SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3320
Hallo Herr Schmickl !
Ich habe Ihr Buch sehr gewissenhaft studiert und habe leider keine befriedigende Antwort auf meine Frage gefunden.
Würde der Neuseeländer bei seiner Anlage einen Liebigkühler verwenden, wie lange müßte da das "heiße Geistrohr" sein?
(30 Liter Anlage, 35 mm Geistrohr)
Würde es denn reichen, wenn nur 15 Zentimer "ungekühlt" wären und dann der Kühler beginnt?
Das gesamte Geistrohr würde wohl insgesamt ca 1,2 Meter lang sein (im Kühler natürlich verjüngt)
Danke im voraus für Ihre Antwort
Jungspund, Österreich
08.Okt.2009 18:33:30
Ja, das stimmt, das Geistrohr so kurz wie kontruktionsbedingt nur möglich. Darauf achten, dass es Richtung Kühlung leicht nach unten geneigt montiert wird.
Eintrag Nr. 3319
Hallo Herr Schmickl,
ich habe jedes Jahr eine große Quittenernte und versuche nun das dritte Jahr Maische anzusetzen. Aber irgendwas mache ich falsch. Die Maische gärt nicht. Ich wasche die Quitten, damit sie Ihren Pelz verlieren und hacke Sie in kleine Würfel. Ein 50 liter Fass mache ich ungefähr 2/3 voll mit Quitten und schütte etwas Gärhefe und circa 1-2 Liter Wasser drauf. Gelagert habe ich das Fass in der Waschküche wo es im Winter circa 15 Grad kalt wird. Muss ich die Quitten kleiner häckseln? Soll ich sie auch vorher kochen? Benötige ich mehr Wasser? Ist der Raum zu kalt? Es wäre lieb wenn Sie mir ein paar Tipps geben, bevor ich wieder scheitere.
Vielen Dank und liebe Grüße,
Michaela Mayländer
Michaela Mayländer, Deutschland
08.Okt.2009 17:51:46
Das kann mehrere Ursachen haben:
- Gärhefe funktioniert nicht, eine frische Packung bzw. ein anderes Produkt verwenden.
- Temperatur: am besten bei ca. 20°C angären lassen und danach erst in den kühlen Keller stellen
- Je feiner die Quitten zerkleinert werden, desto besser
- zu wenig Wasser: geben Sie bei Quitten für diese Menge ca. 5 bis 8 Liter zu.
- Verflüssiger: insbesondere bei Quitten ist Verflüssiger sehr wichtig, sonst könnte der Brei durch den hohen Pektingehalt der Quitten fest werden und damit eine Gärung verhindern.

Kochen ist prinzipiell möglich, hat aber nur geschmackliche Auswirkungen (der Quittengeschmack sollte im Brand intensiver werden). Gären muss jedoch auch die ungekochte Maische.
Eintrag Nr. 3318
Sehr geehrter Herr Schmickl!
Vielen Dank für die Informationen in Ihrem tollen Praxisbuch!
Heute habe ich mich bei der für mich zuständigen Zollstelle (Suben) erkundigt, wie der Ablauf bei der Anmeldung zum Abfindungsbrennen funktioniert. Dabei wurde mir auch mitgeteilt, dass die Regelung, dass Kessel unter zwei Litern anmeldefrei sind, nicht mehr gültig ist. Jeder Kessel muss beim Zollamt (begutachtet und) angemeldet werden, ob ein halber oder 15 Liter. Die gute Nachricht: Die Sache ist relativ unkompliziert und bis hin zu "ungefähr 150 Liter" (Aussage des Auskunftgebers) ist die Genehmigung gar kein Problem, was den Spielraum für Hobbybrenner deutlich erweitert.
Eine schlechte Nachricht bekam ich allerdings auch: Die Herstellung von Bränden aus einem Ansatz von Wasser, Zucker und Turbohefe ist bei der Abfindungsbrennerei untersagt.
Wer dies als Hobby vorhat - weil er Geiste herstellen will - muss also entweder teuren, bereits steuerlich abgegoltenen Schnaps als Grundprodukt zukaufen oder, nun ja, die andere Möglichkeit erwähne ich nicht.
