SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3540
Hallo!
Ich habe ein terminliches Problem beim Einmaischen. Wenn die Früchte reif sind, habe ich keine Zeit ganze Bäume abzuräumen und einzumaischen. Meine Idee ist, täglich eine kleine Menge hochreifer Früchte aufzuklauben, zu reinigen,den Stengel zu entfernen u.s.w., und einzufrieren. Wenn der Baum nach Wochen abgeerntet ist, und ich Zeit finde eizumaischen, taue ich die Früchte einen Tag vor der Einmaischung auf, und beginne zum Maischen mit Turbohefe u.s.w.
Die Frage ist, ob ich durch das Einfrieren einen Qualitätsverlust habe. Wobei ich der Meinung bin, daß ich durch solch eine Methode eine Menge HOCHREIFER Früchte verarbeiten kann.
Grüße aus Salzburg
Rainer Bebek, Salzburg
20.Jän.2011 20:29:53
Selbstverständlich funktioniert das, sehr gut sogar! Vorteil: durchs Einfrieren und Auftauen wird ein Großteil der Zellwände zerstört, das Obst wird ganz weich und matschig, ideal zum Einmaischen. Aufpassen beim Auftauen: uns ist schon öfters passiert, dass auch nach drei Tagen noch der aufgetaute Fruchtbrei zu kalt für die Hefe war. Daher vor der Zugabe unbedingt die Temperatur messen und Hefe erst zugeben wenn Temp. größer als 16-17°C. Am besten in ein warmes Wasserbad, in den Heizraum o.ä. stellen, das Auftauen sollte möglichst rasch erfolgen. Je länger der Fruchtbrei ungeschützt, also ohne Hefe herumsteht umso größer die Gefahr von Infektionen und Spontangärungen (Wildgärungen).
Eintrag Nr. 3539
Gute Tag,
ich habe Zwetschken gebrannt und möchte nun wissen, was Alles und wie groß auf das Etikett gehört. Danke für die Hilfe!
Liebe Grüße
Thomas
Thomas Hofer, Wels-Land
18.Jän.2011 19:44:26
Wurde die Maische gemäß Abfindungsbrennrecht vergoren und gebrannt, darf das Destillat Zwetschkenbrand genannt werden. Wurde hingegen beispielsweise Fremdalkohol verwendet oder wurden Aromastoffe zugesetzt, muss Spirituose auf dem Etikett stehen. Wie in jedem Supermarkt ersichtlich, kann dann vorne ganz groß ein Phantasiename aufgedruckt sein, z.B. Zwetschkenschnaps, trotzdem muss irgendwo (meist hinten, ganz klein gedruckt) Spirituose draufstehen.
Weiters der Alkoholgehalt in Volumensprozent (%vol), auf zehntel Prozent genau. Z.B. 39,0 %vol.
Bezüglich Schriftgröße sind mir keine Vorschriften bekannt, der Text sollte halt ohne Lupe gut leserlich sein.
Eintrag Nr. 3538
hallo zusammen ,
ich wollte mal was besonderes machen. "Schnaps mit fruchtauszug"!!! ich habe dieses destillat schon getrunken - es war eine wahre gaumenfreude!!! nicht zu stark und sehr fruchtig! ich weiß aber nicht wie ich so etwas zubereiten kann. hat davon schonmal jemand gehört und kann mir helfen ???
lg vom Bodensee
McNeuling, bodenseekreis
12.Jän.2011 23:42:33
Einfach nach "Fruchtauszug" googeln.

