SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 4240
Hallo,
ich würde gerne wissen, wieso Sie vom Weichlöten mit bleifreiem Lot abraten.
Ein Argument für das Hartlot ist natürlich die stärkere Belastbarkeit der Lötstelle. Aber oft wird auch die Behauptung aufgestellt, dass sich gesundheitsschädliche Stoffe aus dem Weichlot lösen und ins Destillat wandern.
Mir ist durchaus bewusst, dass es giftige Zinnverbindungen gibt, aber die gibt es von so ziemlich jedem Element (auch Silber).
Schaut man sich mal den angloamerikanischen Raum an, so ist Weichlot dort gang und gäbe und vollkommen akzeptiert (als Beispiel sei an dieser Stelle die Seite namens homedistiller genannt).
Nun meine Frage: Gibt es dazu wissenschaftliche Quellen, die belegen, dass sich Stoffe aus dem Lot lösen?
Jeder hat natürlich das Recht auf seine eigene Meinung. Aber sollten solche Quellen nicht existieren, so finde ich es nicht gut, aus dieser Meinung eine allgemeingültige Behauptung aufzustellen und diese als gesichert zu verbreiten.
In den Diskussionen wird diese Meinung dann oft von Mitgliedern wiederholt und als eine Art "Gesetz" unter die Leute gebracht, ohne Begründung oder dem zugehörigen Wissen und Verständnis. Und genau das finde ich nicht gut.
Ihr Buch zu diesem tollen Hobby hat mir im Übrigen sehr gefallen, ich kann es nur jedem am Hobby Interessiertem empfehlen.
Viele Grüße
Sebastian
Sebastian, DE
16.Dez.2016 22:08:27
Mit wissenschaftlichen Quellen kann ich leider nicht dienen, nur mit meiner Beobachtung, dass Lötstellen aus Weichlot leichter korrodieren, was natürlich nicht der Sinn der Sache ist.
Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass es nicht richtig ist aus Meinungen allgemeingültige Behauptungen aufzustellen und diese dann als gesichert zu verbreiten. Bin kein Lötfachmann, daher kann ich dazu nichts Sinnvolles beitragen, aber etwas habe ich in all den Jahren gelernt, nicht nur im Bereich Schnapsbrennen:
Es stimmt schon, dass seit der Verbreitung des Internets das Phänomen der "fake news" und falscher Behauptungen eklatant zugenommen hat, aber dieses Problem gab es früher auch schon. Auch Vieles was in Fachbüchern geschrieben steht ist oft nur "abgekupfert" (mit oder ohne Angabe der entsprechenden Literaturquelle), man soll nie aufhören Dinge zu hinterfragen und gegebenenfalls zu überprüfen. Nur deswegen ist die Erde keine flache Scheibe und nicht der Mittelpunkt der Universums.
Danke! 🙂
Eintrag Nr. 4239
Hallo zusammen,
habe mich vor zwei Monaten, das erste mal an Apfelmaische gewagt und das ist total schif gegeangen. Äpfel gewaschen, Stiele entfernt und geschreddert. Alles auf zwei 60 Liter Gärbehälter verteilt (leider zu voll)und zum Start je 10 Kg Zucker und Hefe zugesetzt. Fing auch bald an zu gären, leder zu stark und es lief über. Habe dann noch ein kleineren Gärbehalter dazu genommen und nach dem umrühren etwa 10 Liter aus jedem umgefüllt.Danach noch mal Zucker in alle drei und Turbohefe. Der eine 60 L Behälter gärt super , aber die anderen beiden kommen nicht mehr in Gang. Was kann ich tun damit ich die Maische noch brennen kann?
MfG
wolle
wolle niedersachsen, Maische gärt nicht richtig
13.Dez.2016 22:02:58
Die gärenden und nicht mehr gärenden Maischen vermischen (ich weiß, da gibt's jetzt das Problem einen ausreichend großen Behälter dafür zu finden), alles wieder auf die Fässer aufteilen und ausgären lassen.
Eintrag Nr. 4238
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich habe ihr Buch bereits gelesen und finde es sehr hilfreich um einem Neuling wie mir den berühmten roten Faden an die Hand zu geben. Danke dafür.
