SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3580
Sehr geehrter Herr Schmickl,
mich würde interessieren, ob sie irgendwelche Erfahrungen mit der Herstellung von Schokoladenschnaps haben. Unter "Diskussionen" gibt er diverse Ansätze, allerdings ist recht wenig zu finden. Ich habe vor 2 Wochen einen Versuch mit Bitterschokolade versucht, das Mischungsverhältnis mit Wasser beträgt 1:1. Dazu wurde wie üblich der PH-Wert eingestellt und Portweinhefe hinzugegeben. Die Maische gärt, allerdings ist ein etwas säuerlicher Geruch und Geschmack festzustellen. Im Forum wurde bereits überlegt, ob sich das enthaltene Fett negativ auswirken könnte. Falls dem so ist, würde mich interessieren, wie man in diesem Fall vorgeht. Den PH-Wert meiner gärenden Maische habe ich nochmals überprüft, er stimmte.
Für Hinweise bezüglich dieses Experimentes wäre ich Ihnen dankbar.
Viele Grüße,
Maik
Maik, München
02.Jul.2011 10:24:13
Das haben wir auch noch nie probiert, gemäß Ihren Angaben sollte es jedoch funktionieren. Vermute nicht, dass der Fettanteil stört. Reife Walnüsse enthalten auch Fett/Öl und können auch vergoren werden.
Was jedoch geschmacklich sehr gut gelingt ist Schokoladegeist: dazu ca. 200 g zerkleinerte Schokolade je 1,5 Liter Alkohol mit ca. 11-13%vol in den Aromakorb geben.
Eintrag Nr. 3579
Herzlichen Dank für Ihr gelungenes Buch. Ich besitze eine Glasdestille ohne einen Anbrennschutz für mene angesetzte Maische. Gibt es da dennoch Möglichkeiten? Ich dachte daran z.B. zwei Lagen Fliegengitter mit Küchenkrep dazwischen in den Glaskolben einzuführen,- wäre das eine Möglichkeit?
Herzlichen Dank und schöne Grüße!
Martin S., D
23.Jun.2011 20:39:50
Danke, das freut uns!
Ja, natürlich geht das auch, allerdings haben Sie dann einen Einweg-Glaskolben. Denn wie bekommen Sie das Ganze durch den Flaschenhals wieder heraus?
Eintrag Nr. 3578
Ist es auch möglich den Zirbenschnaps im Plastikkanister anzusetzten oder muss es ein Glasbehälter sein?
Danke im voraus
Manuela
Manuela Ellmauer, Salzburg
23.Jun.2011 17:23:16
Möglich ist es schon, jedoch würde ich den Schnaps dann nicht mehr trinken. Hochprozentiger Alkohol kann aus Kunststoffen Substanzen herauslösen, die gesundheitlich nicht gerade förderlich sind.
Eintrag Nr. 3577
Zum Eintrag 3575, Ernte von Tiponambur:

Die Vegitationszeit und somit auch der Erntezeitpunkt von Topinambur entspricht in etwa dem von Kartoffeln:
Ernte also nach Abreife der Knollen im Sommer/Herbst, dann sind sie auch wie Kartoffeln am stärkehaltigsten und lagerfähig.
Werden Sie nicht geerntet treiben die im Vorjahr gewachsenen Knollen (soweit sie über Winter nicht erfrohren sind) im Frühjahr wieder aus und bilden eine neue Pflanze, die wieder Knollen ansetzt. Nicht gebrauchte, geerntete Knollen können auch im Frühjahr wie Kartoffeln wieder gesetzt werden.

Interessant zu wissen ist, dass Topinambur zu den Korbblütlern gehört, und somit mit Sonnenblumen, Kopfsalat oder Margeriten mehr gemeinsam haben als mit Kartoffeln.
ich, daheim
23.Jun.2011 09:40:55
ebenfalls danke, man lernt nie aus!
Eintrag Nr. 3576
Hallo!
Ich habe Kornbrand hergestellt und den Maischeabfall, die Schlempe, im Obstgarten ausgeleert.
Das stinkt nun richtig extrem, was kann ich dagegen tun?
Viele Grüße,
Marcus
Marcus, Zürich
22.Jun.2011 13:58:26
Eingraben oder mit Erde bedecken, mindestens 10 cm.
