SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

SCHNAPS SELBST HERSTELLEN Fachfragen für Hobbybrenner

Schnaps selbst herstellen: Dr. Schmickl beantwortet Ihre Fragen zum Herstellen von Schnaps – Maische, Destille, Verdünnen, Geiste, Rezepte…

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Eintrag Nr. 3840
gruezi mitenand
da ich bereits seit 25 jahren in der dominikanischen republik zu hause bin,habe ich mir in den kopf gesetzt meinen RUM selber zu brennen. nicht aus melasse ,sondern direkt aus der zuckerohrstange(agricole),an rohmaterial fehlt es hier nicht.
ich habe aber von "tuten und blasen" ungefaehr null ahnung. moechte mir eine 50 liter anlage basteln.
FRAGE: wer waere so nett mir in technischen fragen zur seite zu stehen,fragen wie:.. wie dick muss eine kupferleitung sein,wie viele umdrehungen diese haben muss,..lauter solche fragen eben.
danke,und liebe gruesse aus der waerme..... daniel.
daniel ruegg, dominikanische republik
05.Aug.2013 17:00:33
Danke, es freut mich, dass Sie mit Ihren Recherchen auf unsere Seite gestoßen sind. Leider sind Ihre Fragen viel zu allgemein um sie in einer Fachfrage zu beantworten. Am besten lesen Sie sich unser Buch "Schnapsbrennen als Hobby" aufmerksam durch, hier ist das Ganze sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beschrieben. Falls dann noch Fragen übrig bleiben sollten, einfach melden.
Eintrag Nr. 3839
Hallo Herr Dr. Schmickl!
Erstmal Danke für diese tolle Seite!
Ich habe die Foreneinträge bzgl. Ethylcarbamat so ziemlich alle durchforstet.
Bis jetzt habe ich lt. der Beschreibung in Ihrem Buch hochprozentig eingemaischt und 10% der Steine mitgebrannt. Nachdem ich die Steinobstmaischen immer etwas länger lagere,(ca. 4-12 Monate), möchte ich doch ganz sicher sein das sich EC nicht in meinem Destillat bildet.
Auf das Entsteinen möchte ich verzichten.
Die Steine selbst sind natürlich alle ganz geblieben)
Zu meiner Idee:
1. Einen Rauhbrand herstellen, ohne Vorlaufabtrennung und runterbrennen bis ca. 5%vol.
2. Den Rauhbrand einige Tage unter Lichteinwirkung lagern, dann sollte sich EC (wenn überhaupt vorhanden) bereits gebildet haben.
3. Einen Feinbrand durchführen mit Vorlaufabtrennung und den Mittellauf frühzeitig beenden (ca. 55%vol.)
Das EC soll dann im Kessel verbleiben.
Das ich Aromaeinbußen hinnehmen muß ist mir klar, kann ich aber verschmerzen da die lange gelagerten Maischen immer sehr intensiv schmecken.
Nun würde mich Ihre Fachmännische Einschätzung zu meiner Theorie sehr interessieren.
Danke bereits im Voraus!
Amarok, Stmk
19.Jul.2013 19:14:14
Im Fachhandel werden Cyanid- bzw. Ethylcarbamattests für Maischen und Brände angeboten. Einfach googlen. Haben mit zwei solcher Tests unsere Maischen und Brände untersucht, es war kein Cyanid bzw. Ethylcarbamat feststellbar. Auch wir belassen die Steine (unzerstört!) in der Maische und geben nur ca. 20% der Steine in den Kessel beim Brennen. Der von Ihnen beschriebene Aufwand ist somit nicht notwendig, verringert nur unnötigerweise Aroma/Geschmack.
Eintrag Nr. 3838
Hi.
Ich hätte eine Frage zur Vorlaus-, Nachlaufabtrennung. Ich habe vor aus 10 Litern Jostabeerenbrei eine herkömmliche Maische herzustellen.
Muss ich Vor- und Nachlauf sowohl im ersten als auch im zweiten Brennvorgang abtrennen oder genügt es nur beim zweiten Mal? Danke
Flo, niederösterreich
15.Jul.2013 12:19:17
Vorlauf: an sich genügt beim zweiten Mal. Wenn Abtrennung jedoch bereits beim ersten Brand durchgeführt wird, besteht beim Feinbrand noch die Möglichkeit ggf. nochmals abzutrennen, falls doch noch Vorlauf enthalten sein sollte.
