SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3220
ehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
Sollte ich mit die Herstellung von Geist auch den Kessel 3/4 abfüllen, oder sind nur enige Liter ausreichend?
Mit freundlichem Gruß,
Mike
Mike, die Niederlande
04.Jun.2009 10:22:49
Ja, auch bei der Geistherstellung empfiehlt es sich, den Kessel mindestens ca. 3/4 zu befüllen, weil sonst der Dampfraum in Relation sehr groß wäre, woraus sich Ausbeute- und Geschmacksverluste ergeben würden.
Eintrag Nr. 3219
Hallo zusammen!
Mein Onkel hat mir bei einem Besuch ein paar Zweige Wermutkraut (Artemisia absinthium) gegeben und ich wollte daraus einen Absinth machen. Leider stehen mir aus technischer Sicht nicht die Möglichkeiten zu Verfügung um etwas zu destillieren, ich habe zwar natürlich Küchensachen aber in diesem Forum schon gelesen, dass man am besten die Finger vom Brennen läßt.
Aus meiner Erfahrung als Bierbrauer kann ich das nachvollziehen, wenn man das nicht richtig kann und ohne Übung kommt nichts dabei raus.
Jetzt wollte ich fragen ob jemand ein Rezept hat nur mit "Ansetzen", habe auch gelesen, dass ich möglichst hochprozentigen Alkohol brauche, da sich der Bitterstoff im Wasser löst.
Vielleicht kann mir jemand helfen.
Grüße!
Tilmann
Klerafukan, D
02.Jun.2009 16:21:01
So schwer ist das Destillieren nun auch wieder nicht, klarerweise nur mit der richtigen Anleitung. Beides, wie Sie einen Angesetzten herstellen (auch für den Wermuth) und der Destillationsvorgang im kleinen Maßstab sind im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr detailliert und für Laien leicht verständlich erklärt.
Eintrag Nr. 3218
Sg. Damen und Herren!
Bin Etikettendrucker in Tulln und möchte gerne wissen ob es neue Bestimmungen, Verordnungen oder Änderungen bzgl. Etikettendruck gibt.
Momentan steht drauf:
z.B. Text:
Österreichisches Erzeugnis
Marillenbrand
alc.42%vol
Abfindungsbrennerei (Name Anschrift Tel)
(Losnummer) L 8/8
(Literbezeichnung) 0,35l
Erwin Bauer, 3430 Tulln
02.Jun.2009 15:23:17
Nach unserem Kenntnisstand sind Ihre Angaben auf dem Etikett korrekt, es fehlt auch keine Daten.
Eintrag Nr. 3217
Sehr geehrte Fr. Dr. Schmickl
Aus welchem Teil der Banane wir ätherisches öl gewonnen? Wenn ich an der Schale rieche stinkt es ein wenig nur die Innere Frucht ist wohlriechend 🙂 also bin ich noch ein wenig ratlos.. Aber vl können sie mir da weiterhelfen..
Danke!
Marsej, Wien
25.Mai.2009 15:51:00
Weder die Banane noch ein anderer Teil der Bananenpflanze enthält ätherisches Öl. Beim sogenannten "Bananenöl" oder auch "Birnenöl" handelt es sich um Amylacetat, welches künstlich im Labor hergestellt wird.
Eintrag Nr. 3216
Hallo,
Ich möchte dieses Jahr Hollunderbrand mit meiner Brennerei brennen.
Ist es möglich die Hollunderbeeren statt dem lästigen abrebeln auch zu pressen? Den Saft mit Reinzuchthefe versetzen und nach der Gärung brennen?
Ich würde mich über eine antwort freuen.
Lg MarkusK
Markus K, Wien
24.Mai.2009 17:35:15
Ist natürlich auch möglich, allerdings wird der Geschmack vom Brand unterschiedlich zur Abrebelmethode sein (vermutlich weniger geschmackintensiv). Es gibt diverse Rezepte für Holunderbeerensaft, wo z.B. Orangen und diverse Gewürze hinzukommen. Es wäre durchaus der Überlegung wert, ein derartiges Rezept für die Maischeherstellung zu adaptieren.
Eintrag Nr. 3215
Hallo an Alle !
Wir haben auf unsere Finca einen riesen Baum voll Nispero. Marmelade haben wir schon gemacht (fürs ganze Jahr) Den Eintag: Nispero gibt nicht viel her, habe ich gelesen. Aber das Einmaischen der Papaya hat mir gefallen. Ich bin Neuling. Soll ich alle Nispero den Vögeln geben? Oder hat mir Jemand ein schönes Rezept zum Einmaischen von Nispero?