Zitat: "Durch das Einlegen der frischen Früchte im Destillat entsteht in diesen Edelbränden ein unverwechselbares, mildes und fruchtiges Aroma mit einer dezenten Tönung je nach Obstsorte."
Eintrag Nr. 3537
Sehr geehrter Herr Schmickl,
Ich habe den Bau meiner Destille (siehe Eintrag Nr. 3400) vor kurzem abgeschlossen und versuchte einen kleinen Reinigungsbrand. Dabei merkte ich, daß mein Deckel undicht ist. Aus der undichten Stelle der Deckeldichtung zischte es stoßweise und klang fast wie eine Dampflok. Desweiteren kam mit dem Destillat auch kühle Luft aus dem Kühler. Beides ebenfalls stoßweise. Ich wage zu behaupten, daß es im selben Takt war. Da meine Kühlung eigentlich keine Knicke oder Ähnliches hat (außer vielleicht beim Übergang des Geistrohres in die Kühlung, wo ein Reduzierstück mit leichtem Gefälle verbaut ist), habe ich beschlossen, als erstes einmal den Deckel meines Schnellkochtopfes abzudichten, ehe ich die Kühlung verändere.
Da ich es nicht ganz verstehe, wie man die, hier so oft beschriebene, Dichtung aus Silikonschlauch und Baumarktsilikon baut und dann anbringt, wäre es schön, wenn Beispielbilder vom Aufbau einer solchen Dichtung (plus dem Anbringen der Dichtung an den Schnellkochtopf) in die Fotogalerie der Webseite gestellt oder mir per E-Mail geschickt werden könnten. Alternativ wäre ich auch mit einer sehr "plastischen" Erklärung zufrieden. Vielleicht haben Sie auch eine ganz andere Idee, wie man den Deckel eines Schnellkochtopfes (und die sind ja alle nahezu gleich) dicht bekommt. Diese Tips würden andere Hobbybrenner ebenfalls weiterbringen...
Danke für alle Antworten (und Bilder) im Voraus.
Gruß Ronald
Ronald, Schweiz / Oberlausitz
04.Jän.2011 11:59:02
Der selbe Takt ist sehr wahrscheinlich, das Pulsieren wird durch's Kochen verursacht, wenn sich die Dampfblasen im Kessel entladen. Tritt vorallem bei sehr dickflüssigen Maischen auf. Dagegen hilft z.B. ein Rührwerk.