Eigentlich wollte ich in das Hobby der Geistproduktion einsteigen, ob ich dies mit diesen sehr teuren Hürden (Einkauf von Korn oder Weingeist) jetzt noch weiter verfolgen werde (unter Abfindung dürfen gar nur Bergbauern Korn brennen, dies ist also kein gangbarer Weg) ist nun fraglich.
Schade, dass durch veraltete Vorschriften willige Steuerzahler daran gehindert werden, Steuern zu zahlen. Eigentlich eine perfide Sache.
beste Grüße,
Klaus D.
Klaus D., Oberösterreich
05.Okt.2009 10:48:52
Danke, das freut uns!
Ganz so ist es nicht. 2-Liter-Anlagen sind beim Kauf-/Verkauf immer noch anmeldefrei. ABER: sobald in Österreich damit Alkohol "hergestellt" (also destilliert) wird, muss dieser Vorgang wie bei einer größeren Anlage auch gemeldet werden. Für eine Brennmeldung muss die Anlage jedoch registriert sein. Daher wird in diesem Fall vorher auch eine 2-Liter-Anlage entsprechend registriert, damit überhaupt eine Brennmeldung gemacht werden kann.
Geistherstellung: folgende Altrenative hat sich bewährt: Sie dürfen Ihren Raubrand aus z.B. einer Apfelmaische zur Geistherstellung verwenden, den diesen haben Sie ja bereits versteuert.
Eintrag Nr. 3317
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich habe eine Frage zur Destillationsgeschwindigkeit, bei der ich weder in Ihrem Buch (übrigens ganz Klasse !) noch im Forum (auch hervorragend) nichts gefunden habe.
Auf Seite 71 Ihres Buches schreiben Sie, dass bei Anlagen bis 2 Liter das Destillat nur "tropfen" soll. Wie ist Ihre Meinung hier bei Ihrer 5 Liter Classic-Anlage. Auch nur "tropfen" oder "leicht rinnen". Die Geschwindigkeit hat ja Einfluss auf die Destillationsdauer.
Sind bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten auch Qualitätsunterschiede feststellbar?
Vielen Dank für eine Antwort und ein riesen Lob für Website, Buch und Qualität der Destille!!
Genießer, Europa
04.Okt.2009 13:55:07
Danke!
Auch bei der 5-Liter-Anlage schnelles Tropfen. Stimmt, Qualität wird durch die Destillationsgeschwindigkeit (wie stark der Inhalt kocht) beeinflusst. Wenn es zu stark kocht, wird die Qualität vom Brand schlechter.
Eintrag Nr. 3316
Sehr geehrter Herr Schmickl
Ich habe ca. 4kg Dirndelkirschen mit ca 1L Wasser angsetzt. Außerdem habe ich 2 ml Verflüssiger und einen Schluck Biogen M zugefügt. Ich habe das mit einer Vogelbeermaische (Eberesche) genauso gemacht und die hat nach 1-2 Tagen ordentlich zu gären begonnen. Bei der Dirndelkirsche ist es nicht der Fall.
Wo war der Fehler, hab ich überhaupt einen gemacht?
Danke Schön, Wermie82
Wermie82, Industrievertel
01.Okt.2009 21:52:51
Aus Ihrer Beschreibung entnehme ich, dass Sie keine Hefe zugegeben haben. Wildgärungen sind immer ein Zufallsprodukt (ebenso wann die Gärung beginnt), dabei muss es auch nicht unbedingt immer zu einer alkoholischen Gärung kommen, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Fassinhalt schlichtweg verschimmelt/verfault.
Daher beim nächsten Mal unbedingt auch Reinzuchthefe zugeben.
Eintrag Nr. 3315
Ich habe eine Creme de Cassis gekauft, auf der Flasche steht 16%vol, auf der Rechnung steht 20°. Ist % und ° die gleiche Angabe für den Alkohol-Gehalt oder sind das zwei verschiedene Schuhe?
Danke für die Auskunft!
Irmgard Pieasl
irmgard piesl, Oberösterreich
01.Okt.2009 17:53:03
Nein, das hat damit nichts zu tun. Gesetzlich muss der Alkoholgehalt immer in %vol angegeben sein.
