SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3760
Hallo,
kann man eine mit backhefe angesetzte maische mit turbohefe fortsetzen oder gar während des gärens tunen? wenn ja, wieviel hefe benötige ich dann bei ca. 20 liter maische?
schafti, apfelmaische
02.Nov.2012 10:15:02
Ist prinzipiell machbar, jedoch nur mit Gärstarter, weil bereits Alkohol enthalten ist (Gärstarter Rezept siehe Buch). Wenn möglich, sollte Maische (sehr) kurz auf ca. 60°C erhitzt werden, um sicher zu gehen, dass die unerwünschte Hefe abgestorben ist. Ich würde aus qualitativer Sicht von einer Hefezugabe jedoch abraten, besser beim nächsten Mal von Beginn an Turbohefe verwenden. Dadurch bietet sich auch die Möglichkeit beide Varianten zu verkosten.
Für 20 Liter Fruchtmaische werden ca. 25 g Turbohefe benötigt.
Eintrag Nr. 3759
Hallo Hr. Schmickl,
ich habe eine Frage bez.der Zuckerzugabe.
Hier die Fakten:
22 l Apfelmaische Ansatz 13.10
80 ml Goldberg Antigel
72 ml Biogen
22 g Turbohefe
2,3 kg Zucker am 13.10.2012
2,3 kg Zucker am 20.10.2012
Alkoholgehalt 6%
Raumtemperatur 18-20°
Heute habe ich umgerührt, süsse ist noch OK, Alkoholgehalt liegt bei 21%. Kann das hinkommen mit dem Alkoholgehalt? Soll ich noch den Restlichen Zucker (2,3kg) zugebeen?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
T.S.
T.S., Bayern
25.Okt.2012 12:21:59
Die Turbohefe kann zwar viel, aber trotzdem erscheint mir der Messwert zu hoch. Durch aufgelösten, noch nicht vergorenen Zucker zeigt das Vinometer höhere Werte an. Jedenfalls die dritte Ration auch zugeben.
Nicht vergessen, sehr wichtig: die hochgradige Maische nach Abschluss der Gärung mindestens 4 bis 6 Monate lagern!
Und weil in der vorherigen Fachfrage gerade angesprochen: es gibt auch noch einen anderen Turbohefe-Hersteller als dort genannt. Diese Hefen erzeugen laut einigen Berichten einen brotähnlichen, muffigen Geruch/Geschmack.
Eintrag Nr. 3758
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich habe folgendes Problem. Ich habe Ende des Sommers ca. 40 kg Birnen eingemaischt. Habe Pektin und Biogen zugeben und am nächsten Tag die Turbo Hefe (Nr. 22640 Prestige 8 kg Turbo). Gestern habe ich in das Fass geschaut und es hat sich ein dichter weißer Film an der Oberfläche gebildet. Ich vermute mal das das Kahm ist? Oder kann das auch durch eine Überdosis Hefe entstehen? Weiters habe ich vor ca. 2 Wochen ca 80 kg Conference Birnen eingemaischt.Sauber gewaschen,Stengel und Faulstellen entfernt,Pektin und Biogen M zugegebn und am nächsten Tag eine andere Sorte Turbo Hefe (Nr. 22685 Prestige 48 h Turbo Pure). Gestern habe ich dieses Fass ebenfalls kontrolliert. Eine Alkoholmessung mittels Vinometer ergab ca 6,5 Vol% was mir für diese reifen Birnen und Turbohefe eher wenig erscheint. Ausserdem habe ich den Eindruck das es säuerlich riecht im Fass.
Kann es sein dass ich die falschen Hefen verwendet habe? Welche Turbohefe verwenden Sie, verwenden Sie überhaupt Turbohefe? Gibt es eine andere Möglichkeit ausser dem Vinometer den Alkoholgehalt in der Maische zu bestimmen?
