SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3400
Hallo Herr Schmickl
Ich möchte aus einem Aluminiumschnellkochtopf eine Destille bauen. Alu sollte dabei ja in Ordnung sein. Folgede Materialien und Maße habe ich bereits:
- Schnellkochtopf 9 Liter (Durchmesser 22 cm)
- Kupferrohr für Kühlschlange 2m (Innendurchmesser: 13mm, Außendurchmesser: 15mm
Trotz des herrvoragenden Forums dieser Webseite konnten nicht alle Fragen meinerseits beantwortet werden, sodaß ich sie jetzt selbst stellen werde:

1. Reicht dieser Durchmesser für die Kühlschlange?
2. Wieviele Windungen in welchem Durchmesser sollte ich mindestens haben, bzw. wieviel Gefälle bei der Kühlschlange?
3. Darf die Schlange auch kürzer oder länger sein, als 2m?
4. Welcher Durchmesser für diese Destille ist für Dampfrohr, sowie für Geistrohr zu empfehlen?
5. Dampfrohr und Geistrohr sollte ja beides so kurz, wie möglich sein, das Geistrohr leicht abfallend, oder?
6. Wie groß ist die Menge des Mindestansatzes, den ich brennen MUSS...?
7. Wie kann ich den Alutopf vorab säubern? Mit feiner Schleifpaste "auswischen" und dann reichlich ausspülen? Gibts für beide Zwecke ein gutes Mittelchen zum empfehlen?
8. Wie würden sich die Durchmesser der Dampfrohrs, Geistrohrs sowie die Länge der Kühlschlange und die Mindestbrennmenge ändern, wenn ich einen Schnellkochtopf mit nur 4,5 bis 5 Liter Volumen nutzen würde?

Ich hoffe, daß die Antworten anderen angehenden Hobbybrennern ebenfalls dienlich sein werden 🙂
Danke im Voraus für die Antworten.
Gruß Ronald
PS: Großes Lob für diese Seite und das Buch, welches ich natürlich auch gelesen habe 🙂
Ronald, Schweiz / Oberlausitz
02.Mai.2010 16:29:54
ad 1) ja
ad 2) für's Ergebnis nicht relevant. Die Schlange sollte so in das Kühlgefäß passen, dass rundherum zumindest ca. 5 cm frei bleibt.
ad 3) Länger ja, kürzer bei 9 Liter Kesselvolumen eher nein.
ad 4) ca. 2 bis 5 cm
ad 5) wenn das Geistrohr Richtung Kühler abfällt, spielt die Länge keine Rolle.
ad 6) zur Vermeidung von Geschmackseinbußen und Ausbeuteverlusten den Kessel zumindest 2/3, besser 3/4 befüllen.
ad 7) das ist schon in Ordnung so. Eventuell noch mit heißer Zitronensäurelösung durchspülen (anschließend sehr gründlich mit viel Wasser nachwaschen).
ad 8) Dies macht keinen Unterschied, besser ein wenig überdimensioniert als zu klein

danke, das freut uns!
...auf das Buch wollte ich gerade mit meinem Standardsatz hinweisen
😉
Eintrag Nr. 3399
Hallo,
welche genaue Porengröße/Körnergröße hat die Aktivkohle, die Sie verkaufen? Ich habe nichts dazu in der Beschreibung finden können.
Grüße
Henry
Henry Hellmich, Dresden
25.Apr.2010 11:33:45
Bei der Aktivkohle die wir verkaufen handelt es sich um "Weinkohle perliert" (zur Entfernung von Geschmacksfehlern in Wein oder Brand). Korngröße einige mm, Porengröße wurde uns vom Hersteller nicht verraten. Wichtig ist jedoch die Herkunft: wenn die Aktivkohle aus z.B. Steinkohle gewonnen wird (was bei Unserer nicht der Fall ist), sind giftige Schwefelverbindungen enthalten. Daher sollten Sie beim Kauf unbedingt auf den vorgesehenen Anwendungsbereich achten.
