SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3720
Hallo,
ich habe vor über 2 monaten eine Melonenmaische angesetzt und nun nach dem brennen schmeckt der schnaps eher moderig so richtig widerlich und ungenießbar ich habe diesen dann weg gekippt aber den rest der maische habe ich noch da "die hoffnung zuletzt stirbt" und ich einfach wissen möchte ob ich was falsch gemacht habe, liegt es an den kernen? oder bin ich zu früh mit dem brennen?
Mfg Kevin
Kevin, S-H
26.Aug.2012 23:50:48
Viel zu früh. Hochgradige Maischen zumindest 4 bis 6 Monate, je länger desto besser, nach Gärende lagern bevor sie gebrannt werden. Ich hätte vom Schnaps zumindest einer Flasche in den Keller zum Lagern gelegt.
Bei Turbohefe auf Hersteller achten, wie in Diskussion öfters erwähnt. Suchfunktion nutzen.
Eintrag Nr. 3719
Sehr geehrter Herr Schmickl!
Mit Begeisterung habe ich ihr Buch "Schnapsbrennen als Hobby" gelesen. Besonders die zusammenhängenden Erklärungen und präzisen Angaben haben mir sehr geholfen. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit Herstellung von Kräuterdestillaten. Sowohl mit Alkoholansatz aber auch als Ansatz mit Zuckerlösung.In diesen Zusammenhang brennt mir jedoch eine Frage auf der Zunge, die ich bis zum Besuch eines ihrer Seminare besprochen hätte.
Sie schreiben im Kapitel über die Maische, daß speziel Blätter und holzige Bestandteile bei einer Fruchtmaische den Methanolgehalt erhöhen können. Wie ist das nun bei einer Maische aus Kräutern(Blätter, Blüten, Stägel, ev. Wurzel)und Zuckerlösung. Ist ein höherer Methanolgehalt zu erwarten und wenn ja, was kann man ev. dagegen tun. Vieln Dank im Voraus für die Antwort und liebe Grüße aus Wiener Neustadt.
Peter Czeipek
Peter Czeipek, Wiener Neustadt
26.Aug.2012 16:16:35
Danke sehr! Ohne möglichst genaue Angaben fehlt ja auch der Mehrwert für den Leser...
Prinzipiell natürlich ja. Daher bei getrockenten oder frischen Kräutern, wie z.B. Zitronenmelisse, Minze, Wermuth, Salbei, Maggikraut, Tausendguldenkraut, Weinraute usw. darauf achten, dass nur die Blätter, ohne Stielwerk verarbeitet werden. Wurzeln wie z.B. Topinambur, Karotten, Rettiche oder Ingwer gründlich waschen, am besten schälen. Abgesehen davon werden die Kräuter aus geschmacklichen Gründen vergleichweise sparsam eingesetzt. Z.B. 1 bis 2 kg Kräutermischung (getrocknet) je 40 Liter Apfelmaische ergibt hervorragenden Kräuterbrand. Mehr wäre dann schon eher was für Spezialisten...
Eintrag Nr. 3718
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich wohne in Baden-Württmberg und da ist nach meiner Kenntnis selber Brennen nicht erlaubt. Ich bin zwar Stoffbesitzer, muß aber die Maische zum Brennen geben. Dieses Jahr gab es sehr viele Kirschen die aber von Vögeln herabgeworfen wurden und am Boden mehrmals täglich aufgesammelt wurden. Die ganze Ernte zog sich über 2 Wochen hin. Das gab etwa 100 Liter sehr gut riechende Maische. Reinzuchthefe gab es im Geschäft zur Kirschenerntezeit noch nicht, die habe ich erst vor 3 Wochen dazugetan und jetzt hat sich Kahmhefe-Belag gebildet. Ich habe den vorsichtig mit Küchenpapier versucht zu entfernen aber Reste sind noch da. Im Forum habe ich gelesen, dass der bereits vorhandene Alkohol die Reinzuchthefe tötet, also habe ich in Unkenntnis einen Fehler gemacht.