Eintrag Nr. 3575
Hallo Hr. Schmickl,
In Ihrem Buch nennen Sie als Erntezeitraum für Topinambur Mitte bis Ende Juni, also den späten Frühling. Das funktionierte bei mir überhaupt nicht. Die Pflanzen stehen dann schon einen Meter hoch und die Knollen sind komplett verbraucht also "damatscht". Die neuen Knöllchen sind noch winzig.
Der richtige Erntezeitpunkt ist dann wohl eher der zeitige Frühling, wenn die Knollen unter der Erde zu spriessen beginnen.
mfG
jan
Jan-Herbert Damm, Sachsen-Anhalt, BRD
22.Jun.2011 11:39:12
Das hängt offenbar vom jeweiligen Klima ab. Jedenfalls vielen Dank für den Hinweis, dass darauf zu achten ist, nicht zu spät zu ernten.
Eintrag Nr. 3574
hallo, ich habe mal eine frage bezüglich der gewerblichen nutzung einer 0,5l destille da ich damit momentan nur für mich und freunde sehr leckeren absinth brenne habe ich mir überlegt das ganze gewerblich zu tun meine frage ist nun darf ich dies ohne ein brennrecht und eben ausschließlich mit dieser kleinen tun ? wenn nicht welche vorraussetzungen müste ich dafür haben ?
ich danke schonmal im vorraus !
liebe grüße
sascha
Sascha, thüringen
11.Jun.2011 18:45:42
Ohne Brennrecht dürfen Sie in Deutschland eine 0,5-Liter Anlage nur privat nutzen. Für gewerbliche Zwecke sind allerdings Anlagen kleiner als 5 Liter verboten. D.h. wenn Sie das Ganze gewerblich betreiben wollen, sollten Sie sich bei Ihrem Zollamt, Abt. Alkoholverwaltung, erkundigen und schon mal eine größere Anlage ins Auge fassen.
Eintrag Nr. 3573
Ich habe vor ca. 6 Jahren in Klagenfurt einen Schnapsbrennlehrgang (mit Zertifikat gemacht) und habe nun drei Jahre infolge Scheidung nicht mehr gebrannt.
Leiden weiß ich nicht mehr, nach wieviel Tage der Gärprozeß eingesetzt hat. Ich habe hier, wo das Faß steht ca. 24 Grad Außentemperatur und habe vor 5 Tagen Aprikosenmaische, ca. 60 Liter mit 7 Kilo Zucker angesetzt. Bisher hat sich noch nichts getan. Die Maische schmeckt noch lecker süß.
Habe ich etwas falsch gemacht, oder muß ich noch ein paar Tage Geduld haben ?
mfG.
Gernot Göttig
Gernot Göttig, Spanien, Costa Blanca
06.Jun.2011 14:06:03
Spätestens einen Tag nach der Hefezugabe sollte die Maische deutlich zu gären beginnen. Erkennbar am Geruch (scharf stechende Kohlensäure), dass es beim Umrühren schäumt und dass es öfters "Blubb" macht. Am deutlichsten ist der Geruch, ca. 5 cm oberhalb der Maische: wenn's gärt, bleibt einem die Luft weg. Ist dies nicht der Fall, war die Hefe, aus welchen Gründen auch immer, bereits kaputt.
Wie beim Seminar und im Buch sehr ausführlich erklärt, sollten Sie prinzipiell immer Hefe zugeben. Aus Wildgärungen entsteht eigentlich nur ein vergorener Kompostaufen, Schade um die guten Früchte und die Arbeit. Der zugegebene Zucker verstärkt sogar noch die dann unvermeidbaren Fehlgärungen, macht das Ganze also noch grauslicher.
Eintrag Nr. 3572
Hallo Herr Schmickl,
ich habe 2 Fragen an Sie:
Wenn Angesetzter gebrannt werden soll, muß dieser - Ihrem Buch nach - nicht vorverdünnt werden. Da zum Ansetzen ein 43%iger Schnaps verwendet wurde entsteht ja kein Vorlauf.
- Was ist mit Nachlauf?