Eintrag Nr. 3398
Hallo Dr. Schmickl,
wir möchten gerne einen "Waldbeerenbrand" herstellen. Leider kommen die Früchte saisonbedingt nicht immer zeitgleich. Einfrieren ist schwierig weil wenig Platz... Ist es auch möglich die Früchte einzeln zu hochgradig zu Maischen, zu Lagern und dann vor dem Brennen zu mischen? oder gar erst nach dem Brennen mischen und eine Art Blend herstellen?
Danke und Gruss
Franky_begood, Steiermark
18.Apr.2010 21:22:31
Beides (Maische mischen oder Destillate mischen) ist möglich und sinnvoll. Am besten probieren Sie beides aus und entscheiden sich dann für die Methode mit der Sie sich leichter tun.
Eintrag Nr. 3397
Frage: wie ist es mit einer Destille.. kann man mit einer 50 liter volumen Destille auch kleine Mengen brennen ( z.B. 0,5 oder 2 lieter) und wie ist es mit dem Aroma (unterschied zwischen großer und kleiner Anlage), oder ist da eine kleine Destille besser (welche Volumengröße ist angebracht).
Frage : wenn ich 50 lieter Volumen habe und der Brennraum max 3/4 voll sein soll, ist da das max an Maische mit 37,5 lieter richtig berechnet.
Was ist das richtige volumen für einen privaten Anfänger
Mfg gerhard
gerhard Verkäufer, Belgien
15.Apr.2010 16:42:04
Ein Brennkessel sollte nie weniger als ca. zwei Drittel befüllt sein, sonst kommt es zu Geschmackseinbußen und Ausbeuteverlusten. Er kann soweit befüllt werden, dass nichts überkocht, also normalerweise mehr als 3/4.
Für den Privatgebrauch sind Anlagen mit 2 bzw. 5 Liter Kesselvolumen völlig ausreichend, wenn Sie im Schnaps nicht baden wollen.
Eintrag Nr. 3396
Hallo
Ich hab vor kurzem ein kleines Brennrecht von meinem Großvater bekommen frage ist da dieser verstorben ist muss man in die Maische etwas bei mischen oder so ich hab bei der vergärung weise flecken drauf. was tun?
Zum weiten welche Apfel sorte sollte ich wählen wenn ich ein gute Ausbeute bekommen kann
momentan habe ich Brettacher sind diese Gut hab selber noch keine gebrannt aber mein Großvater hat diese Bäume gepflanzt
Für diesen Rat bedanke ich mich vor Ab und kann Ihre Net Seite nur empfehlen!
MfG Müller
Ralf Müller, Lahr im Schwarzwald
07.Apr.2010 21:13:04
ad 1) das ist Kahmhefe, so eine Art Schimmel
ad 2) diese Sorte ist vollkommen in Ordnung. Mehlige Äpfel mit gelbem Fruchtfleisch eignen sich gut zum Einmaischen/Brennen, saure Äpfel (z.B. Frühäpfel) sind im Destillat weitgehend geschmacklos. --> siehe Buch

Bezüglich Einmaischen, der notwendigen Zutaten, verhindern von Kahmhefe usw. kann ich Ihnen nur unser Buch "Schnapsbrennen als Hobby" empfehlen, darin sind alle diese Punkte sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich erklärt.
Eintrag Nr. 3395
Ich habe eine Frage zum Thema Qualitätskontrolle von Schnaps. Ich habe gelesen, dass es ein gutes Zeichen ist, wenn ich den Schnaps in der Flasche schüttel und sich dann Blasen in der Flasche bilden und oben im Flaschenhals ein Blasenkranz bildet, der dann aber nach kurzer Zeit wieder verschwindet! Warum entstehen diese Blasen und warum ist es ein gutes Zeichen?
Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Simone Kopka, Franken
05.Apr.2010 13:18:52
Das macht jedes Alkohol/Wasser-Gemisch ab einem gewissen Alkoholgehalt. Hängt mit der Adhäsionskraft zu Glas zusammen, das Messprinzip des Vinometers.