Brennen und Einstellen kosten 40.-- €
Steuer dazu 41,90 €
Was soll ich tun? wegschmeißen, brennen lassen, oder wie retten was noch zu retten wäre?? Für Ihre sachkundige Hilfe bin ich schon vorab dankbar
freundlichen Gruß Marianne Waibel

Anmerkung: schön, dass auf Ihrer Seite keine "Hüpfbildchen" erscheinen. seriös !!!
Waibel Marianne, D Baden-Württemberg 88450
26.Aug.2012 13:53:35
Mit Kahmhefe ist es wie mit verschimmeltem Brot: die gesamte Maische ist befallen, nicht nur die Oberfläche. Bzw. wie mit Schwammerln im Wald: der gesamte Organismus verteilt sich über mehrere Quadratmeter im Waldboden, im Vergleich dazu ist der oberirdische essbare Teil verschwindend klein.
Die Kahmhefe hätte sich ohne Hefezugabe auch gebildet. Stimmt, wenn vor der Zugabe die Gärung schon begonnen hat, wurde die zugegebene Hefe abgetötet. Das hat aber keine Auswirkungen auf die Qualität der Maische (war vorher schon miserabel - sorry musste ich einfach loswerden) oder auf das spätere Destillat.
Fazit: trotzdem brennen, wird zwar kein Qualitätsprodukt mehr, aber mit ausreichender Vorlaufabtrennung (dies betrifft den Lohnbrenner) ist das Destillat zumindest genießbar. Obwohl "Genuss" in diesem Zusammenhang nicht der richtige Begriff ist...
Und im nächsten Jahr: Reinzuchthefe VOR der Gärung zugeben, auf ausreichenden Säureschutz achten (sollte Kahmhefe verhindern) und optimalerweise auf Verflüssiger nicht vergessen. Gärspund ist selbstverständlich.
Danke für die Anmerkung, letzter Teil freut uns besonders!
Eintrag Nr. 3717
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
Mein Problem ist der Temperaturverlauf. Es gab schon ähnliche Anfragen aber das hat mir nicht geholfen, da alle Tipps nicht wirklich etwas gebracht haben. Meine Anlage entspricht in etwa der Anlage 19. Kessel 5 l, Steigrohr jetzt 28 mm mit 4 cm Länge, Geistrohr 22 mm reduziert auf 15mm, Liebigkühler, 15/22 mm 90 cm lang. Thermometer im Kessel (Dampfraum) und ein weiteres am Übergang vom Steigrohr zum Geistrohr. Ich verwende Siedesteine aus Tonscherben.
Bei der probeweisen Destillation von 4 Liter Tütenwein und auch von verdünntem weissen Rum lagen die Temperaturen (an beiden Messpunkten) stets wesentlich über den in ihrem Buch beschriebenen. Zwar begann der Vorlauf wie beschrieben, dann stieg jedoch die Temperatur schnell auf 89°C. Der sog. Hauptlauf , bis 91° waren nur 50 ml. Um die beschriebenen Mengen mit der richtigen Alkoholkonzentration zu erhalten, musste ich jeweils bis 96° destillieren. Danach beginnt dann eine Fraktion mit ca. 12 % Stärke, die typischen Nachlaufgeschmack und -geruch hat.
Ich habe:
- die Thermometer ausgetauscht
- die Messpunkte mehrfach verschoben
- das Steigrohr von 22 auf 28 mm vergrößert
- das Steigrohr soweit möglich gekürzt
Jetzt habe ich keine Idee mehr und bitte Sie um fachlichen Rat.
Holzmichel, Deutschland
20.Aug.2012 23:46:08
1) Thermometer kontrollieren: legen Sie es mindestens 8 Minuten lang in kochendes Wasser, es sollte ca. 97-98°C anzeigen (sofern nicht auf Meereshöhe destilliert wird).
2) Destillieren Sie nur Wasser. Als Dampftemperatur, egal wo Sie das Thermometer positionieren, sollte 97 - 98°C angezeigt werden.
3) Positionieren Sie das Thermometer so wie in Anlage 73 gezeigt. Wichtig: gesamtes rotes Ende vom Thermometer unterhalb der Abzweigung.
