SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3120
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich habe in einem 10 Liter Eichefass einen Apfelbrand gelagert. Leider sind die Fasshähne aus Holz nicht zufriedenstellend dicht. Deshalb habe ich mir aus Messing einen entsprechenden Fasshahn gemacht. Frage: Ist die Verwendung eines Messinghahns gesundheitlich bedenklich. Wäre schade, dieser Hahn ist nämlich dicht.
Banzhaf Heinrich, Süddeutschland
01.Aug.2008 17:22:04
Alkohol greift Messing nicht an, ist somit kein Problem.
Eintrag Nr. 3119
Ich möchte zum ersten Mal Aprikosen brennen. Könnten Sie mir dazu bitte sagen:
1. Kann man auf Hefe verzichten?
2. Kann man auf Wasser verzichten, wenn nicht wieviel beigeben?
3. pH Wert?
4. nach welcher Zeit kann man brennen?
Mit freundlichen Grüssen und bestem Dank
Gaston
Schnyder Gaston, Remetschwil/Schweiz
31.Jul.2008 00:18:11
ad 1) auf keinen Fall
ad 2) ja, Sie sollten jedoch Verflüssiegr verwenden
ad 3) am besten mit Biogen M auf ca. 3 bis 3,5 einstellen
ad 4) wenn Sie nicht hochgradig arbeiten, die Maische im ausgegorenen Zustand ca. 1 Monat stehen lassen bevor Sie brennen. Keinesfalls länger, da sie sonst verdirbt.
Eintrag Nr. 3118
Hallo Dr. Schmickl,
ich habe folgendes Problem, meine gesamte Anlage besteht aus Edelstahl außer der Verbindung zwischen Kessel und dem 10cm langen Steigrohr, diese Schraube ist aus Messing. Nach der x-ten Destillation habe ich aufeinmal ein paar kleine blau schimmernde Flecken auf dem Rest der Maische im Kessel gesehen, das Destillat war aber rückstandsfrei. Nachdem ich die Anlage komplett und gründlich gereinigt habe führte ich einen neuen Brennvorgang durch, auch nach diesem hatte ich einige winzige blau schimmernde Flecken auf den Rückständen der Maische, aber das Destillat war wieder rückstandsfrei. Es ist offensichtlich, dass sich die Metallteilchen vom Messingschraube lösen, meiner Meinung nach können sie nicht über das 10 cm lange Steigrohr aus Edelstahl ins Destillat gelangen und sind daher ungefährlich, doch bevor ich das Destillat trinke würde ich noch gerne ihre Meinung dazu hören.

PS: Ich finde keine passende Verbindung in Edelstahl für Kessel und Geistrohr, welche Material, das mit Edelstahl zusammen passt könnten sie sonst noch für diese Verbindung empfehlen.

Herzlichen Dank
Jan
Jan, Sonst wo
30.Jul.2008 22:02:43
Sie haben schon recht, das kann nicht verdampfen. Leider ist mir auch keine passende Verbindung bekannt, außer Sie verschweißen den Deckel mit dem Steigrohr und verwenden dann als Verbindung Steig- / Geistrohr ein Stück Silikonschlauch.
Eintrag Nr. 3117
Hallo Herr Dr. Schmickl,
ich würde gerne meinen eigenen Rum herstellen und habe jetzt im Internet günstige Zuckerrohrmelasse gekauft. Nun meine fragen, wie sieht es mit der Methanol- und Vorlaufentstehung bei der Melasse vergärung aus?? Ich habe bis jetzt nur Erfahrungen mit Obstschnäpsen. Und ist es überhaupt möglich mit Zuckerrohrmelasse und Eichenholzchips einen guten braunen Rum herzustellen.
Für ihre Antworten bedanke ich mich schon im Vorraus
Pepe
Pepe, Weit weg
27.Jul.2008 21:59:28
Methanol sicher nicht, Vorlauf ist möglich, jedoch nicht zwingend, daher beim Destillieren darauf achten.