Bei der Geistherstellung gemäss der Anleitung in Ihrem Buch entsteht nur ca 10% Ausbeute, wenn bei 91 - 92°C abgetrennt wird. Der Gewonnene Geist hat 65% Alc. Der Schnaps wurde vor dem Brennen auf ca 10%Alc vorverdünnt. Es sollte also ca 40%iger Geist herauskommen.
- Was wurde falsch gemacht?
Ich würde mich sehr über Ihre geschätzte Meinung dazu freuen.
Oli
Oli, D
03.Jun.2011 19:47:54
ad 1) Nachlauf entsteht durch's Kochen, daher immer entsprechend abtrennen.
ad 2) 65%vol im gesamten Destillat sind bei ursprünglich 10%vol im Kessel eindeutig zu viel. Beim nächsten Mal so weit destillieren, bis gesamtes destillat ca. 45%vol hat. Dann die Temperatur notieren, dies ist für Ihre Anlage der Nachlaufbeginn. Wie die (Dampf)temperatur richtig gemessen wird, ist im Buch sehr ausführlich erklärt und wurde hier bereits sehr oft beschrieben.
Eintrag Nr. 3571
S.g. Herr Schmickl,
vor kurzem habe ich einen doppelt gebrannten Tresterbrand (Maische war zum Brennzeitpunkt optimal intakt) von 55Vol% mit destilliertem Wasser auf 40Vol% verdünnt. Nach einem Tag bildete sich im Vergleich zum ursprünglich glasklaren Brand ein merklicher Grauschleier, geschmacklich gab es bis auf den Verdünnungseffekt aber kein Problem.
Was habe ich falsch gemacht? Reicht es schon wenn man den Glasballon mit normalem Wasser ausspült, dass so ein Grauschleier entstehen kann?
Vielen Dank,
B.Sebl
Bernhard, Steiermark
03.Jun.2011 12:46:35
Aus der Ferne schwer zu beurteilen, es könnte jedoch sein, dass zuviel Nachlauf mitdestilliert wurde. "Grau" und "nach einem Tag" deuten darauf hin. Z.B. Steinobsttrübungen sind hingegen weißlich (wie ein/zwei Tropfen Milch in halben Liter Wasser) und treten sofort auf, noch vor dem Verdünnen. Ätherisches Öl kann es auch nicht sein, weil nicht vorhanden. Trübungen wegen Kalk aus Leitungswasser treten zwar auch später auf, sind jedoch eher weiße Flocken, als eine echte Trübung.
Eintrag Nr. 3570
Hallo Herr Dr. Schmickl,
nach gründlicher Lektüre Ihres Buches und dieser Seite Stellen sich mir einige Grundsatzfragen in Sachen Vorlauf und Methanol. Sie sagen das in der Maische entstandenes Methanol sich durch Destillation nicht bzw. nicht vollständig abtrennen lässt und sich durch alle drei Fraktionen zieht. Der Siedepunkt von Methanol liegt bei 65°C. Der von Ethylacetat zb., was Sie ja als einen der Hauptbestandteile vom Vorlauf angeben, aber bei 77°C. Also nur knapp unter dem von Ethanol, jedoch deutlich über dem von Methanol. Insbesondere beim Ethylacetat (die Sp. von Acetaldehyd oder Aceton liegen ja deutlich tiefer, da is der Sachverhalt klarer) will mir beim besten Willen nicht einleuchten warum man diesen mit dem Vorlauf sauber abtrennen kann, Methanol jedoch nicht. Wenn ich die Grundlagen der Destillation richtig verstanden habe ist das doch eigentlich widersprüchlich.
Mit freundlichen Grüßen
Bullwey
Bullwey, norddeutschland
29.Mai.2011 12:08:26
Das ist das Problem mit dem Vorlauf: er lässt sich NICHT "sauber" vom Rest abtrennen. Wenn Maische erhebliche Mengen Vorlauf enthält, ist der Schnaps, trotz ausreichender Vorlaufabtrennung, immer auch entsprechend grauslich. So ein Schnaps ist zwar nicht mehr giftig, trotzdem sehr sehr scharf, riecht leicht säuerlich, wie verdorbenes Obst (und auch nach Klebstoff). Von "Genuss" kann in so einem Fall keine Rede mehr sein. Das letzte Mal nachdem ich (vom Geruch schon vorgewarnt) mir mit so einem Schnaps (Vorlauftest ergab dunkelgrün) nur die Zunge befeuchtet habe, war mir anfangs echt schlecht und danach drei Tage lang flau im Magen. Fazit: Sie haben mit Ihrer Skepsis durchaus recht. Sie sollten jedoch nicht vergessen, das in einem Stoffgemisch die Siedetemperatur stark von den Siedepunkten der jeweiligen Komponenten abweicht. Wie stark, ist physikalisch vorgegeben und u.a. von den Inhaltsstoffen und deren Anteil im Gemisch abhängig. Das Verhalten solcher Gemische kann z.B. in Mehrstoffdiagrammen (X-Y-Diagramme, T-X-Diagramme, Dreiecksdiagramme usw.) dargestellt bzw. abgelesen werden.