4) Wenn angezeigte Temperatur immer noch nicht in Ordnung, Messstelle eichen: Destillieren Sie Alkohol ohne Feststoffe (also keine Maische) mit ca. 11 - 12%vol solange, bis das gesamte Destillat ca. 50 -52%vol hat. Die dann angezeigte Temperatur ist bei Ihrer Anlage der Nachlaufbeginn. Wichtig dabei: Kessel keinesfalls weniger als ca. 3/4 befüllen.
Anmerkung: je tiefer die Messstelle, desto heißer wird beim Schnapsbrennen der Dampf sein. Wird nur reines Wasser (ohne Alkohol) destilliert, ist die Dampftemperatur überall gleich.
Eintrag Nr. 3716
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
wir haben einen guten Aprikosenschnaps gebrannt und zum Schluss mit dem Schnaps eines Freundes gestreckt um den Grad zu senken. Allerdings hatte dieser in der Maische nicht nur Fruchtfleisch, sondern auch die Kerne. Jetzt hat der Schnaps einen unangenehemen Geschmack. Ist dieser wegzubekommen?
Vielen Dank im Voraus
Hri Hri
Hri Hri, Deutschland
19.Aug.2012 11:11:14
Ja, mit Aktivkohle. ABER: dabei wird der Schnaps geschmacklos, weil die Kohle natürlich nicht unterscheiden kann, welcher Teil vom Geschmack Ihnen zusagt und welcher nicht. Schade um das gute Tröpfchen...
Eintrag Nr. 3715
Hallo Herr Schmickl,
Habe heute pünktlich Ihre Lieferung erhalten. Vielen Dank!
Ich habe im Vorfeld schon eine Apfelmaische mit einer Reinzuchthefe für Portwein, geht bis max. 18%vol Alkohol, angesetzt.
Da ich vermutlich zu spät die 3. Portion Zucker zugegeben habe, ist die Gärung zum Stillstand gekommen. Maische scheint gesund zu sein. Alkohohlmessung mit Vinometer macht mir noch große Schwierigkeiten, da ich die filtrierte, helle Maischeflüssigkeit in der Kapillare kaum ablesen kann.
Daher wollte ich "auf Verdacht" einen neuen Gärstarter mit der von Ihnen mitgelieferten Turbohefe machen. Allerdings habe ich beim Durchblättern dieses Forums gelesen, dass man keine zweite Hefesorte innerhalb einer Maische mischen sollte.
Frage: a) Warum nicht, bzw. was kann schlimmstenfalls passieren wenn ich es trotzdem probiere.
b) Ich habe jetzt durch die verspätete dritte Zuckerzugabe (600 g bei 8l Apfelmaische) unvergorenen Zucker in der Maische. Spielt das beim Brennen eine Rolle?
Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Claus C., Österreich
17.Aug.2012 00:16:45
Vinometer: die Kapillare ist so dünn, dass selbst dunkler Rotwein durchsichtig wird. Daher zum Ablesen das Vinometer am besten gegen das Licht halten, und seitlich betrachten, also zwischen Skala und weißem Hintergrund hindurch. Dann ist der Flüssigkeitsspiedel sehr deutlich erkennbar. Bei frontaler Ablesung, Skala zum Betrachter, erscheint der untere, mit Flüssigkeit gefüllte, Teil der Kapillare durchgehend homogen, wie ein massiver Glasstab. Im oberen, leeren, Teil ist hingegen der Hohlraum der Kapillare ersichtlich.
Ob Gärung noch aktiv, merken Sie sehr deutlich am Geruch: im Fass riecht es so stark stechend nach Kohlensäure, dass einem die Luft wegbleibt. Außerdem ist ein sehr leises knistern zu hören, das sind die zerplatzenden CO2-Blasen.