Dichtung: Silikonschlauch der Länge nach aufschlitzen und mit Baumarktsilikon in die Dichtungsrille vom Topf kleben. Die Schlauchenden so zuschneiden, dass an einem Ende ein V-Ausschnitt und am anderen eine Spitze, sodass die Spitze in das V-förmige Ende passt. Oder eine zusammengezwirbelte Wurst aus Teflonband (Gewindedichtband --> Baumarkt) hineinstopfen. Oder, wenn die undichte Stelle nicht sehr groß ist, den Topf mit Teflonband umwickeln (dazu genügen zwei bis drei Lagen). Oder die Originaldichtung vom Topf hat eine kleine undichte Stelle, dann genügen einige Tropfen Baumarktsilikon. Oft genügt es auch, den Deckel mit einem Spanngummi fest zu klemmen, weil er nicht fest genug aufliegt (wie in Anlage 184 der Fotogalerie).
Eintrag Nr. 3536
Hallo Herr Schmickl,
Bei uns sind gerade die Granatäpfel reif, ist es besser diese in den Aromakorb zugeben. Oder soll ich besser eine Maische herstellen. Gruß Elke Grieger
Elke Grieger, Mallorca
03.Jän.2011 20:03:11
Beides ist möglich. Beim Einmaischen jedenfalls nicht nur den Saft verwenden, auch die Kerne, nicht jedoch die Schalen. Durch die Kerne entsteht ein kaffeeähnlicher Geschmack, reiner Saft ist im Destillat nahezu geschmacklos, wie auch Bilbaino in der Diskussion beschreibt, siehe Eintrag vom 07.Jan.2011 20:30:41.
Eintrag Nr. 3535
Hallo,
ich habe soebend meine Anlage mal wieder Verbesser, nun wer hat Erfahrung mit Ertragsrechner? Wieviel Brand (Menge) bekomme ich aus 1l Wein der zuvor 11% hatte??
Der Edelstahlbrenner, NRW
27.Dez.2010 17:07:56
Demzufolge sind im Wein 1 * 11 / 43 = 0,26 Liter Schnaps, berechnet auf 43%vol, enthalten. Soviel die Theorie. In der Praxis können Sie mit ca. zwei Drittel davon rechnen, wegen Verluste durch Nachlauf, Restalkoholgehalt im Rückstand usw. Die Ausbeute sollte also ca. 160 bis 190 ml betragen (wieder berechnet auf 43%vol).
Eintrag Nr. 3534
Hallo!
EIne Frage zum Geschmack: Woher kommt bei sonst extrem sauberem Arbeiten ein recht unangenehmer "Brenngeschmack"?
In meiner Anlage sind keinerlei Gummiverbindungen.
Vielen Dank für die Antwort.
Siegbert Oltrogge, Niederlande
20.Dez.2010 13:54:16
Können Sie den Geschmack näher beschreiben? Leider weiß ich nicht, was Sie mit "Brenngeschmack" meinen.
Eintrag Nr. 3533
Hallo Herr Schmickl,
können sie mich in der Annahme bestätigen, dass ich mit Destillen bis 0,5 Liter Kesselinhalt steuer- und anmeldefrei brennen kann??
Die Suchfunktion habe ich dazu schon bemüht, doch leider habe ich zum Thema Steuerfreiheit nur Beiträge von vor 7 Jahren gefunden.
Danke für ihre Antwort
Bernhard
Bernhard Blanke, Bayern
19.Dez.2010 19:39:59
Ja, stimmt (für Deutschland), unter der Bedingung, dass die Anlage nicht gewerblich genutzt wird. Also Schnaps nicht verkaufen oder Anlage vermieten/verpachten. In den letzten 7 Jahren hat sich diesbezüglich meines Wissens nichts geändert.
Eintrag Nr. 3532
Hallo, Dr. Schmickl,
ich beabsichtige eine kleine Brennanlage bei Ihnen zu erwerben. Welche aktuellen Grenzwerte der Anlage wären dabei von Ihnen und mir zu beachten hinsichtlich der Registrierung der Anlage bei den zuständigen Ämtern? Eine Anlagengröße bis 2 Liter steht dabei zur Diskussion.
Danke für die Bemühungen.
K-H.D.
Deutschland
K-H.D., Deutschland
18.Dez.2010 19:30:26
In Deutschland ist das Schnapsbrennen mit 0,5-Liter-Kesseln meldefrei. Darüber benötigen Sie ein Brennrecht.
Eintrag Nr. 3531
Guten Tag
ich habe da ein Problem mit dem Orangengeist. Ich habe wie im Buch beschrieben, nur die dünne Schale in den Korb gegeben. Ich erhielt dann ein Destillat mit ca. 57%Vol. Danach verdünnte ich mit weichem Wasser auf 43%Vol. wie von andern Geisten gewohnt. Nun wurde der Orangengeist total milchig und blieb auch so. Wenn er etwas aufgewärmt wird verschwindet die Trübung, kommt aber wieder. Gibt es eine Filtermöglichkeit? Oder soll ich nochmals destillieren auf Trinkstärke? Der Geschmack ist eigentlich einwandfrei und sehr aromatisch nach Orange.
Franz, Schweiz
17.Dez.2010 23:16:51
Die Trübung ist das ätherische Öl der Orangenschalen, also der Geschmacksträger. Kann zwar abfiltriert werden, vermindert jedoch den Geschmack. Nicht nochmals destillieren. Manchmal genügt es auch den Schnaps einfach einige Monate stehen zu lassen, dann scheidet sich das Öl möglicherweise in Form von Fettaugen an der Oberfläche ab.
Eintrag Nr. 3530
Hallo Dr. Schmickl, ihr Buch hat mir bei meiner Arbeit sehr weiter geholfen, vielen Dank.
Hier meine Frage:
Wie lange dauert der Vor-, Mittel- und Nachlauf ungefähr, bei einem Birnenschnaps?
Anne, Bayern
17.Dez.2010 10:20:40
Super, das freut uns!
🙂