Eintrag Nr. 3569
Hallo Herr Dr.!
Ich habe dieses Jahr ca. 80 l Schlehen in 3 Fässern eingemaischt. Gärung verlief meiner Meinung nach normal, Maische ist jetzt ca. 4 Monate alt. Ein erster Testbrand brachte aber nicht das gewünschte Ergebnis.
1. Die Früchte sind nicht so richtig gut zersetzt, es sind trotz gutem Stampfen teilw. noch fast ganze Frücht drin. Macht es sinn jetzt nochmals Verflüssiger zuzgeben und weiter zu lagern?
2. Der fertige Testbrand hatte nicht das erhoffte Aroma nach Frucht und Marzipan, sodern roch sehr neutral - vielleicht so ein wenig milchig?!?
2a, Hängt das mit 1. zusammen?
2b, Ändert sich das durch weitere Lagerung der Maisch und/oder anschließender Lagerung des Destillat?
2c, Was könnten die Uraschen hierfür sein, denn das gleich hatte ich schon mal mit Mirabellen (dieser Brand wurde allerdings nach einem Jahr Lagerung besser)
Vielen Dank im Voraus
Frank aus Ptuj
Franky, Slowenien
27.Mai.2011 09:05:11
ad 1) Nein, dafür ist es jetzt zu spät. Beim nächsten mal von Beginn an die Früchte besser zu Brei verarbeiten. Und zusätzlich nach ca. einer Woche Gärzeit die Maische nochmals mit einem Bohrmaschinen-Rühraufsatz bearbeiten und nochmals verflüssiger zuzugeben, ergibt sehr dünnflüssige Maische, weil das Fruchtfleisch durch die Gärung bereits aufgeweicht ist.
ad 2a) Ja. Schlehenbrand hat einen intensiven Steinobstgeschmack (Marzipan).
ad 2b) Beim Destillat wird sich diesbezüglich kaum noch etwas ändern. Eventuell ändert sich noch etwas nach längerer Lagerzeit der Maische. Wenn möglich, sollten Sie jetzt noch versuchen die nicht zersetzten Früchte händisch zu vermusen (Steine ganz lassen!).
ad 2c) Auch hier: Früchte besser zermatschen, Maische eventuell länger lagern.
Eintrag Nr. 3568
Hallo,
ich habe vom verg. Jahr ca. 60 Liter Pflaumenansatz und erwarte dieses Jhr eine reiche Kirschernte. Ist es ratsam das gemeinsam zu einem Schnaps zu verarbeiten, und muss ich die Kirschen entkernen?
Josef, Bayern
26.Mai.2011 11:25:32
Ich würde sortenrein brennen. Kirschen nicht entkernen, siehe vorherige Fachfrage.
Eintrag Nr. 3567
Hallo Herr Schmickl,
Ich habe schon viele Antworten hierzu gefunden, doch leider sind diese zum Teil widersprüchlich.
Wir wollen aus ca. 200 kg türkischen Kirschen eine Maische herstellen und ablagern lassen. Die Maische soll mit Turbohefe auf ca. 20% vergoren werden. Sollte man nun für eine längere Lagerung alle Steine in der Maische belassen oder nur 10%. Im Buch ist beschrieben, dass ca. 10% der Steine mit gebrannt werden sollen aber wie verhält es sich mit der Lagerung. Welche Temperatur ist ideal für eine lange Lagerung der Maische??