Vielen Dank im Voraus und Schöne Grüße aus Tirol
Michl, Tirol
24.Okt.2012 08:25:25
Ja, das ist Kahmhefe (--> Wikipedia "Kahmhaut"). Tritt auf, wenn Alkoholgehalt zu niedrig ist um die Maische zu konservieren. Hat nichts mit der zugegebenen Hefe zu tun, Prestige-Hefen sind erstklassige Produkte, daran kann's nicht liegen. Ich würde zwar 8 kg Turbo empfehlen, weil damit ein höherer Alkoholgehalt erreicht werden kann, das hat aber nichts mit Ihren Schilderungen zu tun. Falls Sie hochgradig eingemaischt haben (mit Turbohefe können natürlich auch herkömmliche Maischen angesetzt werden), ist irgend etwas schief gelaufen, erst ab ca. 16%vol ist Maische länger lagerfähig.
Wenn Sie nicht hochgradig eingemaischt haben, ist für Birnen ein Alkoholgehalt von ca. 6,5%vol durchaus in Ordnung. Ich vermute, dass bei dieser Maische, wenn bis auf die Hefe alles andere gleich geblieben ist, spätestens in ein paar Wochen ebenfalls Kahmhefe auftreten wird. Wenn "säuerlich" essigartig bedeutet, ist das sicher nicht OK.
Kurzum, ich würde Ihnen empfehlen die im Buch beschriebenen Anleitungen exakt zu befolgen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Maischen existiert bei der hochgradigen Variante das Problem Kahmhefe nicht, genauso wenig wie Essigstich.
Um den Alkoholgehalt von Maischen zu bestimmen die gebrannt werden sollen, ist das Vinometer vollkommen ausreichend. Ein/zwei Prozent auf oder ab sind da nicht relevant. Zwar kann der Alkoholgehalt auch auf +/- 0,1%vol genau bestimmt werden, siehe http://www.essigherstellung.at/prodbeschreibung.php#alkoholset. Das wäre aber wie mit Kanonen auf Spatzen schießen, derart genau zu messen ist eigentlich nur bei der Essigherstellung notwendig.
Eintrag Nr. 3757
Guten Tag Herr Dr. Schmickl,
ich würde gerne ungeschälte Orangen brennen. Wie bekomme ich den "Ölfilm" weg, welcher nach dem ersten Brand auf der Oberfläche schwimmt?
Danke für eine rasche Antwort und freundliche Grüße
Dagmar S.
Dagmar S., Spanien
21.Okt.2012 17:47:07
Der Ölfilm ist tatsächlich ätherisches Orangenschalenöl. Das ist der Geschmack! Wenn Sie's trotzdem abfiltrieren möchten, am besten mit Faltenfilter "fein". Ansonsten kräftig schütteln vor dem Genießen, um das Öl gleichmäßig zu verteilen.
Eintrag Nr. 3756
Hallo Herr Dr. Schmickl!
Nachdem ich nach 20 Jahren wieder von Lanzarote nach Hamburg gezogen bin, erinnere ich mich immer noch gerne an unser Treffen im Herbst 2003 in Klagenfurt. Das in diesem Seminar erworbene Wissen hat mir 10 Jahre auf der Insel zu vielen tollen Bränden verholfen!!! Nun habe ich meine Anlage, welche ich natürlich als "Umzugsgut" mitgenommen habe, wieder in Betrieb genommen. (Das ist die gleiche Anlage, welche bei Ihnen im Seminarraum steht - Sie erinnern sich ?!)
Nun aber zu meiner Frage : Wenn ich z.B. Himbeeren (gefroren) 5 Tage lang in Wodka einlege und sie dann unter Zugabe von Wein (als "Alkoholträger") komplett brenne (also die Früchte bleiben in der Flüssigkeit) muß ich dann auf Vorlauf achten oder ist das zu vernachlässigen ??
Herzliche Grüße aus dem Spätherbst in Hamburg !
G.T.
G.T., Hamburg / früher Lanzarote
19.Okt.2012 15:03:19
Danke, das freut uns, weiterhin Gutes Gelingen!