Wie im Buch beschrieben hängt die Vorlaufmenge von der Sauberkeit der Maische ab, kann sehr wenig sein (einige Tropfen) oder sehr viel bei wild vergorenen Maischen. Uns ist sogar schon ein doppelt Gebrannter untergekommen mit 10% (!) Vorlauf, obwohl der Vorlauf schon abgetrennt wurde. Fazit: Vorlauf wie im Buch beschrieben abtrennen (Temperaturmethode, Brennprofil und/oder Vorlaufabtrennungstest), weil Menge sogar fassweise variieren kann, selbst wenn gleiches Obst unter gleichen Bedingungen vergoren wurde.
Nachlauf 91°C, siehe Buch.
Eintrag Nr. 3529
Lieber Dr. Schmickl,
ich habe eine Frage zum Destillationsvorgang, die mMn in Ihrem Buch nicht steht: Wie erkenne ich denn, wann der Nachlauf zu Ende ist? Ich trenne erst Vor- und Mittellauf ab, um dann noch den Nachlauf zu gewinnen, aber wann ist denn der auch "beendet"? Ich will ja nicht denselben Alkoholgehalt wie in der Maische haben :). Es geht um Zuckermaische, bei der ich zuerst im Rohbrand bis zum Nachlauf alles destillieren will und danach im Feinbrand alles Unerwünschte abtrennen will. Deswegen muss ich wissen, wann der Rohbrand bzw. der Nachlauf aufhört und dann das gesamte Wasser rauskommt.
Kann man eigentlich bei Obstmaischen auch zuerst Vor-, Mittel- und Nachlauf ohne Abtrennen (Rohbrand) gewinnen, um dann alles im Feinbrand abzutrennen?
LG
Frederik
Frederik, Europa
16.Dez.2010 20:30:57
Doch steht sogar öfter im Buch: Seite 78, Abs. 4 und Seite 82, zweiter Abs. unter dem Tipp.

Es gibt keine feste Grenze wann der "Nachlauf aufhört und dann das gesamte Wasser rauskommt". Ab einer gewissen Dampftemperatur bzw. unter einem gewissen Alkoholgehalt schleicht sich ein zerkochter Geschmack ein, der an zu lange geglühtem Glühwein erinnert, das ist der Nachlauf. Danach gibt's keinen Punkt mehr wo "das gesamte Wasser rauskommt". Der Alkoholgehalt nimmt langsam zwar immer mehr ab, aber trotzdem kommt nie reines Wasser heraus. Daher wird das Nachlaufende auch von jedem Brenner ganz individuell bestimmt, viele gewinnen überhaupt keinen Nachlauf, hören also schon beim Nachlaufbeginn auf zu destillieren. Wenn Sie den Nachlauf noch verwerten möchten, z.B. mit Aktivkohle behandeln, sollte der Alkoholgehalt in der Größenordnung von 25%vol liegen.

Zuckermaische doppelt brennen macht nur Sinn, wenn der Rohbrand vor dem zweiten Durchgang mit Aktivkohle behandelt wird. Um möglichst geschmacksneutralen Alkohol zu gewinnen, sollten Sie beim ersten Durchgang den Nachlauf gar nicht mitbrennen.