Ja, das ist möglich, dies hängt von den Holzchips ab. Der charakteristische Rumgeschmack entsteht nur mit einem von innen angekohlten Holzfass oder angeröstete Holzchips. Dazu die Chips z.B. direkt auf der Herdplatte bzw. in einer Pfanne anrösten oder bereits angeröstet kaufen.
Eintrag Nr. 3116
Was muß ich tun um das Obst meiner Schwester ca. 20 Obstbäume brennen zu dürfen ??
Walter luidolt, Steiermark. Liezen
23.Jul.2008 13:55:52
Ein Brennrecht beim zuständigen Zollamt, Abt. Alkoholverwaltung, beantragen.
Eintrag Nr. 3115
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
Ich möchte Grappa herstellen und hätte gerne gewußt ob man Turbohefe mit Zuckerzusatz, wie in Ihrem Buch beschrieben oder eine andere Hefe wegen des optimalen Geschmacks,verwenden soll.
Herzliche Grüße
Kochtopfbrenner
Kochtopfbrenner, Niederösterreich
21.Jul.2008 10:48:00
Auch bei Weintrauben ergibt die Turbohefe-Variante ein besseres Ergebnis. Sehr wichtig ist jedoch die Weintraubensorte: nur Gewürztraminer oder ähnliche, sehr geschmackvolle Sorten verwenden, sonst ist das Ganze eher enttäuschend.
Eintrag Nr. 3114
Da man Bier ja auch brennen kann, müßte doch ein whiskyähnlicher Stoff herauskommen, oder?
Gibt es da hilfreiche Hinweise
Wolfgang Hengstmann, Mittelfranken
17.Jul.2008 17:26:47
Ja, gibt es, siehe Buch "Schnapsbrennen als Hobby". Nein, das Ergebnis ist Bierbrand, wegen dem Hopfen schmeckt er nicht wie Whiskey. Wird die Malzmaische jedoch vor der Hopfenzugabe gebrannt und das Destillat anschließend zumindest 3 Jahre im Holzfass gelagert, erhalten Sie Whiskey.
Eintrag Nr. 3113
hallo herr dr. schmickl !
wie kann ich aus geschenktem, industriell gefertigtem obstler (der halt mir nicht so gut schmeckt) geschmacklosen alkohol machen, um später damit z.b. geiste oder angesetzte herstellen zu können? reicht aktivkohle? oder brennen?
vielen dank für die antwort..
sonnige grüsse nach klagenfurt
matthias
matthias, H
16.Jul.2008 16:37:11
Je 5 Liter Schnaps einen gehäuften Esslöffel Aktivkohle zugeben, nach ein paar Wochen destillieren. Eine noch bessere Reinigung erreichen Sie mit "Säulen" (für nähere Infos oben als Suchbegriff eingeben)
Eintrag Nr. 3112
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl!
Ich habe da mal ein paar Fragen bezüglich von Hefenährsalz. Und zwar: Kann ich eine Mischung aus NH4Cl (=>N-Quelle), Na2SO4 (S-Quelle) und Na2HPO4 (P-Quelle) als Nahrung verwenden? Und wenn ja, in welchem Mischungsverhältnis - welches Element ist wichtiger? (Ich meine, dass wäre Stickstoff)
Wie viel Nährsalz müsste ich für einen 10L-Ansatz verwenden?
Für eine Labordestille sollte man die fertig gegorene Maische besser abfiltrieren, das könnte sonst ein wenig anbrennen, vermute ich. Das Aroma ist dann zwar schwächer, aber man kann ja im Nachhinein noch Obststücke oder z.B. eine Vanille-Schote im Brand einlegen. Was meinen Sie dazu?
So, das wär soweit erst einmal alles^^
Im Übrigen, Ihr Buch "Schnapsbrennen als Hobby" ist wirklich ausgezeichnet! So ist das Ganze für einen Neueinsteiger quasi ein Kinderspiel, so lange man sich nicht doof anstellt.