Warum destillieren Sie nicht gleich den Wodka? Oder wurde der schon "verwertet"? 😉 Beim nächsten Mal Himbeeren auch "verwerten", am besten mit Schlagsahne. Die angesetzten Himbeeren würde ich nicht mitkochen sondern in den Aromakorb geben und den Wodka als Grundlage zum Destillieren verwenden. Durch das Einlegen in Alkohol verlieren die Himbeeren Aroma, daher für den Geist mit Wein besser frische (tiefgefrorene) Himbeeren verwenden. Zu Ihrer Frage: nein, kein Vorlauf
Eintrag Nr. 3755
Hallo!
Vielen dank für das prima buch!
Ich hab jetzt nen kühler konstruiert. Kühlschlange ist ca. 2,5m, querschnitt 12x1,5. Die schlange soll in einen behälter in dem sie ausenrum ca 3cm platz hat. Kerndurchmesser der schlange ist 120mm. Funktioniert das für nen brennkessel von 10l ?
Und wo kann ich nen dampfthermometer mit stopfen beziehen?
Im vorraus schonmal danke.
MfG Dirk
dirk, saar
18.Okt.2012 08:48:35
Danke, freut uns, dass es Ihnen gefällt!
ad 1) Ja, ist auf jeden Fall ausreichend.
ad 2) Bei uns, diesbezüglich bitte kurze mail an uns schreiben.
Eintrag Nr. 3754
Hallo Herr Dr. Schmickl,
nach der Lektüre Ihres Buches habe ich gestern zum ersten Mal versucht, eine Apfelmaische (25 Liter) streng nach den Rezept-Vorgaben aus Ihrem Buch anzusetzen. Also mit Verflüssiger und Biogen M. Wie ich heute gemerkt habe, ist mir dabei ein (zugegebenermaßen dämlicher) Fehler passiert. Bei der Zugabe des Verflüssigers habe habe ich statt 1,5 ml 1,5 cl in die Maische gegeben.
Muss ich mit einem Qualitätsverlust rechnen oder die Maische gar komplett verwerfen?
Frank, Hessen
17.Okt.2012 20:38:16
Das merken Sie dann erst nach dem Brennen. Zwar kann Verflüssiger schon überdosiert werden, aber die zehnfache Menge haben wir noch nie zugegeben. Maische jedenfalls nicht verwerfen.
Eintrag Nr. 3753
Lieber DOC,
kleine Anmerkung zu 3739. Es ist im Grunde piepegal, welche Reinzuchthefe man nimmt. Verantwortlich für den Geschmack sind sie nur marginal. Ich hatte dazu einen Link in der Diskussion geschrieben.
Ansonsten ist meine Erfahrung: Die Hefen sterben nicht ab, wenn man sie in eine schon gärende Hefe gibt. Man muss sie vorher so gut anfüttern, dass sie den Schock überleben. Das einzige Mal, wo ich es nicht geschafft habe, einen Wein wiederzubeleben, war, als ich aus Konzentrat einen versehentlich sehr zuckrigen Apfelsaft produziert hatte. (ca. 150°Oechsle). Da mußte ich dann Wasser hinzugeben. Aber das passiert den Weinbauern auch oft mit ihren Eisweinen.
der hans vom baerbeli
baerbeli, Mosel
16.Okt.2012 17:07:34
Danke für die Tipps!
Die gleiche Erfahrung bez. Geschmack haben wir auch gemacht (sofern herkömmlich vergoren wird). Wie geschrieben ergibt sich jedoch durch's Erhitzen, dem Pasteurisieren, eine gewisse geschmackliche Veränderung.
Wenn Sie mit "vorher gut anfüttern" einen Gärstarter meinen, entspricht das unserer Antwort von 3739.
Eintrag Nr. 3752
Hallo Frau Malle, Herr Schmickl,
ich habe mein Thermometer wie von Ihnen beschrieben mit der Destillation von Wasser sowie 8 Minuten im kochenden Wasser geprüft. Bei beiden Varianten erreiche ich nur 94°C (330 Meter über Null).