Auf Verdacht würde ich jedenfalls keinen Gärstarten zugeben, nur wenn wirklich notwendig. Wenn der Alkoholgehalt vom Kesselinhalt mehr als ca. 10%vol, muss nicht mehr doppelt gebrannt werden, das Destillat hat dann bereits mehr als ca. 43%vol. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Wert auch ohne die 3. Portion erreicht wurde.
ad a) Wegen einer eventuellen Geschmacksveränderung
ad b) Nein. Zucker ist ein Feststoff, destilliert also nicht mit, auch nicht in gelöster Form. Beim Brennen karamelisiert er auch nicht, dazu bleibt im Kessel genug Flüssigkeit nach dem Brennen übrig.
Eintrag Nr. 3714
Buch und die Seite sind wirklich TOP! Ich kenn mich jetzt einigermaßen aus und de Apfelmaische wird ein Traum.
Bei der Marillenmaische hab ich nach 1 1/2 Wochen pH-Wert (3) gemessen und alkoholgehalt (6%) kontrolliert. Gleich wie bei der Apfelmaische! Jeoch blubbert Sie nicht gleich wie die Apfelmaische. Das obere Teil beim Gärpund steht nie Schief und ragt nie Raus? Luftdicht sollte er eigentlich auch sein. Was kann das Problem sein? Gärt ja trotzdem munter vor sich hin laut Alk.-Gehalt.
Die einzigen Zweifel habe ich beim abtrennen vom Methanol! Einen Vorlauftest hab ich mir auch schon bestellt.
Bei der Apfelmaische hab ich sehr genau gearbeitet! Masse ca. 2L. Wie viel Methanol wird da etwa raustropfen bzw. in welchem Temperaturbereich werd ich mich da ca. Bewegen?
Temperaturbereich vom Methanolfreien Vorlauf?
Danke
hannes1988, NÖ
16.Aug.2012 09:32:23
Danke, das freut uns!
Wahrscheinlich ist nur der Füllstand im Spund zu niedrig, einfach ein wenig mehr Wasser einfüllen. Solange der Füllstand hoch genug ist, dass das Gärgas nicht ungehindert ausströmen kann, ist es jedoch egal ob der Einsatz vom Spund schief steht und/oder herausragt. Fazit: so lange es während der Gärung in regelmäßigen Abständen Blubb macht, ist alles in Ordnung.
Bitte verwechseln Sie nicht Methanol mit Vorlauf. Das eine hat mit dem anderen so gut wie nichts zu tun. Vorlaufabtrennung und wie die Entstehung von Methanol vermieden werden kann, ist sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich in unserem Buch "Schnapsbrennen als Hobby" beschrieben.
Wieviel Vorlauf Ihre Maische hat, kann nur durch Destillation und erstellen eines Brennprofils festgestellt werden, Menge kann höchst unterschiedlich sein, siehe Buch. Und wie im Buch ebenfalls ausführlich beschrieben, hängt die Dampftemperatur des ersten Tropfens vom Alkoholgehalt im Kessel ab und nicht ob Vorlauf enthalten ist oder nicht.
Eintrag Nr. 3713
Servus Gemeinde, zunächst meinen Dank für diese hilfreiche Seite an die Initiatoren.
Nun zu meiner Frage, vor zwei Wochen kam mein Nachbar mit etlichen Kilo Mirabellen an, wir maischten die gesamte Menge mit ca. 4 Kg Zucker und Reinzuchthefe an und verteilten sie in zwei 60l Fässer (gut gemischt) insgesamt ca. 80l.
Bei dem ersten Fass setzte die Gärung bereits am nächsten Tag ein, beim zweiten erst einen Tag später, verlief deutlich ruhiger und endete schnell wieder. Wir gaben uns größte Mühe den Inhalt beider Fässer gleich zuzubereiten, auch waren beide Fässer sauber.
Ich befürchte einen Ausfall von Fass No.2 und rätsle um die Ursache, kann mir jemand eine Erklärung liefern? Welche Maßnahmen empfiehlt die Fachwelt um Fass No.2 zu retten?
Grüße und Dank im voraus
anton
anton, obb
15.Aug.2012 16:42:31
Danke, wir bemühen uns.
Es hängt von der Hefesorte ab, ob es zu Startproblemen kommen kann oder nicht. Bei Flüssighefen treten öfters diese Probleme auf, z.B. bei der Turbohefe tritt dies nie auf.