Eintrag Nr. 3314
Hallo zusammen,
habe da mal ne Frage. Habe vor ca. zwei Wochen ein blaues Fass mit Zwetschgen und teilweise mit davor mit Pflaumen gefüllt. Das Fass steht im Moment noch im Garten und ich habe sehr viele Mückchen am Fruchtkuchen oben auf der Maische.
Frage A: Soll ich das Fass komplett mit dem Deckel schließen?
Frage B: Welche Temperaturen sind zum Gären ideal?
Frage C: Macht es jetzt noch Sinn nach ca. 2 Wochen ne Zusatzhefe zuzugeben?
Vielen Dank für evtl. Antworten!
Gruß Thomas
Thomas, Franken
30.Sep.2009 11:07:43
ad A: nein, außer Sie wollen eine Bombe basteln (hoher Druck wegen Gärgas!)
ad B: 15-19°C
ad C: nein, dafür ist es jetzt schon viel zu spät. Hefe VOR der Gärung zugeben.
Tipp: das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" schon jetzt durchlesen, damit Sie nächstes Jahr nicht mehr die gleichen Fehler machen.
Eintrag Nr. 3313
Servus Herr Schmickl,
bin seit Ihrem Kurs begeisterter Schnapsbrenner und alle Ergebnisse bisher waren spitze.
Jetzt bringt mir ein guter Freund aus Schwaben 2 Maischefässer einmal mit Trauben und einmal mit Birnenmaische die aber ohne Zucker und ohne Hefezusatz bereits schon 4 Wochen gären. Den PH Wert habe ich gemessen, liegt bei beiden bei 3,5 ist also OK. Der Alkoholgehalt ist bei der Traube bereits 9% und bei der Birne 6% was kann ich jetzt noch für die Maische tun das es was vernünftiges wird? Hefe geht nicht frist der Alkohol auf oder? Zucker das es mehr Volumenprozent werden oder Verflüssiger die Birnenmaische ist noch genz schön dick habe nämlich keine Lust auf Essigstich oder ein brennen wegen der Widgärung.
Vielleicht haben Sie einen super Tipp für mich und falls nicht sagen Sie es mir hab nämlich keine Lust eine Maische zu brennen die schon vorher zum scheitern verurteilt ist.
Liebe Grüße aus Oberbayern, wir sehen uns sicher nocheinmal habe nämlich noch einen Gutschein für den Kurs ätherische Öle.
Andreas
Andreas, Oberbayern
28.Sep.2009 22:04:23
Super, das freut uns!
Jetzt können Sie leider nichts mehr machen. Eine Zuckerzugabe würde die Situation nur verschlimmern und der Wildgärung zusätzliche Nahrung geben, wodurch noch mehr unerwünschte (giftige) Abbauprodukte entstehen. Ich persönlich würde zumindest einen (sehr) kleinen Teil davon brennen, als geschmackliches/geruchliches Negativbeispiel, um damit die Qualität Ihrer sonstigen Erzeugnisse besser verdeutlichen zu können.
Der für Wildgärungen typische Essigstich ist unvermeidbar. Auch hier: einen kleinen Teil als Geruchsprobe zu Brennen ist durchaus sinnvoll!
Eintrag Nr. 3312
Hallo!
Kann man mit einer Bierspindel auch den Alkohol einer Obstmaische messen?
Neumayer Rudolf, Innviertel
28.Sep.2009 18:16:41
Schon, es wird aber nichts Sinnvolles dabei herauskommen. Jede "Spindel" misst eigentlich nur die Dichte einer Flüssigkeit, diese wird u.a. von den darin gelösten Substanzen beeinflusst. Die Art und Menge dieser Substanzen sind zwischen Bier und Obstmaischen sehr unterschiedlich.
Eintrag Nr. 3311
Hallo Herr Schmickl,
Ihr Buch "Schnapsbrennen als Hobby" habe ich mit Interesse gelesen. Allerdings bleibt für mich immer noch eine Frage offen, die ich auch hier über die Suchfunktion nicht beantworten konnte:
Sie schreiben, daß man vor dem Einmaischen von dem Obst alle Blätter und holzigen Teile entfernen müsse, da sonst Methanol entsteht. Bedeutet das, daß es prinzipiell nicht möglich ist, eine Maische aus Kräutern herzustellen? Denn die bestehen ja praktisch nur aus Blättern und holzigen Bestandteilen.