Kann ich einfach die 3°C von den in Ihren Buch angegebenen Temperaturen abziehen (Start Edelbrand dann bei 77°, beginn Nachlauf dann bei 88°)??
Danke für die Hilfe
Baron, SA
13.Okt.2012 18:42:16
Ja
Eintrag Nr. 3751
Guten Tag
ich habe eine Frage zu den Geisten.
Mit Zimtstängel in Feinsprit destillierte ich den Zimtgeist. Dasselbe machte ich mit trockenen Holunderbeeren, die ich 2 Tage im Alkohol ziehen liess. Die Geiste waren sehr aromatisch und beliebt. Nun nach einigen Wochen bildeten sich im Holundergeist so weissliche Flocken. Im Zimtgeist gab es eine Art braune Gebilde.
Wie kann ich das vermeiden, was ist es?
Reicht es wenn ich die Destillate nach einiger Lagerung filtriere?
Franz, Zentralschweiz
12.Okt.2012 14:41:23
Ist nichts schlechtes und normal wenn sehr hochprozentiger Alkohol zum Ansetzen verwendet wird. Die ausgefällten Stoffe destillieren zwar mit, z.B. das ätherische Zimtöl (ist gelblich/braun), sind im verdünnten Alkohol dann aber doch nicht vollständig löslich. Je geringer Alkoholgehalt, desto stärker dieser Effekt. Nach dem Verdünnen und ein/zwei Wochen Lagerzeit mit Faltenfilter "fein" filtrieren. Wird vorher filtriert kommt es immer wieder zu Nachtrübungen.
Eintrag Nr. 3750
hallo,
möchte einen haselnussgeist brennen und habe dazu 800g geriebene nüsse geröstet und in 1l 96%igen eingelegt. anschließend wird auf 40% verdünnt und mit frischen nüssen im aromakorb gebrannt!
wie lange lange sollen die nüsse im hochprozentigen "ziehen"?
sollen die angesetzten nüsse mitgebrannt, oder abgeschieden werden?
danke schonmal im voraus!
lg gerald
gerald, oö
12.Okt.2012 12:03:38
ad 1) Ca. 1 bis 2 Monate
ad 2) Beides ausprobieren: einmal frische Nüsse, einmal angesetzte Nüsse in den Aromakorb geben.
Eintrag Nr. 3749
Guten Abend!
Ich hätte zwei Fragen zur Geistherstellung, und zwar:
Wenn ich mit hochprozentiger Maische arbeite und dann Wacholderbeeren in den Aromakorb gebe, müsste ich doch theoretisch mehr als 40g Beeren für 350ml Destillat hineingeben, da bei z.B. 20%-tiger maische mehr Ausbeute als bei nur 10%-tigem Basisalkohol (laut Buch) entstehen wird, oder? Ich muss die zu erwartende Destillatmenge für diese Berechnungen verwenden und nicht die Ausgangsmenge der Maischen, oder habe ich da einen Denkfehler?
Wissen Sie zufällig ein Rezept für einen Schlehengeist (nicht für einen destillierten Angesetzten), sondern für einen reinen Schlehengeist. Habe dafür leider bis jetzt noch kein Rezept gefunden. 🙂
D.Monk, Austria
09.Okt.2012 20:07:49
Klingt durchaus plausibel. Allerdings weiß ich nicht, ob das dann auch noch schmeckt und nicht zu intensiv wird. Je höher der Alkoholgehalt, desto stärker das Extraktionsverhalten, d.h. dadurch gehen z.B. auch unerwünschte Bitterstoffe und Harze in Lösung. Kann mir vorstellen, dass der Effekt ähnlich sein wird wie bei geschroteten Wacholderbeeren. Damit schmeckt der Geist nicht mehr nach Wacholder, sondern sehr harzig, nadelholzartig, wie z.B. Zirbengeist oder Maiwipferl. Fazit: ausprobieren! Und mit mehreren Versuchen die optimale Menge herausfinden. Könnte sein, dass ca. Weinstärke beim Alkohol doch die beste Variante ist.