Mit freundlichen Grüßen,
Dennis Warnecke
Dennis Warnecke, Holzminden
14.Jul.2008 10:58:10
Hefenährsalze sind im wesentlichen Vitamin B1 und Diammoniumphosphat. Die Mengenangaben werden vom Hersteller (aus verständlichen Gründen) geheim gehalten. Für die Dosierung am besten die Herstellerangaben beachten.
Ob man nachträglich, zu einem fertigen Brand, noch Obststücke, Vanilleschoten o.ä. zugibt, ist reine Geschmacksache. Viele sind jedoch der Meinung (wir auch), dass zu einem reinen, klaren Brand nichts mehr zugefügt werden soll.
Danke, das freut uns!
Eintrag Nr. 3111
Hallo!
Bitte können Sie mir sagen, worauf ich beim Einmaischen von Bananen achtgeben muß.
Herzlichen Dank
Johann
Johann, Niederösterreich
13.Jul.2008 15:17:04
Braune, überreife (geschälte) Bananen verwenden, ca. 1/3 Wasser zugeben und viel Verflüssiger (wie für Topinambur) verwenden.
Eintrag Nr. 3110
Sehr geehter Herr Schmickl!
Ich möchte heuer gerne zum ersten mal einen angesetzten Nussschnaps brennen. Sie beschreiben in Ihrem Buch, dass dieser vor der Destillation nicht verdünnt werden soll wenn man einen klaren Schnaps bevorzugt, was mir aber egal ist bzw. hätte ich gegen eine etwas dunkle Trübung nichts einzuwenden.
Kann ich einfach den Angesetzten Nussschnaps vor der Destillation auf ca. 15-20% (was wär Ihrer Meinung nach ideal?) verdünnen, die Nüsse aus dem Ansatz in den Aromakorb geben und dann destillieren?
Vielen Dank für Ihre Tipps!
Markus Danner, Oberösterreich
12.Jul.2008 12:33:39
Sobald Sie den Angesetzten destillieren, wird er immer klar sein, egal, ob Sie ihn vorher verdünnen oder nicht. Angesetzte sollten nicht verdünnt werden, damit so wenig wie möglich Geschmack verloren geht. Fazit: brennen Sie den Angesetzten unverdünnt.
Eintrag Nr. 3109
Guten Tag,
ich habe mich bisher noch nicht selber an das Brennen getraut und deshalb letztes jahr 200 l Zwetschgenmaische an einen Öko-Brennmeister zum brennen abgegeben.
Wieviel Schnaps habe ich zu erwarten?
Gibt es eine "über den Daumen" Schätzung?
Bin Dankbar für jede Fachinforamtion.
Mit freundlichen Grüßen
Volker Althoff
Althoff, Volker, NRW
12.Jul.2008 09:19:47
Aufgrund des Zuckergehaltes von Zwetschken wird die Maische nach vollständiger Gärung ca. 8-10%vol Alkohol enthalten. Das bedeutet grob geschätzt, Sie können ca. 30 Liter Schnaps mit 40%vol erwarten.
Eintrag Nr. 3108
Hallo alle zusammen...könnte ich eine kurze Antwort auf folgende Frage bekommen: Habe 10 kg Johannisbeerenmaische angesetzt - Gärverlauf entwickelt sich normal, nur die Maische, wenn sie denn mal fertig ist, läuft erst seit etwa 1 Woche, ist recht dick (keine Wasserzugabe wg. Geschmacks), kann ich jetzt nachträglich noch die entsprechende Menge Verflüssiger dazu geben, oder schadet das dem Gärverlauf und der Maische?
Grüsse an Alle,
Almöhi
almöhi, in den Bergen
11.Jul.2008 20:35:51
Ja, solange es noch gärt können Sie Verflüssiger zugeben. Allerdings würde ich Ihnen empfehlen doch ca. 1-2 Liter Wasser zuzugeben.