Um langsam anzufangen werde ich mich zuerst auf den Wodka "stürzen", und habe noch zwei kurze abschließende Fragen welche nach der Lektüre ihres Buches (sowie der anderen - u.a. Pischl) und nach Nutzen der Suchfunktion in den Rezepten und hier in den Fachfragen noch offen sind.
Ich werde den Wodka aus Roggen herstellen und plane eine hochgradige Maische anzusetzen. Um die Polysaccharide aufzuspalten verwende ich kein Malz sondern Enzyme ('MoonshinersChoice®' Amylase Enzyme GA 500).
Aufschließen, Verkleistern und Verflüssigen sind als Arbeitsschritte soweit klar und der Ablauf recht gut beschrieben. Meine Frage setzt bei der Zuckerzugabe an. Soll bei der Kornmaische der Zucker in einem Zug zugegeben werden oder auch in Portionen wie (auf Seite 37) bei den Fruchtmaischen beschrieben, und wenn ja, in welchen Abständen?
Meine zweite Frage dreht sich um die Rückstände die sich am Boden der Maische sammeln. Ich mahle das Getreide mit der eigenen Getreide mühle so fein wie möglich, dennoch werden sich sicher Rückstände im Fass absetzen. Sollten diese dann mitgebrannt werden?
danke für die Hilfe,
S.
Steffen, PL
09.Dez.2016 21:45:17
Danke! 🙂
Ja, auch für hochgradige Kornmaische den Zucker portionsweise zugeben. Ich würde ebenfalls dritteln.
Rückstände mitbrennen: das widerspricht sich mir Ihrem Vorhaben. Wenn richtig eingemaischt und gebrannt, ist Kornbrand alles andere als geschmacklos. Ich durfte einmal ein Destillat einer hochgradigen Kornmaische verkosten, schmeckte sehr intensiv und vorzüglich nach frisch gemahlenem Getriede, wie wenn man mitten in einer Getreidemühle steht. Wodka hingegen ist per Definition geschmackloser Alkohol. Oder anders gesagt: je geringer der Eigengeschmack vom Schnaps desto Wodka-ähnlicher. Daher ja auch die wörtliche Übersetzung aus dem Russischen: "Wässerchen". Deswegen ja auch auch die zig-fach gebrannten Wodkas die es zu kaufen gibt, um so wenig wie möglich Geschmack im Destillat zu bekommen. Fazit: wenn Sie gut schmeckenden Kornbrand wollen, dann die Maische kräftig umrühren und alles brennen.
Eintrag Nr. 4237
Guten Tag!
Seit ein paar Jahren brenne ich Obstler und Zwetschkenschnaps und würde nun gerne einmal etwas Neues ausprobieren:
Den Obstler zu Gin weiterveredeln.
Nun ist es jedoch so, dass wir ausschließlich unter Abfindung brennen, und ich nach längerer Suche nicht sicher sagen kann, ob das überhaupt erlaubt wäre.
Laut Alkoholsteuergesetz müsste man alle alkoholbildenden Stoffe entweder vom eigenen Grund, als Pächter oder Nutznießer beziehen. Ebenso darf man anscheinend alle wildwachsenden Beeren und Wurzeln, die man selbst/oder im Auftrag sammeln lässt verwenden.
Meine Fragen also:
1. Darf ich als Abfindungsbrenner, Gin herstellen?
2. Wenn JA, wie erfolgt die Besteuerung vom Produkt?
3. Darf ich als Abfindungsbrenner Wacholder/Botanicals zukaufen, oder ist es mir lediglich erlaubt, sie aus der Natur zu beziehen?
Vielen Dank schonmal für Rückmeldungen.
Elias, Scheibbs
08.Dez.2016 21:45:32
ad 1) Prinzipiell ja, sofern die Zutaten beim Destillieren (nicht beim Gären!) unvergoren zugegeben werden.
ad 2) Die Besteuerung bezieht sich somit auf den alkoholischen Kesselinhalt, also Ihrer Maische.
ad 3) Wacholderbeeren müssen nicht aus eigenem Bestand stammen, auch wenn diese wie für einen klassischen Kranewitter vergoren werden. Nochmals: Sofern die Gewürze/Kräuter (um den englischen Ausdruck "Botanicals" zu vermeiden) bei der Destillation unvergoren (!) zugegeben werden, ist dies möglich.