Dieser Effekt hat also nichts mit der Qualität hinsichtlich Geschmack/Geruch zu tun, sondern nur mit dem Alkoholgehalt. Früher wurde Qualität mit dem Alkoholgehalt gleichgesetzt: je hochprozentiger, desto besser.
Eintrag Nr. 3394
Ich trage mich mit dem Gedanken ein Brenngerät zu kaufen, meine Frage ist: sind Mangofrüchte und Papayas evtl. Maracuyas und Ananas zum Brennen geeignet?
peter groll, Dominikanische Republic
30.Mär.2010 14:51:56
Selbstverständlich! Diese Früchte ergeben sehr aromatische Brände. Allerdings nur, wenn Sie nicht aus einem (mitteleuropäischen) Supermarkt stammen, sondern direkt vor Ort vollreif geerntet werden. Das sollte bei Ihnen allerdings kein Problem sein.
Eintrag Nr. 3393
Grüß Gott alle zusammen!!
Ich möchte mir selbst eine kleine destille (ca. 10 liter) bauen.
Ich habe mich durch tausende Internetseite gewälzt meinen Nachbarn gefragt (er brennt selbst auch Schnaps) doch es gibt immer noch ein paar dinge die ich nicht ganz verstehe:
1) Brauche ich generell einen Helm??
2) Wofür und wie groß muss mein Helm sein??
3) Wie soll ich es am besten Kühlen (Schlangenkühler, Liebig oder Teller)
4) Wie und mit was soll ich heizen??
5) Wie groß müssen meine Rohre sein bei einer 10liter destille?
6) Wie viel liter müssen die jeweiligen Kühler fassen?
7) Wo genau muss ich das Thermometer anbringen?
Danke schon im Vorraus für die Antwort.
MFG Jeremias
Jeremias, Österreich
29.Mär.2010 22:09:25
Alle Ihre Fragen sind im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich erklärt.
Hier die Kurzantworten, die das Buch jedoch keinesfalls ersetzen können:
ad 1) Ja, das ist der Deckel vom Kessel.
ad 2) Dampfdichte Verbindung zwischen Kessel und Geistrohr. Aufbauten, Dampfdom etc. verstärken den Alkoholgehalt auf Kosten des Aromas --> siehe Buch
ad 3) Es kann nicht kalt genug sein. Konstruktion ist egal, so lange die Kapazität ausreicht für den Dampfstrom. Alle Kühlertypen sind zum Schnapsbrennen geeignet, einige lassen sich jedoch einfacher reinigen --> siehe Buch
ad 4) egal mit was, allerdings sollte nichts anbrennen (unterschiedliche Formen von Anbrennschutz siehe Buch). Stufenlos regulierbar ist wichtig, damit beim Destillieren der Inhalt nur leicht köchelt --> siehe Buch.
ad 5) Geistrohr D innen ca. 2 bis 5 cm, Kühlschlange (-rohr) ca. 1 cm innen --> siehe Buch
ad 6) hängt von der Kühlleistung ab --> siehe Buch
ad 7) am höchsten Punkt wo der ungekühlte Dampf noch hinkommt --> siehe Buch

Fazit: lesen Sie das Buch...
Eintrag Nr. 3392
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
Messe ich den Schwefelgehalt im Alkohol, nach brennen von Wein (Anzeige 140 Schwefel) genauso wie beim Wein und gibt es einen Quirler der besonders gut quirlt.
Ich Quirle 15 Minuten, bei einem Alkoholgehalt von 55% und glaube, dass noch immer Schwefel da ist.
Schleich Wilhelm, NÖ
26.Mär.2010 07:29:34
ad 1) Normalerweise ja, allerdings hängt dies auch von der Messmethode ab. Es empfiehlt sich, das Destillat vor der Messung auf das Vierfache des Volumens zu verdünnen und den Messwert dann entsprechend umzurechnen.
ad 2) Das ist leider nicht ganz so trivial wie es scheint. Ein "normaler" elektrischer Mixer mit zwei Rührern, wie er zum Kuchen backen verwendet wird, ist leider nur bedingt geeignet. Sie verwenden den richtigen Mixer, wenn der Schnaps beim Mixen stark schäumt. Für kleine Mengen haben wir sehr gute Erfahrungen mit batteriebetriebenen Milchaufschäumern oder Cocktailmixern gemacht.
