kräuter aufnimmt. Nach relativ kurzer Zeit sind diese jedoch ausgelaugt. Wie bei der Wasserdampfdestillation zur Gewinnung ätherischer Öle, auch hier scheiden sich die Öle vorallem zu Beginn der Destillation ab. Daher macht es keinen Sinn hochprozentigen Alkohol zu verwenden, welcher die Destillationsdauer unnötigerweise verlängern würde. Es besteht eher die Gefahr, dass die Pflanzenteile zerkochen und damit einen unangenehmen Geschmack erzeugen.
Beim Angesetzten wurden während der Lagerung bereits ein Großteil der Aromastoffe extrahiert, befinden sich also in Lösung. Daher macht es hier wiederum Sinn den Ansatz unverdünnt zu destillieren. Hier würde eine Verdünnung VOR dem Brennen den Geschmack vom Destillat strecken. Werden Destillate verdünnt, nimmt der Geschmack NICHT ab. Leider wird oft fälschlicherweise angenommen, dass dies der Fall sei.
Eintrag Nr. 3086
letztes Jahr habe ich das 1. Mal Kirschmaische destilliert - mehrere Fässer - 200 l waren gut. 1 Fass sauer. Aus Neugierde habe ich auch dieses destilliert und bekam "Essig" als Ergebnis. Danach habe ich wieder gute Maische gebrannt und mein Destillat war grün/blau. Der Kupferkessel hatte einen grünen Belag. Ich versuchte meine Brennanlage zu reinigen. Erst sanft mit Tuch und feinem Sand, dann Stahlwolle ect. zum Schluß sogar mit Bohrmaschine und Schleifscheibe. Einen Teil konnte ich entfernen; danach mit Soda speziell für das Steigrohr,und zum Schluß 1 Kessel Wasser verdampfen lassen und war der Meinung, jetzt müßten alle Rückstände entfernt sein. Dieses Jahr habe ich erneut 1 Kessel Kirschmaische gebrannt und der 1. Brand war schon grün/blau. Wie kann ich meine Brennanlage reinigen? Ist sie total ruiniert? Im Internet habe ich nach Kupferverbindungen gesucht: Kupfer und Essigsäure (ich nehme an, meine saure Maische) verbindet sich und bildet einen grünlichen Belag. In Alkohol wäre das wieder löslich. Entweder ist das Ergebnis jetzt Kupferacetat oder Kupfersulfat. Beides ist gesundheitsschädlich. Kann ich meinen Kirschschnaps durch irgendeinen chemischen Zusatz wieder filtern? Ich bin für jeden Tipp mehr als dankbar.
Ihre
Brigitte Krahl
Brigitte Krahl, Italien
08.Apr.2008 15:43:34
Anlage reinigen: am besten mit sehr heißer Zitronensäurelösung (ca. 50 g je Liter) bzw. tatsächlich mit konz. Salzsäure (nur KURZ einwirken lassen, sonst löst sich ganze Anlage auf) und in beiden Fällen sehr gründlich mit viel heißem Wasser mit Geschirrspülmittel auswaschen, sodass keine Säurereste zurückbleiben.
Kirschschnaps: nochmals destillieren, aber mit einer sauberen Anlage.
Eintrag Nr. 3085
Hallo lieber Dr. Schmickl,
zunächst vielen Dank für dieses tolle Forum und Ihr Buch. Ich habe damit schon sehr viele tolle Ergebnisse erzielt.
Allerdings habe ich eine Frage, die weder hier im Forum, noch in den Fachfragen und auch nicht im Buch beschrieben ist: Und zwar betrifft es die Verwendung von Aktivkohle. Im Buch steht, ca. 1 Esslöffel auf 5 Liter (Nachlauf) um diesen zu reinigen. So weit so gut. Nun habe ich aber gehört, dass man die Aktivkohle vor der ersten Verwendung "aktivieren" muss. Dies soll durch auskochen mit heissem Wasser (bis zu 4 mal) geschehen, da die Kohle ansonsten ihre Wirksamkeit nicht entfaltet.
Es soll noch eine Methode geben (Leistungssteigerung um 150 %) in dem man den o.a. Vorgang macht, die Kohle dann aber über Nacht im 4. Wasser stehen lässt, am nächsten tag das Wasser abgiesst und den Vorgang nochmals wiederholt.
Sagen Sie, ist da was dran? Und wenn ja, funktioniert das wirklich besser? Ich habe nämlich festgestellt, dass wenn ich meinen Nachlauf, z.B. von einem Pflaumenbrand, ganz normal wie im Buch beschrieben mit der Aktivkohle versetze, auch nach einigen Wochen immer noch dieser "Pflaumengeruch" vorhanden ist. Und der soll doch normalerweise von der Aktivkohle absorbiert werden, oder?