Eintrag Nr. 4236
Sehr geehrter Herr Schmickl,
zunächst wollte ich Ihnen zu dem sehr gelungenen Buch gratulieren! Besonders die Rezeptideen und die Checklisten für einen gelungenen Brand finde ich sehr hilfreich und anregend!
Ich selbst habe diese Woche Quittenmaische gebrannt. Nun frage ich mich, ob es bei Quitten ähnlich wie bei Birnen ist, dass es sein kann, dass sich das Aroma (trotz künstlicher Alterung mit dem Milchaufschäumer) erst nach einigen Wochen oder Monaten voll ausbildet?
liebe Grüße
Sebastian
Sebastian, Austria
06.Dez.2016 20:23:23
Danke, das freut uns!
Stimmt, Quittenbrand lagern, dadurch wird er aromatischer. Jedoch ist, so ähnlich wie bei Äpfeln, ein Brand aus ungekochten, rohen Quitten im Allgemeinen eher dezent im Geschmack.
Eintrag Nr. 4235
GutenTag!
Ich würde gerne wissen wie der Raubrand meiner Apfelmaische riechen und schmecken wird.
Damit ich gleich feststellen kann ob etwas falsch gelaufen ist.
Schöne Grüße aus dem Weinviertel!
Fabian Lang, NÖ
06.Dez.2016 16:36:07
So ähnlich wie Apfelbrand, nur lasch, wegen dem geringen Alkoholgehalt. Keinesfalls soll er essigartig oder nach Nagellackentferner riechen.
Eintrag Nr. 4234
Sehr geehrter Herr Schmickl,
ich habe einige Fragen zur pH-Wert Korrektur.
Bisher habe ich zwei Maischen angesetzt (Apfel/Schlehe). In beiden Fällen war der pH-Wert < 3. Was mich etwas verunsicherte, da es ja heißt „…dass die Maischen bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Zitronen) zu wenig sauer sind…“. Leider gibt Ihr tolles Buch nur wenig Auskunft über die Korrektur von niedrigen pH-Werten.
1.Kann ich nicht einfach mit mehr Wasser verdünnen, damit sich ein Wert von 3 - 3,5 einstellt?
2.Gibt es eine Formel oder einen Erfahrungswert für das Hinzufügen von Kalk (100 g/l führt zu...).
3.Welche Probleme können bei einem pH-Wert von < 3 auftreten?
4.Muss ich einen pH-Wert von 2,5 überhaupt korrigieren?
Über ein paar kurze Antworten würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Knut
Knut, Mecklenburg
27.Nov.2016 19:42:33
Im Buch auf Seite 28 ist lebensmittelechter Kalk zum Entsäuern von Wein (Calciumcarbonat) beschrieben.
ad 1) Nein, dazu müssten Sie viel zu stark verdünnen, damit sich das auswirken würde.
ad 2) Leider nicht, ist abhängig vom Obst, Feststoffgehalt usw. Kurzum, in kleinen Portionen zugeben, nach jeder Zugabe kräftig umrühren, ein wenig warten und dann jedesmal pH-Wert messen.
ad 3) Dass es nicht gärt, weil für die Hefe zu sauer. Habe vor vielen Jahren ohne Kalkzugabe einen Zitronensaft versucht zum Gären zu bringen. Gegärt hat nix, nach drei Wochen waren auf dem Zitronensaft "wunderschöne" grünlich weiße Schimmelflecken...
ad 4) Mit Zugabe von Gärstarter und vor dem Gärstart mehrmals täglich intensiv mixen müsste es gehen. Der Zitronensaft damals hatte pH 1 bis 2.
Eintrag Nr. 4233
Guten Tag Herr Schmickl,
Erstmal muss ich sagen das ich als Jungspund (über 18 versteht sich :D) ihr Buch sehr hilfreich finde und quasi wie meine Bibel behandle. Das liegt eventuell an der Tatsache das ich Chemie interessiert bin.
Aber nun zum Eigentlichen. und zwar ist mein Anliegen auf das Thema Hygiene bezogen. Wenn ich nun momentan an Grippe oder Erkältung leide, würden sie mir da vom einmaischen gänzlich abraten, oder es unter gewissen Maßnahmen wie Vorsicht und Handschuhen für akzeptabel gelten lassen?
Ich denke diese Frage ist für so manche Leute vielleicht dämlich, jedoch würde die Frage noch nicht gestellt und ich denke es ist mal gut ihre Meinung zu hören
MfG Toastbrot
Toastbrot, Ruhrgebiet, NRW