Den Schnaps so lange schäumend mixen, bis der stechende Geruch (schwefelige Säure) vollkommen verschwunden ist. Das dauert je Liter einige Minuten (bei Verwendung des richtigen Mixers).
Eintrag Nr. 3391
Hallo
Ich habe mir vorgenommen in meiner neuen Heimat etwas Schnaps zu brennen. Ich habe mir dafür eine 15 Liter Anlage gekauft und hätte gern Eure Hilfe.
Wie lerne ich am schnellsten (natürlich) zu brennen.
Womit übe ich am besten (Kartoffeln, Äpfel, Trauben...) oder sonstiges.
Welche Literatur könnt ihr für den Anfänger empfehlen?
Mir ist klar, das diese Frage sicher schon 100 Mal gestellt wurde, aber sie kommt halt immer wieder hoch und ich habe hier nicht unbedingt das gefunden, was ich suche.
Danke für Eure Hilfe
Gruß
Blattlaus
Blattlaus, Dalmatien
23.Mär.2010 19:43:02
Am besten besorgen Sie sich das Buch "Schnapsbrennen als Hobby". Darin sind alle Ihre Fragen sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich erklärt.
Eintrag Nr. 3390
Hallo,
ich habe eine Bekannte die ca. 100 Flaschen Himbeersaft von Ihrem Vater geerbt hat. Nun wollte Sie von mir wissen ob man Saft der durch erhitzen haltbar gemacht wurde, jetz noch zu Schnaps (also Brennen) verarbeiten könne. Ich hab da so meine Zweifel wollte aber doch hier mal nachfragen. Schon mal vielen Dank für die Antwort.
Viele Grüße
Ralf Kugler
Ralf Kugler, Baden Württemberg
22.Mär.2010 20:43:58
Doch, das funktioniert sogar ausgezeichnet! Dass der Saft erhitzt wurde, ist überhaupt kein Problem. Problematisch wären chemische Konservierungsmittel, weil diese auch die alkoholische Gärung verhindern (sollten).
Eintrag Nr. 3389
Hallo Herr Dr Schmickl,
auch nach genauem Studium Ihrer Literatur sowie der Foren bleibt mir folgender Punkt unklar: Wenn ich den Vorlauf mittels Thermometer abtrennen möchte, und bei 80 Grad den Edelbrand erhalte, befindet sich dann nicht noch im Dampfrohr sowie im der Abkühlschlange ein Anteil des vorangekommenen Vorlaufs? Der Dampf hat ja genau am Beginn des Dampfrohrs 80 Grad, alles was bisher im Abkühlrohr war müsste dann ja Anteil von unter 80 Grad Destilates sein und damit Vorlauf sein. Das Gleiche gilt für den Nachlauf ab 91 Grad. Oder ist dieser Effekt bereits eingerechnet und somit mit der Temperaturmessung korrekt? Das verunsichert mich ein wenig. Danke schon für die Antwort. Herzlichen Gruß, Martin S.
fred 812, wien
22.Mär.2010 18:32:03
Nachlauf: Es ist genau umgekehrt: mit dem Thermometer messen Sie vorne, direkt beim Kessel den Alkoholgehalt. Daher ist das was sich theoretisch im Geistrohr und der Kühlung befindet noch kein Nachlauf. Theoretisch, weil in der Praxis beide Anlagenteile vollkommen leer sind. Zumindest bei richtig konstruierten Anlagen. Bezüglich Vorlauf empfehlen wir im Buch parallel zur Temperaturmethode ein Brennprofil zu machen. Dann werden Sie bemerken, dass sich weder im Geistrohr noch in der Kühlung überhaupt registrierbare Mengen Schnaps befinden.