Viele Grüße,
Klaus
Klaus Mendler, NRW, Deutschland
28.Sep.2009 11:08:49
Stimmt, diese Gefahr besteht. Daher darauf achten, dass (wie für Tee) möglichst frische, junge, feine Blätter verarbeitet werden. Die dünnen, weichen, noch grünen Stengel (bzw. die Spitzen) sind kein Problem. Nicht verwenden sollten Sie dicke holzige Stiele. Meistens ist der gesamte unteren Teil eines Krautes nicht oder nur bedingt zu gebrauchen, wie z.B. bei der Zitronenmelisse. Rosmarin würde ich beispielsweise gar nicht einmaischen, sondern ansetzen in ca. 40-50%vol Alkohol.
Eintrag Nr. 3310
Hallo Doc,
habe von einem Nachbarn Kornel Kirschen bekommen. In Österreich unter Dirndl bekannt. Die Ausbeute war sehr gering. Nach aufkochen ca. 2 Liter und den Rest habe ich mit Wasser versetzt und bin dan auf 3 Liter gekommen. Reiner Saft. Meine Frage ist nun, ob ich die Kerne und den Rest des Fruchtfleisches beim Brennen mit verwerten kann. Habe alles eingefroren, es ist also nichts verloren. Wie soll ich am besten beim brennen vorgehen? Danke.
MfG aus Deutschland. Gregor
Gregor, Germany NRW
27.Sep.2009 21:18:17
Am besten den Saft mit den Kernen und dem zerkleinerten Fruchtfleisch vermischen und das Gemisch einmaischen. Wenn der Saft schon zu gären begonnen hat, beides zugeben bevor die Gärung aufhört. Wenn der Saft bereits ausgegoren ist, wäre es durchaus ein sinnvoller Versuch, beim Brennen das Fruchtfleisch zusammen mit den Kernen in den Aromakorb (Dampfraum) zu geben.
Eintrag Nr. 3309
hallo,
habe eine frage zum likör:
ich mache bananenlikör und nehme 10kg geschälte bananen, 5 liter reinen alkohol, 3 liter dest. wasser und ein paar gewürze. diese 60% mischung wird nach ca 3-4 wochen gefiltert und ergibt dann eine ca 35% flüssigkeit. d.h., ca 40%!!!! des alkohols verbleibt in den bananen. die sind zu nichts mehr zu gebrauchen weil ja die geschmackstoffe raus sind. lässt sich dieser hohe verlust, den ich z.b. auch bei maulbeeren und kaktusfeigen zu verkraften habe, irgendwie verhindern??
mfg,
m.heinrichs
manfred heinrichs, spanien
27.Sep.2009 18:04:33
Leider nein, außer auspressen.
Eintrag Nr. 3308
Hallo,
in frage 569 steht, dass man in der maische feststellen kann, ob zucker zugegeben wurde, oder nicht...
nun meine Frage: wie kann denn das festgestellt werden? klar, wenn ich übermäßig viel zucker reinmache, und der zuckergehalt unnatürlich hoch ist... aber wenn ich in maßen zucker beigebe und es nur um wenige prozent hin oder hergeht??? oder hängt es mit der zuckerart zusammen? müsste ich fruchtzucker oder traubenzucker verwenden, damit es nicht nachgewiesen werden kann? ich hab alles dursucht und nichts eindeutiges dazu gefunden, nur die aussage, dass es nachweisbar ist.
vielen dank für ihre mühe!
noch eine frage: wenn ich ausschließlich für den eigenbedarf brennen lasse, ist die frage des zuckerzusatzes dann überhaupt relevant?
grüße
Babelee, RW
25.Sep.2009 22:53:05
Zuckermenge und -art kann analytisch, auch in geringen Mengen, in jeder Lebensmitteluntersuchungsanstalt festgestellt werden. Die Alkoholkonzentration ist meist schon ein Hinweis darauf, ob "nachgeholfen" wurde, da der Fruchtzuckergehalt einer Obstsorte und eines Jahrgangs im allgemeinen nicht so stark schwankt wie man annehmen würde.