23.Nov.2016 15:20:58
Danke, das freut uns! Nein, eine Maische kann von menschlichen Krankheiten nicht angesteckt werden. Wünsche eine gute Genesung!
Eintrag Nr. 4232
Hallo. Wir haben 20 Lt. Grappa im Eichenfass gelagert. Nun bildet sich auf dem Grappa beim Abfüllen in die Flasche ein dunkler Ring (wohl von den Gerbstoffen o.ä.?). Trotz mehrmaligem Filtern durch Spirituosenfilter bringe ich den Ring nicht raus. Was kann ich tun?
Nick, Schweiz
22.Nov.2016 16:47:46
Wenn filtrieren mit Faltenfilter "fein für Weine und Spirituosen" nicht hilft, scheint das etwas öliges zu sein. Gelingt es eventuell den Grappa abzuziehen, sodass der Ring zurück bliebt?
Eintrag Nr. 4231
Hallo,
Ich habe ca 18l. Apfelmaische mit einem Alkohlwert von 20%. Nach vier Wochen ist die Maische noch sehr breiig. Kann ich noch nachträglich Verflüssiger hinzufügen, oder kann ich so brennen?
Gruß Gerhard
Gerhard, Niedersachsen
21.Nov.2016 15:13:24
Ja, die Zugabe von Verflüssiger ist auch nachträglich noch sinnvoll. Je dickflüssiger und breiiger die Maische, desto geringer die Ausbeute und der Alkoholgehalt vom Destillat. Aroma / Geschmack leidet ebenfalls.
Eintrag Nr. 4230
Hallo, ich habe von einem Winzer in der Wachau einen Kübel mit ca. 15 Litern gefüllt mit Trester und aufgefüllt mit Wasser bis knapp unter den Rand bekommen. 1 kg Zucker und Hefe hat er schon dazugegeben, ich gebe noch Zucker dazu, bis ca. 15% erreicht sind.
Ich habe einen umgebauten Schnellkochtopf mit 6 Litern als Destille (Anlage 82 in der Galerie).
Was ich aus dem Praxisbuch aber nicht klar herauslesen kann ist, ob ich in die Destille auch den Trester mit hineingeben soll oder nur die Flüssigkeit.
Kann mir das jemand beantworten?
Und wie lange soll/kann ich danach mit dem Brennen zuwarten, wenn die Gärung beendet ist?
Danke!
Harry, Niederösterreich
19.Nov.2016 08:29:41
Um den geschmacklich typischen, grauslichen Abgang von Tresterbrand möglichst gering zu halten und einen einigermaßen bekömmlichen Grappa zu erhalten, sollten Sie den gärenden Trester möglichst bald abziehen, also von den holzigen und festen Bestandteilen (Stängel u.ä.) befreien. Möglichst bald ist ein paar Tage bis ca. eine Woche nach Gärbeginn.
Nur hochgradige Maischen sind lagerfähig, der Alkoholgehalt der Maische sollte also ca. 16%vol oder höher sein um die Maische ohne Risiko, dass sie verdirbt, lagern zu können.
Eintrag Nr. 4229
Hallo,
Ich habe letztens gehört als Abfindungsbrenner darf ich kein Obst verwenden das ich von Freunden und Bekannten geschenkt bekommen habe.
Ist diese Aussage korrekt oder darf ich ruhig zu Freunden gehen und mir deren Obst holen?
Fabian Lang, NÖ
13.Nov.2016 21:16:49
Das ist vollkommen richtig, ein Abfindungsbrenner darf NUR EIGENES Obst steuerlich abfinden, d.h. daraus Schnaps brennen. Es gibt Ausnahmen wie z.B. Waldbeeren, aber am besten erkundigen Sie sich diesbezüglich beim für Sie zuständigen Zollamt.
Eintrag Nr. 4228
Habe weißen Traubentrester hochgradig vergoren! Jemand erzählt mir jetzt, das zu langes Lagern
einen hohen Zyanidgehalt ergibt!? Was ist an dieser Aussage dran?
Christoph vom Bruck, British Columbia , Canada
12.Nov.2016 04:35:23
Zyanid bzw. Ethylcarbamat ist nur ein Problem bei Steinobst und auch nur dann wenn die Steine zerstoßen bzw. zerstört wurden (siehe Buch). Trauben sind kein Steinobst. Wie Sie Maischen und Brände auf Cyanid bzw. EC-Gehalt testen können ist im Buch ausführlich beschrieben.
Eintrag Nr. 4227
Hallo,
Wir haben für erste mal versucht Grappa selber zu erstellen:...
Wir haben eine Maische mit ein Alkohol Inhalt 8%