Schlehengeist: habe wir noch nie gemacht, würde für einen ersten Versuch ca. 200 g Schlehen je 1,5 Liter Alkohol verwenden.
Eintrag Nr. 3748
hallo Herr Schmickl,
folgendes Problem taucht bei mir auf: die Brände riechen und schmecken nach Gummi. Die Destillerie hat kein Gummi, die Kühlung ist mit 2m Silikonschlauch ausgestattet. Der Schlauch ist für Destillate und bis +135 Grad ausgewiesen. Diesen Silikonschlauch habe ist als Dichtung im Brenntopf eingebaut.
Vielen Dank für Ihre Antwort.
franz, deutschland
09.Okt.2012 19:16:53
Schwierig da Tipps zu geben, schließlich weiß ich nicht wie Ihre Anlage aussieht. Auch wenn für Destillate ausgewiesen, würde ich zu Testzwecken die 2m-Silikonschlauch-Kühlung durch ein 2m langes Kupferrohr ersetzen und dieses z.B. mit nassen Tüchern kühlen. Die Dichtung könnte man mit Teflonband umwickeln.
Eintrag Nr. 3747
Möchte Likörwein aus Trauben herstellen. Was muss ich dabei beachten, wie vorgehen.
Uli, württemberg
08.Okt.2012 22:27:15
Wenn Ihnen ein Alkoholgehalt von ca. 20%vol dafür ausreicht, am besten hochgradig einmaischen. Siehe Buch "Schnapsbrennen als Hobby".
Eintrag Nr. 3746
Guten Tag,
meine Frage ist folgende, wenn ich den Vorlauf abtrennen möchte müsste ich die ungefähre Zeit wissen wie lang das Kondensat (Vorlauf) benötigt um den Kühler zu passieren bevor der Edelbrand heraustropft. Gibt es einen Richtwert? Ich habe im Buch "Schnaps brennen als Hobby" dazu nichts gefunden. Mein Kühler Cu- Rohr, Durchmesser 12mm / 3m lang zur Spirale gewickelt.
Danke für Ihre Hilfe
Baron, SA
08.Okt.2012 16:38:09
Normalerweise ist diese Menge so gering, dass nicht relevant. Natürlich sollte Spirale auch durchgehend sinkend gewickelt sein. Zum Abmessen oben in den Kühler z.B. mit einer Spritze langsam ein paar ml reintropfen lassen. Zeit messen wann unten erster Tropfen heraus kommt, sowie unten die Abflussmenge abmessen und Differenz zur zugegebenen Menge ausrechnen. Soviel verbleibt im Kühler.
Eintrag Nr. 3745
Guten Tag Herr Schmickl!
habe eine kurze Frage. Ich habe eine gut vergorene Gerstemaische für Whisky und möchte etwas Torfaroma in das Destillat bekommen.
Jetzt meine Frage, kann ich etwas Torf in den Brennkessel(Maische)oder in den Aromakorb vor dem brennen geben? Macht es Sinn? Ist Torf giftig, wenn es gekocht wird... oder das Destillat nach dem brennen? Enthaltet das Destillat danach etwa giftige Stoffe?
Vielen Dank MG
Markus Geiser, Bayern
07.Okt.2012 14:47:50
NEIN!!! Dieser für Islay und den anderen schottischen Inseln typische Geschmack wird durch das Rösten der Gerstekeimlinge über Torffeuer erreicht. Danach wird erst eingemaischt. Für diesen Geschmack also Torf NICHT in den Kessel, Aromakorb oder Schnaps geben. Natürlich können Sie es trotzdem versuchen, wird aber vermutlich eher nach Waldboden bzw. Humuserde riechen/schmecken. Ist sicher auch etwas besonderes und durchaus einen Versuch wert, aber nicht das was Sie sich eigentlich vorstellen.