Obstmaischen: hochgradige Maischen prinzipiell nur einmal brennen, siehe Buch, S. 81, Kapitel "Einmal oder zweimal brennen?". Herkömmliche Maischen müssen doppelt gebrannt werden, weil Alkoholgehalt im Destillat sonst zu gering.
Wie im genannten Kapitel beschrieben, beim doppelten Brennen im ersten Durchgang den Vorlauf abtrennen aber Nachlauf mitnehmen. Beim zweiten Durchgang dann ohne Nachlauf. Vorteil: beim Feinbrand ist das Gift schon weg und ggf. können die ersten Tropfen noch kontrolliert werden, ob Abtrennung ausreichend war. Den Vorlauf erst beim zweiten Mal abzutrennen ist prinzipiell natürlich auch möglich. Am wichtigsten ist, dass der Vorlauf komplett weg ist.
Eintrag Nr. 3528
Habe einen Marillenfeinbrand mit ca.64%vol 5 Jahre in Glasflaschen (25 l) gelagert. Beim Feinbrennen habe ich genau auf Vor- und Nachlauf geachtet. Beim Verdünnen habe ich das Problem, dass bei 41 Vol% der Brand noch immer "scharf" beim Abgang schmeckt. Aroma und Geruch sind OK.
Was kann ich dagegen tun???
D A N K E
Franz Leskovich, Ostösterreich
15.Dez.2010 10:04:25
Fünf Jahre ist eine lange Zeit. Waren die Flaschen ganz voll? Besser wäre nur 2/3 gefüllt und so lagern, dass sie den saisonalen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Siehe auch Eintrag Nr. 3525.
Ich vermute, dass die Maische wild vergoren wurde, sonst dürfte der Brand nach 5 Jahren nicht mehr scharf schmecken. Auch wenn bei wild vergorenen Maischen der Vor-/Nachlauf nach allen Regeln der Kunst abgetrennt wird, ergibt sich zwangsläufig immer ein markanter (scharfer) Geschmacksfehler. Dies macht solche Brände auch so unverwechselbar im negativen Sinn, egal welche Obstsorte. Beim nächten mal sollten Sie daher beim Einmaischen so vorgehen wie im Buch sehr ausführlich beschrieben. Egal ob herkömmlich oder hochgradig. Jedenfalls mit Reinzuchthefe, Säureschutz, Gärspund usw.
Wenn die Maische nicht wild vergoren wurde, ist beim Gären irgendetwas schief gelaufen.

Um die Schärfe jetzt weg zu bekommen können Sie nur noch experimentieren, weil Lagerung nichts gebracht hat. Z.B. mit einem elektr. Stabmixer, Milchaufschäumer o.ä. den Schnaps einige Minuten je Liter intensiv schäumend mixen. Probieren Sie es vorerst mit einer kleinen Menge aus, es sollte ein deutlicher vorher-nachher-Unterschied bemerkbar sein. Oder mit einer Aquariumluftpumpe, Silikonschlauch und Bimsstein ca. 24 Stunden lang Luft durch den Schnaps blubbern lassen (bei Kellertemperatur).
Eintrag Nr. 3527
Servus. Habe ihr Buch begeistert gelesen, schon soooviel ausprobiert und bin begeister!!!
Aber nun meine Frage:
Ab wann kann ich meine Apfelmaische brennen ohne sie ewig abzulagern! Nach dem Gähren 2 Wochen 4 Wochen 6 Wochen? Soll abern nicht nach Hefe schmecken. Geht dieser Hefegeschmack, des Edelbrandes, beim Ablager in der Flasche nach einem Jahr weg? Lg Christkind
Christkinder, grünes Herz Deutschland
13.Dez.2010 19:56:55
Danke, das freut uns!
Das hängt vom Alkoholgehalt der Maische ab:
- herkömmliche Maische bis max. 16%vol Alkohol nach Gärende bei Kellertemperatur maximal 4 bis 6 Wochen lagern. Sonst kann der Brand einen Fehlgeschmack bekommen, der an einen modrigen Keller bzw. feuchten Schiffsrumpf erinnert.
- hochgradige Maische (>16%vol) zumindest 4 Monate nach Gärende. Der hohe Alkoholgehalt wirkt wie ein Konservierungsmittel, Maische kann also nicht mehr schlecht werden, wird immer besser, je älter sie ist.