Nach ein "Probe brennen" von 1 L. Maische, haben wir ca. 0,6L edeltropfe mit immer noch 8%.
Nach einem 2er mal brennen, ist das Alkohol zurück auf 0!!!
Was haben wir alles falsch gemacht???
Lorenzo Ciciriello, Baden-Württemberg
11.Nov.2016 18:37:59
Da haben Sie bei der Destillation grundsätzlich irgendetwas komplett falsch gemacht oder die Maische enthielt gar keinen Alkohol. 1 Liter Alkohol mit 8%vol enthält somit 80 ml 100%'igen Alkohol. Das Volumen vom Destillat ist 600 ml, der Alkoholgehalt müsste theoretisch 80 / 600 * 100 = 13%vol sein. Theoretisch, weil immer Verluste auftreten, Rückstand im Kessel, nicht kondensierter Dampf, Nachlauf usw. Dass nach dem zweiten Brand im Destillat gar kein Alkohol mehr enthalten ist, kann gar nicht sein. Kurzum: Sie sollten das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" aufmerksam durchlesen und die Anleitungen genau befolgen.
Eintrag Nr. 4226
Guten Tag Herr Dr. Schmickl
Ich habe zum ersten Mal eine Apfelmaische hergestellt 30 kg frische Äpfel gehäxelt und in ein Gärfass (Neu) allerdings ohne Gäraufsatz aber mit geschlossenem Deckel 3 kg Zucker und Prestige Hefe sowie 6 litern Wasser vergehren lassen. Ständige Kontrolle des PH wertes allerdings habe ich immer circa 4-4,5 gemessen und mit etwas Zitronensäure diesen Wert gehalten 6 Wochen lang. Nach einer Woche ohne Kontrolle wegen Urlaub habe ich dann ein Teil der Maische gebrannt bei 8% alk. Das Ergebnis war erschreckend der Edelbrand viel relativ gering aus und war im Geschmack sehr scharf und hatte so gut wie keinen Apfelgeschmack. Jetzt habe ich heute die restliche Maische probiert und einen leichten essigstich festgestellt sehr leicht die maische ist im Geschmack ziemlich trocken und der Apfelgeschmack ist auch relativ gering meine Frage wo liegt der Fehler und kann ich noch etwas retten?
Grüße Timo
timo, Tirol
11.Nov.2016 17:48:36
Am besten gehen Sie beim nächsten mal Einmaischen genau so vor wie im Buch beschrieben, im Kapitel Lagerung finden Sie ausführliche Beschreibungen zum Thema Schärfe. Wenn der Geschmack trocken, wurde der gesamte Zucker (aus den Äpfeln und der zugegebene) zu Alkohol vergoren. Bei 8%vol Alkoholgehalt ist die Ausbeute nicht besonders hoch, das stimmt schon.
Gegen Essigstich kann man nachträglich nichts mehr machen, auch der Schnaps hat dann einen Essigstich. Niedriger pH-Wert und hoher Alkoholgehalt schützt vor Essigbildung. Beim nächsten mal bis pH 3 ansäuern, pH über 4 ist für effektiven Säureschutz eindeutig zu hoch. Wie im Buch unter "hochgradige Maische" beschrieben, tritt dieses Problem nicht auf wenn der Alkoholgehalt der Maische hoch genug ist.
Eintrag Nr. 4225
Hallo Herr Schmickl,
ich habe am 10.11.2016 ca. 45 Liter Quittenmaische angesetzt. Biogen M, Antischaum und Pectin-EX 100 sind nach Anleitung drin. Ebenso habe ich 4 Kg Zucker aufgelöst in die Maische dazu gegeben. Als Hefe habe ich die Pot Distillers Hefe von Prestige genommen. Auf die ganze Menge 2 Päckchen, also 120g. Jetzt nach 24 Stunden hat es noch nicht so richtig angefangen zu gähren. Der Gährspund hebt sich zwar ein wenig, aber bei vorherigen Maischen hatte ich die Turbohefe 48 von Alcotec. Da ging es nach 24 Stunden schon richtig zur Sache. Meine Fragen sind nun:
- Kommt die Gährung noch zu stande? Soll ich noch warten?
- Soll ich zusätzlich noch ein Päckchen der Turbohefe von Alcotec unterrühren?
- War es zu wenig Zucker für den Anfang?
- Gibt es andere Möglichkeiten die Gährung in Schwung zu bringen?
Für hilfreiche Tipps wäre ich sehr dankbar!