Eintrag Nr. 3744
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
Ich habe ein kleines 5L-Fass mit 15%vol Holunderbeerenmaische angesetzt. Die Beeren habe ich sauber über ein Hasengitter abgerebelt, und mit einem Mixstab püriert. Auch sonst habe ich alle Vorgaben für eine hochprozentige Maische beachtet (Biogen M, Verflüssiger, Turbohefe, etc.) Ich habe von dem vergleichsweise hohen Vorlaufanteil und der geringen Alkoholausbeute gelesen. Welche Mengen Vorlauf, Edelbrand und Nachlauf darf ich beim Brennen nun erwarten?
Claus, Österreich
06.Okt.2012 19:43:02
Siehe Buch "Schnapsbrennen als Hobby"
Eintrag Nr. 3743
Hallo aus Tirol. Habe exakt nach "Schmickl" meine Birnenernte vor einem Jahr erstmals zu Meische verarbeitet und vor kurzem gebrannt. Es lief alles wie gewünscht, außer dem Vorlauf. Hier hatte ich viel mehr als beschrieben. In der öffentl. Obstpresse lies ich die Birnen hechseln. Sonst lief alles sehr, sehr sauber ab. Woher kommt diese Menge an Vorlauf?
2. Frage: es sind Birnen, die erst nach einem Monat im Keller gelb und reif zum essen werden. Soll ich sie direkt vom Baum einmischen oder erst, wenn sie gelb werden???
Gallo, tirol
06.Okt.2012 16:38:49
ad 1) Wie bereits öfters hier beschrieben, ist eine hochgradige Maische vorlauffrei, wenn diese nach dem Gären zumindest 6 Monate gelagert wird. Außerdem tritt auch keine Kahmhefe (= Oberflächenschimmel) auf, dieses Problem existiert bei solchen Maischen nicht. Durch die Abbauprodukte der Kahmhefe entsteht z.B. auch Vorlauf. Die große Vorlaufmenge kann im Endeffekt nur bedeuten, dass eine Spontangärung aus wilden Hefen aufgetreten ist, und die Turbohefe dadurch "gekillt" wurde. Nein, die Obstpresse wird dafür vermutlich nicht die Ursache sein, sondern eher dass zugegebene Hefe kaputt war, z.B. weil zu lange offen gelagert.
ad 2) Doch, es ist sehr sinnvoll, vor dem Einmaischen harte Birnen zu lagern bis sie weich sind (aber nicht faul!!!). Weiche Birnensorten sofort einmaischen.
Eintrag Nr. 3742
Guten Abend,
ich bin nun zum zweiten mal daran aus einem Turbohefenansatz Gin herzustellen. Kurz zu meinem vorgehen, ich habe die Maische insgesamt 4 mal destilliert, entkonz an EtOH liegt bei 95% laut Areometer, habe leider keine ordentliche Waage und Pipette sonst könnte man das mit Sicherheit sagen.
Jetzt zu meiner Frage, zum aromatisieren nehme ich kleingehechselte Heidelbeeren (50 getrocknete Beeren pro Ltier Alk), mein Problem ist jetzt, wie brenne ich den Extrackt am besten ab?
Das letzte mal habe ich etwa 10 ml Vorlauf (bei einem Ansatz von 500 ml) und den Nachlauf abgetrennt. Der Grund, weshalb ich selbst im 5. Brand noch Nachlauf abtrenne sind die Öle aus den Heidelbeeren, denn diese führen einfach zu einer Fällung wenn ich den Sprit am ende verdünne und den Nachlauf nicht abtrenne.