Was die Fachwelt empfiehlt weiß ich nicht, ich würde ca. 5 Liter vom gut gärenden Fass entnehmen und dies dem nicht gärenden Fass untermischen. Dies dient als Gärstarter (Rezept dafür siehe unser Buch "Schnapsbrennen als Hobby"), die aktiven Hefen sollten den Inhalt in einem Tag zum (heftigen) Gären bringen.
Eintrag Nr. 3712
Guten Tag,
Seit ca. einer Wocher Versuche ich mich beim Schnapsbrennen. Weinbrand herzustellen hat schon mal wunderbar funktioniert. Habe auch das Buch 'Schnapsbrennen als Hobby'
1)Ist es Möglich eine zu schwach fertig vergorene Apfelmaische mit Kornansatz zu verstärken um sie dann nicht doppelt brennen zu müssen? Macht das Sinn?
2)Da die Gärgase entweichen sitzt der 'Deckel' beim Gärspund immer schief, Luft kommt jedoch keine dazu, is das egal?
3)Gibt es eine ungefähre Zeitangabe der Gärzeit von einer Apfel bzw Marillenmaische.
Infos: Jeweils ca. 3l Maische, Raumtemperatur 21 Grad, als Hefe wurde Gärfix verwendet. Gärbehälter is ein 5l Kanister.
Danke
Hannes1988, NÖ
08.Aug.2012 07:26:24
ad 1) ja, ist möglich und auch sinnvol. Alkoholgehalt von ca. 11%vol in der Maische genügt um nur einmal Brennen zu müssen und ca. 45%vol im Destillat zu erreichen.
ad 2) ja, das ist egal
ad 3) ca. 2 bis 3 Wochen
Eintrag Nr. 3711
Hallo Frau Malle u. Herr Schmickl,
Thema Eichenfass ja oder nein, welche alternative?
Meine Idee war aus meiner Apfelmaische, stellt sich so gleich die Frage ist es eigentlich noch Maische wenn sie fertig gegoren ist, Calvados zu reifen.
Wie ich meine bräuchte ich da zu ein Eichenfass, da ich von einem Australischen Winzer weiß das er seinen Wein in riesigen Va4 Behältern reifen läst, und er meine Frage nach Eichenextrakten empört verneinte fragte ich wie er es sonst mache.
Na ganz einfach mit Eichen Hobelspänen, die haben eine viel größere Oberfläche da reife der Wein auch schneller.
Jetzt dachte ich, mei das geht doch sicher auch bei Schnaps.
Oder etwa nicht?
Da ein Eichenfass ja so .....teuer ist liegen Hobelspäne viel näher, gleich eine neue Frage.
Muss es eine bestimmte Eichenart sein, muss das Holz gelagert sein, muss das Holz behandelt sein, ich habe einen alten Eichentisch kann ich von diesem das Holz nutzen?
Und nun meine letzt Frage: wie viel Hobelspan brauche ich für ca30l Apfelschnaps?
Es Grüßt Peter aus Niedersachsen
Peter, Niedersachsen
01.Aug.2012 23:50:29
Ja, der Winzer hat recht, mit Holzspänen geht's auch. Welche Holzart, frisches oder altes Holz, angekohlt bzw. geröstet oder nicht, ist reine Geschmackssache. Bei Obstbrand sollte der Holzton das Fruchtaroma bereichern und nicht übertünchen. Daher ca. einmal wöchtenlich kosten und wenn holzig genug, raus vom Fass bzw. abfiltrieren bei den Spänen. Es gibt diese Späne auch fertig zu kaufen, nach "Holzchips" googeln. Hier in der Diskussion gibt es sehr viele sinnvolle Einträge zu diesem Thema, bitte Suchfunktion nutzen.
Eintrag Nr. 3710
Hallo liebe Community,
ich möchte mir demnächst ein Refraktometer zur Bestimmung des Alkoholgehaltes zulegen.
Meine Frage dazü wäre, worauf man bei einem Refraktometer achten sollte?
Wie viel kostet ein 'gutes' Gerät und worin liegen die Unterschiede?