Volker, Costa Blanca (Spanien)
23.Mai.2009 16:42:50
Nispero oder "Japanische Wollmispel" (Eriobotrya japonica), ist ein Kernobstgewächs. Wir haben nur Erfahrungen mit der deutschen Mispel (auch "echte Mispel", Mespilus germanica), die man zum Einmaischen nicht vor dem ersten Frost ernten sollte. Ein Mispelbrand ist eine Spezialität!
Natürlich kann Nispero auch eingemaischt werden, ich würde den hochgradigen Maischeansatz (Turbohefe) wählen und so vorgehen wie im Buch für Kernobst beschrieben.
Eintrag Nr. 3214
ola herr schmickl!
bitte, was wäre ungefähr der alkoholgehalt jenes, in ihrem buche erwähntem "filetstückes" das gleich nach dem vorlauf rauskommt?
und was wäre er vom edelbrandende,so kurz vor 91?
selbstverständlich wäre alles bezogen auf eine ihrer destillen. ich habe beim bau meiner potstill den refluxeffekt etwas unterschätzt und wäre sehr dankbar um ihre expertenmeinung,
grüsse an alle helmut
helmut, brasilien
22.Mai.2009 13:18:03
Beides hängt sehr stark vom ursprünglichen Alkoholgehalt im Kessel und von der Maischebeschaffenheit (Feststoffgehalt usw.) ab. Am besten Testen Sie Ihre Anlage mit Wein mit ca. 12%vol. Bei einer pot-still sollte das Ergebnis (ohne Nachlauf, Vorlauf gibt's keinen) ca. 50%vol betragen.
Eintrag Nr. 3213
Hallo Herr Schmickl,
habe vor einiger Zeit ihr Buch gelesen und darauf hin eine hochgradige Apfelmaische mit Turbohefe und Biogen-M angesetzt und mit dem Gärspund vergären lassen. Hat soweit auch alles bestens funktioniert und das Vinometer zeigte 23% Alkoholgehalt.
Danach habe ich die Maische in der "Classic" gebrannt. Das lief etwa so ab:
Nachdem die Dampftemperatur 65°C überschritten hatte, reduzierte ich die Heizleistung. Bei ca. 73° bis 75°C kamen die ersten Tropfen Destillat raus.
Gemäss Ihrem Buch sollte die Temperatur nun immer noch zügig steigen, bis so ab 81°C der Edelbrand kommen sollte.
Bei mir stieg die Temperatur jedoch kontinuierlich langsam an und bis 81°C hatte ich bestimmt schon 0,2 liter Destillat gesammelt. Handelt es sich dabei insgesammt um Vorlauf?
Generell hatte ich den Eindruck, der Temperaturverlauf sei bei mir nicht so, wie die Kurve in Ihrem Buch?!
Was mache ich falsch?
Fabio, Tschechien
20.Mai.2009 15:39:32
Doch, dass ist schon richtig, Sie sollten bedenken, dass das Thermometer, wie bei einem Quecksilber-Fieberthermometer, einige Zeit beraucht, um die exakte Temperatur anzuzeigen.
Dennoch sollten Sie folgende Punkte überprüfen:
- Die rote Thermometerkugel muss zur Gänze unten aus dem Schaft herausragen, wenn es in den Helm gesteckt wird.
- Tauchen Sie das Thermometer ca. 8-10 min lang in kochendes Wasser. Die angezeigte Temperatur sollte ca. 98°C betragen.
- Beim Brennen die Heizleistung so einstellen, dass es fortlaufend schnell aus dem Kühler heraustropft. Sollte es wegen zu geringer Leistung nicht mehr tropfen, kocht es im Inneren nicht mehr, dann wird die Temperatur auch entsprechend sinken. Insbesondere zu Beginn, bevor noch etwas aus dem Kühler herauskommt, kann es vorkommen, dass der Brenner zu weit gedrosselt wird.
Eintrag Nr. 3212
hallo
super seite und super buch!
wenn ich eine zuckermaische mache, muss ich da auch den pH-Wert testen und wenn notwendig mit säure ausgleichen?
wieviel backhefe brauche ich für 1,5 liter zuckermaische?
danke im vorraus
jerome, schweiz
18.Mai.2009 17:53:53
danke, freut uns!
Wenn Zuckermaische mit einer Turbohefe hergestellt wird, ist es nicht notwendig den pH-Wert anzupassen, nur wenn mit Früchten gearbeitet wird.