Eintrag Nr. 3307
Hallo,
wir setzen von heimischen Zwetschgen Maische an und lassen in einer offiziellen Brennerei brennen, wobei wir Steuer und den Brenner zahlen. Dabei kommt es immer wieder zu Mengen die unseren Eigenbedarf überschreiten. Können wir den Überschuss im Handel offiziell als heimisches Produkt vermarkten und was ist dabei zu beachten?
Manne, BW
25.Sep.2009 12:24:07
Ja, können Sie. Soweit ich weiß jedoch nur an den Endverbraucher, nicht an Supermärkte o.ä. (ist je nach Land unterschiedlich). Ihr Lohnbrenner sollte Ihnen diesbezüglich jedoch detaillierte Auskunft geben können.
Eintrag Nr. 3306
Hallo Herr Schmickl
was ist beim Einmaischen von frischen Enzianwurzeln zu beachten ? ich will eine hochprozentige Maische ansetzen. Ist Enzian wie Obst oder wie Kartoffel / Korn zu behandeln ? wie verläuft der Gärvorgang ? vielen Dank und Gruss bat
Thomas, CH
24.Sep.2009 21:58:36
Wie im Buch beschrieben: Enzianwurzeln fein häckseln, ca. 1/3 Wasser zugeben und die restlichen Zutaten für hochgradige (Obst)Maischen. Verflüssiger ca. die fünffache Menge als bei "normalem" Obst.
Eintrag Nr. 3305
Hallo,
ich habe zum ersten Mal ein Fass Zwetschgen eingeschlagen, leider nicht die vollreifen vom Baum gefallenen, sondern reife gepflückt. 60 l Fass. Zu 70% gefüllt. Da ich keinen Maischequirl habe/hatte, habe ich alle sechs Eimer mühevoll und stundenlang entsteint :-((( Zwei Handvoll Zucker dazugegeben, sonst nichts. Fass mit Gärspund. Zimmertemperatur. Leider konnte ich nicht alle am selben Tag einmachen, das ging so über vier Tage. Das Zeug fing an zu gären, Gas bildete sich, aber es roch sauer. Jetzt, nach einer Woche, nur wenig Gas, aber wenn ich umrühre, brodelt es schon, nur es ist nicht warm. Ober schwimmen die festeren Bestandteile, unten flüssig. Der stechende Geruch ist aber weg.
Jetzt weiss ich nicht, ob es eine Fehlgärung ist, weil es so sauer und nicht nach Frucht riecht und ob ich alles wegleeren kann und nochmal neu anfangen muss. Oder ob das noch wird.... Soll ich umrühren oder das Fass zu lassen? Entsteinen würde ich nicht mehr, einen Maischequirl habe ich mir besorgt.
Also die Frage: Woran erkenne ich eine Fehlgärung???????
Danke und Grüße
Ursula
Ursula DT, D/BW
24.Sep.2009 20:01:55
Am besten das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" durchlesen, alle Ihre Fehler (Steinobst entsteint, Wildgärung, Zuckerzugabe ohne entsprechende Hefe, Zimmertemperatur ....) sind darin sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich erklärt.
Kosten Sie die Maische! Geschmacks-/Geruchsfehler verstärken sich beim Brennen. Wenn der saure Geruch essigartig ist, und der Geschmack entsprechend (nach verfaultem Obst) wäre mein Tipp das Fass schnellst möglich und sehr gründlich zu reinigen, sonst wird sogar das Fass schlussendlich nicht mehr zu gebrauchen sein, weil sich der Geruch darin förmlich "festgefressen" hat.
Eintrag Nr. 3304
Sehr geehrter Dr. Schmickl,
habe beide Foren durchsucht und keine Antwort auf meine Fragen gefunden. Um die Wartezeit auf ihr Buch abzukürzen und um nicht ganz untätig zu sein, habe ich folgende Fragen: Kann ich aus einem Stahlkessel (kein Edelstahl) eine Destille bauen? Der äussere Kessel rund, ca.32cm Duchmesser besteht aus Eisen, blank. Der Deckel(Dom gewölbt)aus Gusseisen, blank. Fassungsvermögen ca. 30l. Darinn steht ein Behälter aus Stahl,innen und aussen emailiert, Fassungsvermögen ca. 25l. Der Innere Kessel ist offen, hat keinen Deckel, steht also in direkter Verbindung zum äusseren Medium. Die Brennanlage wird also nur durch den o.g. Deckel verschlossen. Würde das Medium Wasser oder Oel des äusseren Behälters bei`m erhitzen des Brennguts, den Brennvorgang beeinflussen, da ja eine direkte Verbindung zu Beiden besteht. Müssten es in jedem Fall, 2 in sich geschlossene Systeme sein?