Mit freundlichen Grüßen
Grisu
grisu, Deutschland
11.Nov.2016 11:50:46
Hat nichts mit der Art der Hefe zu tun. Wahrscheinlich war die Temperatur für den Gärstart ein wenig zu kühl. Abhilfe: Mit einem Bohrmaschinenaufsatz die Maische mehrmals täglich mixen, nach spätestens 2 Tagen sollte eine heftige Gärung bemerkbar sein.
Eintrag Nr. 4224
Hallo Dr. Schmickl,
zu Ihrem Kommentar zum Eintrag Nr. 4222 möchte ich anmerken, dass sich das CO2 in der Flüssigkeit bindet, wenn eine Lagerung von ca. 2-3 Wochen bei nahe 0 Grad erfolgt. Das entspricht z. B. der Kaltreifung von Bier.
mfg.
Gerold
Gerold, D
04.Nov.2016 11:39:33
Danke für die Aufklärung! Sorry, bin kein Bierbrauer...
Eintrag Nr. 4223
Hallo,
habe eine Fragen zum Quitten vergären:
(in der SUFU nichts gefunden)
Habe 3STK 120 L Fässer mit Quitten eingemaischt, Zugabe von Gärhefe und Enzyme nach Vorschrift, fein gemust Temperatur Früchte ca15 Grad, vollreif, Zugabe von 10 L Quittensaft pro Fass.
Alle 3 haben sofort zu gären angefangen und Gärspunden habe starkt geblubbert, starker Duft nach Quitte.
Habe 2x vorsichtig gerührt, nur obere Schicht nach unten gedrückt. Temperatur ständig 17-18 Grad.
1Fass hat jetzt nach 1 Woche schon aufgehört zu gären.
Kann es sein dieses schon fertig vergoren hat? nochmal umrühren/unterdrücken? Habe den Deckel noch nicht geöffnet und bin etwas ratlos
Gruß Jürgen
Jürgen Reichle, Baden Württemberg
02.Nov.2016 11:47:06
Wenn alle drei Fässer zu gären angefangen haben, ist aller Wahrscheinlichkeit nach alles OK. Wenn bei zwei Fässern, die vermutlich neben dem dritten stehen, die Gärung immer noch bemerkbar ist, gibt es keinen besonderen Grund warum es im dritten Fass plötzlich nicht mehr gären sollte. Die Gärung wird mit der Zeit immer schwächer, vermutlich ist das dritte Fass nur ein wenig undicht, sodass das CO2 nicht mehr über den Gärspund entweicht. Fass öffnen, vorsichtig riechen. Wenn es sehr stark in der Nase sticht (Kohlensäure) und ein leises Knistern zu hören ist, gärt auch der Inhalt vom dritten Fass immer noch. Weiterhin Gutes Gelingen!
Eintrag Nr. 4222
Hallo Herr Dr. Schmickl,
eine Frage zur Bildung (und Bindung?) der Kohlensäure. Angeregt durch die ungewollte Herstellung eines sehr wohlschmeckenden Getränks (sollte eigentlich Apfelsaft werden), habe ich versucht, dieses alkoholarme sprudelnde und *moussierende* (!) Getränk mittels einer Gärung im Druckfass herzustellen. Dabei war mir zunächst ein Fehler bei der Abdichtung passiert, so dass die Gärung viel weiter fortschritt als geplant. Als Ergebnis habe ich nun einen halbfertigen Apfelwein und jede Menge CO2. Wenn dieses Produkt aus dem Druckfass gezapft wird, bildet sich eine große Schaumkrone aber es *moussiert* nicht. Als Laie würde ich sagen, Flüssigkeit und Gas sind nicht miteinander verbunden. Bei der ungewollten Flaschengärung war das nicht der Fall. Können Sie einschätzen, woran das liegt?
Besten Dank im Voraus!
Don Alfredo
Don Alfredo, D
31.Okt.2016 17:25:16
Ohne technische Hilfmittel wie bei einer Bierausschank oder der Herstellung von sprudelndem Mineralwasser und diverser Softdrinks wird dies nicht gelingen. Solange es gärt moussiert das Getränk. Nach dem Öffnen kohlensäurehaltiger Flaschen ebenso, Softdrinks und Mineralwasser werden unter Druck abgefüllt damit die Kohlensäure vor dem Verschließen nicht entweicht. Da Ihr Druckfass undicht war, konnte sich kein Druck aufbauen und somit ist die Kohlensäure aus der Flüssigkeit entwichen. Genau so wie wenn Sie Bier im Glas bzw. Cola usw. offen länger stehen lassen.
Eintrag Nr. 4221
Hallo,