Viele Grüße
Berthold S., Mosel
24.Jul.2012 12:58:29
Eintrag Nr. 3709
Hallo, schon lange setze ich Walnusslikör an. bisher gleichbleibend gut.
Mein jetziger Ansatz hat eine Woche länger mazeriert, weil Dienstreise die Behandlung verhinderte.
Der Ansatz ist recht bitter geworden.
Gibt es eine Möglichkeit diese Bittestoffe abzumindern oder gar zu beseitigen?
Beste Grüße Hartmut
Hartmut, D-Niedersachsen
19.Jul.2012 11:04:40
Ja, destillieren. Der bittere Geschmack bleibt zurück. Jedoch ist das Destillat natürlich farblos und zuckerfrei, aber trotzdem wohlschmeckend!
Eintrag Nr. 3708
Hallo Herr Schmickl,
wir haben hier in Australien vor knapp 3 Monaten sowohl eine Birnen als auch eine Pflaumenmaische angesetzt und Ihr Buch als Hilfestellung benutzt. Als Hefe haben wir eine Champagnerhefe zugesetzt (da wir nichts anderes bekommen konnten). Die Faesser haben wir in Decken eingewickelt da es nachts zur Zeit relativ kalt ist (bis zu 2 Grad, tags ueber ca 20 Grad). Die Gaerung ist gut verlaufen, wir haben 6 Prozent Alkohol in beiden Maischen, sie sind geschmacklich gut und riechen noch leicht suesslich. Unser Problem ist allerdings dass der Fruchtkuchen nicht absinkt und es in den Faessern immer noch gelegentlich blubbert. Kann die Gaerung wirklich so lange dauern oder haben wir evtl einen Fehler gemacht? Ist es moeglich dass wir zu viel Hefe zugesetzt haben? Wir haben ca 60g trockene Champagnerhefe auf 70 l Maische zugegeben. Meinen Sie es wird der Maische schaden sie noch laenger stehen zu lassen, oder sollten wir sie lieber demnaechst brennen obwohl der Fruchtkuchen noch nicht abgesunken ist?
Vielen Dank fuer ihre Hilfe
Julia und Travis
Julia Fairweather, Australien
15.Jul.2012 13:24:46
Ja, das ist durchaus möglich. Gärdauer ist abhängig von Temperatur. Nein, hat mit der Hefemenge nichts zu tun. Warten bis Gärung zu Ende, bevor Sie brennen. Wenn der Feststoffanteil der Maischen sehr hoch ist, z.B. weil kein Verflüssiger verwendet wurde oder Früchte zu wenig fein zerkleinert, kann es sein, dass ein Ansinken nicht deutlich erkennbar ist. Zum Testen Maische umrühren und nach ein paar Tagen nachsehen: wenn sich oben eine (sehr) dünne Schicht klare Flüssigkeit gebildet hat, ist Maische ausgegoren.
Gutes Gelingen!
Eintrag Nr. 3707
Guten Tag Herr Dr. Schmickl,
habe mir Ihr Buch gekauft hab allerdings noch eine Frage, die darin nicht beantwortet ist, bzw ich im Forum nicht finde:
Ich habe 30 Liter Kriechen-Maische angesetzt, da ich hier keine Turbohefe bekommen habe, habe ich Rotweinhefe benutzt um eine Wildgärung zu vermeiden. Allerdings wird somit wohl eine geringere Alkoholkonentration in der Maische sein, so dass zwei Destillationen nötig werden. Die Gärung läuft nun 1 Woche und kontrolliert. Meine Frage:
Ich hab in einem anderen Buch gelesen, dass man Maische mit geringerem Alkoholgehalt schon nach 1-2 Monaten brennen soll, da sie sich nicht so lange halten sollen und Fäulnis entstehen kann? Wie sehen Sie das?
2. : Ich würde gerne etwas Zimt für den Geschmack zugeben da ich das sehr mag: Soll ich es in der Maische auflösen oder besser erst bei der Destillation zugeben?
Destillieren lasse ich es in einer Lohnbrennerei.