Nachlauf: Rohbrand inkl. Nachlauf, Abtrennung nur beim Feinbrand, also zweiten Durchgang. Sonst zu geringe Ausbeute.
Eintrag Nr. 3837
Grüezi Herr Dr. Schmickl
Ich bin mir eine 50l CU Destille am herstellen und möchte wissen wie lang und welcher Innendurchmesser der Schlangekühler haben sollte?
vielen Dank fur Ihre Antwort
Andreas
Andreas, Schweiz
08.Jul.2013 20:24:36
Je nach Kühlwassertemperatur und -durchfluss ca. 2 bis 3 m, Innen: ca. 1,5 bis 2 cm.
Eintrag Nr. 3836
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl, ich hätte da heute mal folgendes Problem: vorgestern nach folgenden Zutaten eine Marillenmaische angesetzt: 6 kg Marillen entsteint, 1l Wasser, 12gr Turbohefe, 500 gr Zucker, 2ml Milchsäure dazu und alles in einen 10l Gärbehälter und in den Keller zum Gären. gestern Abend war dann etwas Schaum auf der Maische, worüber ich mich aber nicht gestört habe. Heute kommt meine Tochter aus dem Keller und meint, es würde etwas merkwürdig riechen. (Daneben steht eine Eigentlich fertige Holunderblütenmaische und eine Williams Christ Maische). Die Marillenmaische war nun sozusagen hoffnungslos übergebrodelt. Ca. 1liter Maische ist oben aus dem Gärstopfen raus und hat sich auf der hölzernen Arbeitsplatte gut verteilt. Was habe ich da falsch gemacht? Kann ich den Rest der Maische weiter gären lassen? Ich habe alles sauber gemacht, umgerührt und den Gärbehälter wieder ordnungsgemäß verschlossen. Blubbern tut es noch, aber ich traue dem Braten irgendwie nicht so ganz. Sie hören sozusagen einen lauten Hilfeschrei von der Nordseeküste! Bitte um Hilfe bzw. Rat. Vielen Dank im Voraus!
Holger Bartels, Bremerhaven
08.Jul.2013 20:20:11
Fass war zu voll und/oder zu heftige Gärung. Fass kühler stellen, dann gärt es langsamer und nicht so voll machen. Beim nächsten Mal eventuell auch am Beginn weniger Zucker zugeben, dann gärt es ebenfalls nicht so heftig. Schwacher Trost: die Gärung wird von selbst mit der Zeit immer langsamer, ein zweites Mal sollte das mit dieser Maische also nicht mehr passieren, außerdem ist das Fass jetzt nicht mehr so voll. Natürlich können Sie den Rest weiter gären lassen.
Auch uns passiert das leider immer wieder, gemäß dem Motto „Fass ist zwar schon dreiviertel voll, aber der kleine Rest der noch übrig geblieben ist, passt sicher auch noch rein“. Na ja, dann sind wir (besser gesagt ich) halt wieder am Kellerboden aufwischen...
Tipp: stellen Sie das Fass in eine große Wanne, mach‘ ich jetzt auch immer bei so, wenn sich abzeichnet, dass sich das Ganze verselbständigt.
Eintrag Nr. 3835
Wer kennt den bläulichen aromatischen Likör aus der Wurzel des Bergkümmels oder hat gar ein Rezept wie man ihn herstellt etc.
Danke mal dereinst.
Werner Obstlergeisterer, Bergkümmellikör aus Oberösterreich, wie ???
08.Jul.2013 11:25:21
Sorry, kenne ich nicht. Versuchen Sie es doch im Forum "Rezepte".