Hefegeschmack: kommt durch zu frühes Brennen nach der Gärung. Durch Lagerung wird's zwar besser, geht aber nicht mehr vollständig weg.
Eintrag Nr. 3526
Hallo Herr Schmickl,
habe ihr Buch gelesen und nun eine Frage. Habe Zuckermaische mit 17% Alkohol, diese möchte ich zu einem Geist verarbeiten. Sie lagert schon 3 Monate und wurde 3 Wochen nach Gärende vom Hefeboden abgezogen. In ihrem Buch steht das der Nachlauf immer bei 91°C kommt. Nun habe ich gelesen das bei Zuckermaische der Nachlauf bereits bei 85°C kommt.
Welche Aussage trifft nun zu.
Mit freundlichen Grüssen
Aryan, Finnland
12.Dez.2010 13:44:27
Bei Geist 91°C, sonst fehlen die höhersiedenden Aromastoffe der Geistzutaten, dann fehlt ein Teil vom Bukett. Für nahezu geschmacksneutralen Alkohol kann auch bei 85°C der Nachlauf begonnen werden, trotzdem kommt man um eine Aktivkohle-behandlung nicht umhin.
Eintrag Nr. 3525
Hallo, schadet es dem hochprozentigem Schnaps im Glasballon wenn er nur halbvoll ist?
Tobias, Baden
10.Dez.2010 23:29:01
Nein, das ist sogar besser als wäre der Ballon ganz voll. Dadurch altert der Schnaps schneller, d.h. er wird milder, geschmacklich ausgereifter, qualitativ besser. Destillate sollten aus diesem Grund nur in halbvollen bzw. max. nur zu 2/3 gefüllten Flaschen/Ballons gelagert werden. Am besten wäre es, wenn die Flaschen den saisonalen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind.
Eintrag Nr. 3524
Hallo Herr Dr. Schmickl,
zunächst danke für die Auskunft zum Gebrauch / Verwendung von Essenzen. Heute habe ich eine Frage zur Lagerung von Alkohol in Eichen- Fässern. Da gibt es ja die unterschiedlichsten Angebote im Netz, heimische Eiche, aus Italien, Österreich, etc. Habe mir nun ein 10l-Fass, hergestellt in Kroatien, gekauft, getoastet. Das Fass habe ich mit Wein befüllt, um so die Qualität des künftig zu lagernden Alkohols zu verbessern. Nun bin ich mir nicht mehr sicher, ob das bei einem getoasteten Fass die richtige Entscheidung war.
Will mir nun noch ein 3-l- Limousin-Fässchen zulegen, das auch getoastet ist. Aus Ihrem Buch weiß ich, dass dieses "Holz" das qualitativ beste sein soll. Was empfehlen Sie mir für die Lagerung von geschmacksslosem Alkohol, gebrannt aus Zucker-Wasser-Maische? Macht das bei der Maische überhaupt einen Sinn? Bzw. was empfehlen Sie, um doch ein eigermaßen gutes Resultat zu erzielen? Ich weiß zwischenzeitlich, dass man den Brand vor der Lagerung nicht verdünnen soll. Ich erreiche ca. 65% nach dem Brennen.
Danke! Und mit freundlichen Grüßen aus Norddeutschland Roland
Roland, Norddeutschland
09.Dez.2010 17:23:49
Wie bei den Fässern gibt es auch die unterschiedlichsten Varianten bezüglich der Lagerung, weil abhängig vom persönlichen Geschmack. Aus meiner Sicht war es richtig auch in ein getoastetes Fass vor der Schnapslagerung Wein zu geben, sonst könnte der Geschmack zu "holzbrett"artig werden.