2 rechtliche Fragen, wenn sie mir erlaubt sind:

1. Auf mehreren Seiten im Internet liest man, dass das Schnapsbrennen in einem 0,5-l-Destilliergerät in Deutschland legal ist und keiner Anmeldung beim Zollamt bedarf.

Können Sie mir einen Hinweis geben, wo diese Ausnahmeregelung im Gesetz zu finden ist?

§ 133 BranntwMonG Absatz 2 sagt: Branntwein darf nur in einem unter amtlicher Mitwirkung verschlusssicher eingerichteten Teil eines
Steuerlagers (Verschlussbrennerei) gewonnen werden.

Dazu finde ich keine Ausnahme.

An vielen Stellen wird der § 145 BrennO erwähnt, der das Brennen von zu untersuchenden Proben in 0,5-l-Destilliergeräten zulässt. Absatz 2 gleichen Paragrafens ordnet aber die spätere Vernichtung oder Zurückführung des gewonnenen Alkohols in die Ursprungsflüssigkeit an.

Was habe ich nicht richtig verstanden oder überlesen?

------------

2. Wie erfolgt die Branntwein-Steuererklärung im Falle von nicht anmeldungspflichtigen 0,5-l-Destilliergeräten?
Beantragt man beim Zoll die Inhaberschaft eines Steuerlagers nach § 134 BranntwMonG?
Oder erklärt man einfach die Branntweinsteuer "ohne vorliegende Erlaubnis" nach § 143 BranntwMonG Absatz 2 Punkt 2?

Was ist der korrekte Weg?

-------------

Ich hoffe die Fragen sind hier an der richtigen Stelle gestellt und bedanke mich bereits im Vorraus für die Auskünfte.

Freundliche Grüße aus D


PS:
Ich bitte zu verstehen, dass ich mich zuerst an Sie wende bevor ich falsch informiert das Zollamt alarmiere ;-).
Armin Schneider, Deutschland
30.Okt.2016 18:57:20
ad 1) siehe
http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Alkohol-Kaffee-Kraftstoffe-Strom-im-Haushalt/Brauen-Brennen-Roesten/Branntwein/Herstellung-Branntwein/herstellung-branntwein.html

Zitat:
Von dem Verbot ausgenommen sind Kleindestilliergeräte mit einem Raumgehalt von nicht mehr als 0,5 Liter, die ausschließlich zu privaten Zwecken genutzt werden. Diese dienen in erster Linie Demonstrations- und Dekorationszwecken. Die Branntweinerzeugung mit solchen Geräten ist zulässig, da ihr verhältnismäßig hoher Preis außer Verhältnis zum Steuerwert des erzeugten Branntweins steht.

ad 2) Bei der privaten (!!!) Nutzung von 0,5-Liter-Destillationsgeräten ist keine Erklärung bzw. Meldung an die Behörde notwendig.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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