Eintrag Nr. 3834
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
Ich schildere mal vom Einmaischen bis hin zum Problem: Beste Kirschen gekauft, 50 kg wie jedes Jahr, der Reifepunkt nicht zu reif aber auch nicht unreif, gewaschen, entstielt und eingemaischt, 2 kg zucker dazu, Pektinase & Biogen M auf 3,5 und dann das Gärfix hinein und ab in 2 Maische-fässerchen. Wie gewöhlich blubbert das Fässchen schon am nächsten tag und alles war gut. Nachdem ich mich aber vom Schnellkochtopf-pot-de-stillatör zum 50 Liter Edelstallfassmiraculix entwickelt habe frage ich mich ernsthaft warum mein destillat nun 72 % hat ??? bis 80 Grad alles als Vorlauf gesammelt ( war ein halbes schnapsglas und bei 80,5 grad den edelbrand gesammelt, so wie mit dem guten alten Schnellkochtopf halt auch !!!

Kann es sein das der Dampf nicht komplett in´s steigrohr geht, weil es seitlich und nicht Mittig im topfdeckel angebracht ist ?? Hab ich da ne kleine Refluxanlage gebastelt - vielleicht beschlägt der Deckel und der Dampf fällt als Alkohol wieder in den Brennraum ?

Aromatechnisch ist der Brand nach 3 Wochen Standzeit gut, nur hat die Destillation fast 10 Std gedauert bei 28 Liter Maische !! das Resultat waren fast 3,2 liter destillat wobei wir bei 90 grad um 2 uhr morgens aufgehört haben weil wir ins bett wollten ... Aber 72 % ?? Das Ärömeter funktioniete ! Ich kann mir den hohen Alkoholgehalt in vol % und den immensen Zeitaufwand nur erklären weil ich insgesamt 6 kg Zucker in die Maische habe... Sehen Sie das auch so, oder gibt es eine andere Lösung als das nicht mittige Steigrohr, den Zucker oder ist es die Anlage ?

Mit freundlichen Grüßen

pot-de-stiller

PS: Steigrohr und Geistrohr haben 28mm und verkleinern sich auf 22mm für den Liebigkühler...
Thermometer ist am höchsten punkt des ungekühlten Dampfes angebracht...
pot-de-stiller, insel vor italien
08.Jul.2013 10:42:04
Nein, 72%vol sind bei einer Pot-still auch für hochgradige Maischen mit ca. 20%vol viel zu hoch. Sie schreiben einerseits von einem 50 Liter Edelstahldingsdums und andererseits 28 Liter Maische. Daraus leite ich ab, dass Kessel fast halbleer war. Desto größer der leere Dampfraum über dem Brenngut im Kessel, desto größer die Rektifikationseffekte, d.h. umso größer der Alkoholgehalt aber umso mehr Aroma wird auch abgetrennt.
Ja, es ist durchaus möglich, dass der Deckel wie ein Kühler wirkt, den Rückfluss bzw. die Rektifikation also noch zusätzlich verstärkt. Könnte sein, dass es besser wird, wenn Sie den Deckel gut isolieren. Eventuell größeren Durchmesser vom Geistrohr wählen und erst ab dem höchsten Punkt, wo’s nur noch abwärts Richtig Kühler geht, enger werden. Da Sie jedoch 10 Stunden zum Destillieren gebraucht haben, sollte der Dampfstrom nicht allzu groß gewesen sein. Um die Destillationsdauer zu verkürzen: Heizung stärker aufdrehen! Dann auch auf ausreichenden Anbrennschutz achten, eventuell einen Rührer einbauen, nicht dass was anbrennt.
Sind Sie sich sicher, dass das Thermometer an der richtigen Stelle angebracht ist? Misst das Thermometer richtig? Um sicher zu gehen 10 min lang in kochendes Wasser tauchen, sollte ca. 98°C anzeigen. Digitalthermometer haben zwar viel Kommastellen auf der Anzeige, sind meist aber trotzdem nur +/- 2°C (un)genau. In der Spezifikation des Thermoelementes sollte dies angegeben sein. Wenn Sie bei 90°C aufgehört haben und Destillat hat 72%vol, ist die Temperaturanzeige jedenfalls viel zu hoch.
Eintrag Nr. 3833
hallo hr. "schnaps-meister"
diese seite ist sehr interessant,
1. ich habe Zwetschgen maische die schon "etwas älter ist" (von einen freund) ohne irgendeiner Beigabe, schmeckt leicht nach Essig! Kann ich diese maische noch brennen?
2. darf man verschiedenes Obst zusammen einmaischen / brennen ?
3. was bedeutet "abfindungs-brennrecht"?