Eintrag Nr. 3107
Hallo Herr Schmickl; liebes Brennervolk,
Ich habe eine Frage zur Vergärung von Sauerkirschen. Die scheinen irgendwie zu stocken. Nach nun 14 Tagen tut sich am Alkoholgehalt gar nichts mehr. Mit dem Refraktometer habe ich noch 90g/l gemesen. Sind da Messfehler möglich? Ich hab natürlich auch sorgen, dass meine Maische mit zunehmender Wartezeit verdirbt. Soll ich jetzt schon brennen? Passiert da noch was? Wie kann ich in Zukunft eine vollständige Vergärung erreichen? Über Anregungen wär ich sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen vom Balkan
Ben
Beninem, bosnien
09.Jul.2008 12:30:31
Wenn die Maische tatsächlich gärt, muss sich sogar ein Messfehler beim Refraktometer ergeben, weil dann zugleich Alkohol und (Frucht)zucker in der Maische enthalten sind. Beides verändert den Brechungsindex, d.h. das Gerät kann nur etwas falsches anzeigen. Dasselbe gilt auch für Refraktometer zur Messung des Zuckergehaltes. Besser Sie verwenden ein Vinometer, ist zwar nicht so genau, dafür stört eventuell enthaltener Zucker nicht.
Beobachten Sie die Maische: sobald der Fruchtkuchen zu Boden gesunken ist und es beim Umrühren nicht mehr schäumt, ist die Gärung zu Ende.
Eintrag Nr. 3106
Hallo
ich bin völliger neuling,und möchte mir als erstes mal eine brennanlge (ca.0,5-1 Litergröße)bauen, und ich wüsste gerne, wie lang der kühler mindestens sein muss?
und ob ein kühler der einfach nur senkrecht nach unten führt nachteile zu dem gewunden kühler hat, der sehr oft in größe wassertank/gefäße eingearbeitet wird? außerdem wollte ich gerne wissen wie lang/hoch das steigrohr mindestens sein muss?
ich bedanke mich schon mal im vorraus für eine antwort
mfg Stephan
Stephan, ...........
03.Jul.2008 11:04:17
Wenn Sie so wenig wie möglich Aroma verlieren möchten, gar kein Steigrohr verwenden.
Kühler: Ja, ein gerades Rohr geht auch. Wenn dieses Rohr nur mit Luft gekühlt werden soll, muss es verhältnismäßig lang sein, d.h. für 0,5 Liter-Kessel ca. 1,5 bis 2 Meter (D: ca. 1 cm).
Eintrag Nr. 3105
Es wird die Menge 90% Alkohol gesucht die in 1,4 Liter weißen Rum 38% zu 54% macht. Rumtöpfli.
mfG
ineke nickisch, SH
17.Jun.2008 12:41:28
1400 ml (38%vol) vermischt mit
622 ml (90%vol), ergibt
2022 ml (54%vol).
Eintrag Nr. 3104
Sehr geehrter Herr Schmickl,
ich brenne keinen Schnaps, sondern mache hin und wieder Ansätze direkt mit Alkohohl und Kräutern.
Nun bin ich veruweifelt da ich nicht weiß ob mein mein angesetzter lavendellikör kaputt ist.
Ich habe reinen Alkohol (apotheke) und destil. Wasser genommen und Lavendelblüten aus dem reformhaus (Sonnentor). Nach 4 Wochen ziehen habe ich ihn nun gestern mehrmals gesiebt und durch Stofftücher filtriert. Jetzt sieht er trübe und schlierig aus, es schweben Flocken (wie aufgelöstes Weißbrotinneres) darin in unterschiedlicher Größe.
Kenen sie das? Ist das Schimmel?? Muss ich nochmal filtern, es sollte ein geschenk werden.... ich weiß nun nicht ob er genießbar ist, wissen sie einen rat?
Vielen Dank im Vorraus
mit freundlichen grüßen
M.P.
M.P., DE
12.Jun.2008 14:10:50
Wenn der Alkoholgehalt mehr als ca. 20%vol beträgt, ist diese Erscheinung definitiv kein Schimmel, dafür ist die Alkoholkonzentration zu hoch. Was natürlich schon sein könnte: Lavendelblüten enthalten Unmengen ätherisches Öl. Ätherische Öle sind in 96%vol Alkohol vollständig löslich. Je geringer der Alkoholgehalt, desto unlöslicher werden diese, da die Lösung dann immer wasserähnlicher wird. Es könnte also sein, dass diese Erscheinung Öl-Schlieren sind.