Eintrag Nr. 3388
Guten Tag Herr Dr. Schmickl,

bevor ich zu meinen Fragen komme erstmal vorab:

-Danke, danke, danke für ihr tolles Buch!
-Danke, danke, danke für diese Seite!
-Danke, danke, danke für die Zeit die sich für uns alle hier nehmen!

Jetzt zu meinen Fragen:
Ich habe im August 100kg Zwetschgen eingemaischt. Sauber gearbeitet, keine faulen, keine Blätter oder Stiele, Zwetschgen gewaschen, Sherryhefe, Nährsalz, kein Verflüssiger und kein BiogenM.
Ich denke bei Zwetschgen sollte der fehlende Verflüssiger halb so schlimm sein, wie verhällt es sich hier aber mit dem pH Wert. Gibt es große qualitative unterschiede bei Zwetschgenmaischen bei denen der pH Wert eingestellt wurde und bei denen dies nicht gemacht wurde?
Ich habe die Maische immer wieder mit ein bis zwei Kilo Portionen Zucker nachgezuckert (wenn die Maische nicht mehr süß schmeckte, langsam richtung trocken). Aufgehört hab ich damit als der Zuckerverbrauch stark nachgelassen hat.
Ist das OK so?
Die Maische ist auf zwei Fässer je 50 liter aufgeteilt. Der Alkoholgehalt liegt bei ca. 16% in beiden Fässern. Die Maische schmeckt herrlich und der Geruch ist eigentlich noch besser! Mir ist aufgefallen das sich der Geruch nach ca. 4-5 Monaten vom "simplen" Pflaumengeruch zu einem unbeschreiblich intensiven Fruchtaroma geändert hat. Ich werte das schon mal als positives Zeichen.
Liege ich damit richtig? Wissen sie woran das liegt? Wenn Sie mir da ein Stichwort hätten, würde mich da gerne schlauer machen.

Und nun das dicke Ende zum Schluss: Die Maische gärt immer noch! Der Fruchtkuchen schwimmt oben und es wird noch CO2 gebildet. Die Gärung verläuft zwar sehr langsam aber sie ist immernoch im gange! Ich denke es liegt an der kühlen Temperatur im Keller (habe leider nie nachgemessen) und an der langsamen Zuckerzugabe. Eine langsame vergärung soll ja gut sein also sehe ich das auch erstmal als positives Zeichen.
Liege ich damit richtig?
Wenn die Gärung endgültig abgeschlossen ist soll ich die Maische dann immernoch mehrere Monate lagern? Sie hat ja jetzt schon sieben Monate "auf dem Buckel".
Welche Chancen geben Sie der Maische das daraus mal ein anständiger Schnaps wird?

Vielen dank im Vorraus!
P.S.:Danke! Danke! Danke!
Pflaume, Süd
13.Mär.2010 23:38:25
Danke, das freut uns!
pH-Wert einstellen ist sehr wichtig, weil damit Fehlgärungen verhindert werden, daher spricht man auch vom "Säureschutz". Wird die Maische nicht entsprechend angesäuert, entsteht unweigerlich ein Essigstich im späteren Brand (oft tritt auch Kahmhefe beim Gären auf), das lässt sich leider nicht verhindern. Ebenso ist die Vorlaufmenge dann um ein Vielfaches größer. Den Vorlauf richtig abzutrennen ist zwar nicht das Problem, aber leider gelingt dies nie vollständig, der nachfolgende Mittellauf hat dann trotzdem einen Geruchs-/Geschmacksfehler: Essigstich bzw. der Brand riecht kompostartig, wie vergorenes (verfaulendes) Obst.
Verflüssiger: Sie haben schon recht, ist nicht zwingend erforderlich, im Gegensatz zum Säureschutz (ansäuern). Eine Zugabe ist dennoch sehr empfehlenswert, weil dadurch z.B. eine Steinobstmaische nach der Gärung eine nahezu weinartige Konsistenz bekommt (ohne Wasserzugabe, nur durch Zersetzung des Fruchtfleisches). Dies ergibt beim Brennen wesentlich mehr Aroma/Geschmack, weil die Aromastoffe leicht verdampfen können und nicht mehr im Fruchtfleisch gebunden sind.