4. für ihre antwort mache ich ihnen gerne eine rad. ausmutung oder wasser-suche
lg Anton g.
anton g., nö
07.Jul.2013 02:09:22
Danke! 🙂
ad 1) Ja, Sie können die Maische ohne weiteres brennen. Wenn jedoch die Maische schon einen deutlichen Essigstich hat, wird das Destillat nicht einmal zum Füße einreiben geeignet sein, geschweige denn zum Trinken. Wie qualitativ hochwertige Maischen angesetzt werden, ist in unserem Buch sehr ausführlich und für Laien leicht verständlich beschrieben.
ad 2) Ja
ad 3) Man darf sein EIGENES Obst, und nur das, steuerlich „abfinden“. Dieses Brennrecht ist in Österreich bei Kleinstherstellern, die vorwiegend für den eigenen Gebrauch brennen, üblich.
ad 4) Danke, aber für die Antwort erwarte ich keine Gegenleistung.
Eintrag Nr. 3832
Hallo Herr Schmickl,
meine Kollegen schwärmen immer von einem Nutella-Schnaps, den sie in Österreich beim Skifahren konsumieren.( Oder auch Haselnußschnaps der total nach Nutella schmeckt). Ich habe im Netz schon alles abgesucht, aber dazu finde ich einfach nichts dazu. Kann ich ein Glas Nutella einfach in den Aromakorb geben? Ich nehme an das läuft bei Erwärmung in den Alkohol, und brennt dann vielleicht auch noch an? Soll ich den Geist auch mit ca 11-13%igem Alkohol machen? Haben sie einen Tipp, wie ich das bewerkstelligen könnte??
Besten Dank im voraus.
A. Köller
aus Bayern
A.Köller, Bayern
02.Jul.2013 18:36:21
Funktioniert prima und schmeckt auch entsprechend: in 1,5 Liter Alkohol mit ca. 11-13%vol ein kleines Glas Nutella auflösen und ohne Aromakorb, aber mit ein paar Tropfen Antischaum destillieren. Falls Geschmack nicht intensiv genug, ein großes Glas Nutella (400 g) verwenden.
Eintrag Nr. 3831
Sehr geehrter Herr Dr. Schmickl,
ich bin einigermaßen verzweifelt und brauche Ihre Hilfe bzw. Ihren Fachmännischen Rat.
Ich habe im Herbst letzten Jahres 5 Maischen hergestellt,3 Zuckermaischen,eine Zwetschgen,- und eine Schlehenmaische(alles hochprozentig).Habe jetzt nach einigen Monaten lagerung so nach und nach mit brennen begonnen.Die Schlehe und Zwetschge ist supergut geworden,musste kaum Vorlauf abtrennen und der Vorlaufabtrennungstest verlief bei beiden auch negativ.Nun die Zuckermaische:ich habe meine 5Liter Destille gefüllt,die Temperatur stieg auch wie erwartet bis auf ca.79°C-80°C schnell an und die ersten Tropfen liefen aus dem Kühler die ich abtrennte.Bei ca. 81,5°C stabilisierte sie sich dann und stieg langsamer.Zur sicherheit trennte ich noch ein wenig mehr ab und stellte dann das Mittellaufgefäß darunter.Allerdings fiel mir da schon auf dass das Destillat immernoch verdächtig "süßlich-chemisch" UHU? roch.So roch übrigens die Maische ungebrannt auch schon,als ich den Deckel öffnete.
Nachdem der erste Duchgang abgeschloßen war machte ich einen Abtrennungstest der tief dunkelgrün war.Also hab ich dann beim zweiten Durchgang um einiges mehr abgetrennt,ca.250ml!!
Die Temperatur war wie zuvor schon lange stabil und ging nur langsam hoch.Das ist das erste was ich nicht Verstehe,denn normalerweiße sollten doch die Vorlaufbestandteile da schon abgetrennt sein?!
Der Abtrennungstest verlief auch diesmal dunkelgrün...
Es waren insgesammt 20 Liter Zuckermaische aus dem Eimer.Egal wieviel ich abgetrennt habe,immer das gleiche Ergebnis.
Jetzt hab ich noch zwei Eimer voll die ebenfalls schon ungebrannt so komisch riechen und warscheinlich genauso ungenießbar sind.