Sollte dies der Fall sein, drei Möglichkeiten:
- Alkoholgehalt erhöhen, bis sich die Schlieren wieder lösen
- Mit Faltenfiltern "fein" ggf. mehrmals filtieren. Stofftücher sind dafür viel zu grob.
- ca. 1 bis 2 Monate stehen lassen, oft sammelt sich das Öl dann an der Oberfläche
Eintrag Nr. 3103
Lieber Herr Schmickl!
Mir fällt auf, dass, wenn man im Internet nach Informationen stöbert, man auf unterschiedliche Meinungen stößt, was Kirschkerne und Brennvorgang betrifft. Sie schreiben z.B. in Eintrag 2935 oder 3040, dass man die Kerne drinnen lassen soll/kann. In anderen Foren wird genau das nicht empfohlen. Kann es sein, dass diese Diskrepanz dadurch entsteht, weil Sie davon ausgehen, dass die Maische (mit den Kernen) ohnehin im Maischesieb verbleibt und dort in der Dampfphase "geschont" wird und somit nur wenig giftiges HCN aus den Kernen herausgelöst wird?
Ich möchte gerne in einer Glaskugel mit Wasserbad destillieren (gute Erfahrungen mit Äpfeln und Birnen gemacht, aber noch keine mit Kirschen), verwende also kein Maischesieb. Bleibt Ihre Empfehlung dennoch aufrecht?
Auch schreiben Sie in Eintrag 3040, dass die Kerne sich leicht nach langer Lagerzeit aus den Früchten beim Umrühren lösen und zu Boden sinken. Ist das auch dann der Fall, wenn man ohne Verflüssiger arbeitet?
Bitte um rasche Hilfe/Tipps, sitze auf einem Berg Kirschen (weiß nicht, wie lang die noch gut sind) und habe einen Horror vorm Entkernen!
Vielen Dank,
Markus
Markus, Wien
09.Jun.2008 15:56:31
Blausäure (HCN) wird nicht aus den ganzen Steinen herausgelöst, wenn diese in der Maische verbleiben. In den Steinen befindet sich nicht Blausäure, sondern Amygdalin, welches erst durch Zerstörung der Steine freigesetzt werden muss, bevor es sich während der Gärung in Blausäure umwandeln kann.
Wir haben mit unseren Steinobst-Maischen (bei welchen die Steine nicht entfernt wurden) und deren Destillate einen Cyanid-Test gemacht. Ergebnis: weder in der Maische selbst noch im Destillat war Blausäure/Cyanid/Carbamat nachweisbar. So als würde man reines Wasser messen.
Nein, das hat mit dem Anbrennschutz nichts zu tun. Durch Verflüssigerzugabe wird nur freies Fruchtfleich (dicker Brei aus zerquetschten Früchten) verflüssigt, jedoch keine ganzen Früchte. D.h. wenn Sie keinen Verflüssiger verwenden möchten, sollten Sie die Kirschen so fein wie nur möglich zerquetschen, selbstverständlich ohne die Steine dabei zu zerstören. Nach der Gärung befinden sich dann die nackten Steine am Boden des Fasses. Ich würde Ihnen jedoch empfehlen trotzdem Verflüssiger zu verwenden, denn je flüssiger die Maische beim Brennen ist, desto mehr Aroma werden Sie in den Schnaps bekommen. Bei Kirschen bewirkt die Verflüssigerzugabe, dass die Maische nach der Gärung nahezu weinartig geworden ist, also optimal zum Brennen.