Danke für eure Hilfe
flocke66
flocke66, Berlin
25.Mai.2011 21:35:42
Steine in der Maische belassen, vor dem Brennen die entsprechende Menge entfernen. Lagern bei Kellertemperatur. Allerdings ist Temperatur beim Lagern von ausgegorenen, hochgradigen Maischen nicht wirklich relevant. Es schadet durchaus nicht, wenn, abhängig von der Jahreszeit, die Maische gewissen Temperaturschwankungen ausgesetzt wird.
Eintrag Nr. 3566
Hallo,
ich habe fünf Fässer zu je 15 Liter für die Gärung wie in Ihrem Buch beschrieben angesetzt. Benutzt habe ich Turbohefe. Ein Fass ist mit Apfelmaische gefüllt, und die anderen eine Zucker-Hefe-Mischung für die Produktion von reinem Alkohol. Die Apfelmaische habe ich mit Verflüssiger, Biogen-M und der maximal möglichen Zuckermenge laut Ihrem Buch behandelt. Bei der Zuckermaische sind zwei Fässer ohne Zusatz von Säure (Biogen-M) sowie zwei mit Zusatz von Biogen-M. Seit Ansatz sind nun neun Wochen vergangen. Dennoch kann ich in allen Fässern bis auf eines (mit Säurezusatz) noch eine, wenn auch sehr schwache Gärung feststellen. Dazu habe ich nun zwei Fragen:
1. Müsste diese nicht inzwischen völlig zum Erliegen gekommen sein?
2. Der Inhalt eines Fasses (reiner Zucker mit Hefe ohne Säure) hat sich rötlich verfärbt. Worauf deutet das hin? Handelt es sich eventuell um eine Fehlgärung? Kann ich den Inhalt überhaupt brennen?
Ich konnte die Beantwortung, gerade der letzten Frage, nicht unter den Fachfragen finden und hoffe, dass Sie mir weiterhelfen können.
Vielen Dank.
Jonas B.
Jonas B., Hessen, Deutschland
24.Mai.2011 12:03:05
ad 1) Nicht unbedingt, hängt von der Gärtemperatur ab. Wenn Raumtemperatur unter 19°C, ist die Gärgeschwindigkeit derart langsam (positiv!), dass es durchaus ca. zweieinhalb Monate dauern kann, bis vollständig ausgegoren.
ad 2) Das kann ich leider auch nicht beantworten, haben wir noch nie erlebt. Jedenfalls vermute ich nicht, dass es sich um eine Fehlgärung handelt. Brennen auf jeden Fall, das Destillat sollte jedenfalls nicht gefärbt sein. Eventuell stellen Sie die Frage nochmals im Diskussions-Forum, dort können alle user antworten.
Eintrag Nr. 3565
Hallo Herr Schmickl,
nun steht eine Ihrer Anlagen auch in Neu Seeland:-)
Wir sind im Januar ausgewandert und die Anlage hat die Reise gut ueberstanden und wurde auch schon genutzt.
Drei Fragen sind aufgetaucht.
1) Ich habe einen Feijoa (Neu Seelaendische Frucht) Geist gebrannt (1,5l verduennter Vodka 11% und Fruechte im Geistkorb ohne Schale) und der Geschmack ist spitze. Aber: von Anfang bis Ende kam ein trueber Geist raus. Ist das richtig oder schaedlich?
2) wir leben im Fruchtkorb von Neu Seeland (HawkesBay). Bekannte habe eine Apfel und Kiwi Plantage. Nun kam die Frage auf, ob man nicht Vodka mit frischgepressten Apfelsaft auf 11% verduennen kann und den zum brennen eines z.B. Apfel-Birnen Geist nehmen kann? Der Geschmack muesste doch dadurch intensiver werden.
3) ich habe reichlich Sternanis erhalten und einen Geist gebrannt. Ab 89-90Grad kam nur noch weisses Destillat raus mit wenig Geschmack. Beim brennen von Feijoa und Sternanis (eine Traumkombination) passierte das gleiche. Woran liegt es? Ist das schon Nachlauf?
Kann es an dem Leitungswasser liegen, mit dem ich den Vodka verduennt habe?
Ich freue mich auf Ihre Antworten.
Meine Frau wird in Kuerze die ersten Versuche mit aetherischem Oel starten.
Mit besten Gruessen aus Hastings, Neu Seeland.