Was könnte da schiefgelaufen sein?
Habe alle 5 Maischen im gleichen Raum vergoren,bei Raumtemparaturen von ca.20°C-23°C,die gleiche Hefe benutzt,Antischaum dazugegeben und alles nach Anweisung aus Ihrem Buch.
Der einzige Unterschied war dass ich bei den Obstmaischen 3 Zuckergaben und bei der Zuckermaische alles auf einmal gegeben habe.
Die Zuckermaischen wurden zum Anfang der Gärung,in der stürmischen fase,ziemlich warm(hab leider keine Angabe,da nur mit den Händen am Eimer getrestet). Kann das ein Grund sein?Produzieren die Hefen evtl. bei zu hohen Temparaturen extrem viel Nebenprodukte??Ich dachte immer Ethylacetat und Acetaldehyd usw.werden nur von "falschen" Microorganismen gebildet aber ich kann mir sonst keinen Reim darauf machen denn ich habe dabei sehr sauber gearbeitet.
Sorry für den Roman aber ich will nich noch weitere Zuckermaischen für den Gully produzieren...
Vielen Dank schonmal im Voraus.
Liebe Grüße
E.G.A.L. 🙂
E.G.A.L., N.O.C.H.E.G.A.L.E.R.
26.Jun.2013 21:57:00
Sorry, aber da bin auch ich ratlos. Da Sie ja in allen Fällen dieselbe Hefe verwendet haben, kann es daran also nicht liegen, schließlich haben die Obstmaischen ja einwandfrei funktioniert. Jedenfalls sollte eine reine Zuckerwassermaische (nicht das Destillat) keinesfalls süßlich nach Klebstoff riechen. Eigenartig ist auch, dass der Vorlauftest immer dunkelgrün anzeigt.
Wenn der Zucker auf einmal zugegeben wird, ist die Gärung viel heftiger, daher wird es auch spürbar wärmer als bei 3 zeitlich versetzten Zugaben. Wenn unerwünschte Mikroorganismen tatsächlich im Spiel waren, haben die dadurch mehr Nahrung, können sich also besser und schneller entwickeln, zumindest bis zum Beginn der stürmischen Phase der alkoholischen Gärung. Es kann durchaus sein, dass der Säureschutz bei den Obstmaischen - ich gehe davon aus, dass Sie Biogen M zugegeben haben - dies verhindert hat.
Daher sollten Sie austesten, ob dies tatsächlich der Grund ist. Also wieder Zuckermaische ansetzen, aber so wie bei Obst: Biogen M entsprechend der Menge zugeben und den notwendigen Zucker nicht auf einmal, sondern in drei Rationen zugeben.
Eintrag Nr. 3830
HILFE!
Ich bitte um Unterstützung, da ich von Schnaps nichts verstehe und lediglich das Trinken einigermaßen beherrsche. Ich habe einen 5 l-Glasballon mit Quittenschnaps bekommen, der wohl aus einer Erbmasse stammt. Der Schnaps ist mindestens 10 Jahre alt, riecht gut und ist sehr klar. Gebrannt von einem Hobbybrenner. Kann es sein, dass er nicht mehr genießbar ist? Woran würde ich das erkennen?
Im Voraus danke für die Beratung bzw. Hilfe. Ein Gruß und ein Dankeschön aus Mannheim
Rudi
Rudi Fränkle, Mannheim
22.Jun.2013 21:42:16
Wenn der Schnaps gut riecht und schmeckt, ohne außergewöhnlicher Schärfe, dann Wohl bekomm‘s! Sollte etwas nicht stimmen ist das am Geruch/Geschmack deutlich erkennbar.
Eintrag Nr. 3829
Hallo Herr Dr. Schmickl!
Muß bei Getreidemaischen vor der Gärung das Getreide abgefiltert werden oder kann mit den Körnern bzw. Schrot eingemaischt werden? Soll beim Brennen das Getreide mit in den Kessel?
Ich habe mit der Suchfunktion leider nichts erreicht, auch in Ihrem Buch finde ich keinen Hinweis darauf.
Danke!
Max, Stmk.