Eintrag Nr. 3102
Sehr geehrter Hr. Dr. Schmickl,
letztes Jahr begann ich mich mit dem herstellen von reinem Alkohol aus Zuckermaische zu beschäftigen (für Kräuterauszüge, Tinkturen und Ansätze). Laut Ihrem Buch entsteht da kein Vorlauf, was ich nicht bestätigen kann. Rund etwa 1/50 der Maischegesamtmenge war nach „Klebstoffgeschmack“ Vorlauf und wurde abgetrennt. Desweiteren hat der Alkohol einen leichten Beigeschmack den ich nicht so richtig definieren kann. Ein gekaufter Sprit riecht nur nach Alkohol, der selbstgemachte beinhaltet noch etwas, was und woher? Beim ersten Brand war er deutlich, beim zweiten sehr viel weniger aber immer noch zu erkennen. Rührt dieser Geschmack von der verwendeten Turbohefe?
Der Gärungsverlauf war einwandfrei. Der Ansatz wurde so hergestellt wie Sie ihn in Ihrem Buch ausführen. Die Gärung im Kunststofffass mit Gärspund war nach rund 20 Tagen vorbei. Nach weiteren Wochen war die Maische völlig klar, die Hefe hatte sich schön am Fassboden abgesetzt. Es war noch etwas Restsüße vorhanden, ansonsten war kein Fehler zu erkennen. Nach etwa 5 Monatiger Lagerung gings nun ans Brennen. Abgesetzte Hefe wurde nicht mitgebrannt. Beim abziehen darauf geachtet keinen Bodensatz aufzuwirbeln.
Da ich nur eine Potstill habe muss ich, um auf höherprozentigen Alkohol zu kommen, mehrmals brennen. So war die Vorgehensweise folgende:
Raubrand 1. Maische (etwa 17%) ausdestilliert bis in der Vorlage nur noch 10% ankamen. Vorlauf abgetrennt, Mittellauf und Nachlauf nicht getrennt. Raubrand 1 Alkoholgehalt 55%
Raubrand 2. Raubrand 1. ausdestilliert bis in der Vorlage noch etwa 12% ankamen. Wieder Vorlauf abgetrennt da eindeutig nochmals Klebstoffgeschmack vorhanden war und schon wie bei Raubrand 1 etwa bei 50 Grad etwas aus dem Kühler tropfte. Raubrand 2 Alkoholgehalt 75%
Vorgehensweise beim Brennen war die:
Temperaturmessung am Abgang des Geistrohres direkt im Dampfstrom. Vorlaufabtrennung bis zum Knick in der Temperaturkurve. Ich messe den Temperaturanstieg im Minutentakt und erhalte so einen relativ steilen anstieg der Temperatur von 45 bis etwa 80 Grad (bei Raubrand 2) innerhalb von 15 Minuten, dann geht’s über 2h langsam weiter bis 96 Grad, gleichbleibende Heizleistung. Es werden Kalibrierte Messgeräte mit Thermoelementen verwendet. (Wasserdampftest an selber Stelle 98,5 Grad) Geschmackstest (Biosensor) nicht Kalibriert 🙂
Nun tun sich da mehrere Fragen auf:
1. Kann ich den „Beigeschmack“ durch Aktivkohle restlos entfernen, Sprich den Raubrand 2 nun mit Aktivkohlegranulat versetzten und mehrere Tage stehen lassen und dann einen Feinbrand durchführen?
2. Erhöht sich die Ausbeute von Raubrand 2 da ja noch Mittel und Nachlauf zusammen sind bei Zusatz von Aktivkohle die ja eigentlich auch den noch hier vorhandenen Nachlaufanteil reinigt?
3. Die Meinungen über das reinigen von Nachlauf mittels Aktivkohle sind nicht eindeutig. Was ist wahr, ist Nachlauf „Müll“ oder tatsächlich bedenkenlos wieder zu verwenden?
4. Sollte die Maische doch kurz nach der Gärung von der Hefe gezogen werden, laut Fachfragen und Forum muss das nicht sein. Kann der Beigeschmack daher kommen?
5. Brennvorgang so ok?
Über eine Antwort Ihrerseits würde ich mich sehr freuen,
Vielen Dank,
Michl
Michl, der wilde Süden...