Markus
MDipper, NZ
16.Mai.2011 23:51:54
Super, freut uns!
ad 1) Lt. Wikipedia ist Feijoa die Brasilianische Guave (Acca sellowiana) oder auch Ananas-Guave. Da diese Pflanze zur Familie der Myrtengewächse gehört, verursachen wahrscheinlich ätherische Öle diese Trübung. Da die Früchte jedoch essbar sind, ist die Trübung nicht schädlich. Ich würde den Schnaps trüb lassen, das ist eben das typische bei dieser Frucht.
ad 2) Ja, das ist eine gute Idee, zumindest sollten Sie es einmal ausprobieren.
ad 3) Das ist definitiv das ätherische Öl (Anisöl). Je geringer der Alkoholgehalt, desto schlechter sind ätherische Öle löslich, daher die schneeweiße Trübung am Ende vom Mittellauf (= geringer Alkoholgehalt). Wenn Sie das stört, einfach weniger (ca. die Hälfte) vom Anis verwenden. Das bestätigt übrigens meine Vermutung zu Punkt 1). Ätherische Öle, insbesondere bei Anis, sind die Geschmacksträger. Daher sind solche Trübungen an sich nichts schlechtes, zeigen optisch, wie geschmacksintensiv der Schnaps ist. Setzen sich nach einigen Monaten an der Oberfläche als "Fettauge" ab, nach dem Schütteln ist alles wieder trüb wie vorher. Mit Faltenfilter "fein" kann die Trübung auch abfiltriert werden, Sie sollten jedoch bedenken, dass Sie damit prinzipiell auch einen (geringen) Teil vom Geschmack entfernen.
Gutes Gelingen bei der Ölherstellung!
Eintrag Nr. 3564
Hallo Dr. Schmickl,
in ihrem Buch steht auf Seite 130 die Herstellung eines Korngeistes aus Gerste. Welche Gerste haben Sie genommen (Sprießkorngerste, Vollgerste, gekeimte Gerste, geröstete G., usw)? Eignen sich auch andere Getreidearten?
Viele Grüße
Gerd, Dresden
15.Mai.2011 21:23:05
Gekeimte Gerste (selbst gemacht, ausführliches Rezept steht im Essigbuch), danach dann geröstet, hat aber nicht den erhofften "jodigen" Geschmack eines Single Malts (Islay) ergeben.
Ja, es eignen sich auch andere Getreidearten. Sie können auch die Zutaten eines Bierbrau-Kits für Hobbybrauer (googeln) verwenden, schmeckt/riecht sehr intensiv, so ähnlich wie frisch gemahlenes Getreide einer Kornmühle, super lecker!
Eintrag Nr. 3563
Hallo Herr Schmickl,
die Destille Deluxe ist, dank ihrer ausgezeichneten Verpackung, gut in Georgien angekommen. Vielen Dank.
Mittlerweile habe ich ca. 28 Liter Zuckermaische angesetzt. Diese Möchte ich mittels Aktivkohle geschmacksneutral machen. (1 Esslöffel auf 5 Liter)
Reicht es, wenn ich die Aktivkohle nun einfach in das Maischefass gebe und nach ca. 7 Tagen die Zuckermaische brenne? Wenn ich nicht alles sofort brennen möchte, gibt es Probleme? Und wie ich aus ihrem Buch entnommen habe, kann man die Aktivkohle mehrmals benutzen. Wie behandle ich diese nach dem ersten benutzen? Muss ich diese säubern, eventuell in einem verschlossenen Glas aufbewahren?
Liebe Grüße
Uwe.R.
Uwe.R., Georgien
09.Mai.2011 16:41:15
Super, es freut uns, dass die Anlage unbeschädigt angekommen ist!
Kenne Ihre Ansprüche zwar nicht, die Methode die Sie beschreiben, könnte jedoch durchaus funktionieren. Ansonsten Maische destillieren, Destillat mit Aktivkohle behandeln (1 Esslöffel je 5 Liter) und nochmals destillieren. Oder das Destillat "säulen" (durch ein mit Aktivkohle gefülltes dünnes Rohr tröpfeln lassen). Oder Maische ein halbes Jahr stehen lassen, erst dann destillieren. Oft ist dies die effizienteste Methode, je nach Anspruch wird dann oft auch keine Aktivkohle mehr benötigt.