Vielen Dank
Josef
Josef, Schweiz
13.Jul.2012 18:23:35
Auch bei einer pot-still genügt ein Alkoholgehalt von zumindest ca. 11%vol um bereits beim ersten Brenndurchgang zumindest Schnapsstärke zu erreichen. Das ist auch mit einer Rotweinhefe zu erreichen.
ad 1) das steht auch in unserem Buch. Wenn eine herkömmliche Maische zu lange gelagert wurde, entsteht im Brand ein Geruchs-/Geschmacksfehler, der an einen feuchten Schiffrumpf bzw. einen modrigen Keller erinnert, auch wenn die Maische nicht offensichtlich verschimmelt/verfault war.
ad 2) Ich würde den Zimt bei der Destillation in den Dampfraum zugeben. ABER: die Gefahr, dass überdosiert wird, ist sehr groß, daher (wenn möglich), die optimale Menge mittels mehrerer Durchgänge austesten. Einen Richtwert finden Sie in unserem Buch im kapitel "Geiste". Die angegebene Menge kann auf Ihr Volumen linear hochgerechnet werden.
Eintrag Nr. 3706
Sehr geehrter Herr Schmickl.
Ich war letztes Wochenende bei Ihrem Brennseminar und war echt begeistert.
Ein paar Fragen hätte ich allerdings noch. Ich habe eine 100Liter-Abfindungsbrennerei aus den 80ern, welche seit etwa 15 Jahren nicht in Betrieb war und nach wie vor verplombt ist. Klar dass sie eine Generalüberholung braucht. Ich weiß nur nicht genau wo der weitere Werdegang beginnen soll. Die Plomben darf ich ja, zwecks Reparaturen, nicht selbst entfernen. Also muss ich hier das Finanzamt oder das Zollamt verständigen? Außerdem finde ich leider nicht wirklich Unterlagen über das österreichische Brennrecht. In den meisten Foren wird über deutsches Brennrecht spekuliert. Das Rechtskapitel in Ihrem Buch (super geschrieben übrigens) ist zwar sehr informativ, allerdings verrät es mir nicht wie ich das ganze Unterfangen am besten beginne.
Kurz und bündig: Ein paar Infos über die österreichische Rechtslage wären echt spitze, insbesonde was ältere Anlagen und das damit erworbene Brennrecht angeht.
Herzlichen Dank im voraus.
Flo
Flo, Niederösterreich
10.Jul.2012 15:49:54
Sehr ungewöhnlich, aber diese Frage wurde von

Name: Der Profi
Ort: Einmal da oder dort

in der Diskussion beantwortet. Vielen Dank, dem ist nichts hinzu zu fügen! Habe den Text von dort hier her verschoben:

Hallo Flo!
Zuständig für Dich ist das jeweilige Zollamt in Deinem Bundesland.(Nur das Zollamt ein Unteramt des Bm.Finanzen.)
Auf welchen Namem ist der Brennkessel angemeldet.
Seit ca.15 Jahren werden Brenngeräte in Österr. nicht mehr plombiert, die Plomben dürfen von Dir entfernt werden.
Als erstes zum Zollamt nachsehen auf wen der Kessel zugelassen ist.
Du musst ein Stammdatenblatt ausfüllen(Bekanntgabe wieviel Obstbäume und Beerensträucher auf Deinem Grundstück stehen) willst Du Holunder, Vogelbeeren, Himbeeren brennen musst Du ein paar Sträucher angeben auch wenn Du keine hast die darf man ja im Wald pflücken sonst geht das wegen EDV Anmeldung nicht.
Hast Du keinen eigenen Obstgarten mehr kannst Du mit einem formlosen Pachtvertrag der nicht von einem Notar beglaubigt ist dieses Obst brennen.
Außerdem verlangt das Zollamt einen Lageplan des Hauses und des Raumes in dem der Kessel steht. Auch der Zugang zu diesem Brennraum von Innen oder Außen muss angegeben werden.
Wo steht der Kessel wärend dem Brennen und wo wird er aufbewahrt Brennstand und Aufbew. kann auch derselbe sein.