Hätte Eisen sowieso einen negativen Einfluss auf den Brennvorgang?
Mit freundlichen Grüßen
der Nobody aus dem hohen Norden
Lutz, Brandenburg
24.Sep.2009 15:42:52
Stimmt, so funktioniert kein Doppelmantelkessel. Dafür müsste der innere, emailierte Topf einen entsprechenden Deckel haben, der luftdicht verschließbar sein soll und von dem aus das Steig-/Geistrohr zu Kühlung führt. Das Bad in dem der kleine Kessel steht, kann, muss aber nicht geschlossen sein. Obwohl es hinsichtlich der maximal erreichbaren Temperatur sicher besser wäre wenn der Mantel ggf. unter Druck stehen kann, ähnlich einem Druckkochtopf. Detallierte Erklärungen diesbezüglich siehe Buch.
Material: blankes Eisen ist nicht gerade empfehlenswert.
Eintrag Nr. 3303
Ich möchte gerne Schnaps brennen. Meine selbstgebaute Anlage hat 30l.
1. Wo muss ich meine Anlage melden?
2. Wie hoch sind die kosten?
3. gibt es Internetseiten wo man sich über die Steuerabgaben Infomieren kann und wo einem der ganze Ablauf erklärt wird?

Grus Luis
luis, gsiberger
24.Sep.2009 12:01:08
ad 1) beim für Ihren Bezirk zuständigen Zollamt, Abt. Alkoholverwaltung
ad 2) hängt von mehreren Faktoren ab: die Anmeldung selbst ein paar Euro. Wenn der Beamte jedoch extra zu Ihnen kommen muss um die Anlage auszulitern und die sonstigen Daten aufzunehmen, kann das durchaus teuer werden.
ad 3) googeln nach "BM für Finanzen" und "Alkoholsteuer"
Eintrag Nr. 3302
Ich plane eine Eigenbau-Brennerei mit einer 50-L Edelstahl-Milchkanne. Gegen anbrennen möchte ich diese gerne teflon-beschichten. Reagiert Teflon auf Alkohol?
Danke und Gruss
Roger, Schweiz
21.Sep.2009 12:32:15
Nein, Teflon ist gegen flüssigen Alkohol und Alkoholdampf beständig.
Eintrag Nr. 3301
Sehr geehrter Herr Dr.Schmickl!
Ich glaube ich habe bei meinem ersten Versuch Mirabellen-Maische anzusetzen jeden Fehler gemacht der möglich ist.
Ich habe mich bei der diesjährigen Mirabellenschwemme hinreißen lassen, ohne mich vorher richtig zu informieren, einen hektischen Versuch zu starten.
Ich habe alle 2-3 Tage ca. 15 kg Mirabellen gesammelt, gewaschen, gestampft und in ein 60 l Fass gefüllt. Nach ca. 10 Tagen waren beide Fässer mit je ca. 50 kg gefüllt. Nun habe ich die entsprechende Menge Reinhefe zugegeben.
Die Fässer habe ich mit dem zugehörigen Deckel bedeckt und mit einem Stein beschwert.
Seit 12.8. gehe ich alle 2-3 Tage in den Keller und rühre die Maische einmal durch. Es bildet sich jeweils eine ca. 3 cm dicke starre Schicht auf der Maische.
Wie kann ich feststellen ob die Maische noch zu verwenden ist oder ob es sich um einen Totalschaden handelt? Vielleicht kann ich ja doch noch brennen lassen.
Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
R.Schönfeld
R.Schönfeld, Frankfurt/Main
16.Sep.2009 18:41:35
Ganz einfach: kosten! Geschmacksfehler verstärken sich beim Destillieren. Der Brenner soll auf ausreichende Vorlaufabtrennung achten. Das Wichtigste haben Sie ja gemacht: Hefe zugegeben!
Und bevor Sie im nächsten Jahr wieder einmaischen, das Buch "Schnapsbrennen als Hobby" durchlesen.
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