Nun wäre für mich interessant, ob es eine möglichkeit gibt möglichst viel vom Aroma der Wacholerbeeren zu erhalten ohne in das Problem der Fällung zu kommen. Ich beführchte ja, dass ich mich hier effektiv an den Grenzwert heran tasten muss kurz bevor es zur Trübung kommt, aber es wäre schön wenn sich hier jemand meldet, der Erfahrungen damit hat Gin im kleinen Maßstab herzustellen (zur Info meine Dest. hat nen Volumen von 5 Litern, wobei ich vom Hochprozentigem nur max 4,5 vorlege(lokale Siedeverzüge haben mir schon spass gemacht^^))
Ich hoffe ihr könnt mir helfen, beste Grüße
Max
Maximlilian, Deutschland
05.Okt.2012 00:58:55
Nachlauf entsteht immer, auch ohne Heidelbeeren. Wacholderbeeren sind eine der wenigen Beeren bzw. Früchte die ätherische Öle enthalten (Heidelbeeren enthalten kein ätherische Öl, Trübung hat andere Ursachen, z.B. Fuselöle aus Nachlauf). Zuviel ätherisches Öl ist im Schnaps nicht mehr löslich, daher kann eine Trübung entstehen. Je höher der Alkoholgehalt, desto mehr Öl ist löslich. Daher Vorsicht beim Verdünnen, durch das Herabsetzen vom Alkoholgehalt tritt in solchen Fällen oft eine mehr oder weniger starke Trübung auf. Ist eigentlich kein Problem, kann mit den Faltenfiltern "fein" abfiltriert werden. Dazu Schnaps verdünnen, ca. 2 - 3 Wochen bei Kellertempertaur stehen lassen und filtrieren. Wird vorher filtriert, kommt es immer wieder zu Nachtrübungen. Möchten Sie, dass Destillat auch ohne filtrieren schon klar ist, dann schlichtweg weniger Wacholderbeeren verwenden. Keinesfalls geschroteten Wacholder, das schmeckt dann einerseits eher wie Latschenkiefergeist, und andererseits wird eine sehr starke Trübung wegen der größeren Menge an ätherischen Ölen entstehen.
Gegen Siedeverzüge helfen Siedesteinchen oder Rührer einbauen, Heizung nicht so stark aufdrehen.
Anmerkung: Geistmethode geht viel einfacher (siehe Buch). Unten z.B. verdünnten Korn (ca. 11 - 13%vol) und oben im Dampfraum in den Aromakorb je 1,5 Liter Flüssigkeit ca. 40 g getrocknete, ganze(!) Wacholderbeeren geben. Dieses Rezept erzeugt auch keine Trübung. Natürlich kann auch eine Gewürzmischung mit u.a. Wacholder verwendet werden, da Gin ja nicht nur aus Wacholder besteht (eine beispielhafte Rezeptur siehe Eintrag Nr. 3666). Im Übrigen ist echter Gin auch "nur" ein Geist, in England ist es verboten zur Ginherstellung die Beeren einzumaischen (warum habe ich auch noch nicht herausgefunden).
Eintrag Nr. 3741
Hallo Frau Malle u. Herr Schmickl,
heute möchte ich erst ein mal berichten, habe letzte Woche endlich gelagerte Eiche erhalten, gleich den Hobel angesetzt und paar Spändel gehobelt.
Die Spändel habe ich dann in einen Nylonbeutel getan und in eine 5L Boddl gesteckt, dies ist gefüllt mit ää glaube 60 oder 68% Apfelbrand.
Das erstaunliche war, dass sich der Brand schon nach wenigen Minuten gefärbt hat.
Geschmack kann ich erst nächste Woche probieren und berichten.
Frage: wäre es klug die Boddl offen zu lassen?
Frage nr.2: ist es schlecht wenn die lagernde Maischen, was ja über den Winter geschieht, minus Graden ausgesetzt ist? Es kann schon -20° ereicht werden wenn nicht gar mehr.
Lg Peter
Peter, Niedersachsen
04.Okt.2012 23:44:19
ad 1) Nicht hermetisch verschließen, daher am besten einen ein wenig ausgeleierten Korkstoppel verwenden.
ad 2) Temperaturschwankungen sind für die Lagerung durchaus von Vorteil. Minusgrade sind kein Problem. Zumindest sofern der Alkohol nicht gefriert und die "Boddl" dadurch zerplatzt.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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