Doch, bei Brand aus Zucker-Wasser-Maische ist die Holzfasslagerung sogar sehr sinnvoll. Insbesondere dabei würde ich das Fass mit Wein vorbehandeln. Abhängig von der Holzfassart und -beschaffenheit (Z.B. Holzsorte, Röstungsgrad beim Toasten, wie lange vorbehandelt mit Wein bzw. alte Portweinfässer usw.) erinnert der Geschmack dann eher an Whisky oder eher an Rum (stark geröstete Fässer).
Eintrag Nr. 3523
Lieber Dr.Schmickl,
ich möchte Blutorangenmaische herstellen. Haben Sie einen Vorschlag bezüglich Zuckermenge (hochprozentige Maische)?
Herzlichen Dank für Ihre Hilfe.
Norl, Mitte
09.Dez.2010 06:41:32
Wie bei anderen hochgradigen Obstmaischen auch, insgesamt 389 g/l (siehe Buch).
Eintrag Nr. 3522
guten tag,
eines schönen tages bin ich an eine gaschromatische untersuchung meines schnapses gelangt.
hier ein kurzer auszug:
ethanol 49,74 vol%
acetaldehyd 5.0 mg/100ml reiner ethanol
essigsäureethylesther 20.5 mg "
methanol 1.6mg "
propanol 29.8mg "
isobutanol 32.1mg "
butanol 0.7mg "
Levo-2,3-butanol 16.3mg "

also das eine recht geringe menge an methanol enthalten ist, ergibt sich aus berechnung mit dem maximal zugelassenen grenzwert. meine frage ist nur, wie verhält sich das nmit den anderen inhaltstoffen. ist das viel oder wenig?
hans wurst, schlaraffenland
07.Dez.2010 13:46:10
Streng genommen hängt die Zusammensetzung von der jeweiligen Schnapssorte ab. Daher beispielhaft die Merkmale von Weinbrand nach VO (EWG) Nr. 1576/89, Art. 1 Abs. 4 Buchst. e) in Verbindung mit der Alkoholhaltige-Getränke-Verordnung (AgeV) vom 29.01.1998 (Deutschland).

Methanol: <= 200 g/hl r.A. (entspricht 200 mg / 100 ml r.A.)

flüchtige Bestandteile (Isobutanol, I-Propanol und Isoamylalkohole):
>= 125 g/hl r.A. (entspricht 125 mg / 100 ml r.A.)

Hoffentlich habe ich mich bei der Umrechnung nicht um eine Zehnerpotenz verrechnet. Wenn's stimmt, liegen Ihre Werte deutlich darunter. Was bei den flüchtigen Bestandteilen nicht vorteilhaft ist, weil (oben kein Tippfehler) bei Weinbrand der Gehalt an flüchtigen Bestandteilen mindestens 125 g/hl r.A. betragen muss.

Fazit: Ihr Destillat ist durchaus trinkbar 😉
Eintrag Nr. 3521
Lieber Herr Dr. Schmickl,
nachdem ich nun nach Rezept und Kurs sehr gute Erfolge mit Obst erzielt habe möchte ich mich an das Einmaischen von Whiskeymalz mit Amylase versuchen.
Ich möchte das Rezept von Seite 50 Ihres Buches hierzu nutzen.
Ich habe nun 5kg Whiskeymalz (geschrottet) gekauft.
Unsicher bin ich bei der Menge Wasser die zugesetzt werden soll (wirklich 1:1)?
Kann ich den pH-Wert mit Biogen-M einstellen.
Soll die Maische vor dem Brennen gefiltert werden?
Gruß,
Nightburner, Zollfrei
07.Dez.2010 11:15:24
Die Wassermenge hängt von der Beschaffenheit des Malzes ab, wenn die Mischung zu breiig geworden ist, entsprechend mehr Wasser verwenden.
Ja, Biogen M funktioniert.
Nein, nicht filtrieren, daher bereits beim Einmaischen darauf achten, dass mittels Wasserzugabe die Maische nicht zu fest wird.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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