19.Jun.2013 23:01:39
In unserem Buch „Essig herstellen als Hobby“ ist die Herstellung von Malzessig beschrieben. Vor der Essiggärung nichts anderes als eine herkömmliche Malzmaische. Die getrockneten Keimlinge fein mahlen, je kg Malz ca. 5 Liter Wasser mit 50°C zugeben. Nach dem Abkühlen Hefe zugeben, also ohne vorher zu filtrieren. Nach der Gärung ebenfalls unfiltriert in den Kessel geben.
Eintrag Nr. 3828
Ich lebe in Makassar und brenne Schnaps mit Turbohefe, auch hier hat es bis zu 30 grad aber bisher hatte ich kein Problem damit.
Kilian, Sulawesi
11.Jun.2013 11:57:18
Danke für den Hinweis!
Weiterhin Gutes Gelingen und viele Grüße nach Sulawesi!
Eintrag Nr. 3827
Wie lange darf man Kornmaische vor dem Brennen lagern? Ich komme keinesfalls über die in Hr. Schmickls angegebenen 16%. Bin froh wenn ich 12 % ohne aufzuckern erreiche. 66%Hafer 33%Gerstenmalz. Wie groß ist die Gefahr, wenn man mehr als ein halbes Jahr lagert?
Danke im Voraus für jede Einschätzung.
ALexB, Europa
06.Jun.2013 17:12:27
Fass möglichst vollständig auffüllen, sodass so gut wie keine Luft mehr über der Maische, luftdicht verschließen, kühl lagern. Sollte auch ohne Konservierungsmittel bzw. Antioxidantien ein halbes Jahr lagerfähig sein.
Eintrag Nr. 3826
Sehr geehrter Hr. Dr. Schmickl,
Ich beabsichtige heuer zum ersten mal einen Teil unserer Kirchschen anzusetzen. Dazu habe ich mir aus der Apotheke Weingeist organisiert, musste jetzt allerdings feststellen, dass dieser in Kunststoffflaschen abgefüllt ist. Aufgrund diverser Beiträge zum Thema Weichmacher habe ich jetzt allerdings bedenken, dass diese aus den Flaschen gelöst wurden. Kann es sein, dass es sich um spezielle Flaschen handelt, die für die Lagerung von hochprozentigen Alkohol bzw. Weingeist geeignet sind und keine Weichmacher ausgelöst werden bzw. enthalten sind?
Vielen Dank!
Peter W.
Peter Wildauer, Tirol
30.Mai.2013 17:26:46
Optimal ist das natürlich nicht, daher lasse ich mir den Weingeist immer in eine Glasflasche abfüllen und nehme keine fertig abgefüllten Plastikflaschen. Es sind übrigens Bruchstücke der Polymere die dieses Problem verursachen, je schlechter die Qualität vom Kunststoff, desto mehr Bruchstücke.
Eintrag Nr. 3825
Hallo,
wie bekomme ich einen angebrannten Kupferkessel wieder sauber. Vermutlich nicht vergorener Zucker, der karamellisiert ist. Trotz Anbrennschutz und Küchenpapier am Kesselboden habe ich immer wieder das Problem. Da es eine ziemlich mühselige Arbeit ist, bin ich für jeden Tipp dankbar.
Don Ron, Sachsen-Anhalt
27.Mai.2013 09:22:38
Küchenpapier nicht am Kesselboden, sondern über den Anbrennschutz. Wenn Sie dieses Problem öfters haben, sollten Sie der Maische mehr Wasser zugeben bzw. weniger Zucker verwenden. Auch eine zu starke Heizquelle kann dazu führen.
2-3 EL Waschsoda ins Gefäß mit Wasser geben, wenn es stark angebrannt ist, aufkochen lassen, über Nacht stehen lassen, dann löst sich alles normalerweise unter Mithilfe eines Putzschwamms gut auf.
Brutal, aber sehr effektiv: mit einer Drahtbürste für Bohrmaschinen die angebrannten Reste quasi ausfräsen. Funktioniert bei Kupfer prima, machen wir immer, wenn bei unserem ätherischen-Öl-Seminar wieder einmal der Zimtstaub oder der Kamillenstaub stark angebrannt oder der Inhalt vom Kessel bis zur Trockene eingedampft ist.