Wird der Kessel oder auch Teile außer Haus rep. muß das dem Zollamt gemeldet werden.
Höhrt sich ein wenig kompliziert an ist aber halb so schlimm.
Eintrag Nr. 3705
Temperatur Maische
Ich hätte eine Frage zum Thema Maischetemperatur. Im Buch werden immer Umgebungstemeraturen der Luft erwähnt und nicht die Temperatur der Maische.
Da ich versuche die Maischetemperatur zu kontrollieren indem ich den Gärbehälter in einer Badewanne "kaltstelle" würde mich interessieren wie die ideale Maischetemperatur aussieht wenn im Buch zum Beispiel 19 Grad Umgebungstemperatur der Luft steht.
Da Luft ja ein weit schlechterer Wärmeleiter ist als Wasser wird die Maischetemperatur bei 19 Grad Umgebungsluft ja deutlich höher sein.
Freue mich über jeden Hinweis
Seppl, Oberösterreich
02.Jul.2012 11:09:32
Wasserbadtemperatur von ca. 17 bis 18°C wäre optimal.
Eintrag Nr. 3704
hallo
habe interesse am schnapsbrennen.
doch stell ich mir die frage was mache ich mit dem wein nach dem brennen? also was noch in der destille ist. oder brenne ich bis alles verdampft ist? gibt es da noch verwendung für?
af
a. fraebel, tirol
28.Jun.2012 11:08:41
Der Rückstand im Kessel kann nicht mehr verwendet werden und ist zu verwerfen.
Eintrag Nr. 3703
Guten Tag Herr Dr Schmickl
Wenn ich meine Pflümli nur nach und nach (innerhalb von einigen Wochen, wenn sie eben reif sind) einmaische, wie muss ich dann mit der Turbohefe vorgehen? Und vor allem wann? schon zu Beginn mit anfangs zuviel Zucker und Hefe? Oder am Ende, wenn die natürliche Gärung schon angefangen hat?
(Entschuldigung/sorry): wahrscheinlich haben Sie das in den Fachfragen schon besprochen, doch ich konnte es nicht finden.
Mit bestem Dank
Peter Schüle
Peter Schüle, Schweiz
26.Jun.2012 17:34:51
Hefe zu Beginn so viel zugeben wie der geschätzten Endmenge im Fass nach der gesamten Ernte entspricht. Alles andere entsprechende der Fruchtmenge die gerade zugegeben wird.
Anmerkung: mit dieser Methode gelangen ausnahmslos nur optimal ausgereifte Früchte ins Fass, besser geht's nicht!
Eintrag Nr. 3702
Hallo,
ich habe eine johannisbeermaische gemacht mit ca. 10 Liter allerdings hatte ich leider kein Biogen-M und habe ph messstäbchen genommen. Durch die Eigenfärbung der Maische war allerdings die Farbe nicht klar erkennbar. Die Maische gärt schon, kann ich selbst wenn der pH-Wert nicht genau zwischen 3,0 und 3,5 sein sollte bzw. wenn ich mir nicht sicher bin ob er das ist, die Maische trotzdem brennen?
Vielen Dank im Voraus
Phil, Bayern
26.Jun.2012 14:42:27
Ja, ist ohne weiteres möglich. Auf Vorlauf achten, jedoch sind Johannisbeeren in der Regel (sortenabhängig) von sich aus schon sauer genug.
Eintrag Nr. 3701
Ich möchte Nussgeist ansetzen und brauche dafür einen Kornbrand 38-42%. Wo bekomme ich einen solchen Ansatzalkohol im Handel in NÖ oder Wien.
Danke für Ihre Antwort.
Gernot Schuh
Gernot Schuh, Niederösterreich
23.Jun.2012 09:58:35
Ansatzkorn der Fa. Spitz hat 80%vol (entsprechend verdünnt verwenden), für Bezugsquellen googlen. Oder "normalen" Korn mit 38%vol (z.B. ebenfalls von Spitz) verwenden, in Österreich erhältlich in jedem Supermarkt, wie Billa, Hofer, Interspar usw.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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