Mit Backhefe wird das Ergebnis, auch wenn der pH-Wert entsprechend eingestellt wird, nie zufriedenstellend sein. Abgesehen davon, dass der maximal erreichbare Alkoholgehalt sehr gering ist, Stichwort Alkoholresistenz. Daher nur soviel Zucker zugeben, wie für ca. 5%vol Alkohol notwendig sind (siehe Buch bzw. Zucker-Alkohol-Rechner). Für 1,5 Liter Zuckerwasser genügen ca. 5-10 g Backhefe.
Eintrag Nr. 3211
Hallo,
habe gestern Rhabarber gemantscht, etwas Wasser und 1/3 der Gesamtmenge Zucker zugegeben. Anschließend nach Anweisung Turbohefe. pH-Wert ca. 3,0
Problem: Maische beginnt nicht zu gären.
Ab welchem Zeitpunkt nach Zubereitung muß eine Obstmaische (oder allgemein) spätestens eine Reaktion zeigen? Steht leider nichts im Buch.
Grüße aus Hessen.
Peter, Hesen
16.Mai.2009 07:56:43
Spätestens nach einem Tag sollte die Gärung bemerkbar sein (doch dies steht schon im Buch). Eine der häufigsten Ursachen für eine Verzögerung ist die Temperatur. Die Maische darf zum Starten nicht zu kalt sein, d.h. die Maischetemperatur (nicht verwechseln mit der Umgebungstemperatur) sollte dazu nicht unter ca. 16-17°C liegen. Je wärmer die Maische, desto schneller beginnt die Gärung. Daher ist es durchaus sinnvoll die Maische bei ca. 20-22°C zum Gären zu bringen und erst nach Beginn der Gärung in einen Raum mit ca. 15-19°C zu stellen.
Eintrag Nr. 3210
Zu Eintrag Nr. 3209:
Na ja, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrück. Es handelt sich nicht wirklich um einen Ansatzschnaps, sondern eher um einen Likör oder Aperitiv. Der Alkoholgehalt ist ca. bei 15%.
Gabriel, Wien
11.Mai.2009 14:56:54
Auch in diesem Fall müssen neu gekaufte Korken nicht desinfiziert werden, weil ab einer Konzentration von ca. 16%vol der Alkohol konservierend wirkt.
Eintrag Nr. 3209
Hallo
Zu Eintrag Nr. 3194:
Ich muss die Flaschen bzw. die Korken aus dem Handel nicht desinfizieren? Wie sieht es bei Schraubverschlüssen aus?
Danke
Gabriel, Wien
08.Mai.2009 17:18:36
Nein, waschen mit Geschirrspülmittel genügt. Der Alkoholgehalt eines Angesetzten liegt bei ca. 40-50%vol, bei diesem Alkoholgehalt kann nichts mehr verderben.
Eintrag Nr. 3208
Kann man mit der destille leonardo schnaps brennen?
tim25651
tim25651, Nürnberg
07.Mai.2009 16:36:09
Nein, der Kühler wurde nur für die Wasserdampfdestillation zur Herstellung ätherischer Öle ausgelegt.
Eintrag Nr. 3207
Hallo,
da ich ein neuling bin und eher erfahrungen im bereich des aufesetzten habe, kam mir die frage, ob man nicht die früchte aus dem aufgesetzten noch mal einmaischen kann? wir entsorgen jedes jahr eine enorme menge an früchten und beeren aus dem aufgesetzten. dieser wird ausschließlich mit korn hergestellt. wie kann ich die früchte und beeren nun behandeln, um sie anschließend brennen zu können?
mfg
Kalle
kalle, tief im westen
07.Mai.2009 00:03:31
Einmaischen geht nicht, da sich in den Früchten ja bereits Alkohol in Schnapsstärke befindet, Hefe würde dadurch sofort absterben. Sie könnten jedoch versuchen aus den angesetzten Früchten zusammen mit geschmacklosem Alkohol einen Geist herzustellen (Anleitung zur Geistherstellung siehe Buch). Befürchte allerdings, dass dies aromamäßig keinen Sinn macht, weil die Geschmacks- und Aromastoffe durch's vorherige Ansetzen ja großteils schon extrahiert wurden.
Alternative: Früchte zusammen mit z.B. Schlagsahne als Dessert genießen. Aber Achtung: Früchte enthalten Alkohol!