Zucker in vielen kleinen Portionen zugeben geht natürlich prinzipiell auch, die Gesamtmenge sollte jedoch der Alkoholresistenz der verwendeten Hefe entsprechen (mit z.B. dem Zucker-Alkohol-Rechner den max. erreichbaren Alk.gehalt in Zucker umrechnen). Nur durch Kosten festzustellen wann "der Zuckerverbrauch stark nachgelassen hat" ist nicht sehr zuverlässig, weil sich die Maische abgesehen vom Zucker auch geschmacklich stark verändert, wie Sie beim Lagern ja auch beobachtet haben.
Dass die Maische immer noch sehr langsam gärt macht überhaupt nichts (stimmt, ist durchaus als positiv zu bewerten, es sollte nicht schnell gären, sonst wird Aroma ausgeblasen), trotzdem nach Gärende ca. 4 Monate warten vor dem Brennen (in dieser Zeit finden Veresterungsprozesse der Geschmacksstoffe mit Alkohol statt, wodurch sich das ursprüngliche Aroma wesentlich intensiviert).
Fazit: Schade, dass Sie nicht richtig angesäuert haben, dann wäre das Ergebnis mit Sicherheit hervorragend geworden. So müssen Sie beim Brennen auf die korrekte Vorlaufabtrennung achten (siehe Buch), trotzdem wird ein gewisser Geschmacksfehler nicht vermeidbar sein. Sie sind schon auf dem richtigen Weg, beim nächsten Mal auf's Ansäuern nicht vergessen, Verflüssiger würde das Geschmackserlebnis nochmals toppen.
Eintrag Nr. 3387
hallo ich habe eine frage bezueglich der alkoholbestimmung in selbstgemachten kaffee/kakao/milch /sahne-likoer.ich nehme 96%alkohol,mische ihn mit 30 gr. kaffee,30 gr.kakao.1ltr.milch sowie mit einem halben liter sahne .wie kann ich den alkoholgehalt ermitteln .fuer eine baldige antwort waere ich ihnen dankbar.
mfg rolf altenhoff
altenhoff, rumaenien timisoara
11.Mär.2010 14:19:24
Das geht nur, wenn Sie eine kleine Probe davon destillieren, den Alkoholgehalt im Destillat bestimmen und dann auf das ursprüngliche Volumen rückrechnen. Bei jeder Bestimmungsmethode für Alkohol stören gelöste Feststoffe, Trübstoffe, Fette/Öle, flüchtige Substanzen usw.
Sie können den Alkoholgehalt jedoch auch abschätzen, da Sie ja wissen wieviel Alkohol mit 96%vol Sie zugegeben haben (leider haben Sie diese Angabe vergessen). Die Berechnung ist wie folgt:
[Volumen vom Alkohol mit 96%vol] * 96 / [Gesamtvolumen der kompletten Mischung] = [%vol der Mischung]
Eintrag Nr. 3386
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
In "Schnapsbrennen als Hobby" auf Seite 104
-Rezept für geschmacklosen Alkohol-
Wie lange muß dieser Zucker-Hefe-Ansatz stehen, bevor ich mit dem destillieren beginnen kann ?
Herzliche Grüße
Volkhard Britzen
Volkhard Britzen, Polen
03.Mär.2010 14:41:21
In der aktuellen Auflage ist direkt im nächsten Absatz unter diesem Rezept angegeben, dass die Maische entweder sofort nach der Gärung destilliert werden kann, allerdings ist die Reinigung dann sehr aufwändig (--> säulen mit Aktivkohle) um das Destillat geschmacksneutral zu bekommen. Oder man lässt die fertig ausgegorene Maische zumindest 4 Monate vor dem Destillieren stehen, dann ist, je nach Anwendung, eine zusätzliche Reinigung mit Aktivkohle oft nicht mehr notwendig.