Ich danke Ihnen jetzt schon für Ihre Bemühungen und freue mich auf eine Antwort.
Lieben Gruß aus S-H
Michael
Nordbrenner, SH
04.Apr.2008 09:47:31
Danke, das freut uns! 🙂
Ja, stimmt, Aktivkohle kann (re)aktiviert werden, wenn die adsorptiven Zentren, welche die Aromastoffe binden sollen, großteils bereits "belegt" sind. Allerdings ist mir nur bekannt, dass man in diesem Fall die A-Kohle ausheizen kann (bei maximal ca. 110°C). Trotzdem nimmt die Aufnahmefähigkeit immer mehr ab, d.h. endlos kann Aktivkohle nicht verwendet werden.
Die Wasser-auskoch-Methode lese ich zum ersten Mal, daher kann ich darüber auch keine sinnvolle Aussage treffen. Am besten probieren Sie's also selbst aus, ein kurzer Erfahrungsbericht würde sicher viele Leser hier interessieren.
Ihre Beobachtung mit dem Geruch stimmt ebenfalls, gewisse Aromastoffe werden nur schlecht von der Aktivkohle gebunden.
Eine viel bessere Reinigung gelingt durch's sogenannte "Säulen": dazu ein Rohr (Länge: ca 0,5-1 m, Durchmesser: ca 2-5 cm) vertikal aufstellen, unten mit z.B. Fliegengitter (damit Kohle nicht durchfällt) sowie einen Stoppel mit Schlauchstück/Quetschhahn verschließen und mit Aktivkohle auffüllen. Dann den zu reinigenden Alkohol oben langsam eingießen und über den Quetschhahn den Durchfluss so einstellen, dass es mehr oder weniger langsam heraustropft. Die Kohle sollte beim Einfüllen bereits nass (mit Alkohol getränkt) sein, damit keine Luftblasen eingeschlossen werden, wenn der zu reinigende Alkohol zugegeben wird. Dieses Verfahren ist im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" ebenfalls kurz beschrieben.
Eintrag Nr. 3084
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ein großes Lob für ihr Buch und für den gelungenen Internetauftritt. Seit kurzen besitze ich eine Destille, bestehend aus 8L Edelstahltopf, angeschraubtem Steigrohr (d=28mm) und 30cm hoch sowie einen gut gekühlten Spiralkühler. Dichtungen alle aus Silikon. Mein erster Versuch war ein Brand aus einer Traubenmaische. Nach dem destillieren ist mir aber aufgefallen, dass das Destillat einen furchtbaren stechenden Geruch hatte, trotz guter Trennung von Vorlauf und Nachlauf, aber es war klar und nicht trüb. Danach habe ich meine eigene Apfelmaische hergestellt und gebrannt. Der Geruch war komischerweise der selbe, stechend und scharf und probeweise ungenießbar. Woran kann das liegen? Mildert sich der Geschmack nach dem Lagern für 3 Wochen mit Watte als Deckel stark ab, so dass man ihn trinken kann? Die Destille hatte ich natürlich vorher mit Zitronensäure und Weindestillat gesäubert und gründlich gespült, wie von Ihnen beschrieben! Danke im Voraus für die Hilfe.
MfG, Peter K.
Peter K., NRW, Paderborn
02.Apr.2008 23:11:26
Danke, wir bemühen uns! 🙂
So trivial es auch klingt: der scharfe Geschmack stammt entweder aus der Anlage oder aus der Maische. Normalerweise schmecken frische Destillate bereits hervorragend und werden beim Lagern immer besser. Wenn sie von Beginn an scharf schmecken, werden sie im Allgemeinen auch beim Lagern nicht mehr milder. Oft verstärkt sich der Fehlgeschmack sogar.
Machen Sie doch folgenden Versuch, um zu testen, ob es an der Anlage liegen könnte: verdünnen Sie im Supermarkt gekauften Korn (nicht gerade den billigsten Fusel aus Osteuropa) auf Weinstärke (ca. 11-13%vol) und destillieren Sie dies. Wenn auch hier der beschriebene Fehlgeschmack auftritt, liegt's an der Anlage, ansonsten sollten Sie die Herstellung Ihrer Maischen überdenken.
Eintrag Nr. 3083
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
habe Ihr Buch und bin mit Ihrer Seite ganz gut vertraut. Aber eine Frage hätte ich doch: Soll ich, wenn ich eine Flasche länger lager, die Flasche ab und zu mal öffnen, um frische Luft an den Schnaps zu lassen, oder soll die Flasche besser zu bleiben.