08.Jun.2008 01:52:17
Um reinen, vollkommen geschmacks-/geruchsneutralen Alkohol herzustellen benötigen Sie eine Rektifikationskolonne. Mit einer Potstill (hier gelangt mit Absicht soviel wie möglich Geschmack/Geruch ins Destillat) wird dies nicht gelingen, denn dafür genügt es nicht zwei/drei mal zu brennen, sondern das zehnfache, also zumindest ca. zehn bis zwanzig mal, je öfter umso besser. Wenn Sie in die Kolonne Füllkörper geben (Stahlkugeln, Schraubmuttern, Glasstücke, Raschigringe o.ä.), wird, wegen der größeren inneren Oberfläche der Kolonne, die Abtrennleistung noch gesteigert.
Dass bei Turbohefe Vorlauf entsteht, ist nicht normal, laut Ihrer sehr detaillierten Beschreibung kann ich jedoch keinen Fehler erkennen. Vielleicht liegt's auch an dem für Turbohefe doch relativ geringen Alkoholgehalt (vielleicht die Gärzeit? 20 Tage sind doch etwas kurz, normalerweise, bei ca. 18°C Raumtemp. und Zielalkoholgehalt über 20%vol dauert die Gärung ca. zweieinhalb Monate). Tests von uns haben ergeben, dass Essigbakterien (erzeugen vor der eigentlichen Essiggärung Ethylacetat, also "puren" Vorlauf) bis ca. 17%vol aktiv sein können. Dies ist für Sie jedoch nicht relevant, da Sie durch das oftmalige destillieren sowieso den Vorlauf sehr genau abtrennen können. Jedenfalls hat der Geschmack nichts mit der Turbohefe an sich zu tun, Sie werden dieses Problem auch mit jeder anderen Hefe haben.
Weiters sollten Sie das Destillat (auch bei Verwendung einer Kolonne) unbedingt mit Aktivkohle behandeln. Am besten durch das sogenannte "Säulen", d.h. Sie geben die Aktivkohle in ein vertikal aufgestelltes Rohr (D: ca. 3 cm, H: ca. 1,5 - 2 m) und lassen den zu reinigenden Alkohol langsam durchtröpfeln. Danach entweder mit Faltenfilter "fein" filtrieren oder nochmals destillieren, um den feinen Graustich der Aktivkohle vollständig zu entfernen.
Aus Ihrer Beschreibung geht hervor, dass Sie laut Temperaturmessung viel zu weit in den Nachlaufbereich hineinkommen (obwohl der Alkoholgehalt des Destillates im Raubrand 1 und 2 wiederum OK ist), wodurch im Destillat sicher der Nachlaufgeschgmack bemerkbar sein wird. Weiterer Vorteil einer Kolonne: damit lässt sich viel einfacher der Nachlauf abtrennen, da Sie dann während des Destillierens Temperaturstufen beobachten werden.
ad 1) Ja, besser jedoch durch "Säulen", siehe oben
ad 2) Nein, Nachlauf entsteht immer, auf nach Aktivkohle-Reinigung
ad 3) Müll ist Nachlauf nicht, er lässt sich ebenfalls mit Aktivkohle reinigen (danach nochmals destillieren).
ad 4) Stimmt, unserer Erfahrung nach bringt ein Abziehen nichts. Wenn der von Ihnen beschriebene Beigeschmack auftritt, dann auch wenn die ausgegorene Maische mit Faltenfiltern "fein" filtriert und anschließend gelagert wird.
ad 5) siehe oben
Eintrag Nr. 3101
Hallo,
mein Brunnenwasser ist leicht basisch. Muss ich Saeure zusetzen bei Zucker und 20% Turbohefe?Welcher pH ist anzustreben?
Vielen Dank fuer Ihre Hilfe.
Bernhard Weiss, Kanada
31.Mai.2008 22:09:57
Der pH-Wert spielt bei einer reinen Zucker-Wasser-Gärung keine so große Rolle, nur bei Obst ist ein Säureschutz notwendig. D.h. in Ihrem Fall müssen Sie das Brunnenwasser nicht ansäuern.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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