Eintrag Nr. 3824
Hallo,
bin Anfänger mit diesem sehr schönen Hobby. Habe eine obstmaische angesetzt und es hat auch wunderbar zu gären begonnen. Habe nach 2 Tagen die maische gekostet Und sie war sauer also habe ich einen Teil des berechneten Zuckers zugegeben.
Meine Frage wäre, wie lange dauert es bis wieder im gärspund eine Gärung zu erkennen ist?
Habe das Buch von ihnen gelesen und bin ganz begeistert.
Danke schon mal für die Antwort
Gruß Andreas
Andreas, Ungarn
24.Mai.2013 12:45:15
Normalerweise gärt es nach der Zuckerzugabe noch heftiger. Vermutlich haben Sie das Gärgefäß nicht mehr so gut verschlossen wie vorher. Wenn es im Gärfass beim Umrühren stark schäumt und ein stechend scharfer Kohlensäure-Geruch erkennbar, ist alles in Ordnung.
Danke, das freut uns! 🙂
Eintrag Nr. 3823
Hallo Gemeinde,
ich habe ein paar Anfängerfragen die ich mir trotz google und der Suchfunktion nicht selbst beantworten konnte. Erstmal zu mir ich habe eine kleine Destille und habe nun meine erste Zuckermaische gebrannt aus 25Litern [ca 20%] (ich weiß nicht wie genau das Vinometer ist) 7,5l >55% gebrannt, habe leider im Moment nur ein Trinkstärkenalkoholmeter da mir das andere zerbrochen ist ... JETZT DIE FRAGE IST DAS NORMAL?
Ich habe die Maische nach ca. 10 Tagen gebrannt sie war noch etwas trüb und schmeckt jetzt trotz 2x Brennen immer noch ein wenig nach Hefe.
Fragen:
Bekomme ich den Geschmack z.B. durch einen Rohrfilter weg oder sollte ich besser Aktivkohle direkt in den Neutralalkohol geben?
Auch, macht es Sinn Aktivkohle direkt in die Maische zu geben?
Wie schaut es dann aus, muss ich die Maische dann extra filtern, um die Aktivkohle rauszubekommen?
Kann ich als Klärmittel auch Klärgelantine oder Agar-Agar einsetzen, denn diese wäre deutlich günstiger als das Alcotecprodukt. Brauche ich diese Produkte überhaupt?
Habe ich bei der Rohrfiltermethode einen Verlust? Muss ich wirklich ein PP-Rohr nehmen oder ginge es auch mit einem Silikonschlauch oder Abwasserrohren?
Wie lange brennt man bei ca. 4l Maische? (Ich habe teilweise sehr lange gebrannt und danach auch einige Flaschen mit 17.... % herauszubekommen) Macht dies Sinn?
Kann ich frische Birnen, Nektarinen, Melonen (spez. Wassermelone) zum Ansetzen nutzen?
Entschuldigt bitte diese Anfängerfragen doch alle fangen ja mal bei 0 an. Habe es einfach kopiert.
Gerd, ...
23.Mai.2013 20:32:22
ad 1) Ob das normal ist, kann man ohne genaue Angabe vom Alkoholgehalt schwer überprüfen. Überschlagsrechnung: Annahme 20%vol stimmt, dann 25/100*20 = 5 Liter 100%vol Alkohol. Wegen Verluste beim Brennen (Nachlauf usw.), ergeben sich daraus GROB GESCHÄTZT nur 75 bis 80%, daher Annahme: 4 Liter 100%vol Alkohol sollten im Destillat zu erwarten sein, Destillat ist jedoch kein reiner Alkohol ohne Wasser, daher Annahme: Destillat hat 55%vol Alkoholgehalt. Somit: 4/55*100 = 7,3 Liter Destillat mit 55%vol. Fazit: Ihr Ergebnis kann man durchaus als normal bezeichnen.