Mit freundlichen Grüßen
Anton K.
Anton, Hessen
30.Mär.2008 14:36:27
Ja, macht durchaus Sinn, am besten dabei schütteln. Denn erst durch den Luftkontakt kann der Schnaps reifen. Stattdessen oder zusätzlich empfiehlt es sich daher auch, frische Destillate einige Wochen in offene Flaschen (bzw. nur mit einem Wattebausch verschlossen) bei Kellertemperatur zu lagern, bevor diese verkorkt werden.
Eintrag Nr. 3082
Hallo,
mein Vater hat einen landwirtschaftlichen Betrieb und daher entsprechendes Brennrecht. Obst aus eigenem Bestand wurde bisher regelmäßig in einer Brennerei eines Nachbarortes gebrannt. Nun denken wir über die Anschaffung einer Anlage in der Größenordnung 30-50Liter Brennkessel nach. Dürfen wir eine solche Anlage kaufen, beziehen und betreiben? Gibt es dazu Auflagen bezüglich der Räumlichkeiten (gefliester Raum, Wasseranschluß etc.)? Darf der Maische Hefe zugegeben werden oder muss sie der Wildgärung überlassen werden? Dürfen bei Ansätzen (auch in Verbindung mit dem Obstkorb im Dampfraum) auch andere als selbst erzeugte Früchte verwendet werden? Wer kann mir diesbezüglich weiterhelfen?
Gruß Mario Schmidt
Mario Schmidt, Deutschland, Bayern
30.Mär.2008 13:01:38
Da bereits ein Brennrecht vorliegt, dürfte die Anschaffung und der Betrieb einer eigenen Brennanlage aus rechtlicher Sicht kein Problem sein. Einzige Bedingung der Räumlichkeit: sie muss für die Beamten zugänglich sein, für eventuelle Kontrollen. Wasseranschluß, gefliester Raum usw. sind rechtlich nicht notwendig, erleichtern jedoch wesentlich die Arbeit mit der Anlage. Selbstverständlich darf (soll) der Maische Hefe zugegeben werden! In Österreich werden sogar von den Behörden selbst diesbezügliche Infozettel an Abfindungsbrenner ausgegeben, damit die hergestellten Brände auch genießbar sind. Für Abfindungsbrenner nicht erlaubt ist die Zugabe von "alkoholbildenden Substanzen" (also Zucker). Ob Sie auch nicht-eigenes Obst verarbeiten dürfen hängt vom jeweiligen Brennrecht ab, im Rahmen eines "kleinen" Abfindungsbrennrechtes ist dies nicht erlaubt.
Infos diesbezüglich erhalten Sie dort, wo Sie auch Ihren Brennkessel und Ihre geplanten Brennvorgänge anmelden müssen: beim für Sie zuständigen Zollamt, Abt. Alkoholverwaltung. Bei einem bestehenden Brennrecht sollte der Betreiber der Landwirtschaft das aber bereits wissen.
Eintrag Nr. 3081
Guten Tag
Zum grössten Teil aus Neugierde habe ich mir eine simple Brennanlage gebaut.
- 5l Schnellkochtopf
- Deckel einen Kupferwinkel und ca 1 m Kupferrohr 22mm leicht abfallend dazwischen einen Kühler eingebaut und los.
Das Ergebnis hat mich doch sehr erstaunt. Aus einer Flasche Wein hab ich ca 0.2l Brand erzeugt mit über 40% (nicht gemessen.. ich kannte noch den Spruch aus der Schule: er brennt er brennt er hat über 40 Prozent)
Meine Frage 1: Ich bin kein Schnapstrinker... Könnte man das Destillat bedenkenlos verkosten.
Frage 2: Im Net steht etwas von Turbohefe 48h ... ist das realistisch und wäre ein Brand nach 48 h Gärzeit der Maische geniessbar
VG
Holger
Holger, NRW
27.Mär.2008 21:14:58
Anmerkung: ob Schnaps brennt oder nicht hängt auch von der Temperatur ab. Wenn Sie einen Finger in 35%vol eintauchen und anschließend den Finger anzünden, brennt's auch. Auf's Ausblasen sollten Sie dabei nicht vergessen...
ad 1) Ja, wenn der Wein sauber vergoren wurde. Dies ist bei Weinen, die im Handel erhältlich sind, in der Regel der Fall (sonst bekäme man schon vom Weintrinken Kopfweh).
ad 2) Ja. Nur ist dieser dann nicht vollkommen geschmacksneutral, dazu müssten Sie das Destillat mit Aktivkohle behandeln.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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