Eintrag Nr. 3206
Hallo,
ich habe mir aus einem Stahltopf mit Messing-Klemmfittings und Kupferrohr eine Destille gebaut. Der Deckel hat bereits ein eingebautes Überdruckventil (Ja, es ist der Entsafter, der auch auf vielen Bildern in der Gallerie zu sehen ist. Genialer Ausgangspunkt für den Selbstbau!) Topfinhalt 15 Liter, das Geistrohr ist ein kurzes Stück (5 cm) 22er Kupferrohr, es geht über in ein T-Stück mit Thermometer und Abzweigung zu einem Reduzierstück von 22 auf 15 mm. Dieses ist mit einem rechtwinkligem Fitting an den Rohrkühler aus 15er Kupferrohr (Kühlstrecke ca 130 cm, Gesamtlänge 150 cm) angeschlossen. Eine Probe mit Rotwein verlief sehr zufriedenstellend. Das Destillat läuft kalt aus dem Kühler, schmeckt wie Grappa, Alkoholgehalt des Destillats ca 55%, Ausbeute 950ml bei 4,5 Liter Einsatz. Überraschenderweise hatte ich ein wenig Vorlauf.
Es gibt allerdings ein leises, rhytmisches Geräusch und ich kann am Austritt einen sanft pulsierenden "Luftzug" spüren. Würde das aber nicht als "Spucken" bezeichnen.
1. Halten Sie das für problematisch, ist vielleicht der Kühler zu lang?
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Ich habe beim Bauen ein ca. 120 cm-Stück 22er Rohr übrig behalten. Nun hatte ich die Idee, meine Potstill im Bedarfsfall in eine Reflux-Destille umzubauen, zur Erzeugung von Ansetzalkohol. Dazu soll das 5cm-Stück gegen das 120cm-Stück getauscht werden.
2. Gibt es eine theoretisch sinnlose länge des Geistrohrs, oder soll ich die vollen 120cm nutzen.
3. Erreiche ich mit dem ungekühlten Rohr überhaupt schon eine Retifikation, oder müsste es gekühlt werden?
4. Ist es vieleicht sinnvoller, das Rohr mit Stahlwolle o.ä. zu befüllen und dafür zu kürzen? Was für eine Füllung und Länge wäre dann sinnvoll? Ich habe hier leichte Bedenken, dass dadurch ein zu hoher Druck in der Anlage entstehen könnte.
Übrigens: Wie von so vielen, auch von mir ein großes Kompliment für Ihr tolles Buch!
Scot, Niedersachsen
05.Mai.2009 16:27:24
ad 1) Nein, ist es nicht, stammt von den Dampfblasen, die beim Kochen zwangsläufig entstehen. Ein Rührwerk oder Siedesteinchen o.ä. könnten diesen Effekt mindern, ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, solange es nicht zu einem Siedeverzug (explosionsartiges Überkochen) kommt.
ad 2) Nehme an, Sie meinen damit das Stiegrohr (ist das vertikale Verbindungsrohr zwischen Kessel und dem höchsten Punkt, also dem T-Stück mit dem Thermometer). Hier gilt: je länger (höher) das Rohr, desto besser wird die Trennleistung bei der Rektifikation sein. 120 cm sind diesbezüglich eher als kurz zu betrachten.
ad 3) Rektifikationskolonnen werden optimal betreiben, wenn kein Energieaustausch mit der Umgebung stattfindet, d.h. die Kolonne weder kühlen noch heizen, sondern möglichst gut isolieren.
ad 4) Ja, Füllkörper sind sogar sehr sinnvoll. Dadurch kann die Trennleistung je Meter Kolonne wesentlich erhöht werden. Wenn die Stahlwolle locker gepackt ist, sollte der Druckverlust nicht sehr hoch sein. Klassische Füllkörper sind Raschig-Ringe oder ähnliche Gebilde wie z.B. Schraub-Muttern oder kubische Glasrohrstücke, also gleicher Durchmesser wie Länge, z.B. jeweils ca. 1 cm.
Danke, freut uns!
Eintrag Nr. 3205
hallo
wann ist der vorlauf zu ende oder anders gefragt wie viel muss ich wegschütten dass ich keinen vorlauf in meinem schnaps habe?
Ich möchte nämlich KEINE Giftstoffe in meinem schnaps haben
danke
jerome, schweiz
04.Mai.2009 19:03:06
Ob Vorlauf überhaupt enthalten ist und ggf. in welcher Menge hängt von sehr vielen Faktoren ab. Daumenregel: wildvergorene Maischen, also OHNE Zugabe von Reinzuchthefe, Säureschutz usw. enthalten am meisten Vorlauf, die Menge kann durchaus 10% erreichen. Sauber vergorene Maischen (also mit Reinzuchthefe, Säureschutz, Gärspund ...), die meisten Weinsorten, Angesetzte, Liköre usw. enthalten gar keinen bzw. so gut wie keinen Vorlauf.