Anmerkung bezüglich Hefegeschmack: da Sie weiter unten Alcotec erwähnen, gehe ich davon aus, dass die Hefe ebenfalls von dort stammt. Bitte Suchfunktion nutzen! In der Diskussion wurde öfters erwähnt, dass dieses Problem typisch für diese Turbohefen sein soll. Besser Prestige-Hefen verwenden. Auch sollten Sie die fertig ausgegorene Zuckerwasser-Maische wie hochgradige Obstmaischen zumindest ca. 6 Monate lagern vor dem Destillieren, sehr wahrscheinlich, dass eine Aktivkohle-Behandlung nicht mehr notwendig ist.
ad 2) Am besten beides hintereinander: Zuerst Aktivkohle direkt ins Destillat geben, danach filtrieren und mit Rohrfilter, gefüllt mit Aktivkohle (nur sehr langsamen Durchfluss einstellen!), behandeln.
ad 3) Nachdem auch fertige Hefe-Aktivkohle-Mischungen angeboten werden (googlen), dürfte das schon Sinn machen.
ad 4) Filtrieren, möglichst fein. Damit, abgesehen von der Aktivkohle, die feinen Trübstoffe entfernt werden, welche den Geschmack ebenfalls beeinflussen.
ad 5) ausprobieren.
ad 6) ja, natürlich wird ein Teil der Flüssigkeit von der Aktivkohle zurückgehalten. Das Rohrmaterial sollte zumindest beständig geben Alkohol sein und keinen Geschmack abgeben.
ad 7) Wenn Heizleistung so eingestellt, dass schnelles Tropfen aus dem Kühler, grob geschätzt 2 Stunden. Nein, macht keinen Sinn, dadurch kommt Nachlauf auch mit.
ad 8) Ja, ob’s geschmacklich auch Sinn macht, insbesondere wenn Sie den fertigen Ansatz destillieren möchten, ist eine andere Frage. Auch hier: ausprobieren
Eintrag Nr. 3822
Hallo Herr Dr. Schmickl, in Ihrem Buch schreiben Sie, dass frische Brände nach wenigen Tagen herabgesetzt und von da an mindestens 1 Jahr gelagert werden sollten. Da verschiedene Profibrenner da anderer Ansicht sind (ohne konkrete Begründung), würde ich mich über ein paar Argumente freuen, die für ihr Verfahren sprechen.
Kupferstecher, Bergland
17.Mai.2013 20:10:19
Wenn das Destillat in luftdichten Gefäßen mit ebenso dichten Verschlüssen gelagert wird, also KEIN Holzfass, gibt es keinen Unterschied.
Mir persönlich ist hingegen wichtig, gebrauchsfertigen Schnaps zur Verfügung zu haben. Folgende Situation kennt sicher jeder: da kommt unerwarteter Besuch und möchte von den sagenumwobenen super Schnäpsen die im Keller lagern ein wenig kosten. Da stellt man sich als Gastgeber sicher nicht hin und beginnt erst einmal umständlich zu verdünnen. In der Not wird der kostbare Tropfen somit unverdünnt eingenommen, schade um das exzellente Destillat! Außer scharf schmeckt man eigentlich nichts mehr.
Professionelle Hersteller haben dieses Problem im Allgemeinen nicht, außerdem sind die zu lagernden Schnapsmengen klarerweise um Zehnerpotenzen größer als die eines Hobbybrenners. Lagerkapazität ist teuer, daher besser (sehr) große Mengen unverdünnt lagern, ist viel wirtschaftlicher.
Eintrag Nr. 3821
Möchte mir eine Brennanlage selber bauen... gibt es Anleitungen oder Bilder von anderen Bastlern?
Kann man die Maische aufkochen und dann mit Hefe u.s.w. zum gären bringen? In dem Buch "Schnaps brennen als Hobby" ist das nicht so vorgesehen.
Werner, Berlin
13.Mai.2013 15:51:08
Bilder von Selbstbauanlagen: siehe Fotogalerie, für Tipps siehe Diskussion.
Ja, aufkochen ist möglich.
Vorteil: die Maische ist quasi pasteurisiert vor der Hefezugabe, Infektionen durch unerwünschte Mikroorganismen werden dadurch sehr effektiv vermieden.
Nachteil: durch das Erhitzen verändert sich der Geschmack, selbst wenn nur kurzzeitig bis ca. 70°C erhitzt (pasteurisiert) wird. Je heißer und länger, desto stärker die Geschmacksveränderung. Genau deswegen werden Brennmaischen vor dem Gären normalerweise nicht erhitzt geschweige denn aufgekocht.
Wir behalten uns das Recht vor, jederzeit Einträge ohne Angabe von Gründen zu löschen.

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