Stimmt, Aktivkohle kann öfters verwendet werden, dazu die Kohle nach der Alkoholbehandlung zumindest einen Tag in einem Heizschrank geben, Temp. ca. 110°C. Da Kohle brennbar ist, sollte der Heizschrank jedoch genau regulierbar sein, ich würde mich nicht getrauen dies auch mit einem herkömmlichen Backofen auszuprobieren. Allerdings nimmt die Adsorbtionskraft trotzdem stark ab, nach ca. zwei bis drei mal sollten Sie daher frische Aktivkohle benutzen.
Eintrag Nr. 3562
Hallo Herr Schmickl,
wie würden Sie einen Honiglikör schönen, so dass dieser ´klar wird und auch bleibt? Danke!
Liebe Grüße
Thomas Hofer
Thomas Hofer, Oberösterreich
09.Mai.2011 07:26:15
Hab's zwar bei Honiglikör noch nie ausprobiert, kann mir aber vorstellen, dass einfaches stehen lassen (ein paar Monate) das Problem lösen könnte. Oder mit Faltenfilter "fein" filtrieren. Dauert für zwei Liter zwar einige Tage, aber das Filtrat ist dann auch wirklich klar.
Anmerkung: Im Buch "Essig herstellen als Hobby" ist ein eigenes Kapitel "Schönen" enthalten, in dem zahlreiche Schönungs-Methoden genau beschrieben sind.
Eintrag Nr. 3561
Hallo Hr. Schmickl,
Ich habe Ihr Buch "Schnapsbrennen als Hobby" und viele Foreneinträge gelesen. Trotzdem habe ich noch ein paar offene Fragen:
zu 1:
Ich habe zusammen mit einem Freund eine kleine Distille (ca) aus VA gebaut (ca 3L).Heizquelle: ein Founduebrenner.
Mein Ziel ist es, angemachten Schnaps aus verschiedene Lebensmittel zu machen. So habe Ich z.B Pistazien in Schnaps (38%) eingelegt, und möchte sie anschließend destillieren, da der Schnaps schon jetzt sehr salzig schmeckt. Auf dieser Art und Weise möchte ich verschiedene Experimente machen. Zu meiner Frage 1:
Gibt es Lebensmittel, vor denen Sie mir dringend abraten würden?
zu 2: Mein Freund ist Chemikant, und hat mir vom brennen abgeraten. Er befürchtet, daß die Alkoholdämpfe im Kessel oder Auslaufrohr Feuer fangen könnten, und es so zu einer Explosion kommen könnte. Ist die Gefahr wirklich relevant?, da mein Kessel+Deckel eigentlich gut abschließen
zu 3: In ihrem Buch und hier im Forum ließt man, daß Methanol nur bei der Gärung entstehen kann, beim kochen jedoch nicht. Da ich eh nur gekauften Alkohol destillieren möchte, mache ich mir auch keine Sorgen um Methanol. Mein Freund behauptete aber, daß beim kochen Ethanolmoleküle "gecrackt" werden können, so, daß aus Ethanol wieder Methanol entstehen könnte. Auf dieser Art und Weise kann sogar eine starke Säure entstehen.
Da ich selber keinen einzigsten Eintrag darüber gefunden habe, kann ich es mir auch nicht vorstellen. Oder verwechelt mein Freund da was?
P.S: Das Buch ist klasse, ebenso wie die Webseite.....Bitte weiter so!
Viele Grüße
Robert
Robert, Deutschland
07.Mai.2011 19:36:55
ad 1) Nein. Ob es allerdings auch Sinn macht, ist eine andere Frage, da das Destillat oft nahezu geschmacklos ist. Im Schnaps-Buch sind viele geschmackvolle Beispiele angegeben, ansonsten einfach ausprobieren.
ad 2) Nein, nicht wirklich. Zumindest, wenn die Anlage dicht ist. Auch Angesetzte mit Alkoholgehalt von ca. 50%vol können problemlos destilliert werden.
ad 3) Das ist Quatsch. Einerseits können nur viel größere organische Verbindungen gecrackt werden, andererseits brauchts dazu mehr als nur kochen, z.B. der Einsatz von hochaktiven Katalysatoren.
danke!
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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