Wie Vorlauf richtig erkannt, abgetrennt und bei der Gärung verhindert werden kann, ist im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr detailliert und für Laien leicht verständlich erklärt.
Eintrag Nr. 3204
Guten Tag,
wir diskutierten neulich ob der Lagerung des gebrannten Produktes:
a) Nach dem Brennvorgang sofort filtriert nach Reduzierung in der Flasche
b) Einige Monate unfiltriert in Glasballons
Über eine Antwort würde ich mich freuen.
Danke und grüße
Jochen
Jochen, Rhein-Neckar/Deutschland
03.Mai.2009 17:23:30
Variante a) macht wenig Sinn, weil es dabei zu Nachtrübungen kommt. Daher: Nach dem Verdünnen zumindest ca. 1 bis 2 Wochen bei Kellertemperatur lagern vor dem Filtrieren. Dann kommt es nicht mehr zu Nachtrübungen.
Eintrag Nr. 3203
Hallo,
Ich hab eine gößere Menge Korn (4,2l) welche als Ansatz dienen soll. Der Korn hat einen Alkoholgehalt von 38%vol. Nun möchte Ich diese Menge auf 5l mit 96%igen Primasprit erhöhen.
Mit welcher Formel bekomm Ich den neuen Alkoholgehalt in %vol heraus?
Vielen Dank
Florian, Deutschland
01.Mai.2009 19:53:41
4,2 / 100 * 38 = 1,596 l reiner (100%) Alkohol
0,8 / 100 * 96 = 0,768 l reiner (100%) Alkohol
In 5 Liter befinden sich somit:
1,596 + 0,768 = 2,364 l reiner (100%) Alkohol
Daraus ergibt sich folgender Alkoholgehalt:
2,364 / 5,0 * 100 = 47%vol
Eintrag Nr. 3202
wieso verwirft man beim schnapsbrennen die ersten tropfen?
maus, nrw
01.Mai.2009 17:34:39
Beim Gären können neben Ethylalkohol auch andere (giftige) organische Lösemittel entstehen, welche sich beim Brennen als Erstes im Destillat anreichern. Deswegen spricht man auch von Vorlauf. Ob dies jedoch tatsächlich nur ein paar Tropfen sind, hängt u.a. von der Reinheit der Gärung und vom Brennvolumen ab. Im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" ist dieses Thema sehr detailliert und für Laien leicht verständlich beschrieben.
Eintrag Nr. 3201
Grüss Gott Herr Doktor Schmickl,
ich habe am 9/10/08 eine Holunderbeerenmaische angesetzt, mit deren Vergärung ich einige Probleme hatte. Könnten sie bitte meine Einträge hierzu (Diskussion sufu Holunderbeerenmaische) lesen und mir ihre Meinung mitteilen?
Die Maische habe ich am 21/02/09 (Anlage 156 Fotogallerie) gebrannt. Es endstand kaum Vorlauf, Nachlauf habe ich bei 46%vol, wie ich es immer bei meinen Schlehenbränden tue, abgetrennt und somit 8,65L zu 43%vol Edelbrand erhalten.
Da ich den Geschmack nicht beurteilen kann, weil ich bisher noch nie Hollerbrand getrunken habe, wollte ich sie fragen ob ich ihnen eine Probe davon schicken kann damit sie mir ihre Meinung dazu sagen können.
Schöne Grüsse aus Luxemburg, danke.
Schlehenfan, Luxemburg
29.Apr.2009 18:30:11
Hochgradige Maischen sollten zumindest ca. 4 Monate oder länger (je länger desto besser) lagern, um Hefegeschmack im Destillat (wird oft auch als Schärfe beschrieben) zu vermeiden und das Fruchtaroma zu intensivieren. Zukünftig können Sie sich mit dem Brennen daher ruhig einige Monate mehr Zeit lassen.
Von der von Ihnen beschriebenen grünen klebrigen Masse lese ich zum ersten mal, wir haben zwar auch schon Holunderbeeren eingemaischt/gebrannt, dabei ist diese Masse jedoch nicht aufgetreten.
Natürlich, kein Problem, Adresse siehe Seite "Kontakt".
Anmerkung: Holunderbeerenbrand hat keinen angenehmen fruchtigen Geschmack, so wie Sie das von den Schlehen her kennen. Das Aroma ist eher mit Vogelbeere zu vergleichen. Sollte Ihnen der Geschmack nicht zusagen, sollten Sie es nächstes Jahr mit Holunderblüten versuchen. In Kombination mit ein paar Zitrusfrüchten (Rezeptur siehe Buch) ein wahrer Hit!
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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