Eintrag Nr. 3385
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
in "Schnapsbrennen als Hobby" geben Sie in der Tabelle auf Seite 34 an, dass ein Alkoholgehalt von 1 vol% 23 g Zucker erfordert. Im "Zucker Alkohol Rechner" ergibt sich aber ein Wert von 20.49 g Zucker für 1 vol% Alkohol.
Gibt es eine Erklärung für den Unterschied? Welchen Wert soll ich nehmen?
Ergänzung: Je höher der Alkoholgehalt, desto besser passen die Werte im Buch zum "Zucker Alkohol Rechner".
Viele Grüsse aus der Steiermark, Helmut
Helmut, Steiermark
23.Feb.2010 21:30:55
Gut beobachtet! Aus den Werten im Buch haben wir im Excel ein Näherungsgleichung erstellt und mit der dann den Zucker-Alkohol-Rechner programmiert. Bei 1%vol ist eine Abweichung erkennbar, alle anderen Wert stimmen annähernd überein.
Eintrag Nr. 3384
Sehr geehrter Herr Schmickl,
mich würde Ihre Meinung und Erfahrung bezüglich Blausäure und alles was damit zusammenhängt (Lagerzeit der Maische, des Destillats etc) interessieren.
Vielen Dank
Grüße
Maik, München
21.Feb.2010 15:42:31
Dieses Thema ist sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" beschrieben.
Hier in den Fachfragen wurde es ebenfalls bereits sehr oft behandelt, nutzen Sie bitte die Suchfunktion. Suchbegriffe: Blausäure, Cyanid, Amygdalin, Carbamat.
Eintrag Nr. 3383
Hallo,
habe vor kurzem einen Brand aus Weintrauben hergestellt. Im Buch "Schnapsbrennen als Hobby" steht, das man mit ein paar Eichenspänen dem Brand eine dunkle Farbe und ein gewisses Eichen-Aroma geben kann. und nun meine Frage:
Müssen es bestimmte Eichenspäne sein oder kann man sich vom Schreiner bzw. Holzhändler einfach ein paar Späne holen und diese in den Brand legen?
Gruß
Emil
Emil, Rheinland
20.Feb.2010 19:41:21
Ganz normale Eichspäne vom Tischler, natürlich unbehandelt. Für ein besonders feines, rumähnliches Aroma die Späne vorher anrösten (Späne in einer Alu-Schale auf Herdplatte rösten bis sie braun geworden sind).
Eintrag Nr. 3382
Hallo! Habe Hefeschnaps bekommen nun wollte ich mal fragen ob man damit auch Liköre ansetzen kann oder ob man da dann den Geschmack der Hefe im Likör hat (der Hefeschnaps ist aus der Weinhefe (schlick) gebrannt worden)?
Grüsse Tomtom
tomtom, Württemberg
18.Feb.2010 16:12:27
Ja, das kann man. Wie Sie jedoch bereits vermuten, wird der Hefegeschmack nur durch die Zutaten des Likörs nicht verschwinden. Entweder setzen Sie einen Likör an bei dem der Hefegeschmack nicht stört oder Sie machen vorher aus dem Hefebrand geschmacksneutralen Alkohol (siehe Buch).
Eintrag Nr. 3381
Hallo,
Thema Kartoffelschnaps, Tip 314
Meine Frage: Wenn Kartoffeln einen Frost abbekommen schmecken sie süß. Denke mal, dass da Stärke in Zucker umgewandelt wird. Kann man solche "erfrorenen" Kartoffeln ansetzen?
Viele Grüße
John Barleycorn
John Barleycorn, Alcoholien
18.Feb.2010 15:23:02
Richtig. Wurde früher auch so gemacht. Wie jedoch ebenfalls in einer (anderen) Fachfrage beschrieben, ist die Ausbeute dann nur sehr gering, weil die Stärke nur zu einem verhältnismäßig kleinen Teil umgewandelt wird. Daher besser Amylase bzw. aktives Malz verwenden, dann zahlt sich die Mühe auch aus. In den beiden Foren "Diskussion" und "Rezepte" findet Sie viele sehr gut beschriebene Anleitungen diesbezüglich.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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